Mittwoch, 7. Mai 2025

On the road to the Sahara

 



Ich dachte echt, 'das war es dann' - over and out. Die Kiste ist im Arsch. Irreparabel. Du stehst am Arsch der Welt, bei 35 Grad, in einer Felswüste rum und "rien ne va plus".

A) ziemlich blöd, weil es nicht mein eigenes Motorrad ist sondern das von meinem Kumpel

 und

B) weil somit unser Roadtrip bereits nach ein paar Tagen zu Ende ist. Zumindest auf oder mit dem Motorrad. 

Aber, wie bereits gesagt, die Mechaniker in Marokko sind Meister im Improvisieren. Ich habe echt keine Ahnung wie man eine GS 1200 Aluminium Felge richtet und wieder, irgendwie, zusammenschweißt. Das Ganze in ca. 3 Stunden. Inklusive aufladen auf den Abschleppwagen und Transport, Rad ausbauen, Reifen flicken, usw.! Aber sie, "die Marokkaner", haben das hingekriegt. 

Die BMW lief gestern und heute super und einwandfrei.  

Allerdings hat die vordere Felge ebenfalls einen grenzwertigen Schlag abbekommen und ist auch "im Arsch". 

Aber das können wir alles irgendwie managen, irgendwie hinbekommen und somit geht dieser Wahnsinnstrip mit der ultra coolen Marokko Gang weiter. 

Ich muss zugeben: das ist echt ein Privileg. Wir, d.h. Lili und ich, sind teil der Familie. Wir sind Marokko. Wir diskutieren nächtelang über den Koran vs. Christentum (ich bräuchte dringend Peter oder Alex als Berater), (BMW vs. KTM (kleiner Joke, sorry). Wir fahren Strassen, die noch kein Tourist gefahren ist (siehe Bild oben in der Sukk - d.h. dem marokkanischen Supermarkt in der Wüste). Wir leben mit unseren marokkanischen Freunden und ihrer Familie. Ich hoffe nur, dass ich diese grenzenlose Gastfreundschaft irgendwann erwidern kann. 







 

 


Dienstag, 6. Mai 2025

Kaboum - die Kiste ist im Arsch - mitten in der Wüste

Gestern dachte ich, "das war es dann". Die Kiste ist im Arsch. Mitten in der Wüste, aber immerhin nicht so weit weg von der nächsten Stadt, Ourzazate. Wir (Lili und ich) haben bei 120 km/h ein fettes Schlagloch "volle Kante" erwischt. Sprichwörtlich. Volltreffer. Die Kiste konnte ich gerade noch abfangen und auf dem kleinen Seitenstreifen zum Stehen bringen. Die hintere Felge: Totalschaden. Reifen kaputt. Scheiße. Am Arsch der Welt bei 35 Grad.




Kurz davor sind wir noch munter über die Atlas Berge gebrettert. Nur cool. Cafe Pause bei Kerem. 

Es hat dann, nach dem Schlagloch, ca. 30 Minuten gedauert bis wir einen Abschleppwagen am Start hatten (15h30), um 16 h00 waren wir in einer Miniwerkstatt aber ich war mir sicher, da ist nichts zu machen. BMW Händler oder ähnliches gibt es nur in Marrakesch und eine Felge kostet schnell mal einen Tausender und außerdem dauert das mindestens eine Woche oder länger. Meiner Meinung nach war die Felge Totalschaden. 

Aber da haben wir die Marokkaner unterschätzt: das Rad war in 3 Minuten ausgebaut, um 16h30 beim "Spezialisten". Der hat die Felge gerichtet, geschweißt und vollkommen improvisiert wieder hergerichtet. Er meinte: "das taugt so, 10000 km kannst du damit fahren". Ciao. 

Um 19 Uhr war das Rad wieder eingebaut und um 20 Uhr kamen wir an der Unterkunft an. Ein Wahnsinn. Apropos: in Deutschland wären das ca. 1000 € gewesen inklusive neuer Felge und mindestens eine Woche Wartezeit. In Marokko geht so etwas in drei Stunden und kostet 25€. Der absolute Hammer. Die Marokkaner sind der Wahnsinn. Wir lernen jeden Tag dazu.

Der Roadtrip geht also weiter. Nächste Etappe: M Hamid - die Sahara. 


p.s. bei meiner abendlichen Inspektion habe ich dann leider noch feststellen müssen, dass auch die vordere Felge einen "Volltreffer" abbekommen hatte. D.h. der komplette Radsatz ist im Eimer. 

 

 

 


Samstag, 3. Mai 2025

Die Crew ist komplett - es kann losgehen

 



Lili kam tatsächlich nach 15 Stunden Flugzeit fast pünktlich an. Allerdings ist sie momentan voll im Jetlag und muss erstmal eine volle Mütze Schlaf nehmen. Aber wir waren in der großen Moschee, am Atlantik und sind mal so kreuz und quer durch Casablanca gefahren. 

"Die Boys" haben die Mopeds (1200er GS, 1300 K, 800er GS und 700 Teneré) auf Vordermann gebracht und alle Bikes waren tatsächlich beim Kundendienst. Die KTM auf dem Bild stand da nur zufällig rum. Moulay und Familie fährt nur und ausschließlich BMW. Das trifft auch für die Autos zu - nur für Mercedes und Porsche wird - gelegentlich - eine Ausnahme gemacht. 

