Dienstag, 31. Mai 2011

Das Leben geht weiter seinen Gang

Die Beerdigung war würdig und der Familienzusammenhalt ist außergewöhnlich.

Wir genießen jetzt also noch unsere Tage am Reisighof und in Franken. Lili arbeitet im Stall, füttert mit Reini, spielt mit Cora, arbeitet mit Marlies und Tante. Sie wird den Reisighof sicher nie mehr vergessen.

Sonntag, 22. Mai 2011

Trauer

Lili hat geweint und will unbedingt mit zur Beerdigung kommen. Allerdings will sie auch auf Moni reiten, mit Cora spielen, mit Reini die Kühe und mit Marlies die Kälbchen füttern.

Wir sind alle sehr traurig - unser Vater wird uns sehr fehlen.

Wir bereiten uns auf die Abschiedsreise vor. Viel Zeit zum Nachdenken über das Leben, den Tod und alles was wir lieben.

Carpe Diem.

Banana Republic Teil 2

Québec (City) will einen Hockeyclub haben. Ebendiesen, nämlich die Nordiques haben sie in den späten 1980ern verloren. Die NHL ist nämlich bekanntlich eine Franchise Struktur und es gibt keinen Auf- oder Abstieg sondern nur zusätzliche Lizenznehmer oder man kauft eben eine bestehende und verlagert dann den "Verein". Man kauft sich also im Prinzip ein Team - sofern es auf dem Markt eines gibt. Die wirtschaftlich stärksten Regionen überbieten dann eben die schwächeren.

Quebec will also wieder eine Eishockeymannschaft haben. Gut. Soweit sind sich hier alle einig.
Dazu gehört aber nicht nur das Team sondern auch die Infrastruktur. Quebec (City), in Form des sowieso leicht autkratischen Bürgermeisters (Stichwort: Leadership), braucht also auch ein neues Stadion. Utopische Kosten. Also wurde ein Sponsor gesucht. Dieser wurde auch gefunden: Quebecor. Milliardenimperium, lokaler quebecer Geldadel (vor allem Print und Medien).
Die steigen also mit ein und finanzieren einen Teil der Kosten, haben aber via Übertragungsrechten, Erstvermarktung, Print- und sonstigen Medien sowie Marketing und Promotion einen Mega Deal. Jetzt sagt der Bürgermeister, wir brauchen aber noch ein Gesetz (tatsächliche ein Gesetz) welches, den mit diesem privaten Investor abgeschlossenen Deal, "nicht anfechtbar" macht. Mit anderen Worten, ich mache einen Geschäftsdeal und verlange dann noch, dass die Konditionen für diesen "Deal" juristisch nicht anfechtbar sind. Niemals. Von keinem Richter oder keiner Instanz dieser schönen demokratischen "Provinz".
Das Parlament sagt ja dazu - wer nein sagt verdirbt es sich mit der Bevölkerung dort welche unbedingt ein Team haben will?
Unglaublich - Notstandsgesetze welche alle juristischen Grundprinzipien aushebeln würden und dies für ein Hockeyteam. Welcome to Banana Republic.
Ach ja, ein Abgeordneter (zufällig MEINEr)verweigert sich. Mal sehen ob er nach Guantanamo ausgeliefert wird. Und: hoch lebe das gute alte deutsche Verfassungsgericht! Was für eine Wohltat.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Mittwoch, 18. Mai 2011

Da gehts rund in Tennach - deswegen auch Ortsabrundungssatzung

http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/kulmbach/Wohnhausbau-zum-zweiten-Mal-abgelehnt;art312,162797

Da bin ich ja mal gespannt wie es weitergeht. Am Samstag habe ich dann meinen eigenen "Gemeinderat" am Forest Lake (Chalet).

Da gehts dann auch wieder um Nachbarkeitsstreitigkeiten, illegale Zäune, schlechte Strassen usw. - bin schon gespannt. Erinnert mich jedenfalls immer wieder herrlich an Tennach.

Dienstag, 17. Mai 2011

Top BMW Umbauten - als Inspiration


DSK und die Medien

schon ein Wahnsinn. Kann sich noch jemand an Guttenberg erinnern? Ist eigentlich noch Kernschmelze? Westerwelle? Lebt der noch? Und was ist eigentlich auch dieser weltweiten Pandemie H1N dingsbumms geworden? Vogelgrippe? Rinderseuche?

