Mittwoch, 29. August 2012
Wahlen in Québec
Am Montag den 04. September ist es soweit. Neuwahlen in Qu-bec. Die liberale Partei (nicht zu verwechseln mit den deutschen Liberalen - sprich FDP), welche eher so ein CDU Spektrum vertritt, wird wohl abgewählt werden. Es gab zuviele Korruptionsskandale, Erhöhung der Studiengebühren mit entsprechenden Studentenprotesten u.a.!. Die Alternativen sind die "neuen" Neoliberalen (CAQ) und die Mitte-Links-Quebec-muß-unabhängig-Partei (Parti Quebecois) sein. Von manchen auch als Seperatisten bezeichnet - wobei ich diese Bezeichnung als nicht exakt zutreffend finde. Sie wollen halt die frankophone Unabhängigkeit. Warum auch nicht. Dann gibts noch ein paar Splittergruppen, Grün, Quebec Solidaire. So wie`s aussieht wird es eine neoliberale oder eine Parti Quebecois Minderheitsregierung. Wenn es die CAQ schafft, wird es - aller Voraussicht nach - einen starken Stellenabbau im öffentlichen Dienst geben. Wenn die PQ "rankommt" wird bei den Anglos - unbegründete - Panik ausbrechen. Ich habe letzte Woche einen Immobilienmakler angerufen und wollte wegen einem kommerziellen Gebäude nachfragen. Dieser meinte dann, ich sollte doch noch bis nach der Wahl warten und falls die PQ (Unabhängigkeitsbewegung) mehrheitlich an die Regierung käme, würden mehr Gebäude zum Verkauf stehen. Mal abwarten.
Montag, 27. August 2012
ein Franke in Pennsylvanian
aber nur drei Tage.
Hier Kais Fotoblog.
http://herr-doktor-kai.smugmug.com/Travel/Pennsylvania-Moto-2012/25021601_h5TSm8#!i=2050272694&k=K95h3kP
Ich war einfach zu faul um auch noch Bilder zu machen.
Wunderschöne Landschaften. Hügelig und Wald ohne Ende. Häufig sehr tief eingeschnittene Täler. Teilweise dann Gegenden welche mich an Oberfranken erinnerten. Kein Wunder, daß sich die deutschen Einwanderer in dem Landstrich zu Hause gefühlt haben. Orte wie Germantown, Germania, etc. erinnern daran. Germania ist allerdings eines der fertigsten Dörfer welche ich je gesehen habe. Am Arsch der Welt mit der fertigsten Kneipe der westlichen Hemisphäre. Hunters are welcome - steht fett auf einem Schild. Erinnerte mich ein wenig an den Tarantino Film irgendwo in Mexiko. Draußen 30 Grad, Sonne, man geht nichtsahnend rein, halbdunkel und drinnen nur Vampire. Kai hat Kaffee bestellt - der Typ hat uns angeglotzt, bißchen gestutzte, und hat dann gemurmelt, "ja, kann ich machen - wenns sein muß". Hinter ihm eine vollgeladen Schnapsbar und in der Kneipe nur Hardcore Jungs vor dem Bier sitzend. Pickups voller Waffen wahrscheinlich. Samstag Nachmittag um drei. Germania - kann ich touristisch voll empfehlen. Da geht der Punk ab. Aber echt. Normalerweise hätte man da einfach mal eine Nacht bleiben müssen um sich mit den lokalen Jungs (keine Frauen in der Kneipe) ein bißchen über das Leben auszutauschen - aber wir wollten noch ein wenig fahren. Andererseits haben sich die Burschen bei der Rauchpause ellenlang über Kochrezepte austetauscht. Zwar BBQ Kochrezepte - aber immerhin. Wie man das Wild dann räuchert und wie es eingelegt wird, wielange man das dann grillen muß, etc. pp. - welche Soße dann dazu passt ...... echt interessant.
Was mir (motorradfahrerisch) am besten gefallen hat, war die Tatsache, daß es jede Menge Schotterstraßen im Wald gibt. Hunderte von km, nichtasphaltiert, einfach im Wald, ohne Siedlungen. Und der Wald ist so eine Art "deutscher Wald". In etwa so, wie die deutschen Forstwege aber halt legal befahrbar. Wunderbar. Herrliche Stimmungen. Traumhaft.
Den Grand Canyion in Pennsylvanien kannte ich auch noch nicht.
Und dann noch sympathische Menschen. Vielleicht wegen der deutschen Urahnen ..... jedenfalls haben wir diesmal nur nette, höfliche und sehr sympathische Leute kennengelernt. Überall eigentlich.
Da einzige was immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, sind die Entfernungen.
Hier Kais Fotoblog.
http://herr-doktor-kai.smugmug.com/Travel/Pennsylvania-Moto-2012/25021601_h5TSm8#!i=2050272694&k=K95h3kP
Ich war einfach zu faul um auch noch Bilder zu machen.
Wunderschöne Landschaften. Hügelig und Wald ohne Ende. Häufig sehr tief eingeschnittene Täler. Teilweise dann Gegenden welche mich an Oberfranken erinnerten. Kein Wunder, daß sich die deutschen Einwanderer in dem Landstrich zu Hause gefühlt haben. Orte wie Germantown, Germania, etc. erinnern daran. Germania ist allerdings eines der fertigsten Dörfer welche ich je gesehen habe. Am Arsch der Welt mit der fertigsten Kneipe der westlichen Hemisphäre. Hunters are welcome - steht fett auf einem Schild. Erinnerte mich ein wenig an den Tarantino Film irgendwo in Mexiko. Draußen 30 Grad, Sonne, man geht nichtsahnend rein, halbdunkel und drinnen nur Vampire. Kai hat Kaffee bestellt - der Typ hat uns angeglotzt, bißchen gestutzte, und hat dann gemurmelt, "ja, kann ich machen - wenns sein muß". Hinter ihm eine vollgeladen Schnapsbar und in der Kneipe nur Hardcore Jungs vor dem Bier sitzend. Pickups voller Waffen wahrscheinlich. Samstag Nachmittag um drei. Germania - kann ich touristisch voll empfehlen. Da geht der Punk ab. Aber echt. Normalerweise hätte man da einfach mal eine Nacht bleiben müssen um sich mit den lokalen Jungs (keine Frauen in der Kneipe) ein bißchen über das Leben auszutauschen - aber wir wollten noch ein wenig fahren. Andererseits haben sich die Burschen bei der Rauchpause ellenlang über Kochrezepte austetauscht. Zwar BBQ Kochrezepte - aber immerhin. Wie man das Wild dann räuchert und wie es eingelegt wird, wielange man das dann grillen muß, etc. pp. - welche Soße dann dazu passt ...... echt interessant.
Was mir (motorradfahrerisch) am besten gefallen hat, war die Tatsache, daß es jede Menge Schotterstraßen im Wald gibt. Hunderte von km, nichtasphaltiert, einfach im Wald, ohne Siedlungen. Und der Wald ist so eine Art "deutscher Wald". In etwa so, wie die deutschen Forstwege aber halt legal befahrbar. Wunderbar. Herrliche Stimmungen. Traumhaft.
Den Grand Canyion in Pennsylvanien kannte ich auch noch nicht.
Und dann noch sympathische Menschen. Vielleicht wegen der deutschen Urahnen ..... jedenfalls haben wir diesmal nur nette, höfliche und sehr sympathische Leute kennengelernt. Überall eigentlich.
Da einzige was immer noch ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, sind die Entfernungen.
Sonntag, 19. August 2012
Zeit
Was die Leute früher in einem Jahr "erfahren" haben, "erleben" sie jetzt in einer Woche.
Vorletzten Freitag waren wir in den Alpen auf der Coburger Hütte, am Sonntag in der Allianz Arena, am Montag morgen in München, mittags in Rom und am Abend in Montreal. Freitag bin ich dann ins Chalet am Rivière Rouge gefahren und am Samstag war Fußballabend in Montreal. Die Famileinfete am Sonntag ist - krankheitsbedingt - ausgefallen und stattdessen habe ich heute morgen Cousins und Cousinen mit auf den Mont Royale genommen und eine Erkundung unternommen.
Paula meinte letzte Woche mal, sie wäre "noch nie geflogen". Sie ist ja immerhin schon 10 Jahre alt. Ich habe dann mal nachgedacht und dann ist mir eingefallen, wann ich das erste mal geflogen bin: mit 28 Jahren. Nach Glasgow. Mit der Band. Paula ist 10 und ich schätze mal, daß sie in den nächsten drei bis vier Jahren ganz sicher irgendwohin fliegen wird. Unsere Eltern sind im Leben kein einziges mal geflogen. Eine Busreise war das höchste - und ich glaube sie haben nichts vermißt.
Entschleunigen also. Das Motto der nächsten Tage, Wochen und Monate. Soweit es eben geht.
Was Montreal anbelangt: keine Demos mehr, totale Ruhe. Die Regierung hat alles einfach ausgesessen und auf den Sommer gewartet. In drei Wochen gibts Neuwahlen und dann sehen wir mal weiter. Von wegen Revolution usw. - das war wohl eine Fehleinschätzung meinerseits .....
Vorletzten Freitag waren wir in den Alpen auf der Coburger Hütte, am Sonntag in der Allianz Arena, am Montag morgen in München, mittags in Rom und am Abend in Montreal. Freitag bin ich dann ins Chalet am Rivière Rouge gefahren und am Samstag war Fußballabend in Montreal. Die Famileinfete am Sonntag ist - krankheitsbedingt - ausgefallen und stattdessen habe ich heute morgen Cousins und Cousinen mit auf den Mont Royale genommen und eine Erkundung unternommen.
Paula meinte letzte Woche mal, sie wäre "noch nie geflogen". Sie ist ja immerhin schon 10 Jahre alt. Ich habe dann mal nachgedacht und dann ist mir eingefallen, wann ich das erste mal geflogen bin: mit 28 Jahren. Nach Glasgow. Mit der Band. Paula ist 10 und ich schätze mal, daß sie in den nächsten drei bis vier Jahren ganz sicher irgendwohin fliegen wird. Unsere Eltern sind im Leben kein einziges mal geflogen. Eine Busreise war das höchste - und ich glaube sie haben nichts vermißt.
Entschleunigen also. Das Motto der nächsten Tage, Wochen und Monate. Soweit es eben geht.
Was Montreal anbelangt: keine Demos mehr, totale Ruhe. Die Regierung hat alles einfach ausgesessen und auf den Sommer gewartet. In drei Wochen gibts Neuwahlen und dann sehen wir mal weiter. Von wegen Revolution usw. - das war wohl eine Fehleinschätzung meinerseits .....
Mittwoch, 15. August 2012
kurzer Rückblick
Wir sind wieder heil in Montreal angekommen. Der Flug war etwas lang, da über Rom. Da habe ich auch das erste mal erlebt, daß man die Passagiere im Flugzeug zählen muß um zu wissen wieviele eigentlich in der Maschine sitzen. Mal was neues. Der Unterschied zwischen der totalen Organisation und dem Hightech in München und der relaxten aber chaotischen römischen Abfertigung in Italien war krass.
4 Wochen Oberfranken haben - mir jedenfalls - sehr gut getan. Aber der Family hat es auch ausgezeichnet gefallen. Mit München bzw. Dachau angefangen, über Neumarkt hochgearbeitet und am Reisighof abgeschlossen.
Die Hochzeiten waren klasse und sowohl die Plassenburg als auch Wiesenthau boten stilvolles Ambiente.
Der Émile "Gedächtnisplatz".
Die Wanderung auf die Coburger Hütte und das Match in der Allianz Arena dann der krönende Abschluß. Ich hab mich so daran gewöhnt, ich könnte jetzt einfach dort bleiben .....
Nun gut, es hat alles wunderbar geklappt, dank Elisabeths Organisationsgabe u.a. und wir freuen uns schon aufs nächste mal.
Das Betonieren war allerdings schon hart - alter Schwede .....
Allerdings kriegt man dann - als Ausgleich gewissermaßen - solche Abendstimmungen .... grandios und unbezahlbar .............
4 Wochen Oberfranken haben - mir jedenfalls - sehr gut getan. Aber der Family hat es auch ausgezeichnet gefallen. Mit München bzw. Dachau angefangen, über Neumarkt hochgearbeitet und am Reisighof abgeschlossen.
Die Hochzeiten waren klasse und sowohl die Plassenburg als auch Wiesenthau boten stilvolles Ambiente.
Der Émile "Gedächtnisplatz".
Die Wanderung auf die Coburger Hütte und das Match in der Allianz Arena dann der krönende Abschluß. Ich hab mich so daran gewöhnt, ich könnte jetzt einfach dort bleiben .....
Nun gut, es hat alles wunderbar geklappt, dank Elisabeths Organisationsgabe u.a. und wir freuen uns schon aufs nächste mal.
Das Betonieren war allerdings schon hart - alter Schwede .....
Allerdings kriegt man dann - als Ausgleich gewissermaßen - solche Abendstimmungen .... grandios und unbezahlbar .............
Sonntag, 29. Juli 2012
Traumochzeiten ohne Ende
Eine Traumhochzeit nach der anderen, Grillparties ohne Ende und fränkische Lebensweise. Einzig die Internetverbindung ist grausam langsam .........
Jetzt geht noch das Bierfest los. Ansonsten wird der Hund ausgeführt oder mit dem Pony geritten.
Ich könnte es noch eine Weile aushalten ...................
Jetzt geht noch das Bierfest los. Ansonsten wird der Hund ausgeführt oder mit dem Pony geritten.
Ich könnte es noch eine Weile aushalten ...................
Mittwoch, 11. Juli 2012
Sommer in Deutschland
Well,
der Flug war entspannt, das B&B in Dachau wie immer genial (Schwesterchen, u.a.) und morgen gehts auf nach Oberfranken. Wettermäßig hätten wir allerdings in Montreal bleiben sollen, denn permanent 30 Grad mit Sonne gibts dieses Jahr in Deutschland scheinbar nicht. Macht aber nix.
Lets start the party. Kulmbach, wir kommen.
der Flug war entspannt, das B&B in Dachau wie immer genial (Schwesterchen, u.a.) und morgen gehts auf nach Oberfranken. Wettermäßig hätten wir allerdings in Montreal bleiben sollen, denn permanent 30 Grad mit Sonne gibts dieses Jahr in Deutschland scheinbar nicht. Macht aber nix.
Lets start the party. Kulmbach, wir kommen.
Samstag, 7. Juli 2012
Polizeistaat Quebec
mit dem Typen hat der Emile schon jongliert - ein klasse Strassenkünstler welcher seit Jahren am selben Platz arbeitet. Gestern hatte er keine Genehmigung dabei .... das Resultat ist erschreckend. Nicht das erste mal, daß ich in Québec extrem aggressive Staatsgewalt beobachte und auch bereits am eigenen Leib erleben "durfte". Erschreckend. Schlecht ausgebildete Beamte, vollkommen überzogenes Verhalten. Passiert auch häufig mit Pfefferspray oder, noch schlimmer und vor allem sehr gefährlich, mit dem sogenannten Taser (Elektroschockpistole).
Dienstag, 3. Juli 2012
Post Euro
Was soll ich jetzt eigentlich machen?? Kein Fußball mehr?? Wahnsinn. Aber nach dem Spiel ist ja bekanntlich vor dem Spiel.
Jedenfalls sind bin ich zusammen mit Emile am Freitag ins Chalet gefahren. Geilstes Wetter, bißchen Kanufahren bei Sonnenuntergang, bißchen baden, etc. . Am Samstag waren wir dann am Riviere Rouge. Immer wieder unglaublich - kilometerlange Sandbänke in einer kanadischen Urlandschaft ohne Menschen.
Am Sonntag sind wir dann zum einzigen Ort mit Satellitenempfang gefahren: dem "italienischen Depanneur". Chez Roberto (INTER MILAN). Alles in italienischen Farben, Roberto, der mindestens mitte Siebzig ist, mit Italo Farben, etc. . Wenige Gäste wie immer. Bemerkungen der Außenstehenden wie z.B.: "wieviele Halbzeiten gibt es eigentlich?". Geil. Zwei kamen rein und fragten: "wer spielt?". Hammerhart. Eurofinale. Wer spielt??? Ich brech zusammen ........
Andererseits: "can you stop at the Moserhof"?? Alles ist möglich.
Na ja, nach ca. 40 Minuten hat Roberto die Flasche Ramazotti rausgeholt um seinen Frust zu ersäufen und in der zweiten Halbzeit ist er dann - Glück für ihn - eingeschlafen.
Seit zwei Wochen sehe ich auch das die Euro immerhin auf Seite 4 des Sportteils der hiesigen Presse erscheint. Seite eins ist Hockey. Seite zwei alles mögliche über die Canadiens und irgendwelche lokalen Hockeyligen. Seite drei ist Vermischtes (sagen wir mal Curling, Golf und Baseball) und auf Seite vier kommt irgendein obskurer Kommentar über die Euro. Ich finde es ja mittlerweile fast ganz lustig, daß sich das hier so relativiert. Mit anderen Worten, es wird schon irgendwie zur Kenntnis genommen das da irgendwo in Osteuropa irgendjemand gegen einen Ball tritt. Aber: wenn der Canadiens Torwart seinen Vertrag verlängert oder auch nur Schnupfen hat, kriegt er die ersten zwei Seiten - danach kommt Football und Baseball und dann kommt das Finale der Euro zu Wort. Der Rest der ganzen Aufregung ist nur den verrückten Immigranten zuzuschreiben.
Jedenfalls sind bin ich zusammen mit Emile am Freitag ins Chalet gefahren. Geilstes Wetter, bißchen Kanufahren bei Sonnenuntergang, bißchen baden, etc. . Am Samstag waren wir dann am Riviere Rouge. Immer wieder unglaublich - kilometerlange Sandbänke in einer kanadischen Urlandschaft ohne Menschen.
Am Sonntag sind wir dann zum einzigen Ort mit Satellitenempfang gefahren: dem "italienischen Depanneur". Chez Roberto (INTER MILAN). Alles in italienischen Farben, Roberto, der mindestens mitte Siebzig ist, mit Italo Farben, etc. . Wenige Gäste wie immer. Bemerkungen der Außenstehenden wie z.B.: "wieviele Halbzeiten gibt es eigentlich?". Geil. Zwei kamen rein und fragten: "wer spielt?". Hammerhart. Eurofinale. Wer spielt??? Ich brech zusammen ........
Andererseits: "can you stop at the Moserhof"?? Alles ist möglich.
Na ja, nach ca. 40 Minuten hat Roberto die Flasche Ramazotti rausgeholt um seinen Frust zu ersäufen und in der zweiten Halbzeit ist er dann - Glück für ihn - eingeschlafen.
