Montag, 26. September 2022

Ein Pottler ist in town

 


Kaddl hat uns einen ihrer - extrem sympathischen - Ruhrpott Kumpels vorbeigeschickt. Kai hat die Ostküste abgeklappert. Mit Mustang Cabrio und extrem guter Sound Anlage. Dat pumpt. Alter.

Ich musste ihn natürlich spontan hoch zum See schleppen - allerdings ist die Kiste nicht spezifisch für Schotterpisten gemacht. Da ist die GS die bessere Wahl. 



 

 

Sonntag, 18. September 2022

Alter, krass was in Montreal gerade abgeht - nicht gut!

Aus welchem Grund auch immer scheint die Sicherheitslage in Montreal irgendwie ausser Kontrolle geraten zu sein. 

Ständig, nahezu täglich und mit schon fast atemberaubender Sicherheit, gibt es Schießereien und Morde bzw. Anschläge. Das gab es früher, zumindest in dieser Form, nicht. Da hat die Mafia sich gelegentlich  gegenseitig ausgeknipst oder die Hells Angels haben andere Kriminelle erledigt. Da ging es um Korruption und vor allem um Drogen. Auftragsmorde im kriminellen Milieu bzw. innerhalb der organisierten Kriminalität.

Aber was momentan abgeht ist unglaublich und atemberaubend. 

Dazu passt, dass Lili am Freitag Abend einen "Notruf" abgesetzt hat und wollte ganz schnell aus einem Park abgeholt werden weil es drunter und drüber ging. 

Sie war mit Freunden bei einer Fete in einem Park (Jarry) und dabei ist eine Gruppe von ca. 50 feiernden Kids (inklusive Lili) von anderen Jugendlichen, welche maskiert waren, mit Pfefferspray angegriffen worden. 

Lili sprach von totalen Chaos und wollte nur noch heim. Sie war zufällig gerade etwas abseits gestanden und ist dann geflüchtet bzw. konnte weglaufen.

Dann, und das hat mit der Insgesamtsituation in Montreal wohl eher wenig zu tun folgendes: 

Émile und ich sitzen am Freitag, nach dem Abendessen, noch vor dem Computer und spielen so ein "geolocation" Spiel. Macht Spaß, der Computer gibt dir irgendeine Gegend auf auf dieser Welt vor und du musst vermuten oder herausfinden wo das sein könnte.

Lili war bereits bei ihren Freunden im Park, dachte ich zumindest. Bei uns, bzw. bei mir, steht die Haustür eigentlich fast immer offen. Nur die äußere Glastür ist zu.  Wir "daddeln" also ganz entspannt am Rechner als ich die Tür aufgehen höre und jemand kommt rein. Von der Küche aus sehe ich nicht wer da gerade reinkommt. Ich dachte es wäre vielleicht Lili, Sophie oder unsere Mieterin oder einer der Nachbarn oder ein Freund oder Freundin. Die kommen eigentlich alle rein ohne anzuklopfen oder zu klingeln. Vollkommen normal.  

Wir haben uns also absolut nichts dabei gedacht.

Dem war aber nicht so. Plötzlich steht da dieser vollkommen fremde unbekannte Typ bei uns in der Küche. Wir:  "what the fuck". Emile und ich sind sofort "aufgeschreckt" und wollten uns schon durch die Terrassentür nach draußen "retten", man weiß ja nie, der Typ schien relativ verwirrt zu sein, war aber, soweit ich dass im Bruchteil der Sekunde erkennen konnte, nicht bewaffnet. Im selben Moment kommen zwei Polizistinnen rein, schnappen sich den Typ und rufen: "Hausnummer, welche Hausnummer". Ich sage: 4705! 

Während die zwei Cops, bei mir in der Küche, am Freitag Abend um 20 Uhr, den Typ festnehmen rufen sie über Funk Verstärkung. Noch zwei Cops kommen rein gesprintet und "handeln" die Situation. Handschellen und ab nach draußen. 

Drei Cop Autos vor der Tür. Eines ist von unten die Straße hochgefahren, zwei in die Gegenrichtung. Hammereinsatz. 6 Cops, davon 4 bei mir in der Küche inklusive dem Typ.

Hammer-mäßig. Der Mann hat relativ wenig Widerstand geleistet und war offensichtlich psychisch "nicht so gut drauf" oder stand unter Drogen. Mental Health nehme ich an.