In den 80ern haben sich Themen wie Waldsterben, Saurer Regen, Tschernobyl usw. wenigstens noch so im Jahresturnus abgewechselt. Mittlerweile ist is ja so, daß die Nachrichten welche man morgens in der Zeitung liest bereits mittags nicht nur nicht mehr aktuell sondern total überholt sind. Logisch tragen unsere neuen Kommunikationsmöglichkeiten dazu bei. Das Netz, Twitter, rss feeds, "intelligente Telefone" - welche meiner Meinung nach "strunzdumm" sind was sich auf manchen ihrer Benutzer überträgt - tun das Ihre.

Ich war letzte Woche in einer Besprechung mit ca. 10 Leuten, wovon eine Person ihr iPad vor sich liegen hatte und drei andere "Topmanager" pausenlos ihre Blackberrys betrachteten bzw. entweder alle 5 Minuten rausgegangen sind um ein Gespräch anzunehmen bzw. um auf dem Ding rumzuhacken und ihre Messages nicht nur zu lesen sondern auch noch gleich zu beantworten. Einfach so. Krass. Normalerweise nehme ich unter solchen Bedingungen an derartigen Aktivitäten nicht mehr teil.

Sonntag, 15. Mai 2011

Hektisch

Letzten Montag ein ganztägiges Meeting mit Kollegen, Dienstag Teammeeting gefolgt von einer Arbeitsbesprechung für ein Projekt, Mittwoch zwei Meetings mit anderen Organisationen, Donnerstag zwei Arbeitsbesprechungen, nächste Woche Kongress gefolgt von meiner Jahreshauptversammlung, d.h. alle Jahresberichte müssen vorbereitet und vorgelegt werden. Ich kann mich momentan nicht über Arbeit beklagen.

Trotzdem habe ich es geschafft zusammen mit Emile ein Freundschaftsspiel der Montreal Impact gegen Red Bull New York zu sehen. 12000 Zuschauer, gute Atmosphäre und ein 1:0 Sieg für Montreal. Ordentliche Zweitliga Stimmung. Einzig: Mütter, welche neben ihren Kindern sitzend in der Halbzeitpause ein Buch lesen. Sieht man in deutschen Stadien eher selten ......
Der ehemalige französiche Nationalspieler Thiery Henry hat für die halbe Stunde joggen bestimmt ganz gut Kohle bekommen ........
Es sah so aus als wären alle Spieler auf dem Platz mindestens über 180 cm groß und alle total athletisch.


Ansonsten ein total verregneter Mai. Überschwemmungen allerorten. Landunter.

Samstag Abendessen bei Mathieu mit vielen Diskussionen über die aktuelle kanadisch-quebecer Politik. In Québec sind, durch den politischen Erdrutschsieg der mitte-links und sehr sozialdemokratisch orientierten NDP bei der Wahl ca. 55 politisch extrem unerfahrene und größtenteils sehr junge Abgeordnete gewählt worden. Die meisten der Kandidaten hatten nicht mit einem Wahlsieg gerechnet. Ein solcher schien extrem unwahrscheinlich zu sein. Am Dienstagmorgen nach der Wahl sind sie plötzlich als kanadische Abgordnete aufgewacht.

Eine Kandidatin war z.B. während des halben Wahlkampfes in Las Vegas, eine Andere spricht kein Wort französisch und viele sind Studenten oder junge Berufsanfänger. Genial. Denn: mehrere "Institutionen" und absolute "Leader" welche als unantastbar galten, haben die Wahl verloren. Da es keine Listenplätze gibt, ziehen sie nicht ins Parlament ein. Aus und vorbei. So ist das Leben.

Ansonsten ein entspannter Sonntag, Lili guckt die Sendung mit der Maus und Emile wird später mit mir noch einen Saunagang unternehmen. Bei dem miserablen Wetter kann man nicht viel anderes tun  .......

Montag, 9. Mai 2011

Sonntag

Gutes Teil. Bike wie auch Fahrer.  Kai mit seiner niete-nagel-neuen GS.

Im Übrigen, wie man deutlich sieht, von Grün keine Spur. Immerhin ist es der 8. Mai. Wonnemonat und so ......