Seit zwei Wochen sehe ich auch das die Euro immerhin auf Seite 4 des Sportteils der hiesigen Presse erscheint. Seite eins ist Hockey. Seite zwei alles mögliche über die Canadiens und irgendwelche lokalen Hockeyligen. Seite drei ist Vermischtes (sagen wir mal Curling, Golf und Baseball) und auf Seite vier kommt irgendein obskurer Kommentar über die Euro. Ich finde es ja mittlerweile fast ganz lustig, daß sich das hier so relativiert. Mit anderen Worten, es wird schon irgendwie zur Kenntnis genommen das da irgendwo in Osteuropa irgendjemand gegen einen Ball tritt. Aber: wenn der Canadiens Torwart seinen Vertrag verlängert oder auch nur Schnupfen hat, kriegt er die ersten zwei Seiten - danach kommt Football und Baseball und dann kommt das Finale der Euro zu Wort. Der Rest der ganzen Aufregung ist nur den verrückten Immigranten zuzuschreiben.
Dienstag, 26. Juni 2012
magisch
Der Ort hat halt schon was magisches an sich ..........
total unterschiedliche Stimmungen je nach Licht, Tages- oder Jahreszeit, Luftfeuchtigkeit, etc. Bei manchen Photos denke ich unwillkürlich an "Photoshop" weil das Grün der Wiesen so satt ist und dann widerum das Blau des Fichtelgebirges im Hintergrund einen Kontrast setzt ......
total unterschiedliche Stimmungen je nach Licht, Tages- oder Jahreszeit, Luftfeuchtigkeit, etc. Bei manchen Photos denke ich unwillkürlich an "Photoshop" weil das Grün der Wiesen so satt ist und dann widerum das Blau des Fichtelgebirges im Hintergrund einen Kontrast setzt ......
Mittwoch, 20. Juni 2012
Kinnersch, wie die Zeit vergeht ........
vor zwei Wochen Grand Prix gefolgt von unserem tradtionellen Strassenfest, hinten in der Ruelle. Bombenwetter, ca. 30 Grad, wolkenloser Himmel.
Eine Batterie von BBQ`s aufgebaut, eine Reihe von Tischen in die Strasse gestellt und die Fete kann beginnen.
Es ging - angeblich - bis zwei Uhr morgens. Ich habe ein wenig früher abgebrochen ......
Schliesslich war ja auch noch ein wichtiges Fussballspiel angesagt am Sonntag, inklusive Grillen usw. - und am Freitag war auch schon Fete. Nicht zum aushalten ....
Dieses WE (Freitag) ist Lilis Geburtstag und am Freitag Abend kommen ein paar von ihren Freundinnen und am Samstag dann noch die bucklige Verwandschaft aus Québec. Das gibt auch wieder einen Riesenaufzug. Na denn ....
Allerdings muß ich auch noch das Spiel gegen Griechenland irgendwo angucken. Sicherheitshalber habe ich mir am Freitag freigegeben - bin ja der Boss, angeblich. Dann müßte man eigentlich auch noch Motorrad fahren und ein wenig an den See gehen. Die Temperaturen sind nämlich gerade mal wieder Wahnsinn. Im Moment sitze ich bei 33 Grad auf dem Dach - es ist allerdings 21 Uhr 15 Abends. Hat somit `mächtig` abgekühlt. Heute Nachmittag hatte es so 38 Grad und mit Luftfeuchtigkeit gefühlte 41 oder so. Boah ey .....
Morgen siehts nicht besser aus. Nächtliche Tiefsttemperatur für heute Nacht ist 23 Grad. Tja, somit am übernächsten WE nochmal ans Chalet und dann gilt es Koffer packen und am 9. Juli gehts ab nach Dorval und von da ab nach München. Ins Hotel Wagner - Pfersdorf in Dachau. Prima Vollpension in Süddeutschland. Kann ich nur empfehlen ........ manchmal ist Gartenarbeit angesagt aber eigentlich eher selten.
Nochmal zurück nach Montreal: die `Fetes de casseroles`, also die Demonstrationen an jeder Strassenecke mit Perkussion auf mitgebrachten Küchenutensilien, laufen so langsam aus. Von wegen Revolution und so - eher Resignation. Es herrscht so eine `kohlsche Aussitzpolitik`. So ähnlich wie Guttenberg, Fukishima oder Griechenland - irgendwann kann man es nicht mehr hören und es geht dir am Arsch vorbei. Im Herbst gibts Neuwahlen und dann werden die Karten neu gemischt - oder auch nicht. Jedenfalls scheinen die Studis jetzt auch erstmal in die Sommerpause zu gehen bevor die neue Demo Saison 2012 - 2013 beginnt. Eventuell das eine oder ander Freundschaftspiel bevor es ins Trainingslager geht um für den Saisonauftakt im Herbst fit zu sein.
Wie ich, dank Kaddel, gesehen habe, habt ihr ja Reinis und Lieses Geburtstag ausgiebig und zünftig gefeiert. In diesem Sinne, in spätestens drei Wochen dann .....
Eine Batterie von BBQ`s aufgebaut, eine Reihe von Tischen in die Strasse gestellt und die Fete kann beginnen.
Es ging - angeblich - bis zwei Uhr morgens. Ich habe ein wenig früher abgebrochen ......
Schliesslich war ja auch noch ein wichtiges Fussballspiel angesagt am Sonntag, inklusive Grillen usw. - und am Freitag war auch schon Fete. Nicht zum aushalten ....
Dieses WE (Freitag) ist Lilis Geburtstag und am Freitag Abend kommen ein paar von ihren Freundinnen und am Samstag dann noch die bucklige Verwandschaft aus Québec. Das gibt auch wieder einen Riesenaufzug. Na denn ....
Allerdings muß ich auch noch das Spiel gegen Griechenland irgendwo angucken. Sicherheitshalber habe ich mir am Freitag freigegeben - bin ja der Boss, angeblich. Dann müßte man eigentlich auch noch Motorrad fahren und ein wenig an den See gehen. Die Temperaturen sind nämlich gerade mal wieder Wahnsinn. Im Moment sitze ich bei 33 Grad auf dem Dach - es ist allerdings 21 Uhr 15 Abends. Hat somit `mächtig` abgekühlt. Heute Nachmittag hatte es so 38 Grad und mit Luftfeuchtigkeit gefühlte 41 oder so. Boah ey .....
Morgen siehts nicht besser aus. Nächtliche Tiefsttemperatur für heute Nacht ist 23 Grad. Tja, somit am übernächsten WE nochmal ans Chalet und dann gilt es Koffer packen und am 9. Juli gehts ab nach Dorval und von da ab nach München. Ins Hotel Wagner - Pfersdorf in Dachau. Prima Vollpension in Süddeutschland. Kann ich nur empfehlen ........ manchmal ist Gartenarbeit angesagt aber eigentlich eher selten.
Nochmal zurück nach Montreal: die `Fetes de casseroles`, also die Demonstrationen an jeder Strassenecke mit Perkussion auf mitgebrachten Küchenutensilien, laufen so langsam aus. Von wegen Revolution und so - eher Resignation. Es herrscht so eine `kohlsche Aussitzpolitik`. So ähnlich wie Guttenberg, Fukishima oder Griechenland - irgendwann kann man es nicht mehr hören und es geht dir am Arsch vorbei. Im Herbst gibts Neuwahlen und dann werden die Karten neu gemischt - oder auch nicht. Jedenfalls scheinen die Studis jetzt auch erstmal in die Sommerpause zu gehen bevor die neue Demo Saison 2012 - 2013 beginnt. Eventuell das eine oder ander Freundschaftspiel bevor es ins Trainingslager geht um für den Saisonauftakt im Herbst fit zu sein.
Wie ich, dank Kaddel, gesehen habe, habt ihr ja Reinis und Lieses Geburtstag ausgiebig und zünftig gefeiert. In diesem Sinne, in spätestens drei Wochen dann .....
Mittwoch, 13. Juni 2012
Möchte noch jemand ein Chalet kaufen????
Für knapp 5 Millionen kanadische Dollar kann man das Anwesen von Jacques Villeneuve, ehemaliger Formel 1 Pilot und quebecer "local hero", kaufen.
http://passerelle.centris.ca/Redirect2.aspx?CodeDest=SOTHEBYS&NoMls=MT8700271&Source=WWW.REALTOR.CA&Langue=E
Ich fands nur witzig, weil das Anwesen nur ca. 10 km Luftlinie von unserer Hütte entfert liegt. Braucht er Kohle oder mag er keine Fliegen???
http://passerelle.centris.ca/Redirect2.aspx?CodeDest=SOTHEBYS&NoMls=MT8700271&Source=WWW.REALTOR.CA&Langue=E
Ich fands nur witzig, weil das Anwesen nur ca. 10 km Luftlinie von unserer Hütte entfert liegt. Braucht er Kohle oder mag er keine Fliegen???
Dienstag, 12. Juni 2012
Feuer
So sehen die Überbleibsel eines ehemaligen Chalets aus - nach dem Brand. Gott sei Dank nicht unseres ......
Letzte Woche war ein Hammersturm mit Blitz und Donner. Höchstwahrscheinlich war Blitzschlag auch die Brandursache.
Erstaunlich, wie wenig von so einem Haus übrigbleibt.
Ich war gestern mal einen Tag oben am See (bei 35 Grad Wärme) um zu überprüfen ob alles okay ist.
Letzte Woche war ein Hammersturm mit Blitz und Donner. Höchstwahrscheinlich war Blitzschlag auch die Brandursache.
Erstaunlich, wie wenig von so einem Haus übrigbleibt.
Ich war gestern mal einen Tag oben am See (bei 35 Grad Wärme) um zu überprüfen ob alles okay ist.
Freitag, 8. Juni 2012
Artikel in Spiegel Online
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/kanada-wie-eine-deutsche-doktorandin-die-studentenproteste-erlebt-a-837014.html#ref=nldt
Eine Stadt sieht rot. Wenn ihr mal unten im Kommentarfeld des Spiegelartikels guckt, werdet ihr sehen wie widersprüchlich auch da die Meinungen sind.
Ich denke auch eher, daß den sogenannten "casserole" demos, also, den Demos der "normalen Bürger", so langsam die Luft ausgeht. Irgendwann wirds halt auch langweilig. Am Anfang war es sehr lustig und ne richtige Nachbarschaftsparty aber nach drei Wochen???? Mach mer halt was andres, gell??
Einer hat vorgeschlagen jeden Abend mit Fackeln und Kerzen auf den Mont Royal zu ziehen - bein einbrechender Dunkelheit. Das war ein Cineast und er versteht ganz bestimmt was von Inszenierung.
Meinen lokalen Abgeordneten haben sie vorgestern verhaftet - spontane aber illegale Teilnahme an einer nichtangemeldeten Demo. Seine Tochter wurde heute morgen um 6 Uhr verhaftet und es wurde in allen Medien verbreitet. Mit Handfesseln öffentlich abgeführt - beide. Muß so ein schwachsinnig martialisches Prozedere an den Tag gelegt werden?? Der gute alte öffentliche Pranger???? Ja sind wir denn im Mittelalter??? Okay, Kanada ist immer, zeitgeschichtlich, gesellschaftlich und vor allem technologisch ca. 15 Jahre hinter der europäischen Avantgarde und dem Zeitgeist zurück (behaupte ich mal, Umwelttechnologie, Architektur, Urbanistik, etc.). Aber sowas?? Sinnlos.
Jede Menge Demonstranten und Studis gehen mittlerweile entweder für eine Nacht in den Knast oder aber werden erkennungsdienstlich behandelt und müssen dann ca. 650 $ Strafe zahlen.
Die Sprecher der Polizeibehörden sagen, sie gingen lediglich "Straftaten" nach und dies ohne Ansicht der Person. Na dann.
Gestern Abend gabs wieder heftige und scheinbar einigermaßen violente Auseinandersetzungen in der Innenstadt. Ich frage mich so langsam, warum man nicht einfach mal die Emotionen rausnimmt aus dem Ganzen, dann ein Moratoire verhängt um sich dann anschließend ein Jahr Zeit zu geben das Ganze sinnvoll und einigermaßen effektiv zu lösen.
Eine Stadt sieht rot. Wenn ihr mal unten im Kommentarfeld des Spiegelartikels guckt, werdet ihr sehen wie widersprüchlich auch da die Meinungen sind.
Ich denke auch eher, daß den sogenannten "casserole" demos, also, den Demos der "normalen Bürger", so langsam die Luft ausgeht. Irgendwann wirds halt auch langweilig. Am Anfang war es sehr lustig und ne richtige Nachbarschaftsparty aber nach drei Wochen???? Mach mer halt was andres, gell??
Einer hat vorgeschlagen jeden Abend mit Fackeln und Kerzen auf den Mont Royal zu ziehen - bein einbrechender Dunkelheit. Das war ein Cineast und er versteht ganz bestimmt was von Inszenierung.
Meinen lokalen Abgeordneten haben sie vorgestern verhaftet - spontane aber illegale Teilnahme an einer nichtangemeldeten Demo. Seine Tochter wurde heute morgen um 6 Uhr verhaftet und es wurde in allen Medien verbreitet. Mit Handfesseln öffentlich abgeführt - beide. Muß so ein schwachsinnig martialisches Prozedere an den Tag gelegt werden?? Der gute alte öffentliche Pranger???? Ja sind wir denn im Mittelalter??? Okay, Kanada ist immer, zeitgeschichtlich, gesellschaftlich und vor allem technologisch ca. 15 Jahre hinter der europäischen Avantgarde und dem Zeitgeist zurück (behaupte ich mal, Umwelttechnologie, Architektur, Urbanistik, etc.). Aber sowas?? Sinnlos.
Jede Menge Demonstranten und Studis gehen mittlerweile entweder für eine Nacht in den Knast oder aber werden erkennungsdienstlich behandelt und müssen dann ca. 650 $ Strafe zahlen.
Die Sprecher der Polizeibehörden sagen, sie gingen lediglich "Straftaten" nach und dies ohne Ansicht der Person. Na dann.
Gestern Abend gabs wieder heftige und scheinbar einigermaßen violente Auseinandersetzungen in der Innenstadt. Ich frage mich so langsam, warum man nicht einfach mal die Emotionen rausnimmt aus dem Ganzen, dann ein Moratoire verhängt um sich dann anschließend ein Jahr Zeit zu geben das Ganze sinnvoll und einigermaßen effektiv zu lösen.
Dienstag, 5. Juni 2012
Dienstag abend
Die Venus haben wir wohl so ziemlich verpaßt. Schade. Ich hatte ca. 30 Sekunden direkte Sicht auf die Sonne und es gab noch Wolkenfetzen.
Bruce, unser Nachbar, hatte sein wahnsinns Teleskop am Start und die Kids waren mit Schutzbrillen ausgestattet aber wie gesagt, bewölkt ..........
Immerhin
Am kommenden WE Formel 1 - d.h. Sophies Rasselbande (Bruder, Cousin, plus Freunde) kommt an und von Freitag bis Sonntag ist Grand Prix angesagt. Ich entziehe mich dem Ganzen ja schon seit Jahren (sexistisch, umweltzerstörend und kapitalistisch - laut hiesiger Studi Protestbewegung - höchst wahrscheinlich zutreffend ..................).
Am Samstag dann endlich etwas sinnvolles, nämlich die Euro. Deutschland gegen Portugal. Da fällt mir noch folgendes ein: als wir vor zwei Wochen das Champions League Finale sehen wollten (wir ist gleich Emile und ich selbst), da hat uns der Manager der Kneipe am Eingang aufgehalten und darauf hingewiesen, daß Jugendliche nicht in öffentliche Gaststätten dürften (Alkoholausschank, etc.). Ich habe ihn dann darauf hingewiesen, daß wir aus Deutschland kommen und sowas für uns nicht gelten würde. Nach einer kurzen Diskussion meinte er dann: "ok, geht rein, falls die Bullen kommen, versteckt ihn (Emile) unter dem Tisch".
Bruce, unser Nachbar, hatte sein wahnsinns Teleskop am Start und die Kids waren mit Schutzbrillen ausgestattet aber wie gesagt, bewölkt ..........
Immerhin
Am kommenden WE Formel 1 - d.h. Sophies Rasselbande (Bruder, Cousin, plus Freunde) kommt an und von Freitag bis Sonntag ist Grand Prix angesagt. Ich entziehe mich dem Ganzen ja schon seit Jahren (sexistisch, umweltzerstörend und kapitalistisch - laut hiesiger Studi Protestbewegung - höchst wahrscheinlich zutreffend ..................).
Am Samstag dann endlich etwas sinnvolles, nämlich die Euro. Deutschland gegen Portugal. Da fällt mir noch folgendes ein: als wir vor zwei Wochen das Champions League Finale sehen wollten (wir ist gleich Emile und ich selbst), da hat uns der Manager der Kneipe am Eingang aufgehalten und darauf hingewiesen, daß Jugendliche nicht in öffentliche Gaststätten dürften (Alkoholausschank, etc.). Ich habe ihn dann darauf hingewiesen, daß wir aus Deutschland kommen und sowas für uns nicht gelten würde. Nach einer kurzen Diskussion meinte er dann: "ok, geht rein, falls die Bullen kommen, versteckt ihn (Emile) unter dem Tisch".
Montag, 4. Juni 2012
Deutschland v. Portugal am Samstag
Deutschland gegen Portugal bei und mit unseren portugiesischen Kumpels. Hoffentlich gibts ein Unentschieden.
Allerdings gibts auch Harm, der ist Holländer. Irgendjemanden müssen wir halt schlagen. Dänen kenne ich nur einen und der ist grad nicht da.
Emile meinte heute morgen nur, da würde er aber sein Schweinsteiger Trikot lieber nicht tragen weil der die Portugiesen schon zweimal "fertig" gemacht hat. So isser halt, ein lieber Kerl der Emile.
Allerdings gibts auch Harm, der ist Holländer. Irgendjemanden müssen wir halt schlagen. Dänen kenne ich nur einen und der ist grad nicht da.
Emile meinte heute morgen nur, da würde er aber sein Schweinsteiger Trikot lieber nicht tragen weil der die Portugiesen schon zweimal "fertig" gemacht hat. So isser halt, ein lieber Kerl der Emile.
Sonntag, 3. Juni 2012
Der Zerstückeler oder: man gewöhnt sich an alles
Der Typ hat also einen Einwanderer chinesischen Ursprungs mittels eines Pickels getötet und dann diverse Sachen unternommen wo wir alle besser nichts davon wissen wollen. Definitiv nicht.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/fahndung-nach-pornodarsteller-zerstueckler-soll-sich-in-paris-aufhalten-1.1373501
Das Problem ist, daß ich höchstwahrscheinlich an dem Müll mit dem darin liegenden Körper vorbeigefahren bin. Es liegt ja immer Müll rum in Montreal und teilweise Berge von Müll. Ich fahre auf dem Nachhauseweg vom Büro eigentlich nur zwei Routen und - ganz, ganz selten - eine dritte Alternativroute. Die eine ist über die Autobahn 720 und die andere ist über Cote-St.-Catherine. Sozusagen "Landstrasse". Das entscheide ich so je nach Uhrzeit, wegen Verkehr, hab ichs eilig oder nicht, etc.
