Samstag, 12. März 2022

Wie der Wahnsinn wohl enden wird?

Ganz Kanada steht hinter der Ukraine. Man darf hier auch nicht vergessen, dass Kanada auch eine Grenze mit Russland hat - nämlich in der Arktis.

https://twitter.com/i/status/1501730977101533196

Ovechkin, der russische Superstar der NHL wurde angeblich gnadenlos ausgebuht und die Nationalhymne wurde vom Ukrainischen Chor auf Englisch und Ukrainisch gesungen.

Im Büro können wir uns schon mal langsam auf die Ukrainischen Flüchtlinge vorbereiten. Leider wird bei uns im Laden eher russisch gesprochen. 

Apropos Flüchtlinge: das wird ein Wahnsinn werden. 5 Millionen? Eine wahre Völkerwanderung. 

Ansonsten muss ich meine russophonen Kollegen mal ausdrücklich von jeglicher Kritik "freisprechen". Sie können echt nichts dafür und es soll wohl auch schon Hassmails und andere aggressive Aktionen gegenüber der hiesigen russischen Bevölkerung gegeben haben (angeblich ein Farbanschlag auf eine russische Kirche). 

Ich möchte im Moment auf jeden Fall kein Russe sein.   

 

p.s. dieses "Ding" hier scheint wohl gerade den "kleinen aber feinen" Unterschied zu machen. 

https://www.saab.com/newsroom/stories/2018/june/5-facts-about-saabs-nlaw-anti-tank-system 

Sonntag, 6. März 2022

Eine Schande für Russland und das russische Volk

Anstelle uns auf die wichtigste Herausforderung der Menschheitsgeschichte, den Klimawandel, konzentrieren zu können, müssen wir uns stattdessen leider mit dem russischen "Ersatzhitler" herumschlagen.  

Ein größenwahnsinniger und anscheinend paranoider Diktator und Mörder läuft Amok. Ein verrückter "Kleptokrat" mit Atomwaffen. 

Es ist schon erstaunlich wie schnell sich die Welt ändern kann, bzw. der Blick auf das Geschehen auf dieser Welt. Vor drei Wochen war es noch Covid, Covid und Covid, dann war plötzlich - zumindest hier in Kanada - nur noch von der "Besetzung" und friedlichen Räumung Ottawas die Rede. Urplötzlich geht es jetzt um Krieg, eventuell den 3. Weltkrieg bzw. eine atomare Katastrophe. Ich verfluche Putin und ich verurteile die Russen. Denn sie, ihre Gesellschaft, ihre Bevölkerung, ihre Intellektuellen, haben ALLE eine Mitschuld weil sie u.a. zugelassen haben, dass Putin die Verfassung ändert und sich auf Lebzeiten als Diktator etablieren durfte - so wie "die Deutschen" eine Mitschuld am Aufstieg Hitlers hatten. 

Und auch wir "Deutsche" und der "Westen" haben leider Mitschuld weil wir seit langen und des öfteren unsere wirtschaftliche Interessen über ethische und moralische Grundsätze gestellt haben.  

Und ich verfluche auch mich selbst und meine freundschaftliche naive Position gegenüber Russland, basierend u.a. auf meinem Anti-Trumpismus. Der Feind meines "Feindes" ist mein "Freund". Amen.

Selbstverständlich muss man unterscheiden zwischen einem geisteskranken Diktator (welcher uns, den Westen und den Rest der Welt, einigermaßen geschickt über Jahrzehnte hinweg "ausgetrickst" hat) und der russischen Bevölkerung. Trotz allem wird das russische Volk, werden seine Menschen jetzt mit diesem Makel und dieser Schande leben müssen. Die Russen sind jetzt die neuen Nazis. Unglaublich. 

Ich weiß sehr wohl, dass man sehr vorsichtig sein muss bei solchen Vergleichen und das die Situation extrem komplex ist. Aber, gewisse historische wie auch psychologische Parallelen zwischen Putin und Hitler sind doch verblüffend. 

Hätten "wir" ihm die Krim überlassen? Ja hätten wir. Northstream 1 und 2 mit Milliarden Einnahmen über Jahrzehnte hinweg? Ja. Hätten wir. Die "abtrünnigen Gebiete der Ukraine? Ja, hätten wir. Eine "neutrale" Ukraine - was immer da auch bedeuten mag? Ja, hätten wir, usw., usw. - aber das war die Ausgangslage vor dem 24. Februar 2022. 

Diese ist Geschichte. Jetzt gibt es eine völlig neue Ausgangslage.

Das gefährliche an der Situation ist, dass der Vollidiot (wie auch Hitler irgendwann), mittlerweile erkannt hat (oder auch nicht, was dann umso schlimmer ist), dass er bereits verloren hat. 

Er hat genau vier Möglichkeiten:

a) er verliert einen kurzen Krieg

b) er verliert einen langen Krieg

c) er verliert einen "kleinen" Krieg oder

d) er verliert einen "großen" Krieg

über die ultimative fünfte Möglichkeit möchte ich gar nicht erst nachdenken.

Sollten die Berichte von Donnerstag Nacht, vom Angriff auf das größte Atomkraftwerk Europas, der Wahrheit entsprechen und nicht "ukrainischer Propaganda" und geschickter "social media" Kompetenz der Ukrainer zuzuschreiben sein, sollte also dieser Angriff wirklich stattgefunden haben, dann hat uns Putin eh schon den Krieg erklärt.

Nachdem ich das letzte Wochenende komplett Zuhause verbringen musste da ich, zum Einen, mich kaum bewegen konnte wegen meines Mega Sturzes am Berg und zum Anderen ich eigentlich das Haus sowieso nicht verlassen durfte wegen der positiven Covid Erkrankung der Kinder habe ich deshalb nichts anderes gemacht habe als permanent den internationalen Medienberichten zu folgen. Das macht einen aber irgendwann "kirre" und deshalb wollte ich mal 72 Stunden ohne Medien verbringen und bin mit Lili hoch in die Hütte am See gefahren. 

Peace on earth. Absolute Stille. Ein paradiesischer Frieden.






So schön und friedlich könnte diese Welt sein - wenn man sie nur ließe. Der einzige "Feind" ist das Wetter und manchmal die eigene Dummheit.



 

Freitag, 25. Februar 2022

Solidarität mit dem Volk der Ukraine

Quebec zeigt Flagge: anstelle der kanadischen Flagge weht am Parlament in Québec die der Ukraine. Die staatlichen Alkoholläden (SAQ) verkaufen keinen Wodka mehr (so wirkungslos und lediglich symbolisch das auch sein mag) und ich werde jeden meiner russophonen Kollegen im  Büro, sollten sie die sinnlose Aggression gegenüber einem neutralen demokratischen Staat für "gut heißen",  eine Abmahnung schicken. Insofern das rechtlich machbar ist - Arbeitsrecht usw. 


Image 

Aber alleine die Tatsache, dass zumindest eine meiner Kolleginnen, Gorbatschow für den "Totengräber" des russischen Imperiums hält und Putin für denjenigen welcher das ehemalige sowjetische Imperium wieder aufbauen wird, spricht Bände. Außerdem war es Jelzin der die Sowjetunion aufgelöst hat. 

Sie, meine ansonsten sehr kompetente und äußerst sympathische Kollegin, kommt im übrigen aus Moldawien und die sind wohl als nächstes dran. Ihr Vater wurde vor ein paar Jahren von der Mafia (wie ich meine) erschossen und ihre Mutter hat gerade noch so überlebt. Ihr Bruder wohnt in Straßburg. D.h. im Umkehrschluss, dass der Vater die Kinder gerade noch so aus dem Land gebracht und ihnen eine Existenz im Westen "verschafft" hat. Das "die Russen" noch den Sieg von Stalingrad und den Sieg über Nazideutschland feiern kann ich verstehen aber das es viele Russen gibt welche dem alten kalten Krieg Imperium nachtrauern kann ich rational nicht nachvollziehen. 

Aber da kann man mal sehen, selbst wenn das letztlich total "anekdotisch" ist, welche Auswirkungen eine jahrzehntelange Indoktrination, Staatsfernsehen und eine totale Kontrolle der Medien, haben kann. 

Stoppt Putin!!! Der Mann ist irre, wie Trump ein Psychopath und muss "eingehegt" werden. Koste es was es wolle. Da werden wir deutsche Pazifisten und "Gutmenschen" ein paar Kröten schlucken müssen.

In der SZ ist ein ausgezeichneter Artikel zu lesen. 

https://www.sueddeutsche.de/kultur/wladimir-sorokin-gastbeitrag-putin-1.5536912

Schaut zu, dass ihr in Deutschland genügend Brennholz habt falls demnächst kein Gas mehr fließt.😎 

Schon geil, dass wir (Deutschen) die Russen nicht aus SWIFT werfen können weil wir sie sonst nicht mehr für die Gaslieferungen bezahlen können und wenn wir nicht mehr bezahlen dann dreht uns unser Altbundeskanzler den Hahn zu. 

Müsste man unseren ex-Juso Vorsitzenden eigentlich nicht auch mit auf "die" Liste setzen?

Auszug aus der SZ:

"Präsident Putin gehört damit zu einer sehr kleinen Gruppe, die Despoten wie Kim Jong-un, Alexander Lukaschenko und Baschar al-Assad umfasst." Auf der Liste stehen neben den Diktatoren von Nordkorea, Belarus und Syrien auch Nicolas Maduro (Venezuela) und Ebrahim Raisi (Iran). Beide werden von den USA nicht als Staatsoberhäupter anerkannt.

Kleiner Scherz. Aber "ausbürgern" könnte man ihn schon - zumindest aus der SPD. LOL.💪

Es gilt jetzt also sich vom russischen Gas zu befreien, sich komplett von den fossilen Brennstoffen zu verabschieden und alles was irgendwie geht in die erneuerbaren Energien zu stecken. Ökologisch wie ökonomisch ein sogenannter "no brainer" - also absolut sinnvoll ohne das man da jetzt endlos darüber nachdenken müsste.

Zudem stehen - soweit ich mich erinnere - noch ein paar Atom Meiler in der Gegend rum welche man als Brückentechnologie kurzfristig nutzen könnte. Auch eine Kröte zum schlucken. Allerdings kannst du damit nicht heizen und eine radikale Umstellung auf z.B. Thermopumpen und Solaranlagen geht schon mal gar nicht "über Nacht" ist aber technisch jederzeit machbar und technologisch absolut ausgereift. In Verbindung mit Photovoltaik nahezu perfekt - hier spricht der Klima- und Heizungstechniker in mir.  

Aber jetzt muss erst mal der Verrückte gestoppt werden. First things first. 

Haltet aus ihr tapferen Ukrainer - ihr verteidigt gerade den Rest der freien Welt.

 

 

 

 

Gestern hätte es mich fast derbrezelt - das war - sprichwörtlich - knapp!

Alter, das war eine enge Kiste! Gestern hat mich mein Schutzengel nochmal gerettet. Am Mittwoch hatten wir Regen und danach einen Temperatursturz auf Minus 18 oder so - über Nacht. Also war Langlauf keine Option. Ich habe mich somit entschieden auf den Berg zu Laufen. 

Eigentlich wollte ich die Schneeschuhe nehmen aber dann ist mir eingefallen, dass ich doch einfach mal diese Gummi Überzieher für die Schuhe nehmen könnte. Mit den Spikes unten dran. Damit kann man normalerweise prima auf Eis oder auf überfrorenen Schnee laufen. Gesagt getan. Ging auch prima, selbst kleine Steigungen mit Eis waren anfänglich gut zu bewältigen und somit bin ich dann irgendwann eine "Scharte" hochgegangen welche ich schon 100 mal gegangen bin. Aber noch nie bei solchen Bedingungen wie gestern. 

Die Scharte ist so ca. 150 lang, bzw. hoch und ganz oben ist es fast wie ein bisschen Klettersteig. Das geht eigentlich immer relativ einfach und sicher und vor allem wenn Schnee liegt. Gestern war aber blank Eis. Als ich fast oben war habe ich realisiert, dass mein Material totale Scheiße ist. D.h. die kleinen "Spikes" meiner Überzieher waren im Steilstück nicht mehr ausreichend. Da hätte ich solide Steigeisen gebraucht und Pickel. Hatte ich aber nicht. Absteigen ging auch nicht mehr. Also habe ich versucht die Scharte seitlich zu verlassen ..... und dann den Halt verloren und bin ohne jegliche Kontrolle mit einer Hammergeschwindigkeit die Scharte runter. 

