Dienstag, 9. August 2016

Die steinigen Berge

Zum ersten Mal in unser dreier Leben in den Rockies. Lili meinte: "wie die Alpen, aber doch anders". 

Die typischen dünnen schlanken Bäume, unglaubliche Bergseen, türkisgrün, kristallklar und von schneebedeckten Gipfeln und teilweise Gletschern umgeben. Auf der Wanderung in Revelstoke gab es zwei Gletscherzonen. 

Ansonsten war der erste Abend eine relative Enttäuschung. Banff ist ein scheiß überlaufenes Touridorf und es ging zu wie in München am Hauptbahnhof am Freitag Nachmittag. 

Überall Luxushotels und Kohle ohne Ende. Es war alles hoffnungslos ausgebucht und selbst der letzte Campingplatz war überfüllt. Dadurch sind wir allerdings zufällig hoch zum Lac Emerald gekommen. Ein totales Luxusresort, Luxushotel mit Luxusrestaurant. Busladungen und Busladungen von chinesischen und sonstigen Touristen aus der ganzen Welt. Schrecklich. Wie neulich in Südtirol. Busladungen von Asiaten. Ich möchte mal wissen was die für so einen Trip hinlegen. Unter 10k bis 20 k geht da wohl nichts.

Aber halt das Panorama - wir waren ja schließlich auch nichts anderes als Touris. Halt untere Klasse. 

Es war trotzdem wunderschön den See mal aus der Nähe betrachtet zu haben. 



Die zwei Bilder sind zwar nicht von uns aber genau so sieht es aus. Echt. Man muß übrigens noch fairerweise dazusagen, daß es, wie ich später erfahren habe, das ultimative Wochenende für die Region gewesen ist. Nationalfeiertag und langes Wochenende in BC und Alberta. Genau an diesem Sonntag sind wir nach Banff gefahren. Pech. Zum Lake Louise kam man schon gar nicht mehr vor und die haben mittlerweile einen Shuttleservice eingerichtet um die ganzen Massen hinzukutschen. Am Eingang des Parks gibts Zettel worauf man darauf hingewiesen wird, daß man Lake Louise nur vor 10 Uhr morgens oder nach 17 Uhr Abends besuchen sollte. Verrückt. Der Rest der Rockies ist menschenleer.

Wir haben dann beschlossen den Abflug zu machen und den Nationalpark und den ganzen Touritrubel zu verlassen (kostet übrigens 30 $ nur um da für zwei Tage rein zu fahren - gilt aber für alle anderen Parks auch, war also ok). 
















Ich war am Sonntag Abend körperlich und mental am Ende und wir haben uns ein schönes Hotel gegönnt, inklusive Hallenbad, Sauna und Spa. Glacier und Revelstoke National Park am Montag war dann nur gut und bei unserer Wanderung hoch auf 2500 Meter, gegenüber den Gletschern gings eigentlich alle 5 Minuten nur: "wowwh". 

Montag Abend sind wir dann noch eine weitere Etappe gefahren - wir haben ja auch durch die Zeitzonen ca. drei Stunden gewonnen. Nächste Etappe: Gardasee und Wüste. Kamloops.

 
  

Montag, 8. August 2016

Manitoba bis zu den Rockies

Die Reise durch Manitoba ist schnell erzählt:

man kommt aus Ontarios Wäldern und Seen irgendwann mal raus und dann kommen erst schmale und niedrigere Waldstücke. Die Quebecer/Ontario Landschaft verändert sich ganz langsam in ebenes Farmland. Flach. Bauernhöfe. Mais. Einfach Agrarland. Hervorragende Böden. Dörfer mit Namen wie "Blumenort" oder "Steinbach" - da haben wir hervorragnde Pizza gegessen. 

So gehts bis Winnipeg. Danach habe ich nichts mehr gesehen denn wir fuhren nachts.   

