Donnerstag, 28. November 2013

interessanter Blog bezüglich Montreal

http://canada365.wordpress.com/

Mafia, Korruption und Missmanagement - mal wieder

Irgendwie kommt es mir langsam vor wie der Film "und täglich grüßt das Murmeltier". Die unendliche Schleife, Wiederholung auf Wiederholung. Seit mittlerweile einem Jahr lese und höre ich die unendliche Geschichte der hiesigen Mafia und wie viele Ebenen der Gesellschaft und der "Verwaltung" korrumpiert wurden - und werden.

Ich denke es muß irgendwo ein Systemproblem vorliegen.

 http://www.montrealgazette.com/travel/Mayor+Denis+Coderre+angry+about+lavish+expenses+Tourism/9225471/story.html

Jeden Tag neue Stories und unglaubliche Summen, Skandale und Ethik Probleme.

Der ex-Direktor des größten anglophonen Unikrankenhauses wartet auf seine Auslieferung. Immerhin eine der größten, einflußreichsten und angesehensten Institutionen Quebecs. Sein frankophoner Kollege wurde vorgestern geoutet und wird wohl (inklusive kompletten Verwaltungsapparat) zwangsabgelöst und unter ministerielle Zwangsaufsicht gestellt. Die zwei letzten Oberbürgermeister Montreals mußten zurücktreten - einer davon geht in den Knast. Mehrere Bürgermeister mittlerer und kleinerer Städte und Gemeinden werden ihm folgen oder sind ihm voraus ...

http://en.wikipedia.org/wiki/Charbonneau_Commission

Teile der Gewerkschaft stecken mit der Mafia unter einem Hut und schieben sich gegenseitig die Millionen hin und her ....

Die Hells Angels - welche in den 80er und 90er Jahren den Drogen-, Tabakschmuggel- und Geldwäschemarkt beherrscht haben sind noch zart im Hintergrund tätig.

Mit anderen Worten: das organisierte Verbrechen scheint nach wie vor hervorragend situiert zu sein denn: was da an die Oberfläche kommt ist ja letztlich nur die klitzekleine Spitze des Eisbergs.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/provinz-quebec-land-der-zerbroeselnden-strassen-a-790617.html

Man hat mir und meiner "Gruppe - d.h. mehreren sozialen Organisationen" unlängst 200000 $ als "Spende" angeboten wenn wir von einem Immobilienprojekt "abstand" nehmen würden. Mit anderen Worten: "ich gebe euch 200000 $ wenn ihr nicht auf das Objekt bietet".

Ich glaube da ist einiges faul im Staate Dänemark - sorry, Quebec.

Mal sehen wen es als nächstes erwischt - das ist im übrigen die positive Nachricht. Es scheint doch noch eine staatlich-gesellschaftlich legitimierte Judikative zu bestehen, welche um Aufklärung, Transparenz, Recht und Ordnung kämpft. Hoffentlich klappts ....


Sonntag, 24. November 2013

DIE ZEIT N° 48 / 2013 - Öko-Rollback - Die Menschheit verliert das Interesse am Umweltschutz

Das triffts dann leider wohl auf den Punkt .....

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Öko war früher

Von den grünen Bekenntnissen der Menschheit ist wenig geblieben. Die Klimakonferenz in Polen zeigt es: Die Welt gibt erst mal auf

VON PETRA PINZLER UND FRITZ VORHOLZ

Angenommen, wir fänden heraus, dass ein Asteroid auf die Erde zurast, der am 3. Dezember 2073 einschlagen und bei dieser Gelegenheit 70 Prozent allen Lebens vernichten wird. Sicher würden unsere Regierungen sofort aktiv. Um das Unglück zu verhindern, würden sie die besten Wissenschaftler, Universitäten und Unternehmen mobilisieren. Und alle anderen damit beauftragen, das Überleben der Menschheit zu sichern – für den Fall, dass die erste Gruppe scheitert.

