Freitag, 25. Februar 2022

Solidarität mit dem Volk der Ukraine

Quebec zeigt Flagge: anstelle der kanadischen Flagge weht am Parlament in Québec die der Ukraine. Die staatlichen Alkoholläden (SAQ) verkaufen keinen Wodka mehr (so wirkungslos und lediglich symbolisch das auch sein mag) und ich werde jeden meiner russophonen Kollegen im  Büro, sollten sie die sinnlose Aggression gegenüber einem neutralen demokratischen Staat für "gut heißen",  eine Abmahnung schicken. Insofern das rechtlich machbar ist - Arbeitsrecht usw. 


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Aber alleine die Tatsache, dass zumindest eine meiner Kolleginnen, Gorbatschow für den "Totengräber" des russischen Imperiums hält und Putin für denjenigen welcher das ehemalige sowjetische Imperium wieder aufbauen wird, spricht Bände. Außerdem war es Jelzin der die Sowjetunion aufgelöst hat. 

Sie, meine ansonsten sehr kompetente und äußerst sympathische Kollegin, kommt im übrigen aus Moldawien und die sind wohl als nächstes dran. Ihr Vater wurde vor ein paar Jahren von der Mafia (wie ich meine) erschossen und ihre Mutter hat gerade noch so überlebt. Ihr Bruder wohnt in Straßburg. D.h. im Umkehrschluss, dass der Vater die Kinder gerade noch so aus dem Land gebracht und ihnen eine Existenz im Westen "verschafft" hat. Das "die Russen" noch den Sieg von Stalingrad und den Sieg über Nazideutschland feiern kann ich verstehen aber das es viele Russen gibt welche dem alten kalten Krieg Imperium nachtrauern kann ich rational nicht nachvollziehen. 

Aber da kann man mal sehen, selbst wenn das letztlich total "anekdotisch" ist, welche Auswirkungen eine jahrzehntelange Indoktrination, Staatsfernsehen und eine totale Kontrolle der Medien, haben kann. 

Stoppt Putin!!! Der Mann ist irre, wie Trump ein Psychopath und muss "eingehegt" werden. Koste es was es wolle. Da werden wir deutsche Pazifisten und "Gutmenschen" ein paar Kröten schlucken müssen.

In der SZ ist ein ausgezeichneter Artikel zu lesen. 

https://www.sueddeutsche.de/kultur/wladimir-sorokin-gastbeitrag-putin-1.5536912

Schaut zu, dass ihr in Deutschland genügend Brennholz habt falls demnächst kein Gas mehr fließt.😎 

Schon geil, dass wir (Deutschen) die Russen nicht aus SWIFT werfen können weil wir sie sonst nicht mehr für die Gaslieferungen bezahlen können und wenn wir nicht mehr bezahlen dann dreht uns unser Altbundeskanzler den Hahn zu. 

Müsste man unseren ex-Juso Vorsitzenden eigentlich nicht auch mit auf "die" Liste setzen?

Auszug aus der SZ:

"Präsident Putin gehört damit zu einer sehr kleinen Gruppe, die Despoten wie Kim Jong-un, Alexander Lukaschenko und Baschar al-Assad umfasst." Auf der Liste stehen neben den Diktatoren von Nordkorea, Belarus und Syrien auch Nicolas Maduro (Venezuela) und Ebrahim Raisi (Iran). Beide werden von den USA nicht als Staatsoberhäupter anerkannt.

Kleiner Scherz. Aber "ausbürgern" könnte man ihn schon - zumindest aus der SPD. LOL.💪

Es gilt jetzt also sich vom russischen Gas zu befreien, sich komplett von den fossilen Brennstoffen zu verabschieden und alles was irgendwie geht in die erneuerbaren Energien zu stecken. Ökologisch wie ökonomisch ein sogenannter "no brainer" - also absolut sinnvoll ohne das man da jetzt endlos darüber nachdenken müsste.

Zudem stehen - soweit ich mich erinnere - noch ein paar Atom Meiler in der Gegend rum welche man als Brückentechnologie kurzfristig nutzen könnte. Auch eine Kröte zum schlucken. Allerdings kannst du damit nicht heizen und eine radikale Umstellung auf z.B. Thermopumpen und Solaranlagen geht schon mal gar nicht "über Nacht" ist aber technisch jederzeit machbar und technologisch absolut ausgereift. In Verbindung mit Photovoltaik nahezu perfekt - hier spricht der Klima- und Heizungstechniker in mir.  

Aber jetzt muss erst mal der Verrückte gestoppt werden. First things first. 

Haltet aus ihr tapferen Ukrainer - ihr verteidigt gerade den Rest der freien Welt.

 

 

 

 

Gestern hätte es mich fast derbrezelt - das war - sprichwörtlich - knapp!

Alter, das war eine enge Kiste! Gestern hat mich mein Schutzengel nochmal gerettet. Am Mittwoch hatten wir Regen und danach einen Temperatursturz auf Minus 18 oder so - über Nacht. Also war Langlauf keine Option. Ich habe mich somit entschieden auf den Berg zu Laufen. 

Eigentlich wollte ich die Schneeschuhe nehmen aber dann ist mir eingefallen, dass ich doch einfach mal diese Gummi Überzieher für die Schuhe nehmen könnte. Mit den Spikes unten dran. Damit kann man normalerweise prima auf Eis oder auf überfrorenen Schnee laufen. Gesagt getan. Ging auch prima, selbst kleine Steigungen mit Eis waren anfänglich gut zu bewältigen und somit bin ich dann irgendwann eine "Scharte" hochgegangen welche ich schon 100 mal gegangen bin. Aber noch nie bei solchen Bedingungen wie gestern. 

Die Scharte ist so ca. 150 lang, bzw. hoch und ganz oben ist es fast wie ein bisschen Klettersteig. Das geht eigentlich immer relativ einfach und sicher und vor allem wenn Schnee liegt. Gestern war aber blank Eis. Als ich fast oben war habe ich realisiert, dass mein Material totale Scheiße ist. D.h. die kleinen "Spikes" meiner Überzieher waren im Steilstück nicht mehr ausreichend. Da hätte ich solide Steigeisen gebraucht und Pickel. Hatte ich aber nicht. Absteigen ging auch nicht mehr. Also habe ich versucht die Scharte seitlich zu verlassen ..... und dann den Halt verloren und bin ohne jegliche Kontrolle mit einer Hammergeschwindigkeit die Scharte runter. 

Das Problem ist, das unten am Ausgang ein großer Felsblock ist. Mittendrin! Wenn ich denn mit dem Tempo treffe  bin ich entweder Tot (zu 99,9%), querschnittsgelähmt oder zumindest würde ich mir alles brechen und reißen was in meinem Körper brechen und reißen kann. Aber höchstwahrscheinlich wäre es das Ende.

Ich hatte keinerlei Kontrolle über den Abgang - es ist im Bruchteil einer Sekunde passiert. Mein Schutzengel hat mich dann ca. 30cm links an dem Felsblock vorbei geleitet. Mit vollem Karacho. Ich habe dann noch einen "Baumtreffer" mit dem linken Fuß gehabt (Innenbanddehnung im linken Knie) mich dadurch mehrmals überschlagen (diverse Prellungen und Abschürfungen) und kam dann irgendwo im Schnee zum liegen. 

Alter!!! Nichts gebrochen, nichts gerissen, wie durch ein Wunder. Das war der krasseste Outdoor Unfall welchen ich in den letzten 30 Jahren hatte. Mitten in der Stadt. Dummheit. Pure Dummheit. Komplett untaugliche Ausrüstung in Kombination mit komplett extremen Bedingungen.

Ich kann heute, am Tag danach, kaum laufen, mein ganzer Körper ist blau und schmerzt aber es ist nichts kaputt. Soweit ich das jetzt beurteilen kann. Das soll mir eine Lehre sein.

Ich bin gestern sogar noch auf dem regulären Weg hoch gelaufen, aber dann musste ich doch den Bus nehmen.  


Solche "Scherze" werde ich in Zukunft unterlassen und die Schnee- bzw. Eislage etwas besser untersuchen und Eisklettern lasse ich ab jetzt ganz bleiben.

 

 



 

 

 

Reakionen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine

Nachfolgend eine email welche ich von Anthony Housefather bekommen habe. Er ist federaler Abgeordneter und schreibt einmal pro Woche einen 'newsletter'. Kanada hat eine grosse Ukranischstämmige Gemeinde und hier ist alles im Aufruhr. Colleen, meine direkte Nachbarin hat ukrainische Wurzeln. 

Sein zweiter Punkt ist das sogenannte "Notfallgesetz" welches letztes Wochenende eingesetzt wurde um die Besetzung Ottawas zu beenden.

 

Dear Friends,

This week has been about two things in particular I wanted to discuss, the Emergencies Act and Ukraine. Given the attack by Russia on the Ukraine last night, I will start with that issue.

It is with dismay and disgust that I watched Russia invade the Ukraine last night.  The attempts by the Russian ambassador to the UN to claim that the attack was provoked by Ukraine is equivalent to Nazi Germany’s claim that Poland started the war in September 1939. Vladimir Putin has proven himself to be a despot and in the words of our UN Ambassador Bob Rae he is a war criminal.  His claim that he was trying to de-Nazify Ukraine, a country with a Jewish President is equally absurd.  My heart is with Ukraine and the Ukrainian Canadian community.

Canada has already imposed economic sanctions on Russian banks and the break away regions of Ukraine and on Russian politicians and has provided military equipment to Ukraine. We will send an additional 460 troops to Latvia as part of Operation Reassurance to reinforce Canada’s commitment to NATO.  We are sending the HMCS Halifax to Europe and a CP140 aircraft used for anti-submarine maritime patrols.  This was before what occurred last night.  The Prime Minister’s statement published late last night was as follows:

 “Canada condemns in the strongest possible terms Russia’s egregious attack on Ukraine. These unprovoked actions are a clear further violation of Ukraine’s sovereignty and territorial integrity. They are also in violation of Russia’s obligations under international law and the Charter of the United Nations.

 

Canada calls on Russia to immediately cease all hostile and provocative actions against Ukraine and withdraw all military and proxy forces from the country. Ukraine’s sovereignty and territorial integrity must be respected, and the Ukrainian people must be free to determine their own future.

 

Russia’s actions will be met with severe consequences. Tomorrow morning, I will be meeting with G7 partners, and we will continue working closely and quickly with NATO and our allies to collectively respond to these reckless and dangerous acts, including by imposing significant sanctions in addition to those already announced.

 

In the face of these attacks on Ukraine, Canada will take additional action to stop Russia’s unwarranted aggression. We continue to stand with Ukraine, its people, and the Ukrainian Canadian community here in Canada. Russia’s brazen acts will not go unpunished.”

 

Emergencies Act

I want to start by quoting a tweet from columnist Andrew Coyne. He wrote:

“Jan 28-Feb 14-Ottawa paralyzed. Police do nothing.

Feb 14- Federal Emergencies Act declaration

Feb 18-20: Police Move in. Blockades cleared.

Feb 23: Emergency Declaration lifted.

In sum. Emergency Declaration restores order, is lifted soon after.

Outrage!”

This was an excellent synopsis of what has occurred.  

With the Emergencies Act in effect, police forces in Ottawa and throughout the country were able to restore peace and order. Blockades have come down at border crossings and in Ottawa.  Residents have been able to get on with their lives, businesses have been able to reopen, and trade has resumed.

The Emergencies Act is not the War Measures Act. It is subject to the Charter of Rights and judicial review. It also makes the actions of the Government subject to Parliamentary scrutiny and accountability. An inquiry now will happen related to all the circumstances leading to the Act based on the terms of the law itself.

As we promised this would be time limited. It could have remained in effect for 30 days, but the Government lifted the declaration as soon as its intelligence from law enforcement and others allowed it to do so.

The Emergencies Act ensured that law enforcement partners could restore peace and civility. The Emergencies Act gave precision, clarity, and new authorities to law enforcement -- including stopping people from coming into the city to participate in the illegal blockade. The Act also allowed for RCMP to enforce municipal laws, allowing them to take quick action in ensuring seamless and expedited cross-jurisdiction cooperation quickly and simply. It also helped law enforcement and governments mobilize essential services quickly – like tow trucks, barriers, and other necessary equipment.

Sonntag, 20. Februar 2022

Ausnahmezustand in Ottawa

Die Bilder aus Ottawa waren schier unglaublich. Polizisten über Polizisten, (angeblich) Scharfschützen auf den Dächern, gepanzerte Fahrzeuge, berittene Polizei. 

Das war Ausnahmezustand und die Demokratie hat das "volle Programm" aufgefahren. Die Vorgehensweise "der Staatsgewalt" und die Art und Weise wie kommuniziert wurde waren hervorragend. Es wurden keine Wasserwerfer (was bei den herrschenden Minusgraden eh nicht machbar ist), keine Schlagstöcke, kein Tränengas oder ähnliches eingesetzt. Ein paar mal kam wohl Pfefferspray zur Anwendung - allerdings nur "in extremis". Insgesamt gab es ca. 150 Verhaftungen - welche aber nur durch extrem provokatives Verhalten ausgelöst wurden. Ein Typ hat z.B. ein Fahrrad auf ein Polizeipferd geworfen. Das habe ich live im TV gesehen und die rechten Medien haben darauf hin sofort getweeted, dass "die Polizei friedliche Demonstranten mit Pferden angreift und schwer verletzt". 

Ottawa ist jetzt wieder "the boring City". Die Stadt ist "befreit" und geräumt, die letzten Zugmaschinen werden noch abgeschleppt und der Bürgermeister hat eine witzige Idee: um die Kosten dieses Großeinesatzes abzufedern sollten die Trucks und Fahrzeuge beschlagnahmt werden und anschließend meistbietend verkauft werden. Die Einnahmen sollten der Stadt Ottawa zufließen. Außerdem wurden die Organisatoren verhaftet und es werden wohl erhebliche Konsequenzen auf sie zu kommen. 

Der Protest in Quebec City und die angekündigte "Besetzung" der Stadt scheint hingegen nicht nennenswert gewesen zu sein. In Montreal standen hier und da ein paar Leutchen rum. Ansonsten war alles ruhig. 

Aber die Bilder aus Ottawa waren, für kanadische Verhältnisse, schon beeindruckend. Andererseits war es insgesamt eher wie "American Football", aber ohne Football.  Zudem lief die Räumungsaktion viel friedlicher ab als z.B. die Aktionen in Montreal bei den Studentenprotesten von vor 10 Jahren. Da war deutlich mehr Gewalt im Spiel - auf beiden Seiten.

Das eigentliche Problem ist, glaube ich, mittlerweile ein anderes: 

die Finanzierung von illegalen Aktivisten, meist tendenziell rechtsradikal, von zweifelhaften Quellen im Netz angestachelt und radikalisiert. China, Russland und die "Rechte" in den USA versuchen unsere freiheitliche und demokratische Grundordnung zu destabilisieren. Die permanente Falschinformation und die Cyberangriffe auf unsere Infrastruktur, die Bots und Wahlbeeinflussungen, die Finanzierung von Nazis und Querdenkern sowie allen Gruppierungen welche irgendwie "Antistaat" sind.

Dem müssen wir kraftvoll und entschlossen entgegentreten und wir müssen die Glaubwürdigkeit unseres demokratischen Staatswesens und unserer Demokratie sowie deren Einrichtungen mit allen Mitteln aufrechterhalten und wir dürfen den Populisten keinen Millimeter Raum überlassen. 

99 % aller Kanadier dürften die illegale "Besetzung" der Hauptstadt einschließlich der Bedrohung der Parlaments durch eine verschwindend geringe Minderheit, definitiv nicht billigen. Auch die permanenten Angriffe auf die freie Presse muss endlich massiv angegangen werden sonst werden wir "finnlandisiert" bzw. kriegen russische Verhältnisse.  Wer will eigentlich in Russland leben bzw. dahin einwandern? Hebt bitte die Hand!!!

Nachdem die Situation in Ottawa "bereinigt" ist, kann man wieder über das Wetter und den Winter reden. 

Beim täglichen Langlauf hatte ich am Samstag einen "whiteout", d.h. es hat kurzfristig gepfiffen wie die Seuche. Null Sicht.


 

Da war es am Freitag und auch heute, am Sonntag, schon deutlich freundlicher. 


Und die Nachbarn sollten wohl bald mal anfangen ihr Fahrzeug aus zu graben. 







Sonntag, 13. Februar 2022

Temperatursturz und Aufruhr in Kanada

Das mit den ungeimpften Truckern habt ihr ja auch in Deutschland mitbekommen - das kam ja selbst auf B5 in den Nachrichten. D.h. einige Hundert Lastwagen blockieren seit ca. 14 Tagen die Hauptstadt Ottawa. Rien ne va plus. Trudeau "versteckt" sich irgendwo - wahrscheinlich zusammen mit Olaf. Die Einwohner von Ottawa haben einen witzigen Slogan entwickelt: "make Ottawa boring again".

Diesen Trucks haben sich jetzt alle welche in irgendeiner Form unzufrieden sind, und das sind VIELE, in irgendeiner Form angeschlossen. Selbst in Frankreich gab es einen "Freedom Convoy" Richtung Paris. Das Gleiche in den USA. Zudem besetzten die Antivacciner eine wichtige Transit Brücke zwischen Kanada und den USA welches zu riesigen Lieferengpässen führte. 

Es wurde sogar ein Szenario von einem Eingreifen des kanadischen Militärs "im Inneren" diskutiert und ein solches Eingreifen der Armee im Zivilen Bereich hat es in der kanadischen Geschichte bisher nur drei mal gegeben meines Wissens und davon war eines eine Naturkatastrophe (Der Eissturm) und somit humanitär und die anderen zwei Situationen waren Terrorismusbekämpfung und eine bewaffnete Auseinandersetzung mit den Mohawk Warrior.

Letzte Woche war dann noch totales Chaos in Quebec (City) und gestern war eine Demo und Blockade in Montreal angekündigt. 

Hier werden zwar - mehr oder minder - nahezu alle Covid Einschränkungen schrittweise aufgehoben aber halt nicht für die Nicht geimpften und die radikalisieren sich gerade ein wenig. 

Jedenfalls sind viele Kanadier (und Quebecer  welche sich oft nicht wirklich für Kanadier halten) überrascht davon, dass die, für gewöhnlich, extrem pazifistischen "Softies aus dem Norden", welche sich normalerweise nur über Kälte und Schnee aufregen, plötzlich eine womöglich weltweite Protestbewegung angekurbelt haben. 

Wo ich gerade beim Wetter bin: 

ich wollte am Samstag (gestern) in die Hütte fahren und da gab es zwei Probleme. Zum Einen wurde ein Temperatursturz angekündigt und zwar von plus 6 Grad inklusive leichten Regens in Montreal auf minus 27 inklusive Schnee und Eis am Chalet. Über Nacht. Also 33 Grad Celsius Unterschied. Welcome to Canada - ca. 100 km Entfernung.

Dann war noch das Problem mit den Truckern: werde ich überhaupt aus Montreal raus kommen oder wird alles blockiert? Und komme ich überhaupt bis zum Chalet bei den Wetterbedingungen? Mal schaun. 

Aus Montreal kam ich gut raus, es standen zwar viele Bullenschüsseln rum aber es gab keine Probleme auf der Autobahn. 

Kurz vor der Ausfahrt in die Pampa, Richtung Hütte (noch ca. 30 km von da aus - Brownsburg- Chatham) kam ich plötzlich in einen "Convoy". Hunderte von Pickups, normalen PKWs, Zugmaschinen, fuhren als Convoy Richtung Ottawa. 

Die wurden dann aber angeblich vorher "abgefangen".



Ich musste ca. zwei km mit dem Convoy mit "eiern" dann war ich raus. Gott sei Dank. 

Temperatur mittlerweile: 0 Grad. 

Danach ab und hoch zum See. Yo. Zum Ersten und Einzigen mal in 18 Jahren habe ich es nicht geschafft mit dem Auto bis zur Hütte zu fahren. Ca. einen km vor unserer "Privat Association" musste ich das Auto stehen lassen und den Rest zu Fuß gehen. Es war unmöglich die eine Steigung zu bewältigen - trotz super Winterreifen und Frontantrieb. Ohne Ketten keine Chance. 


Es herrschte diese "November Stimmung" - totale Ruhe. Ich liebe das. 

Außentemperatur mittlerweile: minus 11 Grad. 

Dann halt alles wie immer: erst mal muss man sich durch den Schnee zur Tür vor kämpfen, dann Heizen was das Zeug hält, die Hütte auf Temperatur bringen, die Sauna an werfen, usw.!


Ich habe während der letzten drei Wochenenden bestimmt zwei Steer Holz verbraucht. Der Hammer. Aber wir haben Reserven für zwei Winter. 








Der Rest ist ein Winter Paradies. Zwar hatte es minus 22 am Morgen aber es gab keinerlei Wind und ich habe geschwitzt wie sau. Die Innentemperatur ist dann bei ca. plus 28 Grad. 

Insgesamt waren es somit nur 28 Grad Temperaturunterschied - alles nicht so wild.

Ansonsten fantastische Back Country Ski Bedingungen und Sonne pur.

Viel "kanadischer" geht es, glaube ich, nicht. 

 

 






 





 

 

 




 

 

Mittwoch, 9. Februar 2022

Gute Aussichten

Das hiesige Gesundheitsamt schätzt, dass ca. 2 Millionen Quebecer Omikron hatten, bzw. haben - und zwar seit dem Zeitraum Weihnachten bis heute. 2 Millionen entsprächen 25% der Gesamtbevölkerung.

Aufgrund der niedrigen Fallzahlen von schweren Krankheitsverläufen wurde gestern angekündigt, dass schrittweise ALLE Covid relevanten Einschränkungen in den nächsten 4 Wochen aufgehoben werden. 

Einzig die - in Bayern würde man sagen - G2 Regel bleibt bei bestimmten Einrichtungen und Aktivitäten bestehen - d.h. der Nachweis des doppelten Impfstatus. 

Wir können also endlich wieder Party machen, ins Kino oder Restaurant gehen, zum Fußball etc. und müssen nicht mehr permanent über irgendwelche Regeln nachdenken. 

Bei mir im Büro gibt es eigentlich schon seit ein paar Wochen keine "Regeln" mehr. Mein Team sieht das mittlerweile sehr "entspannt". 

Its over - so scheint es. Freedom Day. Zeit wirds. 


Ansonsten herrschen beste Wintersportbedingungen und logischerweise ging es heute rauf auf "den Berg". Mit Blick auf Downtown. Ich muss gestehen, der Blick und die Atmosphäre da oben, am Abend, mit dem Lichtermeer unten in der Millionenstadt, ist immer noch faszinierend. 


 

Sonntag, 6. Februar 2022

Wie ist die Lage?

Nu ja,

Ski & Rodel weiterhin gut. Am Donnerstag hat es mal wieder leicht geschneit, d.h. ca. 15 cm und da Lili ein "langes schulfreies" Wochenende hatte sind wir am Freitag Nachmittag - logischerweise - hoch in die Hütte gefahren und wollten dann am Samstag Skifahren. 

Diesmal hatten wir bei der Ankunft "nur" 0 Grad innen und das war schon mal besser als die Woche zuvor - da erwarteten uns krasse minus 10 Innentemperatur. 

Nachts ging es zwar auch wieder auf minus 22 runter aber irgendwie kriege ich das langsam besser in den Griff. 

Die Hütte ist nur ca. 45 Minuten von einem der besten Skigebieten der Ostküste entfernt - Mont Tremblant. Da braucht man allerdings am Wochenende nicht hinzu fahren da es dann total überfüllt ist und da ich absolut keinen Bock auf Anstellen und ewiges Warten am Lift habe. 

Außerdem ist Tremblant extrem überteuert - ein Tagesticket kostet 119 $ - der Wahnsinn. Sagen wir mal eine Familie, drei Personen, dann bist du mit 300$ pro Tag dabei - das ist Wahnsinn.

Wir gehen deshalb lieber nach "Mont Blanc" - hat natürlich nichts mit dem Gipfel in den Alpen zu tun aber es ist ein kleines ganz nettes "Hügelchen". Es gibt kaum Anstellzeiten, die Pisten sind gepflegt und für einen Tag ist das voll okay. Es gibt allerdings nur Sessellifte und die Abfahrten sind kurz. Das kann man nicht mit z.B. Sexten vergleichen aber was solls, besser als gar nichts und kostet die Hälfte von Tremblant.

Samstag war ein super sonniger Tag aber grenzwertig kalt - minus 16, Gott sei Dank kein Wind und es ging so. Außerdem ging es ja danach zurück ins gemütlich warme Chalet und in die Sauna.

 


Lili fährt mitterweile "wie die Sau" und ich komme da nicht mehr mit. 

Unser "Schneefallmessgerät" (der Tisch) auf dem Balkon zeigt momentan lediglich ca. 50 cm Niederschlag was für die Jahreszeit außergewöhnlich wenig ist. Zur Erinnerung: die durchschnittliche Schneefallmenge pro Winter  beträgt ca. 300 cm. Mal sehen ob die kommenden zwei Monate Winter das noch "ausgleichen" werden. 

Darüber hinaus war hier das große Thema der, sogenannte, "Freedem Convoy", d.h. der Freiheits Treck. Seit letzter Woche "besetzen" Trucker mit ihren Fahrzeugen die kanadische Hauptstadt Ottawa und blockieren die komplette Innenstadt - hauptsächlich um das Parlament herum (Parlament Hill). Dabei kam es zu "unschönen" Szenen. Es gab Hakenkreuz Schmierereien, Rechtsextremismus und viele unschöne und nicht sehr zivile Ausschreitungen. Ausgangspunkt war eigentlich der Protest gegen Covid bedingte Einschränkungen für Trucker bzw. deren Impfpflicht bezüglich Aus- bzw. Einreise in die USA bzw. Kanada. 

Vorhin habe ich auf B5 gehört, dass der Bürgermeister von Ottawa heute den Notstand ausgerufen hat. Trudeau bleibt "blass" und hält sich raus, anders Québecs Regierungschef. So wie ich ihn kenne (ich kenne ihn nicht - ich hatte leider nie die Gelegenheit Legault persönlich kennen zu lernen - im Gegensatz zu Trudeau mit welchen ich vor Jahren mal ein Sandwich gegessen habe) wird Québec hier etwas härter durchgreifen. 

Dieses Wochenende haben die Trucker und das ganze obskure "rechtsextreme - antivaccin Geschwerdel" welches auf den "Freedom Convoy" aufgesprungen ist nämlich Québec City "angegriffen". D.h. hunderte von Zugmaschinen und Pickup Trucks fuhren in die Innenstadt und blockierten dann die Strassen. 

Ich denke wir können alle verstehen, dass die meisten von uns die Nase voll haben (sprichwörtlich) von dem ganzen Einschränkungs- und Covid Wahnsinn. Wir wollen ALLE wieder zum normalen Leben zurück - aber bleiben wir doch bitte zivilisiert - das ginge doch auch. 

Covid scheint eh durch zu sein, also was soll das? Wogegen werden die Freaks demonstrieren wenn es keine pandemischen Einschränkungen mehr gibt?