Mittwoch, 15. April 2020

Rush hour in Montreal


Ich mußte mal ins Büro und bin dann zur absoluten Rushhour mit der U-bahn heimgefahren. 

Gespenstisch. 

Oder auch wiederum nicht. Alle Menschen bleiben eben im Moment, soweit es geht, einfach Zuhause. 

Paßt scho. 

Noch zwei Wochen und dann "fahren wir wieder hoch" und das relativ normale Leben wird weitergehen. 

Was ich interessant finde im Moment ist die unterschiedliche Betrachtungsweise, Kultur, Herangehensweise, wie auch immer. 

Ich bin nahe dran an der bayrisch - deutschen Situation, logischwerweise verfolge ich aus erster Nähe die Situation und Entwicklung in Québec, bzw. Montréal (frontline) und zudem sehe ich viel Berichterstattung aus den Staaten. 

Ich kriege news aus Frankreich, aus Brasilien, mein Team besteht aus 16 verschiedenen Nationen. 

Was ich in Quebec sehe im Moment ist ein hervorragendes Krisenmanagment.  Leadership. Die Verantwortlichen sind da, übernehmen auch Verantwortung für Fehler, gestehen ein, daß sie nicht alles wissen. Sie vertrauen auf die Expertise der Spezialisten - Gesundheitswesen, Wirtschaft, wie auch immer. Eine gesellschaftliche Gesamtexpertise basierend auf Fakten und Evidenz. 

Darüberhinaus bleibt man solidarisch, respektvoll und vor allem: alle arbeiten zusammen.  Wir hatten heute nachmittag eine Videokonferenz und manche Kollegen warten noch ab, ich bin eher für ein vorgezogenes Phasing in - aus unterschiedlichen Gründen. Aber ganz kontrolliert und mit allen Sicherheitsbestimmungen.


Deutschland gibt ein hervorragendes und geschlossenes Bild ab. Alles funktioniert, gilt fast wie immer als "German Engineering" - d.h. "die haben das im Griff, das funktioniert". 

Im Süden herrscht hingegen das totale Chaos. Der "Führer" und "Soziopath" der Staaten verbreitet absolutes Chaos. 

Ich bin bestimmt nicht geboren um die Welt zu führen, ich bin kein Leader, kein Visionär - aber ich vergesse nicht was meine Mutter, mein Vater, meine Familie und meine Gesellschaft mir an Werten und an ethischen Regeln mitgegeben haben oder mit welchen ich aufgewachsen bin und an welche ich nicht nur glaube sondern wovon ich einfach humanitär 100% überzeugt bin.

Wenn ich daran denke, daß ich - im Prinzip - ein "Kind" der amerikanischen Umerziehungspolitik bin, daß Begriffe wie Demokratie, Freiheit, Rechtssicherheit, Gleichheit usw. ich den USA zu verdanken habe, dann frage ich mich heute: was ist aus diesem Land geworden und wie konnte es dazu kommen?

The mad king.  

Aber, es wird vorübergehen - bald - wie auch Corona - und das ist nicht nur "wishful thinking" sondern ich gehe davon aus.

 
 


 

 

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