Mit dieser Geschichte füllt der britische Professor Stephen Emmott ganze Theater, sie ist Teil seiner Schocktherapie. Eigentlich ist Emmott Naturwissenschaftler in Diensten eines Großunternehmens. Er leitet ein Computerlabor von Microsoft. Dort hat er Millionen von Daten über den Zustand der Welt ausgewertet, akribisch und emotionslos. Seitdem ist Emmott sicher: Unsere Situation unterscheidet sich nur in zwei Punkten von dieser Fiktion. Wir haben kein Datum für die Vernichtung der Erde. Und deswegen kämpfen wir auch nicht ernsthaft dagegen.

Spinnt Emmott?
Grüner Aufbruch war einmal. Jetzt ist Ökorollback, ein Rückfall in die Vergangenheit


In dieser Woche verhandeln Regierungsvertreter aus aller Welt in Polen über den Klimaschutz. Bislang erfolglos. Dabei müssten sie sich noch um viel mehr als nur um das Klima und um den Anstieg des Meeresspiegels sorgen. Bedroht ist die gesamte Lebensgrundlage der wachsenden Weltbevölkerung: Böden, Wasser, Lebensräume. In bisher unbekanntem Ausmaß werden Meere verschmutzt, Äcker verweht, Lebewesen vernichtet. Schneller und schneller.

Grüner Aufbruch war einmal. Jetzt ist Ökorollback, ein Rückfall in die Vergangenheit.

Bei der Klimapolitik zeigt sich das beispielhaft. Da geben heute selbst einstige Vorreiter auf. Vergangene Woche hat die Regierung in Tokio verkündet: Der CO₂-Ausstoß des Landes soll, gemessen am Stand von 1990, bis zum Ende des Jahrzehnts nicht mehr um 25 Prozent sinken – er darf wieder zunehmen. Fukushima dient als Begründung, obwohl es längst Konzepte dafür gibt, Atomausstieg und Klimaschutz zu vereinen. Auch in Japan.

Polen, der Gastgeber der Klimakonferenz, verfeuert viel Kohle. Die USA setzen auf Reindustrialisierung durch billige Energie und fördern mit umstrittenen Methoden mehr und mehr Erdgas. Das verbrennt zwar sauberer als Kohle, auf Dauer dürfte der CO₂-Ausstoß der USA aber trotzdem wachsen. Die neue australische Regierung will die gerade eingeführte CO₂-Steuer wieder aussetzen, obwohl das Land schon jetzt unter den Folgen des Klimawandels leidet, unter Überschwemmungen und Hitzewellen.


Sogar Deutschland, selbst ernannter Ökochampion, sendet Signale des Rückzugs. So bremst Berlin die EU bei strengeren Abgasgrenzwerten für Autos. Und in den Koalitionsverhandlungen wird die Energiewende fast nur noch unter der Frage verhandelt, wie alles billiger werden kann. Selbst der Chef des Umweltbundesamtes bekommt da seine Zweifel. »Himmelfahrtskommando oder Zukunftsinvestition!«, das sei noch offen, twitterte Jochen Flasbarth. Bisher sieht es so aus, als gerate die Energiewende zum Himmelfahrtskommando.

Es ist absurd. Überall auf der Welt geben sich die Eliten grün. Trennen ihren Müll und kaufen Bio. Plastiktüten gelten als out. Neue Staubsauger dürfen in der EU nur noch wenig Strom verbrauchen. In China boomt die Elektromobilität. Nie zuvor haben so viele Menschen so viel über Umweltschutz nachgedacht. Und niemals so schnell so viel Umwelt zerstört.

Der Reichtum der Meere ist vergangen. Schon heute fänden Fischer immer weniger in ihren Netzen, sagt die Welternährungsorganisation.

Zu Lande rottet der Mensch Tiere und Pflanzen aus: 41 Prozent aller Amphibien, 33 Prozent der Steinkorallen und 25 Prozent der Säugetiere sind akut vom Aussterben bedroht.

Dramatisch ist der Verlust fruchtbaren Bodens. Das Welt-Boden-Informationszentrum hat ermittelt, dass im vergangenen Vierteljahrhundert rund ein Viertel der globalen Landfläche heruntergewirtschaftet wurde – verweht, vergiftet oder ausgelaugt. Um die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können, werden nun Wiesen, Moore und Wälder umgepflügt.

Ende vergangener Woche veröffentlichte das Wissenschaftsmagazin Science das Ergebnis einer satellitengestützten Vermessung der Baumbedeckung. Zwischen 2000 und 2012 verschwanden netto 1,5 Millionen Quadratkilometer Wald. Das entspricht vier Mal der Fläche Deutschlands. In Brasilien wurde allein im vergangenen Jahr fast ein Drittel mehr Wald gerodet als im Vorjahr.

Umweltschutz schmälert kurzfristig die Renditen. Kaum eine Regierung will das ihrem Land zumuten
Als Präsident des Global Footprint Network fasst Mathis Wackernagel all diese Fakten regelmäßig zu einer Art Kontoauszug zusammen und errechnet daraus den ökologischen Fußabdruck der Menschheit. Danach waren in diesem Jahr bereits am 20. August alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die sich bei sorgsamer Nutzung regenerieren. Seither leben wir von der Substanz, und der Overshoot- Tag ist jedes Jahr ein wenig früher: 2003 war es noch der 22. September, 1993 der 21. Oktober.

Warum ausgerechnet jetzt so wenig gegen die Zerstörung getan wird? Weil der »politische Wille« fehle, das Ruder herumzureißen. Das jedenfalls war die Antwort einer Expertengruppe, die der UN-Generalsekretär zwanzig Jahre nach dem Erdgipfel von Rio de Janeiro um Rat bat.

Kein Wunder. Umweltschutz schmälert kurzfristig die Renditen. Ausgerechnet jetzt, da viele Länder unter den Folgen der Finanzkrise leiden, will das kaum eine Regierung ihrem Land zumuten. Also wird die Bewahrung der Schöpfung der Standortkonkurrenz geopfert. Deswegen setzen Amerikaner auf Fracking, holzen Brasilianer den Urwald ab, kippen Australier die Klimasteuer.

Man könnte das auch eine kollektive Enteignung nennen. Enteignet wird, wer heute schon unter Umweltschäden leidet, meist aber im Süden wohnt und sich kaum wehren kann. Enteignet wird aber auch die nächste Generation.

Man könnte es auch als falsch verstandene Marktwirtschaft bezeichnen, weil die Preise die ökologische Wahrheit nicht ausdrücken. Mehr Ökosteuern könnten das ändern. Aber wären damit noch Wahlen zu gewinnen? In Deutschland ist der Anteil von Umweltsteuern und -abgaben an den staatlichen Einnahmen zuletzt sogar gesunken.

Stephen Emmott, der Mann mit der Asteroiden-Geschichte, ist pessimistisch: »Ich glaube, wir sind nicht mehr zu retten.«

Schweinekalt

- 10 Grad mit häßlichem Wind (wird dann schnell zu - 15 und mehr) - letzten Samstag habe ich noch im Liegestuhl auf der Dachterrasse verbracht. Alles wie immer ......

Vielleicht können wir unsere Eisfläche hinter dem Haus in diesem Jahr früher "bauen". D.h. aber leider auch, daß ich jetzt langsam wieder vom eBike auf Bus und U-bahn umsteigen muß. In vier Wochen ist eh Weihnachten.
Im Büro habe ich noch ca. zwei Wochen Streß und ab dann gehts nur noch auf die Weihnachtsfeiern. Das WE stand im Zeichen von Hockey - Emile hatte drei Spiele und ein Training. Vollprofi halt.

