Sonntag, 14. Februar 2021

Sexten 2021

Das ist jetzt schon fast doch ein wenig "ungewöhnlich", dass wir uns nicht Alle einfach so in Moos bei der Emmi zusammen finden können sondern jeder hockt - mehr oder minder - bei sich Zuhause rum. 

Die "Sextener" Tradition hat schon was - es war immer Spass, die Family und alte Freunde treffen sich und es war immer lustig und wir hatten ja auch legendäre Abende. Alter Schwede. 

So ein bißchen vermisse ich das Fischleintal und die Loipe zur Talschlußhütte. Das einzigartige Alpenglühen. Den Pragser Bergsee. Die Lärchenhütte mit Absacker.

Die Skitour welche wir letztes Jahr mit Markus gemacht haben muss ich auch mal zusammen mit meinem - seit heute volljährigen - Sohnemann machen. 

Aber es gibt auch grenzwertige Entwicklungen und wir müssen mal sehen wie die Zukunft aussieht. 

Mein erstes Sexten war so um ca. 1974 mit der Schule und wir waren in der mittlerweile aberissenen Jugendherberge untergebracht. 

An der Rotwand gab es so "Schüsseln" mit welchen jeweils zwei Personen nach oben geschaukelt werden konnten. Unsere Ski waren ca. 220 cm lang und wogen etliche Kilos.  Aber wir hatten Spaß. 

Danach bin eher mal so in Val Thorens gewesen, oder Ischgl und so. Allerdings bevor dort der totale Wahnsinn begann. 

In Quebec bin ich ein bißchen in Tremblant unterwegs gewesen oder öfter unten in Jay Peak in Vermont. Ab und an mal das "Massiv" im Saint Lorenz Tal, aber hauptsächlich ganz kleine, familiäre Skigebiete. Fast wie im Fichtelgebirge. Owl`s Head zum Beispiel. Echt cool. 

Aber ich fand irgendwann das Preis-Leistungsverhältnis nicht mehr akzeptabel und bin dann ca. 10 Jahre überhaupt nicht mehr Alpin gefahren sondern habe nur noch Langlauf und Backcountry gemacht. Das kostet de facto fast nichts und ist halt perfekt wenn man in einem Land mit 5 Monaten Winter und Schnee ohne Ende lebt. 

Dann kam irgendwann die erste Einladung von der Liese nach Sexten und ich habe das mal gemacht, könnte so ca. 10 Jahre her sein. Ich fand die neuen Carver super geil, man fährt plötzlich wie ein Profi obwohl man gar nicht wirklich Skifahren kann - null Technik. Aber die Dinger laufen wie auf Schienen und leihen hat fast nichts gekostet vor 10 Jahren. Ich denke ich habe 14 Euro pro Tag gezahlt. Der Skipass und die Unterkunft waren extrem günstig und das Skigebiet war total überschaubar und okay für die drei oder vier Tage. Die Region und der Park Tri Ceme landschaftlich und kulturell einfach wunderschön.

Die Hüttenpreise waren auch okay, d.h. auch in den folgenden Jahren konnten sich die dann mit anwesenden Kinder einfach das Schnitzel mit Skiwasser bestellen und es war - mehr oder minder - egal. Paßt scho.

Rotwand und Helm waren noch getrennt. Zwei Skigebiete aber man konnte nicht pendeln sondern musste den Skibus nehmen oder aber mit dem Auto fahren. 

Dann wurde es aber jedes Jahr auch teurer. Die Verbindung der zwei Skigebiete wurde natürlich dazu hergenommen um die Preise kräftig hoch zu fahren. 

Logisch, die Investition in den "Stiergarten" musste ja wieder reingeholt werden.  

Der Skiverleih kostet mittlerweile doppelt so viel wie vor 10 Jahren. Die Preise für den Skipass zogen auch an. Jedes Jahr und zwar kräftig.

Und jetzt kommt das:

Zuerst wird die große Gondel hoch zum Helm durch eine neue Bahn ersetzt bzw. ergänzt, welche dann die dreifache Beförderungskapazität besitzt. Das wäre vielleicht noch okay da man morgens doch oft relativ lange Anstehzeiten hatte. So far, so good.

Und danach kommt der "Overkill":

https://www.stol.it/artikel/chronik/skiverbindung-drei-zinnen-gruenes-licht-mit-auflagen

Vom Stiergarten aus ginge es nochmal hoch bis zum Scheitel und dann rüber auf die Ostiroler Seite, also nach Österreich.

Da soll dann das dortige österreichische Skigebiet an die "Drei Zinnen" angebunden werden. 

Dann haben wir da bald Bedingungen wie in "Ischgl - Samnaun". Mit dem ganzen Zirkus und den damit einhergehenden Preisen.





Immer höher, immer weiter, immer mehr? Ob das die richtige Entscheidung ist für das Hochpustertal? Ob das, in dieser Zeit, und da meine ich nicht Covid, sondern eher die Zeit des Klimawandels, ob das die richtige Richtung ist, das wage ich ganz stark zu bezweifeln. 

Müssen wir, die Menschen, auch noch die letzten Flecken der ansonsten unberührten Natur erschließen? Ich habe da meine Zweifel.

 

 

 





 

 

 

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