Aber letzte Woche bin ich meistens Cote-St. Catherine gefahren weil der "Schweinstunnel" wegen Überschwemung gesperrt war. Und da kann es durchaus sein, daß ich an dem Müllberg mit dem Torso drin, vobeigefahren bin.
Wie dem auch sei. Was mir dieser Tage aber öfter mal durch den Kopf ging, ist die Tatsache, daß hier soviele "verlorene Seelen" rumlaufen.
Z.B. sah ich jahrelang einen Typen, welcher an JEDEM ARBEITSTAG, morgens mit der U-Bahn nach NDG fuhr, dem Stadtteil in welchen ich arbeite. Ich komme da ja jeden Morgen an und treffe oft dieselben Leute wlelche dann den Bus nehmen usw. Jedenfalls kam er immer morgens zur selben Zeit an, nahm den Bus und hatte immer einen schwarzen Koffer dabei. Er fuhr dann zwei Stationen mit dem Bus, stieg aus und fütterte den Rest des Tages Tauben im Park. JEDEN TAG. Im Koffer war das Futter. Das ging jahrelang. Vor ca. 5 Jahren muß er dann wohl gestorben sein, denn seitdem ist er nicht mehr da. Der stand da geschlagene 8 Stunden und fütterte die Tauben ....................... das war sein Job. Abends fuhr er wieder mit BUS und Metro nach Hause. Jeden Wochentag.
Mittlerweile kenne ich auch einige der "Bettler", je nachdem welche Kreuzung, welcher Stadtteil usw.. Z..B. gibts den "echt netten Typ" unten auf Laurier und Rachele - ca. 10 Minuten von Uns entfernt. Der steht da JEDEN TAG zwischen 17 und 20 Uhr und macht "seinen Job". Ein Strassenmusiker in der Metro hingegen, "verdient" ca. 4 $ pro Stunde. 40 $ am Tag x 5 Tage= 200 $ pro Woche. Nicht allzuviel also. Leben kann man davon wohl definitiv nicht.
Unter auf Mont Royal vor dem Weinladen steht seit Jahren der selbe "Obachlose". Zwei Strassen weiter der 'Typ mit den "Maoritattoos". Der Bursche lebt seit Jahren hier auf der Strasse - so scheint es. Allerdings habe ich ihn auch schon abends in der Kneipe gesehen und da war er ganz normal. In diesem Fall scheint mir das eher ein gelungenes "Geschäftsmodell" zu sein.
Dann der Typ der hinten an meinem Büro runtergesprungen ist und Suizid begangen hat. Hab ich weitestgehend verdrängt und verarbeitet aber an das "Aufprallgeräusch" eines menschlichen Körpers auf Asphalt werde ich mich für den Rest meines Lebens erinnern.
Alter Schwede.
Mir ging das die letzten Tage im Kopf rum weil ich aufgrund meiner Arbeit, soviele Menschen mit Schizophrenie, Depression und ähnlichen Symptomen kennenlerne. Stimmen im Kopf, Verfolgungswahn, Phobien, abstruse Theorien, Wahnsinn halt. Das Ganze in sehr unterschiedlichen Abstufungen.
Und das ganze scheint sich in Einrichtungen, wie den unseren, stark zu manifestieren da wir öffentlich sind, einfach zugänglich, etc.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/fahndung-nach-pornodarsteller-zerstueckler-soll-sich-in-paris-aufhalten-1.1373501
Das Problem ist, daß ich höchstwahrscheinlich an dem Müll mit dem darin liegenden Körper vorbeigefahren bin. Es liegt ja immer Müll rum in Montreal und teilweise Berge von Müll. Ich fahre auf dem Nachhauseweg vom Büro eigentlich nur zwei Routen und - ganz, ganz selten - eine dritte Alternativroute. Die eine ist über die Autobahn 720 und die andere ist über Cote-St.-Catherine. Sozusagen "Landstrasse". Das entscheide ich so je nach Uhrzeit, wegen Verkehr, hab ichs eilig oder nicht, etc.
Aber letzte Woche bin ich meistens Cote-St. Catherine gefahren weil der "Schweinstunnel" wegen Überschwemung gesperrt war. Und da kann es durchaus sein, daß ich an dem Müllberg mit dem Torso drin, vobeigefahren bin.
Wie dem auch sei. Was mir dieser Tage aber öfter mal durch den Kopf ging, ist die Tatsache, daß hier soviele "verlorene Seelen" rumlaufen.
Z.B. sah ich jahrelang einen Typen, welcher an JEDEM ARBEITSTAG, morgens mit der U-Bahn nach NDG fuhr, dem Stadtteil in welchen ich arbeite. Ich komme da ja jeden Morgen an und treffe oft dieselben Leute wlelche dann den Bus nehmen usw. Jedenfalls kam er immer morgens zur selben Zeit an, nahm den Bus und hatte immer einen schwarzen Koffer dabei. Er fuhr dann zwei Stationen mit dem Bus, stieg aus und fütterte den Rest des Tages Tauben im Park. JEDEN TAG. Im Koffer war das Futter. Das ging jahrelang. Vor ca. 5 Jahren muß er dann wohl gestorben sein, denn seitdem ist er nicht mehr da. Der stand da geschlagene 8 Stunden und fütterte die Tauben ....................... das war sein Job. Abends fuhr er wieder mit BUS und Metro nach Hause. Jeden Wochentag.
Mittlerweile kenne ich auch einige der "Bettler", je nachdem welche Kreuzung, welcher Stadtteil usw.. Z..B. gibts den "echt netten Typ" unten auf Laurier und Rachele - ca. 10 Minuten von Uns entfernt. Der steht da JEDEN TAG zwischen 17 und 20 Uhr und macht "seinen Job". Ein Strassenmusiker in der Metro hingegen, "verdient" ca. 4 $ pro Stunde. 40 $ am Tag x 5 Tage= 200 $ pro Woche. Nicht allzuviel also. Leben kann man davon wohl definitiv nicht.
Unter auf Mont Royal vor dem Weinladen steht seit Jahren der selbe "Obachlose". Zwei Strassen weiter der 'Typ mit den "Maoritattoos". Der Bursche lebt seit Jahren hier auf der Strasse - so scheint es. Allerdings habe ich ihn auch schon abends in der Kneipe gesehen und da war er ganz normal. In diesem Fall scheint mir das eher ein gelungenes "Geschäftsmodell" zu sein.
Dann der Typ der hinten an meinem Büro runtergesprungen ist und Suizid begangen hat. Hab ich weitestgehend verdrängt und verarbeitet aber an das "Aufprallgeräusch" eines menschlichen Körpers auf Asphalt werde ich mich für den Rest meines Lebens erinnern.
Alter Schwede.
Mir ging das die letzten Tage im Kopf rum weil ich aufgrund meiner Arbeit, soviele Menschen mit Schizophrenie, Depression und ähnlichen Symptomen kennenlerne. Stimmen im Kopf, Verfolgungswahn, Phobien, abstruse Theorien, Wahnsinn halt. Das Ganze in sehr unterschiedlichen Abstufungen.
Und das ganze scheint sich in Einrichtungen, wie den unseren, stark zu manifestieren da wir öffentlich sind, einfach zugänglich, etc.
Freitag, 1. Juni 2012
Alles ist relativ
Also,
eine grobe Zusammenfassung dieser Woche:
erstmal viel, ganz viel Wasser. Es gab einen hammer Sturm und wir mussten sogar unseren "Laden" einen Tag lang schließen da alles geflutet war.
Erheblicher Schaden und jede Menge Stress. Aber dafür zahlt man ja auch seine Versicherung ....
Dann hatte ich gestern - trotz der Sintflut - meine Jahreshauptversammlung. Alles cool, alles okay.
Dann zur politischen Situation: die Demos gehen weiter, die Bevölkerung und die öffentliche Meinung ist zweigeteilt und am nächsten Wochenende kommt es zur "Entscheidungsschlacht".
Grand Prix versus jugendlicher Power.
eine grobe Zusammenfassung dieser Woche:
erstmal viel, ganz viel Wasser. Es gab einen hammer Sturm und wir mussten sogar unseren "Laden" einen Tag lang schließen da alles geflutet war.
Erheblicher Schaden und jede Menge Stress. Aber dafür zahlt man ja auch seine Versicherung ....
Dann hatte ich gestern - trotz der Sintflut - meine Jahreshauptversammlung. Alles cool, alles okay.
Dann zur politischen Situation: die Demos gehen weiter, die Bevölkerung und die öffentliche Meinung ist zweigeteilt und am nächsten Wochenende kommt es zur "Entscheidungsschlacht".
Grand Prix versus jugendlicher Power.
Samstag, 26. Mai 2012
Revolution Teil 2
Es ist 23 Uhr 25. Seit ca. 45 Minuten "steht" der Hubschrauber (TV nehme ich an) genau über unserem Haus. Ein HÖLLENLÄRM. Der hängt da einfach in der Luft - bewegt sich einfach nicht mehr .....
Ich erlebe das erste mal in meinem Leben eine Revolution. So ist das also. Das VOLK steht auf, erhebt sich, vereint sich, geht auf die Strasse, solidarisiert sich und DEMONSTRIERT. In Massen.
Monstermäßig. Unvorstellbar. Zichtausende von Menschen in Montreal sind auf die Strasse gegangen, (bzw. momentan, halbe Stunde vor Mitternacht immer noch da) um ihren Unmut am herrschenden System auszudrücken. Mit Töpfen und Pfannen. So einfach.
Grossartig. Ich muß sagen, heute bin ich stolz sagen zu können: ich bin ein Montrealer (oder Quebecer).
Ich kann heute ein ganz, ganz kleines bißchen nachvollziehen, was sich damals bei den Montagsdemos in Leipzig abgespielt hat und wie eine Bewegung plötzlich so ein "Momentum" bekommt. Nicht aufzuhalten. Man kriegt ne Gänsehaut. Hoffentlich geht alles gut ......
Ich erlebe das erste mal in meinem Leben eine Revolution. So ist das also. Das VOLK steht auf, erhebt sich, vereint sich, geht auf die Strasse, solidarisiert sich und DEMONSTRIERT. In Massen.
Monstermäßig. Unvorstellbar. Zichtausende von Menschen in Montreal sind auf die Strasse gegangen, (bzw. momentan, halbe Stunde vor Mitternacht immer noch da) um ihren Unmut am herrschenden System auszudrücken. Mit Töpfen und Pfannen. So einfach.
Grossartig. Ich muß sagen, heute bin ich stolz sagen zu können: ich bin ein Montrealer (oder Quebecer).
Ich kann heute ein ganz, ganz kleines bißchen nachvollziehen, was sich damals bei den Montagsdemos in Leipzig abgespielt hat und wie eine Bewegung plötzlich so ein "Momentum" bekommt. Nicht aufzuhalten. Man kriegt ne Gänsehaut. Hoffentlich geht alles gut ......
Freitag, 25. Mai 2012
Völker der Welt, schaut auf diese Stadt ......
SHOW YOUR INDIGNATION FOR CORRUPTION, UNDEMOCRATIC PRACTICES, AND DEBT SLAVERY! BANG YOUR POTS ON THE INTERNET! SPAM THIS EVERYWHERE! #POTSINPROGRESS
Revolution
Gefühlt, ist halb Montreal auf der Strasse. Kinder, Studis, ältere Leute (so wie ich ....) - ein kunterbunter mix und alle haben Spaß. Ausser der Ordnungsmacht und deren Hüter. Aber das sind ja nicht so viele .......
Morgen Abend werden mehrere 100000 Menschen an wirklich jeder Ecke Montreals demonstrieren und friedlich auf die Strasse. gehen.
Jeden Tag schließen sich mehr Menschen dem quebecer Frühling an. Ich frage mich, wielange das die Pfeifen von Politikern noch durchhalten wollen ....... es gibt absolut keine Alternative zum Rücktritt und dem Ausrufen von Neuwahlen. Selbst wenn morgen die Erhöhung der Studiengebühren komplett annuliert würde oder letztere sogar noch reduziert würde, so würden die Menschen doch - davon gehe ich aufgrund der momentanen Stimmungslage aus - einfach weiterprotestieren weil dieser Protest scheinbar über diese eine Problematik hinausgeht. Das extrem ungeschickte Verhalten der Regierung hat zu einem totalen Meinungsumschwung geführt. Vive la révolution!!!
Ich höre im Moment von meinem kleinen Arbeitszimmer aus, wie irgendwo eine große Menge von Demonstranten Slogans skandiert und mit den Kochtöpfen, Pfannen und jedweden Küchenutensilien jede Menge Lärm macht. So wie sich das anhört, und es ist gerade 21 Uhr 38 und es hat die letzten 30 Minuten geregnet wie die Sau, müssen das einige Tausend sein. Das Ding nimmt seinen Lauf. Oder einigermassen frei nach Honi: die Revolution in ihrem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf ..... wo er recht hat, hat er recht ...... hätt er mal drüber nachdenken sollen, damals ...
Morgen Abend werden mehrere 100000 Menschen an wirklich jeder Ecke Montreals demonstrieren und friedlich auf die Strasse. gehen.
Jeden Tag schließen sich mehr Menschen dem quebecer Frühling an. Ich frage mich, wielange das die Pfeifen von Politikern noch durchhalten wollen ....... es gibt absolut keine Alternative zum Rücktritt und dem Ausrufen von Neuwahlen. Selbst wenn morgen die Erhöhung der Studiengebühren komplett annuliert würde oder letztere sogar noch reduziert würde, so würden die Menschen doch - davon gehe ich aufgrund der momentanen Stimmungslage aus - einfach weiterprotestieren weil dieser Protest scheinbar über diese eine Problematik hinausgeht. Das extrem ungeschickte Verhalten der Regierung hat zu einem totalen Meinungsumschwung geführt. Vive la révolution!!!
Ich höre im Moment von meinem kleinen Arbeitszimmer aus, wie irgendwo eine große Menge von Demonstranten Slogans skandiert und mit den Kochtöpfen, Pfannen und jedweden Küchenutensilien jede Menge Lärm macht. So wie sich das anhört, und es ist gerade 21 Uhr 38 und es hat die letzten 30 Minuten geregnet wie die Sau, müssen das einige Tausend sein. Das Ding nimmt seinen Lauf. Oder einigermassen frei nach Honi: die Revolution in ihrem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf ..... wo er recht hat, hat er recht ...... hätt er mal drüber nachdenken sollen, damals ...
Donnerstag, 24. Mai 2012
wie ich schon sagte .....
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studenten-demonstrieren-in-quebec-fuer-demonstrationsfreiheit-a-834691.html#ref=nldt
genau so schauts aus - im Moment kreisen die Hubschrauber ca. 22 Uhr 35. Entweder TV oder Bullen.
In zwei Wochen ist hier Grand Prix (Formel 1) Wochenende. D.h. es kommen jede Menge Touris aus der ganzen Welt, viele Hotels, Restos und Kneipen sind komplett ausgebucht und betrachten diese Tage als ihre umsatzträchtigsten. Ein wichtiges Wochenende. Das Wochenende des Jahres - aus ökonomischer Sicht. Das ist ein top "Hebel" für die Protestbewegung.
Die Formel 1 sei eine "sexistische" und "umweltfeindliche" Veranstaltung und müsse bekämpft werden. Da steckt sicher ein bißchen Wahrheit drin. Man könnte ja auch mit Elektroautos um die Wette fahren. Und die Boxenluder könnten mehr Stoff tragen. Der Sound könnte ja auch vom Band kommen. Band, Blödsinn! Da merkt man wann ich geboren wurde - vom Laptop natürlich. Aus der "Cloud", woher denn sonst.
Die "Obrigkeit" scheints übrigens immer noch nicht so ganz gepeilt zu haben. Ich konnte gestern ein paar Worte mit der "Nummer Zwei" der Stadt Montreals wechseln und da gings eher um Vandalen, Kosten und Niederschlagung. Obwohl der Mann sonst eigentlich ganz helle ist. Vielleicht schätze ich die politische Lage auch gänzlich falsch ein und eventuell ist ja ganz Quebec außerhalb Montreals (und unseres Viertels - Plateau) ganz und gar auf Regierungslinie. Glaub ich aber eigentlich nicht.
genau so schauts aus - im Moment kreisen die Hubschrauber ca. 22 Uhr 35. Entweder TV oder Bullen.
In zwei Wochen ist hier Grand Prix (Formel 1) Wochenende. D.h. es kommen jede Menge Touris aus der ganzen Welt, viele Hotels, Restos und Kneipen sind komplett ausgebucht und betrachten diese Tage als ihre umsatzträchtigsten. Ein wichtiges Wochenende. Das Wochenende des Jahres - aus ökonomischer Sicht. Das ist ein top "Hebel" für die Protestbewegung.
Die Formel 1 sei eine "sexistische" und "umweltfeindliche" Veranstaltung und müsse bekämpft werden. Da steckt sicher ein bißchen Wahrheit drin. Man könnte ja auch mit Elektroautos um die Wette fahren. Und die Boxenluder könnten mehr Stoff tragen. Der Sound könnte ja auch vom Band kommen. Band, Blödsinn! Da merkt man wann ich geboren wurde - vom Laptop natürlich. Aus der "Cloud", woher denn sonst.
Die "Obrigkeit" scheints übrigens immer noch nicht so ganz gepeilt zu haben. Ich konnte gestern ein paar Worte mit der "Nummer Zwei" der Stadt Montreals wechseln und da gings eher um Vandalen, Kosten und Niederschlagung. Obwohl der Mann sonst eigentlich ganz helle ist. Vielleicht schätze ich die politische Lage auch gänzlich falsch ein und eventuell ist ja ganz Quebec außerhalb Montreals (und unseres Viertels - Plateau) ganz und gar auf Regierungslinie. Glaub ich aber eigentlich nicht.
Mittwoch, 23. Mai 2012
22 Uhr 59
Ich bin gerade mal unten auf der Avenue Mont Royale gewesen. Tausende, vielleicht zehntausende von friedlich singenden, tanzenden Menschen. Ohne Ende. Einer der Gesänge ist: "wir sind mehr als 50" (die magische, genehmigunspflichtige Grenze für ne Demo).
Auf eine vollkommen andere Art findet hier der "quebecer Frühling" statt. Die Regierung ist - meines Erachtens - fertig und kann eigentlich jetzt nur noch Neuwahlen ausrufen. Alles Andere ist nicht mehr realistisch.
Sagenhaft. Ich werde meine Teilnahme an unserem nationalen Direktionstreffen nächste Woche absagen und lieber demonstrieren. Geil.
p.s. Kai, was sagst??? Der Mob siegt ...... da bin ich felsenfest davon überzeugt ...
Auf eine vollkommen andere Art findet hier der "quebecer Frühling" statt. Die Regierung ist - meines Erachtens - fertig und kann eigentlich jetzt nur noch Neuwahlen ausrufen. Alles Andere ist nicht mehr realistisch.
Sagenhaft. Ich werde meine Teilnahme an unserem nationalen Direktionstreffen nächste Woche absagen und lieber demonstrieren. Geil.
p.s. Kai, was sagst??? Der Mob siegt ...... da bin ich felsenfest davon überzeugt ...
Studis - jeden Tag wirds härter
Das geht jetzt immer so weiter. Das sogenannte Plateau, also der Stadtteil in welchen wir leben, ist, politisch betrachtet, sowieso total abgefahren. Kreuzbergesk. Ein total unkonventioneller Bürgermeister der offen jede Menge Fehler eingesteht. Ein Abgeordneter des Quebecer Parlaments welcher Schuhe auf politische Gegner wirft, dessen Tochter bei einer der letzten Demonstrationen verhaftet wurde und der bei Lilis und Emils Schulfest mit den Eltern plaudert und fragt ob alles okay ist und wie es so geht und so. Ein klasse Typ, direkt, klar, unverbogen. Eine federale Abgeordnete welche echt keine Sau kennt, welche aber aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Linkspartei, den bis dahin bekanntesten Quebecer Politiker direkt geschlagen hat. Bei der Wahl natürlich. Deswegen ist klar, daß die Stimmungslage hier bei uns in der Gegend eindeutig: auf gehts, protestiert wird. Woanders hingegen können es die Leute gar nicht kapieren was abgeht und sind total entsetzt. Anarchie. La fin du monde. Da mach ich mir doch gleich Eins auf davon .......
Dienstag, 22. Mai 2012
Montréal 2012 - so könnte es 1968 gewesen sein
Scheint, also könnte ich 1968 nochmal in einer Neuinszenierung erleben. Ich kann mich ja noch vage noch an die Anti US Graffitis gegenüber des MGF Gymnasiums erinnern - wegen Vietnam usw. - so um 1972 vielleicht. Damals konnte ich das allerdings noch nicht zuordnen - da fehlte mir logischerweise noch mein politisches Koordinatensystem. Was sich aber momentan in Québec und vor allem in Montreal abspielt, könnte echt eine Neuauflage eines Massenprotestes einer gesamten Generation sein. Somit auch weit mehr als nur ein Protest gegen ein bißchen mehr Kosten eines Studiums. Hier gehts um "systemrelevantes" - so wie 1968. Mein Timing dagegen ist wie immer schlecht - damals zu jung, heute zu alt. Nun denn.
Sagenhaft. Heute ist der einhundertste Tag des "Studentenaufstandes". Vor ein paar Tagen wurde über Nacht ein Gesetz verabschiedet welches unangekündigte Demonstrationen für absolut verboten und illegal erklärt und drakonische Strafen androht. Dieses - sicherlich komplett verfassungsfeindliche und vollkommen idiotische - Gesetz führt dazu, daß sich langsam aber sicher auch die letzten auf die Seite der Studis schlagen.
Heute gab es eine Massendemo in Montreal - sicherlich die Größte seit Beginn des Konfliktes. Mehrere meiner Kollegen mußten ihre Zentren am Nachmittag schließen, da unsere Kollegen und Mitarbeiter geschlossen demonstrieren gingen.
(Bilder von der La Presse webseite) Da mittlerweile jedwede Ansammlung von 50 oder mehr Menschen genehmigt werden muß, gleitet das ganze in eine satirische Veranstaltung ab. Die Polizeistationen werden mit Anrufen, in etwa wie folgt, geflutet: "wir haben eine Versammlung, da und da, und wir sind mehr als 50 Leute usw.". Eine Frau hat angerufen und gesagt, sie wolle nur - sicherheitshalber - die Polizei ordnungsgemäß darüber informieren, daß sie jetzt ihre Wohnung verlassen würde (mit Addresse) und zum Depanneur ginge. Einkaufen.
Jeden Abend gibt es die mittlerweile traditionellen "Nachtdemos" und meistens geht die Polizei - sofern man dieses Wort hier verwenden kann - unglaublich aggressiv vor. Die Bilder welche ich von den staatlichen Ordnungshütern hier sehe erinnern mich in der Tat eher an SA oder SS Truppen, bzw. an die Trooper in Star Wars und ich frage mich wer hier eigentlich welche Rechtsstaatlichkeit überwacht. Wozu diese unglaubliche Aggressivität und Gewalt?? Bürgerkriegsähnliche Szenen spielen sich ab und die Situation spitzt sich immer weiter zu. Wegen ein paar Dollar für Studiengebühren?? Ich bin mir sicher, daß man mittlwerweile mit den ganzen Kosten für den Bulleneinsatz die Hälfte der Quebecer Studis finanzieren könnte.
Die "sonstige" Bevölkerung trifft sich jetzt abends so ziemlich an allen größeren Stassenkreuzungen und veranstaltet spontane "illegale" Versammlungen. Zwischen 20 Uhr und 20 Uhr 30. Dazu wird auf mitgebrachten Küchenutensilien Lärm gemacht. Ich fahr echt ab.
Gerade auf dem Nachahauseweg vom Fußballmatch gab es mehrere davon - sehr witzig und ironisch.
Es lebe der zivile Ungehorsam.
Ach ja, angeglich haben die USA eine "Reisewarnung" für Québec ausgesprochen, d.h. US Bürger werden vor möglichen Risiken aufgrund der "Krise" gewarnt. Die Yankees halt, besorgt und paranoid wie immer. Oiso, poaßts auf Leid, wanns ihr nachede Quebec kommts .......
Sagenhaft. Heute ist der einhundertste Tag des "Studentenaufstandes". Vor ein paar Tagen wurde über Nacht ein Gesetz verabschiedet welches unangekündigte Demonstrationen für absolut verboten und illegal erklärt und drakonische Strafen androht. Dieses - sicherlich komplett verfassungsfeindliche und vollkommen idiotische - Gesetz führt dazu, daß sich langsam aber sicher auch die letzten auf die Seite der Studis schlagen.
Heute gab es eine Massendemo in Montreal - sicherlich die Größte seit Beginn des Konfliktes. Mehrere meiner Kollegen mußten ihre Zentren am Nachmittag schließen, da unsere Kollegen und Mitarbeiter geschlossen demonstrieren gingen.
(Bilder von der La Presse webseite) Da mittlerweile jedwede Ansammlung von 50 oder mehr Menschen genehmigt werden muß, gleitet das ganze in eine satirische Veranstaltung ab. Die Polizeistationen werden mit Anrufen, in etwa wie folgt, geflutet: "wir haben eine Versammlung, da und da, und wir sind mehr als 50 Leute usw.". Eine Frau hat angerufen und gesagt, sie wolle nur - sicherheitshalber - die Polizei ordnungsgemäß darüber informieren, daß sie jetzt ihre Wohnung verlassen würde (mit Addresse) und zum Depanneur ginge. Einkaufen.
Jeden Abend gibt es die mittlerweile traditionellen "Nachtdemos" und meistens geht die Polizei - sofern man dieses Wort hier verwenden kann - unglaublich aggressiv vor. Die Bilder welche ich von den staatlichen Ordnungshütern hier sehe erinnern mich in der Tat eher an SA oder SS Truppen, bzw. an die Trooper in Star Wars und ich frage mich wer hier eigentlich welche Rechtsstaatlichkeit überwacht. Wozu diese unglaubliche Aggressivität und Gewalt?? Bürgerkriegsähnliche Szenen spielen sich ab und die Situation spitzt sich immer weiter zu. Wegen ein paar Dollar für Studiengebühren?? Ich bin mir sicher, daß man mittlwerweile mit den ganzen Kosten für den Bulleneinsatz die Hälfte der Quebecer Studis finanzieren könnte.
Die "sonstige" Bevölkerung trifft sich jetzt abends so ziemlich an allen größeren Stassenkreuzungen und veranstaltet spontane "illegale" Versammlungen. Zwischen 20 Uhr und 20 Uhr 30. Dazu wird auf mitgebrachten Küchenutensilien Lärm gemacht. Ich fahr echt ab.
Gerade auf dem Nachahauseweg vom Fußballmatch gab es mehrere davon - sehr witzig und ironisch.
Es lebe der zivile Ungehorsam.
Ach ja, angeglich haben die USA eine "Reisewarnung" für Québec ausgesprochen, d.h. US Bürger werden vor möglichen Risiken aufgrund der "Krise" gewarnt. Die Yankees halt, besorgt und paranoid wie immer. Oiso, poaßts auf Leid, wanns ihr nachede Quebec kommts .......
Freitag, 18. Mai 2012
Downtown
Auf der einen Seite schöne teure Hochhauslagen - mitten im Stadtzentrum. Direkt gegenüber total abgwrackte uralte Bauten. Lange wird es die nicht mehr geben denke ich.
Donnerstag, 17. Mai 2012
UNO Ernährungsbericht über Kanada
http://www.srfood.org/index.php/en/component/content/article/1-latest-news/2253-canada-national-food-strategy-can-eradicate-hunger-amidst-plenty-un-rights-expert
Nun, 800000 Menschen bzw. Haushalte haben Schwierigkeiten sich adäquat zu ernähren, Jeder vierte Kanadier ist fettleibig (in den USA, gefühlt, jeder Zweite .... und so richtig ....), zwei Drittel der Bevölkerung übergewichtig. Außerdem gibt es im Norden bei den First Nation People große Probleme mit einer ausgewogenen Ernährung.
Jedenfalls kommen jede Woche mehrere hundert Menschen in das sogenannte NDG FOOD DEPOT welches eine Lebensmittelbank ist. Wer nachweisen kann, daß er über kein ausreichendes Einkommen verfügt kann sich dort mit Nahrungs- und Lebensmitteln versorgen. Ich mach da ab und an einen Einsatz als Freiwilliger und es ist wahnsinn zu sehen wer sich da alles präsentiert. Junge Frauen, Immigranten, alte vereinsamte Menschen, jede Menge Leute mit sogenannten "Mental Health" Problemen (Depression, Schizophrenie, etc.), Menschen ohne festen Wohnsitz, etc.. Ein trauriges Bild unserer Gesellschaft.
Ansonsten gäbs noch zu Berichten, daß der Streik der Studenten hier langsam aber sicher endgültig aus dem Ruder läuft. Jeden Tag gibt es Streiks und Demos. Montag ist die zuständige Ministerin zurückgetreten und bald wird die Bewegung wohl Neuwahlen auslösen. Überrraschend, gell?? Hier treten die Minister noch selbst zurück - im Gegensatz zu Deutschland!! Da WERDEN sie zurückgetreten - soll Helmut nochmal sagen "das Mädel kann das nicht". Angie knallhart. Donnerwetter.
Nun, 800000 Menschen bzw. Haushalte haben Schwierigkeiten sich adäquat zu ernähren, Jeder vierte Kanadier ist fettleibig (in den USA, gefühlt, jeder Zweite .... und so richtig ....), zwei Drittel der Bevölkerung übergewichtig. Außerdem gibt es im Norden bei den First Nation People große Probleme mit einer ausgewogenen Ernährung.
Jedenfalls kommen jede Woche mehrere hundert Menschen in das sogenannte NDG FOOD DEPOT welches eine Lebensmittelbank ist. Wer nachweisen kann, daß er über kein ausreichendes Einkommen verfügt kann sich dort mit Nahrungs- und Lebensmitteln versorgen. Ich mach da ab und an einen Einsatz als Freiwilliger und es ist wahnsinn zu sehen wer sich da alles präsentiert. Junge Frauen, Immigranten, alte vereinsamte Menschen, jede Menge Leute mit sogenannten "Mental Health" Problemen (Depression, Schizophrenie, etc.), Menschen ohne festen Wohnsitz, etc.. Ein trauriges Bild unserer Gesellschaft.
Ansonsten gäbs noch zu Berichten, daß der Streik der Studenten hier langsam aber sicher endgültig aus dem Ruder läuft. Jeden Tag gibt es Streiks und Demos. Montag ist die zuständige Ministerin zurückgetreten und bald wird die Bewegung wohl Neuwahlen auslösen. Überrraschend, gell?? Hier treten die Minister noch selbst zurück - im Gegensatz zu Deutschland!! Da WERDEN sie zurückgetreten - soll Helmut nochmal sagen "das Mädel kann das nicht". Angie knallhart. Donnerwetter.
Sonntag, 13. Mai 2012
Beckham
60000 Leute im Stadion eines Hockeylandes gucken Fußball. 40000 Leute mehr als normalerweise sind tatsächlich wegen eines Menschen gekommen - bzw. des Hypes um ihn: David Beckham.
Kann man sich übrigens hier auf der Impact Webseite in der Zusammenfassung mal ansehen.
Er hat eigentlich gut gespielt, sich viel bewegt, alle Freistösse und tatsächlich ein weltklasse Tor geschossen. Genau in den Winkel - das können halt nur wenige auf der Welt.
Insofern war es schon interessant mal Jungs dieser Qualität wirklich aus der Nähe zu betrachten denn unsere Plätze im Stadion sind dicht dran am Spielfeld. Beim Eckball ist der Spieler keine 10 Meter weit weg. Von Dortmund gegen Bayern haben wir nur die erste Halbzeit sehen können - wegen Beckham eben. Leider. Ein klasse Spiel wie ich aus der Zusammenfassung sehen konnte.
Jetzt kommen ein paar Tage Fußballpause (oder auch nicht denn es gibt ja auch noch die Relegation am Dienstag) und dann kommt am Samstag das ganz große Finale.
Kann man sich übrigens hier auf der Impact Webseite in der Zusammenfassung mal ansehen.
Er hat eigentlich gut gespielt, sich viel bewegt, alle Freistösse und tatsächlich ein weltklasse Tor geschossen. Genau in den Winkel - das können halt nur wenige auf der Welt.
Insofern war es schon interessant mal Jungs dieser Qualität wirklich aus der Nähe zu betrachten denn unsere Plätze im Stadion sind dicht dran am Spielfeld. Beim Eckball ist der Spieler keine 10 Meter weit weg. Von Dortmund gegen Bayern haben wir nur die erste Halbzeit sehen können - wegen Beckham eben. Leider. Ein klasse Spiel wie ich aus der Zusammenfassung sehen konnte.
Jetzt kommen ein paar Tage Fußballpause (oder auch nicht denn es gibt ja auch noch die Relegation am Dienstag) und dann kommt am Samstag das ganz große Finale.
Freitag, 11. Mai 2012
Chaos in Montreal
Letzten Freitag und Samstag gabs nochmal einen Riesenaufstand der Studis und am Samstag Abend dann angeblich eine Einigung. Diese Einigung wurde dann aber von den Studi Vollversammlungen als nicht akzeptabel erklärt und somit geht das Katz und Maus Spiel weiter. Gestern sind dann ein paar intelligente Studis auf die brilliante Idee gekommen die KOMPLETTE Montrealer U-Bahn lahmzulegen. An allen 4 Knotenpunkten wurden ab morgens um 7 Uhr 30 Rauchbomben gezündet. Folge: Totales Chaos in der Stadt. Die KOMPLETTE U-Bahn gesperrt und das fast für den halben Tag. Sagenhaft.
Mir wars ja fast schon wurscht den ich bin dann halt mit dem Bus gefahren - war zwar eine wahre Odyssee aber ich war trotzdem um kurz nach 9 Uhr im Büro (allerdings nach ca. 1,5 Stunden Irrfahrt durch Montreal). Den meisten Leuten stinkt das aber gewaltig, im wahrsten Sinne des Wortes. Mit solchen Aktionen macht man sich wenig Freunde ......
Heute Abend düse ich kurz ins Chalet da ich morgen eine Vorstandschaftssitzung habe und morgen Nachmittag schaue ich mir, mit Emile zusammen, LA Galaxy an inklusive der Herren David Beckham und Donovan. Letzterer ist ja auch ein klasse Fußballspieler.
Wegen Beckham kommen angeblich tatsächlich 60000 anstelle der normalerweise zu erwartenden ca. 20000 Leute ins Olympiastadion. Erstaunlich. Wegen der Pappnase???
Pokalfinale muß ich leider ausfallen lassen - nicht zu schaffen.
Die Woche drauf dann Champions League.
Mir wars ja fast schon wurscht den ich bin dann halt mit dem Bus gefahren - war zwar eine wahre Odyssee aber ich war trotzdem um kurz nach 9 Uhr im Büro (allerdings nach ca. 1,5 Stunden Irrfahrt durch Montreal). Den meisten Leuten stinkt das aber gewaltig, im wahrsten Sinne des Wortes. Mit solchen Aktionen macht man sich wenig Freunde ......
Heute Abend düse ich kurz ins Chalet da ich morgen eine Vorstandschaftssitzung habe und morgen Nachmittag schaue ich mir, mit Emile zusammen, LA Galaxy an inklusive der Herren David Beckham und Donovan. Letzterer ist ja auch ein klasse Fußballspieler.
Wegen Beckham kommen angeblich tatsächlich 60000 anstelle der normalerweise zu erwartenden ca. 20000 Leute ins Olympiastadion. Erstaunlich. Wegen der Pappnase???
Pokalfinale muß ich leider ausfallen lassen - nicht zu schaffen.
Die Woche drauf dann Champions League.
Mittwoch, 9. Mai 2012
Nochmal Lauras Bilder
http://www.tripcolor.com/user/21323/trip/19255-Bonjour-Hi-Montr%C3%A9al!http://www.tripcolor.com/user/21323/trip/19255-Bonjour-Hi-Montr%C3%A9al!
Ich hab mir das heute nochmal angesehen und muß sagen: genial. Jede Menge Sachen welche mir entweder noch nie aufgefallen sind oder aber ich nehme die Impressionen nicht mehr wahr - zuviel Routine
Ich hab mir das heute nochmal angesehen und muß sagen: genial. Jede Menge Sachen welche mir entweder noch nie aufgefallen sind oder aber ich nehme die Impressionen nicht mehr wahr - zuviel Routine
NDG - hier arbeite ich seit 15 Jahren
15 Jahr hänge ich da jetzt schon ab. Ein Wahnsinn. Ich arbeite ja im Prinzip in einem - sagen wir mal - Jugendarbeitsamt. Jeder zwischen 16 und 35 kann da hingehen und einen Berufsberater oder einen Career guidance counsellor treffen. Also einen "Ausbildungsberater" oder sowas ähnliches. Meine Kollegen können z.B. Psychometrische Tests machen. Dann haben wir jede Menge Projekte für alle mölichen Gruppen - hauptsächlich für Immigranten oder aber für Schulabbrecher, etc. . Eine unserer "Gang" hat - als workshop oder Projekt - ein Kurzvideo gedreht.
http://www.youtube.com/watch?v=QpATG7AVwWU&feature=colike
Ich muß sagen, als ich vor 16 Jahren hier ankam war mein Englisch echt schlecht. So schulenglisch halt - von meinem nicht vorhandenen französisch ganz zu schweigen. Das ändert sich natürlich mit der Zeit. Wäre ja auch ignorant wenn dem nicht so wäre. Ich mußte neulich aber mal wieder feststellen, daß es auch ein "Hood" Englisch gibt und da kannste auch 10 oder 20 Jahre die Sprache sprechen - das ist derartig fertig - du verstehst kein Wort. Purer Slang. Ich war in einem Workshop und die Kids waren halt alles junge schwarze Anglo Kids. Ich schwöre, es war wie im Film. Wie in amerikanischen TV Serien über die Bronx oder Downtown LA oder wie in the Wire (falls jemand die TV Serie gesehen hat). Meine französischsprachigen Kollegen haben da genausowenig "Zugang" wie ich oder vielleicht noch weniger. Da komme ich auch nicht mehr "rein". Unmöglich. Ich versuche das auch gar nicht mehr - macht keinen Sinn. Da kann ich nichts rüberbringen und die unterschiedlichen Lebensrealitäten und kulturellen Unterschiede sind nicht zu überbrücken. Das kann also letztlich nur über Kollegen gehen welche aus diesem Kulturkreis kommen oder ihn zumindest einigermaßen verstehen. Again what learnt (Loddar).
http://www.youtube.com/watch?v=QpATG7AVwWU&feature=colike
Ich muß sagen, als ich vor 16 Jahren hier ankam war mein Englisch echt schlecht. So schulenglisch halt - von meinem nicht vorhandenen französisch ganz zu schweigen. Das ändert sich natürlich mit der Zeit. Wäre ja auch ignorant wenn dem nicht so wäre. Ich mußte neulich aber mal wieder feststellen, daß es auch ein "Hood" Englisch gibt und da kannste auch 10 oder 20 Jahre die Sprache sprechen - das ist derartig fertig - du verstehst kein Wort. Purer Slang. Ich war in einem Workshop und die Kids waren halt alles junge schwarze Anglo Kids. Ich schwöre, es war wie im Film. Wie in amerikanischen TV Serien über die Bronx oder Downtown LA oder wie in the Wire (falls jemand die TV Serie gesehen hat). Meine französischsprachigen Kollegen haben da genausowenig "Zugang" wie ich oder vielleicht noch weniger. Da komme ich auch nicht mehr "rein". Unmöglich. Ich versuche das auch gar nicht mehr - macht keinen Sinn. Da kann ich nichts rüberbringen und die unterschiedlichen Lebensrealitäten und kulturellen Unterschiede sind nicht zu überbrücken. Das kann also letztlich nur über Kollegen gehen welche aus diesem Kulturkreis kommen oder ihn zumindest einigermaßen verstehen. Again what learnt (Loddar).
Dienstag, 8. Mai 2012
Der normale Wahnsinn .....
Montag und Mittwoch Taek Wan Do Lili, Freitag Abend Schwimmkurs Emile (19 Uhr), Samstag morgens 10 Uhr Schwimmkurs Lili währen Emile Fußballtraining hat, Sonntag dann manchmal noch ein Spiel. Wenn jetzt noch ein Musikinstrument oder irgendwas dazu kommt dann machen wir nichts anderes mehr.
Sonntag Abend bin ich nochmal ins Chalet gefahren und habe dort übernachtet. Ich hatte - ausnahmsweise - mal nichts gebucht an meinem "freien" Montag. Bei Sonnenuntergang bin ich am Riviere Rouge hochgefahren - wie im Paradies. Jede Menge Schwärme von Wildgänsen flogen gen Norden. Am Chalet war absolut nichts gebacken - Sonntag Abend ist da kein Mensch mehr. Totale Stille. Die ganze Nacht gabs Froschkonzert, aus dem naheligenden kleinen Sumpf kommend .- ein unglaublicher Lärm die ganze Nacht. Tagsüber hört man dagegen keinen Mucks. Ich bin um 5 Uhr 38 aufgewacht weil das Schlafzimmer nach Osten raus liegt und die Sonne halt früh aufgeht. Aus dem Wald nur obskure Tierlaute, die Vögel zwitschern. Das ist alles. Alleine wegen solcher Momente zieht es mich dahin. Keine Menschen und somit kein Lärm. Übrigens: 22 Grad bei der Abfahrt in Montreal, 0 Grad Nachts am Chalet.
Am Freitag werde ich nochmal hochfahren (müssen) da am Samstag eine Vorstandssitzung ist. Andererseits ist aber am Samstag auch noch ein Match der Impact gegen LA mit David Beckham, gefolgt von einer Grillparty mit Freunden. Uff. Und nebenher muß man auch noch arbeiten - ein Greuel ..... - da hab ich eigentlich echt keine Zeit für ......
Sonntag Abend bin ich nochmal ins Chalet gefahren und habe dort übernachtet. Ich hatte - ausnahmsweise - mal nichts gebucht an meinem "freien" Montag. Bei Sonnenuntergang bin ich am Riviere Rouge hochgefahren - wie im Paradies. Jede Menge Schwärme von Wildgänsen flogen gen Norden. Am Chalet war absolut nichts gebacken - Sonntag Abend ist da kein Mensch mehr. Totale Stille. Die ganze Nacht gabs Froschkonzert, aus dem naheligenden kleinen Sumpf kommend .- ein unglaublicher Lärm die ganze Nacht. Tagsüber hört man dagegen keinen Mucks. Ich bin um 5 Uhr 38 aufgewacht weil das Schlafzimmer nach Osten raus liegt und die Sonne halt früh aufgeht. Aus dem Wald nur obskure Tierlaute, die Vögel zwitschern. Das ist alles. Alleine wegen solcher Momente zieht es mich dahin. Keine Menschen und somit kein Lärm. Übrigens: 22 Grad bei der Abfahrt in Montreal, 0 Grad Nachts am Chalet.
Am Freitag werde ich nochmal hochfahren (müssen) da am Samstag eine Vorstandssitzung ist. Andererseits ist aber am Samstag auch noch ein Match der Impact gegen LA mit David Beckham, gefolgt von einer Grillparty mit Freunden. Uff. Und nebenher muß man auch noch arbeiten - ein Greuel ..... - da hab ich eigentlich echt keine Zeit für ......
Donnerstag, 3. Mai 2012
Wahlen in Quebec
Nachdem der Ministerpräsident in der Presse öffentlich Neuwahlen ausgeschlossen hat und ich vorgestern - aus heiterem Himmel heraus - darüber informiert wurde, dass unsere Einrichtungen 2% mehr Zuschüsse bekommen als vorgesehen, gehe ich davon aus, dass Neuwahlen anstehen.
Bilder aus Montreal
http://www.tripcolor.com/user/21323/trip/2C50A86B-E1CF-4747-8C5C-167D353C732C
Ein Kollege hat mich neulich gefragt ob ich nicht ein paar Informationen für eine deutsche Austauschstudentin finden könnte. Deutscher Stammtisch usw..
Gestern hat er mir dann den diesen Link geschickt. Sie, Laura (ich kenne sie nicht, oder noch nicht), macht jeden Tag ein Photo von Montreal.
Ich werde mir das auch mal angucken bei Gelegenheit. Sind, glaube ich zumindest, ein paar witzige Impressionen dabei.
Ein Kollege hat mich neulich gefragt ob ich nicht ein paar Informationen für eine deutsche Austauschstudentin finden könnte. Deutscher Stammtisch usw..
Gestern hat er mir dann den diesen Link geschickt. Sie, Laura (ich kenne sie nicht, oder noch nicht), macht jeden Tag ein Photo von Montreal.
Ich werde mir das auch mal angucken bei Gelegenheit. Sind, glaube ich zumindest, ein paar witzige Impressionen dabei.
Wieder mal sauber gelöst, das Ganze
http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/1313873/details_9.htm
Ich verfolge das Geschehen immer noch ein wenig aus der Distanz. Eigentlich war es ja die letzten zwei Jahre relativ ruhig was bezüglich ZENTRUM BAYREUTH eher positiv ist.
Das 5 Millionen € Projekt habe ich ja noch - zuschußtechnisch - mit vorbereiten "dürfen". Mal abwarten, wie sich der Vorstand da jetzt weiter verhält, aber ein aus öffentlichen Geldern bezuschußes 5 Millionen € Projekt NICHT öffentlich auszuschreiben, ist schon gewagt. Stilsicher halt.
Ich verfolge das Geschehen immer noch ein wenig aus der Distanz. Eigentlich war es ja die letzten zwei Jahre relativ ruhig was bezüglich ZENTRUM BAYREUTH eher positiv ist.
Das 5 Millionen € Projekt habe ich ja noch - zuschußtechnisch - mit vorbereiten "dürfen". Mal abwarten, wie sich der Vorstand da jetzt weiter verhält, aber ein aus öffentlichen Geldern bezuschußes 5 Millionen € Projekt NICHT öffentlich auszuschreiben, ist schon gewagt. Stilsicher halt.
Dienstag, 1. Mai 2012
SR 500 versus Ducati
1978 im Vergleich zu 2012
Man traut sich ja schon fast nicht mehr die Kiste neben so einem Audi (fka Ducati) abzustellen. Trotzalledem: 50000 km in den letzten 10 Jahren gefahren. Immer noch super Kompression. Sprang nach Zündkerzenwechsel (olle Bmw Kerze, habe ich bei Micha in der Tiefgarage gefunden) auf den ersten Drücker an. Nach über einem Jahr Standzeit. Klappert und scheppert aber läuft.
Man traut sich ja schon fast nicht mehr die Kiste neben so einem Audi (fka Ducati) abzustellen. Trotzalledem: 50000 km in den letzten 10 Jahren gefahren. Immer noch super Kompression. Sprang nach Zündkerzenwechsel (olle Bmw Kerze, habe ich bei Micha in der Tiefgarage gefunden) auf den ersten Drücker an. Nach über einem Jahr Standzeit. Klappert und scheppert aber läuft.
Montag, 30. April 2012
Der Mai kommt
Heute ist mir mit Entsetzen bewußt geworden, daß morgen bereits der erste Mai ist. Nich wegen dem Mai an sich sondern weil der April so schnell vorbei war.
Die Zeit fliegt nur noch so dahin.
Freitag Abend war Emils Schwimmkurs gefolgt von Lili am Samstag früh während Emile Fußballtraining hat. Am Nachmittag hatte dieser dann eine Einladung zu einer Geburtstagsparty (davon gibts gefühlt eine pro Woche) und ich bin mit Lili ins Stadion zum Spiel der Impact gegangen.
Am Sonntag früh war dann nochmal kicken angesagt, kurz auf einer Stadtteilversammlung (Job) vorbeigeguckt und schon war das halbe Wochenende rum.
Ich habe die Kinder dann mal auf Tauglichkeit bezüglich Wanderung zur Coburger Hütte getestet. Wir sind also zum Mont Saint Hilaire gefahren und da am Nachmittag auf den Berg hochgetrampelt. Das ist eine ganz ordentliche Steigung (Kaddl und Sven werden sich erinnern) und man läuft da so fast eine Stunde immer schön steil nach oben. Die beiden haben die Prüfung allerdings mit Bravour bestanden. Keinerlei Beschwerden oder Gejammer obwohl wir doch zügig hochgelaufen sind. Optimal.
Die Woche ist wieder "Allerlei" angesagt. Mittwoch Abend Fußballmatch (gegen Toronto - mit Thorsten "Fringse" übrigens .....) ansonsten Arbeiten, Kinderhüten, etc.
Und so geht das weiter und weiter. Die hiesigen Studis sind übrigens dabei die Regierung in die Knie zu zwingen. Lange wird das nicht mehr dauern - täglich gibt es Massendemos und jede Menge subversive Aktionen.
Die Zeit fliegt nur noch so dahin.
Freitag Abend war Emils Schwimmkurs gefolgt von Lili am Samstag früh während Emile Fußballtraining hat. Am Nachmittag hatte dieser dann eine Einladung zu einer Geburtstagsparty (davon gibts gefühlt eine pro Woche) und ich bin mit Lili ins Stadion zum Spiel der Impact gegangen.
Am Sonntag früh war dann nochmal kicken angesagt, kurz auf einer Stadtteilversammlung (Job) vorbeigeguckt und schon war das halbe Wochenende rum.
Ich habe die Kinder dann mal auf Tauglichkeit bezüglich Wanderung zur Coburger Hütte getestet. Wir sind also zum Mont Saint Hilaire gefahren und da am Nachmittag auf den Berg hochgetrampelt. Das ist eine ganz ordentliche Steigung (Kaddl und Sven werden sich erinnern) und man läuft da so fast eine Stunde immer schön steil nach oben. Die beiden haben die Prüfung allerdings mit Bravour bestanden. Keinerlei Beschwerden oder Gejammer obwohl wir doch zügig hochgelaufen sind. Optimal.
Die Woche ist wieder "Allerlei" angesagt. Mittwoch Abend Fußballmatch (gegen Toronto - mit Thorsten "Fringse" übrigens .....) ansonsten Arbeiten, Kinderhüten, etc.
Und so geht das weiter und weiter. Die hiesigen Studis sind übrigens dabei die Regierung in die Knie zu zwingen. Lange wird das nicht mehr dauern - täglich gibt es Massendemos und jede Menge subversive Aktionen.
Sonntag, 22. April 2012
Studiengebühren in Québec
Nur mal so zum Vergleich der Studiengebühren.
Laut La Presse:
Dès 2012, les étudiants paieront 325$ de plus par année sur cinq ans pour fréquenter les universités québécoises. Le gouvernement Charest a tenue sa promesse et a augmenté les frais de scolarité dans son budget présenté aujourd'hui, semant la grogne chez les étudiants.
Les frais de scolarité annuels passeront de 2168$ actuellement à 3793$ en 2017, peu importe la discipline étudiée.
D.h. ganz gleich welches Studium, zahlen die Studis hier pro Jahr im Moment 2168 $ und das wird bis 2017 auf 3793 $ steigen. Pro Jahr eine Anhebung um 325 $.
Dann muß man noch dazu sagen, daß hier noch zwei Jahre College dazukommen (vergleichbar Gymnasium 11 und 12) - das ist auch nicht umsomst. Macht dann wohl eher durchschnittlich 6 Jahre kostenpflichtige Bildung.
Dazu dann die Lebenhaltungskosten usw..
Dies sind übrigens die niedrigsten Studiengebühren in ganz Nordamerika. Ist jetzt sicher kein exzessiver Betrag aber immerhin. Wie haben mittlerweile ein Programm bei uns im Büro wo wir verhindern wollen (sollen), daß Schüler zu viel nebenbei arbeiten (müssen) und somit ihren schulischen Werdegang gefährden. Mit anderen Worten: abbrechen und ohne primären (High School) Abschluß dastehen. Wenn das für das Schulsystem gilt, warum dann nicht auch für den akademischen Bereich??
Freitag, 20. April 2012
Aufruhr
Heute, Freitag, war fand ein sogenannter 'Salon de l'emploi' statt, d.h. eine Jobmesse oder wie immer man das auch bezeichnen kann. Bezüglich Jobs im Norden Québecs - der sogenannte "Plan Nord" der Regierung welcher die Erschließung und Ausbeutung des gesamten Raumes nördlich des 49ten Breitengrades anstrebt. Der 'Plan' wird hier gnadenlos promoted. Da ich diesem 'Plan' eher skeptisch gegenüberstehe wollte ich mir heute mal ansehen, worum und um welche Jobs es denn da eigentlich so geht. Der Ministerpräsident war von 13 bis 14 Uhr zur Eröffnung angekündigt - es ist ja SEIN großer Plan und ab 14 Uhr sollte man da also in das Kongresszentrum gehen können.
Ich bin da mit dem Fahrrad runtergefahren weil es sonst eh keinen Parkplatz gibt usw.. Kaum angekommen sah ich, wie ca. 200 Studis den einen Eingang blockierten. Überall waren schon Bullen und Motorradcops. Krankenwagen standen bereit, allgemeine Unruhe. Aber alles friedlich, kein Stress. Es liefen jede Menge Leute mit ihren Mappen für den Lebenslauf usw. rum. Ein paar Umweltjungs hatten Transparente usw. - aber der Eingang war halt blockiert. Dann bin ich mal außenrumgelaufen, auf die andere Seite und dachte mir, vielleicht kommt man ja da rein. Da war aber auch alles von Polizei abgeriegelt. Keine normale Polizei sondern sogennante Riot Squads, also mit Helm, Schlagstöcken bewaffnet und in martialischer Aufmachung. Allein dieses aggressive Äußere macht einen schon irgendwie nervös und selbst aggressiv.
Dann gings ein bißchen hin und her, mal ne Verhaftung hier mal ein paar Studis da. Dazwischen auch Jungs in schwarzen Anzügen, in schwarzen Audis (die Provinzregierung scheint hier mittlerweile auf Audi umgestiegen zu sein .... normalerweise fahren sie nur so olle Amikutschen ...), mit dunklen Sonnenbrillen und so Dingern im Ohr. Einen dieser Audis haben sie dann noch schnell in eine Tiefgarage verfrachtet. Dann kamen plötzlich Demonstranten und dann ..... gings ganz schnell richtig rund. Aber deftig. Straßenschlacht. Tränengasgranaten. Die Masse der Demonstranten durchbrach plötzlich kurzerhand die Polizeiketten und die Cops rannten davon, dann kamen Riot Squads und schossen Tränengas in die Menge. Wo ich schon mal da war, wollte ich mir dann doch ein Bild machen. Aber dann wurde es mir echt zu heiß weil ich sah, das es zu einer Einkesselung kommen könnte. Ich lade die Bilder morgen mal hoch. Aber im Prinzip, links: Hundertschaften der Polizei. Rechts: Demonstranten. Über eine kleine Seitengasse konnte ich dann abhauen - in meinem Alter brauch ich den ganzen Scheiß nicht mehr. Tatsächlich kamen dann Hundertschaften von hinten was danach abging wollte ich eigentlich schon gar nicht mehr miterleben. Außerdem wollte ich ursprünglich ja eh bloß mal jobmäßig auf der Messe vorbeigucken.
Obendrüber Helikopter und überall die Sirenen der Einsatzfahrzeuge. Bürgerkrieg. Ich bin ja grundsätzlich ausgesprochener Pazifist (außer beim Fußball, aber dafür gibts ja Schiedsrichter ...)aber so wie die Bullen hier vorgehen würde ich mir wahrscheinlich auch ne Latte vom Zaun brechen wenn ich noch ein bißchen jünger wäre. Alter Schwede - da erlebste was .....
Was mich wirklich beeindruckt hat, war wie eine Masse von vielleicht 500 bis 1000 Menschen (schwer zu schätzen) einfach so eine 20er Einheit von eigentlich wirklich harten Bullen überrennen kann. Keine Chance. Totale Panik. Gottseidank wird noch nicht scharf geschossen - aber so einen kleinen Hauch Libanon hat man schon.
Das sowas nicht auch friedlich geht - unverständlich. Aber nochmal: die "staatliche Ordnungsmacht" hier trägt mindestens genausoviel Schuld an der Eskalation wie einige wenige gewaltbereite Studenten. Die machen, nach allem was ich gesehen habe, keine Gefangenen, das könnt ihr mir glauben. Die Staatlichen meine ich .....
