Montag, 16. November 2015

Noch ein paar anektodische und spontane Geschichten zur Tante

Die "Maich". Ich glaube es war eher Willi der sie so genannt hat. Ich muß zugeben, hätte ich nicht das "Heisinger" Buch in Händen, wäre ich nie draufgekommen das sie noch einen zweiten Vornamen hatte.

Klar hat die "Blumentante" auch mal den Fußball versteckt weil wir damit immer die Blumen im Innenhof massakriert haben. Reini, Micha und ich haben ja oft auf das offene Scheunentor geschossen. Reini im Tor und wir haben dann draufgehalten. Wenn er (Reini) mal einen reingelassen hat ist hinten die Scheibe in der Scheune zersplittert und wir hatten ein Problem mit Vater. Wenn der Ball hingegen im Blumenbeet von der Tante landete und ein Teil der Rosen abrasiert war, gabs Ärger mit ihr. Soweit man das Ärger nennen kann. Irgendwann hat sie halt mal den Ball versteckt und wir mußten ewig suchen. Ansonsten hat sie das toleriert  ....

Gelegentlich ging der Ball auch übers Dach und dann mußten wir runter ins "Aspich" laufen denn die Kugel kullerte meistens bis ganz unten.

Ich kann mich  auch erinnern, daß die Tante oft unten am Sportplatz in "Kengst" stand und sich die Heimspiele angesehen hat.

Es waren ja auch, über die Jahre, einige Heisinger sowie ein Bittermann auf dem Platz. Grund genug. Reini der offensivstarke Rechtsverteidiger und der Tante ihr Sohn als eisenharter aber immer fair spielender Linksverteidiger. Ein sehr solides Außenverteidigerduo.

Wären da keine landwirtschaftlichen Tätigkeiten oder Verletzungen gewesen, who knows?

Die Tante war es auch, welche mir, die Kohle für mein erstes Motorrad vorgestreckt hat. Da hat sie nicht mal mit der Wimper gezuckt.

Und dann halt ihre Erinnerung. Vielleicht hatte sie ja ein "fotografisches" Gedächtnis, jedenfalls konnte sie sich an unglaublich viele Details erinnern. Der Krieg war wohl auch prägend aber sie hatte immer eine Geschichte zu erzählen.


Wir  - u.a. Alex und die ganze Bande - wollten ja immer auch die "Gschichten ausm Kriech" hören.

Der Aufmarsch gen Osten - Kolonnen und Kolonnen von Militärfahrzeugen ziehen gegen Osten. Großvaters Reaktion auf die Einnahme von Paris. Sie hat uns ja selbst überlieferte Geschichten und Eindrücke von Großvater aus dem ersten Weltkrieg erzählen könne.

Spitfire Angriffe während sie hinten in der "Saugrube" auf dem Feld gearbeitet haben. Lichtschein als Nürnberg gebrannt hat - nach der Bombardierung. Beschlagnahmungen von Pferden und Autos durch die Nazis, totale Kontrolle vor Ort, selbst Hausschlachtungen wurden observiert. Informationene bezüglich "Holocaust" ("es passieren Dinge im Osten", "die Leute haben gesagt, paß auf das du nicht nach Dachau kommst" usw.).

Absturz eines britischen Fliegers oben bei Zettmeisel. Verkohlte Leichen.

Ich habe sie mal gefragt, wie so ein Krieg aufhört? Wie hört das eigentlich auf? Wann hört ein Krieg auf?

Da hat sie gesagt, "na ja, so gegen Ende März, Anfang April, da kamen unterhalb vom "Hiestuck" (Hainbuche, hinterm Haus von Kaddl und Sven, ex. Friedlein), also aus Richtung "Kengst" kommend ein paar US Soldaten "aus dem Wald". Die sind dann Richtung Heinersreuth am Reisighof vorbeigelaufen. Dann war der Krieg vorbei. So hört ein Weltkrieg auf.

Die Tante war auch "Ökonom". Was du nicht ausgiebst, nicht brauchst, nicht konsumierst, nicht kaufst, brauchst du auch nicht zu verdienen. Somit kannst du selbst auch ganz "Wenig" etwas machen.

Sie war ein Vorbild und eine Quelle der Inspiration. 









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