Montag, 11. Oktober 2021

Action de grâce - Thanksgiving - Erntedankfest - also nix wie ab in die Pampa - ein langes Wochenende

Wir hatten, bzw haben ein 'langes Wochenende'. Dazu ein schier unglaubliches Wetter - spät sommerlich, man konnte noch baden - im Oktober immerhin. Also ab dafür - Sohnemann verbringt mittlerweile seine Zeit lieber mit Kumpels in irgendwelchen Chalets und Lili musste für die Schule arbeiten und brauchte wifi - also "muss" Papa halt alleine mit dem Moped in den Wald. Seufz. 😎

Die Farben in den Wäldern im Norden "explodieren" - das herbstliche Licht ist unglaublich - vor allem wenn man es auf dem Motorrad erlebt. Da ist die Perspektive deutlich besser. 

Ich habe schon am Mittwoch am See übernachtet da ich mir einen Tag zum "Biken" genommen habe und bin erst am Donnerstag Nachmittag zurück ins Büro und am Freitag dann wieder ab in die Wildnis. Die relative Wildnis natürlich.

Beim "hochfahren" fahre ich meistens ca. 20 km direkt am Rivière Rouge entlang - und auf Schotter. 

 

Dabei fällt mir jedes mal wieder auf, dass das vielleicht einer der landschaftlich schönsten Abschnitte in ganz Kanada sein könnte. 

 

Jede Tageszeit hat ihren eigenen Charakter. Oben die Stimmung am Morgen, unten am Nachmittag. 


Und dann gibt es ja noch das heilige Tal der Algonquin - landschaftlich auch unglaublich schön.  

Gepaart mit der oft fast totalen Stille am See ist es manchmal wie im Paradies. 



Ansonsten alles wie immer. Am Samstag morgen war Vorstandschafts Sitzung im Park und es gibt die gleichen Probleme wie immer und wie auch wo immer: einige Leutchen bauen "Schwarzbauten" - das geht, leider, auch in der relativen "Wildnis" nicht mehr. Da müsste man schon noch ca. 1000 km weiter nach Norden ausweichen, dann ist es ja in der Tat menschenleer und da geht sowas noch - aber man muss halt noch 1000 km weiter hoch in die Pampa.

Eine Treppe musste also "rückgebaut" werden, ein Baumhaus wurde von der Gemeinde entfernt - weil illegal natürlich - irgendein Typ haust seit ein paar Monaten im Wald in einem riesigen Zelt. Auch illegal - insofern er das auf Dauer machen will. Ach ja, es gab noch Beschwerden weil auf einem anderen Grundstück ein gigantisches Feuer gemacht wurde - auch illegal - einfach wegen der Größe. Soll wohl so 4 auf 4 Meter gewesen sein und 10 Meter hoch - das ist dann auch grenzwertig und es gab wohl etliche Beschwerden diesbezüglich. 

Das Problem des "Wildcampers" sollte sich in ca. 4 Wochen erledigt haben - dann kann es Nachts ca. -15 Grad haben und einen Meter Schnee - das sollte eine Problemlösung darstellen. Im Frühjahr schauen wir dann mal weiter. 





 

Donnerstag, 30. September 2021

Nach eineinhalb Jahren Covid Pause das erste mal wieder im Stadion

 

Trotz 1:4 Niederlage war es einfach klasse mal wieder zusammen mit Sohnemann im Stadion zu sein. Die Atmosphäre war mäßig, da lediglich ca. 5000 Zuschauer im Stadion waren und die Ultras momentan ausgeschlossen sind wegen vergangener Ausschreitungen. Stadionverbot! 

So als würde Bayern die komplette Südkurve aussperren - schwer nachzuvollziehen - aber Bitte. 

Man braucht zwar den Impfpass und einen Ausweis aber es war einfach mal wieder gut mitten unter ein paar Tausend Menschen sein zu können nach so einer langen Pause. Jetzt können wir dann auch endlich auch wieder gemeinsam ins Kino gehen und uns den neuen Bond ansehen. 

Irgendwie tut das schon gut - vollkommen normal halt. Great!!!!