Ironischer Weise habe ich am Montag um 14 Uhr einen Termin im Büro von M. Charest, seines Zeichens Ministerpräsident, um einige unserer Projekte einem seiner Mitarbeiter zu präsentieren. Würde mich nicht wundern, wenn das noch in letzter Minute abgesagt wird. Ich denke, die haben vielleicht wichtigeres zu tun .....
Ich bin da mit dem Fahrrad runtergefahren weil es sonst eh keinen Parkplatz gibt usw.. Kaum angekommen sah ich, wie ca. 200 Studis den einen Eingang blockierten. Überall waren schon Bullen und Motorradcops. Krankenwagen standen bereit, allgemeine Unruhe. Aber alles friedlich, kein Stress. Es liefen jede Menge Leute mit ihren Mappen für den Lebenslauf usw. rum. Ein paar Umweltjungs hatten Transparente usw. - aber der Eingang war halt blockiert. Dann bin ich mal außenrumgelaufen, auf die andere Seite und dachte mir, vielleicht kommt man ja da rein. Da war aber auch alles von Polizei abgeriegelt. Keine normale Polizei sondern sogennante Riot Squads, also mit Helm, Schlagstöcken bewaffnet und in martialischer Aufmachung. Allein dieses aggressive Äußere macht einen schon irgendwie nervös und selbst aggressiv.
Dann gings ein bißchen hin und her, mal ne Verhaftung hier mal ein paar Studis da. Dazwischen auch Jungs in schwarzen Anzügen, in schwarzen Audis (die Provinzregierung scheint hier mittlerweile auf Audi umgestiegen zu sein .... normalerweise fahren sie nur so olle Amikutschen ...), mit dunklen Sonnenbrillen und so Dingern im Ohr. Einen dieser Audis haben sie dann noch schnell in eine Tiefgarage verfrachtet. Dann kamen plötzlich Demonstranten und dann ..... gings ganz schnell richtig rund. Aber deftig. Straßenschlacht. Tränengasgranaten. Die Masse der Demonstranten durchbrach plötzlich kurzerhand die Polizeiketten und die Cops rannten davon, dann kamen Riot Squads und schossen Tränengas in die Menge. Wo ich schon mal da war, wollte ich mir dann doch ein Bild machen. Aber dann wurde es mir echt zu heiß weil ich sah, das es zu einer Einkesselung kommen könnte. Ich lade die Bilder morgen mal hoch. Aber im Prinzip, links: Hundertschaften der Polizei. Rechts: Demonstranten. Über eine kleine Seitengasse konnte ich dann abhauen - in meinem Alter brauch ich den ganzen Scheiß nicht mehr. Tatsächlich kamen dann Hundertschaften von hinten was danach abging wollte ich eigentlich schon gar nicht mehr miterleben. Außerdem wollte ich ursprünglich ja eh bloß mal jobmäßig auf der Messe vorbeigucken.
Obendrüber Helikopter und überall die Sirenen der Einsatzfahrzeuge. Bürgerkrieg. Ich bin ja grundsätzlich ausgesprochener Pazifist (außer beim Fußball, aber dafür gibts ja Schiedsrichter ...)aber so wie die Bullen hier vorgehen würde ich mir wahrscheinlich auch ne Latte vom Zaun brechen wenn ich noch ein bißchen jünger wäre. Alter Schwede - da erlebste was .....
Was mich wirklich beeindruckt hat, war wie eine Masse von vielleicht 500 bis 1000 Menschen (schwer zu schätzen) einfach so eine 20er Einheit von eigentlich wirklich harten Bullen überrennen kann. Keine Chance. Totale Panik. Gottseidank wird noch nicht scharf geschossen - aber so einen kleinen Hauch Libanon hat man schon.
Das sowas nicht auch friedlich geht - unverständlich. Aber nochmal: die "staatliche Ordnungsmacht" hier trägt mindestens genausoviel Schuld an der Eskalation wie einige wenige gewaltbereite Studenten. Die machen, nach allem was ich gesehen habe, keine Gefangenen, das könnt ihr mir glauben. Die Staatlichen meine ich .....
Ironischer Weise habe ich am Montag um 14 Uhr einen Termin im Büro von M. Charest, seines Zeichens Ministerpräsident, um einige unserer Projekte einem seiner Mitarbeiter zu präsentieren. Würde mich nicht wundern, wenn das noch in letzter Minute abgesagt wird. Ich denke, die haben vielleicht wichtigeres zu tun .....
Mittwoch, 18. April 2012
Damit schafft man es sogar in die SZ zu kommen
Während meiner - kurzen - Bayreuther Zentrums Episode bin ich fast jeden Morgen daran vorbeigefahren und ich habe mich damals schon immer gefragt, was es denn mit diesem Monument auf sich hat. Kunstwerk?? Einfach mal so in die Wiese gestellt, damit sich der Durchreisende Gedanken macht?? Die, mittlerweile einigermaßen berühmte fränkische "so-da-Brücke"
Es gibt auch noch andere Brückenpfeiler welche irgendwann mal hingestellt wurden. Manche werden wenigstens von den Freeclimbern genutzt. Ich war mal dort, zum Klettern - war ganz witzig.
Brückenpfeiler als Flachlandgipfel
Es gibt auch noch andere Brückenpfeiler welche irgendwann mal hingestellt wurden. Manche werden wenigstens von den Freeclimbern genutzt. Ich war mal dort, zum Klettern - war ganz witzig.
Brückenpfeiler als Flachlandgipfel
Vernissage von Gerhard Popp in Neudrossenfeld
Wenn ich Zeit hätte und im Land wäre, würde ich hingehen. Selbst wenn es gilt den durchgeknallten Burdinsky zu ertragen.
Wer ist Gerhard Popp?? Kulmbacher Designer und Künstler. Ich kenne ihn seit über 30 Jahren.
Dienstag, 17. April 2012
Québec im April
Was gibts Neues??
Na ja, nicht soviel insgesamt. Aber:
1. Die Studentenproteste gehen weiter
Tausende von Studis und auch von College Studenten (vergleichbar der deutschen gymnasialen Oberstufe) sind weiterhin massenweise im Streik und versetzen die "Nation" in Aufruhr.
2. Das Wetter spielt weiterhin verrückt: gestern hatten wir 30 Grad und ich habe mir fast einen Sonnenbrand geholt. Am See wäre ich mit einhundertprozentiger Wahrscheinlichkeit baden gegangen. Ansonsten wird alles grün, ca. zwei bis drei Wochen vor der Zeit.
Rückblickend noch ein paar Bilder vom letzten WE im Chalet: vollkommen entspannt. Abhängen und den Tag vertrödeln.
Im Wald rumstreunen, Bäche erkunden, verspätete Osterschokoladeneier im Gestrüpp suchen usw.
Beim Spaziergang habe ich Lili erklärt, daß ich als Kind einfach runter ins "Aspich" bin und habe Staudamm gebaut. Wenn ich aus dem Fenster geguckt habe, habe ich entweder Kühe oder Rehe beobachtet.
Ein bißchen was von dieser Reisighofer Naturidylle welche wir als Kinder erleben durften und was uns geprägt hat, kriegen die Beiden im Chalet mit. Einfach mal alleine im Wald sein.
Eine der schönen Eigenschaften unserer Wohngegend in Montreal ist ja auch die Tatsache, daß die Kids einfach hinten in die kleine Strasse gehen können und dann spielen sie mit den Nachbarkindern. Einfach so. Wo gibts das schon - in der Großstadt??
Na ja, nicht soviel insgesamt. Aber:
1. Die Studentenproteste gehen weiter
Tausende von Studis und auch von College Studenten (vergleichbar der deutschen gymnasialen Oberstufe) sind weiterhin massenweise im Streik und versetzen die "Nation" in Aufruhr.
2. Das Wetter spielt weiterhin verrückt: gestern hatten wir 30 Grad und ich habe mir fast einen Sonnenbrand geholt. Am See wäre ich mit einhundertprozentiger Wahrscheinlichkeit baden gegangen. Ansonsten wird alles grün, ca. zwei bis drei Wochen vor der Zeit.
Rückblickend noch ein paar Bilder vom letzten WE im Chalet: vollkommen entspannt. Abhängen und den Tag vertrödeln.
Im Wald rumstreunen, Bäche erkunden, verspätete Osterschokoladeneier im Gestrüpp suchen usw.
Beim Spaziergang habe ich Lili erklärt, daß ich als Kind einfach runter ins "Aspich" bin und habe Staudamm gebaut. Wenn ich aus dem Fenster geguckt habe, habe ich entweder Kühe oder Rehe beobachtet.
Ein bißchen was von dieser Reisighofer Naturidylle welche wir als Kinder erleben durften und was uns geprägt hat, kriegen die Beiden im Chalet mit. Einfach mal alleine im Wald sein.
Eine der schönen Eigenschaften unserer Wohngegend in Montreal ist ja auch die Tatsache, daß die Kids einfach hinten in die kleine Strasse gehen können und dann spielen sie mit den Nachbarkindern. Einfach so. Wo gibts das schon - in der Großstadt??
Sonntag, 15. April 2012
Sonntag Abend - Fußball Bundesliga und anderes
Dortmund ist Meister, Bochum taumelt - servus Sven - dem Absturz in die dritte Liga entgegen und der Rest der Welt wartet auf das große Derby von Bayern gegen Real.
Diese Woche kann ich mich leider nicht abseilen da ich schon Termine gebucht habe. D.h. ich muß das Spiel aufnehmen und es mir dann abends anguckn. Nächste Woche aber, d.h. für das entscheidende Rückspiel, werde ich mir was einfallen lassen.
Da fallen mir übrigens spontan einige lustige Anektoden ein:
Vor ein paar Jahren hat bei mir mal das Telephon im Büro geklingelt und am anderen Ende der Leitung war das Büro meines damaligen Abgeordneten im kanadischen Parlament. Sein Büro war gleich neben meinem, d.h. wirklich nur ein paar Meter entfernt. Er, der "attaché politique", ruft also an und fragt, ob das jetzt dann klappen würde mit dem Termin um 14 Uhr 30 (6 Stunden Zeitunterschied eingerechnet - d.h. Champions League Zeit ist bei uns normalerweise 14 Uhr 30). Ich war ein bißchen verwirrt und dachte mir, scheiße, Termin vergurkt usw. - blöd. Dann fiel mir aber ein, daß er ja eigentlich italienischer Abstammung ist und das um exakt 14 Uhr 30 Juve gegen Bayern spielt. Wir hatten also letztlich unser "Meeting" in einer italienischen Kneipe um die Ecke und sahen uns das Spiel an. Wie es ausging weiß ich nicht mehr.
Dann war da das CL Finale Bayern gegen Inter. Verzweiflung. Kein Internet, kein TV, absolut nix im Chalet. Aber, ich wußte, daß im Depanneur-Restaurant eine Satellitenschüssel auf dem Dach war und am Samstag morgen immer Fußball lief. Als ich Roberto, den bstimmt ca. 70 jährigen italienischen (und total durchgeknallten) Besitzer desselbigen daraufhin ansprach, sah er mich kurz an, kniff die Augen zusammen und "bellte" mich an: "Damit du es weißt: Inter, das ist MEIN Team". Aber ich durfte glotzen - immerhin - es waren an dem Samstag nachmittag im Depanneur_Restaurant: 1. Roberto, 2. Ich, 3. Ein Typ der da zufällig Kaffee trinken war. Bayern hat verloren. Roberto war glücklich.
Ein weiteres legendäres CL Finale war Barca gegen Manu (glaub ich) und ich war auf einem Kongress. Micha - der Zimmerer - war damals zu Besuch und wir waren am Arsch der Welt im Wald in einem Hotel mit Chalets usw.. Jedenfalls hatten DIE DA OBEN im Wald kein Satellitenfernsehen. Dreck. Internet übrigens auch nicht. Was es alles gibt. Unvorstellbar. Muß ich gleich mal der Pirtenpartei mitteilen ........
Erschwerend kam auch noch hinzu, daß ich von 13 bis 15 Uhr einen Termin hatte. Arbeitsgruppe. Kleingruppe. Da kann man - normalerweise - nicht einfach so ohne Entschuldigung raus gehen und verschwinden. Das Meeting war Scheiße und total fürn Arsch, ging aber ewig und so gegen 15 Uhr bin dann echt nervös geworden. Ich habe dann irgendwas von "dringenden anderweitigen Verpflichtungen" gemurmelt und bin abgehauen. Micha wartete schon und wir sind dann die ca. 1o km ins nächste Kaff gefahren. Da gab es tatsächlich eine "Sportbar" und die haben Baseball geglotzt. Während gleichzeitig CL Finale läuft. Muss man sich mal vorstellen. Andere Länder, andere Sitten. Nun ja. Wir konnten Sie (die_paar_fertigen_Typen_in_der_Kneipe_am_Arsch_der_Welt_in_Québec_am_Mittwoch_Nachmittag_um_15_Uhr_15) dann aber trotzdem davon überzeugen den Kanal zu wechseln und wir erlebten somit tatsächlich den Rest der zweiten Halbzeit live. Grandioses Kopfballtor von Messi - falls ich mich nicht irre.
Zum Abschluß fällt mir noch was ein:
könnte die WM 2002 gewesen sein?. Michi Loos: bitte überprüfen. Jedenfalls Frankreich gegen Brasilien. Ich war in Asbestos (heißt echt so - Minenstadt in Québec - baut Asbest ab. Kaum vorstellbar aber ist so. Andere - krasse - Geschichte übrigens.) Wie dem auch sei, kein TV usw. - also ab ins Kaff in der Hoffnung irgendwo auf eine Satelliten Sportbar zu treffen. Es war früher Samstag Nachmittag, ca. 40 Grad Hitze, ein wahnsinns Sommertag. Ein totales Schweinskaff. Es gab aber - immerhin - eine Kneipe. In ebendieser lief - soweit ich mich erinnere - entweder Baseball oder Snooker oder irgendsowas wirklich aufregendes. Auf meine Bitte wurde dann der Kanal gewechselt und tatsächlich: Fußball WM, Brasilien gegen Frankreich. Halbfinale (wenn ich mich nicht täusche). Yahh man, der Tag ist gerettet. In der Halbzeit kamen dann die paar, meist älteren, Jungs in der Kneipe an meinem Tisch und sagten - im tiefsten québecer Akzent: "sach mal, kannste uns vielleicht mal die Regeln erklären???" Lustiger Nachmittag übrigens.
Echt. So wars.
In diesem Sinne.
Diese Woche kann ich mich leider nicht abseilen da ich schon Termine gebucht habe. D.h. ich muß das Spiel aufnehmen und es mir dann abends anguckn. Nächste Woche aber, d.h. für das entscheidende Rückspiel, werde ich mir was einfallen lassen.
Da fallen mir übrigens spontan einige lustige Anektoden ein:
Vor ein paar Jahren hat bei mir mal das Telephon im Büro geklingelt und am anderen Ende der Leitung war das Büro meines damaligen Abgeordneten im kanadischen Parlament. Sein Büro war gleich neben meinem, d.h. wirklich nur ein paar Meter entfernt. Er, der "attaché politique", ruft also an und fragt, ob das jetzt dann klappen würde mit dem Termin um 14 Uhr 30 (6 Stunden Zeitunterschied eingerechnet - d.h. Champions League Zeit ist bei uns normalerweise 14 Uhr 30). Ich war ein bißchen verwirrt und dachte mir, scheiße, Termin vergurkt usw. - blöd. Dann fiel mir aber ein, daß er ja eigentlich italienischer Abstammung ist und das um exakt 14 Uhr 30 Juve gegen Bayern spielt. Wir hatten also letztlich unser "Meeting" in einer italienischen Kneipe um die Ecke und sahen uns das Spiel an. Wie es ausging weiß ich nicht mehr.
Dann war da das CL Finale Bayern gegen Inter. Verzweiflung. Kein Internet, kein TV, absolut nix im Chalet. Aber, ich wußte, daß im Depanneur-Restaurant eine Satellitenschüssel auf dem Dach war und am Samstag morgen immer Fußball lief. Als ich Roberto, den bstimmt ca. 70 jährigen italienischen (und total durchgeknallten) Besitzer desselbigen daraufhin ansprach, sah er mich kurz an, kniff die Augen zusammen und "bellte" mich an: "Damit du es weißt: Inter, das ist MEIN Team". Aber ich durfte glotzen - immerhin - es waren an dem Samstag nachmittag im Depanneur_Restaurant: 1. Roberto, 2. Ich, 3. Ein Typ der da zufällig Kaffee trinken war. Bayern hat verloren. Roberto war glücklich.
Ein weiteres legendäres CL Finale war Barca gegen Manu (glaub ich) und ich war auf einem Kongress. Micha - der Zimmerer - war damals zu Besuch und wir waren am Arsch der Welt im Wald in einem Hotel mit Chalets usw.. Jedenfalls hatten DIE DA OBEN im Wald kein Satellitenfernsehen. Dreck. Internet übrigens auch nicht. Was es alles gibt. Unvorstellbar. Muß ich gleich mal der Pirtenpartei mitteilen ........
Erschwerend kam auch noch hinzu, daß ich von 13 bis 15 Uhr einen Termin hatte. Arbeitsgruppe. Kleingruppe. Da kann man - normalerweise - nicht einfach so ohne Entschuldigung raus gehen und verschwinden. Das Meeting war Scheiße und total fürn Arsch, ging aber ewig und so gegen 15 Uhr bin dann echt nervös geworden. Ich habe dann irgendwas von "dringenden anderweitigen Verpflichtungen" gemurmelt und bin abgehauen. Micha wartete schon und wir sind dann die ca. 1o km ins nächste Kaff gefahren. Da gab es tatsächlich eine "Sportbar" und die haben Baseball geglotzt. Während gleichzeitig CL Finale läuft. Muss man sich mal vorstellen. Andere Länder, andere Sitten. Nun ja. Wir konnten Sie (die_paar_fertigen_Typen_in_der_Kneipe_am_Arsch_der_Welt_in_Québec_am_Mittwoch_Nachmittag_um_15_Uhr_15) dann aber trotzdem davon überzeugen den Kanal zu wechseln und wir erlebten somit tatsächlich den Rest der zweiten Halbzeit live. Grandioses Kopfballtor von Messi - falls ich mich nicht irre.
