Mittwoch, 15. September 2021

8 Tausender im Bayerischen Wald

Wir haben diesen einen Wanderabschnitt im Bayerischen Wald gemacht - heißt "werbewirksam" die "Acht Tausender". Ein Teilabschnitt des sogenannte Goldsteiges.

Mit anderen Worten man wandert über "Berge" bzw. Erhebungen welche höher als 1000 Meter sind. Richtung Arber oder aber vom großen Arber aus runter in die gegen gesetzte Richtung.

Die Höhenmeter sind nicht das Problem denn man fängt ja bei ca. 800 Meter an aber die Tour ist relativ "kernig". Lang. Anstrengend.

Also so ca. 6 Stunden müssen mindestens eingeplant werden - mit wenig Pausen. Es geht immer über Stock und Stein und ich fand es echt anstrengender als z.B. unsere Family Alpentour von vor drei Jahren, zumindest habe ich das aufgrund der Länge der Wanderung so empfunden.


Irgendwie sieht es immer aus wie in den Blue Ridge Mountains unten in den USA. 


Teile des Bayerischen Waldes sind ja absolut Naturbelassen und der komplette Wald ist gestorben - der Borkenkäfer lässt grüßen.


Ganz links am Horizont sieht man die Liftschneisen von "Eck" wo wir los gelaufen sind und man sieht so die "Bergkette" über welche man dann läuft und am Schluss geht es über den kleinen Arber zum Zielpunkt, den großen Arber. 


 

Aber der Wald kommt wieder, erholt sich, wächst nach, so wie hier auf dem obigen Bild, Richtung kleiner Arber. 


 

Auf den ca. 20 km welche wir, Sabine und ich, an dem Tag gelaufen sind, sind uns ca. 15 Leute begegnet - und zwei schiebende Mountainbiker.

 




Dienstag, 7. September 2021

Apulien

Ein paar Eindrücke:

wir (ich - ca. 90%) sind jetzt ca. 4000km Kreuz und quer durch Italien gefahren. Das Meiste davon ganz im Süden, in Apulien. 

Der Ducato Camper hat sich tapfer gehalten und es ist - zumindest für jemanden wie mich, welcher normalerweise mit dem Moped reist und mit einer Zahnbürste als Gepäck - totaler Luxus. Durchschnittsverbrauch übrigens 8,2 Liter - damit kann ich leben.

Dank der super App gab es fast nur noch super Plätze und echt klasse Spots. Übernachtungen direkt am Meer. Morgens werden einem die Schoko Croissants sozusagen ans Bett gebracht - kaum Leute (da wo wir waren) - also insgesamt wirklich empfehlenswert. 

Allerdings sollte man in der Realität Apulien und eigentlich ganz Italien - zumindest im August - trotz allem weiträumig umfahren. Was an den Touristischen Stränden abgeht ist kaum zu fassen. Aber Abseits davon ist es genial.







Ein UNESCO Weltkulturerbe nach dem Anderen - ich komme vor lauter Kultur zu nichts anderem mehr. 

Über die Camperkultur schreibe ich demnächst - mit etwas Abstand - eine kurze soziologische Betrachtung eines Novizen. 

Die Highlights waren sicherlich "Trulli Land" - heißt echt so, dann die Gargano Gegend - wirklich genial und die Abbruzzen. Klasse. Da muss ich nochmal mit dem Bike hin. Auf jeden Fall. Lecce ist einen Besuch wert und einige der eher kleineren Städte in Apulien sind architektonische so schön, dass man es mit Worten kaum ausdrücken kann.

Über Südtirol braucht man ja eh kein Wort zu verlieren. 

Übernachtung in Brixen für den Kauf einer exzellenten Flasche Wein (15 Euro).

Auch geil: hier kommen im Jahr ca. 7 Millionen Pilger her. Angeblich die drittgrößte Pilgerstätte der Welt (Wikipedia). Als wir da waren waren wir ALLEINE. Wahrscheinlich sind Alle geflüchtet weil da so zwei Deppen aus Tedesciland rumtappen am Abend.

http://www.italia.it/de/reisetipps/glaube-und-spiritualitaet/das-sanktuarium-des-san-pio.html

 

Bergtouren gehen natürlich auch, unten 35 Grad, oben 8 Grad, Wolkenfetzen und krass kalter Wind. Logischerweise außer uns kein Mensch unterwegs - nur Ziegen und Rinder.


Apropos: kaum Deutsche unterwegs - fast NULL. 

Also ganz grobes Resumé: Apulien geil, Italien in dieser Form und zu dieser Zeit brauche ich eher nicht.




Donnerstag, 26. August 2021

Geht heutzutage noch wildcampen, einsam am Strand in Süditalien im August?

 Yep. Es geht. 

Ein wahnsinns Sonnenuntergang, ein unglaublicher Mond. Direkt am Meer. Lagerfeuer und Vino mit Sternschnuppen und nichts als dem Geräusch der Wellen. Und das Ganze im italienischen Hochsommer während eine Milliarde Italiener Urlaub am Strand machen. 



p.s. das Landesinnere ist verwaist und perfekt zum kulturellen Erkunden - z.B. Trulli Land bzw. Castel del Monte - die Stauferburg. Alles UNESCO Weltkulturerbe. 

 

p.p.s. Québec wird bald 0 bis 11 impfen - da würde in Deutschland erstmal eine monate- oder jahrelange Moraldiskussion stattfinden. Québec hingegen impft. Einfach so. Basierend auf Evidenz, Wissenschaft, Statistik, gesellschaftlicher Abwägung und allgemeiner Akzeptanz.

