Montag, 10. Mai 2021

Sonntag Abend

 

Das ist mein abendlicher Blick. Wenn ich am Chalet bin, oben am See, dann "sappe" ich, sofern ich noch Lust habe, abends mal kurz hoch zum "Teehaus", gleich bei uns oberhalb des Chalets. Mit Blick auf den "Rouge" und mit dem Rauschen des "Canyons" im Hintergrund. Nach unserer Hütte kommt ja nur noch Wald und Wildnis. Das Kanu habe ich logischerweise auch aus dem Winterschlaf geholt aber es war relativ windig und kühl. Bieber konnte ich auch keine sehen da das Wasser zu unruhig war. 


Apropos: wir haben da kein Teehaus oder sonst was sondern Lili und ich wollen uns da lediglich eine Plattform oder was ähnliches bauen, erhöht, wegen der Sicht und weil wir von da oben den schönsten Ausblick auf die Sonnenuntergänge haben. Im Moment steht da nur ein Stuhl auf einem Felsen.

 

Das ist für den Zimmerer: mit einem kompletten KD inklusive Reifenwechsel ist die Kiste absolut bereit für den nächsten transkontinentalen Trip. Wie üblich habe ich auf den Schotterpisten ein paar Teile verloren (nichts wichtiges). Das Nummernschild hing gerade noch so dran bei der Ankunft - Glück gehabt. Im Frühjahr sind die Pisten oben am Chalet ziemlich wellig und da wird das Moped (und der Fahrer oder Fahrerin) oft ganz schön durch gerüttelt. 

Nächste Woche nehme ich mal was "leichteres" - die DRZ. Die wiegt nur die Hälfte.  Aber die GS schlägt sich immer noch glänzend auf dem Schotterterrain. Trotz 240 kg Lebendgewicht.


 

Wie immer faszinierend: die totale Stille. Man hört nur das Rauschen des Windes und die Tiere im Wald (Uhu, Specht, usw.) - ah ja, die Frösche. Geil. Als wäre ich alleine auf der Welt unter dem Sternenhimmel.

Montag, 3. Mai 2021

Immobilien in Montreal und auch anderswo

Laut verschiedenen Studien haben die Immobilienpreise in Québec und somit auch in Montréal extrem angezogen, bzw. explodieren gerade. Das treibt leider auch die Mietpreise in die Höhe und es wird immer schwieriger Eigentum zum Wohnen zu erwerben bzw. sich eine ordentliche Wohnung leisten zu können - als Mieter oder als Käufer.

Das ist ja auch in deutschen Großstädten, siehe Minga, schon lange so und von London, Paris oder Berlin will ich  mal lieber gar nicht reden. 

In Kanada war es wohl so, dass Montreal im Vergleich zu Toronto oder gar Vancouver bis dato "die Insel der Glückseligen" gewesen ist. Mit anderen Worten spottbillig im Vergleich mit der Westcoast oder der Boomtown Toronto. 

2008 bin ich mal beruflich in Paris gewesen und habe noch ein Wochenende dran gehängt und beim Joggen habe ich mir die Immobilien bzw. Mietpreise angesehen und dachte mir, das ist Wahnsinn. Wer in Gottes Namen kann sich so was leisten? 2500€ bis 3500€ pro Monat für eine Zwei- oder Dreizimmerwohnung? Irre. Natürlich in den super angesagten "Arrondissements" und nicht in den Immigranten "Banlieus" - also Trabantenstädten mit Waschbetonburgen.

In British Columbia findet laut meinem Kumpel Kai (Vancouver Island) seit Jahren ein Verdrängungsprozess statt. Die Menschen können sich Vancouver nicht mehr leisten und ziehen dann auf die Inseln wo es noch relativ günstig ist. Das sollte im Moment durch COVID noch stark verstärkt werden da es mittlerweile häufig egal ist wo man arbeitet. Man kann in seinem Ferienhaus sitzen, auf einer Insel, in Brasilien, Guatemala oder wo auch immer. 

 

Somit werden viele ihre Häuser in den Zentren verkaufen und versuchen auf billigere und finanziell weniger belastende Regionen auszuweichen was dann Druck auf den dortigen Immobilienmarkt ausübt und die Preise explodieren. Angebot und Nachfrage. 

Der Markt für Ferienhäuser in Quebec (Chalet) ist leer gefegt - es gibt nichts mehr. Und da wo man noch ein wenig Platz hat werden die riesigen Bunker errichtet. Selbst am Sumpf. Der wird dann halt zum Minisee aufgestaut - mit riesigen Erdbewegungen - soweit erlaubt. 

Am Samstag habe ich mal bei meinem Kumpel Micha oben in den Laurentiens nach dem Rechten gesehen (er sitzt seit geraumer Zeit in Guatemala oder Brasilien) und er hat da ein super kleines aber witziges Tinyhouse - sozusagen. Bevor es die richtigen Tiny Houses überhaupt gab. Echt so Wochenendhäuschen, allerdings mit Wasser und Strom. 

Aber links von seinem Häuschen steht schon seit Jahren ein recht imposantes Holzhaus, weiter hinten ein riesiges Anwesen mit Haupthaus und gigantischer Garage und dann jetzt auch noch rechts von ihm dieses gigantische Ding. Was für ein Bunker. 

D.h. sein Chalet ist zwar eigentlich fast wertlos, aber das Grundstück ist womöglich ein Vermögen wert. 

Bei uns am Forest Lake geht es ja auch langsam in diese Richtung, immerhin aber noch relativ gemäßigt. Aber aufhalten werden wir diese Entwicklung zu Größe und Luxus auf keinen Fall. 

Nächstes Jahr soll es oben am See High Speed Internet geben - dann ist die Sache gegessen. 

Die Landflucht setzt ein. 

Auf Hawaii gibt es - de facto - nichts mehr zu kaufen und die paar Immobilien welche noch angeboten werden kosten ein Vermögen.

Gestern am frühen Abend war ich mal kurz auf dem Berg, mit Blick nach Nordwest, Richtung Laurentiens und dann sieht dieser urbane Dschungel fast aus wie die verlassenen Pyramiden der Mayas in Guatemala. Wahrscheinlich werden in 1000 Jahren mal irgendwelche Wesen auf diese Strukturen blicken und sich fragen, was das alles zu bedeuten hatte.


Aber abschließend zurück nach Montreal. 

