Zum Beispiel ein Abend mit Sonnenuntergang am Rouge. Ohne jede andere Menschen. Einfach mal gänzlich alleine in der Natur. Ich genieße dieses Privileg.
Zum Beispiel ein Abend mit Sonnenuntergang am Rouge. Ohne jede andere Menschen. Einfach mal gänzlich alleine in der Natur. Ich genieße dieses Privileg.
Kanada brennt. Es gibt im Moment ca. 1000 Feuer, davon viele vollkommen außer Kontrolle. Frankreich und Teile Spaniens stehen in Flammen.
Und dann habe ich mir gestern die "lokale" Apokalypse angesehen:
am Chalet, bzw. unweit davon, ca. 2 km weit weg, gab es einen Tornado. So etwas hat es in Quebec, soweit ich weiß, noch nie gegeben. Am Chalet gab es, vor ein paar Jahren, mal eine Windhose. Aber einen ausgewachsenen Tornado? Einen Wirbelsturm? Wahnsinn.
Das obige Bild habe ich nur eingestellt weil wir letzten Sonntag einen Bootsausflug gemacht haben. Wir sind mit dem Fahrrad bis nach Boucherville gefahren und dann mit dem Boot zurück nach Montreal. Geile Sache.
Tja, das andere Bild habe ich letzte Woche auf dem Weg ins Büro gemacht. So sieht die Sonne aus - insofern man sie noch sieht - wenn die Rauchschwaden der mittlerweile fast 1000 Feuer durchziehen. Die Apokalypse. Der Himmel ist grau, dunkel und man kann die Sonne meistens nicht mehr erkennen.

So sieht das dann vor Ort aus. Wie gesagt, apokalyptisch.
Yep , wir haben ein Auto. Der alte Toyota Matrix steht meistens vor dem Haus in der Straße und wartet darauf umgeparkt zu werden. Denn am Montag ist links Parkverbot und am Mittwoch rechts. Damit die Kehrmaschine durchgurken kann. Das gilt allerdings nur von April bis November. Im Winter wird nicht gekehrt. Dann gibt es noch andere Probleme. Dazu muss man für einen reservierten Bereich eine Gebühr zahlen. Etwa 150 $ pro Auto pro Jahr. Falls jemand ein zweites oder gar drittes Auto hätte würde das noch progressiv teurer. Sehr teuer. Das ist ja auch gut so. In Tokyo muss man einen Parkplatz nachweisen um überhaupt ein Auto anmelden zu dürfen.
Jetzt zum Thema meines "Artikels": Montreal erstickt im Verkehr.
Es ist schlicht und ergreifend unfassbar, bzw. unfahrbar. Es geht nicht mehr. Aus die Maus. Ende. Die Stadt ist ein einziger Stau. Jeden Tag.
Zwei kleine Anekdoten.
Die Erste.
Als Emile und ich neulich zum Flughafen aufgebrochen sind, haben wir, sinnvollerweise, die U-Bahn und den Expressbus (747) genommen. Das dauert dann so ca. 45 Minuten ab Haustüre und man kommt normalerweise relativ entspannt am Abflugterminal an weil der Bus eine Sonderfahrspur hat und man direkt am Terminal aussteigt. Außerdem ist das mit unserer Monatskarte umsonst.
Normalerweise geht das also alles prima und sehr gechillt. An jenem Samstag aber leider nicht.
Denn ca. einen km vor dem Abflugterminal ging nichts mehr. Insgesamt 6 Fahrspuren von zwei zusammenführenden Autobahnen wurden auf eine Fahrspur zusammengelegt. Der Bus stand. Alle Autos standen. Aber nicht nur für ein paar Minuten oder so sondern permanent. Es ging nichts mehr. Nach ca. 30 Minuten sind viele Leute im Bus unruhig geworden. Logisch. Alle waren auf dem Weg zum Flug. Zur Urlaubsreise. Die Zeit drängte. Der Flieger wartet nicht.
Es gab also nur eine Möglichkeit: aussteigen und laufen. Unglaublich. Ich kann sagen, ich bin ein bisschen "herumgekommen" und bin schon an dem einen oder anderen Flughafen gewesen. Aber Montreal? Der Wahnsinn. Das ich zum Abflugterminal laufen muss, dass habe ich noch nicht erlebt.
Für Emile und mich war das relativ entspannt denn wir hatten nur Handgepäck dabei, also Rucksack und waren extrem früh unterwegs weil ich schon wusste wie chaotisch Montreal sein kann. Aber man muss sich mal die Reisenden mit, sagen wir zwei Erwachsenen und zwei Kindern inklusive 4 gigantischer Koffer vorstellen. Die mussten ihr Zeugs - sprichwörtlich - über die grüne Wiese schleppen denn Fahrrad oder Fußgänger Zugänge zum Flughafen scheint es nicht zu geben.
Es herrschte das totale Chaos. Im Journal de Montreal wurden Leute zitiert: "da kann ich ja gleich laufen". Stimmt. Sollte man. Insofern du den Flug erwischen willst.
Die Zweite:
am letzten Samstag wollten wir (Joanne und ich) von ihrer Wohnung noch "schnell" bei mir vorbeifahren um meine Klamotten für eine abendliche Hochzeit abzuholen. Das dauert normalerweise ca. 20 Minuten - maximal. Letzten Samstag haben wir, nach ca. einer Stunde im Stau bzw. Stand, abgebrochen und sind einfach umgedreht. Ich habe mir ein paar Klamotten von ihrem Sohn geborgt und wir sind noch gerade rechtzeitig zur Hochzeit gekommen.
Es war - de facto - unmöglich zu mir nach Hause zu kommen - zumindest nicht mit dem Fahrzeug. Schlichtweg unmöglich. Oder man rechnet mehrere Stunden ein. Jetzt könnte man sagen, ein großstädtisches Problem. Lebt damit.
Mache ich auch. Ich fahre ja eigentlich nur Fahrrad oder nehme den öffentlichen Nahverkehr. Alles andere macht definitiv keinen Sinn. Zumindest nicht in Montreal. Es ist die Apokalypse. Die Leute verlieren wahnsinnig viel Zeit im Stau und verlieren horrende Lebenszeit.
Verschiedene Baufirmen die ich kenne nehmen nur noch Aufträge im engeren Umkreis ihres Firmensitzes an weil es unmöglich geworden ist von einem Ende der Insel an das Andere zu kommen. Zumindest nicht mit einem Fahrzeug.
Übersetzt heißt der Artikel: Endloser Verkehr, wir haben die Schnauze voll.
Die Hitzewelle in Deutschland habe ich ja noch live mitbekommen. Das war aber auch schon fast die Zweite denn Ende Mai war es ja auch schon verdammt warm.
41 Grad haben wir zwar - reell - nicht ganz aber gefühlt ca. 45. Mit Luftfeuchtigkeit. Es dampft. Subtropisch. Wer jetzt nicht über eine Klimaanlage verfügt der "gehört der Katz". Wenn ich nach draußen gehe, laufe ich wie gegen eine feuchte Wand.
Da hilft eigentlich nur der Sprung in das kalte Naß.
Am Dienstag bin ich bei 35 Grad in Montreal los gefahren und Abends am See habe ich mir bei 22 Grad eine Jacke angezogen. Es lebe der Sommer (falls er denn nicht gar zu heiß ist).