Samstag, 17. Juni 2017

Live free or die - da sterbe ich lieber .....



Der normale Wahnsinnan auf Weirs Beach. 

  
Laconia Bike Week.  In New Hampshire. Live free or die. Tausende von meist übergewichtigen Bartträgern mit oft sehr schütteren Haaren fahren auf gnadenlos überdimensionierten und obszön lauten Kisten herum. Die Dinger kosten dann noch ein Vermögen und man kann eigentlich gar nicht richtig damit Motorrad fahren. So sieht das Verständnis von "Freiheit" für viele US Biker aus. Wo da die Freiheit sein soll und was das jetzt genau damit zu tun hat, erschließt sich mir nicht so richtig. Der Trip war eher eine soziologische Fallstudie über eine irre Subkultur und über den Zustand Amerikas im allgemeinen. Und der ist gerade nicht so gut, wie wir alle wissen .....


Wahrscheinlich bin ich mittlerweile zu alt und zu konservativ für sowas. Hunderte (über die Woche sicher eher tausende) von jämmerlich langsam "vor-sich-hin-eirnden"  Harleys schieben sich, in quälender Agonie, die Serpentinen zum Mount Washington hoch. 17 $ übrigens - um hochfahren zu dürfen. Der Vorteil war, daß der Berg diese Woche für Autos gesperrt ist. Bikes only, Bergbahn - oder hochlaufen, ca. 4 1/2 Stunden. Ich hatte totales Schwein da ich bis fast ganz oben durchballern konnte ohne so einen Deppen vor mir zu haben. Zudem hatte ich nicht gelesen, daß ein absolutes Überholverbot herrscht, ähem ......


Ich wollte da schon lange mal hoch und diesmal hat es geklappt. Mein Kumpel Micha war mit dabei - mit der 1200er und ich bin die "Dicke Bertha" gefahren. Ein klasse Bike, auch mit 130000 km läuft die Kiste wie neu.



Der Berg ist die höchste Erhebung der Ostküste und hat extreme Wetterverhältnisse. 1934 wurde die höchste Windgeschwindigkeit aller Zeiten auf der Erde hier gemessen - Rekord bis 1996 wie ich gerade auf Wikipedia nachgelesen habe - ich hatte gedacht der Rekord würde noch bestehen. Jedes Jahr sterben hier noch Wanderer weil sie nicht auf die extremen Wetterschwankungen des Berges vorbereitet sind - schwer zu glauben, aber wahr. 



Supercooles und sehr entspanntes Hotel als Basisstation. Jede menge spanische Kids als Personal. Die wandern scheinbar alle gerade aus ......., kein Wunder bei 40 % Jugendarbeitslosigkeit. New Hampshire ist, wenn man die politischen Aspekte weglässt, ein tolles Ferienland. Wandern, Mountainbiken, Kayak, Kanu - endlose Möglichkeiten. 


Logischerweise ist natürlich auch wieder jemand liegen geblieben - das hat sich auch diesmal nicht vermeiden lassen. Der Ölfilter leckte und beim Versuch in rauszuschrauben wurde ebendieser zerstört. Also erstmal Öl ablassen, Filter raus, schaun das man irgendwoher im sehr dünn besiedelten Vermont einen passenden Filter bekommt usw. - nette Werkstatt. Superfreundlich und hilfsbereit - hammse alles in ca. einer Stunde hinbekommen. Alain, unser Kumpel und Initiator des Trips, ist gottseidank nicht nur ein hervorragender Handwerker sondern auch mechanisch "bewandert".  Aber auch hier, in dem kleinen Kaff, rollen mittags die spritfressenden Monsterpickups durch den McDonalds drivethrough. Als gäbe es kein Morgen. 


Vermont hat mich ansonsten - wie auch früher schon - total positiv beeindruckt. Klasse Landschaft (oft meint man man sei in Franken), schöne Motorradstraßen und alles sehr entspannt. Wunderbar. Bißl links, Cooperativen, gutes Bier, slow food, mein Hoffnungsschimmer für die USA. Bernieland.

Ach ja, ich war übrigens tatsächlich auch ganz kurz wirklich in Franken - wir haben einen Espresso in Franconia getrunken. Am Eingang der White Mountains. In Peru war damals auch eine Ecke welche mich kurz total an die Fränkische erinnert hat - Frankenjura halt.

The town was first granted in 1764 by Colonial Governor Benning Wentworth as Franconia,[2] a name widely applied to the region by 1760[3] due to the terrain's resemblance to the Franconian Switzerland in the region of Franconia in Germany.[4]

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen