Montag, 29. März 2021

Oster update

Nach zwei unglaublichen Frühlingswochen mit Sonne pur und fantastischen Temperaturen hat uns das "normale" Quebecer Wetter wieder eingeholt, d.h. Nachtfrost (möglich bis Ende Mai - wenn auch selten), Regen und kühle Tagestemperaturen. Aber die Situation ist insgesamt relativ gut, zumindest in Quebec. In Ontario sehen die Dinge diesbezüglich deutlich schlechter aus.  

Aber wir nehmen was wir kriegen können und die zwei super Wochen nimmt uns keiner mehr weg - das ist ja schon mal was. 

Die Wildgänse kommen aus dem Süden zurück und fliegen in großen Schwärmen und mit großen Geschnatter über die Stadt nach Norden - auch ein gutes Zeichen. 

Eigentlich wäre das jetzt so die berühmte "Cabane à sucre" Periode aber die muss dieses Jahr, Covid geschuldet, nochmal ausfallen. 

Andererseits geht es hier - im Gegensatz zu Deutschland - beim Impfen gut voran. Wir hatten auch einen "slow start", u.s. weil Kanada ja 100% seines Impfstoffes importieren muss da es keine einzige kanadische Produktionsstätte gibt. Erst ab Herbst soll angeblich ein hiesiges Werk einen der Impfstoffe auch hier prodizieren können. 

Insgesamt ist die Lage aber relativ entspannt und gut unter Kontrolle, zumindest in Quebec. Ontario hat eine relativ hohe Zahl von Neuinfektionen und viele Mutationen. 

Wenn ich die letzten offiziellen Zahlen bezüglich der Lieferung von Impfstoffen richtig verstanden habe, dann sollten wir eigentlich Ende April mit der Erstimpfung durch sein falls auch tatsächlich soviele Menschen geimpft werden können oder es wollen.

Mein "Bereich" mit knapp 140000 Einwohnern soll ab dieser Woche 50000 Dosen pro Woche bekommen. Da hätten wir pro Woche deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung als die Infrastruktur verabreichen kann. 

Also sagen wir mal Anfang Mai und das würde tatsächlich bedeuten, dass bei Berücksichtigung der 10 bis 12 Wochen Frist für die Astra-Zenca Zweitimpfung, der Zeitpunkt von Ende Juni realistisch ist für das Erreichen der Herdenimmunität. 

Speaking of which: Astra-Zeneca ist das große Problem. Das hiesige Gesundheitsamt muss sich mit viel Angst und Gerüchten und allen möglichen Fehlinformationen rumschlagen und viele Menschen wollen sich nicht mit AZ impfen lassen. Schlicht und ergreifend. 

Das Problem ist, dass man nicht erfahren kann welcher Impfstoff verabreicht wird. Diesbezüglich gibt es für den Termin keine Information. Allerdings hat man das Recht, die Impfung zu verweigern falls man nicht mit AZ geimpft werden will. Das würde aber die Impfkampagne verlangsamen und viele mögliche Termine würden ungenützt verstreichen. 

Siehe Artikel SZ von heute

Astra Zeneca:Pannen, Fehler, Missverständnisse

COVID-19 vaccinations in London

Das Vakzin gilt als großer Problemlöser: effektiv, billig, einfach zu lagern.

(Foto: REUTERS)

Astra Zeneca hat einen zuverlässigen und dringend benötigten Corona-Impfstoff entwickelt - doch der Ruf des Vakzins ist miserabel. Was ist schiefgelaufen? Eine Chronologie.

Von Berit Uhlmann

Wieder einmal ist Astra Zeneca in Erklärungsnot geraten. Wieder einmal ließ sich beobachten, was das US-Wirtschaftsmagazin Fortune mit dem Satz beschrieb: Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen "scheint einfach nicht aufhören zu können, seine eigene Glaubwürdigkeit zu torpedieren".