Somit machen wir morgen einen relativ kurzen Trip nach Marrakesch, übernachten dort und fahren von da aus weiter Richtung Süden. Richtung Zagora und Sahara. 

Die Familienbande meines Kumpels in Casablanca ist einfach nur sensationell. Wir werden bekocht ohne Ende, müssen wirklich permanent Essen (wirklich gut) und ich trinke unglaublich viel Tee. Ernsthaft. 

Das Wetter ist geil, wir haben das komplette Equipment, die Bikes sind durchgechecked - der Roadtrip Marokko 2. kann starten. 







Donnerstag, 1. Mai 2025

Auf dem Weg nach Afrika

 



Mein guter Kumpel Gerd, aus den genialen Würzburger Zeiten, hat das wohl größte Schnitzel bekommen das ich jemals gesehen habe. Dazu ein leckeres Bier, genossen unter riesigen Kastanienbäumen in einer total ruhigen Ecke in Dachau bei sommerlichen Wetter. 

Am Tag davor bin ich von Minga aus mit der Bimmelbahn nach Oberfranken gefahren. Durch blühende Landschaften mit einem unglaublichen Grün. Durch Natur pur. An Flüssen, satten Wiesen und Wäldern entlang mit intensiven Frühlingsfarben. Die Obstbäume blühen. 

Dann dieses Wetter in Oberfranken mit Sonnenuntergang in Tennach, Blick auf den Frankenwald und das Fichtelgebirge. Mei is des Land sche. 

Bayern, bzw. Franken IST das gelobte Land. Man kann es nicht leugnen. Ich habe unlängst Mexiko, USA, Kanada, Japan und, u.a. Brasilien "erfahren" und ich finde, das Bayern wohl möglicherweise das Land auf dieser Welt ist mit der besten Lebensqualität insgesamt. Mein Kumpel Gerd ist der selben Ansicht. LOL. Siehe Schnitzel. 

Meine BMW habe ich - für weiteren Gebrauch in ca. zwei Wochen - erstmal in Dachau stehen lassen. 

Ansonsten bin ich mittlerweile gut in Casablanca angekommen und wir, d.h. mein Kumpel Moulay und ich, bereiten die Bikes (BMW GS 1200 und BMW K1300), das sonstige Equipment und die Logistik vor. Lili kommt am Samstag früh an, dann gehen wir noch in die Hamam und entspannen uns einen Tag und am Sonntag geht der Wüstenroadtrip los. Die Sahara ruft. Wir kommen. Wobei dieser Trip definitiv nicht stressig sein sollte: wir haben ein Top Bike, pennen in Top Locations, haben Top Essen und Top Tour Guides: unsere marrokanischen Freunde. 

Lili fliegt morgen Abend von Seoul aus über Doha nach Casa und am Samstag früh hole ich sie am Flughafen ab. Sahara die Zweite. 

Die Gastfreundschaft der Familie hier ist unübertroffen. Wir werden durchgefüttert, kriegen ein hammer Begleitprogramm und vor allem: nicht touristisch sondern 100% authentisch. Mei, sen die Leid freindlich. 

Derweil hat sich mein Neffe Johannes eines meiner Bikes in Montreal geschnappt und ist zu nicht bekannten Zielen aufgebrochen. 

So, morgen und Samstag nochmal chillen und dann geht der Roadtrip los. Geil! 




 

 



 

Sonntag, 27. April 2025

Road trip - Hockey - Wahlen

 


Das Wetter in Montreal ist grottenschlecht dieser Tage aber es kann ja nur besser werden. Ich habe vorhin kurz mit Elfie gesprochen und da könnte man schon etwas neidisch werden: strahlendes Frühlingswetter in Bayern und alles ist grün. Das wird hier noch etwas dauern aber da ich momentan auf dem Weg nach Oberfranken bin ist das auch ok.

Es gibt aber auch tolle Tage - so ab und an - wie z.B. letzten Sonntag. Ich bin über die Champlain Brücke geradelt, am St. Lorenz entlang und man konnte die Adirondacks (Lake Placid) am Horizont erkennen. 

Ich bin wieder "on the road", Minga, Oberfranken, Casablanca und Abschluß in der Toskana. So ist das grobe Programm. Meine Leute im Büro sind "am Ball" oder "am Puck" - so würde man das in Montreal wohl eher sagen und der Laden sollte ein paar Wochen auch ohne mich laufen. Ansonsten arbeite ich immer so ein paar Stunden online wo immer es halt geht.  

Am nächsten Samstag treffe ich mich mit Töchterchen in Marokko und zusammen machen wir den nächsten Wüstentrip. Ich hoffe mein marokkanisch-kanadischer Kumpel ist etwas fitter als letztes Jahr aber im Moment sieht es schon wieder nicht so gut aus. Eventuell muss ich wieder improvisieren. Wurscht. Des werde scho ....!

Lili kommt aus Dubai, glaube ich und wir treffen uns - wie gesagt - in Casa und machen dann so ein ähnliches Programm wie letztes Jahr. Grobe Richtung Sahara. 

Die Montreal Canadians spielen heute Abend wieder ein großes Match und in Montreal ist die Hölle los. Der Schuppen ist ausverkauft und 50000 Leute (inklusive Emile) sind auf und in der Straße rund um den Bell Center und sehen sich das Match am Großbildschirm an. Falls die Jungs heute Abend gewinnen (best of 7, d.h. wer als erstes vier Spiele gewinnt kommt weiter) gleichen sie aus und dann würde in Montreal die Hölle losbrechen. 

