Dienstag, 20. September 2011

Risiko

Servus Liese,

ich stufe die Lage im Moment mal folgenderweise ein:

1. in Teilen Nordmexikos scheint in der Tat die Anarchie zu herrschen und die Drogenkartelle haben teilweise die Kontrolle übernommen. Es ist ein gefährliches Pflaster. Kein Zweifel.

2. Wenn wir von Drogenkrieg sprechen, heißt das konkret, das unterschiedliche Kartelle sich gegenseitig bekriegen. Die Bösen bringen - gottseidank - meistens nur böse um.

3. Die Hauptgefahr für uns besteht darin, durch Zufall, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Diese Gefahr besteht fast immer und überall ........

4. Nichts deutet darauf hin, daß Motocross- oder Offroadfahrer entführt oder vom Bike geschossen werden aus Spaß an der Freud. So wie z.b. in Algerien vor Jahren westliche Motorradfahrer ein extrem hohes Risiko eingingen entführt zu werden. Es stimmt aber, das Entführungen vorkommen und Lösegeld verlangt wird. Auch Überfälle geschehen, aber kaum am Tag und meistens in wenigen größeren Städten und diese Kriminalität richtet sich wohl gegen ein anderes Klientel. Wir halten uns ca. 4 Tage auf der BAJA auf und übernachten in Motels. Der nördliche Teil der BAJA ist noch relativ gut besiedelt und im Süden gibt es nix zu holen. Nachts fahren wir auf KEINEN Fall - ich jedenfalls nicht und ich übernachte auch nur im Hotel.

5. Freunde von uns haben den Trip im Januar gemacht und ich hole mir nochmal ihre Lageeinschätzung ein.

6. Wir werden auch unseren Kumpel in Puebla befragen und ihn um seine Einschätzung bitten

7. Auf der Baja findet zur fast gleichen Zeit das legendäre Motocross Rennen statt, mit entsprechender Infrastruktur und Medien usw. - ich halte es für unwahrscheinlich, daß dieser Event in irgendeiner Form von der Drogenmafia gestört wird.

8. Sollte ich in Mexiko ein "ungutes Gefühl" haben, drehe ich wieder um und fahre zurück nach LA und fliege nach Puebla an den Strand. Scheiß auf die Wüste.

9. Erfahrungsgemäß wird erheblich übertrieben - vor allem von medialer Seite. Aber wir werden uns vorher intensiv über mögliche Gefahren in Foren informieren und auch vor Ort davon überzeugen, daß unser Trip kein Suizidkommando ist. Information ist Wichtig. Sehr wichtig. Und gute Vorbereitung.

Also, wir sind keine Harakiri Jungs, wir müssen nichts mehr beweisen, niemanden gegenüber - und wollen das auch nicht. Wir haben keine Suizidabsichten und suchen ganz spezifisch nicht das Risiko. Ganz im Gegenteil. Es get um eine fantastische Reise durch eine einzigartige Wüstenlandschaft mit einem Minimum an Risiko. Alleine die fast 1200 km Wüste sind ja schon Herausforderung genug.

Also,

ich gedenke mir meine Lebensversicherung ausbezahlen zu lassen damit ich dann noch Resteuropa erwandern kann - u.a. mit dir .......

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