Diesmal schwappte ihm in den USA eine Welle des Misstrauens entgegen. Dort testest Astra Zeneca noch immer seinen Corona-Impfstoff; in der vergangenen Woche nun verkündete die Firma die ersten, lang erwarteten Zwischenergebnisse. 79 Prozent betrage die Wirksamkeit gegen jegliche Form von Covid-Erkrankungen, hieß es in der Pressemitteilung des Herstellers. Einen Tag lang waren die Schlagzeilen positiv.

Doch im Laufe dieses Tages muss es bei einigen Beteiligten turbulent zugegangen sein. Das unabhängige Monitoring Board, ein Expertengremium, das die Studie überwacht, wandte sich mit argen Zweifeln an das National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), das die Studie unterstützt. Der Verdacht: Astra Zeneca habe veraltete Daten für seine Analyse verwendet, die die Wirksamkeit besser erscheinen ließen, als sie aktuell ist. Das NIAID schickte daraufhin eine Pressemitteilung in die Welt, die diese Befürchtung unkommentiert wiedergab. Institutsdirektor Anthony Fauci begründete den Schritt in amerikanischen Medien mit der Bemühung um Transparenz: "Wenn wir geschwiegen hätten, hätte man uns beschuldigen können, etwas zu vertuschen. Und in diese Situation wollen wir definitiv nicht geraten." Beobachter halten den ganzen Vorgang für ungewöhnlich, wenn nicht gar beispiellos.

Astra Zeneca stellte umgehend klar, dass man in die Analyse alle Erkrankungen bis zum 17. Februar eingeschlossen hatte. Dieser Stichtag sei im Vorfeld festgelegt worden. Einen Tag später legte das Unternehmen eine aktuellere Auswertung vor, in die es noch 49 später aufgetretene Covid-Fälle einbezog. Diese eingerechnet betrug die Wirksamkeit 76 Prozent.

Nun ist ein Unterschied zwischen 76 und 79 Prozent wenig bedeutsam, zumal die 76 Prozent mit einer statistischen Unsicherheitsspanne, dem sogenannten Konfidenzintervall, von 68 bis 82 Prozent daherkommen. Zumal beim Einsatz unter realen Bedingungen ohnehin abweichende - in der Regel niedrigere - Werte zu erwarten sind. Zumal alle bisher bekannt gegebenen Daten zeigen, dass der Impfstoff schwere Verläufe sicher verhindern kann. Doch der ganze Vorgang, so sagte es beispielsweise Paul Griffin, Infektionsmediziner der University of Queensland, sei "unglücklich für die Wahrnehmung des Impfstoffs".

Das Vakzin galt lange als Favorit

Dabei - das kann man nicht deutlich genug hervorheben - hat die Firma zusammen mit der Universität Oxford einen zuverlässigen und dringend benötigten Corona-Impfstoff entwickelt. Er ist preiswert, braucht keine starke Kühlung und ist damit auch für ärmere Länder sehr gut geeignet. Astra Zeneca sicherte ihnen mehrere Hundert Millionen Impfstoffdosen zu und versprach, während der Pandemie generell keinen Profit mit dem Vakzin machen zu wollen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die EU und die USA waren von Anfang an stark an dem Präparat interessiert. Es galt lange als der Top-Favorit.

Die verantwortlichen Oxford-Wissenschaftler taten ihrerseits einiges, um diese Einschätzung zu stützen. Die Vakzinologin Sarah Gilbert sagte im Sommer über den Impfstoff: "Wenn er nicht funktioniert, glaube ich nicht, dass überhaupt irgendwas funktioniert." Ihr Kollege Adrian Hill bekundete im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters, er hielte es für "sehr seltsam", wenn man die "total unbekannten" RNA-Impfstoffe der Konkurrenz favorisieren würde.