Es gibt eine wirkliche Wohnungsnot und dieser Sommer wird bestimmt eine Krisensituation hervorrufen da nahezu alle Wohnungen am 1. Juli wechseln bzw. die Mietverträge erneuert werden. Das ist eine spezielle nordamerikanische Anomalie. 


Heute bin ich am Park Lafontaine entlanggelaufen und da ist ein großes Mietshaus mit jede Menge Appartements. Alle Mieter werden gezwungen temporär auszuziehen weil das Ding - angeblich - sanierungsbedürftig ist und die Mieter ganz legal gezwungen werden ihre Wohnungen vorübergehnd zu räumen. . Aber a) müssen die Leute erst mal was finden für 6 Monate und b) kostet die Wohnung danach das Doppelte oder das dreifache. Deswegen die Protestbanner.

Zweizimmer Wohnungen kosten bei uns hier auf dem "Plateau" mittlerweile 1500$ im Monat! Vor 20 Jahren gab es so was noch für 300 bis 400$.

Ich darf eigentlich niemanden erzählen was wir damals vor knapp 23 Jahren hier für das Haus bezahlt haben. Allerdings war es eine Ruine und wir haben viel investieren müssen, außerdem gehörte es der Bank. Aber das sich Immobilienpreise verzehnfachen in knapp 20 Jahren finde ich schon krass. Haben sich etwa die Gehälter verzehnfacht? Eher nicht. 

Aber der Hypothekenzins ist niedrig, das Angebot gering - also steigen die Preise. Krass. Und es soll so weiter gehen .....

 


 



Sonntag, 25. April 2021

Samstag Nachmittag in Venedig

 "Warum schreibst du nichts?" würde Elfie normalerweise fragen. Weil nix passiert bzw. es absolut nichts nennenswertes zu berichten gibt. 

Im Büro geht es drunter und drüber weil unsere Einrichtungen teil eines politischen Grabenkrieges sind und ich keine Ahnung habe wie das weitergeht und ob wir vielleicht  Teil des Kollateralschadens sein werden aber auch das ficht mich nach über 22 Jahren in dem Laden nicht mehr an. "Es hätt noch immer jutjejange" und "man muss mit Allem rechnen, auch dem Schönen und Guten". 

 

Lili und meine Wenigkeit haben gestern mal einen Kurzausflug nach Venise-en-Québec gemacht, so ca. 1 1/2 Stunden hin, und auch wieder zurück. Venise liegt am Lac Champlain und es war ganz nett. Das Wetter war genial und man kann teilweise schöne Strecken am Wasser fahren - z.B. am Richelieu Fluss entlang. Leider haben das auch viele Andere gedacht und es war ziemliche was los. 

 

Jede Menge Biker  (meistens dicke fette Harleys), Trikes, Ford Mustangs, Cabriolets, etc. - Showtime. 

Auf einem Autobahnabschnitt kurz vor Venise kam uns auf der rechten Standspur  eine Motocross Kiste entgegen - mit vollem Karacho, fuhr also auf der zweispurigen Autobahn in die falsche Richtung und wurde auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn von einem Polizeifahrzeug verfolgt. Eine Verfolgungsjagd - sieht man auch nicht alle Tage. 


Man hat einen sehr schönen Blick auf eine kleine Bucht des riesigen Lac Champlains. Am Horizont sind die USA. 



Zeit und Wetter für Eiscreme in der Frühlingssonne. 

Ansonsten ist hier zwar immer noch Ausgangssperre um 20 Uhr und es gelten auch die ganzen anderen relativen Einschränkungen (Restaurants und Bars geschlossen, etc.) aber die kanadische Gesundheitsministerin hat angekündigt, dass laut Szenario, ganz Kanada wohl gegen Ende Juli zum absoluten "Normalbetrieb" zurückkehren könne - falls alles gut geht und nicht irgendwelche weitere Schwierigkeiten auftreten. Die Impfkampagne geht gut voran und die Kanadier sind mittlerweile Nummer drei unter den 20 OECD Staaten bezüglich Impfungen pro 100000 Einwohner - hinter Großbritannien und den USA. 

Es wird jetzt alles "rausgefeurt", Biontech, Astra-Zeneca, Moderna. Alles was geht. 

Ich habe ja theoretisch "die Macht der Impfung" denn ein Brief mit meiner Unterschrift und dem Briefkopf von meinem Laden ist die Berechtigung zur Impfung, ohne wenn und aber. Aber ab nächster Woche oder so wird eh universell geimpft und ich möchte so ein Privileg auch nicht missbrauchen. In den USA ist es wohl so, dass 8% der gebuchten Zweitimpfungen nicht wahrgenommen wurden. Die Leute denken, Einmal reicht. 

Logischerweise habe ich die Polemik um #allesdichtmachen mitbekommen und muss gestehen ich fand das sehr witzig und satirisch. Lachen wird man ja noch dürfen oder? Und wurde nicht mal irgendwann gesagt "die Satire dürfe alles"? Egal.
 
In diesem Sinne, es geht voran, so oder so. Man sollte die Lage bloß mal mit dem gleichen Datum vom letzten Jahr vergleichen. Was für ein Unterschied - meiner Meinung nach. 
 
 



 

Freitag, 16. April 2021

Week-end update

Es scheint voran zu gehen. Mehr und mehr Menschen sind geimpft und das sowohl hier in Montreal als auch in Bayern bzw. Franken. 

Luisa weil sie Krankenschwester ist, Alex zwengs Notfallseelsorge, Liese und Olaf logischerweise. 

Ich habe diesen Montag den "Schuss" bekommen und ich muss gestehen, wir machen hier einen ganz ordentlichen Job. 

Die Hälfte meines Teams ist bereits geimpft und ab Mitte Mai geht es hier in Montreal, ohne jedwede Einschränkung, langsam aber sicher über zur allgemeinen Massenimpfung, d.h. wer sich impfen lassen möchte kann auch "den Stoff" bekommen. 

Es gibt BioNtech, Moderna und natürlich auch Astra-Zeneca. Letzteres ist so unpopulär dass sich nahezu jeder welcher sich impfen lassen möchte, auch impfen lassen kann. On the Spot - ohne Termin. 

Allerdings dauert es ewig bis wir die Zweitimpfung bekommen da Quebec auf die "first shot" Strategie setzt: alle vorhandenen Impfstoffe sofort für die breitest mögliche Erstimpfung einsetzen und dann "schaun mer mal". 