Das Problem ist, das unten am Ausgang ein großer Felsblock ist. Mittendrin! Wenn ich denn mit dem Tempo treffe  bin ich entweder Tot (zu 99,9%), querschnittsgelähmt oder zumindest würde ich mir alles brechen und reißen was in meinem Körper brechen und reißen kann. Aber höchstwahrscheinlich wäre es das Ende.

Ich hatte keinerlei Kontrolle über den Abgang - es ist im Bruchteil einer Sekunde passiert. Mein Schutzengel hat mich dann ca. 30cm links an dem Felsblock vorbei geleitet. Mit vollem Karacho. Ich habe dann noch einen "Baumtreffer" mit dem linken Fuß gehabt (Innenbanddehnung im linken Knie) mich dadurch mehrmals überschlagen (diverse Prellungen und Abschürfungen) und kam dann irgendwo im Schnee zum liegen. 

Alter!!! Nichts gebrochen, nichts gerissen, wie durch ein Wunder. Das war der krasseste Outdoor Unfall welchen ich in den letzten 30 Jahren hatte. Mitten in der Stadt. Dummheit. Pure Dummheit. Komplett untaugliche Ausrüstung in Kombination mit komplett extremen Bedingungen.

Ich kann heute, am Tag danach, kaum laufen, mein ganzer Körper ist blau und schmerzt aber es ist nichts kaputt. Soweit ich das jetzt beurteilen kann. Das soll mir eine Lehre sein.

Ich bin gestern sogar noch auf dem regulären Weg hoch gelaufen, aber dann musste ich doch den Bus nehmen.  


Solche "Scherze" werde ich in Zukunft unterlassen und die Schnee- bzw. Eislage etwas besser untersuchen und Eisklettern lasse ich ab jetzt ganz bleiben.

 

 



 

 

 

Reakionen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine

Nachfolgend eine email welche ich von Anthony Housefather bekommen habe. Er ist federaler Abgeordneter und schreibt einmal pro Woche einen 'newsletter'. Kanada hat eine grosse Ukranischstämmige Gemeinde und hier ist alles im Aufruhr. Colleen, meine direkte Nachbarin hat ukrainische Wurzeln. 

Sein zweiter Punkt ist das sogenannte "Notfallgesetz" welches letztes Wochenende eingesetzt wurde um die Besetzung Ottawas zu beenden.

 

Dear Friends,

This week has been about two things in particular I wanted to discuss, the Emergencies Act and Ukraine. Given the attack by Russia on the Ukraine last night, I will start with that issue.

It is with dismay and disgust that I watched Russia invade the Ukraine last night.  The attempts by the Russian ambassador to the UN to claim that the attack was provoked by Ukraine is equivalent to Nazi Germany’s claim that Poland started the war in September 1939. Vladimir Putin has proven himself to be a despot and in the words of our UN Ambassador Bob Rae he is a war criminal.  His claim that he was trying to de-Nazify Ukraine, a country with a Jewish President is equally absurd.  My heart is with Ukraine and the Ukrainian Canadian community.

Canada has already imposed economic sanctions on Russian banks and the break away regions of Ukraine and on Russian politicians and has provided military equipment to Ukraine. We will send an additional 460 troops to Latvia as part of Operation Reassurance to reinforce Canada’s commitment to NATO.  We are sending the HMCS Halifax to Europe and a CP140 aircraft used for anti-submarine maritime patrols.  This was before what occurred last night.  The Prime Minister’s statement published late last night was as follows:

 “Canada condemns in the strongest possible terms Russia’s egregious attack on Ukraine. These unprovoked actions are a clear further violation of Ukraine’s sovereignty and territorial integrity. They are also in violation of Russia’s obligations under international law and the Charter of the United Nations.

 

Canada calls on Russia to immediately cease all hostile and provocative actions against Ukraine and withdraw all military and proxy forces from the country. Ukraine’s sovereignty and territorial integrity must be respected, and the Ukrainian people must be free to determine their own future.

 

Russia’s actions will be met with severe consequences. Tomorrow morning, I will be meeting with G7 partners, and we will continue working closely and quickly with NATO and our allies to collectively respond to these reckless and dangerous acts, including by imposing significant sanctions in addition to those already announced.

 

In the face of these attacks on Ukraine, Canada will take additional action to stop Russia’s unwarranted aggression. We continue to stand with Ukraine, its people, and the Ukrainian Canadian community here in Canada. Russia’s brazen acts will not go unpunished.”

 

Emergencies Act

I want to start by quoting a tweet from columnist Andrew Coyne. He wrote:

“Jan 28-Feb 14-Ottawa paralyzed. Police do nothing.

Feb 14- Federal Emergencies Act declaration

Feb 18-20: Police Move in. Blockades cleared.

Feb 23: Emergency Declaration lifted.

In sum. Emergency Declaration restores order, is lifted soon after.

Outrage!”

This was an excellent synopsis of what has occurred.  

With the Emergencies Act in effect, police forces in Ottawa and throughout the country were able to restore peace and order. Blockades have come down at border crossings and in Ottawa.  Residents have been able to get on with their lives, businesses have been able to reopen, and trade has resumed.

The Emergencies Act is not the War Measures Act. It is subject to the Charter of Rights and judicial review. It also makes the actions of the Government subject to Parliamentary scrutiny and accountability. An inquiry now will happen related to all the circumstances leading to the Act based on the terms of the law itself.

As we promised this would be time limited. It could have remained in effect for 30 days, but the Government lifted the declaration as soon as its intelligence from law enforcement and others allowed it to do so.

The Emergencies Act ensured that law enforcement partners could restore peace and civility. The Emergencies Act gave precision, clarity, and new authorities to law enforcement -- including stopping people from coming into the city to participate in the illegal blockade. The Act also allowed for RCMP to enforce municipal laws, allowing them to take quick action in ensuring seamless and expedited cross-jurisdiction cooperation quickly and simply. It also helped law enforcement and governments mobilize essential services quickly – like tow trucks, barriers, and other necessary equipment.