Erst wollten wir im Auto übernachten, d.h. wir haben die Campingmatratzen hinten reingetan, das ganze Gepäck nach vorne auf die Sitze verfrachtet und wollten dann einfach ein paar Stunden pennen. 

Das Problem war, das es unglaublich heiß und extrem schwül war. Außerdem waren wir - scheinbar - am Platz mit der höchsten Moskitodichte Kanadas. 

Wir hatten also zwei Möglichkeiten: 

a) im Auto, bei verschlossenen Fenstern, auf engsten Raum, zu ersticken, oder 

b) von Myriaden von Stechmücken bei lebendigen Leib gefressen zu werden.

Keine wirkliche Alternative. Emile ist, wie immer, nach ca. 10 Sekunden in einen Tiefschlaf verfallen. Ein Fänomen der Typ. 

Wohingegen Lili und ich einfach nicht zur Ruhe kommen konnten. Es war mittlerweile fast Mitternacht und ich wollte das Zelt aufbauen. Aber in völliger Dunkelheit, bei den Stechmücken  - boah ey, good luck. 

Nach kurzer Besprechung mit Lili haben wir das Fahrzeug wieder umgebaut, Gepäck nach hinten, Beifahrersitz komplett flachgeleg für Lili, Emile pennte auf der Rücksitzbank und ich ........ fahre. 

Zwei Stunden, so bis um zwei Uhr morgens. Dann war ich wirklich müde und meine absolute Vorgabe war (und das Versprechen an Sophie), daß ich nie müde fahren würde. Ich bin dann in irgendeinem Kaff rausgefahren und habe versucht zu schlafen. Das ging so eine Stunde dann wurde ich wieder wach und war relativ fit - also bin ich einfach nochmal zwei Stunden weitergefahren. Durch Baustellen ohne Ende und um drei Uhr morgens. Ideale Zeit für sowas  - da ist wenig Verkehr um diese Zeit.

Um 4 Uhr wurde ich extrem müde und bin dann einfach auf einen Feldweg gefahren und habe zwei Stunden geschlafen. Erstaunlicherweise war ich dann wieder total wach und fit. 

Danach bin ich 14 Stunden gefahren. 

Saskatchewan, Alberta bis nach BC. 

Ich dachte nach Calgary kommen die gigantischen Rocky Mountains. Dem ist aber nicht so. Es kommen die "Foothills" - sozusagen das Voralpenland. 

Aber dann kommen sie, die Berge. 

Gewaltig. 

Danach kann es surreal werden. 













 Lac Emerald.


Sonntag, 7. August 2016

Teil 2 - Ontario



Vancouver war das Ziel. Und die Rockies das "Filetstück" unserer Reise, dazu später mehr.


Der erste Tag war lang. Wir sind um genau 4 Uhr morgens in das vollbepackte Auto gestiegen und losgefahren. Ich bin davon ausgegangen, daß die Kids erstmal noch 4 bis 5 Stunden schlafen werden und ich somit schon mal einen guten Teil der Tagesetappe überbrückt habe. 

Ging auch. Kurz vor Ottawa war Sonnenaufgang und wir sind dann Richtung Algonquin Park gefahren. Kurzes Frühstück an einem See und dann weiter Richtung große Seen. 

Hinter Ottawa geht es auf Landstraße weiter. D.h. so ca. 80 km Durchschnittsgewindigkeit - da können 1200 km lang werden. Mein Navi hat mir irgendwann für eine von mir geplante Tagesetappe 23 Stunden Fahrzeit angegeben. Da habe ich ein bißchen gezweifelt ob wir jemals ankommen werden. 23 Stunden?? Aber der rechnet Stau, Baustellen und was weiß ich nicht rein. 

Durch Ontario durch geht es stunden, bzw. tagelang immer nur durch Wald. Von Seen und Flüßen durchzogen. Alle 5 Minuten ein See. Oder ein Fluß. So alle paar Stunden habe ich mal angehalten und bin bei 30 Grad in einen dieser Seen gesprungen. Dann gings weiter. 5 Minuten max. Du hältst an, springst in den See, schwimmst ein paar Minuten, trocknest dich ab und fährst weiter. 

Vom ersten Tag in Ontario haben wir tatsächlich kaum Bilder denn wir haben nirgendwo wirklich angehalt (außer zum Schwimmen oder zum Tanken). Am Freitag  Nachmittag kamen wir dann an die Georgian Bay. Über Sault Saint Marie weiter am Lac Superior Richtung Marathon. 


Immer am Wasser entlang. 

Emile hat ein kurzes Video gemacht. So schauts aus - den ganzen Tag lang. Marathon ist ein kleines verschlafenes Kaff am Arsch der Welt. Aber zum schlafen nach 16 Stunden Fahrt taugt es. 


 

Freitag, 5. August 2016

Der Bericht - Teil 1

Der Blog ist, auf eine gewisse Art und Weise, auch mein Tagebuch. Der Transkanadatrip war eine totale Spontanaktion. Kai erwähnte irgendwann die Umzugsdetails und da ging es auch um den Transport des Autos. In dem Moment hat es bei mir "klick" gemacht und ich dachte an diesen "Traum", welchen wohl jeder Kanadier und Nichtkanadier hat, einmal komplett durch den Kontinent zu fahren. Eastcost - Westcoast, oder umgekehrt. In unserem Fall fehlen da ja sowieso noch mindestens 2000 km denn der Osten Kanadas fängt ja, im Prinzip, ca. 2000 km weiter östlich an. Meine Nachbarin hat ja ein riesen Ferienhaus in Cape Breton. Das wäre dann schon realistischer aber auch noch lange nicht der wirkliche Trip denn es gibt ja noch Terre Neuve. Neufundland. Und dann wahrscheinlich noch etliche kleinere Inseln davor - muß ich mal auf der Karte nachschlagen.

Aber gut, Montreal - Vancouver, das war so die grobe Vorgabe. Scheinbar ist diese Reise Kult für jeden Quebecer oder Kanadier. Einmal beim Thema, hat mir jeder irgendwelche Tips oder Empfehlungen gegeben. Siehe Wawa, etc. - jeder muß das wohl einmal gemacht haben im Leben. Scheinbar. 

Ich bin ja kein Kanadier, kein Richtiger jedenfalls. Ich bin Franke. Ich habe den kanadisch Paß (vielen Dank - ich werde es honorieren) aber meine kulturelle Identität ist eine Andere. 

Trotzdem habe ich, seit ich klein war und Lederstrumpf gelesen und geguckt habe, von diesem Trip geträumt. Einmal durch dieses Kanada fahren. Einen kompletten Kontinent von Ost nach West durchqueren. 

Mein Kumpel Kai fand die Idee dann auch gar nicht so schlecht, mußte aber logischerweise erstmal abklären ob das eine Alternative sein könnte. Wer gibt sein neues Auto auch einfach mal so - mir nichts, dir nichts - jemanden damit jener dann 5000 km damit durch die totale Pampa fährt? Da muß man auch ein gewisses Maß an Vertrauen haben. Aber Kai wußte daß, wenn ich eines kann (außer Fußball spielen), dann lange Strecken fahren.

Trotzdem,  5000 km mit den Kindern im Auto, innerhalb von maximal 7 Tagen, das war schon eine Herausforderung. Ich war ja der einzige Fahrer (von Emile in Saskatchewan mal abgesehen) und da wird es eng. Speaking of:




Emile mußte öfter mal das "Steuer" übernehmen und hat dann gelenkt. Es ging ja meistens schnurgerade und alles was er machen mußte war, das Auto auf Spur zu halten. Cruise Controle war an, keinerlei Verkehr. Alles easy. Auf den Co-Pilot kann ich mich verlassen, das wußte ich. Nur zur Erinnerung: wir sind teilweise 16 Stunden gefahren. Am Stück. Irgendwann mußt du mal die Karte checken, den Navi programmieren selbst wenn man im Prinzip immer auf dem selben "Highway" rollt, etwas essen oder trinken, etc.

Der sogenannte Highway 1 (Transcanada Highway) wird kurz hinter Ottawa, also nach ca. 200 km, zur biederen einspurigen Landstraße mit 90 km erlaubter Höchstgeschwindigkeit. Teilweise 70 und innerorts dann 60 km/h.

Da hat mir die Technik des Autos enorm geholfen. Ich bin, de facto, ohne "Füße" gefahren. D.h. du kannst das Auto mit Tiptronic, Cruise Controle usw. absolut mit der Lenkradkontrolle fahren. Anders ginge es auch definitiv nicht. Ich konnte also total entspannt in der Kiste hocken, Stund um Stund, und brauchte nur das Lenkrad. Genial.

 

Die Betriebsanleitung des Navis hat übrigens 320 Seiten. Nur für den Navi. Auf dem Bild waren wir auf einem Feldweg in Saskatchewan morgens um 5 Uhr. Ich konnte irgendwann nicht mehr und dann habe ich (die Kids haben eh gepennt)  einfach mal zwei Stunden im Nirgendwo geparkt und gepennt. Die Sonne ging irgendwann auf und wir sind weiter Richtung Regina gefahren. 

 Saskatchewan ist der Hammer. 

Ich hatte mir vorgestellt, das das halt Prairie ist. D.h flach und Weizenfelder links und rechts bis an den Horizont. 

Stimmt teilweise. 

Der erste Teil nach Manitoba ist in der Tat der Weizengürtel. Aber dann wird es pötzlich "schottisch", d.h Highlands mit Moorlandschaften. Überall kleine Moore bzw. Seen.






In Saskatchwan gibts im Prinzip zwei Dinge: Kühe und Weizen. Die Weizenbunker ersetzen aus der Ferne, was das Panorama anbelangt, die deutschen Kirchtürme. Sieht echt so aus von Weiten.





Der Horizont wird unendlich und die Wolken sind scheinbar direkt über dir. 





Man sieht die unterschiedlichen Luftschichten und Wetterlagen über km hinweg bis zum Horizent. Jemand hat mir einen "Witz" erzählt: "dein Hund läuft weg in Saskatchewan, drei Tage später siehst du ihn immer noch am Horizont". 

Ich habe noch nie einen so beeindruckendend Himmel gesehen wie in diesem Landstrich.



Donnerstag, 4. August 2016

Vancouver Island - es ist vollbracht



Wir haben es tatsächlich geschafft. Vancouver Island. Wir sind am Pazifik. 5000 km in 5 Tagen - meistens ohne Autobahn. Jetzt wird relaxed und exploriert ..... Westcoast. 






Dienstag, 2. August 2016

Momentaner Standort: Kamloops (BC)


Downtown Revelstoke. 


Revelstoke Nationalpark.




Gestern am Morgen durch Regenwald, am frühen Nachmittag hochalpin, am späten Nachmittag der See mit der Größenordnung des Gardasees und am Abend eher wüstenähnlich (Regenschattengebiet). 

Heute kommt die letzte Etappe: von Kamloops aus verlaßen wir die Rockies und fahren über die Coastal Mountains Richtung Vancouver. Dort nehmen wir die Fähre und ab gehts, rüber nach Vancouver Island. Es ist fast geschafft - DER Raodtrip unseres Lebens. 

Sonntag, 31. Juli 2016

Unser ultimativer Roadtrip

Mit AC/DC zu den großen Seen, mit Kraftwerk auf eher öden Straßen, mit Adele in den grandiosen Sonnenuntergang. 

Aufwachen, das erste Licht im Osten erahnen und einfach nochmal 1500 km weiter nach Westen fahren. 

Es ist grandios. 