 

Dienstag, 28. September 2021

Das Land prägt den Menschen

Mir haben heute ein paar Bekannte - liebe Grüße nach Bayreuth - mitgeteilt, sie würden immer gerne meinen Blog lesen und ich möge doch etwas mehr schreiben und berichten, die letzten Wochen gab es wohl nicht viel. Ich frage mich sowie so immer, wen das eigentlich interessiert, außer mich selbst. Es ist ja nur eine Art Tagebuch. Online halt. 

Aber egal, gut, dann schreibe ich halt ein wenig mehr. 

Für den Zimmerer habe ich mal die ganzen Bilder unserer Motorradtrips zusammengestellt und dabei bin ich auf unsere Reise Richtung Kentucky gestoßen. Durch die Blue Ridge Mountains. Die Qualität unserer Bilder von 2013 oder so ist nicht mit den Bildern von meinem Pixel4 zu vergleichen, da hat sich doch was getan im Laufe der Zeit. Aber was mir trotz alledem immer wieder auffällt ist die Tatsache wie sich teilweise die Bayerischen oder Deutschen oder Europäischen Landschaften mit den Nordamerikanischen gleichen, bzw. den Kanadischen.

Der Bayerische Wald z.B. ist deutlich "blauer" als die Blue Ridge Mountains in den Staaten. Echt. Ist so. Oder wie pflegte meine Mutter zu sagen: "wenn die Sonne scheint ist es überall schön". Stimmt.


Diese Vergleiche der Landschaft, die Erinnerung an das bereits erlebte, oder an "die heimatliche Erde", das ist mir schon ganz am Anfang meines "nordamerikanischen Abenteurs" aufgefallen und zwar erstmals so richtig "unten" in New Hampshire - in Franconia. Ich dachte mir schon damals, Franconia? Komisch, hört sich an wie Franken. Und genau so sah es auch aus - genau wie im Fränkischen Jura. Ein aus Bayreuth stammender General in britischen Diensten hatte die Gegend wohl nach seiner Heimat benannt. Weil es halt genau so aussieht wie in der Fränkischen. Ober a scho werklich. 

Aber hier habe ich mal ein paar Bilder von denen man kaum sagen könnte, ob sie jetzt aus Bayern oder aus Quebec stammen. 




Was ist jetzt Riviere Rouge, was ist das Altmühltal und was ist die Donau? Alle Bilder sind von letzter bzw. vorletzter Woche.

Der Rouge ist übrigens auf keinem der drei Bilder zu finden. Sondern ganz oben ist die Donau bei Kelheim, in der Mitte das Altmühltal und dann kommt noch ein Bild vom Forest Lake. Selbst mein Coleman Kanu gibt es an der Altmühl, einzig der Garten davor ist deutlich gepflegter.




Anstelle der Freiheitshalle in Kelheim oder dem Altmühltal erkunde ich aber zunächst erst mal wieder Montreal und Quebec.



Der Oktober steht vor der Tür, der Indian Summer hoffentlich auch und dann kommt - falls alles klappt - Guatemala - und da gibt es, laut Erfahrung, ...... Schwarzwälder Kirschtorte!!!




 


 

 

 

Samstag, 25. September 2021

Die kleine Camper Soziologie

Jeder sucht - irgendwie und scheinbar - die Freiheit. Was immer das auch bedeuten mag. Die Covid Pandemie hat wohl einen unglaublichen Run auf Wohnmobile ausgelöst. Jeder will raus, will seine Freiheit haben und das ganze mit dem kompletten Luxusprogramm. Also von wegen keine Toilette oder Küche. 

Soziologisch  betrachtet sind - meiner Meinung nach - die Biker mit Zelt, bzw. die Fahrradfahrer mit Zelt, auf der pavlowschen Camping Skala, ganz weit unten.  Sie übernachten auf Zeltplätzen, zwengs Dusche und Toilette usw. und weil man mit dem Kocher was kochen kann, etc.. Oder sie haben ein Zelt dabei. Haben ja wohl die meisten von uns schon mal gemacht oder erlebt. 

Wer dann einen Van hat ist schon mal privilegiert. Da geht immerhin fast eine Matratze für zwei Personen rein. 

Dann gibt es aber auch die absoluten "Warriors" - d.h. Nissan oder Toyota Pickup oder Jeep mit Zelt auf dem Dach - anstelle der Taliban Maschinengewehre. 

Möglicherweise auf der Flucht, nicht zwingend, aber höchst wahrscheinlich.  