Ich halte das für die richtige Strategie. Die Kommunikation ist gut, die Infrastruktur steht, der Prozess ist "Userfriendly" und einfach - erstaunlich. Quebec kriegt es scheinbar echt gebacken.

Und auch die Rest-Kanadier sind relativ unaufgeregt. Ontario ist momentan in der Krise aber das werden die auch irgendwie hinkriegen. Es ist halt ein ständiges Auf- und Ab. 

Allerdings wurde auch angekündigt, dass ab Montag dem 19. April die "Grenze" zu Ontario geschlossen wird und das es strenge Kontrollen geben soll. Das ist so als würde man die Grenze zu, sagen wir, Thüringen, schließen. Krass. Habe ich auch noch nicht erlebt und das hat wohl auch noch kein Kanadier wirklich erlebt in seinem Leben. Ich fahre oft über Ontario (Hawkesbury) ins Chalet und diese Route ist jetzt erstmal dicht.

Das größte Covid Problem ist im Moment außerhalb Montreals - wie auch anderswo, siehe Tschechische Republik oder auch Kulmbach z.B., kann sich die Lage drehen. Angeblich sind die Neuansteckungen zu nahezu 100% den Mutationen geschuldet.

Am Donnerstag hatte ich das Vergnügen und Privileg mit dem kanadischen Außenminister im Meeting zu sein. Ein echt sympathischer Typ, ex-Astronaut. Ich arbeite seit Jahren mit Marc und seinem Büro zusammen aber jetzt ist er halt plötzlich zum Außenminister aufgestiegen und dann wird die Luft dünn, d.h. man sieht sich nicht mehr so oft. Aber ich rechne es ihm hoch an das er sich trotz allem noch die Zeit nimmt um mit uns "kleinen Würstchen" zu reden und uns zuzuhören. Ein klasse Typ. Ein bisschen so wie Angie, komplett geerdet und komplett unaufgeregt. Vollkommen normal.




Davon bräuchten wir mehr! Aber insgesamt sind die Politiker mit welchen ich zu tun habe alle kompetent und machen einen guten Job. Sein Kollege Anthony (Housefather), welche ich auch ein paar mal persönlich getroffen habe, gibt uns jede Woche ein ausgezeichnetes "Briefing" über alle Covid Maßnahmen, genaue Zahlen über Vakzin Dosen, etc. und nächsten Freitag bin ich mit meiner provinziellen Quebecer Abgeordneten im Meeting.

Tja, das bedeutet wir bekommen ganz langsam eine post Covid Perspektive, eine Wirkliche. Real. Für ein zurück in ein normales Leben - außer irgendeine Mutation macht uns noch einen Strich durch die Rechnung. 

Hier ist es ja eh relativ entspannt. Die Avenue Mont-Royal wird ab dem 9. Mai zur Partymeile umgewandelt - d.h. zwei Kilometer nur Pubs, Restaurants und Rock`n Roll. Da wird die Post abgehen und zwar gewaltig.




 

 

 

 

 

Sonntag, 11. April 2021

Rock`n Roll in Montreal

 

Liese und Olaf haben 'den Stoff' bekommen (Biontech, glaube ich) - ganz ausgezeichnet - es geht voran.

Ich bin morgen dran, 14h10 - wird wohl AZ sein, aber ab dafür.

Hier wird mittlerweile Impfen für Ü55 angeboten und universell kann sich sogar jeder Impfen lassen insofern man Astra-Zeneca akzeptiert - ohne Termin. Einfach hingehen, anstellen und dann "den Schuss" bekommen.

Und die Menschen mit "Priorität" und meine Kollegen und ich gehören seit heute auch dazu. 

Ich bin dabei die Arbeitsbestätigungen für meinen Laden zu verschicken da manche Kollegen bereits morgen früh einen Termin bekommen haben. Ich kann jetzt die Bescheinigungen ausstellen und damit kann man sich dann sofort impfen lassen. 

Ansonsten war hier gestern (Samstag) die Hölle los: unvorstellbare Menschenmassen waren bei nahezu hochsommerlichen Bedingungen an der frischen Luft. Es sind Heerscharen von Menschen unterwegs gewesen und es war eine einzige gigantische Open Air Party. Es ging derartig hoch her, dass die Bullen heute alles aufgefahren haben was sie hatten (und es war deutlich kühler). 
 




(dieses Bild ist aus La Presse - online)
 
Alles. Die Polizei ist ÜBERALL. Ich komme gerade aus dem Büro (mußte ein paar dringende Sachen regeln) und bin mit dem e-Bike über den Berg zu meinem Laden gefahren. Dabei habe ich dann heute die Präsenz der Cops wahnehmen dürfen. 

1500$ Strafe übrigens bei nichteinhaltung der Abstandsregel. Kein Witz.

Gestern hat kein Mensch mehr in irgendeiner Form irgendwelche Abstands- oder Maskenregeln eingehalten oder einhalten können. Es muss wohl Strafzettel "gehagelt" haben. 
 
Lili und ich haben lieber eine Radtour gemacht und es war echt unglaublich was gestern in Montreal los war - Rock`n Roll! Selbst die Surfer sind draußen bei der stehenden Welle. Der Typ surft. 

Zudem jede Menge Oldtimer unterwegs, Motorräder, e-bikes, Skateboards, Fahrräder. Alles was in irgendeiner Form mobil macht. Showtime!
 
 

Montag, 5. April 2021

Frühling am Chalet

Genialstes Wetter. Leider war Lili ein wenig "kränklich" und wude sogar sicherheitshalber auf Covid getestet (negativ) und Emile hat gearbeitet. 

Also wurde es nur ein kurzer Motorrad Trip hoch zum See. Totale Stille, ein paar Wanderungen bzw. Spaziergänge, ein genialer Sternenhimmel und insgesamt die Ruhe auf Erden. 

Ich kann das Kanu (rot) wieder sehen und die Feurstelle kam auch wieder zum Vorschein. Das Eis bricht dieses Jahr womöglich früher da wir einfach früher dran sind als sonst. Insgesamt ein - für Quebecer Verhältnisse - klasse Frühling. Super. 

Jede Menge "Viechzeugs" turnt rum - Falken, Eulen, Rebhühner, wilde Truthähne, die Wildgänse. 

Selbst für zwei Tage lohnt es sich den Trip zu machen. Das Eis ist trotz konsequenten Nachtfrostes logischerweise nicht mehr begehbar denn die südliche Sonne ist intensiv - zumindest würde ich es nicht probieren. 

Aber das Beste ist: es gibt kein Covid. Nada. Null. Man denkt nicht eine Sekunde darüber nach oder muss sonst irgendwas bedenken.

Montag, 29. März 2021

Oster update

Nach zwei unglaublichen Frühlingswochen mit Sonne pur und fantastischen Temperaturen hat uns das "normale" Quebecer Wetter wieder eingeholt, d.h. Nachtfrost (möglich bis Ende Mai - wenn auch selten), Regen und kühle Tagestemperaturen. Aber die Situation ist insgesamt relativ gut, zumindest in Quebec. In Ontario sehen die Dinge diesbezüglich deutlich schlechter aus.  

Aber wir nehmen was wir kriegen können und die zwei super Wochen nimmt uns keiner mehr weg - das ist ja schon mal was. 

Die Wildgänse kommen aus dem Süden zurück und fliegen in großen Schwärmen und mit großen Geschnatter über die Stadt nach Norden - auch ein gutes Zeichen. 

Eigentlich wäre das jetzt so die berühmte "Cabane à sucre" Periode aber die muss dieses Jahr, Covid geschuldet, nochmal ausfallen. 

Andererseits geht es hier - im Gegensatz zu Deutschland - beim Impfen gut voran. Wir hatten auch einen "slow start", u.s. weil Kanada ja 100% seines Impfstoffes importieren muss da es keine einzige kanadische Produktionsstätte gibt. Erst ab Herbst soll angeblich ein hiesiges Werk einen der Impfstoffe auch hier prodizieren können. 

Insgesamt ist die Lage aber relativ entspannt und gut unter Kontrolle, zumindest in Quebec. Ontario hat eine relativ hohe Zahl von Neuinfektionen und viele Mutationen. 

Wenn ich die letzten offiziellen Zahlen bezüglich der Lieferung von Impfstoffen richtig verstanden habe, dann sollten wir eigentlich Ende April mit der Erstimpfung durch sein falls auch tatsächlich soviele Menschen geimpft werden können oder es wollen.

Mein "Bereich" mit knapp 140000 Einwohnern soll ab dieser Woche 50000 Dosen pro Woche bekommen. Da hätten wir pro Woche deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung als die Infrastruktur verabreichen kann. 

Also sagen wir mal Anfang Mai und das würde tatsächlich bedeuten, dass bei Berücksichtigung der 10 bis 12 Wochen Frist für die Astra-Zenca Zweitimpfung, der Zeitpunkt von Ende Juni realistisch ist für das Erreichen der Herdenimmunität. 

Speaking of which: Astra-Zeneca ist das große Problem. Das hiesige Gesundheitsamt muss sich mit viel Angst und Gerüchten und allen möglichen Fehlinformationen rumschlagen und viele Menschen wollen sich nicht mit AZ impfen lassen. Schlicht und ergreifend. 

Das Problem ist, dass man nicht erfahren kann welcher Impfstoff verabreicht wird. Diesbezüglich gibt es für den Termin keine Information. Allerdings hat man das Recht, die Impfung zu verweigern falls man nicht mit AZ geimpft werden will. Das würde aber die Impfkampagne verlangsamen und viele mögliche Termine würden ungenützt verstreichen. 

Siehe Artikel SZ von heute

Astra Zeneca:Pannen, Fehler, Missverständnisse

COVID-19 vaccinations in London

Das Vakzin gilt als großer Problemlöser: effektiv, billig, einfach zu lagern.

(Foto: REUTERS)

Astra Zeneca hat einen zuverlässigen und dringend benötigten Corona-Impfstoff entwickelt - doch der Ruf des Vakzins ist miserabel. Was ist schiefgelaufen? Eine Chronologie.

Von Berit Uhlmann

Wieder einmal ist Astra Zeneca in Erklärungsnot geraten. Wieder einmal ließ sich beobachten, was das US-Wirtschaftsmagazin Fortune mit dem Satz beschrieb: Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen "scheint einfach nicht aufhören zu können, seine eigene Glaubwürdigkeit zu torpedieren".

Diesmal schwappte ihm in den USA eine Welle des Misstrauens entgegen. Dort testest Astra Zeneca noch immer seinen Corona-Impfstoff; in der vergangenen Woche nun verkündete die Firma die ersten, lang erwarteten Zwischenergebnisse. 79 Prozent betrage die Wirksamkeit gegen jegliche Form von Covid-Erkrankungen, hieß es in der Pressemitteilung des Herstellers. Einen Tag lang waren die Schlagzeilen positiv.

Doch im Laufe dieses Tages muss es bei einigen Beteiligten turbulent zugegangen sein. Das unabhängige Monitoring Board, ein Expertengremium, das die Studie überwacht, wandte sich mit argen Zweifeln an das National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), das die Studie unterstützt. Der Verdacht: Astra Zeneca habe veraltete Daten für seine Analyse verwendet, die die Wirksamkeit besser erscheinen ließen, als sie aktuell ist. Das NIAID schickte daraufhin eine Pressemitteilung in die Welt, die diese Befürchtung unkommentiert wiedergab. Institutsdirektor Anthony Fauci begründete den Schritt in amerikanischen Medien mit der Bemühung um Transparenz: "Wenn wir geschwiegen hätten, hätte man uns beschuldigen können, etwas zu vertuschen. Und in diese Situation wollen wir definitiv nicht geraten." Beobachter halten den ganzen Vorgang für ungewöhnlich, wenn nicht gar beispiellos.

Astra Zeneca stellte umgehend klar, dass man in die Analyse alle Erkrankungen bis zum 17. Februar eingeschlossen hatte. Dieser Stichtag sei im Vorfeld festgelegt worden. Einen Tag später legte das Unternehmen eine aktuellere Auswertung vor, in die es noch 49 später aufgetretene Covid-Fälle einbezog. Diese eingerechnet betrug die Wirksamkeit 76 Prozent.

Nun ist ein Unterschied zwischen 76 und 79 Prozent wenig bedeutsam, zumal die 76 Prozent mit einer statistischen Unsicherheitsspanne, dem sogenannten Konfidenzintervall, von 68 bis 82 Prozent daherkommen. Zumal beim Einsatz unter realen Bedingungen ohnehin abweichende - in der Regel niedrigere - Werte zu erwarten sind. Zumal alle bisher bekannt gegebenen Daten zeigen, dass der Impfstoff schwere Verläufe sicher verhindern kann. Doch der ganze Vorgang, so sagte es beispielsweise Paul Griffin, Infektionsmediziner der University of Queensland, sei "unglücklich für die Wahrnehmung des Impfstoffs".

Das Vakzin galt lange als Favorit

Dabei - das kann man nicht deutlich genug hervorheben - hat die Firma zusammen mit der Universität Oxford einen zuverlässigen und dringend benötigten Corona-Impfstoff entwickelt. Er ist preiswert, braucht keine starke Kühlung und ist damit auch für ärmere Länder sehr gut geeignet. Astra Zeneca sicherte ihnen mehrere Hundert Millionen Impfstoffdosen zu und versprach, während der Pandemie generell keinen Profit mit dem Vakzin machen zu wollen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO, die EU und die USA waren von Anfang an stark an dem Präparat interessiert. Es galt lange als der Top-Favorit.

Die verantwortlichen Oxford-Wissenschaftler taten ihrerseits einiges, um diese Einschätzung zu stützen. Die Vakzinologin Sarah Gilbert sagte im Sommer über den Impfstoff: "Wenn er nicht funktioniert, glaube ich nicht, dass überhaupt irgendwas funktioniert." Ihr Kollege Adrian Hill bekundete im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters, er hielte es für "sehr seltsam", wenn man die "total unbekannten" RNA-Impfstoffe der Konkurrenz favorisieren würde.

Am 8. September gab es dann die erste öffentliche Irritation: Das US-Webportal Statnews berichtete, dass das Unternehmen seine Impfstofftests wegen eines Zwischenfalls ausgesetzt hat. Es stellte sich heraus, dass zwei Probanden an dem seltenen Nervenleiden Transverse Myelitis erkrankt waren. Es wurde zwar nicht auf den Impfstoff zurückgeführt, doch beunruhigend war, dass das Unternehmen drei Tage lang über die Pause geschwiegen hatte. Auch die zuständigen US-Behörden sollen von dem Vorfall erst aus den Medien erfahren haben. Auf jeden Fall reagierten sie besonders empfindlich und unterbrachen die Tests in ihrem Land für sieben Wochen.

Am 8. Dezember - just dem Tag, an dem Konkurrent Biontech/Pfizer mit den Impfungen in Großbritannien begann - veröffentlichte Astra Zeneca seine ersten Wirksamkeitsdaten im Fachblatt Lancet. Und wieder stellte sich Irritation ein.

Dem Artikel war zu entnehmen, dass ein Teil der Teilnehmer mit der ersten Spritze nur die Hälfte des vorgesehenen Impfstoffs bekommen hatte. Den Grund erfährt allerdings nur, wer sich bis Seite 25 im Anhang 2 des Papers vorarbeitet. Eine "Fehlkalkulation" habe zu den ungeplant niedrigen Dosierungen geführt, heißt es da.

Ein Fehler, der nicht so genannt wurde

Reuters rekonstruierte später, was wahrscheinlich passiert war; die Darstellung deckt sich mit den spärlichen Informationen aus dem Fachartikel und einem begleitenden Kommentar in Lancet. Demnach zweifelten die britischen Forscher an der Qualität einer Impfstoffcharge, die ihnen ein italienisches Unternehmen für die Tests geliefert hatte. Als die Briten das Vakzin kontrollierten, schien es doppelt so viel Virusmaterial zu enthalten wie vorgesehen. Die Wissenschaftler halbierten daraufhin die Dosis. Erst als ein Teil der Probanden auffallend schwache Reaktionen auf die Spritze zeigte, dämmerte den Oxford-Forschern, dass etwas nicht stimmte. Es stellte sich heraus, dass das Produkt korrekt geliefert wurde, die Wissenschaftler hatten sich schlicht vermessen. Ihre Messmethode, die sogenannte Spektrophotometrie, die die Viruskonzentration anhand von absorbiertem UV-Licht erfasst, war durch einen Zusatzstoff im Vakzin beeinträchtigt worden. Etwa 1400 Menschen hatten wegen des Messfehlers mit der ersten Spritze zu wenig Impfstoff erhalten.

Während Astra Zenecas Forschungschef Mene Pangalos den Vorfall einen "Dosierungsfehler" nannte, sagte Sarah Gilbert der Financial Times: "Das war keine Verwechslung der Dosierung", es sei nicht ungewöhnlich, in Impfstudien verschiedene Dosierungen zu betrachten. Auch die Studienteilnehmer wurden nach Angaben von Reuters nicht über eine Fehlkalkulation unterrichtet. Stattdessen teilte man ihnen mit, dass sich die Chance ergeben hatte, verschiedene Dosierungen zu prüfen.

Tatsächlich führten die unterschiedlichen Dosen auch zu unterschiedlichen Ergebnissen: In der Gruppe, die die reduzierte Impfstoffmenge bekommen hatte, betrug die errechnete Wirksamkeit 90 Prozent, bei den restlichen Teilnehmern 62 Prozent. Doch valide Schlüsse lassen sich aus diesen Daten kaum ziehen. Denn die Teilnehmer mit der geringeren Dosis waren zugleich jünger; zwischen ihren zwei Spritzen lagen längere Abstände, was auf zeitweilige Lieferschwierigkeiten zurückging, aber einen Einfluss auf die Wirksamkeit haben kann. Die Forscher operierten dann mit dem Durchschnittswert aus den zwei Gruppen und bezifferten die Gesamtwirksamkeit ihres Vakzins mit 70 Prozent - eine Zahl, die in der Praxis wertlos ist, denn eingesetzt wird das Vakzin in der Standarddosierung.

Unglücklich war an Tests auch, dass gerade die besonders gefährdeten Älteren zu kurz kamen. Während in Biontechs Wirksamkeitsstudien etwa 40 Prozent aller Probanden älter als 55 Jahre waren, waren es bei Astra Zeneca nur zwölf Prozent. Noch dazu bekamen diese Teilnehmer die Spritzen als letzte - und damit erst mehrere Monate nach dem Start der Studie. Insgesamt erkrankten so wenige Ältere an Covid-19, dass sich die Schutzwirkung des Astra-Zeneca-Vakzins für sie nicht bestimmen ließ.

Damit mündete die EU-Marktzulassung in Verwirrung, weil Deutschland wegen der mangelnden Daten den Einsatz bei Älteren zunächst nicht empfahl. Dagegen hielt die EU-Behörde EMA die Anwendung bei Senioren für vertretbar, da frühere Studien immerhin gezeigt hatten, dass das Vakzin bei ihnen eine starke Immunantwort hervorruft.

Gleichzeitig entspann sich der Streit mit der EU, die dem Unternehmen vorwarf, Liefervereinbarungen nicht einzuhalten. Was daraus bekannt wurde, war nicht besonders vertrauenserweckend. So zog sich das Unternehmen darauf zurück, dass es laut Vertragstext lediglich zugesichert habe, "größte vertretbare Anstrengungen" zur Belieferung der EU zu unternehmen. Wie diese Formulierung genau zu verstehen ist, ist umstritten, doch es blieb der Eindruck hängen, dass Astra Zeneca die EU, die umfangreiche Vorauszahlungen geleistet hatte, übertölpeln wollte.

Hinzu kamen Meldungen über seltene Thrombosen bei einigen wenigen Menschen, die mit dem Astra-Zeneca-Produkt geimpft worden waren. Zwischenzeitlich haben sowohl die EMA als auch die WHO den Impfstoff für sicher erklärt. Es hätte also endlich Ruhe einkehren können. Doch am Montag wurden neue Bedenken bekannt. Verschiedene Medien berichteten, dass Kanada aus Sicherheitsgründen die Immunisierungen mit dem Astra-Zeneca-Präparat für alle Menschen unter 55 Jahren aussetzen will. Der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen stoppte am selben Tag die Impfungen mit dem Produkt für Frauen unter 55 Jahren. Zuvor hatten in dem Kreis zwei Frauen nach der Impfung Sinusvenenthrombosen erlitten. Ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Spritzen und den Erkrankungen gab, ist noch nicht klar.

Soweit die SZ zum Thema AZ.

Im Moment ist ja bereits Ü60 dran und nächste Woche kommt dann Ü50 und ich schätze mal mitte April die Gesamtbevölkerung. 

Leider hat die mediale Berichterstattung bezüglich AZ, siehe SZ, zu einer großen Skepsis geführt. Die USA schicken uns ihren AZ Impfstoff weil er dort (noch) nicht zugelassen ist. Das führt bei vielen Quebecern zu großen Zweifeln. Zudem kriegen wir "das Zeugs" aus indischen Produktionsstätten (angeblich) und auch da herrschen Zweifel an der Qualität und dem Sicherheitsstandard der Produktionsstätten.

Selbst die Latenightshows in den USA machen sich darüber lustig. 

Ich bin mal gespannt was ich dann in genau zwei Wochen verabreicht bekomme. Ich nehme Alles - mir wurscht - hauptsache geimpft. 

Themawechsel:

Ich kann mich gar nicht mehr erinnern ob das Murmeltier dieses Jahr einen schnellen Frühling oder noch einen langen Winter vorausgesagt hat. So wie es aktuell aussieht ist es  eher eine vorgezogener Frühling (für kanadische Verhältnisse).



Blank Eis beim Spazierengehen. Da kannst du nur mit Schlittschuhen drauf.

Am WE geht es ab hoch an den See und ich bin mal gespannt wie die Schneelage ist. 

 

 

 

 

 

Dienstag, 23. März 2021

Donnerwetter - Covid Impfung in Montreal


Gestern Abend habe ich gelesen, dass jetzt ab Ü60 geimpft wird und deswegen bin ich vorhin mal spaßeshalber auf die Webseite gegangen und wollte mal gucken ob das tatsächlich klappt. 

Man glaubt es kaum, aber in knapp zwei Wochen bin ich dran. Erstaunlich. Es funktioniert scheinbar!

Die App ist total simpel, einfach, man muss zwei Fragen beantworten und anklicken und dann die persönlichen Daten eingeben. Name, email, handy, etc. - die Versicherungsnummer (nicht zwingend, d.h. auch wenn jemand hier aus irgendeinem Grund nicht Krankenversichert wäre könnte er den Impftermin wahrnehmen). 

Das war es dann auch schon. Cool. 

Wir sind momentan eh im "Tal der Seeligen" denn es gibt keine dritte Welle. Es ist für Kanada natürlich auch einfacher zu kontrollieren, wir sind hier ja nicht inmitten eines Kontinents, umringt von Nachbarstaaten sondern wir haben drei Küsten und eine geschlossene Grenze zu den Deppen im Süden. 

Trotzdem finde ich es wirklich höchst interessant die Unterschiede zu analysieren. 

Also zwischen Bayern und Quebec in diesem Fall. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 21. März 2021

Das magische Frühlingswochenende - Montreal explodiert vor lauter Lebensfreude



Da war es, das magische Wochenende. DAS Wochenende an welchen hier der Winter von der südlichen Sonne besiegt wird. Italien! Am Freitag war es bereits frühlingshaft warm, am Samstag und Sonntag dann Wahnsinn. Also war ganz Montreal draussen bzw. auf dem Berg. Das Tam Tam geht wieder los. Man sieht Menschen in kurzen Hosen oder im T-shirt.




Langlauf im T-shirt bei - gefühlt 20 Grad - der Hammer. Skaten ging super!

Das halbe Viertel sitzt vor oder hinter dem Haus - je nachdem wo die Sonne hin scheint und man trinkt Bier oder Prosecco oder ein Glas Weißen. 

Überall werden die Motorräder rausgezogen, horden von Kindern düsen auf Skateboards oder sonstwas rum es scheint eine einzige große Party zu sein. Die Stadt explodiert vor lauter Lebenslust. 

War da noch irgendwas? Ach ja, gestern waren bestimmt tausende von Menschen am Berg unterwegs. Am Belvedere waren es hunderte - die Polizei kam mal kurz vorbei, sagte freundlich "comment ça va? " und alle waren happy. 

Die Läden sind wieder auf, die Grund- und Hauptschulen ebenfalls, Schwimmbäder und Kinos auch - die Inzidenzrate ist bei 15, es wird geimpft was geht und das Ende der blödsinnigen Pandemie ist abzusehen. Vive la vie! Carpe Diem. Das wird hier eine einzigartige Sommerparty geben wenn alles klappt.