Es ist eine alte Tradition, daß wir immer irgendwie und irgendwo liegenbleiben. Micha hat sich deshalb letztes Jahr die GS gekauft damit sowas NIE mehr vorkommt. Wir mußten aber lernen, daß eine - mit Elektronik vollgestopfte GS - ohne Batterie auch nicht mehr läuft. Weltklasse. Micha nimmt aus Sicherhitsgründen noch das geliehene Überbrückungskabel mit und bricht ab. Er hat es noch zurück nach Montreal geschafft.
Kai und ich sind weitergefahren und haben den Riviere Rouge abgefahren. Voll bis fast zur Oberkante. Québec wird momentan von Überschwemmungen ohne Ende heimgesucht. Vor allem südlich von Montreal haben die, selbst für hiesige Verhältnisse, extremen Niederschlagsmengen, eine Flut ausgelöst. 1000 cm Niederschlag als Schnee in Jay Peak. Die Vermonter Skistation wird deshalb zum ersten Mal in ihrer Geschichte am kommenden Wochenende, bei ca. 20 Grad, Anfang Mai geöffnet haben. Die Regenfälle der letzten zwei Wochen haben ihr Übriges getan.
Die Kisten sind wirklich geile Fahrzeuge. Nächste Woche ab nach Amqui und rum um die Gaspesie und im Juli mal runter nach Pennsylvania. Freitag noch kurz ins Chalet. Angeblich steht ein heißer und trockener Sommer bevor. Abwarten.

davon scheints ja eine ganze Menge zu geben

Kulmbacher im Ausland meine ich


http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/kulmbach/Bundesliga-gegen-Heimweh;art312,158666

das mit der Bürokratie ist in Québec übrigens noch viel schlimmer (obwohl ich das in Toronto nicht aus erster Hand kenne) - aber vieles muß erst durch die federale und anschließend auch noch durch die québecer Bürokratiemaschine laufen ................. furchtbar

andererseits gibts in Deutschland auch viel Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund und Land 

Mittwoch, 4. Mai 2011

Bin Laden

Der Zweck heiligt - scheinbar - die Mittel

I lose my evening - must see

http://www.youtube.com/watch?v=4hwZyHvenFw
woas für ein arroganter, überheblicher depp

Dienstag, 3. Mai 2011

na dann

Prost Mahlzeit.
Harper und seine Konservativen (oder sollte ich sagen: Reaktionäre?) bilden mit "satten" 38 % der Stimmen eine sehr komfortable Mehrheitsregierung. Soweit zum hiesigen Wahlrecht.
Die Liberalen (hat nichts mit dem Standort der FDP zu tun - eher CDU à la Merkel) sind beinahe ausgelöscht worden. Wenn du keine Direktmandate erringst bist du halt, schlicht und ergreifend, als Partei nicht mehr vertreten. Die Grünen haben eben ein Solches erringen können - in Vancouver. Eine Premiere.
Und Québec? In Québec gab es seit den 80er Jahren das Phänomen einer speziellen Partei (Bloc Québecoise) welche sich zwar als Vertreter Québecs ins federale Parlament wählen ließ, deren eigentliches Ziel aber darin bestand Québec letztlich aus eben diesem federalen Verbund herauszulösen (Unabhängigkeit). Die frankophone Bevölkerung hat diese Partei über Jahrzehnte hin immer wieder bestätigt. Bis gestern. Aus und vorbei. Ich hätte es für unvorstellbar gehalten, daß Gilles Duceppe, der Parteichef des Bloc Québecoise und "mein Abgeordneter", nicht wiedergewählt wird. Aber es ist geschehen. Eine gänzlich unbekannte Person hat einen der bekanntesten kanadischen Politiker vernichtend geschlagen. Im Viertel meiner Arbeitsstätte (NDG) hat eine absolut unbekannte junge Lehramtsstudentin eine der erfahrensten und relativ bekannten Politikerinnen der liberalen Partei geschlagen. Unvorstellbar.  Dies wird u.a. dazu führen, daß eine Menge Quereinsteiger ins kanadische Parlament kommen und ich denke das wird uns allen gut tun. Endlich mal ein paar normale Menschen wie du und ich und keine Politprofis, durch jahrelange Parteierfahrung "gestählt".
Für Kanada beduedet dieses Resultat eine "Spaltung" in ein "linkes" Québec, ein konservativ dominierendes Ontario, ein erzkonservatives Zentrum (Alberta, Saskatchewan, Manitoba) und ein einigermaßen ausgewogenes British Columbia.
Für Québec leitet es eine Zeitenwende ein. Weg vom Status Quo, hin zu einer Neudefinierung. Für Kanada, insgesamt gesehen, bedeuted die Wiederwahl Harpers einen derben Rückschritt mit möglicherweise verheerenden Folgen für u.A. Umweltpolitik, ökologische Technologien und der Fortentwicklung einer modernen und aufgeschlossenen Gesellschaft welche für Nachhaltigkeit und Liberalität steht.