Und natürlich ist da noch eine richtungsweisende Wahl am Montag. Die sogenannte Liberale Partei (CDU ähnlich) wird - meiner Meinung nach - einen Erdrutschsieg erzielen. 



 






 



Donnerstag, 17. April 2025

Du weißt, das du in Kanada lebst wenn .......

 .... die geplante politische Diskussionsrunde der Kandidaten für die kanadischen Parlamentswahlen und somit für den Posten des kanadischen Ministerpräsidenten verschoben wird weil die Montreal Canadiens ein entscheidendes Spiel haben. 

Die Canadiens hatten gestern Abend ein "Endspiel" um sich für die Playoffs zu qualifizieren. Daraufhin wurde die TV Runde vorverlegt um nicht zeitgleich mit dem Hockeyspiel zu laufen. 

 

https://www.cbc.ca/news/canada/montreal/french-language-debate-quebec-1.7510909

 

Geil. 

Go Habs Go!!! Die Canadiens haben 4 zu 2 gewonnen und sich somit qualifiziert - in extremis. Jetzt beginnt in Montreal die sogenannte fünfte Jahreszeit. 

 




Montag, 14. April 2025

Es gibt nicht viel zu berichten und das ist gut so

 


No news, good news. Es gibt - in der Tat - nichts zu berichten. Der ganz normale Wahnsinn, d.h. arbeiten im Büro, mal kurz ab ins Chalet um zwei Tage im Wald zu verbringen. Bei optimalen Bedingungen, d.h. ca. 15 Grad, die Sonne strahlt und es liegt fast kein Schnee mehr. Also nix wie ab und "Bushwhacking" zu den Cliffs. Es geht über Stock und Stein aber mittlerweile kenne ich die Richtung so genau, dass ich niemals weiter als 50 Meter von der Schlüsselstelle für den finalen "Aufstieg" abweiche. Ein paar Adler fliegen herum und im Wald haben wir ganz frische Spuren von einem Elch gefunden. Der muss da am Morgen vorbei gelatscht sein.

Die Sonne tut gut nach dem langen Winter. Der See ist zwar noch gefroren aber das Eis sollte diese Woche brechen. Zwei Wochen früher als "normal". Für die Jahreszeit liegt auch deutlich weniger Schnee als in vergangenen Jahren trotz 10 cm Neuschnee am Vortag. 

Ansonsten "läuft mir die Zeit davon". Das ist komisch, aber ich habe nur noch knapp zwei Wochen bevor der nächste Roadtrip los geht. Marokko, die Zweite. 

Lili turnt gerade in Japan rum, das war ihr Wunsch und viele Kanadier machen das so, dass sie zwischen Abitur und Studium eine "Bildungsreise" einlegen. Die meisten gehen nach Europa aber da Lili ja auch "Europäerin" ist hat sie sich für Asien entschieden. Japan und Korea. Anfang Mai treffen wir uns dann in Casablanca und machen 10 Tage Vater-Tochter Roadtrip. Ab in die Sahara. Mein Kumpel organisiert mir ein Bike und somit können wir im Mai knapp zwei Wochen durch die marokkanische Wüste brettern.  

Die Zeit vergeht wie im Flug und das ist mein Problem denn es liegt unglaublich viel Arbeit an im Büro weil es das Ende meines Finanzjahres ist. Aber man kann ja mittlerweile nahezu alles am Laptop machen, egal wo man sich befindet. Das hat manchmal Nachteile aber, in meinem Fall, auch Vorteile. Siehe Marokko. 

Johannes kommt angeblich Ende April wieder vorbei und das ist perfektes Timing weil er dann meine Bude und eines der Motorräder nutzen kann. 

An der politischen und gesellschaftlichen Front tut sich auch nicht viel. Der orangene Volldepp zerstört sein Land und vielleicht ist das gut so. Die Kanadier wählen in zwei Wochen und gewinnen wird der Kandidat, bzw. die Partei, die am meisten anti-USA-ist. 

Wahrscheinlich wird es Carney und seine "liberale" Partei (d.h. so CDU-CSU ähnlich). Im täglichen Leben hat sich hier nichts geändert außer das man halt nicht mehr in die USA fahren kann oder sollte. Die Airlines streichen jede menge Flüge weil niemand mehr zu den Deppen fliegt bzw. reist. Die U-Bahn fällt ständig aus, die Infrastruktur ist am Ende, das Leben teuer. Also alles ganz normal und wie immer. Aber solange die Sonne scheint, der Frühling kommt und meine Kräder rollen, ist das nebensächlich. Allerdings sehen wir in Quebec bereits einen starken Anstieg von Asylsuchenden aus dem Süden, hauptsächlich Haitianer und das könnte in den nächsten Monaten ein riesiges Problem werden. Es sind angeblich 400000 geflüchtete Haitianer beim "Nachbarn" und wenn die alle, aus Furcht vor Abschiebung, hier über die grüne Grenze kommen, dann wird es, sprichwörtlich, eng - selbst im riesigen Kanada. Denn wo es keine Infrastruktur und z.B. Wohnraum gibt kann man halt nur begrenzt Flüchtlinge aufnehmen. Siehe Syrer in Deutschland 2015 und 2016. 

Merzomat will angeblich Taurus liefern und dann werden wir mal sehen ob das Material taugt oder genauso mies ist wie das meiste andere "Zeugs". 

Nächste Woche ist Ostern, das Friedensfest. Vielleicht geschieht ja ein Wunder und der Krieg hört irgendwann auf. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Oder Putin.





Montag, 31. März 2025

Ein letztes mal Wintersport

 


Ein "Saisonabschluss" mit Skifahren war noch drin letzten Samstag. Es ging sogar richtig gut und Lili und ich haben es nochmal "richtig laufen" lassen. 

Der See ist nach wie vor gefroren und sogar begehbar - allerdings sollte man aufpassen - aber das muss man sowieso immer und überall.

Für die Jahreszeit liegt extrem wenig Schnee und selbst am Chalet (trotz ca. 10 cm Neuschnee in der Nacht) ist fast nichts mehr "übrig". Normalerweise könnten da noch ca. 70 cm liegen aber am Samstag war schon keine flächendeckende Schneedecke mehr da. 

Das war es dann also dieses Jahr mit Wintersport. Allerdings sollte man in Quebec niemals nie sagen. Ich hatte schon 45cm Winterstürme Ende April bzw. Anfang Mai.  

 


Sonntag, 16. März 2025

Samba Madness in Rio

Ana Clara und Michael hatten noch ein absolutes Highlight für uns organisiert:








Eine komplette Nacht im Sambadrome von Rio. Der absolute Hammer und wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen und erlebt hätte, würde ich es nicht glauben. 100tausend feierwütige Brasilianer singen und tanzen die komplette Nacht. Das Bier wird vom Fass geliefert und selbst die Reinigungskräfte sind orchestriert (nach jeder einstündigen Sambaschule wird die "Strecke" gereinigt weil ja danach wieder Samba getanzt wird!!). Dazu Feuerwerk, Lasershow und Dronen. 

Der ultimative Wahnsinn. Schaut es euch an ....... so geht das 8 Stunden lang. 

https://youtu.be/lUkgPzVLAoY



Dienstag, 11. März 2025

Massentourismus und Sambawahnsinn (letzteres im positiven Sinn)

 






Der Motorrad Crash war dann im Endeffekt nicht ganz so schlimm wie ich das im ersten Moment befürchtet hatte. 

Markus hatte auf der Ölspur keinerlei Chance und ist einfach weggerutscht. Das ist wie Schmierseife oder super Glatteis. Da hast du - insofern auf zwei Rädern unterwegs - nicht den Hauch einer Chance.

Er stand erstmal etwas unter Schock aber es war nichts gebrochen und er hatte - außer ein paar Abschürfungen und Prellungen nichts wirklich gravierendes. Gott sei Dank. 

Das Motorrad lief auch noch und hatte lediglich ein paar Blinker und diverse Plastikteile "eingebüßt". Der Schalthebel war gerade noch so benutzbar, ansonsten wären wir erstmal nicht weiter gekommen. 

Nach einer kurzen "Adrenalinpause" konnten wir weiterfahren und Markus ist echt ein "harter Hund". Nach so einem "Aufprall" einfach nochmal 5 Stunden weiter zu fahren als wäre nichts geschehen gehört in die Kategorie "abgebrüht". 

Respekt. Trotz Abschürfungen, Prellungen und vor allem dem psychologischen Element der Angst ist er einfach knallhart weiter gefahren! Ich bin übrigens mittlerweile auch mit besseren Klamotten unterwegs gewesen. 

Rio war dann der Hammer. Wir hatten ein Airbnb direkt an der Copacabana. Also echt direkt am Strand. Falls man das so sagen kann denn da verläuft noch eine vierspurige Strasse dazwischen und danach kommt der "Betonstreifen", d.h. kilometerlange Betonburgen und Hotels. Soweit das Auge reicht. 

Was daran so faszinierend sein soll hat sich mir nicht so recht erschlossen. Die berühmte Copacabana oder der Strand von Ipanema sind wohl mal ikonische Elemente gewesen aber soweit ich das beurteilen konnte, ist von diesem klassizistischen Charme nicht mehr viel übrig. Der Massentourismus zerstört alles. Überall riecht es nach Urin, der Verkehr ist die Hölle und die gigantischen ehemaligen Traumstrände sind scheinbar zu einer wahren Apokalypse verkommen. Touristische Ramschware. 

Das ist meine bescheidene Meinung. Logisch,  es hat immer noch 38 Grad, die Sonne scheint und die Copacabana ist wohl mindestens 10 km lang und einer der schönsten Strände der Welt - aber für mich wäre das auf Dauer nichts. Genau so wenig wie die anderen überlaufenen Touri Symbole wie z.B. der weltberühmte Zuckerhut oder die Jesusstatue. Endlose Anstellzeiten um dann auf ein "Ballermann" ähnliches Ambiente zu stoßen. Apropos: es gab kaum deutsche Touristen. Eher mehr Amis und Asiaten. 

Grauenvoll. Da sind mir die hochsommerlichen und  oft endlosen Sandbänke im Riviere Rouge in Quebec deutlich lieber. Denn die sind menschenleer und im Sommer mindestens genauso geil. 

Ich bin halt einfach ein naturverbundenes "Landei" und der ganze Over Tourismus geht mir total auf die Nerven. Ich war jetzt da, kann das "abhaken", Rio, Zuckerhut, Copacabana, Ipanema, etc. - aber ich könnte da weder leben noch länger bleiben. 

Da gehe ich dann doch lieber in den Frankenwald, den Bayerischen Wald oder eben ins Chalet. Ich fühle mich da einfach wohler - ohne diesen ganzen touristischen Wahnsinn. 

Ich gebe ja zu, dass ich auch selber Teil des Problems bin. Aber wie Groucho Marx das einmal so wunderbar trickreich ausgedrückt hat: I refuse to join any club that would have me as a member. 

Leider habe ich Joanne durch meine "miesepetrigkeit" ein wenig die Stimmung verdorben. 

Wie gesagt: landschaftlich und kulturell sicher eine der Top Locations auf diesem Planeten. Aber das hat sich halt in den letzten 100 Jahren etwas herumgesprochen. 

Der absolute "Overkill" sollte aber noch folgen und da muss ich dann sagen: Wahnsinn. Im positiven Sinne. 

So etwas habe ich, in der Form, auch noch nicht erlebt. 

Der Abschluss des Karnevals im Sambadrome in Rio. 

Und wenn ich es nicht mit eigenen Augen und Ohren erlebt hätte, würde ich es immer noch nicht glauben. 



Auf den Punkt gebracht

 https://www.youtube.com/watch?v=unSSHfIs3U0

Montag, 10. März 2025

Zurück in den - hoffentlich - Frühling

Der Brasilien Trip neigt sich dem Ende entgegen. Im Moment sitzen Joanne und ich  noch im sommerlichen Sao Paulo und heute Abend geht es dann wieder zurück nach Montreal. Aus plus 35 Grad werden dann - plötzlich - minus 15. Aber das sollte nur ein kurzes winterliches Intermezzo werden denn für das Wochenende sind selbst in Quebec Plusgrade im zweistelligen Bereich angesagt. Am Chalet sieht das noch anders aus - da sollten es noch ca. 4 Wochen Winter sein mit ca. einem Meter Schnee und hervorragenden Wintersportbedingungen. 

Zurück nach Brasilien: Rio war der Hammer. Die Fahrt Richtung Rio, über Paraty, einer portugiesischen kolonialen Stadt, war eines der Highlights. 






Paraty liegt wunderschön am Meer, ist relativ überschaubar und insgesamt echt eine coole Stadt. Unser verrückter Kumpel Henry war auch kurz dabei und der fährt jetzt, komplett bepackt, mit seiner GS Richtung Amazonien und von da aus dann Richtung Peru. Mal schaun, wie weit er kommt. LOL. 

Die Vegetation ist unglaublich - tropisch halt, Dschungel. Es war brutal heiß aber wie gesagt, motorradfahrerisch, endlich mal ein Highlight. Allerdings kam danach ein weiterer unnötiger "Ausrutscher". Gott sei Dank nicht meinerseits - ich hatte mich ja schon am ersten Tag "hingelegt" und das war nicht so cool weil wir keine adäquaten Klamotten trugen. Aber diesmal hätte es echt das Ende des Trips sein können - mit bösen Folgen. 

Wie gesagt: Paraty - eine super Stadt. Logischerweise etwas touristisch überlaufen aber was soll man machen, wir (ich) sind ja Teil des Problems. 

Die Location war super nett, direkt an einem Kanal gelegen, der Atlantik um die Ecke, Pool. Alles was das (touristische) Herz begehrt. Ich wäre gerne einen Tag länger geblieben aber - wie immer mit meinem Kumpel Micha - ist alles total "durchgetaktet" und es geht von "einem Highlight zum Nächsten". 

Also sind wir gegen Mittag Richtung Rio de Janeiro aufgebrochen. Die Strecke sah vielversprechend aus, d.h. einen kompletten Tag geht es immer an der brasilianischen Atlantikküste entlang. Fänomenal. 

Bis die erste langestreckte Linkskurve kam - mit dem merkwürdigen neuen Teerbelag auf der rechten Straßenhälfte. Das hat sofort meinen siebten Sinn "getriggert" und ich bin deshalb links davon vorbeigefahren. Unser Kumpel Markus war eigentlich relativ dicht hinter mir und der war dann aber auf einmal verschwunden. Ich dachte er hätte vielleicht einen technischen Defekt denn seine GS 650 hatte leichte Leistungsschwankungen - schon die ganze Reise über. Irgendein elektronisches Problem das mal kam und mal ging. 

Aber jetzt war er plötzlich verschwunden und ich hielt an (Landstraße, kaum Verkehr) und fuhr zurück. Nach ca. 500 Metern sah ich dann "das Übel".

Markus hatte sich in der Linkskurve auf einer Ölspur sauber "hingelegt" und das Motorrad ist samt Fahrer in die Leitplanke geknallt. Scheiße. Das sah nicht gut aus. 


 







 



Sonntag, 2. März 2025

Ein gigantisches Franken

 



Die ersten 2500 km sind abgespult und wir (Joanne und ich) sind stark beeindruckt. Landschaftlich war die Fahrt nach Bonito im Prinzip so, als würde man 1100 km permanent irgendwie durch ein riesiges Frankenland fahren. Die Landschaft war immer leicht hügelig, immer landwirtschaftlich geprägt und teilweise ein bißchen "toskanisch angehaucht". Riesige Mais-, Soja- und Zuckerrohrfelder wechseln sich ab. Die Felder und die Dimensionen an sich sind nur gigantisch. 1100 km Franken - allerdings mit Palmen und bei ca. 38 Grad. Ich denke einzelne Felder sind so zwischen 30 und 100 Hektar groß und gehen manchmal bis zum Horizont. Alles ist grün und fruchtbar. Farmen können locker mal 1000 Hektar groß sein. Unglaublich. Überall gibt es gigantische Kooperativen für die Ernteerträge und riesige Siloanlagen. 

Es ist - insgesamt - verdammt heiß hier - aber wir "nehmen das mit" denn in Montreal hat es minus 20 Grad und das wird auch noch eine Weile so bleiben. 

Motorradfahrerisch war es extrem langweilig aber das könnte sich ändern in den nächsten Tagen. Da suche ich mir mal ein paar kleinere und interessantere Strecken heraus. Danach geht es zum Karneval nach Rio und ab an die Copacabana. 

Brasilien ist wirklich kein Entwicklungsland sondern relativ stark industrialisiert mit hervorragender Infrastruktur und absolut modern. Es sei dahingestellt ob das jetzt gut oder schlecht ist. Jedenfalls ist alles supergut organisiert und, man höre und staune, muss man z.B. sein Fahrrad nicht abschließen weil nichts geklaut wird. Erstaunlich. Da ist jetzt auch wieder ein Vorurteil meinerseits "abhanden" gekommen. Andererseits sieht man schon auch jede Menge 'Gated Communities' wie eigentlich überall in Südamerika. D.h. die "Begüterten" schließen sich im Prinzip ein und schotten sich von der Außenwelt ab. In Rio soll die Sache diesbezüglich (Kriminalität) auch ein wenig anders sein aber das ist halt so das Ding mit den Metropolen. Der gesunde Menschenverstand ist somit angesagt wenn wir da zum großen Touri event gehen. Wie fast überall auf der Welt. 







Von diesen landwirtschaftlichen Kooperativen gibt es Hunderte. Die Gegend in der wir waren war letztlich ein gigantischer, riesiger landwirtschaftlicher Betrieb. Die Autos fahren übrigens meistens mit Bioethanol. Relativ günstig.  

Unser "Gastgeber" bzw. Cheforganisator, mein Kumpel Micha, hat logischerweise jede Menge Programmpunkte organisiert. Von der Höhlenexkursion bis zum 90 Meter Abseilen oder dem Schnorcheln im kristallklaren Flußwasser. Beim Abseilen ist mir anfangs übrigens "echt die Muffe gegangen". Krass. 

Apropos: NIRGENDWO liegt Müll oder Abfall rum. Alles ist total sauber und aufgeräumt, zumindest da wo wir waren. 

Und noch ein apropos, für die Biker unter uns: die 650er BMW ist ja ganz nett aber für solche Strecken denkbar ungeeignet. Ich wünschte mir eine 1200er GS - da lassen sich 1000 km mal eben so locker abspulen - aber mit der 650er?? Alter. Ausserdem habe ich mich "hingelegt". Das ist mir seit 2007 nicht mehr passiert und war kein Fahrfehler sondern "ungeeignetes Material". Linkskurve im Kreisverkehr, leicht runtergebremst, Dämpfer schlägt durch, der Rahmen (oder der Seitenständer) "tatzt auf" und "ab geht die Post". Ausser leichten Abschürfungen und einem leicht verstauchten Fuss (Joanne) ist aber, Gott sei Dank, nicht viel passiert. Trotzdem war das ein "Scheißfehler" der nicht passieren sollte. Saublöd. 

Das "Schnorcheln" in dem kristallklaren Fluß war hingegen saugut. Joanne hat sich gut "amüsiert". 










Mittwoch, 26. Februar 2025

Brasilien ruft



Brasilien hat "gerufen" und da konnten wir (Joanne und ich) einfach nicht nein sagen. Also spontan ab nach Sao Paulo und somit kann ich ein bißchen Motorradfahren im Februar. 

Wir machen "a bissl" Kultur und relativ viel Natur - und natürlich Karneval in Rio. Das hätte ich fast vergessen ...... das kommt dann nächste Woche. Wir haben Karten für die Show der Sambaschulen in Rio. 

Somit entkommen wir auch kurz dem quebecer Winter. Mein Kumpel Micha hatte "kurzfristig" einen Platz (Motorrad) frei bei seiner geplanten Brasilien Tour. Also gurke ich momentan mit einer BMW 650er GS (fast wie ein Kindermotorrad - aber besser als nix allemal) durch die brasilianische Pampa. Inklusive "Höhlenforschung" (siehe "blaue Lagune oben - eine riesige Grotte bei Bonito) und Hiken.  

Die ersten 1000 km habe ich hinter mir und wir sind durch endlose Weidegebiete mit unglaublich vielen Rindern gefahren. 1000 km nur Farmland. Rinderzucht, Zuckerrohr, Soja, etc.! Landschaftlich war es irgendwie ein mix aus Ober- und Mittelfranken. Relativ flach und, wie gesagt, Landwirtschaft soweit das Auge reicht. Somit handelt es sich aber auch - leider - um ein relativ langweiliges Motorradfahren - vor allem mit so einer kleinen Kiste. 

Ein Feld ist oft so groß wie der gesamte Reisighof (70 Hektar oder so) und geht oft von Horizont zu Horizont. Es ist ein gewaltig großes Land und erstaunlich stark industrialisiert, mit sehr guter Infrastruktur. 

Die ersten Tage waren brütend heiß mit schweren Gewittern am Nachmittag. 

Insgesamt, soweit so gut. Es ist heiß, wir können baden und wir "sparen" uns somit zwei Wochen des kanadischen Winters. 

Die nächsten Tage bleiben wir noch in Bonito und dann geht es wieder zurück auf die Hazienda einer Bekannten (siehe Pool und so .....). Dann kommt noch Rio - da bin ich mal gespannt. Auf zur Copacobana. 





Montag, 17. Februar 2025

Ein geiles Hockey Game und ein hammer Wintersturm

 https://www.youtube.com/watch?v=QzicFQzlN74

Anpfiff und los geht es .....  voll auf "die Fresse". Krieg auf dem Eis.

20000 "Kanadier" in Montreal gehen voll ab. Die US Hymne wird konsequent ausgebuht und jeder Bodycheck gegen einen Ami wird wie ein Tor gefeiert. Hammer. 

In all den Jahren habe ich noch nie so etwas wie kanadischen "Patriotismus" kennengelernt. Noch nicht mal ansatzweise, dazu ist der hiesige Schmelztiegel aller denkbaren Kulturen dieser Welt viel zu divers. Aber im Moment passiert etwas historisches: die Identifikation als Kanadier findet statt bzw. eher der Prozess sich von den USA abzugrenzen, also "Nicht-US-Amerikaner" zu sein. Alles Andere (außer vielleicht Russe oder Nordkoreaner zu sein) ist Besser. Angeblich wurden und werden die meisten Reisen in die USA storniert - selbst wenn die Leute dabei Geld verlieren. 

Quebec war eh schon immer anders und grenzt sich alleine durch seine Geschichte selbst von Restkanada ab. Alleine aufgrund der frankophonen Kultur. Freunde und Bekannte aus z.B. Ontario haben schon immer die kanadische Flagge gehisst aber jetzt gibt es plötzlich eine neue Solidarität zwischen den frankophonen und den anglophonen "Kanadiern". Vereint im Widerstand gegen die imperialistischen (und hoffentlich nicht faschistischen) US Amerikaner. 




Ansonsten versinkt hier gerade alles im Schnee. Wir hatten echt einen Hammersturm. Ich könnte gerade problemlos durch ganz Montreal laufen - allerdings nur auf Langlaufskiern. Wir versinken im Moment in ca. 50 cm Neuschnee (gestern) und den 35 cm von letzten Donnerstag.

Am Chalet hatte ich keine Chance: der Pulverschnee war so tief, dass ich weder mit Schneeschuhen noch mit meinen Backcountry Skiern irgendetwas machen konnte. Es war - schlicht und ergreifend - zu viel Neuschnee. Keine Chance. Die Rückfahrt am Sonntag früh war der Hammer: null Sicht, jede Menge Unfälle, Autos im Strassengraben usw. - es hat geblasen wie die Seuche. Einmal wäre ich um ein Haar auf der linken Spur auf stehende Autos aufgefahren - das war knapp. Ich bin diesbezüglich ja eher "Schmerzfrei" aber gestern war es wirklich kein Spaß draußen zu sein.

Wir haben das komplett Dach und Vordach am Chalet vom Schnee befreit - ein krasser "Workout". Alter. 

Jetzt muss ich noch das Auto freischaufeln und dann das Vordach in Montreal. Dazu muss ich mich aber erst mal wieder durch einen halben Meter Neuschnee auf das Dach vorkämpfen. Alle Schulen und öffentlichen Einrichtungen wurden heute geschlossen. Morgen sollte allerdings wieder alles im "grünen Bereich" sein. Dann dauert es noch ca. 10 Tage bis die komplette Stadt wieder vom Schnee befreit ist. 

Falls nicht der nächste Schneesturm kommt  oder die Amis einmarschieren. Ha, ha.





 

 



 



Samstag, 8. Februar 2025

Kanada - der 51 Staat der USA

 https://www.youtube.com/watch?v=WMxGVfk09lU

 

Uralt aber nach wie vor witzig.  

Hier werden jetzt allerorten US amerikanische Produkte aus den Regalen genommen. Wein aus Kalifornien wird boykottiert bzw. nicht mehr vertrieben, TESLAs werden wertlos, Reisen nach Florida werden annulliert. Starlink wird nicht mehr zu öffentlichen Aufträgen zugelassen (Ontario), usw.!

Das hat jetzt zwar alles keinen wirklichen Einfluss auf die wirren Handlungen des orangenen Volldeppen oder seine Entourage aber es sind halt so kleine Proteste des Alltags. 

Persönlich haben wir, d.h. Joanne und ich, unseren geplanten Hawaii Besuch annulliert und gehen jetzt stattdessen lieber nach Brasilien. Ich werde auch nie mehr in einen TESLA einsteigen oder als Taxi benutzen. 

Es regt sich also so ein kleiner, individueller Widerstand gegen den Größenwahn des Imperiums. Es hängt jetzt einzig und alleine davon ab, ob die amerikanische Gerichtsbarkeit unabhängig und stark ist und ob ihre konstitutionellen Strukturen dem Angriff und dem geplanten "Abriss" widerstehen. 

Das die US amerikanische Armee hier einmarschieren wird halte ich für ausgeschlossen - soweit wird der Irrsinn nicht gehen aber der orangene Vollpfosten scheint schon im Ernst daran zu glauben. 

Dabei geht es scheinbar wiederum nur um die Bodenschätze und z.B. Wasser (und damit auch um erneuerbare Energie). Kanada hat, glaube ich, einen der größten erneuerbaren Süßwasservorräte der Welt und hat Zugang zu über 20 % des Süßwassers an der Erdoberfläche und 7 % des erneuerbaren Wasserflusses der Welt.

Wie bereits einmal angemerkt, sollte es idealerweise irgendwann eine natürliche und biologische Lösung geben und bis dahin müssen wir halt dem politischen und sozialen Wahnsinn, der Korruption und Oligarchie, dem brutalen Opportunismus, den ständigen Fake News entschieden entgegentreten. 

Mit Mut zum simplen kritischen Denken und Handeln. Das sollte ja eigentlich nicht so kompliziert sein, oder?  

Den Superbowl am Sonntag schaue ich mir aber trotzdem an. Eventuell "switche" ich zu einem kanadischen Sportkanal aber die US amerikanischen sind halt in der Regel authentischer.

Ansonsten herrschen hier die hervorragendsten Wintersportbedingungen. Ich mache - de facto - jeden Tag Langlauf. Zur Not ab Haustür da ich 10 km gespurte Loipe in Fußweite habe (Park Lafontaine).

 









 

 

Montag, 3. Februar 2025

Pas de panique Tabarnak

Mein Gott ist das momentan eine mediale Aufregung. 
 
Im Grunde genommen ist aber alles halb so wild. Der US Dollar steigt temporär, was sich langfristig nachteilig auf die US Wirtschaft auswirken wird (u.a. werden sich die US Proukte für den Export verteuern). "Supply Chains" werden wieder eher lokal ausgerichtet und es finden Verschiebungen und Neuausrichtungen statt. Die US Wirtschaft wird kurzfristig profitieren (mögliche Verlagerung von Produktionsstätten in die USA - siehe Mexiko, Kanada), könnte aber langfristig auch große Nachteile erleiden.

Der Boykott von US Produkten, wie das jetzt die Kanadier zelebrieren, hat da nur einen kleinen Einfluss. Ich kann mich noch sehr gut an die Ölpreiskrise erinnern, Anfang der 70er? Den kalten Krieg der 80er Jahre? Die Internetblase um 2000? Die Banken- und Finanzkrise um 2010? Eine Krise nach der Anderen. Das tägliche Leben hier in Quebec wird sich wohl kaum ändern. Hoffentlich wird Bauholz billiger (da in den USA weniger nachgefragt) dann kann ich meine Außensauna am Chalet etwas billiger bauen.😎

Und Zölle gab es schon immer. Die USA werden dieses Jahr eine gewaltige Umweltkatastrophe nach der anderen erleben, Überschwemmungen, Schneestürme, Tornados, Hurrikane, Waldbrände, Versteppung, Wasserknappheit und jede Menge anderer Katastrophen. Ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird sie auf Jahrzehnte hinter dem Rest der Welt (erneuerbar und CO2 neutral) hinterherhinken lassen und so könnte ich jetzt weitere, seiten- und stundenlange Abhandlungen schreiben. Aber das wissen wir ja eh Alle.

Insgesamt und global langfristig gedacht gibt es nur zwei wirklich große Herausforderungen: A) Den Klimawandel mit horrenden Auswirkungen (wie z.B. globaler Migration ungeahnten Ausmaßes) und B) den "Angriff" auf die "freie demokratische" Welt und unsere freiheitliche, demokratische, rechtsstatliche und "friedliche" Grundordnung (siehe Rußland, Iran, Nord Korea, Argentinien, etc.).

Beide Probleme werden wir hinbekommen bzw. die Krisen überstehen - denke ich.

Themawechsel: 

Wir waren am WE Wintercampen, aber gott sei Dank voll mit Luxus, d.h. es war, im Grunde genommen kein Zelt, sondern eher ein beheizbares (Holzofen) Chalet. Die Langlaufbedingungen im "Parc de la Mauricie" waren einfach unglaublich. Das mit dem Holzofen war auch besser so, denn die Temperatur war Nachts so um ca. minus 23 Grad Celsius. 
 
Ich habe am Sonntag Nachmittag die wohl landschaftlich schönste Tour der letzten 10 Jahre gemacht. Solo, denn der Rest der Gang wolle da nicht mit - zu "anspruchsvoll" angeblich. Absolut geniale 3 Stunden durch unberührte Natur, vorbei an Seen und Flüssen und ohne einen anderen Menschen zu sehen. Nur cool. Ansonsten, ca. 50 km klassischer Langlauf auf wirklich hervorragenden Pisten. 1A!
 


 

Heute Abend kriegen wir super Schneefall - ca. 10 cm Neuschnee . Am Freitag werde ich mein Team zu einem Wintersporttag einladen. Man sollte die winterlichen Bedingungen voll ausnutzen - noch ca. 6 Wochen. Die Zeit vergeht wie im Flug. 

Ansonsten: keine Bange vor der Zukunft, das kriegen wir schon gebacken. Keep calm and carry on! Trotz Merz und AFD.