Wie schön doch das Leben ist.

und dann noch das hier: 

https://www.lapresse.ca/covid-19/2021-03-21/vaccination-contre-la-covid-19/au-tour-des-60-ans-et-plus-a-montreal.php

 

d.h. laut einer der hiesigen Tageszeitungen sind ab heute auch die Ü60 dran zum Covid Impfen. Na dann - ging ja noch schneller als ich gedacht hatte. 

 

Sonntag, 14. März 2021

Man stellt sich gelegentlich schon so ein paar Fragen

Wie schaut es Covid relevant bei uns aus: 

Ausgangsverbot von 20 Uhr Abends bis 5 Uhr morgens - allerdings nur in "roten Zonen". Seit Wochen.

Maskenpflicht ist selbstverständlich - in allen Läden und Einrichtungen sowie logischerweise im öffentlichen Nahverkehr. Das geringste aller Übel.

Pubs und Restaurants sind geschlossen - nur Take out. Geht so.

Die Schulen machen 50 - 50 und alles was College oder Uni betrifft läuft nur online. Problematisch für die Kids wie ich finde.

Sportliche Aktivitäten sind nach wie vor nur im Einzelsport möglich (Schwimmen z.B.)  - also kein Fussball, kein Hockey, keinerlei Mannschaftssport. Schade. Aber immerhin: besser als gar nichts. 

Kinos lassen beschränkt Leute zu.  Immerhin etwas.

Das ganze allerdings bei folgender aktuellen Datenlage:

 

Montréal hat demnach eine 7 Tage Inzidenzrate von 15 und die Provinz insgesamt von 10. Das wären im Moment in Bayern traumhafte Werte. 

Ich sage nur Kulmbach!!!

Und, wie man aus der Graphik erkennen kann, wurde der Inzidenzwert von 50 scheinbar nicht ein einziges Mal überschritten.  Kein einziges Mal!!!

Trotzdem sind die weiterführenden Schulen dicht und es gelten krasse Ausgangs- und Reisebeschränkungen. 

Oder aber: genau deswegen sind die Infektionszahlen so gering? Was tun? Whats next?

So langsam scheinen die Quebecois jedenfalls ihren gerühmten "Langmut" zu verlieren und wenn die Menschen hier die Nase vollhaben, dann geht was ab. Ich kann mich noch an die Studentenrevolte und an die Antikorruptions Demos erinnern. Da ging die Post ab!

Jedenfalls gab es am Samstag eine eindrucksvolle Demo - und zwar angeblich nicht nur von Konspirationsidioten und Maskengegnern angeführt sondern von u.a. auch mit vielen Familien und Kindern. 

https://www.lapresse.ca/covid-19/2020-12-21/manifestation-a-montreal/le-spvm-a-distribue-269-contraventions-de-1546.php

 


Die Leute haben scheinbar - langsam aber sicher - die Faxen dick. 


p.s. seit Freitag werden hier Menschen ab 65 + geimpft und das bedeuted, dass falls alles so weiter geht wie geplant, ich in ca. zwei Wochen dran sein könnte. Ich würde aber jederzeit jedem anderen mit irgendwelchen Vorerkrankungen oder was auch immer Vorrang einräumen. Irgendwie ist das Ganze für mich immer noch "surreal".


Gott sei Dank kann man sich noch anderweitig "austoben" - ich schätze mal Langlauf geht noch, basierend auf der aktuellen Schnee- und Wetterlage, so ca. zwei Wochen in der Stadt und ca. 4 Wochen am Chalet. Ein Tag Alpin sollte auch noch drin sein - die Kids mögen das ja.

Andererseits waren die Bedingungen am Sonntag (das Foto ist vom Berg) doch einigermaßen grenzwertig. Das sieht hier auf dem Bild zwar ganz ordentlich aus aber unter der zwei cm Neuschneeschicht war pures Eis. Vor allem die Abfahrten waren extrem riskant und den Skiern hat das auch nicht gut getan. 

Mittwoch, 10. März 2021

Roadtrip

Nachdem wir, d.h. die Kids und ich, Kanada nach Westen und nach Osten hin durchquert haben, bleiben uns noch der Norden und Neufundland. 

Dabei ist mir Tuktoyaktuk aufgefallen. North-west Territory. Knapp 7000 km einfach. Rechts von der Bering See. Würde sowas gehen? Mal schaun. Scheinbar gibt es eine Landverbindung.

 

https://www.mustdocanada.com/driving-to-the-arctic-ocean-exploring-tuktoyaktuk/

Samstag, 6. März 2021

Ski fahren in Covid Zeiten

Die Kinder hatten ihre Woche schulfrei - la semaine de rélache, wie das hier offiziell heißt und haben sich einen Tag Skifahren gewünscht.

Gesagt, getan. 

Die Tickets gab es nur Online und die meisten Skigebiete waren komplett ausgebucht. Die einzigen Tickets welche ich noch gefunden habe waren überteuert und für das winzige "Bergchen" schon ein starkes Stück. 

Aber immer noch besser als gar nichts.

 

Der Vorteil der Covid Einschränkungen war allerdings, daß lediglich 50% der theroretischen Kapazität genehmigt war. D.h. keinerlei Anstellzeiten sonder "runter - rauf". Da zahle ich sogar mal lieber ein paar Dollar mehr weil ich dann wenigstens Fahren kann "wie die Sau". Ich hasse es mich anzustellen und ewig in der Schlange zu stehen. 

Und was Covid anbelangt:

so wie wir das gestern gemacht haben,  immer nur zu dritt im Lift bzw. eine Familie darf zusammen den Lift benutzen, Einzelpersonen müssen alleine Fahren. Jeder trägt sowieso einen Schal bzw. Mundschutz - schon wegen der Kälte. 

Man kommt sich absolut nicht zu nahe, alles ist Perfekt. Da verstehe ich es echt nicht, daß z.B. in Österreich oder in Südtirol so einen absurde Diskussion und so ein großes Drame um das Skifahren gemacht wird bzw. wurde. 

Das geht einwandfrei und absolut "sauber" mit Abstand und Hygienekonzept. Im Prinzip war gestern einfach alles wie immer. Vollkommene Normalität. Man merkt absolut keinen Unterschied. Das war mal ein gutes Gefühl. Das Wetter hat auch gepaßt. Der Schnee war super. Wunderbar.

