Sonntag, 28. November 2010

Wehrpflicht abgeschafft

http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/17981/_das_waren_reine_willkuerverfahren.html

Wörtliches Zitat, unvergesslich, beim Verfahren in Nürnberg, als der - kriegsversehrte - Vorsitzende sein "Urteil" verkündete (ca. 1979??): "und sie Herr Heisinger, sind nicht bereit, das, was uns nach 1945 von diesem Lande geblieben ist, gegen die heranrückenden Horden aus dem Osten zu verteidigen??" Vor Zeugen und Beisitzern. Einspruch abgelehnt, Wehrdienst. Geile Rechtssprechung der 70er Jahre.

Übrigens war auch das klassische Szenario dabei: "Konfliktfall, sie haben Dienst mit der Waffe und sind in vorderster Linie, ihr Kamerad schläft, sie halten Wache, ein russischer Soldat schleicht sich als Aufklärer durch die vorderste Front, erkennt die "Gunst" der Stunde und legt auf ihren Kameraden an. Sie erkennen das und haben eine Waffe in der Hand. Was tun sie???"

Das "Vergewaltigungsszenario" (Rachemotiv) war ebenfalls am Start aber am besten fand ich folgendes: "sie spielen doch beim FC Bayreuth Fussball? Wenn sie da gefoult werden, treten sie da nicht auch mal zurück??" Daran kann ich mich auch noch deutlich erinnern - klasse Argument.

Beim "Konfliktszenario" habe ich geantwortet, ich würde in die Luft schiessen, welch Schwachsinn. Aber was weiß man mit 18.

Kommentare:

  1. Hallo Hans,
    ja, so ähnlich war das bei mir auch. Ich habe zwar erst nachträglich verweigert, das war mir aber persönlich sehr wichtig. Die vom Gremium aufgebauten Szenarien, "ihre Freundin wird vergewaltigt und sie haben eine Waffe in der Hand bla bla bla" oder "der Feind kommt immer aus dem Osten, es können aber auch die Amerikaner sein", waren mehr als surreal. Ich hatte gleich von Beginn an den Eindruck, daß die Entscheidung schon vorher feststand, daher habe ich immer mit der Gegenfrage geantwortet, was das denn mit meinem Gewissen zu tun hätte.
    Außerdem habe ich die "Jury" gefragt, ob sie sich vorstellen können auf ihre Verwandtschaft zu schießen, da ich diese in Mitteldeutschland habe, die Antwort war, "das tut nichts zur Sache". Naja, den Rest der Verhandlung habe ich aus meinem Gedächtnis gelöscht, nur den schriftlichen Bescheid der Ablehnung habe ich aufgehoben, den kann ich ja meinen Kinder mal zeigen.

    Aber wie du es schon einmal richtig geschrieben hast, das Netz vergisst nichts, daher soll es an dieser Stelle jeder wissen, auch ich bin Pazifist und gegen Atomkraft.

    Vielleicht mal auf bald bei skype.
    See you Thomas und Gruß an die Familie

    PS.: Franken ist tief verschneit, Schlitten fahren und Langlauf ist top und in Mehlmeisel steht die Pistenraupe auch schon bereit.

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  2. Die Wehrpflicht soll ja abgesetzt werden, aber ist man sich sicher das die Freiwilligen wirklich hingehen werden und ob es mehr wird. Am >Ende stehen nur 300 Leute da und man hat keine Armee im Kriegsfall. Das ist dann auch nicht mehr lustig. Ich finde das ist einfach nur Blödsinn.

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