Mittwoch, 22. Januar 2020

In den Alpen sind es die Lawinen, hier ist es das Eis ... oder die Natur schlechthin

https://www.theweathernetwork.com/ca/news/article/snowmobilers-fall-through-ice-on-lac-saint-jean-quebec

 https://montreal.ctvnews.ca/police-find-two-submerged-snowmobiles-5-still-missing-1-dead-after-group-plunges-through-ice-near-lac-saint-jean-1.4778130

 https://www.cbc.ca/news/canada/montreal/snowmobile-ice-fall-1.5435756

 "They must not have known the area well, because it's an area known for having critically thin ice because of the current,"

Zwengs Skitouren auf Seen und auf Eis (siehe auch meinen Blogeintrag von vor ca. zwei Wochen):
Ich mache das definitiv Temperaturabhängig, gehe (fast) niemals auf fließendes Wasser. Teste vorher sehr genau die Verhältnisse, sehe mir die "Tracks" und Spuren an. Bildet sich z.b. ein Wasserfilm, gibt es potentielle Strömungen usw.

Der blödeste Einbruch welchen ich selbst erlebt habe, war mit meinem Kumpel Hugo. Genau wie oben beschrieben: es gab einen "current", also fließendes Wasser bzw. Strömung unter dem Eis zwischen zwei Inseln. Dadurch war das Eis total dünn an genau dieser einen Stelle und Hugo  ist eingebrochen. Er war damals auch noch neu an "seinem" See, hatte sich sein Chalet im Sommer vorher gebaut und kannte die Eigenheiten des Sees noch nicht so genau. 

Außerdem waren wir bei Dunkelheit mit Stirnlampen unterwegs und haben somit nicht viel gesehen. Die Temperaturen und Wetterbedingungen waren eigentlich garantiert sicher, d.h. es war tiefster Winter, es hatte hammer Minustemperaturen über Wochen und das Eis war brutal dick - bis auf die eine Stelle. 

Ich habe mir das am Tag danach, zusammen mit Emile welcher an dem Abend auch dabei war, nochmal aus der Nähe angesehen weil ich unbedingt wissen wollte warum man da einbrechen konnte. Erfahrung sammeln. Und wie gesagt, es gab genau an dieser einen Stelle eine Strömung zwischen zwei Inseln welche dazu führte, daß sich da keine größere Eisschicht bilden konnte.

Wenn da jetzt noch 5 Personen fehlen, sind sie definitiv weg. Alles die Schuld des "Guides" welcher tot ist. Blöd gelaufen. Leichtsinn und Unachtsamkeit. 

Anstelle die offiziellen 35 km um den Abfluss des Saguenays herum zu fahren, sind die Jungs in der Dunkelheit, spät am Abend und bei Schneetreiben eine "Abkürzung" gefahren.  Möglicherweise per GPS. Wären wohl so ca. 5 km gewesen sein anstelle ......

 Une carte de sentiers de motoneige.


Aber die Story wird von Tag zu Tag komplizierter. Scheinbar doch nicht die Schuld des "Guides" sondern Undiszipliniertheit. 


Und hier noch eine Möglichkeit zu sterben in Québec:


https://www.cbc.ca/news/canada/montreal/provincial-police-quebec-chic-chocs-mountains-1.5425798

Vorhin habe ich noch von Hugo gesprochen, bin aber zufällig auch auf die Story mit den vier Amis in den Chic-Choc gestoßen. Hugo hat zweimal die  Tour durch die Gaspesie gemacht, bei einem Trip sind drei Leute, nicht Teil der organisierten Tour, im Sturm verloren gegangen und erfroren.

 http://tdlg.qc.ca/



D.h. 200km mit Backcountry Ski durch die Chic-Choc. Ich warte ja noch auf Markus und Bernhard um den Trip zu machen - allerdings nicht organisiert.

Da kann es halt 100 cm oder mehr in wenigen Stunden raushauen und dann geht nichts mehr. Dann helfen dir auch keine Schneeschuhe mehr, oder Backcountry Ski oder sonstwas. Ein Kilometer, bei diesem Terrain und diesen Bedingungen, wird unendlich. Dann hilft nur noch Biwakieren, gute Ausrüstung, ein bißchen Erfahrung und Glück. Oder ein funktionierendes Satellitentelephon.

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