Er sollte so mitte dreißig gewesen sein. Er wurde dann in ein Bullenfahrzeug verfrachtet und abtransportiert. Eine der Polizistinnen, es waren zwei Polizistinnen beteiligt, hat sich dann bei uns für den "Zwischenfall" und die "Störung" entschuldigt. 

Die Cops hatten den Typ wohl verfolgt und haben Gott sei Dank gesehen, dass er sich bei uns in die Wohnung geflüchtet hatte. Sonst wären sie nicht drei Sekunden später schon da gewesen.

Ich habe ihr gesagt: "Ernsthaft? Nichts für Ungut und vielen herzlichen Dank". 

Alter Schwede. Da erlebst du was.







Montag, 12. September 2022

Scheiß Krieg

Von der Großmutter kenne ich noch die "heroischen" Geschichten aus dem ersten Weltkrieg. Für unsere französischen Brüder und Schwestern ist es immer noch "der große Krieg" - "la grande Guerre". Jedenfalls, die Geschichte vom Opa geht so:

Unser Großvater Müller soll wohl mal in einen Granaten Trichter gefallen sei und sich da, zu seiner großen Überraschung, plötzlich mit einem französischen Soldaten zusammen gefunden haben. Der "Franzos" (wie der Vater immer gesagt hat) habe ihm dann geholfen aus dem Trichter raus zu kommen und zwar ohne sich gegenseitig umzubringen. Nu ja, wer es glaubt. Aber soll es sein. 

Es gab ja sogar ein verfilmtes Fußballspiel zwischen den "Erzfeinden" während eines Waffenstillstands. Nichts ist unmöglich. Ich habe in Frankreich mal eine Gedenkstätte besucht wo man unterirdisch ein Lazarett eingerichtet hatte, welches von Franzosen und Deutschen, im friedlichen Nebeneinander betrieben wurde. D.h. unten lag man neben einander und es gab keine Kampfhandlungen  und sobald es nach oben ging, ging das Kämpfen weiter. Was für ein Wahnsinn.

Wir, das heißt die Heisinger Familie, meine Brüder und Schwestern, die Nachkriegskinder des zweiten Weltkrieges, kennen eigentlich eher die Geschichten unserer Tante und unserer Mutter. Der Vater war viel zu traumatisiert um auch nur ein Wort darüber zu äußern oder zu verlieren. Wie oft wir Kinder - und auch die nachfolgende Generation, siehe Alex - auch nachgefragt und nachgeforscht haben wie das denn so war, im Krieg. Nichts. Nada. Schweigen. Bis zum Tot. Kein Wort. Kein einziges Wort. Nicht aus seiner Jugoslawien Zeit, nichts aus seiner Artilleriezeit in Österreich. Nichts. Jugoslawien und Lazarett in Österreich wissen wir nur weil Alex im Wehrmachtarchiv nachgeforscht hat.

Heute jährt sich übrigens Willis Geburtstag. 

Aufgrund dieser Erfahrung und Erzählungen und speziell meiner eigenen post zweiter Weltkrieg "Sozialisierung" hatte ich mich entschlossen den "Kriegsdienst" zu verweigern. Stark naiv. 80er Jahre. Kalter Krieg. Nachrüstungsbeschluss. Woodstock. Peace & Love.

Aber ich war felsenfest davon überzeugt, dass man  in Europa nie mehr mit Waffen aufeinander schießen würde. Ich war tausendprozentig davon überzeugt, dass weder Frankreich noch Russland Deutschland als Feind ansehen würden bzw. ein militärischer Konflikt zwischen diesen Staaten stattfinden könnte. 

Ein geeintes Europa, Russland als guter Nachbar. England als Freund. Frankreich "als Lover". Ich war damals davon überzeugt, dass es so um das Jahr 2000 keine militärischen Konflikte mehr geben sollte. Die Welt vereint im friedlichen Miteinander.

Nu ja, ich wurde nach drei Verfahren zum "Kriegsdienst" verurteilt, das hieß damals echt so. Von einem kriegsversehrten ex Nazirichter in Nürnberg. Der Hauptstadt "der Bewegung" - welche Ironie. Die Alternative wären ein paar Woche symbolischen Strafvollzuges gewesen aber immerhin mit eingetragener Vorstrafe. Da hätte aber auch bedeutet, dass ich nicht hätte studieren können. Ging damals mit einer Vorstrafe nicht. Jedenfalls wurde mir das damals, Anfang der 80er so suggeriert. Wie gesagt, man ist als 18 jähriger extrem naiv und beeinflussbar. Ich wollte aber unbedingt studieren.

Na ja, dann habe ich den Scheiß halt über mich ergehen lassen. Habe mit dem G3 auf die russischen Pappkameraden geschossen. Die Silhouette der russischen Helme waren damals noch speziell und leicht zu identifizieren. Der 18 oder 19 jährige "Wehrpflichtige" wurde also darauf geschult auf Russen zu schießen. 

Idealerweise also auf den mittleren Oberkörper, da hast du die beste Trefferquote. Der Rest ergibt sich.

Aber das war ja alles nur Schwachsinn. Die Bundeswehr war ein Witz, nichts hat auch nur annähern funktioniert und wir haben halt so getan als wäre die Bundeswehr eine tatsächliche Armee. Mit Waffen und so ..., lächerlich.

Der interne "Joke" war damals immer, falls die Russen angreifen, und warum sollten sie das, würden wir die rote Armee ca. 24 Stunden aufhalten. Thats it. Ein Tag. Maximal. 

Drei Tage später wären sie in Paris. Die atomare Eskalation stand allerdings, wie auch heute, immer vor der Tür. Aber warum sollten sie, die Russen, Suizid begehen? 

Andererseits hatte die Bundeswehr damals angeblich 2000 Panzer - das ist ein Haufen Zeugs. Heute sind es wohl eher 200 - Einsatzfähig davon 10. LOL.

Dann kamen die 90er Jahre. Gorbatschow. Glasnost und Perestroika. Die Wiedervereinigung. Frieden. Abrüstung. Ein geintes Europa. Die leider verpasste Chance Russland in Europa einzubinden und willkommen zu heißen. Was für eine Arroganz. 

Tja und jetzt der Ukraine Krieg. Ich hätte es nie, aber auch tatsächlich nie im Leben, für möglich gehalten, dass ein "konventioneller Konflikt" möglich sei. Unmöglich. In Europa? So blöd ist doch niemand? Cyberwar. Satellite War. Social Media Krieg ja. Beeinflussung von demokratischen Wahlen durch Bots und gezielte Propagande. Ja, das machen die Russen schon lange. Ein Wirtschaftskonflikt. Denkbar.

Aber ein "konventioneller" Bodenkrieg? Mit Artillerie, mit Mienen, Sprengfallen, mit Mensch gegen Mensch? Häuserkampf? Unmöglich. Nie im Leben. Dafür sind wir doch viel zu zivilisiert und haben aus dem ersten, dem zweiten und allen anderen Kriegen gelernt. Und aus Korea, Vietnam, Afghanistan, Irak 1 und 2. 

Und dann kommt da (nicht plötzlich) der irre MOFO aus Russland. Der Wahnsinnige.

Und auf einmal müssen alle Gutmenschen, alle WOKE, alle Grüne, SPD,  alle Oster-Frieden-Marschierenden, alle Woodstock Hippie Rentner, alle friedensliebende Youngsters, alle Veganer, alle Atomkraftgegner, usw., usw. usw., lernen, dass es so einfach nicht ist. 

Scheiße. 

Deshalb müssen wir dem Wahnsinn Einhalt gebieten. Traurig. Teuer. Saublöd. Wir müssten, eigentlich, alle Energie dem Klimawandel widmen, bzw. Energie einsparen. Win - Win.

Die gute Nachricht ist, dass wir das können. Beides.

Aber, es gibt jetzt keine Ausreden mehr: wir, d.h. die freie Welt, Deutschland, Kanada, sind vereint mit der Ukraine im Krieg mit Russland. Niemand hat ebendiesen, den Krieg, gesucht, ganz in Gegenteil.

Slava Ukraine. 

Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und somit Demokratie werden überwiegen und lassen sich nicht besiegen. 

Ganz sicher ist die westliche Demokratie nicht ideal, aber das geringste aller Übel.  Ich glaube, Churchill hat das mal so ähnlich gesagt. 

Und deswegen muss Deutschland jetzt seine Zurückhaltung aufgeben und endlich liefern. Egal was die brauchen. 

Wie es die Ukrainer halt sagen: gebt uns das Material, wir machen den Rest.

Bezüglich Material:

das der Westen und die freie Welt (und die NATO) sich zumindest nicht besiegen lassen werden, ist eh klar. Das war von Anfang an klar und ist relativ beruhigend. Wir, die freie Welt, sind technologisch und wirtschaftlich einfach überlegen. Was die Ukraine gerade gemacht hat ist genial. Gebt uns die Technologie, produziert was ihr eben könnt und dann machen wir die Russen platt - das ist die Devise. Strategisch genial. 