Sonntag, 20. Februar 2022

Ausnahmezustand in Ottawa

Die Bilder aus Ottawa waren schier unglaublich. Polizisten über Polizisten, (angeblich) Scharfschützen auf den Dächern, gepanzerte Fahrzeuge, berittene Polizei. 

Das war Ausnahmezustand und die Demokratie hat das "volle Programm" aufgefahren. Die Vorgehensweise "der Staatsgewalt" und die Art und Weise wie kommuniziert wurde waren hervorragend. Es wurden keine Wasserwerfer (was bei den herrschenden Minusgraden eh nicht machbar ist), keine Schlagstöcke, kein Tränengas oder ähnliches eingesetzt. Ein paar mal kam wohl Pfefferspray zur Anwendung - allerdings nur "in extremis". Insgesamt gab es ca. 150 Verhaftungen - welche aber nur durch extrem provokatives Verhalten ausgelöst wurden. Ein Typ hat z.B. ein Fahrrad auf ein Polizeipferd geworfen. Das habe ich live im TV gesehen und die rechten Medien haben darauf hin sofort getweeted, dass "die Polizei friedliche Demonstranten mit Pferden angreift und schwer verletzt". 

Ottawa ist jetzt wieder "the boring City". Die Stadt ist "befreit" und geräumt, die letzten Zugmaschinen werden noch abgeschleppt und der Bürgermeister hat eine witzige Idee: um die Kosten dieses Großeinesatzes abzufedern sollten die Trucks und Fahrzeuge beschlagnahmt werden und anschließend meistbietend verkauft werden. Die Einnahmen sollten der Stadt Ottawa zufließen. Außerdem wurden die Organisatoren verhaftet und es werden wohl erhebliche Konsequenzen auf sie zu kommen. 

Der Protest in Quebec City und die angekündigte "Besetzung" der Stadt scheint hingegen nicht nennenswert gewesen zu sein. In Montreal standen hier und da ein paar Leutchen rum. Ansonsten war alles ruhig. 

Aber die Bilder aus Ottawa waren, für kanadische Verhältnisse, schon beeindruckend. Andererseits war es insgesamt eher wie "American Football", aber ohne Football.  Zudem lief die Räumungsaktion viel friedlicher ab als z.B. die Aktionen in Montreal bei den Studentenprotesten von vor 10 Jahren. Da war deutlich mehr Gewalt im Spiel - auf beiden Seiten.

Das eigentliche Problem ist, glaube ich, mittlerweile ein anderes: 

die Finanzierung von illegalen Aktivisten, meist tendenziell rechtsradikal, von zweifelhaften Quellen im Netz angestachelt und radikalisiert. China, Russland und die "Rechte" in den USA versuchen unsere freiheitliche und demokratische Grundordnung zu destabilisieren. Die permanente Falschinformation und die Cyberangriffe auf unsere Infrastruktur, die Bots und Wahlbeeinflussungen, die Finanzierung von Nazis und Querdenkern sowie allen Gruppierungen welche irgendwie "Antistaat" sind.

Dem müssen wir kraftvoll und entschlossen entgegentreten und wir müssen die Glaubwürdigkeit unseres demokratischen Staatswesens und unserer Demokratie sowie deren Einrichtungen mit allen Mitteln aufrechterhalten und wir dürfen den Populisten keinen Millimeter Raum überlassen. 

99 % aller Kanadier dürften die illegale "Besetzung" der Hauptstadt einschließlich der Bedrohung der Parlaments durch eine verschwindend geringe Minderheit, definitiv nicht billigen. Auch die permanenten Angriffe auf die freie Presse muss endlich massiv angegangen werden sonst werden wir "finnlandisiert" bzw. kriegen russische Verhältnisse.  Wer will eigentlich in Russland leben bzw. dahin einwandern? Hebt bitte die Hand!!!

Nachdem die Situation in Ottawa "bereinigt" ist, kann man wieder über das Wetter und den Winter reden. 

Beim täglichen Langlauf hatte ich am Samstag einen "whiteout", d.h. es hat kurzfristig gepfiffen wie die Seuche. Null Sicht.


 

Da war es am Freitag und auch heute, am Sonntag, schon deutlich freundlicher. 


Und die Nachbarn sollten wohl bald mal anfangen ihr Fahrzeug aus zu graben. 







Sonntag, 13. Februar 2022

Temperatursturz und Aufruhr in Kanada

Das mit den ungeimpften Truckern habt ihr ja auch in Deutschland mitbekommen - das kam ja selbst auf B5 in den Nachrichten. D.h. einige Hundert Lastwagen blockieren seit ca. 14 Tagen die Hauptstadt Ottawa. Rien ne va plus. Trudeau "versteckt" sich irgendwo - wahrscheinlich zusammen mit Olaf. Die Einwohner von Ottawa haben einen witzigen Slogan entwickelt: "make Ottawa boring again".

Diesen Trucks haben sich jetzt alle welche in irgendeiner Form unzufrieden sind, und das sind VIELE, in irgendeiner Form angeschlossen. Selbst in Frankreich gab es einen "Freedom Convoy" Richtung Paris. Das Gleiche in den USA. Zudem besetzten die Antivacciner eine wichtige Transit Brücke zwischen Kanada und den USA welches zu riesigen Lieferengpässen führte. 

Es wurde sogar ein Szenario von einem Eingreifen des kanadischen Militärs "im Inneren" diskutiert und ein solches Eingreifen der Armee im Zivilen Bereich hat es in der kanadischen Geschichte bisher nur drei mal gegeben meines Wissens und davon war eines eine Naturkatastrophe (Der Eissturm) und somit humanitär und die anderen zwei Situationen waren Terrorismusbekämpfung und eine bewaffnete Auseinandersetzung mit den Mohawk Warrior.

Letzte Woche war dann noch totales Chaos in Quebec (City) und gestern war eine Demo und Blockade in Montreal angekündigt. 

Hier werden zwar - mehr oder minder - nahezu alle Covid Einschränkungen schrittweise aufgehoben aber halt nicht für die Nicht geimpften und die radikalisieren sich gerade ein wenig. 