Samstag, 21. August 2021

Nomadland auf italienisch

Montreal erlebt - laut Wetterbericht - eine weitere Hitzewelle. Ich sitze währenddessen in Apulien, am Absatz des italienischen Stiefels und mache auf "Nomadland". 

Unbedingt ansehen - im Kino oder später irgendwann in der Glotze. Es geht um das moderne Nomadenleben in den USA. Saisonarbeiter welche den Jobs hinterherfahren oder aber auch um Aussteiger und manchmal auch verlorene Seelen. In Kalifornien waren das die sogenannten "Desert Rats".

Sehr rudimentär zusammengefasst. Wir (Sabine und ich) düsen also im Moment mit ihrem Luxus Wohnmobil durch Südeuropa. Krass. 

Die ersten zwei Tage waren eine einzige Katastrophe - vollkommen überlaufene und ultra dekadente italienische Touri Hochburgen. Brutal dekadente Campingplätze. Teilweise wie ich es - gezwungenermaßen - aus den USA kenne - aber halt auf italienisch. 

Gott sei Dank bin ich dann auf ein extrem coole App gestoßen: park4night!! Genial.

Du findest die coolsten Spots an Stränden oder wo auch immer - einsam, verlassen - selbst während der absoluten super perversen mega Italo Hochsommer Ferienzeit. Denn alle Italiener sind im Moment am Strand oder im Urlaub. Wahnsinn. ALLE. Aber mit der App geht das jetzt. Dann hat die Technologie doch auch mal Vorteile. Alles super kommentiert und beurteilt und von Camper Freaks für Camper Freaks gemacht.

Um ganz ehrlich zu sein wäre ich trotzdem lieber einfach oben am See und im Chalet. Die Temperatur ist gleich (ca. permanent 35 Grad), das Wasser am See (und die Umgebung) ist sauberer und es gäbe kaum andere Menschen (deswegen ist es wohl auch sauberer). 

Aber die apulische Küste und hat schon auch was. Mediterranes Flair und tausende von Jahren an Historie.



 

Kulinarisch sehr gut und auch nicht zu teuer. Aber die Strände am Rouge sind wie in Italien bloß ohne Italiener (nichts gegen die Italiener) - also menschenleer. 

Also ziehe ich mir jetzt noch ein paar Tage Apulien rein und dann geht der Roadtrip zurück gen Norden. Ich arbeite immer so ein bisschen "nomadenmäßig" und da könnte ich mich jetzt auch dran gewöhnen. Die Büro mails am Strand lesen macht irgendwie mehr Laune als im Büro. 

Keine Ahnung warum ........

 

p.s. keinerlei Tedesci, no Americanos, keine Francese oder Briten. Nur Italiener. Letztere allerdings in gewaltigen Massen. Aber ich habe ja jetzt die App. 

 

 

 

 

 

 






Dienstag, 17. August 2021

Von wegen grüner Pass und COVID check in Italien

Südtirol ist natürlich auch im Sommer sehr schön. 

Vor allem ohne deutsche Touristen - es gibt schlichtweg Keine. Ausschließlich Italiener. Davon allerdings gibt es jede Menge - der Mooserhof ist rappel voll bis auf den letzten Platz.


 

Und von wegen "grüner Pass" oder Impfnachweis oder Maskentragen. 

Das interessiert KEINEN MENSCHEN. Oder wie Emmi das ausdrückt: "die Italiener halt" - seufz. 

Keinerlei Kontrolle am Brenner oder sonst wo. Keinerlei Nachfrage - "ois wie immer". 

Nächste Etappe des Roadtrips: Bologna und der Apennin. 

p.s. die Deutschen Behörden waren sehr nett und haben mir anstandslos meinen kanadischen Impfnachweis auf EU ausgestellt. Mit lediglich kanadischen Impfnachweis hätte ich nämlich - sehr theoretisch - 5 Tage Quarantäne machen müssen. Sehr witzig.


p.p.s. Coole location in Oberfranken - das werde ich jetzt öfter machen




 



Freitag, 6. August 2021

Die Reise vom Hochsommer in den Herbst

Ich bin ja am letzten Montag über Frankfurt nach Minga geflogen. Mein erster Trip seit Januar. 

Es herrschte noch leichte Unklarheit darüber, welche Unterlagen (Impfnachweis der vollkommenen Impfung inklusive erfolgter 2 Wochen Frist - negative PCR Test, nicht älter als 72 Stunden -  Nachweis über Genesung) jetzt dann letztlich vorgelegt werden mussten. Dann gibt es ja noch die Sonderregelungen bezüglich Risikogebieten (Kanada ist kein Risikogebiet) oder Variantengebiet (Kanada wird bald Variantengebiet sein, wie jedes andere Land auch, hat aber bereits 70% der Gesamtbevölkerung KOMPLETT geimpft. Kanada ist eigentlich durch. 

Man kann nicht mehr direkt Online einchecke (ich reise normalerweise immer ohne Gepäck und spaziere einfach so durch) sondern MUSS zum Schalter um sich seinen Boarding Pass austellen zu lassen. 

Also halt anstellen hinter all den Pappnasen mit ihren riesigen Kofferbergen. Am Schalter angelangt wurde ganz kurz ein Blick auf meine Papierkopie meines Impfnachweises geworfen und das war es dann. Keinerlei weitere Nachfrage oder Scannen de QR Codes oder sonstige Fragen bei der Einreise in die EU.  Schnell den Pass scannen und - ab dafür - ich bin in Deutschland. Ein Witz eigentlich. 