Eine Familie mit - meiner Meinung nach - neu geborenen Baby. Zelt auf dem Dach. Das Fahrzeug bis unter das Dach voll geschlichtet. Sehr merkwürdig.

Die nächste Stufe ist sicherlich der gute alte Kult Bully. In Quebec als VW Westphalia ein absolut gesuchtes und verehrtes Kulturgut. Jeder Quebecer muss einmal im Leben mit dem VW Westphalia von Quebec nach Kalifornien gefahren sein - oder von Kalifornien aus nach Quebec - sonst sind sie keine richtigen Quebecer.

Ob das dann der alte, luftgekühlte 4 Zylinder Motor ist, oder der Turbodiesel oder der T3 und dann der T4, ist egal. VW Westphalia ist Kult. All over the world. Der Bully ist das Maß aller Dinge. Zeitlos. 

 

Jetzt kommen aber die neuen Camper dazu, d.h. Ducato, Citroen, Peugeot, Mercedes Sprinter, Ford in Nordamerika, etc. - je nach Ausbau so zwischen 40 bis 70 Tausend Euro. Eigentlich alle so irgendwie baugleich und auf der selben Plattform basierend. Mal etwas längerer Radstand, mal etwas kürzer. Aber das macht - scheinbar - einen großen Unterschied aus. Mir ist das im Prinzip total wurscht - aber  bei den Bikes kommt es ja auch auf die Kubik an und wie viel PS usw. - also ist es auch wieder vollkommen normal.  Irgendwie. 


Natürlich kommen diese Hightech Camper mit kompletter Innenausstattung und allen "Schikanen" - Lili hat mich neulich gefragt was das bedeuten soll? - "mit allen Schikanen" - keine Ahnung. Die Redewendung habe ich womöglich vom Vater, oder?? Das sage ich eigentlich immer wenn ich meine "mit allem Luxus", mit "allem Drum und Dran". Schikane ist aber eigentlich eher negativ - keine Ahnung wo das herkommt. Wie dem auch sei. Mit "allen Schikanen" also. 

Wer sich dann so was leisten kann muss theoretisch auf der Einkommensnahrungskette schon etwas weiter oben stehen. 

Aber das ist erst der Anfang, der Einstieg in die Szene. Und viel weiter werde ich auch nicht gehen können, denn dann wird es irgendwann absurd, abstrus, monströs und irgendwie auch pervers. 

 

Die Holländer hier auf dem Bild, hatten ihre Kiste vorher minimal schräg gesetzt, keine 5% Steigung. Hat aber dazu geführt, dass sie einen halben Vormittag damit verbracht haben die Mühle wieder raus zu bekommen. Gut, der Typ konnte scheinbar auch wirklich nicht fahren ....

Riesige Motorhomes welche bei der kleinsten Schieflage es nicht mehr schaffen weiter zu fahren. Gigantische Spritverbrennung - gigantische Lastwagen mit unglaublichem Ressourcenverbrauch - in jeder Beziehung. 

Da fängt dann, langsam aber sicher, der Wahnsinn an. 


Mit Schlafanzug. 

Das ist aber alles noch weit entfernt vom nordamerikanischen Wahnsinn. Da hängt dann hinten am Motorhome noch der Pickuptruck dran bzw. man zieht noch ein Boot hinterher. Was zur Folge hat, insofern man so ein Teil z.B. mietet, dass man nie mehr in die Innenstädte fahren kann und somit immer auf gigantischen, vollen und entsetzlich lauten Stellplätzen stehen muss. Wow! Geile Idee von Freiheit. 

Persönlich bleibe ich wohl eher beim Bike mit der Zahnbürste - oder meinem Chalet am See.

Oder man macht das und weicht auf ein anderes Element aus:



Bekannte von uns - bei Kehlheim - wohnen, leben und arbeiten jetzt auf ihrem Boot.












 

 




Dienstag, 21. September 2021

Fliegen in Covid times und die erste Wahl ist geschafft

Anstrengend, sage ich nur. Was das Reisen bzw. transatlantische Fliegen anbelangt. Nach Deutschland bzw. in die EU zu gelangen war ja relativ stressfrei - der (komplette) Impfnachweis hatte ausgereicht. In Italien hat kein Mensch jemals nach irgendwas gefragt (von wegen Green Wallet).

