Dienstag, 23. Februar 2021

Aus der Chronik vom Reisighof - Teil 2

 


Aus der CH R 0 N I K vom " R E I S I G H O F "

früher

HARTWIGSHOF

genannt

Bambg.Archiv stdb.6584a f 60

Pfarrei Trebgast. Vom Personennamen Harduwich (6.Jahrh.)

Hardwich (852), Hartwich (Fö I 758) genannt nach Förstermanns

altdeutschem Namensbuch Bd.1.

Anm':' Es besteht die Möglichkeit, dass der Hartwichshof zu den Gütern des Bamberger Bischofsitzes unter Bisch. Hartwich gehörte, dessen Besitzungen weit in das östliche Oberfranken reichten, seinen Namen erhalten hat.

1300

Der Hartwigshof/Gemeinde Ködnitz , der im Besitz der ersten 6 Generationen der Heußinger - Heisinger war und ab der 13.Generation wieder ist, steht als Reliktname allein.

Später wurde er auch als Reisighof genannt, was auf den Hof am Niederholz (Reisig) zurückführen kann, oder auch von den mittelalterlichen berittenen Landsknechten; die Reisige genannt, stammen kann, nachdem sie dort reichlich Ställe für ihre Pferde vorfanden und auch dort selbst einquartiert waren.

Der Hartwigshof -Reisighof ist ein Elnzelhof in der Gemeinde Ködnitz, markgräfl. Amt Kulmbach ,  Hofsiedlung auf Hochfläche mit geschlossener Flur.

1398

Im LdB (Landbuch Plassenburg) A: 1421 Hertweygeshofe im Gericht Kulmbach ist genannt:

1 Hof des Klosters Himmelkron (wörtlich): ……. der hofe ist des Closters zu der hymelcron und tut frone mit einem ganzen Wagen und gibt huner (Hühner) in die kuchen (Küche)

Im Kloster Himmelkron ist der Hartwigshof, ein Einzelhof, als sein Besitzer genannt.

Im Staatsarchiv Bbg Stdb.6000 Rep. B 2

Im Lehensbuch Johann 111 des Burggrafen von Nürnberg v.1398 - 1420 ist noch keine Eintragung über die Heußinger - Heisinger zu finden.

1421

wurde , der Hartwigshof mit der Hussitensteuer veranlagt.



Das Geschlecht der HEUSSINGER - HEISINGER und die Chronik der Reisighofes seit dem 15. Jahrhundert

Nachfolgend und in loser Reihenfolge werde ich mal versuchen die Chronik des Reisighofes "vom 15. Jahrhundert bis zum heutigen Tag" hier online zu stellen. 

Zu verdanken haben wir diese, nahezu lückenlose, historische Forschungsarbeit Herrn Hans Kurt Heisinger aus Nürnberg welcher in den 70er und 80er Jahren an der Genealogie des Familiennamens Heussinger - Heisinger (zu den Variationen unseres Familiennamens gibt es etwas später einen eigenen Artikel) intensiv und wissenschaftlich akkurat geforscht hat. Aufgrund dieser Forschungsarbeiten sind mehrere Bände entstanden und der Band V widmet sich spezifisch und detailliert der oberfränkischen Linie. 

Wie komme ich zu dem Buch? Hans Kurt Heisinger hat sich öfters am Reisighof aufgehalten und die Mutter und wahrscheinlich auch die Tante und die Großmutter haben ihm Originaldokumente und Bildmaterial zur Verfügung gestellt. Auch dazu gibt es dann einen spezifischen Beitrag und zwar u.a. zum Thema "Friedlein". Wirklich interessant!

Als Gegenleistung hat Gerda dann von Herrn Heisinger etliche Ausgaben bekommen und eine Ausgabe davon gab es irgendwann mal  als Geburtstagsgeschenk für mich. 

Ich habe im Laufe der Jahre diverse Anfragen aus z.B. Kalifornien bekommen und konnte dann mithilfe des lückenlosen Verlaufes und der Darstellung aller ober-fränkischen Linien selbst "Forschung" betreiben. 

Der Reisighof und unsere "heisingersche" Linie sind dabei von besonderer historischer Bedeutung. Warum? Darauf komme ich in einem gesonderten Beitrag. 

Technisch muss ich mal sehen wie ich die Lesbarkeit optimiere, ich muss ja scannen und dann die PDFs in irgendwas lesbares umwandeln und das ist nicht ganz einfach und relativ arbeitsintensiv aber ich arbeite dran.  Kommentare und Ergänzungen oder Korrekturen sind ausdrücklich erwünscht.

Zunächst mal zur Genealogie und zu einem ersten Auszug aus der Forschungsarbeit von Hans Kurt Heisinger:

 

Die HEUSSINGER - HElSINGER

 

In der Stadt und im Landkreis Kulmbach/Oberfranken

(von Hans Kurt Heisinger, Nürnberg)

 

Um etwas mehr über das Geschlecht der Heussinger - Heisinger, deren Abstammung, Ahnen und Urahnen im Kulmbacher Raum zu erfahren, wurden die Geburts-, Heirats- und Sterberegister gesichtet und die einzelnen Familienmitglieder, soweit es möglich war, erfasst und in präziser Reihenfolge niedergeschrieben.

Die vorgefundenen Eintragungen in den Kirchenbüchern oder Verwaltungsämter geben jedoch häufig viel weitergehende Aufschlüsse.

Sie beleuchten die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse der jeweiligen Zeit.

Sie berichten von der Ausbreitung des Protestantismus, vom Hussiteneinfall in Oberfranken, vom Dreißigjährigen Krieg, von den Streitigkeiten zwischen verschiedenen Landesherren, den Kurfürsten, Markgrafen bis über die Wende des 20. Jahrhundert hinaus.

Es wird deutlich, wie die Menschen in Oberfranken damals gelebt, oft vegetiert haben und zum Teil auch elendiglich umgekommen sind.

Viel Not musste ertragen werden, wenn etwa im Mittelalter bei Brandschatzungen, Haus und Hof vernichtet wurden und die Menschen, soweit sie flüchten und sich retten konnten, in den Nachbarorten Unterschlupf fanden. 



 



Sonntag, 21. Februar 2021

Weekend update

Frühling in Bayern? 20 Grad? Der Hammer. Meistens gucke ich einige Bundesligaspiele am Wochenende. Letzte Woche hat es in nahezu allen Stadien geschneit wie blöd und heute meinte man die Blümchen kämen gleich raus aus dem Rasen. 

Elfie hat sich ja scheinbar sowas wie einen Strandkorb zugelegt - im legendären Garten in Schönberg. 

Unglaublich. 

Wir "Kanadier" hingegen sind "gezwungen" noch ein paar Wochen mit Wintersport zu leben - ob wir wollen oder nicht. Aber unter wirklich angenehmen Bedingungen. So "südtirolerisch" halt. Wie ich es auch noch nicht erlebt habe, zumindest nicht für einen kompletten Winter. Im Februar - März Zeitraum habe ich freilich schon auch mal warme und angenehme Tage erlebt, aber nicht konsequent und über Wochen hinweg. Es gab dieses Jahr keine extreme Kältewelle, keinerlei brutale Winterbedingungen sondern fast nur konsequent super Wetter. Genial. 

Es schneit mal ein paar cm - meistens sehr soft und angenehm - und danach scheint wieder die Sonne. 

Wir können unter der Woche, so Abends, vor dem Abendessen bzw. vor der Ausgangssperre von 20 Uhr noch mal kurz hoch auf das Eis. Emile hat scheinbar noch nicht alles verlernt und skated ansonsten einfach unglaublich gut. Mein Gott, wenn der sein Talent auch nur minimal ausnützen würde. Tut er aber nicht. Egal.

https://youtu.be/wm-xUjJmdx0D

Ansonsten natürlich Langlauf ohne Ende - jeden Tag. Manchmal zweimal am Tag.

Die Nachbarn machen Eis für die Kids - direkt hinter dem Haus in der "Ruelle". Das haben Bruce (mein direkter Nachbar) und ich auch mal ein paar Jahre gemacht. 


Da wir immer so knapp unter Null bleiben klappt das dieses Jahr ganz gut. 

Ansonsten Lafontaine oder eben, ein bisschen weiter draußen, der "Lac de deux montagnes". 






Inklusive Picknick und Apero am Iglu.

https://youtu.be/7SQtAJZ0Ai4

Am nächsten Wochenende schauen wir mal, wie die Bedingungen oben am See sind. In der Wildnis. This is Canada!

Mittwoch, 17. Februar 2021

Wenn man es halt nicht gewohnt ist .... Kälte, das Thema hatte ich doch letzte Woche schon, oder?

So wie unten sehen in etwa die meisten Bilder aus Texas und aus dem Midwesten der USA aus - ich habe auf keinem einzigen Photo ihn den Medien mehr Schnee gesehen. Gut, es ist schon kalt - denn 0 Fahrenheit kenne ich gut, das sind dann knapp - 18 Grad Celsius. Das ist durchaus als "frisch" zu bezeichnen und man kann die Kälte am "Knarzen" des Schnees bestimmen. 

https://www.nytimes.com/live/2021/02/17/us/winter-storm-weather-live

Rebecca Wright fills a recycling bin full of snow to boil into drinking water outside her home in Austin, Tuesday. Wright has been without water for nearly 24 hours when a pipe burst.

Das Problem ist, dass ihr fertiges Stromnetz zusammengebrochen ist und die Texaner somit nicht mehr heizen und kochen können. Außer sie haben einen guten alten Holzofen im Repertoire oder Propan Gas.

Der sogenannte "Peak" also der aufgetretene Maximalverbrauch war auf einen Schlag so hoch, dass es den "Grid", also das Stromnetz zum teilweisen Zusammenbruch geführt hat.  

In Quebec würde man von weder von den paar Flocken noch von der Temperatur überhaupt Notiz nehmen. Logisch, andere Voraussetzungen und wir sind das natürlich gewohnt denn wir haben das JEDEN Winter und dann auch noch über mehrere Monate aber auch bei uns in Quebec ist der "Peak" die größte technische Herausforderung für die Stromversorgung. 

Das Netz und die Produktion muss dafür ausgelegt sein einen Spitzenwert "auszuhalten" ohne das alles zusammen bricht. Beispiel - 25 Grad flächendeckend und um 18 Uhr fahren alle Quebecer die Elektroheizung hoch auf 22 Grad und fangen an zu kochen. 

Hydro Quebec hat dafür eine Anzahl von Reserveturbinen und etliche Wasserkraftwerke sowie zuschaltbare Gas- und Dieselgeneratoren welche nur bei absoluter Spitzenlast hochgefahren werden und ansonsten läuft das Wasser einfach nur ab. Das Problem haben wir ja auch bei den Windturbinen wenn es starke Winde gibt und die Dinger mache "Überproduktion" und die Energie muss irgendwohin abgeführt werden. 

Noch kurz zurück zu unserem Wetter:

Gestern Abend hatten wir leichten Schneefall (in der vorhergehenden Nacht ca. 25 cm Neuschnee - welcher zu den bestehenden ca. 120 dazu kommt). 

Es hat ziemlich "gepfiffen" aber man geht halt trotzdem aufs Eis und läuft Schlittschuh oder spielt Hockey. Ich habe eine halbe Stunde lang, zusammen mit Lili, die Eisfläche geräumt, bei -12 und Windchill.


So sieht es z.B. heute Abend am Chalet aus:

Short Term Forecast

Tonight 6pm – 6am -19°C
Partly cloudy overnight.

Aber ich muss zugeben (siehe Grafik), dass es schon etwas außergewöhnlich ist, dass fast komplett Nordamerika unter Null ist. 

