Dienstag, 22. Dezember 2020

Ein Wintertraum

Die Kinder und ich haben ein paar Tage am Chalet verbracht. Einfach schlicht und ergreifend genial (einfach). 

Wer hier - ab und an - ein wenig mit liest ist mit den Quebecer Wetterbedingungen bzw. dem Quebecer Winter ja einigermaßen vertraut. 

Alles, aber wirklich auch jedes Extrem, ist theoretisch möglich. 

Aber dieses mal war es einfach nur ein entspannter "Wintertraum". 

Bei der Ankunft am Chalet war zunächst die Außentemperatur höher als die Innentemperatur, was am aktuell milden Wetter lag und der Tatsache geschuldet war, dass es die Tage davor starken Nachtfrost gegeben hat. 

Die Innentemperatur bei Ankunft war so ca. -5 - außen hatte es ca. 0 Grad. 


 

Nach ca. einer halben Stunde und dem Ausnutzen aller wärmenden Elemente ist man dann irgendwann bei ca. 0 Grad Celsius. Danach geht es relative zügig hoch, vor allem, wenn "Das Biest" anspringt! Der Bullerofen.

 

 

Wenn "Das Biest" abgeht und mit dem richtigen Holz bestückt ist, d.h. mit ziemlich harten Buchenholz mit einem super Brennwert, dann fahre ich die Kiste innerhalb von einer Stunde auf ca. 20 Grad plus hoch. Je nach Außentemperatur. Wenn ich innen allerdings minus 20 habe brauche ich ein bis zwei Stunden mehr. Aber es ist letztlich lediglich eine Frage der Zeit. Der Bullerofen produziert, unter Höchstlast, bestimmt 5kw.

 


Das Eis war top - leider hatten wir die Schlittschuhe vergessen. Doof.


 

Die arme Lili sitzt derweil in voller Skimontur vor dem Heizstrahler.

 




Der Rest ist dann ein Wintermärchen. Wie gemalt. Ein Traum. Inklusive Sauna, ausgedehnten Wanderungen in der Wildnis, Brettspielen, kochen, lesen und Musik hören. Es lebe das Leben. Langlauf bzw. Backcountry ging noch nicht da zu wenig Schnee lag. Ungewöhnlich für die Jahreszeit. 

Das Beste ist allerdings, dass man "off the grid" ist. D.h. es gibt kein Internet und kein Handy, kein TV und kein Radio und man ist, sozusagen, der Realität entflohen. Covid-19? Nachrichten? Was ist das?

Hinter unserer Hütte fängt in der Tat die relative Wildnis an denn wir sind das letzte Haus und danach kommt erst mal nur noch Wald.  Als ich gestern Abend um ca. 23 Uhr nochmal kurz an die frische Luft gegangen bin, da habe ich einen Kampf mitbekommen welcher mir fast das Blut in den Adern gefrieren hat lassen. 

Ein Tier, wahrscheinlich ein Reh, hat wahnsinnig intensiv geschrien, erst ganz weit rechts im Wald. Geschätzt 500 bis 1000 Meter weit weg im Wald, dann habe ich die Jagd bzw. die Flucht miterlebt, es ging - unglaublich schnell - nach links und dann hinter dem Chalet zu uns auf den Berg rauf. Aufgrund der totalen Stille hört man das dann sehr intensiv - ich schätze mal der Luchs hat zugeschlagen. 

Der Todeskampf war grausam. Die Wildnis. Alter Schwede.







Keine Kommentare:

Kommentar posten

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.