Sonntag, 30. Januar 2022

Es lebe der Winter!!!! Solange es erträglich ist und Spaß macht!

Wir, d.h. die Kids und ich, waren das letzte mal in der Hütte zwischen Weihnachten und Neujahr. Da hatten wir noch "gemäßigte" Temperaturen, d.h. so ca. minus 10 Grad Celsius maximal.

Doofer Weise habe ich es aber gewagt den "Kühlschrank" nicht leer zu räumen sondern ich habe das Ding laufen lassen, in der Hoffnung, dass es nicht unter minus 15 runter gehen würde. Inklusive meines gesamten  Biervorrates und Olivenöl, usw.! 

Das war, natürlich, Schwachsinn. Der Januar war hier schweine kalt und am Chalet gab es wohl die letzten Tage so ca. minus 20 Grad permanent.

Ich war also sehr gespannt zu erfahren, welche Frostschäden so entstanden sind während der letzten 5 Wochen. Es sollte zwar angeblich saukalt sein, laut Vorhersage, aber sonnig.

Emile ist mittlerweile zu Allem bereit, d.h. auch mal nur eine Nacht in der Hütte zu verbringen und er ist mittlerweile auch mein designierter "Fahrer" da er den Führerschein hat. 

Wie erwartet war, bei Ankunft, die Innentemperatur im relativen Grenzbereich, d.h. minus 10 Grad - Innen. Das könnte also ein wenig ungemütlich werden .....  zumindest am Anfang.


Das Problem ist nicht so sehr die tatsächliche Temperatur sondern die Tatsache, dass alles, aber auch halt alles, vom Geschirr über die Möbel, die Holzverkleidung, eben einfach Alles, total eingefroren ist. Auch die Sauna.

Alles strahlt Kälte aus. Sprichwörtlich. 

Minus 10 Grad innen, nachts reelle minus 22 außen, da komme ich in den grenzwertigen Bereich der Hütte. Aber ich habe ausreichend Holz, Trinkwasser und 80% meines Bieres waren noch in Ordnung. Zwar zu Stein und Bein gefroren, aber immerhin nicht aufgeplatzt. Erstaunlich eigentlich und nur erklärbar weil a) mit Alkohol und b) geschützt im etwas isolierten "Kühlschrank". 

Drei von 15 Bierdosen sind aufgeplatzt und zwar nur diejenigen mit weniger Alkoholgehalt. Irgendwie logisch. Antifreeze halt. Kauft keine Leichtbiere, taugt nicht.

Ob der gefrorene Riesling noch trinkbar ist wird sich weisen. 

 






Ich dachte, dass wir eigentlich Backcountry auf dem See machen könnten (es ist ja nichts gespurt), aber da gab es ein Problem: trotz der dauerhaften minus Temperaturen war es nicht möglich auf dem See zu laufen denn unter den 30 cm Schnee gab es ca. 5 cm Schmelzwasser. Darunter dann - davon gehe ich aus - solide 60 cm Eis. Aber es war "Sülze". Slotch, wie man in Quebec sagt. 

Eine bizarre Situation, extrem komisch. Es hatte minus 20 Grad, das Eis war sicher 50 cm dick, es lagen mindestens 30 cm Schnee und trotzdem gab es eine Wasserschicht, ca. 5 cm. 

Wir sind dann auf Schneeschuhe umgestiegen und auf "Backcountry" im Wald ausgewichen.



Auf fließenden Gewässern wie z.B. hier oben auf dem Rouge würde ich selbstverständlich nicht rum sappen. 
 
Insgesamt finde ich die Hütte aber einfach nur geil. Nach der Sauna raus zu gehen und sich bei minus 20 Grad in den Pulverschnee zu schmeißen ist einfach nur genial. Innen konnten wir die Hütte auf ca. 28 Grad hochfahren, alles heizt sich auf und dann kommt der "Comfort" Moment.

p.s. es gab null Wind. Wenn der Windchill Effekt dazu kommt, dann haben wir eine komplett andere Situation. Dann wird es ernst und richtig unangenehm und dann mag selbst ich nicht mehr vor die Tür gehen. Aber "zwengs mir" kann der Winter noch ein paar Wochen dauern, insofern das so einigermaßen gemäßigt weiter geht.