Der Airbus nach Frankfurt war ausgebucht, in Dorval war schon deutlich wieder mehr los als noch im Januar - okay, damals war ich ALLEINE. 

Der Vogel von Frankfurt nach Minga war ebenfalls voll besetzt und in beiden Flughäfen herrsche eigentlich schon wieder (leider) reger Betrieb. 

So, und jetzt sitze ich hier im herbstlichen Regen während in Montreal ein Jahrhundertsommer herrscht. Was man nicht alles tut. 

Aber es sollte schon noch etwas Sommer kommen in Bayern, es kann ja nicht nur regnen, oder?


Andererseits sollte das den Wäldern richtig gut tun - nach all den trockenen Jahren. Jedenfalls haben wir erst mal den halben Baum abgeschnitten damit noch irgendwo Licht einfällt - vom restlichen Grünzeugs mal gar nicht zu reden - das ist ja subtropisch in Bayern.


Mittwoch, 28. Juli 2021

Allein auf der Welt

Es war heiß, es war ruhig - also sind wir (die Kinder und ich) mal kurz hoch in die Hütte gedüst. 

Ein Sonntag an der Hütte, ein Montag am Rivière Rouge. Ein Dienstag am See.

Kilometer lange Sandstrände im Urtal des Rivière Rouge - und es ist als wäre man alleine auf der Welt, alleine auf diesem Planeten. Unglaublich. Einfach Phänomenal. Man kann es nicht erklären - man muss es erlebt haben um es zu verstehen.

Immer wenn ich im heiligen Tal der Algonquin ankomme finde ich es landschaftlich total beeindruckend. Natürlich schön und schön natürlich. 

Es gibt Sonnenuntergänge wie im Film. Der Fluss, das riesige Urtal, die endlosen Strände. Und wir sind - scheinbar - alleine auf der Welt. 






Wir gehen da immer, mit den Schwimmwesten "bewaffnet", ca. 500 Meter hoch, gegen die Strömung und lassen uns dann runter treiben. Das Ganze bei 40 Grad. 

Ein paradiesischer Ort. 

p.s. man kann zwar scheinbar "ewig" in den Fluss rein laufen aber links ist er dann schon ein paar Meter tief und hat auch gut Strömung. Zwei km weiter unten geht es durch den sogenannten Canyion und das wäre dann Lebensgefahr, bzw. Suizid. Weiter oben gibt es Treibsand, Strömungen und diverse Strudel - ebenfalls gefährlich. 

Jedes Jahr sterben ein paar naive Schwachköpfe weil sie sich nicht informiert haben wo der Fluss gefahrlos ist und wo er lebensgefährlich sein kann. Das wechselt beim Rouge ca. alle 10 km.


Sonntag, 25. Juli 2021

Es ist heiß, es ist ruhig, es ist Sommer. Carpe diem.

Covid gibt es nicht mehr - wir sind scheinbar durch. Montreal ist tiefen entspannt, es herrscht ein herrliches und hoch sommerlich entspanntes Flair. 

Man grillt, chillt, sitzt draußen und genießt den besten Sommer seit langen.

Gelegentlich passiert was, z.B. sah ich am Donnerstag, auf dem nach Hauseweg vom Büro, das komplette Cop Programm. Maschinenpistole im Anschlag, SWAT Kommando. Keine Ahnung was da los war. 


Irgendwas geht hier immer. 

Abends war ich mal "ornithologisch" unterwegs und bin bei Gelegenheit ein wenig mit dem Kayak im Park nördlich von Montreal rum gedüst. Bieber, Reiher, Wasserschlangen, jede Menge Enten und Wildgänse. Das ganze Programm. Sehr unterhaltsam und entspannend.


Am Wochenende sind wir dann noch Wandern gegangen mit Blick auf die Appalachen und Jay Peak am Horizont. Das ist dann schon Vermont. Danach schwimmen im Saint Lorenz. Der Fluss hat unten an der Badestelle unglaublich "Zug", d.h. wenn ich voll kraule bleibe ich gerade mal so auf der Stelle. Kernig.

 



50% aller Montrealer befinden sich gerade in ihren Chalets an den Seen oder Flüssen und wer sich noch in der Stadt aufhält der vergnügt sich eben so.


Wir setzen uns deshalb auch noch ein paar Tage ab an den See. Hochsommer ist angesagt - Wassertemperatur ca. 26 Grad. 


Ach ja, noch ein Nachtrag:

Lili hat neulich im Chalet eine Kiste mit alten Klamotten von mir gefunden. Die hatte ich da seit 20 Jahren gebunkert und komplett vergessen. Jetzt trägt sie meine Jeans, mein uraltes Soundgarden T-shirt und ein Bandana vom Zimmerer. Das lag da auch noch irgendwo rum. Geiler Look. So ist sie dann zu der Party gegangen. 



Dienstag, 20. Juli 2021

Smog Warnung am Chalet (und in Montreal)

 Harrington, QC

Alerts in Effect

Smog Warning

Issued at 12:19 Tuesday 20 July 2021

High concentrations of fine particulates are expected and will result in poor air quality.

Smoke from fires in Northwestern Ontario is currently resulting in poor air quality. The air quality will improve gradually today.




Auch 800 km weiter südlich, d.h. New York, New England, kriegen sie den Rauch der Brände an der West Coast ab. 

 

Und Luisas Wahlheimat in BC, Osoyoos, ist gerade von Flammen umzingelt und der Notstand wurde ausgerufen - Prost Mahlzeit.


Bild aus La Presse von heute. 