Ansonsten ist nicht viel gebacken .............

Freitag, 15. November 2013

Bürgermeister in Kanada - ein hartes Brot ... leider hams das Video jetzt gesperrt ...

http://www.youtube.com/watch?v=JYjwEI4QxI4&feature=player_detailpage

Mittwoch, 13. November 2013

Die Tante ist im Krankenhaus

wir hoffen, daß sie das nochmal schafft. Sie ist ja eine unendliche Kämpferin. Der traue ich das zu .... toi, toi, toi!!!

Ansonsten hatte "Zimmerer" wohl einen großen (berechtigten und interessanten) Bericht in der Rundschau - wurde mir per jpg übermittelt - ich weiß nicht ob man es lesen kann - mal sehen



Montag, 4. November 2013

Die "Kommunalwahlen" sind vorbei

Das System ist ja an sich sehr verworren. Es gibt, zum Einen, in Montreal keine wirklich stimmige territoriale Struktur. Die, vor Jahren, vorgenommene Reform "une Ile une Ville", also "eine Insel, eine Stadt", wurde von einer (mehrheitlich anglophonen) Protestbewegung hinweggefegt und hat die damalige Regierungspartei mitgerissen. Danach konnten sich die "reichen" Stadtteile ihre Autonomie sichern und die "armen" Stadtteile blieben übrig. Einige frankophone "Upperclass" Viertel sind auf den Zug aufgesprungen. Dies - und der restliche Kompetenzwirrwar zwischen der "Ville de Montreal", den sogennanten "Arrondissements" und den autonomen Kommunen (siehe oben) - sorgen dafür, das Montreal als Ganzes, gänzlich "unregierbar" ist.

Soweit dazu.

Dann gibts - im Gegensatz zu Deutschland, auch keine "vertikale" Parteienlandschaft. D.h. die federalen Parteien haben keine Ableger auf Provinz oder Kommunalebene - und umgekehrt. Also keine CDU Struktur welche sowohl im Bund, im Land und auch auf der kommunalen Ebene agiert sondern komplett (mehr oder minder) unabhängige Parteistrukturen - je nach Ebene.

Dann ist es noch so (wie in manchen deutschen Bundesländern - wenn ich richtig informiert bin), daß es keinen "zweiten Wahlgang" gibt. D.h. auch wenn keiner der Bürgermeisterkandidaten die absolute Mehrheit erringt, ist derjenige welcher die einfache Mehrheit hat gewählt. Das bedeutet für Montreal das der, meiner Meinung nach, inkopetenteste Kandidat (weil u.a. nachweislich korruptionsgefährdet, Ultrapopulist und Berufspolitikerschleimbeutel  ohne die leiseste Andeutung von "Programm") mit relativ knapper Mehrheit gewählt worden ist. Andere Länder, andere Sitten - muß man wohl akzeptieren. Jedenfalls ist er mit knapp 30 Prozent davongekommen. Die nachfolgenden Hauptkandidaten mit 26, 26 und 15 haben für den "Split" gesorgt. In einer Stichwahl hätte Coderre (Mister Populist ohne Programm) nicht den Hauch einer Chance.

Für Montreals Zukunft als Weltmetropole sehe ich somit leider eher Stillstand und Rückschritt als Avant Garde, Vision und Innovation.  Andererseits sind aber auch etliche lokale Bürgermeister mit gänzlich anderer Ausrichtung gewählt bzw. im Amt bestätigt worden obwohl die konservative Presse (La Presse, Journal de Montreal, Gazette) da ziemlich opponiert.

U.a. (natürlich) bei uns, auf dem sogenannten Plateau. Wie dem auch sei, das Leben geht weiter. Insgesamt bin ich nicht unzufrieden denn: zum neuen Bürgermeister in NDG (wo ich arbeite) habe ich einen ganz guten Kontakt und der Typ bei uns, im "Arrondissement Plateau" ist genial - meiner Meinung nach.