Zum Abschluß fällt mir noch was ein:
könnte die WM 2002 gewesen sein?. Michi Loos: bitte überprüfen. Jedenfalls Frankreich gegen Brasilien. Ich war in Asbestos (heißt echt so - Minenstadt in Québec - baut Asbest ab. Kaum vorstellbar aber ist so. Andere - krasse - Geschichte übrigens.) Wie dem auch sei, kein TV usw. - also ab ins Kaff in der Hoffnung irgendwo auf eine Satelliten Sportbar zu treffen. Es war früher Samstag Nachmittag, ca. 40 Grad Hitze, ein wahnsinns Sommertag. Ein totales Schweinskaff. Es gab aber - immerhin - eine Kneipe. In ebendieser lief - soweit ich mich erinnere - entweder Baseball oder Snooker oder irgendsowas wirklich aufregendes. Auf meine Bitte wurde dann der Kanal gewechselt und tatsächlich: Fußball WM, Brasilien gegen Frankreich. Halbfinale (wenn ich mich nicht täusche). Yahh man, der Tag ist gerettet. In der Halbzeit kamen dann die paar, meist älteren, Jungs in der Kneipe an meinem Tisch und sagten - im tiefsten québecer Akzent: "sach mal, kannste uns vielleicht mal die Regeln erklären???" Lustiger Nachmittag übrigens.
Echt. So wars.
In diesem Sinne.
Harvester am Rehberg??
http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/kulmbach/Der-Aerger-am-Rehberg-geht-weiter;art312,272162
Wat mut dat mut, oder was? Ich werde mir mein - ehemaliges - Joggingrevier im Sommer mal angucken. Hoffentlich ist bis dahin wieder ein bißchen "Gras drüber gewachsen".
Ohne direkte Einsicht zu haben, stellt sich mir mal wieder die Frage: muß das sein??
Wat mut dat mut, oder was? Ich werde mir mein - ehemaliges - Joggingrevier im Sommer mal angucken. Hoffentlich ist bis dahin wieder ein bißchen "Gras drüber gewachsen".
Ohne direkte Einsicht zu haben, stellt sich mir mal wieder die Frage: muß das sein??
Dienstag, 10. April 2012
April
Ostern ist vorbei. Sophie war mit den Kindern in Québec. Ich habe mir eine Auszeit genommen. Kein Fußballtraining, kein Schwimmkurs, kein Taek Wan Do, kein Kindergeburtstag, kurz, einach mal nichts.
Freitag hoch - in Begleitung von drei anderen "Bikern" und Kai hat dann noch im Chalet mit übernachtet. Keinerlei Schnee mehr und selbst das Eis auf dem See ist ca. drei Wochen eher abgetaucht als z.B. letztes Jahr.
Kai hat ein paar Bilder geschossen - ich hatte keine "Muse".
Am Freitag Abend sind wir mal kurz den Berg hochgelaufen und es war gerade Sonnenuntergang. Schöne Stimmung.
Am Samstag habe ich aufgeräumt, Holz umgestapelt (nach dem Winter ist vor dem Winter) und ansonsten ist das ja meine Spielwiese. D.h. ich kann da wochenlang "rumbasteln" weil es immer was zu tun gibt. Z.B. endlich mal den Kamin richtig befestigen bevor es das Teil beim nächsten Sturm runterbläst, die Regenrinne endlich noch ranmachen, usw., usw.
Am Nachmittag kam aber gut die Sonne raus und es waren richtig angenehme Temperaturen und ich konnte nicht widerstehen: also bin ich ein bißchen mit dem Motorrad rumgedüst. Dabei habe ich dann ein paar "abgelegene" Ecken besucht, d.h. ich bin irgendwelche Feldwege reingefahren. Wahnsinn. Was es da für fertige Hütten gibt kann man sich nicht vorstellen. Ärmlichste Behausungen, halb eingestürzte Scheunen. Man weiß immer gar nicht genau ob die Hütten nicht eventuell schon seit etlichen Jahren leer stehen und dem Verfall preisgegeben sind oder ob da tatsächlich noch irgendjemand wohnt. Ich hatte leider keinen Foto dabei aber bei meiner nächsten Tour werde ich das mal dokumentieren. Unvorstellbar wie da noch Leute vor sich hin vegetieren denn offensichtlich leben da Menschen. In Hammerarmut und echt fertig. Müll überall, alte schrottreife Autos wie überall in der USA.
Themawechsel. In der hiesigen Presse habe ich kein Wort über Grass gelesen. Was ne Aufregung weil mal endlich einer was öffentlich gegen Israel sagt. Sag ich schon lange - hat aber nix mit der Religion zu tun sondern stellt lediglich Kritik am Staate Israel dar. Ist ja auch klasse, daß die deutsche Regierung und auch die EU sich immer hinstellen und sagen: wir sind die besten und unerschütterlichsten Freunde Israels, gleichzeitig aber "klammheimlich" die größten finanziellen Unterstützer (gott sei Dank) der Palästinenser sind. Vor ca. 5 Jahren habe ich mal am sogenannten "McGill Middle East Program (MMEP)" teilnehmen dürfen und ich habe die schiere Verzweiflung und totale Resignation der jungen Palästinenser erlebt. Traurig. Sehr traurig. Ich frage mich oft, wie es sowas im Jahre 2012 immer noch geben kann?? Wenn man mich vor dreißig Jahren gefragt hätte wie die Welt im Jahr 2012 aussehen könnte, hätte ich gesagt: konfliktfrei, friedlich, aufgeschlossen, umweltfreundlich, respektvoll, usw. - dem ist noch nicht ganz so. Also, letztlich hat Grass mal wieder eine Diskussion angeschoben welche die deutsche Gesellschaft hoffentlich weiterbringt. Hoffentlich auch die Situation der Palästinenser. Klar Stellung beziehen, basierend auf unseren freiheitlich demokratischen Grundwerten ohne polemisch zu werden oder die Vergangenheit komplett auszuklammern. Komplexes Thema. Trotzdem tendiere ich intuitiv eher pro-Grass als contra. A propos: wieso ist das eigentlich ein "Gedicht"??? Michi, du warst doch in Germanistik und auch literarisch immer gut?? Erklär mir das mal.
Freitag hoch - in Begleitung von drei anderen "Bikern" und Kai hat dann noch im Chalet mit übernachtet. Keinerlei Schnee mehr und selbst das Eis auf dem See ist ca. drei Wochen eher abgetaucht als z.B. letztes Jahr.
Kai hat ein paar Bilder geschossen - ich hatte keine "Muse".
Am Freitag Abend sind wir mal kurz den Berg hochgelaufen und es war gerade Sonnenuntergang. Schöne Stimmung.
Am Samstag habe ich aufgeräumt, Holz umgestapelt (nach dem Winter ist vor dem Winter) und ansonsten ist das ja meine Spielwiese. D.h. ich kann da wochenlang "rumbasteln" weil es immer was zu tun gibt. Z.B. endlich mal den Kamin richtig befestigen bevor es das Teil beim nächsten Sturm runterbläst, die Regenrinne endlich noch ranmachen, usw., usw.
Am Nachmittag kam aber gut die Sonne raus und es waren richtig angenehme Temperaturen und ich konnte nicht widerstehen: also bin ich ein bißchen mit dem Motorrad rumgedüst. Dabei habe ich dann ein paar "abgelegene" Ecken besucht, d.h. ich bin irgendwelche Feldwege reingefahren. Wahnsinn. Was es da für fertige Hütten gibt kann man sich nicht vorstellen. Ärmlichste Behausungen, halb eingestürzte Scheunen. Man weiß immer gar nicht genau ob die Hütten nicht eventuell schon seit etlichen Jahren leer stehen und dem Verfall preisgegeben sind oder ob da tatsächlich noch irgendjemand wohnt. Ich hatte leider keinen Foto dabei aber bei meiner nächsten Tour werde ich das mal dokumentieren. Unvorstellbar wie da noch Leute vor sich hin vegetieren denn offensichtlich leben da Menschen. In Hammerarmut und echt fertig. Müll überall, alte schrottreife Autos wie überall in der USA.
Themawechsel. In der hiesigen Presse habe ich kein Wort über Grass gelesen. Was ne Aufregung weil mal endlich einer was öffentlich gegen Israel sagt. Sag ich schon lange - hat aber nix mit der Religion zu tun sondern stellt lediglich Kritik am Staate Israel dar. Ist ja auch klasse, daß die deutsche Regierung und auch die EU sich immer hinstellen und sagen: wir sind die besten und unerschütterlichsten Freunde Israels, gleichzeitig aber "klammheimlich" die größten finanziellen Unterstützer (gott sei Dank) der Palästinenser sind. Vor ca. 5 Jahren habe ich mal am sogenannten "McGill Middle East Program (MMEP)" teilnehmen dürfen und ich habe die schiere Verzweiflung und totale Resignation der jungen Palästinenser erlebt. Traurig. Sehr traurig. Ich frage mich oft, wie es sowas im Jahre 2012 immer noch geben kann?? Wenn man mich vor dreißig Jahren gefragt hätte wie die Welt im Jahr 2012 aussehen könnte, hätte ich gesagt: konfliktfrei, friedlich, aufgeschlossen, umweltfreundlich, respektvoll, usw. - dem ist noch nicht ganz so. Also, letztlich hat Grass mal wieder eine Diskussion angeschoben welche die deutsche Gesellschaft hoffentlich weiterbringt. Hoffentlich auch die Situation der Palästinenser. Klar Stellung beziehen, basierend auf unseren freiheitlich demokratischen Grundwerten ohne polemisch zu werden oder die Vergangenheit komplett auszuklammern. Komplexes Thema. Trotzdem tendiere ich intuitiv eher pro-Grass als contra. A propos: wieso ist das eigentlich ein "Gedicht"??? Michi, du warst doch in Germanistik und auch literarisch immer gut?? Erklär mir das mal.
Donnerstag, 5. April 2012
Betrachtung Montreals in der Springer Presse
Montreal - kalt, aber herzlich
well, wenn man von den drei Wochen im Juli, August mit 40 Grad mal absieht ...
Französische Lebensart trifft auf kanadischen Pragmatismus: Montreal ist die liberalste Metropole Nordamerikas. Selbst im langen Winter lassen sich die Bewohner ihre Freiheit und Lebenslust nicht nehmen Von Henning Kruse
WELT am SONNTAG
Montreal macht es dem Besucher anfangs nicht leicht. Der Weg vom Flughafen in die Innenstadt gleicht einer Buckelpiste. Der Highway ist voller Schlaglöcher. Die engen Ein- und Ausfahrten und das Brückengewirr, je näher die Stadt kommt, wirken fast schon beängstigend. Dazu der Blick auf eine Skyline, die im nordamerikanischen Vergleich ein bisschen kümmerlich aussieht.
Stimmt - leider.
Doch wer Montreal als graue, gesichtslose Stadt abheftet, der irrt. Vielmehr lohnt es sich, genau hinzuschauen und einzutauchen in die Stadt, die genau genommen aus mehreren kleinen Städten besteht: einem französischen Teil im Osten, einem britisch geprägten Viertel im Westen, einer modernen Innenstadt, dem alten Kern mit Hafen im Norden und einer hügeligen Parklandschaft im Süden. Man könnte es auch soziokulturell formulieren. In der zweitgrößten Stadt Kanadas trifft Europa auf Nordamerika, französische Lebensart auf kanadischen Pragmatismus. Im Ergebnis ist Montreal die liberalste Metropole Nordamerikas. Dieser Amsterdam-ähnliche Ruf hat sich an der Ostküste herumgesprochen. Auch junge Leute aus New York und Boston kommen zum Feiern. In den Studentenvierteln und Parks können sie dann unbehelligt Alkohol trinken und sogar öffentlich Joints rauchen - ohne dass die Polizei groß einschreiten würde. Sperrstunde ist erst um 3 Uhr morgens. Auch für Junggesellenabschiede ist die Stadt wegen ihrer Nachtklubs und Strip-Lokale ein beliebtes Ziel.
stimmt auch - vor allem braucht es in Montreal die vollkommen schwachsinnigen braunen Tüten nicht mehr, d.h. ich kann mit einer gekauften Flasche Wein tatsächlich einfach in der Öffentlichkeit rumsappen - wahnsinn - im Gegensatz zur USA und Ontario usw. wo die ganze Prohibition immer noch nachwirkt
Schon John Lennon machte sich die liberale Einstellung zunutze. Sein legendäres "Bed-in" hielt er 1969 bezeichnenderweise zunächst in Amsterdam und dann im "Queen Elizabeth Hotel" in der Montrealer Innenstadt ab. Die USA hatten ihn aufgrund einer Verurteilung wegen Cannabis-Besitzes nicht einreisen lassen. Doch Montreals gewisse Leichtigkeit des Seins wird in anderen Teilen Kanadas durchaus kritisch gesehen. Schließlich dürfen die reichen, mit Bodenschätzen gesegneten Provinzen jedes Jahr Milliarden kanadische Dollar an das bedürftige Quebec überweisen. Diese Wirtschaftshilfe soll den Bundesstaat Kanada zusammenhalten und die überwiegend französischsprachige Bevölkerung in Quebec davon abhalten, nach zwei knapp gescheiterten Anläufen in der Vergangenheit nicht noch ein drittes Referendum zur Unabhängigkeit abzuhalten.
kann ich mir momentan nicht vorstellen und auch in den nächsten 20 Jahren nicht - ein drittes Referendum meine ich - unwahrscheinlich - ausser die Regierung Harper schafft es nochmal total zu provozieren - dann vielleicht
Trotz einer immensen Verschuldung kann sich Montreal daher einige Extras leisten: So gönnt sich die Stadt gerade den Neubau eines Konzertsaales im Museumsquartier, den ab 2012 das Orchestre symphonique de Montréal unter Kent Nagano bespielen wird.
Gerade in der Kultur sieht die Stadt die Chance, ihr Anderssein und europäisches Erbe zu betonen. Dutzende Festivals finden im Jahr statt. Namhaft sind vor allem das Jazz- und Filmfestival sowie das Lichtfest "Montreal High Lights". Und seit vorigem Jahr gibt es den Montreal Museum Pass, der für knapp 35 Euro Zugang zu 35 Museen bietet. Das Musée des Beaux-Arts de Montréal ist dabei eines der herausragendsten Ziele: Das Museum beherbergt eine der besten Gemäldesammlungen Nordamerikas von Hans Memling bis Pablo Picasso. Berühmt ist es auch für seine Sonderausstellungen. Zuletzt lief dort die erste umfassende Werkschau in Nordamerika über das Schaffen des deutschen Malers Otto Dix. Gleichwohl: Deutsche Kultur kommt nur zu Besuch. In der Stadt dominieren der englische und vor allem französische Einfluss - nichts umsonst gilt der Großraum auch als zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt nach Paris.
na ja, mag sein
Seinen unverwechselbaren Charme entwickelt Montreal dann auch auf der östlichen, französischen Seite, dem Plateau Mont-Royal. Wie fast die ganze Stadt wurde dieses Viertel zwar auf dem Reißbrett geplant. Boulevards wechseln sich ab mit kleinen Wohnstraßen und Parks. Doch die Bebauung ist nicht steinern-großstädtisch, sondern bescheiden. Die Häuser zählen meist nur zwei bis drei Stockwerke. Obere Wohnungen sind häufig nur über die für Montreal so charakteristischen eisernen Außentreppen zu erreichen, die an Feuerleitern erinnern. Noch heute schlägt auf dem Plateau das französische Herz der Stadt. "Chocolatier", "Patisserie" oder "Boulangerie" steht auf den Schildern (ohne die sonst in der Stadt obligatorische englische Übersetzung).
Plateau ist schon cool, muß ich sagen - und wir sind echt mittendrin - das war ein Glücksgriff
70 Prozent der Montrealer haben als Muttersprache Französisch, und dieses sprachliche und kulturelle Erbe wird - wenn auch sanft - verteidigt.
na ja, wird schon ein wenig härter verteidigt - mit Gesetzen und praktisch jeden Tag in irgend einer Form
Ausdruck der französischen Lebensart sind die unzähligen Restaurants, Cafés und Bistros, die sich vor allem auf und neben dem Boulevard Saint-Laurent und der Rue Saint-Denis verteilen. Oder die Baguetterien und Feinkostläden, die eine für Nordamerika ungewöhnliche Vielfalt an Käse und Brot bieten. Gut essen und kochen gelten in "La belle", wie Montreal in der Provinz genannt wird, als Kulturgut. Regelmäßige Restaurantbesuche sind daher Bürgerpflicht. Über 6000 Lokale zählt die Stadt. Zum "savoir vivre" passt, dass auf die Provinz Quebec knapp die Hälfte des gesamten jährlichen Rotwein-Konsums in Kanada entfallen soll. Ein weiteres französisches Erbe: Montreal ist Kanadas Zentrum für Mode und Design. So trug die Stadt 2006 nicht von ungefähr den Titel "Unesco City of design". Auf dem Plateau finden sich viele Boutiquen und Modegeschäfte in der lebendigen Avenue du Mont Royal und der Rue Saint-Catherine. Zweimal im Jahr veranstalten junge Designer einen großen Verkauf im Marché Bonsecours, einer altehrwürdigen Markthalle am Hafen. Dazu haben in der Stadt zuletzt zahlreiche Boutique-Hotels mit verspielt-bunter Einrichtung eröffnet, die sich an trendbewusstes Publikum wenden.
stimmt
Montreal ist allerdings ein Mix vieler Kulturen. Neben dem frankofonen Übergewicht gibt es Little Italy, Chinatown, eine stark wachsende Maghreb-Gemeinde und Zuwanderer aus Haiti. Westlich vom Hausberg Mont Royal - dem Namensgeber der Stadt - hat sich bereits seit Jahrhunderten die größte Minderheit der Stadt niedergelassen: Im Viertel Westmount residiert die englisch geprägte Oberschicht. Grandiose Villen und schlossähnliche Anwesen im viktorianischen Stil zeugen vom alten Reichtum. Pelzhandel und Hafen hatten Montreal im 18. und 19. Jahrhundert zu einer der reichsten Städte Nordamerikas gemacht. Dann folgten Industrialisierung und die Eisenbahn. Montreal stieg zum zweitgrößten Güterumschlagplatz von ganz Nordamerika nach New York auf. Trotz einer überwiegend französischsprachigen Bevölkerung lag die wirtschaftliche Macht meist in englischer Hand.
stimmt - aber die "Teilung" löst sich so langsam etwas auf - immer mehr anglophone ziehen nach Osten, also in den eher frankophonen Teil und auch umgekehrt gehen viele frankophone Einwanderer nach "Westen", also in den anglophonen Teil der Stadt
Diese Teilung ist bis heute selbst in der Innenstadt ablesbar. In der Kneipenstraße Rue Crecent geht es am Wochenende nicht anders zu als in London oder Manchester, man trinkt lieber Bier als Wein. Selbst Ex-Rennfahrer Jacques Villeneuve hat sich den Sitten angepasst und sein hiesiges Edelrestaurant - getreu der englischen Übersetzung seines Nachnamens - "Newtown" genannt.