Die zwei sind fänomenal in Stimmung und saugut drauf. Genial. 16 Stunden am ersten Tag, 14 am zweiten und 14 heute. 



So gehts. 


Oder so. 


Cool. 


Mehr als 30 Minuten fürs Mittagessen sind nicht drin. Es ist einfach zu weit ..



Am ersten Tag Quebec und den ersten Teil der großen Seen, am zweiten dann den Rest vom Lac Superior bis nach Saskatchewan. Heute dann bis in die Rockies - der absolute Wahnsinn.  



Im Moment erhole ich mich gerade von den Strapazen. Heute war ich echt fertig, aber jetzt gehts wieder, wir sind im Banff Nationalpark. Yeahh! Morgen wird der Park ausgiebigst erkundet, am Dienstag gehts durch die Rockies runter nach Vancouver! Morgen ist sozusagen "Pausentag" und Mittwoch und Donnerstag wird eh gechillt. Auf Vancouver Island.

Samstag, 30. Juli 2016

Montréal - Vancouver Tag 1 - Marathon (Ontario)

Abfahrt 4 Uhr morgens. 

Wir passieren Ottawa gegen 6 Uhr morgens, dann nördlich vom Algonquin Park Richtung große Seen. 

Unfassbar. Wir sind, bei strahlenden Sonnenschein, hammerharte 16 Stunden gefahren und "erst" in Marathon (Ontario). Die letzten 200 km immer entlang des Lac Superieurs. So ca. 1200 km glaub ich ...




D.h. heute, am Samstag, haben wir noch mindestens einen halben Tag Fahrt vor uns bevor wir überhaupt durch Ontario durch sind. Dann nochmal etliche Stunden bis Winnipeg. Das ist unser Ziel für heute Abend/Nacht, so grob. Saugeil. Heute fahren wir, glaube ich, bis zum "Abwinken" und schlafen einfach hinten im Auto sobald wir nicht mehr können (sprichwörtlich) und hauen uns einfach mal in die Pampa. 

Was für ein Trip.  Mann haben wir gut geschlafen letzte Nacht. Die Kids sind eher "abenteuerlustig" und auf Weiteres gespannt, d.h. die Stimmung ist sehr gut. Endlose Tage (und Nächte) im Auto zu verbringen sind ja nicht jedermannes oder fraues Sache. 

Emile ist DJ (Kraftwerk: Autobahn). Der Weg ist das Ziel.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Roadtrip - es geht los

Das Auto ist voll gepackt, aufgetankt (ob man zu dritt in einem Subaru X-treck schlafen kann werden wir rauskriegen), Frühstück und Picknick am Nachmittag sind vorbereitet, die Karten ausgedruckt, Navi (fast) programmiert). 

Wawa in Ontario soll umfahren werden - haben mir ungefähr 5 Leute erklärt, mittlerweile. Die Legende von Wawa. Wer da anhält, bleibt - angeblich - ewig hängen .....

Also, nix wie ab und vorbei an Wawa. 

Ich bin echt etwas nervös weil ich so eine Strecke noch nie gefahren bin. Die Dimensionen sind gewaltig - ein Kontinent. Paris - Moskau angeblich, so als Vergleich. 

Das Auto ist cool, sehr tauglich und topshape. Flache Ladefläche, d.h. zur Not kann man auch mal ein paar Stunden hinten drin pennen. Emile hat sofort die Schlafpositionen der Sitze ausgecheckt. 

In fünf Stunden gehts los - go West young man. 

p.s. der Subaru verbraucht gigantische 11 Liter auf 100 - da kommt was zusammen Kai! Mit einem Turbodiesel wäre ich bei der Hälfte. 

Montag, 25. Juli 2016

5000 km

Es sind tatsächlich 5000 km - einfach. 

Luftlinie ist kürzer aber wir fahren ja mit einem Auto. 

Wir haben 7 Tage Zeit. Warum nicht mehr? Keine Ahnung, ist halt so. Hat sich so ergeben.