Aber zurück nach Kanada brauchte man noch zusätzlich den PCR Test - welchen es glücklicherweise noch "ummasonst" gibt, zumindest in Regensburg. Darüberhinaus den Impfpass und dann gibt es noch so eine schwachsinnige Einreiseapp mit lauter Blödsinn. Wenn man Pech hat (ich hatte Glück) muss man sogar noch Testen. 

Im Impf- und Testzentrum in Regensburg war übrigens keine Menschenseele. Die haben sich schon gefreut, dass wenigstens mal Einer zum Impfen kommt aber ich musste dem Impfpersonal mitteilen, dass ich bereits vollständig geimpft bin. Pech.

Das Rückreise "geäffel" war der Wahnsinn. Ewige Warteschlangen in Frankfurt und 10 Stunden Maske tragen. Ein total überbuchter Flieger mit schrecklichen, permanent wie am Spieß schreienden Kindern (danke Bose Kopfhörer). Die Warteschlange in Montreal bei der Ankunft war monströs - alles wegen dem Covid geäffel. Grausam.

Ich sage nur "Freedom Day" - der muss jetzt mal kommen. Alle Covid Einschränkungen sollten aufgehoben werden und dann ist es halt so wie es eben ist. Ett kütt wie es kütt.

Dann ab ins Büro - ich arbeite momentan für drei, meine Stellvertreterin geht in die Politik, meine Assistentin hat gekündigt bzw. ich habe angeregt, dass sie sich was anderes suchen sollte und ich muss den Laden jetzt erst mal alleine managen. Boah ey. 

Aber eine Nacht Chalet war drin. 

Der nächste Winter kommt bestimmt. Also wird mit Holz aufgerüstet was geht - "Wintr is cuming" oder wie sagt man im Bayerischen Wald: 

"nein Monat is wintr und drei son kolt".


 

Am See zeigen sich die ersten, zögerlichen Farben. Aber bald kommt der erste Nachtfrost und dann geht es schnell.



Ansonsten alles wie immer - die Leute haben sich gefragt wo ich denn wohl den ganzen Sommer über war. Aber Kanu und ansonsten die totale, absolute Stille tun einfach mal wieder sehr gut.

Ach ja, genau, Kanada hat gestern gewählt und es bleibt alles beim Alten. Trudeau und seine Liberals sind wiedergewählt aber geschwächt und ohne wirkliche Mehrheit, d.h. er muss sich für jedes Vorhaben einen Koalitionspartner suchen und das wird schwierig. Trudeau stellt die Regierung obwohl er nicht mal die stärkste Partei ist - siehe kanadisches Wahlrecht - "the winner takes it all". 

Die Wahl war ansonsten - zumindest in meinem Wahlkreis - UNGLAUBLICH schlecht organisiert was meine These wieder mal bestätigt: die Quebecer können viel, aber Strassenbauen, Ausschildern und vernünftig organisieren gehört nicht zur Kernkompetenz - das kriegen "sie" einfach nicht gebacken. 

Eine veritable Katastrophe - man musste Stundenlang vor den Wahllokalen warten - schlimmer als in den USA. Viele Bürger konnten überhaupt nicht wählen - totales Versagen.

Meine Schlange war mehrere hundert Meter lang - eine vollkommen dilettantische Organisation, welche einem "Dritte Welt Staat" würdig gewesen wäre. Das machen "die" in Guatemala sicher besser.

 

 


Mittwoch, 15. September 2021

8 Tausender im Bayerischen Wald

Wir haben diesen einen Wanderabschnitt im Bayerischen Wald gemacht - heißt "werbewirksam" die "Acht Tausender". Ein Teilabschnitt des sogenannte Goldsteiges.

Mit anderen Worten man wandert über "Berge" bzw. Erhebungen welche höher als 1000 Meter sind. Richtung Arber oder aber vom großen Arber aus runter in die gegen gesetzte Richtung.

Die Höhenmeter sind nicht das Problem denn man fängt ja bei ca. 800 Meter an aber die Tour ist relativ "kernig". Lang. Anstrengend.

Also so ca. 6 Stunden müssen mindestens eingeplant werden - mit wenig Pausen. Es geht immer über Stock und Stein und ich fand es echt anstrengender als z.B. unsere Family Alpentour von vor drei Jahren, zumindest habe ich das aufgrund der Länge der Wanderung so empfunden.