Am 8. September gab es dann die erste öffentliche Irritation: Das US-Webportal Statnews berichtete, dass das Unternehmen seine Impfstofftests wegen eines Zwischenfalls ausgesetzt hat. Es stellte sich heraus, dass zwei Probanden an dem seltenen Nervenleiden Transverse Myelitis erkrankt waren. Es wurde zwar nicht auf den Impfstoff zurückgeführt, doch beunruhigend war, dass das Unternehmen drei Tage lang über die Pause geschwiegen hatte. Auch die zuständigen US-Behörden sollen von dem Vorfall erst aus den Medien erfahren haben. Auf jeden Fall reagierten sie besonders empfindlich und unterbrachen die Tests in ihrem Land für sieben Wochen.

Am 8. Dezember - just dem Tag, an dem Konkurrent Biontech/Pfizer mit den Impfungen in Großbritannien begann - veröffentlichte Astra Zeneca seine ersten Wirksamkeitsdaten im Fachblatt Lancet. Und wieder stellte sich Irritation ein.

Dem Artikel war zu entnehmen, dass ein Teil der Teilnehmer mit der ersten Spritze nur die Hälfte des vorgesehenen Impfstoffs bekommen hatte. Den Grund erfährt allerdings nur, wer sich bis Seite 25 im Anhang 2 des Papers vorarbeitet. Eine "Fehlkalkulation" habe zu den ungeplant niedrigen Dosierungen geführt, heißt es da.

Ein Fehler, der nicht so genannt wurde

Reuters rekonstruierte später, was wahrscheinlich passiert war; die Darstellung deckt sich mit den spärlichen Informationen aus dem Fachartikel und einem begleitenden Kommentar in Lancet. Demnach zweifelten die britischen Forscher an der Qualität einer Impfstoffcharge, die ihnen ein italienisches Unternehmen für die Tests geliefert hatte. Als die Briten das Vakzin kontrollierten, schien es doppelt so viel Virusmaterial zu enthalten wie vorgesehen. Die Wissenschaftler halbierten daraufhin die Dosis. Erst als ein Teil der Probanden auffallend schwache Reaktionen auf die Spritze zeigte, dämmerte den Oxford-Forschern, dass etwas nicht stimmte. Es stellte sich heraus, dass das Produkt korrekt geliefert wurde, die Wissenschaftler hatten sich schlicht vermessen. Ihre Messmethode, die sogenannte Spektrophotometrie, die die Viruskonzentration anhand von absorbiertem UV-Licht erfasst, war durch einen Zusatzstoff im Vakzin beeinträchtigt worden. Etwa 1400 Menschen hatten wegen des Messfehlers mit der ersten Spritze zu wenig Impfstoff erhalten.

Während Astra Zenecas Forschungschef Mene Pangalos den Vorfall einen "Dosierungsfehler" nannte, sagte Sarah Gilbert der Financial Times: "Das war keine Verwechslung der Dosierung", es sei nicht ungewöhnlich, in Impfstudien verschiedene Dosierungen zu betrachten. Auch die Studienteilnehmer wurden nach Angaben von Reuters nicht über eine Fehlkalkulation unterrichtet. Stattdessen teilte man ihnen mit, dass sich die Chance ergeben hatte, verschiedene Dosierungen zu prüfen.

Tatsächlich führten die unterschiedlichen Dosen auch zu unterschiedlichen Ergebnissen: In der Gruppe, die die reduzierte Impfstoffmenge bekommen hatte, betrug die errechnete Wirksamkeit 90 Prozent, bei den restlichen Teilnehmern 62 Prozent. Doch valide Schlüsse lassen sich aus diesen Daten kaum ziehen. Denn die Teilnehmer mit der geringeren Dosis waren zugleich jünger; zwischen ihren zwei Spritzen lagen längere Abstände, was auf zeitweilige Lieferschwierigkeiten zurückging, aber einen Einfluss auf die Wirksamkeit haben kann. Die Forscher operierten dann mit dem Durchschnittswert aus den zwei Gruppen und bezifferten die Gesamtwirksamkeit ihres Vakzins mit 70 Prozent - eine Zahl, die in der Praxis wertlos ist, denn eingesetzt wird das Vakzin in der Standarddosierung.

Unglücklich war an Tests auch, dass gerade die besonders gefährdeten Älteren zu kurz kamen. Während in Biontechs Wirksamkeitsstudien etwa 40 Prozent aller Probanden älter als 55 Jahre waren, waren es bei Astra Zeneca nur zwölf Prozent. Noch dazu bekamen diese Teilnehmer die Spritzen als letzte - und damit erst mehrere Monate nach dem Start der Studie. Insgesamt erkrankten so wenige Ältere an Covid-19, dass sich die Schutzwirkung des Astra-Zeneca-Vakzins für sie nicht bestimmen ließ.

Damit mündete die EU-Marktzulassung in Verwirrung, weil Deutschland wegen der mangelnden Daten den Einsatz bei Älteren zunächst nicht empfahl. Dagegen hielt die EU-Behörde EMA die Anwendung bei Senioren für vertretbar, da frühere Studien immerhin gezeigt hatten, dass das Vakzin bei ihnen eine starke Immunantwort hervorruft.

Gleichzeitig entspann sich der Streit mit der EU, die dem Unternehmen vorwarf, Liefervereinbarungen nicht einzuhalten. Was daraus bekannt wurde, war nicht besonders vertrauenserweckend. So zog sich das Unternehmen darauf zurück, dass es laut Vertragstext lediglich zugesichert habe, "größte vertretbare Anstrengungen" zur Belieferung der EU zu unternehmen. Wie diese Formulierung genau zu verstehen ist, ist umstritten, doch es blieb der Eindruck hängen, dass Astra Zeneca die EU, die umfangreiche Vorauszahlungen geleistet hatte, übertölpeln wollte.

Hinzu kamen Meldungen über seltene Thrombosen bei einigen wenigen Menschen, die mit dem Astra-Zeneca-Produkt geimpft worden waren. Zwischenzeitlich haben sowohl die EMA als auch die WHO den Impfstoff für sicher erklärt. Es hätte also endlich Ruhe einkehren können. Doch am Montag wurden neue Bedenken bekannt. Verschiedene Medien berichteten, dass Kanada aus Sicherheitsgründen die Immunisierungen mit dem Astra-Zeneca-Präparat für alle Menschen unter 55 Jahren aussetzen will. Der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen stoppte am selben Tag die Impfungen mit dem Produkt für Frauen unter 55 Jahren. Zuvor hatten in dem Kreis zwei Frauen nach der Impfung Sinusvenenthrombosen erlitten. Ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Spritzen und den Erkrankungen gab, ist noch nicht klar.

Soweit die SZ zum Thema AZ.

Im Moment ist ja bereits Ü60 dran und nächste Woche kommt dann Ü50 und ich schätze mal mitte April die Gesamtbevölkerung. 

Leider hat die mediale Berichterstattung bezüglich AZ, siehe SZ, zu einer großen Skepsis geführt. Die USA schicken uns ihren AZ Impfstoff weil er dort (noch) nicht zugelassen ist. Das führt bei vielen Quebecern zu großen Zweifeln. Zudem kriegen wir "das Zeugs" aus indischen Produktionsstätten (angeblich) und auch da herrschen Zweifel an der Qualität und dem Sicherheitsstandard der Produktionsstätten.

Selbst die Latenightshows in den USA machen sich darüber lustig. 

Ich bin mal gespannt was ich dann in genau zwei Wochen verabreicht bekomme. Ich nehme Alles - mir wurscht - hauptsache geimpft. 

Themawechsel:

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern ob das Murmeltier dieses Jahr einen schnellen Frühling oder noch einen langen Winter vorausgesagt hat. So wie es aktuell aussieht ist es  eher eine vorgezogener Frühling (für kanadische Verhältnisse).



Blank Eis beim Spazierengehen. Da kannst du nur mit Schlittschuhen drauf.

Am WE geht es ab hoch an den See und ich bin mal gespannt wie die Schneelage ist. 

 

 

 

 

 

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