Ich bin aber auch naiv, am Montag Abend habe ich mir den Sonnenuntergang von der Dachterrasse aus angesehen und mir gedacht, 'komisch, sieht aus wie in Peru'. In Peru sah man nämlich die Sonne häufig nicht aufgrund der permanenten Brandrodung in den Anden.

 

Sonntag, 18. Juli 2021

Der fahrende Laptop

Ich konnte gestern mal eine Testfahrt mit einem Tesla machen. Ein Laptop mit 4 Rädern dran, sozusagen. 

Genial. Sprachgesteuert, alles geht über die App, autonomes Fahren dabei, der Abzug und die Beschleunigung ist die Hölle, geile Reichweite. Beindruckend.


Ein phänomenales Auto. Leider ein bisschen teuer aber ich kann die Kiste mal für ein Wochenende Testfahren - danach will ich womöglich nie mehr etwas anderes fahren. 

Ich kann nur sagen, dass sich die restlichen Autofirmen der Welt "anschnallen" sollten, Tesla ist ein geniales Fahrzeug und das Design ist ober cool - finde ich zumindest. 


 

Autos waren für mich eigentlich immer nur ein Mittel um von a) nach b) zu kommen oder irgendwas zu transportieren aber der Tesla ist einfach der Hammer.

Die hohen Initial-kosten kann man hier über billigste Strompreise (ca. ein Euro pro 100km Kosten), Einsparungen bei der Wartung und Reparatur (kein Verbrennungsmotor, keine Einspritzung, kein Ölwechsel, etc.), eine um 50% reduzierte Steuer da umweltfreundlich (relativ) und durch staatliche Zuschüsse reduzieren. 

Das müssen wir mal durchrechnen.


Bloomberg meint, die Deutschen Autobauer würden sich im Tiefschlaf befinden und die Zulieferbetriebe müssten sich auf einen krassen Strukturwandel einstellen.

The flashing red light is coming from the car industry. German automakers were dragging their feet over the shift to electric transmissions and, with government support, pushing the claims of diesel as a baby step toward lower emissions. The diesel scandal of 2015 brought that head-in-the-sand strategy to an abrupt halt and triggered the humiliating race to catch up with Tesla.

Tesla Overtakes Germany’s Automakers

Market value

Source: Bloomberg

 


While VW, Daimler and BMW have the resources to invest in the transition, the same isn’t true for hundreds of small suppliers of transmissions, pistons and tailpipes no longer needed in the electric era. With batteries supplied from Asia and fewer staff needed to produce electric cars anyway, at least 215,000 employees—about a quarter of the industry’s jobs—will become obsolete by 2030 as the value-chain shifts elsewhere, according to a study by the Ifo institute. For those that remain, mastery of the internal combustion engine brings few advantages in the effort to compete with Elon Musk and fend off threats from Apple and Google.


 

Mittwoch, 14. Juli 2021

Es gibt nichts wissenswertes zu berichten

Es gibt in der Tat nichts zu berichten. 

Ein alter Bekannter aus Kulmbacher Tagen meinte neulich : 'wow, was für ein geiles Leben du hast'. Zwngs Blog usw. - aber ich mache ja keine Instagram oder Facebook Inszenierung. 

Also fehleinschätzung seinerseits. 

Mein Leben unterscheidet sich durch nichts, aber auch schon durch absolut nichts, von einem "normalen Durchschnittsleben". 

Die meisten von Euch gehen jeden Tag zur Arbeit (online oder Büro). Mache ich auch. 

Jeder hat so seine Probleme und seinen täglichen Kram, Versicherung, Steuer, Kredit, what so ever. Mache ich auch. 

Die Familie, die Kinder, die Finanzierung, die Rente, wie auch immer.

Ich hocke halt nur auf einem anderen Kontinent - die Probleme bleiben die Selben. 

Es ist nur scheinbar "exotisch" und klaro, es ist freilich geil da oben am See mit dem Kanu rum zu turnen oder am Fluss zu sein, aber das ist hier halt völlig normal.

Gut, das Wetter scheint es diese Jahr eher besser mit den "Kanadiern" zu meinen. Wir haben hier einen super Sommer mit wirklich angenehmen Temperaturen. Ganz im Gegenteil zu dem was ich aus Franken hören. Da ist es wohl eher nass - aber denken wir an die Trockenphasen der letzten Jahre dann sollten wir das relativieren können. Der Wald atmet auf. Alles hat ein Gutes meinte unsere Mutter. 

Wetter mäßig gebe ich schon zu, dass wir dieses Jahr wohl besser dran sind. Allerdings nur wir hier im Osten Kanadas. Wir  haben (bis dato) keine Extremtemperaturen zu erleiden und das ist echt komisch im Moment. Denn Quebec ist eigentlich das Land der klimatischen Extreme. Aber im Moment ist alles vollkommen normal. In den USA geht es "heiß her".

Und dann ist ja noch das proverb "no news, good news". Scheinbar sind Neuigkeiten tendenziell eher schlecht. 

Also, no news, good news. Alles Gut.

 

p.s. außer natürlich dass die kanadischen Behörden massenweise "first Nation" Kinderleichen ausbuddeln. Tausende. Die kanadische Gesellschaft ist zutiefst erschüttert. Niemand möchte im Moment die kanadische Flagge raus hängen - außer auf Halbmast. Was für ein Grauen!

https://www.spiegel.de/panorama/kanada-160-weitere-graeber-nahe-internat-fuer-indigene-kinder-entdeckt-a-ca8be3a3-aade-44bf-a847-b5be85eb38b7

Die "Kirche" hat tausende von Kindern in Gulags misshandelt, ermordet und dann vergraben. 

p.p.s. den Begriff "indigen" würde ich nicht mehr verwenden weil er eigentlich beleidigend oder herab würdigend ist - wir sprechen hier von a) first Nation oder b) Autochtone (Ureinwohner) und dann gibt es noch die Inuit und die Metisse - feine aber semantisch wichtige Unterscheidungen.






