Donnerstag, 15. März 2012

Update

Mei, wie die Zeit vergeht. Hier bricht am Wochenende definitiv der Frühling aus. Temperaturen um 20 Grag und Sonnenschein. Die Wildgänse sind auch wieder über die Stadt geflogen, diesmal aber Richtung Norden. Norden - das Thema beschäftigt mich mittlerweile auch einigermaßen.

Aber zurück zum Frühling. D.h. nämlich auch, daß ich am Wochenende die Motorradsaison eröffnen kann. Zeit wirds. Mal sehen ob ich die Kiste aus dem Winterschlaf erwecken kann. Die hiesigen Bären sind jedenfalls diese Woche - laut Zeitungsberichten - es ebendiesem Schlaf erwacht, was angeblich ein eindeutiges Zeichen der Natur ist, daß der Winter vorbei ist. St. Patricks Tag ist auch noch - der irische Nationalfeirtag - mit Parade und so. Guiness trinken.

Ansonsten bin ich beschäftigt wie die Sau aber alles läuft prima. Heute Nachmittag war ich bei den "Bayern". Es gibt ne offizielle Wirtschaftsvertretung des bayrischen Freistaates hier in Québec und wir (mein Laden) haben ihnen ein gemeinschaftliches Projekt zwischen Québec und Bayern vorgeschlagen (Austausch- und Förderprogramm von jungen Unternehmern - so in ganz groben Zügen). Das wäre witzig wenn das klappen würde, dann könnte ich vielleicht auch ab und an mal "für den Job" nach München düsen. Schaun mer mal. Ansonsten arbeite ich nächste Woche volle Pulle - viele Abendveranstaltungen d.h. öfter mal von früh um 8 bis Abends um 21 Uhr unterwegs sein. Wat mutt, dat mutt eben.

Samstag ist erstmal Fußball angesagt, d.h. MLS Auftakt (Major League Soccer - für die Laien unter euch ....). Ein neuer Besucherrekord des Olympiastadions wird vorausgesagt - ca. 60000 Leute. Der bisherige Rekord liegt bei 58000.

Was gibts sonst noch berichtenswertes?? Ach ja, der Norden. Der sogenannte "Plan Nord". Nun, die aktuelle quebecer Regierung hat ebendiesen erfunden. Damit soll das Québec nördlich des 49sten Breitengrades "exploriert" und letztlich ausgebeutet werden. Davon verspricht man sich wohl einen Job- und Steuerboom. Mit anderen Worten, wir hauen da oben mal eine Infrastruktur rein, dann kommen die ganzen internationalen Großinvestoren, Minenbetreiber (Uran vor allem, Zink, Gold, Silber, sonstige Edelmetalle, etc.) usw. und Quebec wird plötzlich in Steureinnahmen schwimmen und hunderttausende von Jobs haben. So die - sehr simplifizierte - These. Wenn die andern schon das die fossilen Dinger haben, dann haben wir wenigstens Wald und Böden mit Mineralien und Rohstoffen drin, bzw. drunter. Außer der nötigen Infrastruktur braucht man aber auch noch die (qualifizierten) Arbeitskräfte. Und die sollen "wir" liefern - unter anderem. Ich lach mich tot. Das Chalet ist knapp eine Stunde von Montreal entfernt und das ist eine "tote" Region und da will schon kein Mensch hin. Wozu auch?? Alter Schwede. Dann fährste nochmal zwei Stunden weiter - dann wirds aber schon dünn. Dann fährste nochmal 4 Stunden weiter hoch und da gibt es dann noch genau Wald und See und Bieber und Elche und - falls man viel Glück hat - noch eine geteerte Strasse. Welche es übrigens schon beim Chalet kaum mehr gibt. Und dann fährst du halt einfach nochmal 4 Stunden weiter hoch über den 49ten hinaus Richtung Hudson Bay, James Bay und so weiter. Oder per Flugzeug. Oder mit dem Hundeschlitten. Und dort, liegt dann die Zukunft Québecs - laut Plan Nord. Gratuliere.

Nordamerika wurde ja gegen Westen hin entwickelt und bevölkert und Quebec hat in der Tat in den 60er und 70ern die Wasserkraft im extrem weit entfernten Gebieten im Norden etabliert. Außerdem gibt es drei Enklaven im Norden. Die Cote Nord, sowie Rouyn Noranda in der Abitibi Region und die Saguenay Region. Ich kann nur sagen: ich war mal dort.


Jedenfalls werde ich mir über die nächsten Tage hin, mal alle Dokumente und Planungen ansehen und die Sachlage analysieren. Vielleicht irre ich mich ja und die kanadische Zukunft liegt tatsächlich im Norden Quebecs aber momentan bin ich eher skeptisch. Ich bin eher davon überzeugt, daß aus rein opportunistischer Weise (hohe Rohstoffpreise, extrem schuldenbelastete Provinz), ein - bis dato - weitestgehend unberührter Landstrich von gigantischer Größe (zichmal Deutschland), internationalen Großkonglomeraten zum Fraß vorgeworfen wird. Nach uns die Sintflut, oder so! Oder um es mit den Worten meines ehemaligen oberpfälzischen Wirtschaftsprüfers in Bayreuth zu sagen: "muß dess sein???".

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