Kai`s Mühle ist ein brandneuer Subaru SUV. Cruise control, bluetooth, Navi, Klima, alles drin. 

5000 km - 7 Tage Zeit. Das ist die Ausgangslage.

Der Plan ist, am ersten Tag eine Hammeretappe einzublenden. D.h. um 4 Uhr Morgens losfahren, die Kids schlafen noch 4 Stunden hinten im Auto, wachen so beim Algonquin National Parc auf und dann düsen wir am Lake Superieur entlang. Pitstop. Ob im Motel, im B&B oder im Auto wird sich zeigen. 14 Stunden Fahrt auf einspuriger Landstraße.

Am zweiten Tag nochmal eine krasse Etappe Richtung Winnipeg.  Ontario ist, angeblich, die "never ending province" - ich bin gewarnt. 

Am dritten Tag durch die Prairies. Saskatchewan. 10 Stunden. Angeblich. Aber immerhin zweispurige Autobahn (angeblich).

Wenn das klappen würde - ohne Aufstand hinten drin, dann könnten wir einen ganzen Tag in den Rockies einblenden und einen Tag auf Vancouver Island. 

 7 Tage "on the road" - 10000 km insgesamt (mit Rückflug). 

Wenn ich bedenke, daß ich mal 2500 km auf einer klapprigen, alten SR 500 in drei Tagen gemacht habe (Portugal), sollte ich das hinkriegen. Allerdings bin ich nicht mehr so belastungsfähig wie vor 25 Jahren. Im Zweifelsfall fährt Emile die 1000 km Prairies. Das Lenkrad binde ich fest ......

Der Wald und die Bäume - oder ein langes Wochenende ohne Medien - auch was Schönes

Die "Eilmeldung" meiner SZ App über Schüsse in einem Einkaufszentrum in München habe ich noch mitbekommen, auf dem Weg raus aus dem Büro und der überhitzten Stadt hin zum kühlen Chalet am See. Das war so Freitag mittag rum ...

Dann war ich aber erstmal weg vom Netz. 


Und habe, unter anderem, mal bei den Adlern vorbeigeguckt.

Über Radio Canada, was ich sonst da oben am See normalerweise auch nicht höre, habe ich dann die Geschichte in München mitbekommen. So grob jedenfalls.

Dann gabs den Angriff mit der Machete und heute habe ich dann die Ansbach Aktion mitbekommen. 

Alter Schwede. Da sind eine Menge, mental sehr labile, Menschen unterwegs. 

Ich fand den Kommentar in den Tagesthemen neulich sehr treffend: 

wir sollten das mit so einer Art von "verabscheunder Ignoranz" oder so ähnlich betrachten. Die "Arschlöcher" vom IS werden sonst auch noch den letzten tödlichen Autounfall in  Deutschland für sich vereinnehmen. 

Die Idee des Terrorismus ("der guten alten Zeit"), des sogenannten "Deutschen Herbstes" war ja, sehr grob und vereinfacht dargestellt, daß der Staat nach einer gigantischen Eskalation derartig repressiv wird, daß sich das unterdrückte und entrechtete Volk zu einem Umsturz aufrafft und das ganze System stürzt. So ähnlich ist es ja mit IS auch. Angst, Eskalation und die Idee das man damit die ganze westliche demokratische und freie Grundordnung vernichten oder zumindest angreifen könne. Alles wird aus Angst in einen "Polizeistaat" umgewandelt, rechte Parteien kriegen Mehrheiten, es wird immer weiter "Eskaliert" und im Endeffekt verlieren wir unsere demokratisch und freiheitliche Grundordnung und Gesellschaft. 

Genau dem müssen wir entgegenwirken - nachdenklich und stoisch diskutierend, durchaus auch aktiv seiend aber niemals den Demagogen eines Pseudoislams auf den Leim gehend denn das wäre ja genau was die IS Burschen wollen. 