Sonntag, 23. Januar 2022

Ein Wintersportparadies

 


Lili ist gerade mit Freunden beim Skifahren - Alpin. Emile geht raus zum Hockey soviel er kann und ich mache - de facto - jeden Tag Langlauf. Die Loipen sind perfekt gespurt und es herrschen beste Bedingungen. Also nix wie raus und ab auf die Piste. Die Wettervorhersage für die nächsten zwei Wochen meint in etwas, es gäbe immer so ein Tag mit etwas Schneefall und dann zwei Tage Sonne. 

Am Mittwoch Abend könnte es etwas "frisch" werden - Tageshöchsttemperatur angeblich minus 21 und gefühlt so minus 30. Aber beim Langlauf bewegt man sich ja ausreichend und bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Klamotten. 

 

Wed 01/26
Mainly sunny
Temperature -21 °
Feels like -27
Night -25°

Dienstag, 18. Januar 2022

White out

Der "Sturm" ist vorüber, die Kälte hat uns erst mal wieder. Es hat schon ganz ordentlich geblasen und war schon teilweise ein wenig wie ein klassicher "whiteout", d.h. es bläst dann den Schnee so wild, dass man fast nichts mehr sieht.  Gestern aber es war jetzt letztlich nicht wirklich "weltbewegend", eher ein normaler Quebecer Schneesturm. 

Die Schulen und öffentlichen Einrichtungen wurden vorsorglich geschlossen und auf den Straßen bzw. in der U-Bahn war es sehr ruhig. Ich war auch komplett alleine im Büro. 

Das Fahrrad habe ich dann doch lieber stehen lassen - das passiert so ca. drei mal pro Jahr. 


 

Ansonsten haben wir jetzt natürlich fantastische Ski- und Wintersport Konditionen und die "Regel" für Schneestürme in Quebec hatte ich ja schon mal erwähnt: solange ich das Auto noch erkennen kann, kann es so schlimm nicht gewesen sein. 

 

 

Wie gesagt, jetzt kommen erst mal klare und bitter kalte Nächte - am Freitag am Chalet - angeblich - reelle minus 30 Grad. Falls noch Wind dazu kommt, dann Gnade dir Gott.

 

 

 

Sonntag, 16. Januar 2022

Ski in, Ski out

Der Hammer wie die Zeit vergeht. Letzten Sonntag um die Zeit war ich noch in Minga und rein theoretisch müsste ich eigentlich noch in meiner 14 tägigen Quarantäne bleiben aber die können mich jetzt mal. Ich war jeden Tag im Büro und auf der Piste (mein negatives PCR Ergebnis kam dann auch endlich heute).

Hier herrscht nämlich bestes Wintersport Wetter. Emile war letzte Woche mit Kumpels beim Skifahren und ich mache fast jeden Tag Langlauf. Ab Haus. 

Heute Nacht soll der erste richtige Schneesturm dieses Winters kommen. Wir erwarten ca. 30 cm und es soll gegen Morgen anfangen zu schneien und morgen dann wohl den ganzen Tag - d.h. eventuell werde ich das Büro schließen und es kann sein, dass auch die Schulen morgen geschlossen werden - obwohl sie ja exakt morgen eigentlich erst wieder aufmachen sollten. Das Ganze verbunden mit starken Winden und da ist dann auch die "Warnung" okay - wenn es nämlich zu starken Schneefall noch richtig "bläst", dann wird das echt "unangenehm".


 

Die Konditionen für Langlauf sind ausgezeichnet. Ab Haus ca. 6 km gespurte Loipe im Park Lafontaine. Flach, aber besser als gar nichts .....!  Sohnemann ist jetzt "bekennender" Langläufer und Saunagänger - die "Erziehung" hat sich also letztlich gelohnt.


Abends auf dem "Berch", ca. 25 km Loipe - Skate oder klassisch. Man kann mit dem Bus hinfahren genau wie zum Olympiapark (ebenfalls ca. 20 km Loipe) - ca. 15 Minuten in beide Richtungen.

 

Oder direkt bei mir "ab Haus", d.h. Garten - also echt "Ski in - Ski out" - wirklich optimal. Wer von uns kann schon ab Haustür zum Langlaufen? 

Morgen sollte es dann in der gesamten Stadt gehen, insofern die "versprochenen" 30 cm fallen. 

 

p.s. die NYT zitiert eine skandinavische Studie wonach Langläufer weniger psychische Probleme haben. Emile meinte, das wäre quatsch, seiner Meinung nach leben Menschen welche generell Sport ausüben und Bewegung haben einfach gesünder.

https://www.nytimes.com/2022/01/12/well/move/exercise-anxiety.html

 

Dienstag, 11. Januar 2022

Schnallt Euch an

Québec packt jetzt den "Hammer aus", siehe nachfolgender Artikel von der BBC. 

Eine Covidsteuer für Ungeimpfte. Im Moment ist das hier allerdings auch tatsächlich unglaublich: 

alleine in meinem Jobumfeld sind momentan ca. 15 Leute mir Omikron infiziert. In den USA ist die Variante bereits für 98% aller Fälle verantwortlich. Es ist also nicht mehr die Frage ob man sich mit Covid infiziert sonder lediglich WANN!!!! Auf Deutschland und Europa kommt eine ungeheuerliche Welle zu, welche wir bereits haben und das bei 84% Impfquote. Ich kann nur eines raten: lasst Euch impfen (falls es tatsächlich noch jemanden geben sollte welcher das bis dato "nicht hingekriegt" hat) und boostern, insofern möglich. 

Es wird mich auch - unweigerlich - demnächst erwischen denn diese Variante ist "ein Hund". Wahnsinn. Die gute Nachricht ist, dass der Krankheitsverlauf relativ mild ist - allerdings laut Aussagen meiner erkrankten Kollegen, dennoch mit starken Fieber und Grippesymptomen verbunden sein kann.

Ab Dienstag gibt es hier übrigens für ungeimpfte keinen Zugang mehr zu den Alkohol- und Cannabis Läden. Aus die Maus.

Covid: Quebec to impose health tax on unvaccinated Canadians

A Canadian child getting vaccinatedImage source, Getty Images

The Canadian province of Quebec will charge a health tax to residents who are not vaccinated against Covid-19.

Quebec, which has seen the highest number of Covid-related deaths in Canada, is currently struggling with a surge in cases.

On Tuesday, the premier announced that it would be the first in the nation to financially penalise the unvaccinated.

Only about 15% of Quebec residents are not vaccinated, but they make up about half of all hospital cases.

According to federal data, just over 84% of Quebec residents had received at least one vaccine dose by 1 January. Premier Francois Legault said during a news conference that people who have not received their first dose of vaccine will have to pay a "contribution".

The fee has not yet been decided, but will be "significant", he said. "I think right now it's a question of fairness for the 90% of the population who made some sacrifices," Mr Legault said. "I think we owe them this kind of measure."

Last week, the province announced that it would require proof of vaccination to shop in government cannabis and liquor stores. A curfew is also in place, the second one of the pandemic, running from 22:00 to 05:00 each day.

On Tuesday, Quebec's death toll from Covid reached 12,028.

It comes after 62 deaths were recorded in the previous 24-hour period. The daily figure represents a similar rate to January 2021, before widespread vaccinations had begun in the province.

The premier's press conference was attended by his interim public health director, who took over after the long-serving previous director resigned over criticism of his handling of the latest Omicron-driven surge.

Hospitals in Montreal, the province's largest city, are nearing 100% capacity and have already started limiting non-Covid related care. Over 200 members of the city's unhoused population have also tested positive, indicating an outbreak. It comes amid a severe cold snap, which is overwhelming shelters.