Montag, 2. Mai 2011

Kanada wählt

und zwar einen neuen (alten??) Ministerpräsidenten. Und zwar an einem stinknormalen Montag. Die Wahllokale sind von 9h30 morgens bis 21 Uhr abends geöffnet. Jeder Arbeitnehmer muß allerdings mindestens 4 zusammenhängende  Stunden haben um zu wählen.


Der  Wahlzettel war jedenfalls sehr übersichtlich - etwa 8 Kandidaten und ein mögliches Kreuzchen.
Wie ich die Sache sehe, wird es eine knappe Minderheitsregierung der Konservativen unter Harper geben. Leider. Von meiner Warte aus.

Allerdings könnte sich in Quebec etwas anbahnen was spätestens in ein paar Jahren für einen Wechsel sorgen könnte, nämlich einzelne Siege von NDP (linksmittig sag ich mal) Kandidaten welche die Starre der aktuellen quebecer Politik vielleicht aufbrechen könnten. Bis dato wurde in Quebec mehrheitlich immer der sogenannte Bloc Quebecoise gewählt, welcher für die Quebecer Unabhängigkeit steht aber auch für einen furchtbaren Status Quo. Es könnte also mal was Neues passieren, abwarten.

Sonntag, 1. Mai 2011

1. Mai

Als Feiertag der Arbeiterbewegung hier in Nordamerika bzw. Quebec - subjektiv - weniger wichtig und prägend als in Europa. Immerhin aber auch nicht zum Wandertag degeneriert (oder zum Steinweitwurfwettbewerb wie in Kreuzberg). Eigentlich überraschend wo doch in Quebec die Gewerkschaften einen ganz starken Status besitzen.


Ansonsten gab es den digitalen Sprung vom "letzte-Woche-noch-fast-Winter-Wetter" hin zu offenen Türen und Fenstern und dem Leben draußen. Strahlendes Frühlingswetter also. Randvolle Strassencafés, Bars und Kneipen und alle Nachbarn draussen. Überhaupt, die Nachbarn. Die Kinder waren heute teilweise bei uns, teilweise bei unseren Nachbarn "next door", teilweise ca. 10 Häuser weiter unten in der Ruelle, bzw. Strasse. Ansonsten wurde hinten Hockey und Fußball gespielt, mit Kreide gemalt, oder was ihnen eben sonst so eingefallen ist. Ab und an kommen sie dann mal wieder vorbei, ziehen dann wieder - sprichwörtlich - ein Haus weiter. Genial. Sämtliche Türen sperrangelweit offen - mitten in der Großstadt. Man spricht miteinander, trinkt abends ein Gläschen Weiswein oder ein Bier und lädt sich öfter mal so spontan zum BBQ ein. Das fand  ich schon immer eine bemerkenswerte Eigenschaft hier. Teils englisch, größtenteils französisch. Allerdings scheint sich unsere Ecke hier, das Plateau,  immer mehr linguistisch "aufzulockern" und es gibt mehr und mehr englischsprachige Leute. Vor zehn Jahren war das noch zu 100% frankophon. Aber ich finds gut so. Der "Sprachenkrieg" findet einfach nicht mehr statt und die Montrealer sind diesbezüglich mittlerweile komplett entspannt und betrachten sich wohl schlicht und ergreifend als Weltbürger.

Und deutsch sprechen doch auch Einige. 

Allerdings gibt es auch den Effekt der "gentrification", muß ich mal nachgucken wie das übersetzt wird. Mit anderen Worten, ein einkommenstarkes Klientel von meist jüngeren Berufstätigen verdrängt einen Teil der seit 30 bis 40 Jahren hier lebenden Bevölkerung welche sich die aktuellen Miet- oder Immobilienpreise schlicht und ergreifend nicht mehr leisten kann.