Dienstag, 7. April 2026

Montrealer Architektur und Infrastruktur

Mit der hiesigen Infrastruktur ist das so eine Sache. Die Straßen in Montreal und Umgebung verdienen diesen Namen eigentlich nicht mehr wirklich. Es sieht eher so aus als hätten die Russen das Land mit einer Million Drohnen angegriffen und deswegen sind überall gigantische Krater entstanden. 

Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin - was Gott sei Dank - sehr selten vorkommt, dann muß ich im Moment echt mehr darauf achten wo die Löcher bzw. Krater sind denn ansonsten haut es mir irgendwann mal alles auseinander. Neulich hieß es mal, dass es in Montreal für bestimmte Modelle keine Felgen mehr gäbe weil soviel davon kaputt gegangen sind. 

Obwohl wir gigantische Grundsteuern zahlen (kleines Beispiel: für unser Haus laufen pro Jahr ca. 7000 $ auf und da kommt noch die "Schulsteuer" von ca. 3000 $ dazu, d.h. es gibt schon mal ca. 10000 $ an jährlicher Grundsteuerbelastung) ist die Stadt scheinbar nicht in der Lage adäquat zu investieren. 

Das ganze läßt sich dann auch auf das Gesundheitswesen anwenden - d.h. sauteuer und de facto nicht existierend. Ich frage mich häufig, wo wohl die ganze Kohle hingeht?

Die U-Bahn ist mittlerweile zu einer offenen Anstalt für psychisch kranke Menschen geworden. Es ist wirklich erschreckend und ich kenne jede Menge Bekannte welche keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen wollen weil sie sich schlicht nicht mehr sicher fühlen. 

Ich gehe auf meinem täglichen Weg zur Arbeit jeden Tag an etlichen am Boden liegenden Gestalten vorbei und was die sanitären Umstände angeht will ich mal lieber nicht in Details gehen. Ich bin ja von Natur aus ein Grundsatzoptimist aber ganz subjektiv beobachte ich im Moment eine gnadenlose Verschlechterung was Obdachlosigkeit oder psychische Erkrankungen anbelangt. 

Selbst im Büro muss ich jetzt wieder einen - sogenannten - Panikschalter einbauen lassen damit meine Leute - im Falle eines Falles - den Alarm auf der nächsten Polizeistation auslösen können. 

Wie könnten Lösungsansätze aussehen? Schwer zu sagen. Ein Dach über dem Kopf als erstes - mit Containersiedlungen z.B.. Dachau bringt 1100 Asylsuchende in so einem Containerdorf unter und das sah recht ordentlich aus. Als Übergangslösung. 

Dann bräuchte es natürlich betreuende Unterstützung (Sozialarbeiter/innen) und medizinisch - psychologische Dienste. Das kostet allerdings ein Schweinegeld - deswegen glaube ich, lässt man die Obdachlosen hier lieber in Zeltlagern, in Notunterkünften oder in der U-Bahn vor sich hin vegetieren. 

Mein Nachbar und guter Freund Bruce arbeitet als Arzt im Krankenhaus und berichtet mir auch immer von absoluten Horrorstories.  

Am Samstag sind wir mal so durch ein mir relativ fremdes Stadtviertel "gelatscht" und da gab es auch ein paar architektonische Highlights. 





 

 Manchmal erinnert mich das an Berlin Kreuzberg in den 80er Jahren. 

Apropos, mal ganz was anderes: 

während 4 Menschen um den Mond fliegen bzw. hin- und hoffentlich auch wieder zurück, überqueren zwei meiner Kumpels den Atlantik im Segelboot

Micha (Diehl) und "der Käptn" überqueren gerade den Atlantik in der Nussschale. Auf dem Weg von Gibraltar nach Brasilien. Der Wahnsinn. 

Hier ihr live Standort. 

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