Ich finde den Münchner Proleten ganz interessant welcher, trotz Rasissmus hin und her ("scheiß Kanacke"), den Attentäter von seinem Balkon aus ca. 2 Minuten lang als "Arschloch" und "Wichser" beschimpft (gehts auf youtube). Der ist zwar ein - womöglich durchaus "rechtsaußen" denkender Mensch der aber einen Typen der wahllos auf Menschen schiesst total ablehnt. Daß der Täter psychisch krank war ist ja mittlerweile auch ziemlich klar. Das ist, meiner Meinung nach, auch das größte Problem im Moment. Mit der Flutwelle von Flüchtlingen wurde auch eine Menge von psychisch sehr labilen Menschen angeschwemmt. 

Die Aufräumarbeiten dieser "Flutwelle" wird das Land noch ein wenig beanspruchen.  

 

Donnerstag, 21. Juli 2016

Zwischen 9 und 40 Grad Celsius


Drogba tritt an. Papa und Sohnemann waren mal wieder im Stadion: Drogba, David Villa, Frank Lampard und vor allem Pirlo! Pirlo ist immer noch der Maistro. Ein genialer und feiner Ballverteiler!


Letzte Nacht habe ich elend am Lagerfeuer des Nachbars gefroren. Es ging runter auf 9 Grad. Heute in Montreal hatte es dann plötzlich wieder 36 Grad. Fertig. 


Gesichtet wurden: ein Füchslein, einige Waschbären, mehrere Enten, Fasane und ein Adler. 

Jetzt bin ich aber (leider) wieder im Büro. Am WE aber wieder Chalet, dann gehts ja schon fast auf zum großen Roadtrip durch ganz Kanada. Das kann was werden ......... alter Schwede. 

 

Donnerstag, 14. Juli 2016

Hitzewelle


Bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, gefühlt also so um 41 bis 43 Grad hilft nur die Flucht zum Wasser. Der See hat Badewannentemperatur, der Rouge war etwas kühler.

Ich habe mich gestern praktisch den ganzen Tag im Wasser aufgehalten, mehr oder weniger. 

So werde ich das auch die nächsten Tage halten - sofern es arbeitstechnisch geht. 

Donnerstag, 7. Juli 2016

Summer in the city

Es ist heiß und es wird etwas ruhiger. Der Blick von Oben ist immer wieder schön. Unten tobt allerdings das Chaos - ich habe in meinem Leben noch nie soviele Baustellen gesehen. Gut das ich kein Auto brauche.


Gestern waren wir noch bei einem unserer federalen Abgeordneten (Anthony Housefather) und mein Kollege Jean-Marie durfte sich in den Stuhl des ehemaligen kanadischen Ministerpräsidenten (und Vater des heutigen) setzen.



Die Begrüßung war übrigens großartig: "hi, I am Anthony, how are you". Keinerlei Formalitäten. Das gefällt mir ganz generell an den Kanadiern.  

Danach bin ich noch schnell bei den "Portugesch" vorbeigedüst und habe so getan als wäre ich Neutral. Heute Nachmittag dann der große Fight mit Frankreich. Mal wieder. Möge die bessere Mannschaft gewinnen - ich denke unsere Jungs packen das. 

Dienstag, 5. Juli 2016

Roadtrip

82 oder so um die Gegend, 1982 also, im letzten Jahrhundert somit, habe ich mal Sachen gepackt und mich auf eine Reise vorbereitet. Das war noch oben am Reisighof - ich, als letzter "Mohikaner" damals - die anderen Drei waren schon ausgezogen oder sonstwo.

Tamasch, unser ex Mitbewohner am Reisighof war im Sommer mit Sigrun nach Griechenland gefahren. Die hat da aber (angeblich) einen Griechen kennengelernt und Tamasch ist dann aus Frust und Liebeskummer einfach in Griechenland geblieben. Daraufhin haben ein paar Freunde (u.a. Sam Symalla) beschlossen, nach Griechenland aufzubrechen und herauszufinden was denn Tamasch da eigentlich triebe und ob es ihm gut ginge.... und überhaupt. 

Jedenfalls war es kurz vor Weihnachten. Sam hatte diesen 240 Mercedes Diesel und jede Menge Reiseerfahrung. Man mußte ja durch den "Autoputt" - d.h. das damalige kommunistische Jugoslawien, Richtung Albanien nach Griechenland. Im Winter. 

Ein wirrer Zeitpunkt für so einen Trip. Oder der Beste. Ich kann mich noch erinnern, daß Sam ca. 5 Beutel mit unterschiedlichen Währungen dabei hatte. Die Kiste hatte auch eine ordentliche Reichweite. Diverse Kanister mit Diesel hintendrin brachten uns - insgesammt - bestimmt auf ca. 1000 km. So far so good. 

Als ich da so packte, minimalistisch wie immer, kam Vater zufällig vorbei. Da fragte er mich: "was machst du?". Hmmh, "ich fahre nach Griechenland".

"Griechenland? Wozu?".  

Das war alles. Wozu? Das war die einzige Frage, das einzige Wort. Wozu???????

Dann hat er den Kopf geschüttelt und ist weitergegangen. Arbeiten. Kein weiteres Wort. Nur schieres Unverständnis. Warum, in aller Welt, will jemand kurz vor Weihnachten, mit einem uralten Daimler Benz, tausende von Kilometern zurücklegen um in ein abgelegenes griechisches Dorf zu fahren? 

Kronach ist ja schon weit weg - aber Griechenland?

Der Trip war der Hammer, wird mir im Leben immer unvergesslich bleiben und vielleicht werde ich mal eine Kurzversion der Reise verfassen denn es war schier unglaublich. 

Zurück zum Thema Roadtrip. Mein Kumpel Kai zieht (leider) nach BC. Arsch. Aber was solls ....

Aber, somit könnten wir (d.h. die Kids und meine Wenigkeit), die Gelegenheit beim Schopf packen und sein Auto nach BC fahren. 

Der ultimative kanadischen Roadtrip. Campingmatten rein, Zelt, Schlafsäcke und dann, keine Ahnung, ca. 4000 oder 5000 km gen Westen?????

Von Montreal aus bis nach Vancouver Island. 50 Stunden im Auto - laut Google Maps. Eastcoast to Westcoast.

Mal sehen, ob ich noch einen ordentliche "Roadtrip" zusammenbekomme. 

Looking forward.









 




 

 

Freitag, 1. Juli 2016

Breaking News: „Nichts überstürzen“ - England will vorerst weiter bei EM mitspielen.

Nach der größten Blamage in der Geschichte Englands seit Freitag kündigte die englische Nationalmannschaft an, bei der Abreise nichts überstürzen zu wollen. Vorerst will das Land trotz der Niederlage gegen Island bei der EM weiterspielen und erst im Laufe der kommenden zwei Jahre langsam ausscheiden.
Der englische Trainer gibt sich unmittelbar nach der Niederlage verhandlungsbereit: „Wir nehmen unser Ausscheiden zur Kenntnis. Dieses kann dann gerne unter einem neuen Teamchef in Kraft treten, welcher bis spätestens Oktober feststeht.“ Außerdem muss die UEFA vor dem Ausscheiden auf einen offiziellen Antrag der Briten gemäß Artikel 50 warten.
Petition
Das Spielergebnis trifft die übrige britische Insel jedoch unerwartet und hart. Viele Fußball-Spieler fühlen sich hinters Licht geführt: „Wir wussten nicht, dass man tatsächlich verliert, wenn man den Ball ins Tor lässt“, meint etwa Superstar Wayne Rooney. In einer Petition forderten bis Redaktionsschluss 100.000 Briten gar eine Neuaustragung des Spiels.