Donnerstag, 10. Juni 2021

Summer in the City

Die Restaurants und Biergärten haben auf, alle Terrassen sind rappelvoll und in den öffentlichen Parkanlagen ist derartig viel los, dass die Polizei Helikopter einsetzt um aus der Luft zu überwachen. 

Es liegt eine unglaubliche "Partystimmung" in der Luft und das herrliche Sommerwetter trägt seinen Teil dazu bei. 

Gestern war "Stammtisch" im Biergarten und auf dem Nachhauseweg war eine schöne Abendstimmung in der Stadt. 



Die Impftermine werden mittlerweile - wie erwartet - vorverlegt und ich kann ab morgen einen Termin beantragen für den "zweiten Schuss". Ab Ende nächster Woche wird dann universell geimpft, ohne Einschränkung oder Priorisierung.

 

 

Montag, 7. Juni 2021

Gefühlt: Po Ebene im Juli mit wahnsinns Schwüle bzw. heißen afrikanischen Winden

Genau so fühlt es sich an. Wir Franken kennen zwar auch die Schwüle, aber Schwüle, d.h. Luftfeuchtigkeit, ist relativ. 

Logisch kann ich mich an schwüle Hochsommertage erinnern. Der Vater hat ja selbst in den 70er Jahren teilweise noch die Pferde zum Heu wenden genommen und wenn es dann so schwül  warme Tage gab mussten die Tiere so eine Art Ohrenschutz tragen. Gegen die Bremsen. Hier heißen diese Viecher richtigerweise "Horseflies". Also Pferdefliegen. 

Ebendiese waren gestern hochaktiv. Ich bin zum See geflüchtet weil sich die Stadt in diesen Phasen zum "Bratofen" entwickelt. Am See, im Grünen und in der Natur sind es schon mal ca. 8 bis 10 Grad Unterschied. 

Denn reelle 35 Grad südlicher Sonne, gepaart mit unglaublicher Luftfeuchtigkeit machen dann so 40 Grad. Oder mehr. Und die ganze Stadt heizt sich auf - die Masse. Die Häuser, der Asphalt.

Auch Nachts. Die Sonne ist zwar weg aber die Luft bleibt warm und feucht. Es ist, schier unglaublich. Permanente Sauna. 

In Quebec gibt es eine historische Sache und zwar die 'Cuisine d'été', d.h. die Sommerküche. Gekocht wird also draußen, wegen der Hitze und weil man die Innentemperatur nicht auch noch wegen des Kochens erhöhen wollte.

Auf dem Motorrad bleibt man ja normalerweise relativ "gekühlt", d.h. es gibt eigentlich immer etwas Fahrtwind aber wenn der Wind 40 Grad heiß ist kühlt es auch nicht mehr sonderlich. 

Die "heißeste" Fahrt meines Lebens war nicht etwa in Südamerika oder Mexiko oder sonst wo sondern in Philadelphia. Es war so heiß, dass man nur noch mit nassem, Wasser getränkten T-shirt fahren konnte um die Körpertemperatur wenigstens etwas runter kühlen zu können. Es war schlichtweg brutal. 

In Arizona kann man innerhalb eines Tages sterben aufgrund der Hitze. Da bin ich zwar noch nicht gewesen, aber Freunde von mir haben mir erzählt, dass es Tage gäbe wo man de facto nicht nach draußen gehen kann weil man sonst womöglich wegen der Hitze sterben könnte. 

Also, ganz so krass ist es hier nicht, es geht vorbei. Mittwoch gehen die nächtlichen Temperaturen wieder runter auf 15 Grad oder so. Geil. 

Dann können wir die Fenster wieder aufmachen. Aber es soll ein heißer und trockener Sommer werden. Na denn. 

Gott sei Dank haben wir unsere Hütte am See. Hat schon was. Einfach in das kühle Nass eintauchen und eine Runde schwimmen. Total Geil. 

Die Hitze hat was, aber es sollte, hoffentlich, nicht wochenlang andauern.




bin heute mal die gute alte Scotch Road Richtung Süden gefahren und ich muss sagen:

wie in Guatemala - mindestens.

Im oberen Teil felsig, im mittleren Teil teils Sand, teils Schotter, mit fetten ausgefahrenen Wellen drin und gelegentliche Schlammlöcher.

Das komplette Programm. Geiles Offroad Biking.





 

 

 

Donnerstag, 3. Juni 2021

Wohnen in einer Schuhschachtel und das erste Bier im Biergarten

Gestern habe ich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden können. Ich brauchte ein paar Unterschriften von unserer ersten Vorsitzenden, wir sind ja sozusagen ein eingetragener Verein, und die wohnt in so einem relativ abgelegenen Stadtteil und fahre da immer mit dem Fahrrad hin. 

Dabei kann ich dann schön über den alten Hafen fahren und am Kanal Lachine vorbei. Ebendieser wurde damals gebaut damit die Voyageure mit ihren Kanus ihre Pelzlieferungen direkt in den alten Hafen bringen konnten zur anschließenden Verschiffung nach Europa. 