Jedenfalls sind viele Kanadier (und Quebecer  welche sich oft nicht wirklich für Kanadier halten) überrascht davon, dass die, für gewöhnlich, extrem pazifistischen "Softies aus dem Norden", welche sich normalerweise nur über Kälte und Schnee aufregen, plötzlich eine womöglich weltweite Protestbewegung angekurbelt haben. 

Wo ich gerade beim Wetter bin: 

ich wollte am Samstag (gestern) in die Hütte fahren und da gab es zwei Probleme. Zum Einen wurde ein Temperatursturz angekündigt und zwar von plus 6 Grad inklusive leichten Regens in Montreal auf minus 27 inklusive Schnee und Eis am Chalet. Über Nacht. Also 33 Grad Celsius Unterschied. Welcome to Canada - ca. 100 km Entfernung.

Dann war noch das Problem mit den Truckern: werde ich überhaupt aus Montreal raus kommen oder wird alles blockiert? Und komme ich überhaupt bis zum Chalet bei den Wetterbedingungen? Mal schaun. 

Aus Montreal kam ich gut raus, es standen zwar viele Bullenschüsseln rum aber es gab keine Probleme auf der Autobahn. 

Kurz vor der Ausfahrt in die Pampa, Richtung Hütte (noch ca. 30 km von da aus - Brownsburg- Chatham) kam ich plötzlich in einen "Convoy". Hunderte von Pickups, normalen PKWs, Zugmaschinen, fuhren als Convoy Richtung Ottawa. 

Die wurden dann aber angeblich vorher "abgefangen".



Ich musste ca. zwei km mit dem Convoy mit "eiern" dann war ich raus. Gott sei Dank. 

Temperatur mittlerweile: 0 Grad. 

Danach ab und hoch zum See. Yo. Zum Ersten und Einzigen mal in 18 Jahren habe ich es nicht geschafft mit dem Auto bis zur Hütte zu fahren. Ca. einen km vor unserer "Privat Association" musste ich das Auto stehen lassen und den Rest zu Fuß gehen. Es war unmöglich die eine Steigung zu bewältigen - trotz super Winterreifen und Frontantrieb. Ohne Ketten keine Chance. 


Es herrschte diese "November Stimmung" - totale Ruhe. Ich liebe das. 

Außentemperatur mittlerweile: minus 11 Grad. 

Dann halt alles wie immer: erst mal muss man sich durch den Schnee zur Tür vor kämpfen, dann Heizen was das Zeug hält, die Hütte auf Temperatur bringen, die Sauna an werfen, usw.!


Ich habe während der letzten drei Wochenenden bestimmt zwei Steer Holz verbraucht. Der Hammer. Aber wir haben Reserven für zwei Winter. 








Der Rest ist ein Winter Paradies. Zwar hatte es minus 22 am Morgen aber es gab keinerlei Wind und ich habe geschwitzt wie sau. Die Innentemperatur ist dann bei ca. plus 28 Grad. 

Insgesamt waren es somit nur 28 Grad Temperaturunterschied - alles nicht so wild.

Ansonsten fantastische Back Country Ski Bedingungen und Sonne pur.

Viel "kanadischer" geht es, glaube ich, nicht. 

 

 






 





 

 

 




 

 

Mittwoch, 9. Februar 2022

Gute Aussichten

Das hiesige Gesundheitsamt schätzt, dass ca. 2 Millionen Quebecer Omikron hatten, bzw. haben - und zwar seit dem Zeitraum Weihnachten bis heute. 2 Millionen entsprächen 25% der Gesamtbevölkerung.

Aufgrund der niedrigen Fallzahlen von schweren Krankheitsverläufen wurde gestern angekündigt, dass schrittweise ALLE Covid relevanten Einschränkungen in den nächsten 4 Wochen aufgehoben werden. 

Einzig die - in Bayern würde man sagen - G2 Regel bleibt bei bestimmten Einrichtungen und Aktivitäten bestehen - d.h. der Nachweis des doppelten Impfstatus. 

Wir können also endlich wieder Party machen, ins Kino oder Restaurant gehen, zum Fußball etc. und müssen nicht mehr permanent über irgendwelche Regeln nachdenken. 

Bei mir im Büro gibt es eigentlich schon seit ein paar Wochen keine "Regeln" mehr. Mein Team sieht das mittlerweile sehr "entspannt". 

Its over - so scheint es. Freedom Day. Zeit wirds. 


Ansonsten herrschen beste Wintersportbedingungen und logischerweise ging es heute rauf auf "den Berg". Mit Blick auf Downtown. Ich muss gestehen, der Blick und die Atmosphäre da oben, am Abend, mit dem Lichtermeer unten in der Millionenstadt, ist immer noch faszinierend. 


 

Sonntag, 6. Februar 2022

Wie ist die Lage?

Nu ja,

Ski & Rodel weiterhin gut. Am Donnerstag hat es mal wieder leicht geschneit, d.h. ca. 15 cm und da Lili ein "langes schulfreies" Wochenende hatte sind wir am Freitag Nachmittag - logischerweise - hoch in die Hütte gefahren und wollten dann am Samstag Skifahren. 

Diesmal hatten wir bei der Ankunft "nur" 0 Grad innen und das war schon mal besser als die Woche zuvor - da erwarteten uns krasse minus 10 Innentemperatur. 

Nachts ging es zwar auch wieder auf minus 22 runter aber irgendwie kriege ich das langsam besser in den Griff. 

Die Hütte ist nur ca. 45 Minuten von einem der besten Skigebieten der Ostküste entfernt - Mont Tremblant. Da braucht man allerdings am Wochenende nicht hinzu fahren da es dann total überfüllt ist und da ich absolut keinen Bock auf Anstellen und ewiges Warten am Lift habe. 

Außerdem ist Tremblant extrem überteuert - ein Tagesticket kostet 119 $ - der Wahnsinn. Sagen wir mal eine Familie, drei Personen, dann bist du mit 300$ pro Tag dabei - das ist Wahnsinn.

Wir gehen deshalb lieber nach "Mont Blanc" - hat natürlich nichts mit dem Gipfel in den Alpen zu tun aber es ist ein kleines ganz nettes "Hügelchen". Es gibt kaum Anstellzeiten, die Pisten sind gepflegt und für einen Tag ist das voll okay. Es gibt allerdings nur Sessellifte und die Abfahrten sind kurz. Das kann man nicht mit z.B. Sexten vergleichen aber was solls, besser als gar nichts und kostet die Hälfte von Tremblant.

Samstag war ein super sonniger Tag aber grenzwertig kalt - minus 16, Gott sei Dank kein Wind und es ging so. Außerdem ging es ja danach zurück ins gemütlich warme Chalet und in die Sauna.

 


Lili fährt mitterweile "wie die Sau" und ich komme da nicht mehr mit. 

Unser "Schneefallmessgerät" (der Tisch) auf dem Balkon zeigt momentan lediglich ca. 50 cm Niederschlag was für die Jahreszeit außergewöhnlich wenig ist. Zur Erinnerung: die durchschnittliche Schneefallmenge pro Winter  beträgt ca. 300 cm. Mal sehen ob die kommenden zwei Monate Winter das noch "ausgleichen" werden. 

Darüber hinaus war hier das große Thema der, sogenannte, "Freedem Convoy", d.h. der Freiheits Treck. Seit letzter Woche "besetzen" Trucker mit ihren Fahrzeugen die kanadische Hauptstadt Ottawa und blockieren die komplette Innenstadt - hauptsächlich um das Parlament herum (Parlament Hill). Dabei kam es zu "unschönen" Szenen. Es gab Hakenkreuz Schmierereien, Rechtsextremismus und viele unschöne und nicht sehr zivile Ausschreitungen. Ausgangspunkt war eigentlich der Protest gegen Covid bedingte Einschränkungen für Trucker bzw. deren Impfpflicht bezüglich Aus- bzw. Einreise in die USA bzw. Kanada. 

Vorhin habe ich auf B5 gehört, dass der Bürgermeister von Ottawa heute den Notstand ausgerufen hat. Trudeau bleibt "blass" und hält sich raus, anders Québecs Regierungschef. So wie ich ihn kenne (ich kenne ihn nicht - ich hatte leider nie die Gelegenheit Legault persönlich kennen zu lernen - im Gegensatz zu Trudeau mit welchen ich vor Jahren mal ein Sandwich gegessen habe) wird Québec hier etwas härter durchgreifen. 

Dieses Wochenende haben die Trucker und das ganze obskure "rechtsextreme - antivaccin Geschwerdel" welches auf den "Freedom Convoy" aufgesprungen ist nämlich Québec City "angegriffen". D.h. hunderte von Zugmaschinen und Pickup Trucks fuhren in die Innenstadt und blockierten dann die Strassen. 

Ich denke wir können alle verstehen, dass die meisten von uns die Nase voll haben (sprichwörtlich) von dem ganzen Einschränkungs- und Covid Wahnsinn. Wir wollen ALLE wieder zum normalen Leben zurück - aber bleiben wir doch bitte zivilisiert - das ginge doch auch. 

Covid scheint eh durch zu sein, also was soll das? Wogegen werden die Freaks demonstrieren wenn es keine pandemischen Einschränkungen mehr gibt?



 





Sonntag, 30. Januar 2022

Es lebe der Winter!!!! Solange es erträglich ist und Spaß macht!

Wir, d.h. die Kids und ich, waren das letzte mal in der Hütte zwischen Weihnachten und Neujahr. Da hatten wir noch "gemäßigte" Temperaturen, d.h. so ca. minus 10 Grad Celsius maximal.

Doofer Weise habe ich es aber gewagt den "Kühlschrank" nicht leer zu räumen sondern ich habe das Ding laufen lassen, in der Hoffnung, dass es nicht unter minus 15 runter gehen würde. Inklusive meines gesamten  Biervorrates und Olivenöl, usw.! 

Das war, natürlich, Schwachsinn. Der Januar war hier schweine kalt und am Chalet gab es wohl die letzten Tage so ca. minus 20 Grad permanent.

Ich war also sehr gespannt zu erfahren, welche Frostschäden so entstanden sind während der letzten 5 Wochen. Es sollte zwar angeblich saukalt sein, laut Vorhersage, aber sonnig.

Emile ist mittlerweile zu Allem bereit, d.h. auch mal nur eine Nacht in der Hütte zu verbringen und er ist mittlerweile auch mein designierter "Fahrer" da er den Führerschein hat. 

Wie erwartet war, bei Ankunft, die Innentemperatur im relativen Grenzbereich, d.h. minus 10 Grad - Innen. Das könnte also ein wenig ungemütlich werden .....  zumindest am Anfang.


Das Problem ist nicht so sehr die tatsächliche Temperatur sondern die Tatsache, dass alles, aber auch halt alles, vom Geschirr über die Möbel, die Holzverkleidung, eben einfach Alles, total eingefroren ist. Auch die Sauna.

Alles strahlt Kälte aus. Sprichwörtlich. 

Minus 10 Grad innen, nachts reelle minus 22 außen, da komme ich in den grenzwertigen Bereich der Hütte. Aber ich habe ausreichend Holz, Trinkwasser und 80% meines Bieres waren noch in Ordnung. Zwar zu Stein und Bein gefroren, aber immerhin nicht aufgeplatzt. Erstaunlich eigentlich und nur erklärbar weil a) mit Alkohol und b) geschützt im etwas isolierten "Kühlschrank". 

Drei von 15 Bierdosen sind aufgeplatzt und zwar nur diejenigen mit weniger Alkoholgehalt. Irgendwie logisch. Antifreeze halt. Kauft keine Leichtbiere, taugt nicht.

Ob der gefrorene Riesling noch trinkbar ist wird sich weisen. 

 






Ich dachte, dass wir eigentlich Backcountry auf dem See machen könnten (es ist ja nichts gespurt), aber da gab es ein Problem: trotz der dauerhaften minus Temperaturen war es nicht möglich auf dem See zu laufen denn unter den 30 cm Schnee gab es ca. 5 cm Schmelzwasser. Darunter dann - davon gehe ich aus - solide 60 cm Eis. Aber es war "Sülze". Slotch, wie man in Quebec sagt. 

Eine bizarre Situation, extrem komisch. Es hatte minus 20 Grad, das Eis war sicher 50 cm dick, es lagen mindestens 30 cm Schnee und trotzdem gab es eine Wasserschicht, ca. 5 cm. 

Wir sind dann auf Schneeschuhe umgestiegen und auf "Backcountry" im Wald ausgewichen.