Wir, der Westen, können immer nachlegen - insofern wir müssen. "Moderne" Kriege können eigentlich nur durch Lufthoheit und Luftüberlegenheit gewonnen werden und genau die haben die Russen nicht. 

Ich denke auch das 2% Verteidigungsbudget Gerede ist totaler Schwachsinn. Die NATO, die EU und die Amis haben derartig viel Gerät und Technologie "herum stehen", dass das bei weitem ausreichend wäre um jedem Aggressor (davon gibt es ja nicht so viele, Gott sei Dank) zu stoppen - auch mit einem Prozent der Ausgaben. Wenn man sich koordinieren würde. Wozu brauchen die Niederländer oder die Franzosen Panzerbrigaden? Kümmert Euch um Eure Küstensicherung. Den Rest machen die Polen und die Rumänen. Ganz vereinfacht ausgedrückt. Also, wir brauchen endlich eine europäische Verteidigungsunion. Eine europäische Armee. Frankreich hat Atomwaffen und eine ordentliche Luftwaffe, die deutschen "können" Aufklärung (AWACS), Panzer und Artillerie, die Schweden und vor allem die Briten (wenn auch nicht mehr Europäisch - leider) können noch ganz anderes.

Seien wir also mal ganz vorsichtig mit der Rüstungsindustrie und deren momentanen "Goldrausch".

Der Putinismus könnte relativ rasch implodieren. Danach sollten wir den Russen die Hand reichen. 

Aber "first things first": geben wir der Ukraine erst mal das Material und die Unterstützung welche sie brauchen. Egal was. 


p.s. da ist ein clip von Aljazeera von gestern, 12. September - dem arabischen Propagandasender - und der russische Kommentator der Sendung (und der "special operation") scheißt sich in die Hose. Der Ukrainer lacht sich kaputt. Ich schaue mir gerne mal so Sachen aus dem anderen Blickwinkel an - insoweit in Englisch oder irgendwie verständlich. 

https://www.youtube.com/watch?v=QcQ7h0DGHo0

In etwa:

"Bitte lasst uns Russen (Putin) das Gesicht wahren, nehmt uns bitte die Krim nicht weg, dann hören wir auch mit dem Blödsinn auf." 

Hochinteressant. 

Ganz im Gegenteil würde ich meinen. Vorschlag abgelehnt.




 

 


 













 




Sonntag, 11. September 2022

Mein Gott, ist diese Welt schön - Слава Україні!,

 




Seit diesem unglaublichen Westcoast Trip sehe ich die Welt und die Natur nochmal intensiver. 35 Grad, Sonne pur, tollstes Bike, geilste Gegend. Vollmond. Sterne. 

Der Wahnsinn. Genau wie mein Wochenende. 

Hoffentlich haben wir die 'tipping points' des Klimawandels bzw. Global Warming, noch nicht überschritten. Es wäre doch zu Schade um diese Welt (obwohl ich meinen "Beitrag" geleistet habe, mit ca. 6 Liter Verbrauch pro 100km). 

Da ich seit Freitag offline war, habe ich erst vorhin davon erfahren, dass die Ukraine den Russen gerade "den Arsch versohlt". Gut so. 

Slava Ukraine!!!!


 

 

Donnerstag, 8. September 2022

Die kanadischen "Subjekte" haben ihre Regentin verloren

Das ging schon rum heute. Im Büro z.B. - helle Aufregung. 

Die kanadischen Untertanen und "Subjects of her Majesty" haben ihre Herrscherin verloren und werden jetzt von Charly dem 3. regiert. Dem Ersten haben sie übrigens den Kopf abgeschlagen. 

Sex Pistols - God save the Queen. She ain't no human being.

Anyway, 

sie war respektiert und, nach allem was ich weiß, eine großartige Persönlichkeit. 

Ich habe einige Verträge mit ihr unterzeichnet, kein Witz: The Queen of England, mit Hans Heisinger. 

Lächerlich. 

Auf kanadischer - federaler Seite wurden und werden z.B. die Finanzierungen und Verträge immer noch mit der Queen und somit in deren Namen unterzeichnet. Ich scanne morgen mal so ein Beispiel. 

Wer die kanadische Staatsbürgerschaft annimmt, schwört einen Eid auf die Queen wird "ein Subjekt ihrer Majestät". Go to hell. Obwohl nur symbolisch, ist schon klar.

Da kann ich nur sagen: ich schwöre lediglich auf die freiheitlich demokratische Grundordnung. Und auf 1860 München. LOL. Und auf gutes Bier.

Punkt. 

Aber die Briten (und die Belgier, und die Niederländer, und die Norweger, und die Dänen, usw.) brauchen das scheinbar. 

Soll es halt so sein. May it be. 

Gut, dass die deutsche Revolution die Bande damals davon gejagt hat. 

Der einzige wirkliche deutsche Kaiser ist der Kaiser Franz. Der hat sein "Kaisertum" nicht ererbt sondern hat es sich erarbeitet.

Möge sie in Frieden ruhen. 


 




 

 

Montag, 5. September 2022

Wahlkampf in Québec

https://www.lapresse.ca/debats/opinions/2022-09-05/montreal-a-t-il-un-avenir-au-sein-du-quebec.php


Ein harter Artikel bzw. eine kritische Meinung aus der frankophonen "La Presse", der hiesigen größten Tageszeitung (Online).  

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Rémi Villemure
Rémi Villemure Montréal (La Presse)

Man gibt allgemein zu, dass es zwei Québecs gibt: das spektakuläre, laute Montréal und dann das andere, das sich bescheiden um die Insel herum ausbreitet.

Im Jahr 2018 bestätigten die Ergebnisse der Parlamentswahlen in Québec, dass Montreal nun eine Welt für sich ist. Während die Provinz die Farbe Blau wählte (PQ - mitte rechts), entschied sich die Metropole wieder einmal für Rot (Liberal - mitte), ließ sich aber von einigen orangefarbenen Akzenten verführen (eher so sozialdemokratisch).

In den darauf folgenden Wochen ermittelte eine CROP-Umfrage, dass die Einwohner von Montreal und die Einwohner der übrigen Provinz Québec buchstäblich zwei Geistesgemeinschaften angehörten, die sich hartnäckig weigerten, sich über Identitätsfragen zu verständigen. Die Einwohner von Montreal hatten einen progressiveren Blick auf die Welt - im Sinne der progressiven Ideologie -, während die Einwohner von Québec einen klaren Willen zur Verwurzelung und Bewahrung zum Ausdruck brachten.

Die erste Amtszeit von François Legault (Ministerpräsident von Québec) verlieh der Idee der "zwei Québecs" dann neuen Auftrieb.

Eine weitere Umfrage, die im Januar dieses Jahres veröffentlicht wurde, ergab, dass fast 60 Prozent der Frankophonen in der Provinz das Gesetz über die Laizität des Staates unterstützten. Von den Englischsprachigen, die in Montreal in der überwiegenden Mehrheit leben, sprachen sich 74% gegen diese Vision des Säkularismus aus.

Wenige Wochen vor dem Wahltag sollten wir ehrlich sein: Es ist nur noch eine Frage der Geografie, die Montreal und den Rest von Québec zusammenhält.

Um ehrlich zu sein, hat die Leidenschaft das Nest schon lange verlassen.
Die partitionistische Bewegung

In den letzten Jahren ist sogar eine partitionistische Bewegung entstanden, die derzeit noch sehr marginal ist. Balarama Holness, der unterlegene Kandidat für das Bürgermeisteramt von Montreal im Jahr 2021, träumt immer noch von einem Stadtstaatsstatus für die Metropole und einem einzigartigen Spielraum für die Stadt, um die sprach- und identitätspolitischen Bestrebungen Québecs aufzugeben.

Holness, der bei den letzten Kommunalwahlen über 30.000 Stimmen erhielt und nun Premierminister von Québec werden möchte, stellte letzte Woche klar, dass er sich in dieses Abenteuer stürzt, weil er der Meinung ist, dass die Liberale Partei von Québec nicht mehr für die Einwohner von Montreal arbeitet. Da er von den übergeordneten Interessen der Metropole besessen ist, nutzte er die Gelegenheit, um anzukündigen, dass er im Falle seiner Wahl eine Mautgebühr für die Einfahrt nach Montréal einführen und damit den kostenlosen Zugang für Nichtbewohner der Stadt unterbinden werde.

Natürlich haben Bloc Montréal - die Partei von Balamara Holness - und die Parti canadien du Québec - die Partei von Colin Standish, die das Gesetz 101 abschaffen will (Schutz der französischen Sprache in QC) - kaum eine Chance, am 3. Oktober auch nur einen einzigen Abgeordneten zu stellen.

Ist dies jedoch ein Grund, diese Bewegung nicht ernst zu nehmen? Wird ihr Einfluss schließlich eher schwächer oder stärker werden?

Die Daten der letzten Volkszählung geben uns vielleicht Grund zu der Annahme, dass die Partizipationsbewegung in Montreal eine glänzende Zukunft vor sich hat. Montréal anglisiert sich schneller als der Rest von Québec und könnte nie wieder eine französischsprachige Stadt darstellen. Tatsächlich leben in der Metropole nur noch 44 % der Montrealer, deren Muttersprache Französisch ist. Der Anteil der Personen, die zu Hause am häufigsten Französisch sprechen, sinkt mittlerweile auf 48,3 %.

Aber nicht nur die Hegemonie des Englischen könnte Montreal vom Schicksal Québecs abhalten.

Je mehr Jahre vergehen, desto mehr verzichtet Montréal auf eine gewisse québecische Lebensart. Montréal scheint auf Ruhe und Sanftheit zu verzichten und ist fest entschlossen, sich durch die Verbreitung von akustischer, wirtschaftlicher und auch bewaffneter Gewalt zu entvölkern. Die Kugeln fliegen nun schon zur Abendbrotzeit und das in fast allen Stadtteilen.

Montreal schlägt also heute einen anderen Weg ein, nämlich den der großen multikulturellen Metropolen, die auf französischem Bürgersinn und Höflichkeit herum trampeln. Montréal will vor allem das nächste Toronto werden, sodass es sich schon lange nicht mehr darum kümmert, mit den Bestrebungen Québecs übereinzustimmen.

Eine neue Klasse von Politikern hat diese Dynamik nicht nur erfasst, sondern ist auch zunehmend entschlossen, sie politisch umzusetzen.

Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version)

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Hier ist gerade Wahlkampf und es geht entsprechend rund. Gestern hat der Ministerpräsident gesagt "man werde sich nicht von Montréal vorschreiben lasssen, was zu tun und was zu lassen ist in Québec". In etwa. 

Ganz konkret wurde dieses Jahr meine Einrichtung, weil in Montréal, von einer Ausschreibung (intern) ausgeschlossen weil die Regierung keine Montrealer Projekte sondern nur solche von außerhalb finanzieren wollte. 

Genau da nämlich gewinnt die PQ ihre Sitze und somit die Wahl. Somit wurden fast nur Projekte in der "Pampa" gefördert.

Oder wie meinte neulich ein Satiriker: "Québec ist das Land wo man französisch spricht, außer in Montréal".  

Mit den "Kugeln" hat er, der obige Autor, allerdings recht, die fliegen in der Tat mittlerweile rechts und links. Da muss was passieren und zwar schnell sonst wird es hier in der Tat irgendwann so zu gehen wie in Toronto, Chicago oder New York. 

Aber ich kann die Tür nach wie vor offen lassen und es kommt eigentlich nichts weg. Da hat die Provinz und hat Montréal schon ganz andere Zeiten gesehen, ich sage nur Mafiakrieg und Bikerkrieg. Organisiertes Verbrechen halt.




 

 

Sonntag, 4. September 2022

Spätsommer

Hier ist Labourday WE - d.h. ein langes WE - Montag ist Feiertag. 

Luisa  fliegt am Montag in aller Frühe bereits weiter um ihren Raodtrip in den Rockies zu beginne. Wow, das wird bestimmt sehr cool. 

Aber wir hatten ein unglaublich tolles Wetter die Tage. Spätsommer. 


 

D.h. baden, Motorrad fahren und ein bisschen mit dem Kanu rum düsen - Jahreshauptversammlung war auch noch und da ich im Vorstand bin (der See und alle Anlieger sind ja eine private "Association") musste ich da sowieso auch zum Mitgliedertreffen.

Donnerstag, 1. September 2022

Tennach ist in Town

 


Luisa wird gerade ein wenig herum geführt und am Montag geht es für sie weiter Richtung Westen.

Noch ein paar Nachträge vom Roadtrip

Die "Painted Ladies" in San Francisco. 





 

Oregon. 




 

A touri in "Bayern" - oder wie man sich das halt so vorstellt in der neuen Welt. Oben am Mont-Tremblant in Québec haben die Betreiber versucht eine Alpen Winterstation nach zu bauen. Oktoberfest gibt es mittlerweile fast auf der ganzen Welt - Brasilien, Guatemala, Peru, etc.. 




Oregon.
 

Mittwoch, 24. August 2022

Slava Ukraini - Слава Україні!,

 

Ein nettes Avatar von einem Motorradkollegen.  

Die Frage ist, wo er, der Herr Putin, sich einreihen wird in der Liste der Versager und Kriegsverbrecher und Diktatoren. Hitler bleibt Nummer eins, soviel ist sicher. Mussolini? Gaddafi? Hussein? Ceausescu? 

Stalin starb ja einfach so - apropos: 'The Death of Stalin' ist sehenswert. 

Afrika könnte eine Liste mit 100 Namen liefern. Südamerika auch. 

Wie dem auch sei: 

Lang lebe die Ukraine und ihre tapferen, unglaublichen Menschen.  

Die Freiheit und das Gute im Menschen an sich werden letztlich immer mehr überzeugen als das Böse und die Diktatur.

Und was haben wir bis dato gelernt ? Also ich, zumindest.

A) Es geht, bzw. wird auch ohne russisches Gas gehen

B) Die russische Armee ist eine Farce, im Gegensatz zu den Taliban

C) Es braucht die Nato - leider, siehe Finnland und Schweden

D) Europa und die freie Welt sind einiger als man dachte und werden es immer sein

E) Wenn ein gewisser Punkt überschritten ist, gibt es kein Zurück mehr

D) Niemand in der freien Welt will so leben wie die Menschen in Russland oder China (die beliebtesten Länder für Einwanderung sind: USA, Kanada, Neuseeland, Australien, Deutschland, Schweiz und England). Russland und China sind eher weniger nachgefragt.

p.s. hört sich alles sehr pathetisch an, ist aber so. Es gibt jetzt kein Zurück mehr - und jetzt sollten wir mal testen ob die Leopard 2 A2 (usw.) auch was taugen. Krauss Maffei sagt, die sind gut. Also, geht mal testen. Live. Entweder die taugen was, oder aber wir haben seit Jahrzehnten Milliarden raus geschmissen für Schrott. 

In Conclusion:

Puti hat den Rubikon überschritten und Krauss-Maffei sollte diesbezüglich eine Qualitätskontrolle vornehmen. 

 

p.p.s. danach können wir ja Krupp und Krauss-Maffei wieder auf Bratpfannen umstellen. 

Back home
















Die Westcoast wurde ausreichend erkundet, viel  Bier getrunken, die Riesenbäume besichtigt, Wüsten durchfahren. 

Die BMW ist wieder gut eingetütet und bei Cathy unter dem Balkon verstaut. Was für ein Trip.  

Einer, falls nicht, der beeindruckenste Roadtrip meines Lebens. Gerne wieder. 

p.s. was die BMW anbelangt: die hat sich jetzt den 100k Kundendienst verdient und neue Bremsscheiben vorne. Ein geiles Bike.  Und das nächste Mal nehme ich noch Flickzeug mit - hatte ich komplett vergessen.

Micha peilt als nächstes Ziel Alaska an - aber mir ist es da zu kalt und es gibt zu viele Fliegen. Ich würde eher nochmal Oregon und dann die amerikanischen Wüsten machen. Grand Canyon, Yellowstone und so in der Richtung. Die Rockies sind, laut Kai, motorradfahrerisch uninteressant. Oder hoch nach Tuktoyaktuk. An die Beringsee. Anstelle von Alaska.


 

Dienstag, 23. August 2022

Westcoast - Vancouver Island


Emile und sein alter montrealer Hockey Kumpel Zian. Die sind irgendwann wieder an die Westcoast gezogen aber Emile hält Kontakt. Gut so.



Über die Qualität der Biere brauchen wir nicht mehr zu diskutieren. Kai ist da hingezogen weil sich da eine lokale Brauerei befindet. Standortvorteil sage ich mal.



Mount Baker beeindruckt mich jedes mal. Ein Gletscher am Horizont. Markus wollte ja schon immer mal rauf aber angeblich ist das nicht so ganz ungefährlich. Gletscherspalten und so.

 


 Die Olympics mit schneebedeckten Gipfeln gen Westen. Alles ist super entspannt und gechilled - wie in Franken.

Montag, 22. August 2022

Verbrannte Erde

 


Das definitiv fertigste Motel in den USA. Inklusive Feuer Alarm um 5 Uhr morgens und jeder Menge Walking Dead und Zombies. Alter. Gelsenkirchener Barock.


Dann rauf auf die Fähre und ab nach freaking Canada. Gott sind die Kanadier entspannt. 

Die Einreise am Zoll in Victoria (BC) war folgendermaßen: "hey, wo kommt ihr her?" - Kalifornien. "Welcome home boys". In der Tat. 

Was Oregon und die Feuer anbelangt: 

https://catchmagazine.net/article/the-mckenzie-fire-by-kelley-moen/

Im Norden Oregons waren schon etliche Täler abgebrannt. Am Camping Platz war die gegenüberliegende Seite "Asche". 

Aber was danach so kam war Wahnsinn. 

Komplette Regionen werden gerade wieder aufgebaut. Alle Häuser sind zerstört.  100 km lang - tausende von Hektar sind verbrannt. 

Apokalyptisch. Der Rauch liegt noch in der Luft. Unfassbar. Die Dimensionen der Brände sind unglaublich.


 

 

Sonntag, 21. August 2022

Bayern - oder wie man es sich so vorstellt in Amerika

 




Bier und Bratwurst. Bayerische Jodler. Kutschen mit Haflinger. Bayerische Wandmalereien, Balkone, bayerisches Ambiente wie man das halt so kennt. 

Émile hat mich gefragt wie ich das einstufen würde, so auf der "authentischen Skala", und ich muss gestehen, würden nicht alle Menschen Amerikanisch sprechen, könnte das auch in Garmisch oder in  Mittenwald sein.

Leavenworth war ein von Émile ausgesuchtes Etappenziel. Nach der Fahrt durch den Wüsten Canyon ging es in die Berge und wir waren auf einmal wirklich in den Alpen. Es sieht, verdammt noch mal, genau so aus wie in den bayerischen Alpen. Weiter oben, in Washington, gibt es auch die mini Dolomiten. 

Allerdings war es abartig heiß. Die  Biergärten wurden mit Wasserdunst gekühlt. So heiß wird es im Bayernland hoffentlich nie - andererseits soll man nie nie sagen.

Das Weissbier war ganz hervorragend und lokal gebraut. Diesbezüglich machen wir ihnen, den Amis, nichts mehr vor. Die Bierkultur in Amerika ist deutlich variantenreicher und qualitativ besser als in Deutschland. Das muss ich anerkennen. 

Anders als in Pozuzu und Oxapampa in Peru, hat Leavenworth keinerlei historischen Bezug zu Deutschland oder Bayern und ist ein rein "touristisches Kunstobjekt". 

In Peru waren es Südtiroler und deutsche Auswanderer welche die Kultur und die Sprache über Jahrhunderte aufrecht erhalten haben. In Leavenworth ist es eher wie in Disney Land. 

"Oaber es wor witzig" und landschaftlich echt super schön. Bier und Wurst ganz hervorragend. 

Auf gehts Buam, der Roadtrip geht weiter.


 

Freitag, 19. August 2022

Oregon - Teil 2

Ein cooler kleiner und total ruhiger Campground am Umpqua Fluss. Endlich mal Campen in der Natur. Somit hatten wir das Camping Equipment nicht gänzlich umsonst mitgeschleppt. 

Unsere Seite des Campings war noch grün - auf der anderen Seite des Flusses hat ein Feuer den kompletten Wald vernichtet. 

In Oregon (wie auch in Kalifornien) brennen jedes Jahr riesige Waldflächen. Es ist teilweise apokalyptisch - das sollten wir am nächsten Tag noch mit eigenen Augen sehen dürfen. Unglaublich.





Kurze Trinkpause nach 3 Stunden Fahrt durch die Steppe in Oregon. Im totalen Geisterdorf. 40 Grad. Shaniko. Was für ein verlorenes und verlassenes Kaff. Wie im Film.





Phänomenale Strassen und Landschaften - z.B. der Yakima River Canyon. Émile war als Beifahrer (und als Tourguide) übrigens ganz hervorragend. Top. 

Nächstes Ziel: Bayern - allerdings in Oregon. Das war auch so eine Idee unseres "Tourguides". Und jeden Tag wurde es heißer - der Wahnsinn. Ich hatte gedacht es könnte kalt werden in Oregon - jedenfalls hatte man mich davor "gewarnt". In Yakima z.B. kann es im September bereits Frost haben aber wir hatten wohl die heißeste Phase des Jahres erwischt.