 

Interessanterweise gibt es die Theorie, dass gerade der Klimawandel an diesen relativ raren Kälteeinbrüchen schuld ist da die extreme Erwärmung der Arktis den Jetstream beeinflusst und angeblich abschwächt, was dann wiederum dazu führen kann das der brutal kalte "Polar Vortex" weit nach Süden vordringen kann. 

Die Vorhersage für Montreal für das WE ist im übrigen hervorragend:


Thu02/18
Cloudy with sunny breaks
-7 °

Fri02/19
Flurries
-5 °

2-4cm
Sat02/20
Scattered flurries
-4 °
~1cm
 
Sun02/21
Sunny
-6 °
 
Perfektes Winterwetter.  

Sonntag, 14. Februar 2021

Sexten 2021

Das ist jetzt schon fast doch ein wenig "ungewöhnlich", dass wir uns nicht Alle einfach so in Moos bei der Emmi zusammen finden können sondern jeder hockt - mehr oder minder - bei sich Zuhause rum. 

Die "Sextener" Tradition hat schon was - es war immer Spass, die Family und alte Freunde treffen sich und es war immer lustig und wir hatten ja auch legendäre Abende. Alter Schwede. 

So ein bißchen vermisse ich das Fischleintal und die Loipe zur Talschlußhütte. Das einzigartige Alpenglühen. Den Pragser Bergsee. Die Lärchenhütte mit Absacker.

Die Skitour welche wir letztes Jahr mit Markus gemacht haben muss ich auch mal zusammen mit meinem - seit heute volljährigen - Sohnemann machen. 

Aber es gibt auch grenzwertige Entwicklungen und wir müssen mal sehen wie die Zukunft aussieht. 

Mein erstes Sexten war so um ca. 1974 mit der Schule und wir waren in der mittlerweile aberissenen Jugendherberge untergebracht. 

An der Rotwand gab es so "Schüsseln" mit welchen jeweils zwei Personen nach oben geschaukelt werden konnten. Unsere Ski waren ca. 220 cm lang und wogen etliche Kilos.  Aber wir hatten Spaß. 

Danach bin eher mal so in Val Thorens gewesen, oder Ischgl und so. Allerdings bevor dort der totale Wahnsinn begann. 

In Quebec bin ich ein bißchen in Tremblant unterwegs gewesen oder öfter unten in Jay Peak in Vermont. Ab und an mal das "Massiv" im Saint Lorenz Tal, aber hauptsächlich ganz kleine, familiäre Skigebiete. Fast wie im Fichtelgebirge. Owl`s Head zum Beispiel. Echt cool. 

Aber ich fand irgendwann das Preis-Leistungsverhältnis nicht mehr akzeptabel und bin dann ca. 10 Jahre überhaupt nicht mehr Alpin gefahren sondern habe nur noch Langlauf und Backcountry gemacht. Das kostet de facto fast nichts und ist halt perfekt wenn man in einem Land mit 5 Monaten Winter und Schnee ohne Ende lebt. 

Dann kam irgendwann die erste Einladung von der Liese nach Sexten und ich habe das mal gemacht, könnte so ca. 10 Jahre her sein. Ich fand die neuen Carver super geil, man fährt plötzlich wie ein Profi obwohl man gar nicht wirklich Skifahren kann - null Technik. Aber die Dinger laufen wie auf Schienen und leihen hat fast nichts gekostet vor 10 Jahren. Ich denke ich habe 14 Euro pro Tag gezahlt. Der Skipass und die Unterkunft waren extrem günstig und das Skigebiet war total überschaubar und okay für die drei oder vier Tage. Die Region und der Park Tri Ceme landschaftlich und kulturell einfach wunderschön.

Die Hüttenpreise waren auch okay, d.h. auch in den folgenden Jahren konnten sich die dann mit anwesenden Kinder einfach das Schnitzel mit Skiwasser bestellen und es war - mehr oder minder - egal. Paßt scho.

Rotwand und Helm waren noch getrennt. Zwei Skigebiete aber man konnte nicht pendeln sondern musste den Skibus nehmen oder aber mit dem Auto fahren. 

Dann wurde es aber jedes Jahr auch teurer. Die Verbindung der zwei Skigebiete wurde natürlich dazu hergenommen um die Preise kräftig hoch zu fahren. 

Logisch, die Investition in den "Stiergarten" musste ja wieder reingeholt werden.  

Der Skiverleih kostet mittlerweile doppelt so viel wie vor 10 Jahren. Die Preise für den Skipass zogen auch an. Jedes Jahr und zwar kräftig.

Und jetzt kommt das:

Zuerst wird die große Gondel hoch zum Helm durch eine neue Bahn ersetzt bzw. ergänzt, welche dann die dreifache Beförderungskapazität besitzt. Das wäre vielleicht noch okay da man morgens doch oft relativ lange Anstehzeiten hatte. So far, so good.

Und danach kommt der "Overkill":

https://www.stol.it/artikel/chronik/skiverbindung-drei-zinnen-gruenes-licht-mit-auflagen

Vom Stiergarten aus ginge es nochmal hoch bis zum Scheitel und dann rüber auf die Ostiroler Seite, also nach Österreich.

Da soll dann das dortige österreichische Skigebiet an die "Drei Zinnen" angebunden werden. 

Dann haben wir da bald Bedingungen wie in "Ischgl - Samnaun". Mit dem ganzen Zirkus und den damit einhergehenden Preisen.





Immer höher, immer weiter, immer mehr? Ob das die richtige Entscheidung ist für das Hochpustertal? Ob das, in dieser Zeit, und da meine ich nicht Covid, sondern eher die Zeit des Klimawandels, ob das die richtige Richtung ist, das wage ich ganz stark zu bezweifeln. 

Müssen wir, die Menschen, auch noch die letzten Flecken der ansonsten unberührten Natur erschließen? Ich habe da meine Zweifel.

 

 

 





 

 

 

Samstag, 13. Februar 2021

Langlauf am Cap Saint Jacques

 


Geil, wir haben einen samstäglichen Langlauf gemacht, wir d.h. Jean-Benoit, Émile und ich selbst und sind mal zum Cap Saint-Jacques gefahren. Das heißt zwar ca. 40 Minuten Fahrzeit mit dem Auto aber es lohnt sich. Es gibt insgesamt ca. 30 km gespurte Pisten und wir haben ca. 10 km gemacht - immer am "Lac de deux Montagnes" entlang, ein Ausläufer des "Riviere de s'Outaouais"
 
Man kann sogar mit dem Flugzeug landen und starten. 
Man kann auch mal ein paar Abstecher runter auf den "See" machen, welcher ja eigentlich lediglich ein Fluss ist. Die Schneehaufen sind auf  natürliche Art und Weise entstanden, d.h. der Wind hat Wellen geformt welche dann zu Eismassen gefroren sind und im Moment sind diese schneebedeckt.
 
Bis zum Horizont ein riesiges Eismeer im Moment. 
 

Irgendwer hat sich amüsiert und ein Iglu aus Eisplatten gebaut.

Montag, 8. Februar 2021

Wann ist es wirklich kalt?

 

brrrr 

What's the coldest temperature you've ever experienced? Perhaps -30°C? -40°C? Only a handful of Canadians have ever experienced temperatures colder than -50°C without the wind chill, and those in Wekweèti and Old Crow are some of the lucky few.

Das war ein kleiner Auszug von der "The Weather Network" Webseite und Gott sei Dank, hat der "Polar Vortex" den Westen erwischt und nicht Quebec. 

Edmonton und dir Prairies haben normalerweise eh kältere Temperaturen. Mein persönlicher Kälterekord ist -36 Grad Celsius - in Anwesenheit von Herrn Michael Loos persönlich.  Das müsste dann so ca. 1996 oder 97 gewesen sein. Einmal bin ich noch knapp "rangekommen" aber es hat am Neujahrstag am Morgen "nur für -34 gereicht". Knapp.

Damit meine ich natürlich die wirklichen, reellen gemessenen Minustemperaturen ohne den "Windchill" Faktor welcher brutal sein kann. 

Deswegen gehe ich auch nie ohne wirklich gute Mütze aus dem Haus - niemals. 

Siehe SZ von heute:

"30 Prozent unserer Wärmeabgabe geschehen zudem über den Kopf. Die Gefäße dort sind kaum zu verengen, um den Wärmeabfluss zu verringern, die Wärme wird also abgestrahlt. Der Kopf sollte immer bedeckt sein. Fahren Sie nach Russland, da sagen die Leute: Jeder ist dumm, der dort ohne Fellmütze draußen rumläuft."

https://www.sueddeutsche.de/panorama/kaelte-schutz-1.5199939

Dieser Aussage stimme ich uneingeschränkt zu. Die Russen kennen sich da sicherlich aus.

Montreal hingegen hat einen super Winter - vielleicht den Besten seit über 20 Jahren. Also so aus meiner Warte, d.h. der Schnee kam nicht ganz so früh wie sonst (Anfang November), sondern erst so ab Ende Dezember, es ist nicht brutal kalt und es hat keine tödlichen Blizzards gegeben sondern es schneit immer mal schön friedlich und dann hat es super sonnige Phasen ohne klirrende Kälte. 

So wie heute z.B. mit ca. - 5 , kein Wind, Sonne pur und ein herrlicher Schnee. Julie und Jean-Benoit ziehen vor mir ihre Runden im Olympiapark und im Botanischen Garten. 

Am Chalet geht es die nächsten Tage nochmal runter über Nacht:


Aber mehr als -23 während der Nacht werden es nicht werden. Trotzdem muss ich mal schauen ob wir am kommenden Wochenende in die Hütte gehen denn die Höchsttemperatur (am Tag) wird -12 sein. Ab - 15 kommt mein "System" in den Grenzbereich. Alleine geht das, das ist mir egal, aber für die Kinder ist es dann meistens kein Spaß mehr. 

Außerdem brauche ich dann ca. 5 Stunden bevor ich die Bude von -20 auf plus 20 hochfahre und das ist meistens nicht so "prickelnd". 

Mal schauen, vielleicht dann doch eher das übernächste Wochenende.

Und so sehr wir auch fast Alle den Frühling herbei sehnen, ich selbstverständlich auch, so halten wir hier doch noch ein paar Wochen durch und genießen es, soweit es geht. Auch mit Winter und Schnee. 

Vorausgesetzt es kommen keine -51 Grad. 

 

p.s. Oberfranken bekommt angeblich bis zu - 20 bei Schnee und über Nacht?  Respekt!

 




 



 

 

 

Sonntag, 7. Februar 2021

Die perfekte Tarnung

 

Gestern, beim 15 km Langlauf Parcour auf dem Berg, habe ich diese Eule gesehen. Die Mimese, bzw. Anpassung an die Baumstruktur ist doch absolut genial, oder? 

Ansonsten gibt es nichts wirklich weltbewegend Neues. Es ist irgendwie angenehm, dass man man seit Wochen nicht mehr permanent jeden Tag irgendwelche idiotischen Aktionen vom Grödepp hören muss und Covid sollte sich dann auch langsam mal auflösen. 

Man kann sich also schon fast wieder auf die normalen Probleme  besinnen, wie z.B. Klimawandel, Energiewende und z.B. Fussball oder Eishockey oder wie das Wetter morgen wird. 

Oben am Chalet sollten mittlerweile so 150cm Hochkant liegen und das werden die Kinder und ich demnächst mal testen - in Montreal sind wir bei ca. 60 cm im Moment.

Heute Abend ist ja auch noch Superbowl - für die nicht eingeweihten unter uns, das Endspiel im American Football.

Ich finde das eigentlich immer ganz witzig und ich denke ich habe in den letzten 25 Jahren oder so eigentlich keinen Superbowl verpaßt. Heute Abend wird es aber ein Mega Spektakel, oder könnte es zumindest werden, da die beiden mit Abstand besten Quarterbacks (Spielmacher) gegeneinander antreten. 

In etwa Pele gegen Maradonna. 

 

 

 

 

 

Donnerstag, 4. Februar 2021

Update

Oiso, 

Covid hin, Covid her - alles kann auch seine gute Seiten haben. Wie komme ich zu dieser Aussage? 

Nun ja, wir haben ein unglaublich geiles Wetter - strahlender Sonnenschein, einen halben Meter feinsten Schnee und unglaublich milde Temperaturen. 

Ich definiere das so für mich als "Sexten Wetter". Südtirol. Theoretisch könnte man draußen Cappu trinken und ein Glas Roten hinterher kippen während man im T-shirt auf einer Terrasse sitzt und sich sonnt. Wahnsinn. 

Normalerweise erfriert man hier ja eher und oft ist es so bitter kalt, dass man fast nicht vor die Tür gehen möchte. Skifahren und selbst Langlauf kann dann manchmal grenzwertig werden. Blizzards, unglaubliche Windchill Kälte. Dann macht es wirklich keinen Spaß. Aber so wie die letzten Tage waren? Unglaublich. 

Und jetzt noch mal kurz Covid und die guten Seiten: ich hatte heute ein Meeting um 9 Uhr 30 (ZOOM - logischerweise) und konnte danach eine gute Stunde Langlaufen, dann hatte ich ein zweites Meeting, zwischen drin war Cappu trinken und e-mails abarbeiten angesagt und dann bin ich nochmal raus auf die Piste. 

Ab Haustüre.




Die verschneite Ruelle runter, einmal über die Straße und ab auf die Loipe. Somit war das ein gelungener und relativ angenehmer Tag "im Büro" und so geht es ja schon die ganze Zeit. 

Nochmal Covid: Québec fährt die Beschränkungen runter, die Regionen machen wieder auf und lockern die Restriktionen. Die Fallzahlen gehen überall runter, auch in Montreal, es wird geimpft. Außerhalb Montreals dürfen ab Montag die Restaurants wieder aufmachen, Haar Salons und Geschäfte werden geöffnet und die Kinder gehen wieder in die Schule. 

Die Ausgangsbeschränkungen werden ebenfalls gelockert und man darf selbst in Montreal außerhalb des Hauses oder der Wohnung mit bis zu 8 Personen aus 4 unterschiedlichen Haushalten zusammen sein. 

Hätte mir jemand letztes Jahr um die selbe Zeit so einen Satz vorgelesen, hätte ich sicherlich gedacht, dass die Person den Verstand verloren hätte.

Was absolut noch nicht geht im Moment ist internationales Reisen. Die Angst vor der Mutation ist zu groß. Aber auch diese Beschränkungen könnten bereits im April wieder aufgehoben werden. Es geht voran - Gott sei Dank. 

Die sogenannten "Snowbirds", d.h. die tausende von Quebecern welche normalerweise im Süden überwintern, z.B. in Florida, wurden sprichwörtlich "kalt erwischt".

Die müssen jetzt, um überhaupt wieder einreisen zu können, einen negativen PCR Test vorlegen. Dann müssen sie auf eigene Kosten in ein vorbestimmtes Hotel, nach frühestens drei Tagen können sie - auf eigene Kosten - einen neuen Test machen und falls sie dann negativ sind können sie sich in die "private" Isolation begeben. Das ganze wird von den Cops überwacht und kostet noch die Kleinigkeit von ca. 2000$ insgesamt.

Diese Option kann man somit erst mal "toasten". 

Also Leute, nix wie raus! Carpe Diem - noch ein wenig Geduld aber wir sehen das Licht am Ende des Tunnels.