Quebec reported 8,710 new cases on Tuesday. The figure represents a 20% positivity rate.

There are currently 2,742 Covid patients in Quebec hospitals, including 244 in intensive care.

While rare, Quebec is not the only region in the world seeking to impose a financial penalty on those unwilling to get jabbed.

Starting later this month, Greeks over age 60 are being required to pay a €100 (£85; C$142; $113) fine for each month that they remain unvaccinated.

Singapore has required Covid patients to pay for their own medical bills if they are not vaccinated.

Sonntag, 9. Januar 2022

Reisen in surrealen Zeiten

Ich war, so kurz vor Weihnachten recht unsicher ob das jetzt dann so einfach ginge, mal so kurz nach Bayern zu düsen. Omikron hatte ja die Zahlen in Quebec explodieren lassen in den Wochen davor. Dann gab es jeden Tag neue Bestimmungen. Fliegt das Ding dann tatsächlich noch, kann ich wieder Rückreisen? Welche Tests oder Nachweise brauche ich? Wie lange ist deren Gültigkeit? Risikogebiet? Hochrisikogebiet? Variantengebiet?

Kurzentschlossen bin ich dann aber doch direkt nach dem Chalet nach Minga geflogen, also am 28. Abends. Volles Risiko. Für Bayern braucht man keinen PCR Test - lediglich der Impfnachweis genügt. Allerdings hat das in Montreal am Flughafen erstaunlicherweise niemanden wirklich interessiert. 

Ich habe zwar sicherheitshalber mal nachgefragt, aber niemand hat etwas überprüft - Pass musste ich auch nicht vorweisen - scheinbar braucht man den nicht mehr. 

Also von wegen Impfpass, PCR Test usw. - alles easy. Der Flieger war rappel voll und Minga vollkommen entspannt. Die Security im Zug nach Regensburg wollte dann aber doch meinen Impfnachweis sehen und meine kanadische App konnten sie nicht lesen - aber Papier geht ja im Notfall auch noch und da hatte ich den deutschen Nachweis dabei. Alles palletti. 

Deutschland hat dann am 1. Januar plötzlich Kanada zum Hochrisikogebiet erklärt. 

In Regensburg habe ich mir sicherheitshalber den Booster abgeholt und ich muss sagen, das waren dann doch zwei sehr schöne und entspannte Wochen bei Sabine in Ratisbonne. Das Timing war prima denn Quebec hat am 30. Dezember plötzlich einen neuen "de-facto" Lockdown angeordnet, inklusive Ausgangssperre ab 22 Uhr und der gilt auch noch eine Woche - angeblich erst mal bis zum 17. Januar. Von daher gesehen, konnte ich den Mist schon mal fast zwei Wochen "umgehen". 

 

Schwesterchen hat - wie immer - gut aufgekocht!!

Die Rückreise nach Kanada war dann aber sehr chaotisch. Die Kanadier verlangen einen PCR Test um in Minga überhaupt in den Flieger steigen zu können. Das wurde auch überprüft - so leicht. Aber: jetzt muss man auch noch einen PCR Test bei der Ankunft in Montreal machen! Die Schlange war monströs - gleichzeitig hieß das, dass ich aufgrund der eh schon vorliegenden Verspätung des Fliegers von zwei Stunden definitiv nicht mehr vor der Ausgangssperre nach Hause kommen würde. 

Aber es gab dann aber noch "kreative Lösungen" wie ich das nenne. Das organisatorische Chaos bei der Ankunft in Montreal spottete jeder Beschreibung. Was Covid anbelangt funktioniert im Moment alles eher so nach einem Zufallsprinzip.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, müsste ich erst mal so lange in Quarantäne gehen bis mein negativer PCR Test vom Flughafen vorliegt. So viel Zeit habe ich aber nicht - morgen früh bin ich im Büro - ich muss ja auch mal wieder etwas arbeiten. 

Verrückte Zeiten, nach wie vor.