Die schlechte Nachricht für mich war: die Kids beschweren sich "ich wäre zu langsam". Alter!!!!

D.h. ich werde nächstes Jahr in Sexten mit hoher Wahrscheinlichkeit in die "Seniorengruppe" abgeschoben. Soweit ist es gekommen - ein Jammer.



 

Dienstag, 2. März 2021

Ein kleiner Wettercheck

Kurz zu den Temperaturen:

Freitag Nachmittag beim Langlauf auf dem Berg in Montreal: 

O Grad - Sonne. Gefühlt: +5 - ideales Wintersportwetter. Südliche Sonne. Ein Wahnsinn. Kein Wind. Perfekt.



Samstag Nachmittag, Abfahrt Richtung Chalet: 

starker Schneefall bei + 3 Grad - verdammt schwierige Bedingungen und wir sind gerade noch so zum Chalet gekommen. Es gab etliche Unfälle auf der Autobahn und es war ein bisschen riskant. Oben am Chalet sind ja einige "Anstiege" zu bewerkstelligen und ohne vernünftiges Auto mit super Winterreifen oder noch besser 4-Wheel drive hast du bei diesen Bedingungen keine Chance.

Samstag 17 Uhr Ankunft Chalet:  

-4 Grad. Starker Schneefall. Nasser und schwerer Schnee. Es liegen ja bereits ca. 120 cm Schnee flächendeckend, an den Straßenrändern bis zu zwei Meter. Wir kämpfen uns zur Treppe vor und von da aus zum Schlüssel welcher in einem Versteckt hängt. Unfassbare Schneemassen. Innentemperatur: 0 Grad. Abendliche Innentemperatur: 28 Grad. Die Türen stehen teilweise offen weil der Ofen so stark "bullert". 

 

Die Kinder kämpfen sich vor. Wir müssen ja zunächst zur Treppe kommen, dann zum Schlüssel und dann zur Eingangstür. Die Schneeschuhe sind leider "im Chalet". Damit wäre es etwas einfacher. Den "Tunnel" müssen wir aber so oder so graben.

 

 

Die Seiteneingangstür ist irgendwann notdürftig frei geschaufelt. 

 




Sonntag: 

Sonne pur - ca + 5 Grad. Gefühlt: 15 Grad plus unter südlicher Sonne - genre "Oberkörper" frei sitzen in der Sonne. Südtirol. Buch lesen im Freien, im T-Shirt und ein Bierchen zischen. Frühling.





Montag Morgen: 

+ 5 Grad - es gibt abwechselnd Sonne und etwas Wolken - sehr angenehm. Langlauf rund um den See und schwitzen ohne Ende. Wir sind viel zu warm angezogen und es tropft nur so. 




Montag Abend: 

Temperatursturz. Innerhalb von drei bis vier Stunden sinkt die Außentemperatur um knapp 30 Grad. Starke Windböen kommen auf mit Schneetreiben und die Außentemperatur geht auf minus 20 Grad runter. Mit Wind und "Windchill" (es hat geblasen wie die Sau) gefühlt minus 30 bis minus 35. Ich war mal kurz draußen zum Holz holen - in Skiunterwäsche. Da würde ich mir ca. eine Stunde überleben einräumen - falls überhaupt. Hölle, war das kalt. Ein Inferno. Brutal kalt. Echt.

Am Samstag und Sonntag, bei den milden Bedingungen und dem weichen Nassschnee, waren die Schneeschuhe leider untauglich. Am Montag, nach dem über-frieren und der extrem kalten Nach, aber erste Wahl.

 





Dienstag Morgen dann:  -20 Grad, aber Sonne pur. Kein Windchen regt sich, um 11 Uhr hat es nur noch -12 und Langlauf sowie Schneeschuhgehen machen total Laune und es ist zwar noch relativ kalt aber solange kein Wind dazu kommt und wir die richtigen Klamotten anhaben ist alles okay. 

Québec. C'est comme ça.






 

 



 

Samstag, 27. Februar 2021

Freitag Nachmittag in Montreal

 




Schlicht und ergreifend Perfekt!

Am Wochenende peilen wir mal die Situation am Chalet. 

 

Dienstag, 23. Februar 2021

Aus der Chronik vom Reisighof - Teil 2

 


Aus der CH R 0 N I K vom " R E I S I G H O F "

früher

HARTWIGSHOF

genannt

Bambg.Archiv stdb.6584a f 60

Pfarrei Trebgast. Vom Personennamen Harduwich (6.Jahrh.)

Hardwich (852), Hartwich (Fö I 758) genannt nach Förstermanns

altdeutschem Namensbuch Bd.1.

Anm':' Es besteht die Möglichkeit, dass der Hartwichshof zu den Gütern des Bamberger Bischofsitzes unter Bisch. Hartwich gehörte, dessen Besitzungen weit in das östliche Oberfranken reichten, seinen Namen erhalten hat.

1300

Der Hartwigshof/Gemeinde Ködnitz , der im Besitz der ersten 6 Generationen der Heußinger - Heisinger war und ab der 13.Generation wieder ist, steht als Reliktname allein.

Später wurde er auch als Reisighof genannt, was auf den Hof am Niederholz (Reisig) zurückführen kann, oder auch von den mittelalterlichen berittenen Landsknechten; die Reisige genannt, stammen kann, nachdem sie dort reichlich Ställe für ihre Pferde vorfanden und auch dort selbst einquartiert waren.

Der Hartwigshof -Reisighof ist ein Elnzelhof in der Gemeinde Ködnitz, markgräfl. Amt Kulmbach ,  Hofsiedlung auf Hochfläche mit geschlossener Flur.

1398

Im LdB (Landbuch Plassenburg) A: 1421 Hertweygeshofe im Gericht Kulmbach ist genannt:

1 Hof des Klosters Himmelkron (wörtlich): ……. der hofe ist des Closters zu der hymelcron und tut frone mit einem ganzen Wagen und gibt huner (Hühner) in die kuchen (Küche)

Im Kloster Himmelkron ist der Hartwigshof, ein Einzelhof, als sein Besitzer genannt.

Im Staatsarchiv Bbg Stdb.6000 Rep. B 2

Im Lehensbuch Johann 111 des Burggrafen von Nürnberg v.1398 - 1420 ist noch keine Eintragung über die Heußinger - Heisinger zu finden.

1421

wurde , der Hartwigshof mit der Hussitensteuer veranlagt.