 

Donnerstag, 1. Juli 2021

Hitze

 

Image 

 

Wenn ich in meinem Blog vom Wetter spreche geht es normalerweise um einen Hammer Schneesturm oder um extreme Kältephasen. Aber es gibt auch das gegensätzliche Extrem, d.h. wahnsinnige Hitzeperioden. 

In Montreal ist das meistens geprägt von großer Luftfeuchtigkeit da der Jetstream über den großen Seen viel davon aufnimmt und es dann zu - gefühlt - locker mal so 40 Grad kommen kann, auch Nachts. Die nächtliche Temperatur stagniert dann so zwischen 25 und 30 Grad Celsius und durch die extreme Luftfeuchtigkeit entsteht diese unglaubliche Schwüle (Humidex Faktor). Ebendieser Faktor ist für uns Franken sehr gewöhnungsbedürftig. 

Dazu kommt am Tag die drückende und unglaublich intensive südliche Sonne (Breitengrad Mailand) und dann kann es BRUTAL werden. Aber: ich habe es noch nicht erlebt dass wir, sagen wir mal so im Extremfall, über gefühlte, also mit Humidex, 45 Grad gehen. Das ist dann schon unglaublich heiß und wenn man da z.B. aus einem einigermaßen klimatisierten Gebäude kommt, dann ist das so als würde man gegen eine Wand laufen. Die Stadt wird zum Backofen, heizt sich derartig auf, dass die Temperaturen auch Nachts nicht mehr "angenehm" sind. Selbst Gewitter ändern häufig nichts, insofern sie keine "Kaltfront" bringen (25 Grad) sondern bringen noch mehr "Dampf" und noch krassere Luftfeuchtigkeit. 

Am Chalet, mitten in der Pampa und im Grünen, sind die Nachttemperaturen selten über 25 Celsius und häufiger gibt es so ca. 7 bis 10 Grad niedrigere Temperaturen als in der Stadt. In der Regel sind es angenehm kühle Nächte.

Wir hatten in der Tat schon ein paar heiße Phasen diesen Sommer, auch einen trockenen und sonnigen Mai aber was diese Woche an der Westcoast passiert ist hat es wohl in der meteorologischen kanadischen Geschichte noch nie gegeben. 

Eine 25 Grad Celsius Anomalie!!! D.h. die Spitzenabweichung nach oben, im Vergleich zum 100 Jahre Durchschnitt, war 100%. Hunderte von Menschen sind am "sudden Death" gestorben. Es mussten riesige klimatisierte Notunterkünfte eingerichtet werden um den Menschen Schutz zu bieten. 

Reelle 50 Grad sind - auf längere Sicht - nicht Überlebens fähig für den Menschen. Der sogenannte "Heat Dome" ging auch angeblich bis weit hoch Richtung Arktis. Dort sollten um diese Jahreszeit so ca. 0 Grad herrschen und keine 30. 

Auffällig ist auch, dass die Hitzewellen früher im Kalenderjahr auftreten und länger bleiben. Die krassen Monate kommen ja erst noch: Juli und August.

 https://www.bbc.com/news/world-us-canada-57665715

Gott sei Dank hat sich der Jetstream wieder etwas in Bewegung gesetzt und die Hitzefront schiebt sich Richtung Saskatchewan und Manitoba. 

Uns in Montreal bleibt das wohl erspart und wir gehen auf angenehme 25 Grad zu, so im Mittel über die nächsten Tage. 

Alter Schwede, wenn das so weitergeht mit dem Klimawandel, dann Gnade uns Gott. Wenn der Permafrost der Arktis auftaut, das gespeicherte Methan freigibt, dann kann es nicht mehr weit sein bis zum Kipppunkt.

Weite Teile der USA erleben gerade eine historische Dürre und was wir in Franken vor drei oder vier Jahren gesehen haben war ja wohl auch irgendwie "historisch". Ein statisches Hochdruckgebiet über Deutschland.

Die Wälder geschwächt und geschädigt wie noch nie. 

Reini hat damals gemeint er hätte noch nie in seinem Leben die Quelle am Reisighof so schwach fließen gesehen.   

Schaun mer mal was uns dieses Jahr noch so bringt.   

Und hier noch aus der SZ von heute:

USA und Kanada:Wenn Hitze gefährlich wird

Dringend nötige Kühlung: Wegen der Rekordhitze steht ein Mann in einem Springbrunnen in Portland im US-Bundesstaat Oregon.

(Foto: Kathryn Elsesser/AFP)

Nordamerika wird von einer enormen Hitzewelle getroffen. Und auch anderswo auf der Welt ist es ungewöhnlich heiß. Doch wann werden hohe Temperaturen für den menschlichen Organismus bedrohlich und was passiert dann im Körper?

Von Werner Bartens und Marlene Weiß

Portland im Bundesstaat Oregon im Nordwesten der USA ist normalerweise eine Stadt mit ausgesprochen mildem Klima. Wer sich dennoch über das Wetter beschweren möchte, kann allenfalls über den häufigen Regen klagen, vor allem im Winterhalbjahr. Momentan aber werden die Stadt und mit ihr große Teile der Westküste von Kanada und den USA von einer nie da gewesenen Hitzewelle getroffen. Der bisherige Allzeit-Hitzerekord für Portland lag bei 107 Fahrenheit, etwa 41,7 Grad Celsius. Am Samstag wurde er gebrochen, am Sonntag erneut, am Dienstag nochmals mit unfassbaren 46,7 Grad. Die Hitze ist so groß, dass Einwohner in gekühlte Gemeindezentren fliehen. In Lytton, einem Dorf etwas weiter nördlich in der kanadischen Provinz British Columbia, kletterte das Thermometer am Dienstag auf spektakuläre 49,6 Grad - absoluter historischer Rekord für Kanada. Es sind Temperaturen, die kein Mensch über längere Zeit aushält.

Hinter der Hitzewelle, die der US-National Weather Service in einem Bulletin vom Sonntag "historisch und gefährlich" nannte, steht eine ungewöhnliche Wetterlage, ein sogenannter Hitzedom oder eine sogenannte Hitzeglocke. Man spricht auch von einer Omega-Lage, weil die Form der Strömung dem griechischen Großbuchstaben ähnelt: Zwischen zwei Tiefdrucksystemen hat sich ein Hochdrucksystem sozusagen verkeilt über dem amerikanischen Nordwesten, was dazu führt, dass eine Art Blase warmer Luft lange dort verharrt.

Allerdings ist es kein Zufall, dass nun schon wieder ein Hitzerekord nach dem anderen fällt - Wetter gab es immer, das Klima aber, vor dem es stattfindet, ist auf menschlichen Zeitskalen neu. Zum einen treibt der Klimawandel die Hintergrundtemperaturen hoch. Die Erde hat sich bereits um mehr als ein Grad Celsius erwärmt, regional auch deutlich mehr. Das gleiche Wettergeschehen hätte demnach vor 30 oder 40 Jahren entsprechend niedrigere Temperaturen produziert.

Auch in Estland, Ungarn und Belarus wurden neue Hitzerekorde für den Juni erreicht

Hinzu kommt, dass der Klimawandel auch Strömungsmuster prägen und dadurch ins Wetter eingreifen könnte. Viele Forscher vermuten, dass der Jetstream, das Band von Höhenwinden, geschwächt wird, das normalerweise stetig von West nach Ost rund um die Arktis weht. Denn weil sich die Arktis viel stärker erwärmt als mittlere Breiten, schwindet der Temperaturunterschied, der ein Treiber des Jetstreams ist. Statt Hochs und Tiefs zügig weiterzuschieben, kann er dann öfter so wie jetzt große, stehende Wellen schlagen - so können sich Omega-Lagen festsetzen, und warme Luft aus dem Süden kann weit nach Norden schwappen. "Dabei gibt es eine ganze Reihe von Faktoren, aber wir verschieben mit dem menschgemachten Klimawandel die Wahrscheinlichkeiten, und zwar nicht zu unseren Gunsten", sagt Dim Coumou vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und der Vrije Universiteit Amsterdam. "Hitzeglocken, wie sie jetzt in Teilen der USA auftreten, können viel länger andauern."

Auch andere Teile der Welt wurden in den vergangenen Wochen von Hitzewellen erfasst. In Estland, Ungarn und Belarus wurden neue Juni-Hitzerekorde erreicht. In Saskylach im äußersten Norden Sibiriens, weit innerhalb des Polarkreises, wurden am 20. Juni 31,9 Grad gemessen. Anfang Juni erlebten auch der Nahe und Mittlere Osten eine Hitzewelle, die mit Temperaturen teils jenseits von 50 Grad etwa in Iran, Kuwait, Oman und Pakistan neue Rekorde für den Monat setzte.

Laut einer 2020 in Science Advances erschienenen Studie wird schon heute immer häufiger in einzelnen Regionen die Toleranzgrenze des menschlichen Körpers überschritten, was den kombinierten Wert von Hitze und Luftfeuchtigkeit angeht. Demnach könnten Teile der Welt noch früher als angenommen tatsächlich zeitweise unbewohnbar werden, wenn nicht entsprechende Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden.

Fluchtpunkt: Im gekühlten Oregon Convention Center suchen Bewohner von Portland Schutz vor der Hitze.

(Foto: Kathryn Elsesser/AFP)

Denn eigentlich ist die körpereigene Klimaanlage des Menschen ziemlich ausgereift. Im Laufe der Evolution dünnte sich bei den menschlichen Urahnen die Behaarung aus, sie bildeten immer mehr Schweißdrüsen. Bis zu fünf Millionen davon sind über die Haut verteilt - mehr als bei allen anderen Primaten - und sondern Schweiß ab. Wenn dieser verdunstet, wird dem Organismus Wärme entzogen. Eine bessere Kühlleistung ist kaum möglich, allerdings ist es dafür wichtig, den Schweiß nicht gleich abzuwischen. Eine populäre Theorie unter Evolutionsforschern besagt, dass die menschlichen Vorfahren aus der Savanne sich auch deshalb gegenüber ihren Mitbewerbern durchgesetzt haben, weil ihr Kühlsystem überlegen war. Stundenlang konnten sie im Dauertrab Tiere durch die Steppe jagen, die zwar schneller waren als sie, aber irgendwann überhitzt zusammenbrachen.