Auf fließenden Gewässern wie z.B. hier oben auf dem Rouge würde ich selbstverständlich nicht rum sappen. 
 
Insgesamt finde ich die Hütte aber einfach nur geil. Nach der Sauna raus zu gehen und sich bei minus 20 Grad in den Pulverschnee zu schmeißen ist einfach nur genial. Innen konnten wir die Hütte auf ca. 28 Grad hochfahren, alles heizt sich auf und dann kommt der "Comfort" Moment.

p.s. es gab null Wind. Wenn der Windchill Effekt dazu kommt, dann haben wir eine komplett andere Situation. Dann wird es ernst und richtig unangenehm und dann mag selbst ich nicht mehr vor die Tür gehen. Aber "zwengs mir" kann der Winter noch ein paar Wochen dauern, insofern das so einigermaßen gemäßigt weiter geht.



Sonntag, 23. Januar 2022

Ein Wintersportparadies

 


Lili ist gerade mit Freunden beim Skifahren - Alpin. Emile geht raus zum Hockey soviel er kann und ich mache - de facto - jeden Tag Langlauf. Die Loipen sind perfekt gespurt und es herrschen beste Bedingungen. Also nix wie raus und ab auf die Piste. Die Wettervorhersage für die nächsten zwei Wochen meint in etwas, es gäbe immer so ein Tag mit etwas Schneefall und dann zwei Tage Sonne. 

Am Mittwoch Abend könnte es etwas "frisch" werden - Tageshöchsttemperatur angeblich minus 21 und gefühlt so minus 30. Aber beim Langlauf bewegt man sich ja ausreichend und bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Klamotten. 

 

Wed 01/26
Mainly sunny
Temperature -21 °
Feels like -27
Night -25°

Dienstag, 18. Januar 2022

White out

Der "Sturm" ist vorüber, die Kälte hat uns erst mal wieder. Es hat schon ganz ordentlich geblasen und war schon teilweise ein wenig wie ein klassicher "whiteout", d.h. es bläst dann den Schnee so wild, dass man fast nichts mehr sieht.  Gestern aber es war jetzt letztlich nicht wirklich "weltbewegend", eher ein normaler Quebecer Schneesturm. 

Die Schulen und öffentlichen Einrichtungen wurden vorsorglich geschlossen und auf den Straßen bzw. in der U-Bahn war es sehr ruhig. Ich war auch komplett alleine im Büro. 

Das Fahrrad habe ich dann doch lieber stehen lassen - das passiert so ca. drei mal pro Jahr. 


 

Ansonsten haben wir jetzt natürlich fantastische Ski- und Wintersport Konditionen und die "Regel" für Schneestürme in Quebec hatte ich ja schon mal erwähnt: solange ich das Auto noch erkennen kann, kann es so schlimm nicht gewesen sein. 

 

 

Wie gesagt, jetzt kommen erst mal klare und bitter kalte Nächte - am Freitag am Chalet - angeblich - reelle minus 30 Grad. Falls noch Wind dazu kommt, dann Gnade dir Gott.

 

 

 

Sonntag, 16. Januar 2022

Ski in, Ski out

Der Hammer wie die Zeit vergeht. Letzten Sonntag um die Zeit war ich noch in Minga und rein theoretisch müsste ich eigentlich noch in meiner 14 tägigen Quarantäne bleiben aber die können mich jetzt mal. Ich war jeden Tag im Büro und auf der Piste (mein negatives PCR Ergebnis kam dann auch endlich heute).

Hier herrscht nämlich bestes Wintersport Wetter. Emile war letzte Woche mit Kumpels beim Skifahren und ich mache fast jeden Tag Langlauf. Ab Haus. 

Heute Nacht soll der erste richtige Schneesturm dieses Winters kommen. Wir erwarten ca. 30 cm und es soll gegen Morgen anfangen zu schneien und morgen dann wohl den ganzen Tag - d.h. eventuell werde ich das Büro schließen und es kann sein, dass auch die Schulen morgen geschlossen werden - obwohl sie ja exakt morgen eigentlich erst wieder aufmachen sollten. Das Ganze verbunden mit starken Winden und da ist dann auch die "Warnung" okay - wenn es nämlich zu starken Schneefall noch richtig "bläst", dann wird das echt "unangenehm".


 

Die Konditionen für Langlauf sind ausgezeichnet. Ab Haus ca. 6 km gespurte Loipe im Park Lafontaine. Flach, aber besser als gar nichts .....!  Sohnemann ist jetzt "bekennender" Langläufer und Saunagänger - die "Erziehung" hat sich also letztlich gelohnt.


Abends auf dem "Berch", ca. 25 km Loipe - Skate oder klassisch. Man kann mit dem Bus hinfahren genau wie zum Olympiapark (ebenfalls ca. 20 km Loipe) - ca. 15 Minuten in beide Richtungen.

 

Oder direkt bei mir "ab Haus", d.h. Garten - also echt "Ski in - Ski out" - wirklich optimal. Wer von uns kann schon ab Haustür zum Langlaufen? 

Morgen sollte es dann in der gesamten Stadt gehen, insofern die "versprochenen" 30 cm fallen. 

 

p.s. die NYT zitiert eine skandinavische Studie wonach Langläufer weniger psychische Probleme haben. Emile meinte, das wäre quatsch, seiner Meinung nach leben Menschen welche generell Sport ausüben und Bewegung haben einfach gesünder.

https://www.nytimes.com/2022/01/12/well/move/exercise-anxiety.html

 

Dienstag, 11. Januar 2022

Schnallt Euch an

Québec packt jetzt den "Hammer aus", siehe nachfolgender Artikel von der BBC. 

Eine Covidsteuer für Ungeimpfte. Im Moment ist das hier allerdings auch tatsächlich unglaublich: 

alleine in meinem Jobumfeld sind momentan ca. 15 Leute mir Omikron infiziert. In den USA ist die Variante bereits für 98% aller Fälle verantwortlich. Es ist also nicht mehr die Frage ob man sich mit Covid infiziert sonder lediglich WANN!!!! Auf Deutschland und Europa kommt eine ungeheuerliche Welle zu, welche wir bereits haben und das bei 84% Impfquote. Ich kann nur eines raten: lasst Euch impfen (falls es tatsächlich noch jemanden geben sollte welcher das bis dato "nicht hingekriegt" hat) und boostern, insofern möglich. 