Irgendwie sieht es immer aus wie in den Blue Ridge Mountains unten in den USA. 


Teile des Bayerischen Waldes sind ja absolut Naturbelassen und der komplette Wald ist gestorben - der Borkenkäfer lässt grüßen.


Ganz links am Horizont sieht man die Liftschneisen von "Eck" wo wir los gelaufen sind und man sieht so die "Bergkette" über welche man dann läuft und am Schluss geht es über den kleinen Arber zum Zielpunkt, den großen Arber. 


 

Aber der Wald kommt wieder, erholt sich, wächst nach, so wie hier auf dem obigen Bild, Richtung kleiner Arber. 


 

Auf den ca. 20 km welche wir, Sabine und ich, an dem Tag gelaufen sind, sind uns ca. 15 Leute begegnet - und zwei schiebende Mountainbiker.

 




Dienstag, 7. September 2021

Apulien

Ein paar Eindrücke:

wir (ich - ca. 90%) sind jetzt ca. 4000km Kreuz und quer durch Italien gefahren. Das Meiste davon ganz im Süden, in Apulien. 

Der Ducato Camper hat sich tapfer gehalten und es ist - zumindest für jemanden wie mich, welcher normalerweise mit dem Moped reist und mit einer Zahnbürste als Gepäck - totaler Luxus. Durchschnittsverbrauch übrigens 8,2 Liter - damit kann ich leben.

Dank der super App gab es fast nur noch super Plätze und echt klasse Spots. Übernachtungen direkt am Meer. Morgens werden einem die Schoko Croissants sozusagen ans Bett gebracht - kaum Leute (da wo wir waren) - also insgesamt wirklich empfehlenswert. 

Allerdings sollte man in der Realität Apulien und eigentlich ganz Italien - zumindest im August - trotz allem weiträumig umfahren. Was an den Touristischen Stränden abgeht ist kaum zu fassen. Aber Abseits davon ist es genial.







Ein UNESCO Weltkulturerbe nach dem Anderen - ich komme vor lauter Kultur zu nichts anderem mehr. 

Über die Camperkultur schreibe ich demnächst - mit etwas Abstand - eine kurze soziologische Betrachtung eines Novizen. 

Die Highlights waren sicherlich "Trulli Land" - heißt echt so, dann die Gargano Gegend - wirklich genial und die Abbruzzen. Klasse. Da muss ich nochmal mit dem Bike hin. Auf jeden Fall. Lecce ist einen Besuch wert und einige der eher kleineren Städte in Apulien sind architektonische so schön, dass man es mit Worten kaum ausdrücken kann.

Über Südtirol braucht man ja eh kein Wort zu verlieren. 

Übernachtung in Brixen für den Kauf einer exzellenten Flasche Wein (15 Euro).

Auch geil: hier kommen im Jahr ca. 7 Millionen Pilger her. Angeblich die drittgrößte Pilgerstätte der Welt (Wikipedia). Als wir da waren waren wir ALLEINE. Wahrscheinlich sind Alle geflüchtet weil da so zwei Deppen aus Tedesciland rumtappen am Abend.

http://www.italia.it/de/reisetipps/glaube-und-spiritualitaet/das-sanktuarium-des-san-pio.html

 

Bergtouren gehen natürlich auch, unten 35 Grad, oben 8 Grad, Wolkenfetzen und krass kalter Wind. Logischerweise außer uns kein Mensch unterwegs - nur Ziegen und Rinder.


Apropos: kaum Deutsche unterwegs - fast NULL. 

Also ganz grobes Resumé: Apulien geil, Italien in dieser Form und zu dieser Zeit brauche ich eher nicht.




Donnerstag, 26. August 2021

Geht heutzutage noch wildcampen, einsam am Strand in Süditalien im August?

 Yep. Es geht. 

Ein wahnsinns Sonnenuntergang, ein unglaublicher Mond. Direkt am Meer. Lagerfeuer und Vino mit Sternschnuppen und nichts als dem Geräusch der Wellen. Und das Ganze im italienischen Hochsommer während eine Milliarde Italiener Urlaub am Strand machen. 



p.s. das Landesinnere ist verwaist und perfekt zum kulturellen Erkunden - z.B. Trulli Land bzw. Castel del Monte - die Stauferburg. Alles UNESCO Weltkulturerbe. 

 

p.p.s. Québec wird bald 0 bis 11 impfen - da würde in Deutschland erstmal eine monate- oder jahrelange Moraldiskussion stattfinden. Québec hingegen impft. Einfach so. Basierend auf Evidenz, Wissenschaft, Statistik, gesellschaftlicher Abwägung und allgemeiner Akzeptanz.

Samstag, 21. August 2021

Nomadland auf italienisch

Montreal erlebt - laut Wetterbericht - eine weitere Hitzewelle. Ich sitze währenddessen in Apulien, am Absatz des italienischen Stiefels und mache auf "Nomadland". 

Unbedingt ansehen - im Kino oder später irgendwann in der Glotze. Es geht um das moderne Nomadenleben in den USA. Saisonarbeiter welche den Jobs hinterherfahren oder aber auch um Aussteiger und manchmal auch verlorene Seelen. In Kalifornien waren das die sogenannten "Desert Rats".

Sehr rudimentär zusammengefasst. Wir (Sabine und ich) düsen also im Moment mit ihrem Luxus Wohnmobil durch Südeuropa. Krass. 

Die ersten zwei Tage waren eine einzige Katastrophe - vollkommen überlaufene und ultra dekadente italienische Touri Hochburgen. Brutal dekadente Campingplätze. Teilweise wie ich es - gezwungenermaßen - aus den USA kenne - aber halt auf italienisch. 

Gott sei Dank bin ich dann auf ein extrem coole App gestoßen: park4night!! Genial.

Du findest die coolsten Spots an Stränden oder wo auch immer - einsam, verlassen - selbst während der absoluten super perversen mega Italo Hochsommer Ferienzeit. Denn alle Italiener sind im Moment am Strand oder im Urlaub. Wahnsinn. ALLE. Aber mit der App geht das jetzt. Dann hat die Technologie doch auch mal Vorteile. Alles super kommentiert und beurteilt und von Camper Freaks für Camper Freaks gemacht.

Um ganz ehrlich zu sein wäre ich trotzdem lieber einfach oben am See und im Chalet. Die Temperatur ist gleich (ca. permanent 35 Grad), das Wasser am See (und die Umgebung) ist sauberer und es gäbe kaum andere Menschen (deswegen ist es wohl auch sauberer). 

Aber die apulische Küste und hat schon auch was. Mediterranes Flair und tausende von Jahren an Historie.



 

Kulinarisch sehr gut und auch nicht zu teuer. Aber die Strände am Rouge sind wie in Italien bloß ohne Italiener (nichts gegen die Italiener) - also menschenleer. 

Also ziehe ich mir jetzt noch ein paar Tage Apulien rein und dann geht der Roadtrip zurück gen Norden. Ich arbeite immer so ein bisschen "nomadenmäßig" und da könnte ich mich jetzt auch dran gewöhnen. Die Büro mails am Strand lesen macht irgendwie mehr Laune als im Büro. 

Keine Ahnung warum ........

 

p.s. keinerlei Tedesci, no Americanos, keine Francese oder Briten. Nur Italiener. Letztere allerdings in gewaltigen Massen. Aber ich habe ja jetzt die App. 

 

 

 

 

 

 






Dienstag, 17. August 2021

Von wegen grüner Pass und COVID check in Italien

Südtirol ist natürlich auch im Sommer sehr schön. 

Vor allem ohne deutsche Touristen - es gibt schlichtweg Keine. Ausschließlich Italiener. Davon allerdings gibt es jede Menge - der Mooserhof ist rappel voll bis auf den letzten Platz.


 

Und von wegen "grüner Pass" oder Impfnachweis oder Maskentragen. 

Das interessiert KEINEN MENSCHEN. Oder wie Emmi das ausdrückt: "die Italiener halt" - seufz. 

Keinerlei Kontrolle am Brenner oder sonst wo. Keinerlei Nachfrage - "ois wie immer". 

Nächste Etappe des Roadtrips: Bologna und der Apennin. 

p.s. die Deutschen Behörden waren sehr nett und haben mir anstandslos meinen kanadischen Impfnachweis auf EU ausgestellt. Mit lediglich kanadischen Impfnachweis hätte ich nämlich - sehr theoretisch - 5 Tage Quarantäne machen müssen. Sehr witzig.


p.p.s. Coole location in Oberfranken - das werde ich jetzt öfter machen




 



Freitag, 6. August 2021

Die Reise vom Hochsommer in den Herbst

Ich bin ja am letzten Montag über Frankfurt nach Minga geflogen. Mein erster Trip seit Januar. 