Doch auch der Mensch kommt an seine Grenzen, jenseits der physiologischen Körpertemperatur von 37 Grad wird es anstrengend - eben wie jetzt unter dem Hitzedom an der Pazifikküste. Bei niedriger Luftfeuchtigkeit und ausreichend Flüssigkeit lassen sich zwar sogar 50 Grad ein paar Stunden lang aushalten, bei hoher Luftfeuchtigkeit kommt das Cool-down-System des Menschen aber bereits bei 40 Grad nicht mehr mit, und die Wärmeregulation versagt. Es droht der Kollaps.

Verschiedene Fühler im Körper melden die Außentemperatur an das Gehirn, wo neuronale Netzwerke zwischen Hypothalamus, Hirnstamm und anderen Regionen bei Bedarf die körpereigene Kühlung hochregulieren. Wann diese Schwelle erreicht wird, ist innerhalb gewisser Grenzen individuell unterschiedlich. Gefährlich werden hohe Temperaturen dem Organismus auf mehrere Arten - Ärzte der Universität Hawaii haben 2017 gleich 27 Arten beschrieben, die zum Hitzetod führen können.

Eine erhebliche Gefahr besteht darin, dass bei großer Wärme mehr Blut als sonst in die oberflächlichen Hautbereiche geleitet wird. Die Venen erweitern sich, was zwar der Kühlung zugutekommt, doch die Umverteilung kann anderswo im Kreislauf zu Mangeldurchblutung führen, sodass wichtige Organe wie Herz, Hirn, Lunge, Leber und Darm geschädigt werden. Infarkt, Schlaganfall, Leberversagen und Darmentzündung können die Folge sein.

Steigt die Körpertemperatur auf 40 Grad oder mehr, droht ein Hitzschlag

Weil sich das oberflächliche Venennetz in der Hitze weitet und verstärkt Schweiß abgesondert wird, benötigt der Mensch zusätzlich Flüssigkeit. Er muss mehr trinken. Das belastet den Organismus, das Herz muss verstärkt arbeiten, was gerade für ältere Menschen zur Gefahr werden kann. Zudem ist oftmals ihr Durstgefühl gestört, sie merken es gar nicht, wenn Flüssigkeitsmangel droht. Ein Teufelskreis, denn dadurch werden wiederum andere Körperfunktionen beeinträchtigt.

Wenn der Körper die Kühlleistung nicht mehr aufrechterhalten kann, steigt die Körpertemperatur auf 40 Grad oder mehr - ein Hitzschlag droht. Jetzt sind nicht nur Herz und Kreislauf durch zusätzliche Arbeit gefordert, sondern die Hitze wirkt sich direkt auf Gewebe und Moleküle aus. Hormone, Neurotransmitter und Botenstoffe des Immunsystems reagieren nur noch träge oder stellen langsam ihre Funktion ein. Aufgrund der Mangeldurchblutung womöglich bereits in Mitleidenschaft gezogene Zellen werden geschädigt; besonders der Darm reagiert darauf empfindlich, und Zellen sterben ab. Diese zytotoxische Reaktion führt zur Freisetzung giftiger Substanzen, was wiederum Entzündungen entstehen lässt, den Körper zusätzlich belastet und ihm Energie raubt. Übermäßige Hitze kann neben Herzkreislaufleiden diverse Organschäden und Atemwegserkrankungen begünstigen. Besonders Alte und Vorerkrankte sind gefährdet.

Im August 2003 kamen bei einer Hitzewelle in Europa bis zu 50 000 Menschen um, besonders in Frankreich. Eine ungeheure Zahl, die jedoch verblasst angesichts aktueller Warnungen der WHO. Sie prognostiziert 250 000 zusätzliche Hitzetote - und zwar jedes Jahr.

 

 

 

Sonntag, 27. Juni 2021

Jetzt geht es ab - Partytime!!!

Die Inzidenzrate tendiert in ganz Quebec gegen Null und es gab und gibt seit Tagen bzw. Wochen keine Covid relevanten Todesfälle mehr. 

Ab morgen, den 28. Juni wird AUFGEMACHT und zwar gänzlich. Sogar Open Air Festivals dürfen bis zu 3500 Leute akzeptieren. Bars und Kneipen machen auf - draußen wie drinnen. 

Seit letzter Woche können sich alle über 18 die zweite Dosis geben lassen und ab nächster Woche gibt es keinerlei Altersbeschränkung mehr. Wir gehen auch auf weitestgehend auf die 75% Quote zu.

Letzte Woche hatte ich die erste richtige Fete bei Freunden seit nahezu eineinhalb Jahren und es war ein einfach nur gut. Keine Masken, keine Abstandsregeln, man kann (und darf) sich umarmen und zusammen Party machen - wie geil ist das denn? 

Als ich mit dem Fahrrad um ca. 1 Uhr morgens von meinem portugiesischen Kumpel nach Hause gefahren bin, bin ich in meinem Viertel durch einen kleinen, etwas abseits gelegenen Park gefahren und es waren sicher 100 kids am Feiern, mit allem Drum und Dran. 

Gestern Nacht war hinten bei mir, direkt nebenan, eine Riesenfete mit fetter Mucke bis um Mitternacht. Punkt 12 haben die Kids die Kiste ausgemacht. Paßt. Damit kann ich - sprichwörtlich - leben. Lassen wir sie feiern - die youngsters haben fast eineinhalb Jahre ihrer Jugend verloren.

Auch Lili konnte ihren Geburtstag ordentlich feiern. Auf der Dachterrasse. 

Die Euro geht in die entscheidende Phase und die Montreal Canadiens, also das Hockeyteam, steht im Finale der NHL. Das erste mal seit 1993 - morgen Abend ist das erste Spiel der "best of seven" Serie, d.h. die Mannschaft welche als erstes 4 Siege hat gewinnt den Stanley Cup - sozusagen den WM Titel. 