Newtown ist - soweit ich weiß - total out und keine Sau geht da mehr hin
Von der Pub-Meile ist es nicht mehr weit in den "neutralen" Teil der Innenstadt. Neben Bürotürmen - keiner darf höher sein als der 233 Meter hohe Hausberg - finden sich hier die großen Kaufhäuser und natürlich die "Ville Souterraine", die unterirdische wetterfeste Einkaufstadt. In den vergangenen Jahrzehnten ist hier ein klimatisiertes Konsum-Labyrinth mit Passagen und Galerien entstanden. Über 2000 Geschäfte und 200 Restaurants sind inzwischen angeschlossen. Auch alle wichtigen Bürogebäude, Hotels und Metro-Stationen wurden unterirdisch miteinander verbunden. Sogar eine Kirche. In den bitterkalten Wintern findet dann das ganze Leben im Zentrum unter Tage statt. Pendler gelangen von der Metrostation direkt unterirdisch zu ihren Büros. Und am Feierabend geht es gleich weiter ins Kino, Theater oder Restaurant. Man kann einen ganzen Tag durch die Galerien bummeln - ohne einmal in die Kälte zu müssen. Der Winter schränkt die Einwohner zwar ein, lässt ihnen aber ihre geliebte Freiheit.
na ja, Tourigeschwätzausserdem sind die Winter auch nicht mehr das, was sie einmal waren ....
Mobilität ist wichtig in Montreal. Davon können sogar andere Städte lernen. Vor zwei Jahren führte die Stadt ein Fahrradsystem namens Bixi ein. Mittlerweile kann man an 400 mit Solarstrom betriebenen Stationen Fahrräder ausleihen. Innerhalb der ersten halben Stunde ist dies kostenlos. 5000 Räder stehen zur Verfügung. Die Bixis lösten eine kleine Revolution aus: Der Autoverkehr ging merklich zurück, dafür wurden überall neue Fahrradwege ausgewiesen.
halte ich für ein totales Gerücht - jeden Tag Stau, etc., da ändern ein paar "Radfahrer" nicht viel dran ............ - leider trotzdem gibt es ein paar gute Ideen (z.B. Communauto - ein Carsharing system) - aber was den öffentlichen Nahverkehr anbelangt ist Montreal noch weit hinter den meisten europäischen Großstädten zurück
Der Bixi-Erfinder hat das System mittlerweile nach London, Melbourne und Minneapolis verkauft. Allerdings weist das Konzept gerade in einer hügeligen Stadt wie Montreal auch ökologische Schwächen auf: Denn die Bixis sind morgens für Abfahrten in die tiefer liegende Innenstadt beliebt. Abends nehmen die Pendler und Studenten aber lieber die Metro. Die Räder müssen dann täglich wieder mit Transportern zu den Stationen hinaufgekarrt werden.
stimmt - trotzdem habe ich ein Bixi Abo und finde es eigentlich ganz praktisch - aber der Service läßt von Jahr zu Jahr mehr zu wünschen übrig. D.h. beschädigte Fahrräder, nicht funktionierende Stationen, komplett überfüllte Stationen, nicht "erschlossene" Stadtteile (kann ich also mein Fahrrad gar nicht abstellen), etc.
well, wenn man von den drei Wochen im Juli, August mit 40 Grad mal absieht ...
Französische Lebensart trifft auf kanadischen Pragmatismus: Montreal ist die liberalste Metropole Nordamerikas. Selbst im langen Winter lassen sich die Bewohner ihre Freiheit und Lebenslust nicht nehmen Von Henning Kruse
WELT am SONNTAG
Montreal macht es dem Besucher anfangs nicht leicht. Der Weg vom Flughafen in die Innenstadt gleicht einer Buckelpiste. Der Highway ist voller Schlaglöcher. Die engen Ein- und Ausfahrten und das Brückengewirr, je näher die Stadt kommt, wirken fast schon beängstigend. Dazu der Blick auf eine Skyline, die im nordamerikanischen Vergleich ein bisschen kümmerlich aussieht.
Stimmt - leider.
Doch wer Montreal als graue, gesichtslose Stadt abheftet, der irrt. Vielmehr lohnt es sich, genau hinzuschauen und einzutauchen in die Stadt, die genau genommen aus mehreren kleinen Städten besteht: einem französischen Teil im Osten, einem britisch geprägten Viertel im Westen, einer modernen Innenstadt, dem alten Kern mit Hafen im Norden und einer hügeligen Parklandschaft im Süden. Man könnte es auch soziokulturell formulieren. In der zweitgrößten Stadt Kanadas trifft Europa auf Nordamerika, französische Lebensart auf kanadischen Pragmatismus. Im Ergebnis ist Montreal die liberalste Metropole Nordamerikas. Dieser Amsterdam-ähnliche Ruf hat sich an der Ostküste herumgesprochen. Auch junge Leute aus New York und Boston kommen zum Feiern. In den Studentenvierteln und Parks können sie dann unbehelligt Alkohol trinken und sogar öffentlich Joints rauchen - ohne dass die Polizei groß einschreiten würde. Sperrstunde ist erst um 3 Uhr morgens. Auch für Junggesellenabschiede ist die Stadt wegen ihrer Nachtklubs und Strip-Lokale ein beliebtes Ziel.
stimmt auch - vor allem braucht es in Montreal die vollkommen schwachsinnigen braunen Tüten nicht mehr, d.h. ich kann mit einer gekauften Flasche Wein tatsächlich einfach in der Öffentlichkeit rumsappen - wahnsinn - im Gegensatz zur USA und Ontario usw. wo die ganze Prohibition immer noch nachwirkt
Schon John Lennon machte sich die liberale Einstellung zunutze. Sein legendäres "Bed-in" hielt er 1969 bezeichnenderweise zunächst in Amsterdam und dann im "Queen Elizabeth Hotel" in der Montrealer Innenstadt ab. Die USA hatten ihn aufgrund einer Verurteilung wegen Cannabis-Besitzes nicht einreisen lassen. Doch Montreals gewisse Leichtigkeit des Seins wird in anderen Teilen Kanadas durchaus kritisch gesehen. Schließlich dürfen die reichen, mit Bodenschätzen gesegneten Provinzen jedes Jahr Milliarden kanadische Dollar an das bedürftige Quebec überweisen. Diese Wirtschaftshilfe soll den Bundesstaat Kanada zusammenhalten und die überwiegend französischsprachige Bevölkerung in Quebec davon abhalten, nach zwei knapp gescheiterten Anläufen in der Vergangenheit nicht noch ein drittes Referendum zur Unabhängigkeit abzuhalten.
kann ich mir momentan nicht vorstellen und auch in den nächsten 20 Jahren nicht - ein drittes Referendum meine ich - unwahrscheinlich - ausser die Regierung Harper schafft es nochmal total zu provozieren - dann vielleicht
Trotz einer immensen Verschuldung kann sich Montreal daher einige Extras leisten: So gönnt sich die Stadt gerade den Neubau eines Konzertsaales im Museumsquartier, den ab 2012 das Orchestre symphonique de Montréal unter Kent Nagano bespielen wird.
Gerade in der Kultur sieht die Stadt die Chance, ihr Anderssein und europäisches Erbe zu betonen. Dutzende Festivals finden im Jahr statt. Namhaft sind vor allem das Jazz- und Filmfestival sowie das Lichtfest "Montreal High Lights". Und seit vorigem Jahr gibt es den Montreal Museum Pass, der für knapp 35 Euro Zugang zu 35 Museen bietet. Das Musée des Beaux-Arts de Montréal ist dabei eines der herausragendsten Ziele: Das Museum beherbergt eine der besten Gemäldesammlungen Nordamerikas von Hans Memling bis Pablo Picasso. Berühmt ist es auch für seine Sonderausstellungen. Zuletzt lief dort die erste umfassende Werkschau in Nordamerika über das Schaffen des deutschen Malers Otto Dix. Gleichwohl: Deutsche Kultur kommt nur zu Besuch. In der Stadt dominieren der englische und vor allem französische Einfluss - nichts umsonst gilt der Großraum auch als zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt nach Paris.
na ja, mag sein
Seinen unverwechselbaren Charme entwickelt Montreal dann auch auf der östlichen, französischen Seite, dem Plateau Mont-Royal. Wie fast die ganze Stadt wurde dieses Viertel zwar auf dem Reißbrett geplant. Boulevards wechseln sich ab mit kleinen Wohnstraßen und Parks. Doch die Bebauung ist nicht steinern-großstädtisch, sondern bescheiden. Die Häuser zählen meist nur zwei bis drei Stockwerke. Obere Wohnungen sind häufig nur über die für Montreal so charakteristischen eisernen Außentreppen zu erreichen, die an Feuerleitern erinnern. Noch heute schlägt auf dem Plateau das französische Herz der Stadt. "Chocolatier", "Patisserie" oder "Boulangerie" steht auf den Schildern (ohne die sonst in der Stadt obligatorische englische Übersetzung).
Plateau ist schon cool, muß ich sagen - und wir sind echt mittendrin - das war ein Glücksgriff
70 Prozent der Montrealer haben als Muttersprache Französisch, und dieses sprachliche und kulturelle Erbe wird - wenn auch sanft - verteidigt.
na ja, wird schon ein wenig härter verteidigt - mit Gesetzen und praktisch jeden Tag in irgend einer Form
Ausdruck der französischen Lebensart sind die unzähligen Restaurants, Cafés und Bistros, die sich vor allem auf und neben dem Boulevard Saint-Laurent und der Rue Saint-Denis verteilen. Oder die Baguetterien und Feinkostläden, die eine für Nordamerika ungewöhnliche Vielfalt an Käse und Brot bieten. Gut essen und kochen gelten in "La belle", wie Montreal in der Provinz genannt wird, als Kulturgut. Regelmäßige Restaurantbesuche sind daher Bürgerpflicht. Über 6000 Lokale zählt die Stadt. Zum "savoir vivre" passt, dass auf die Provinz Quebec knapp die Hälfte des gesamten jährlichen Rotwein-Konsums in Kanada entfallen soll. Ein weiteres französisches Erbe: Montreal ist Kanadas Zentrum für Mode und Design. So trug die Stadt 2006 nicht von ungefähr den Titel "Unesco City of design". Auf dem Plateau finden sich viele Boutiquen und Modegeschäfte in der lebendigen Avenue du Mont Royal und der Rue Saint-Catherine. Zweimal im Jahr veranstalten junge Designer einen großen Verkauf im Marché Bonsecours, einer altehrwürdigen Markthalle am Hafen. Dazu haben in der Stadt zuletzt zahlreiche Boutique-Hotels mit verspielt-bunter Einrichtung eröffnet, die sich an trendbewusstes Publikum wenden.
stimmt
Montreal ist allerdings ein Mix vieler Kulturen. Neben dem frankofonen Übergewicht gibt es Little Italy, Chinatown, eine stark wachsende Maghreb-Gemeinde und Zuwanderer aus Haiti. Westlich vom Hausberg Mont Royal - dem Namensgeber der Stadt - hat sich bereits seit Jahrhunderten die größte Minderheit der Stadt niedergelassen: Im Viertel Westmount residiert die englisch geprägte Oberschicht. Grandiose Villen und schlossähnliche Anwesen im viktorianischen Stil zeugen vom alten Reichtum. Pelzhandel und Hafen hatten Montreal im 18. und 19. Jahrhundert zu einer der reichsten Städte Nordamerikas gemacht. Dann folgten Industrialisierung und die Eisenbahn. Montreal stieg zum zweitgrößten Güterumschlagplatz von ganz Nordamerika nach New York auf. Trotz einer überwiegend französischsprachigen Bevölkerung lag die wirtschaftliche Macht meist in englischer Hand.
stimmt - aber die "Teilung" löst sich so langsam etwas auf - immer mehr anglophone ziehen nach Osten, also in den eher frankophonen Teil und auch umgekehrt gehen viele frankophone Einwanderer nach "Westen", also in den anglophonen Teil der Stadt
Diese Teilung ist bis heute selbst in der Innenstadt ablesbar. In der Kneipenstraße Rue Crecent geht es am Wochenende nicht anders zu als in London oder Manchester, man trinkt lieber Bier als Wein. Selbst Ex-Rennfahrer Jacques Villeneuve hat sich den Sitten angepasst und sein hiesiges Edelrestaurant - getreu der englischen Übersetzung seines Nachnamens - "Newtown" genannt.
Newtown ist - soweit ich weiß - total out und keine Sau geht da mehr hin
Von der Pub-Meile ist es nicht mehr weit in den "neutralen" Teil der Innenstadt. Neben Bürotürmen - keiner darf höher sein als der 233 Meter hohe Hausberg - finden sich hier die großen Kaufhäuser und natürlich die "Ville Souterraine", die unterirdische wetterfeste Einkaufstadt. In den vergangenen Jahrzehnten ist hier ein klimatisiertes Konsum-Labyrinth mit Passagen und Galerien entstanden. Über 2000 Geschäfte und 200 Restaurants sind inzwischen angeschlossen. Auch alle wichtigen Bürogebäude, Hotels und Metro-Stationen wurden unterirdisch miteinander verbunden. Sogar eine Kirche. In den bitterkalten Wintern findet dann das ganze Leben im Zentrum unter Tage statt. Pendler gelangen von der Metrostation direkt unterirdisch zu ihren Büros. Und am Feierabend geht es gleich weiter ins Kino, Theater oder Restaurant. Man kann einen ganzen Tag durch die Galerien bummeln - ohne einmal in die Kälte zu müssen. Der Winter schränkt die Einwohner zwar ein, lässt ihnen aber ihre geliebte Freiheit.
na ja, Tourigeschwätzausserdem sind die Winter auch nicht mehr das, was sie einmal waren ....
Mobilität ist wichtig in Montreal. Davon können sogar andere Städte lernen. Vor zwei Jahren führte die Stadt ein Fahrradsystem namens Bixi ein. Mittlerweile kann man an 400 mit Solarstrom betriebenen Stationen Fahrräder ausleihen. Innerhalb der ersten halben Stunde ist dies kostenlos. 5000 Räder stehen zur Verfügung. Die Bixis lösten eine kleine Revolution aus: Der Autoverkehr ging merklich zurück, dafür wurden überall neue Fahrradwege ausgewiesen.
halte ich für ein totales Gerücht - jeden Tag Stau, etc., da ändern ein paar "Radfahrer" nicht viel dran ............ - leider trotzdem gibt es ein paar gute Ideen (z.B. Communauto - ein Carsharing system) - aber was den öffentlichen Nahverkehr anbelangt ist Montreal noch weit hinter den meisten europäischen Großstädten zurück
Der Bixi-Erfinder hat das System mittlerweile nach London, Melbourne und Minneapolis verkauft. Allerdings weist das Konzept gerade in einer hügeligen Stadt wie Montreal auch ökologische Schwächen auf: Denn die Bixis sind morgens für Abfahrten in die tiefer liegende Innenstadt beliebt. Abends nehmen die Pendler und Studenten aber lieber die Metro. Die Räder müssen dann täglich wieder mit Transportern zu den Stationen hinaufgekarrt werden.
stimmt - trotzdem habe ich ein Bixi Abo und finde es eigentlich ganz praktisch - aber der Service läßt von Jahr zu Jahr mehr zu wünschen übrig. D.h. beschädigte Fahrräder, nicht funktionierende Stationen, komplett überfüllte Stationen, nicht "erschlossene" Stadtteile (kann ich also mein Fahrrad gar nicht abstellen), etc.
Dienstag, 3. April 2012
Promotion für Montreal
http://www.youtube.com/watch?v=ivlM4bhepMs&feature=youtu.be
Nun, blöd wie ich bin, habe ich nicht nein gesagt als man mich vor ein paar Monaten gefragt hat ob ich nicht die "Rue Sherbrooke" präsentieren könnte. In einem Werbefilmchen. Davon sollen insgesamt 12 Stück entstehen und die Stadtteile Notre-Dame-de-Grâce (wo ich arbeite und seit 14 Jahren mein Büro habe) und Cote-des-Neige präsentieren. Ist so `ne Imagegeschichte.
Logisch. Kein Problem, dachte ich mir. Stell ich mich halt hin und erzähl ein bisschen von einer Straße. Ohne Texte, Vorbereitung oder sonstwas. Fürs TV und so und vor allem auf französisch. Mei, war das eine Katastrophe. Die Bilder sind aber ganz ordentlich und irgendwie hat die Technikcrew mein "Gestammel" auch noch hingebogen. Ich glaube, die haben die einzigen drei brauchbaren und zusammenhängenden Sätze eingebunden. Ein Wahnsinn. Es wird mir eine Lehre sein.
Einige der Clips sind aber wirklich gut und interessant weil man mehrere der weniger bekannten Seiten Montreals sieht. Z.B. einen meiner Lieblingsplätze, den gigantischen Friedhof oder auch das Oratoire Saint Joseph. Die Videos werden so nach und nach in den nächsten Wochen veröffentlicht. Und immerhin bin ich ja auch Gründungsmitglied der Umweltkooperative in welcher die Aufnahmen gemacht wurden. Darauf, das muß ich sagen, bin auch durchaus ein wenig Stolz denn die Coop hat mittlerweile - sage und schreibe - 8000 Mitglieder und schreibt eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. www.cooplamaisonverte.com
Nun, blöd wie ich bin, habe ich nicht nein gesagt als man mich vor ein paar Monaten gefragt hat ob ich nicht die "Rue Sherbrooke" präsentieren könnte. In einem Werbefilmchen. Davon sollen insgesamt 12 Stück entstehen und die Stadtteile Notre-Dame-de-Grâce (wo ich arbeite und seit 14 Jahren mein Büro habe) und Cote-des-Neige präsentieren. Ist so `ne Imagegeschichte.
Logisch. Kein Problem, dachte ich mir. Stell ich mich halt hin und erzähl ein bisschen von einer Straße. Ohne Texte, Vorbereitung oder sonstwas. Fürs TV und so und vor allem auf französisch. Mei, war das eine Katastrophe. Die Bilder sind aber ganz ordentlich und irgendwie hat die Technikcrew mein "Gestammel" auch noch hingebogen. Ich glaube, die haben die einzigen drei brauchbaren und zusammenhängenden Sätze eingebunden. Ein Wahnsinn. Es wird mir eine Lehre sein.
Einige der Clips sind aber wirklich gut und interessant weil man mehrere der weniger bekannten Seiten Montreals sieht. Z.B. einen meiner Lieblingsplätze, den gigantischen Friedhof oder auch das Oratoire Saint Joseph. Die Videos werden so nach und nach in den nächsten Wochen veröffentlicht. Und immerhin bin ich ja auch Gründungsmitglied der Umweltkooperative in welcher die Aufnahmen gemacht wurden. Darauf, das muß ich sagen, bin auch durchaus ein wenig Stolz denn die Coop hat mittlerweile - sage und schreibe - 8000 Mitglieder und schreibt eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. www.cooplamaisonverte.com
Donnerstag, 29. März 2012
nochmal Studis
Gestern Nachmittag, Metro Mont Royal - jede Menge Bullenfahrzeuge, aber echt jede Menge. Der Höhepunkt war aber dann der "Überflug" von 6 Helikoptern im Konvoi. Alter Schwede .....
Was wohl die Hubschrauber mit einer Demonstration zu tun haben??
wie in Vietnam damals
Was wohl die Hubschrauber mit einer Demonstration zu tun haben??
wie in Vietnam damals
Montag, 26. März 2012
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