Es herrschte noch leichte Unklarheit darüber, welche Unterlagen (Impfnachweis der vollkommenen Impfung inklusive erfolgter 2 Wochen Frist - negative PCR Test, nicht älter als 72 Stunden -  Nachweis über Genesung) jetzt dann letztlich vorgelegt werden mussten. Dann gibt es ja noch die Sonderregelungen bezüglich Risikogebieten (Kanada ist kein Risikogebiet) oder Variantengebiet (Kanada wird bald Variantengebiet sein, wie jedes andere Land auch, hat aber bereits 70% der Gesamtbevölkerung KOMPLETT geimpft. Kanada ist eigentlich durch. 

Man kann nicht mehr direkt Online einchecke (ich reise normalerweise immer ohne Gepäck und spaziere einfach so durch) sondern MUSS zum Schalter um sich seinen Boarding Pass austellen zu lassen. 

Also halt anstellen hinter all den Pappnasen mit ihren riesigen Kofferbergen. Am Schalter angelangt wurde ganz kurz ein Blick auf meine Papierkopie meines Impfnachweises geworfen und das war es dann. Keinerlei weitere Nachfrage oder Scannen de QR Codes oder sonstige Fragen bei der Einreise in die EU.  Schnell den Pass scannen und - ab dafür - ich bin in Deutschland. Ein Witz eigentlich. 

Der Airbus nach Frankfurt war ausgebucht, in Dorval war schon deutlich wieder mehr los als noch im Januar - okay, damals war ich ALLEINE. 

Der Vogel von Frankfurt nach Minga war ebenfalls voll besetzt und in beiden Flughäfen herrsche eigentlich schon wieder (leider) reger Betrieb. 

So, und jetzt sitze ich hier im herbstlichen Regen während in Montreal ein Jahrhundertsommer herrscht. Was man nicht alles tut. 

Aber es sollte schon noch etwas Sommer kommen in Bayern, es kann ja nicht nur regnen, oder?


Andererseits sollte das den Wäldern richtig gut tun - nach all den trockenen Jahren. Jedenfalls haben wir erst mal den halben Baum abgeschnitten damit noch irgendwo Licht einfällt - vom restlichen Grünzeugs mal gar nicht zu reden - das ist ja subtropisch in Bayern.


Mittwoch, 28. Juli 2021

Allein auf der Welt

Es war heiß, es war ruhig - also sind wir (die Kinder und ich) mal kurz hoch in die Hütte gedüst. 

Ein Sonntag an der Hütte, ein Montag am Rivière Rouge. Ein Dienstag am See.

Kilometer lange Sandstrände im Urtal des Rivière Rouge - und es ist als wäre man alleine auf der Welt, alleine auf diesem Planeten. Unglaublich. Einfach Phänomenal. Man kann es nicht erklären - man muss es erlebt haben um es zu verstehen.

Immer wenn ich im heiligen Tal der Algonquin ankomme finde ich es landschaftlich total beeindruckend. Natürlich schön und schön natürlich. 

Es gibt Sonnenuntergänge wie im Film. Der Fluss, das riesige Urtal, die endlosen Strände. Und wir sind - scheinbar - alleine auf der Welt. 






Wir gehen da immer, mit den Schwimmwesten "bewaffnet", ca. 500 Meter hoch, gegen die Strömung und lassen uns dann runter treiben. Das Ganze bei 40 Grad. 

Ein paradiesischer Ort. 

p.s. man kann zwar scheinbar "ewig" in den Fluss rein laufen aber links ist er dann schon ein paar Meter tief und hat auch gut Strömung. Zwei km weiter unten geht es durch den sogenannten Canyion und das wäre dann Lebensgefahr, bzw. Suizid. Weiter oben gibt es Treibsand, Strömungen und diverse Strudel - ebenfalls gefährlich. 

Jedes Jahr sterben ein paar naive Schwachköpfe weil sie sich nicht informiert haben wo der Fluss gefahrlos ist und wo er lebensgefährlich sein kann. Das wechselt beim Rouge ca. alle 10 km.