Nach dem entscheidenden Sieg am letzten Donnerstag, muss in der gesamten Stadt wohl die Hölle los gewesen sein. Hockey ist hier Religion. Im Stadion dürfen, im Moment, nur ca. 3500 Fans sein aber es sind noch Tausende davor in den Straßen und in Downtown.


Centre Bell: ambiance survoltée et brasse-camarade | JDM

 

Leider gibt es dann aber auch immer solche Szenen:

https://www.lapresse.ca/actualites/grand-montreal/2021-06-25/grabuge-apres-la-victoire-du-ch/quinze-arrestations-et-60-constats-d-infraction.php

Irgendwelche Idioten nutzen das entstehende Chaos aus. Da kommen noch harte Wochen auf die Cops zu. Was ein gewonnenes Halbfinale mit "Fuck la police" zu tun haben soll entzieht sich meiner Kenntnis.

Ich habe das Spiel ganz entspannt am Radio verfolgt da ich mich - bei hoch sommerlichen Wetter - lieber ans Chalet zurückgezogen habe. 

Mein Nachbar Bruce war beim Campen an einem großen See und ihm wurde das Resultat von einem vorbeifahrenden Motorboot übermittelt. Mitten in der Pampa. Montreal goes Crazy. Die drehen jetzt durch hier (siehe oben): 

geiles Wetter, keine Einschränkungen mehr, Sommer und Urlaubszeit und die lokalen Jungs im Finale (und für mich noch die Euro als Dreingabe - LOL).

 


Unten am Rouge kommen die ersten Strände zum Vorschein und in ca. zwei Wochen werden die Kinder und ich da wieder Fußballgolf spielen und mit allem arbeiten was irgendwie schwimmt und ansonsten die Tage auf und vor allem im Wasser verbringen.

Carpe Diem. 

p.s. diese Woche ist eine Hitzewelle angesagt mit bis zu 40 Grad - aber solange es kaltes Bier gibt, ich an den See kann bzw. im kühlen Saint-Lorenz baden kann, tangiert mich das nicht sonderlich. 

Heat Warning

Issued at 04:53 Sunday 27 June 2021
Humidex values reaching 40 will continue.

Warm spell over Southern Quebec.

A warm and humid air mass will enter Southern Quebec today and persist into Tuesday. Daytime highs will approach 30 degrees Celsius while overnight lows will remain above 20. Combined temperature and humidity values will give humidex values near 40.

 

 

 

 

 

Montag, 21. Juni 2021

Covid Sommer update Montréal

Die Inzidenzrate in Montréal ist jetzt bei 2. Ich habe übrigens die Daten nochmals überprüft und die höchste Inzidenzrate welche wir überhaupt jemals hatten war 48 und zwar dieses Jahr, Anfang Januar. 48!!! Und da wurde hier "lockdown" verordnet mit dem vollen Programm? Alter. Aber womöglich ist genau deshalb eine größere Katastrophe verhindert worden.   



Ansonsten werden jetzt, wie vorhergesehen, die Zweitimpfungen vorgezogen denn wir haben Vaccin und Impfkapazitäten ohne Ende. Die einzige Altersgruppe welche noch ein wenig zögert sind die 12 bis 24 jährigen. Was den Rest anbelangt sind wir locker bei 75% Erstimpfung und ca. 25% der Gesamtbevölkerung haben bereits Beide, bzw. Vollschutz. 

Die Grenze zu den USA bleibt noch bis 21. Juli geschlossen aber das sollte es dann auch gewesen sein. Die Quarantänepflicht für geimpfte Menschen bei der Einreise entfällt ab nächster Woche. 

Persönlich bin ich seit Sonntag komplett durch, d.h. zweimal geimpft mit Biontech, ich habe den QR Code und kann mir einen digitalen Impfpass ausstellen lassen. 

Alle Mitarbeiter(innen) im Team sind geimpft - alle bis auf meine französische Impfverweigerin und die hat gekündigt. Gibt es da einen Zusammenhang? Nö. Zufall. 

Ab übermorgen können sich alle Quebecer über 18 Jahre - kurzfristig - den Termin für die zweite Spritze reservieren. Das geht jetzt alles "ratz-fatz" und ich muss gestehen, die Webseite für die Impftermine ist super user freundlich und funktioniert hervorragend. Da höre ich aus Deutschland anderes. 

Darüberhinaus hat sich das Leben total normalisiert - ich höre hier auch nichts von Partyexzessen der Jüngeren wie in Deutschland. Alles geht relativ zivilisiert ab, die Parks sind zwar voll und gefühlt wird überall gegrillt aber es gibt keine Müllberge oder sonstigen chaotischen Geschichten und es "herrscht Frieden im Land". 

Die Avenue Mont-Royal ist eine voll entspannte, ca. zwei km lange Party, Pub, Restaurant "draußen in der Sonne sitzen" Fußgängerzone geworden. Genial. 


L'avenue du Mont-Royal connaît du succès auprès des commerçants

Es läuft - selbstverständlich - auch überall die EURO und Schland ist noch dabei und das bleibt hoffentlich noch eine Weile so. Sollten dann die Canadiens (Hockey - für die nicht so NHL Profis unter uns) das Stanleycup Finale erreichen kann ich für nichts mehr garantieren. Das ist für die Québecer in etwa so wie als wäre "la Mannschaft" im Finale der WM - dann käme echt ALLES zusammen. Der perfekte Sommertraum.