Denn sie konnten den Saint Lorenz Landeinwärts, Richtung große Seen, nicht befahren bzw. überwinden wegen der Stromschnellen bei Lachine. 

Das ist der Blick vom alten Hafen aus. Wenn man vorne Rechts den Strom hochfahren würde käme man zu den "Rapids" wie das hier genannt wird. Das ist der Blick auf die Ile Saint Helène.

 

 

Wenn ich auf Downtown gucke, dann frage ich mich, wer soll eigentlich diese ganzen Bürotürme bevölkern in der Post Covid Zeit? Da werden immer noch Türme an Türme hochgezogen. Ich gehe davon aus, dass da einiges auf Downtown zukommt weil ich nicht davon ausgehe, dass alle Firmen ihre Angestellten und Mitarbeiter wieder 100% in die Büros schicken wird. In Québec geben 80 % der arbeitenden Bevölkerung an, dass sie zukünftig lieber von Zuhause arbeiten möchten - sofern möglich. 

In Ville Èmard, einem kleinen Stadtteil Montreals, geht es noch relativ ursprünglich zu. Der gigantische Immobilienboom geht noch etwas daran vorbei und es gibt relativ viele - sogenannte - Shoeboxhouses.

 

 

Diese "Schuhschachtelhäuser" gibt es mittlerweile nicht mehr so oft aber sie sind historischer Bestandteil der urbanen Montrealer Architektur. Sie wurden häufig von einfachen Arbeitern errichtet oder gekauft um den engen und dreckigen Arbeitervierteln mit Mietwohnungen ohne Bad zu entfliehen. Auf dem Nachhause weg, immer auf dem Radweg am Lachine Kanal entlang, konnte ich dann mein Glück nicht fassen. Der McAuslan Biergarten hat auf. Geil. 

Meine erste frisch gezapfte "Pinte" im Freien seit Oktober, glaube ich. Wahnsinn. Das geht wahrlich runter wie Öl. Bei absolut sommerlichen Bedingungen. So darf das ruhig weitergehen.

 






 

Dienstag, 1. Juni 2021

Eine coole Perspective

 

Ich bin ja durch Tagesthemen, B5 die SZ (danke) sowie "die Zeit" relativ auf dem Laufenden was Deutschland und Bayern anbelangt und ich vergleiche immer gerne.

Wie ist die Covid Lage hier? Sehr gut muss ich sagen, selbst Lili ist geimpft, d.h. es sind de facto fast alle hier geimpft. In Deutschland hingegen gibt es die Diskussionen um die Impfung der 12+ - Quebec geht da vollkommen entspannt ran.  Es gibt auch keine Ausgangssperre mehr, die meisten anderen Maßnahmen werden zurückgenommen oder aufgehoben und angeblich hat es deswegen am letzten WE einen krassen Anstieg an kriminellen "Geschehen" hier gegeben. Logisch, bei einer Ausgangssperre wird viel von dem wenigen Verkehr kontrolliert und die Gefahr bei einem Einbruch oder sonst was erwischt zu werden ist extrem hoch. Deswegen gab es auch plötzlich fast keine Kriminalität mehr - das spielt sich ja meistens Nachts oder zumindest bei Dunkelheit ab. Aber am WE waren wohl einige Gang Auseinandersetzungen, Schießereien usw. - zudem wurde der öffentliche Raum "vermüllt" weil die Kids total Party gemacht haben. Sei es wenigstens ihnen gegönnt, aber trotzdem bräuchte man nicht so viel Müll hinterlassen bzw. zu produzieren.

Die Polizei Sprecher sind bestürzt über die Gewaltausbrüche des Wochenendes und suchen nach Erklärungsansätzen. Hat die organisierte Kriminalität etwa auch so was wie Covid Müdigkeit und organisiert deshalb ein paar "Scharmützel" mit feindlichen Gangs und Klans weil man "wieder raus darf"? Möglich. 
 
 
In Deutschland bzw. in Bayern sind ja gerade Pfingstferien welche es hier nicht gibt. Dafür aber lange Sommerferien. Ich gedenke, wie schon mal erwähnt, die zweite Julihälfte mit den Kindern am Chalet zu verbringen - das ist der Traum. Jeder Tag 30 Grad, der See ist wie ein Badewanne und es gibt Strände ohne Ende. Vielleicht kann ich Emile davon überzeugen mal ein paar Tage sogenanntes Kanu Camping mit Pap zu machen. Man ist einfach ein paar Tage mit dem Kanu unterwegs, von See zu See, von Fluss zu Fluss. Total weg von der Zivilisation. Aber richtig.


Wie öfters "wandere" ich von der Arbeit nach Hause. Eine Stunde im Wald, weg, wenn auch nicht "raus" aus der Stadt, da mittendrin. Aber ich finde das immer sehr entspannend, ich kann nachdenken, über den Arbeitstag reflektieren und ich höre nichts von der Stadt. Rein theoretisch könnte ich ca. 5 Stunden im Grünen unterwegs sein ohne zu bemerken, dass ich von zwei Millionen Menschen umringt bin. Das ist genial.