Es wird mich auch - unweigerlich - demnächst erwischen denn diese Variante ist "ein Hund". Wahnsinn. Die gute Nachricht ist, dass der Krankheitsverlauf relativ mild ist - allerdings laut Aussagen meiner erkrankten Kollegen, dennoch mit starken Fieber und Grippesymptomen verbunden sein kann.

Ab Dienstag gibt es hier übrigens für ungeimpfte keinen Zugang mehr zu den Alkohol- und Cannabis Läden. Aus die Maus.

Covid: Quebec to impose health tax on unvaccinated Canadians

A Canadian child getting vaccinatedImage source, Getty Images

The Canadian province of Quebec will charge a health tax to residents who are not vaccinated against Covid-19.

Quebec, which has seen the highest number of Covid-related deaths in Canada, is currently struggling with a surge in cases.

On Tuesday, the premier announced that it would be the first in the nation to financially penalise the unvaccinated.

Only about 15% of Quebec residents are not vaccinated, but they make up about half of all hospital cases.

According to federal data, just over 84% of Quebec residents had received at least one vaccine dose by 1 January. Premier Francois Legault said during a news conference that people who have not received their first dose of vaccine will have to pay a "contribution".

The fee has not yet been decided, but will be "significant", he said. "I think right now it's a question of fairness for the 90% of the population who made some sacrifices," Mr Legault said. "I think we owe them this kind of measure."

Last week, the province announced that it would require proof of vaccination to shop in government cannabis and liquor stores. A curfew is also in place, the second one of the pandemic, running from 22:00 to 05:00 each day.

On Tuesday, Quebec's death toll from Covid reached 12,028.

It comes after 62 deaths were recorded in the previous 24-hour period. The daily figure represents a similar rate to January 2021, before widespread vaccinations had begun in the province.

The premier's press conference was attended by his interim public health director, who took over after the long-serving previous director resigned over criticism of his handling of the latest Omicron-driven surge.

Hospitals in Montreal, the province's largest city, are nearing 100% capacity and have already started limiting non-Covid related care. Over 200 members of the city's unhoused population have also tested positive, indicating an outbreak. It comes amid a severe cold snap, which is overwhelming shelters.

Quebec reported 8,710 new cases on Tuesday. The figure represents a 20% positivity rate.

There are currently 2,742 Covid patients in Quebec hospitals, including 244 in intensive care.

While rare, Quebec is not the only region in the world seeking to impose a financial penalty on those unwilling to get jabbed.

Starting later this month, Greeks over age 60 are being required to pay a €100 (£85; C$142; $113) fine for each month that they remain unvaccinated.

Singapore has required Covid patients to pay for their own medical bills if they are not vaccinated.

Sonntag, 9. Januar 2022

Reisen in surrealen Zeiten

Ich war, so kurz vor Weihnachten recht unsicher ob das jetzt dann so einfach ginge, mal so kurz nach Bayern zu düsen. Omikron hatte ja die Zahlen in Quebec explodieren lassen in den Wochen davor. Dann gab es jeden Tag neue Bestimmungen. Fliegt das Ding dann tatsächlich noch, kann ich wieder Rückreisen? Welche Tests oder Nachweise brauche ich? Wie lange ist deren Gültigkeit? Risikogebiet? Hochrisikogebiet? Variantengebiet?

Kurzentschlossen bin ich dann aber doch direkt nach dem Chalet nach Minga geflogen, also am 28. Abends. Volles Risiko. Für Bayern braucht man keinen PCR Test - lediglich der Impfnachweis genügt. Allerdings hat das in Montreal am Flughafen erstaunlicherweise niemanden wirklich interessiert. 

Ich habe zwar sicherheitshalber mal nachgefragt, aber niemand hat etwas überprüft - Pass musste ich auch nicht vorweisen - scheinbar braucht man den nicht mehr. 

Also von wegen Impfpass, PCR Test usw. - alles easy. Der Flieger war rappel voll und Minga vollkommen entspannt. Die Security im Zug nach Regensburg wollte dann aber doch meinen Impfnachweis sehen und meine kanadische App konnten sie nicht lesen - aber Papier geht ja im Notfall auch noch und da hatte ich den deutschen Nachweis dabei. Alles palletti. 

Deutschland hat dann am 1. Januar plötzlich Kanada zum Hochrisikogebiet erklärt. 

In Regensburg habe ich mir sicherheitshalber den Booster abgeholt und ich muss sagen, das waren dann doch zwei sehr schöne und entspannte Wochen bei Sabine in Ratisbonne. Das Timing war prima denn Quebec hat am 30. Dezember plötzlich einen neuen "de-facto" Lockdown angeordnet, inklusive Ausgangssperre ab 22 Uhr und der gilt auch noch eine Woche - angeblich erst mal bis zum 17. Januar. Von daher gesehen, konnte ich den Mist schon mal fast zwei Wochen "umgehen". 

 

Schwesterchen hat - wie immer - gut aufgekocht!!

Die Rückreise nach Kanada war dann aber sehr chaotisch. Die Kanadier verlangen einen PCR Test um in Minga überhaupt in den Flieger steigen zu können. Das wurde auch überprüft - so leicht. Aber: jetzt muss man auch noch einen PCR Test bei der Ankunft in Montreal machen! Die Schlange war monströs - gleichzeitig hieß das, dass ich aufgrund der eh schon vorliegenden Verspätung des Fliegers von zwei Stunden definitiv nicht mehr vor der Ausgangssperre nach Hause kommen würde. 

Aber es gab dann aber noch "kreative Lösungen" wie ich das nenne. Das organisatorische Chaos bei der Ankunft in Montreal spottete jeder Beschreibung. Was Covid anbelangt funktioniert im Moment alles eher so nach einem Zufallsprinzip.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, müsste ich erst mal so lange in Quarantäne gehen bis mein negativer PCR Test vom Flughafen vorliegt. So viel Zeit habe ich aber nicht - morgen früh bin ich im Büro - ich muss ja auch mal wieder etwas arbeiten. 

Verrückte Zeiten, nach wie vor.