Mittwoch, 17. Oktober 2012

Bombenwetter

ging mir heute morgen auf dem Weg zur Arbeit mal kurz durch den Kopf.

Sieht man mal wieder, was meine Generation umgangssprachlich so alles übernommen hat. Im Netz natürlich tonnenweise Kommentare wie z.B. diese:

  • Bautzmann
    Im wesentlichen stimmen die vorgenannten Antworten. Allerdings bezog sich "Bombenwetter" nur auf klare, wolkenlose Nächte mit guter Sicht. Am besten Neumond, der für Bomberpiloten viel vorteilhafter war, bei Vollmond bestand die Gefahr durch die FLAK abgeschossen zu werden. Selbst die britischen Piloten sprachen bei klaren Neumondnächten von "bombing weather". Mit der Sonne hatte es also ursprünglich gar nichts zu tun, denn die Allierten flogen erst ab Mitte 1944 Bombereinsätze auch am Tage, nachdem es fast keine deutsche Flugabwehr mehr gab. Selbst Dresden wurde im Februar 1944 noch nächtens zerstört. Klare Nächte (Vollmond hin, Neumond her) mit guter Sicht, wurden von beiden seiten mit Bombenwetter bezeichnet. Noch im Krieg entstand die sarkastische Bemerkung "...na, wieder Bombenwetter heute...", wenn es eine klare Nacht zu werden versprach. Was im Grunde eine Verhöhnung Görings war, der einst vollmundig behauptete: "Wenn auch nur ein feindliches Flugzeug unser Reichsgebiet überfliegt, will ich Meier heißen!" Wenn man Pech hatte, konnte es wegen solch einer Bemerkung schon mächtig Scherereien geben. Übrig geblieben ist die Verknüpfung: gutes Wetter = Bombenwetter. Wobei dann im Laufe der Zeit "Bombenwetter" ein umgangsprachliches Synonym für "gutes Wetter" wurde. Es bürgerten sich aber auch weitere Bomben-Verbindungen ein: "...das war ein Bombenspiel.." ect, wobei "Bomben-xxx" dann immer als ultimative Steigerung für gut, klasse etc. stand. Der Ursprung all dieser Bezeichnungen liegt jedoch im Bombenkrieg des 2. Weltkrieges.

  • Antwort von Sylboy Sylboy
    Es handelt sich dabei um eines der deutschen Wörter, die öffentliche Ächtung erfahren sollte, so wie z.B. auch: etwas bis zur Vergasung tun, da ist Polen offen u.ä.


    oder auch "Alter Schwede" - wenn man noch ein bißchen weiter zurückgehen will. Jedenfalls war heute ein Wetter, da hätte sich jeder Bomber Harris Pilot freiwillig gemeldet.

    Granatenmäßig sozusagen.

    Hieß aber auch schon mal Kaiserwetter  - wenn ich mich nicht täusche. Meine (diesbezüglich definitiv unverdächtige und über derartige Parolen erhabene) Patin kam mal wandernd im April am Reisighof an und meinte nur nonchalent: "Führerwetter".  

    Ich glaube, ich habe unlängst ein bißchen viel von dem alten Weltkrieg2 Zeugs gelesen. Kai hat mir aus Deutschland ein paar alte 60er und 70er Jahre Schinken über "Unternehmen Barbarossa", "Stalingrad" und "Verbrannte Erde" mitgebracht. Wenn man zuviel von dem Zeugs liest (Vorsicht Alex!!!!!) dann träumt man nur noch von Flak und Pak und "dem Russen".

    Ansonsten ist bei mir gerade "Polen offen". D.h. mein Büro ist vorläufig geschlossen und muß erstmal saniert werden - Konseqeunzen aus einem immensen Wasserschaden.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen