Freitag, 8. Juli 2011

Ein Loft in Montreal

Gestern habe ich bei meinem Kumpel Mariano beim Einziehen mitgeholfen. Was für eine coole Hütte. Unglaublich. Mitten in der Stadt liegend, keine Verkehr da von der Strasse entfernt und komplett neu gemacht. Panoramafenster, wahnsinns Terrasse und innen komplett offen. Cool.

Mitten in der Stadt eine grüne Oase.



Dienstag, 5. Juli 2011

B-52

http://www.youtube.com/watch?v=BHeercOuG-4

Schlechter Ton auf dem Video. Angeblich 100000 Leute! Gute Stimmung, geile Atmosphäre , absolut gute und groovige Backingband. Rock Lobster. Ging mir schon seit zwei Tagen im Kopf rum. Allerdings fehlte so der letzte Kick und die Jüngsten sind sie ja nun auch nicht mehr. Aber in Würde altern sage ich immer .....

Montag, 4. Juli 2011

und schon wieder ein langes Wochenende vorbei

Zeitgleich zum Altstadtfest ist hier immer ein langes Wochenende: Freitag war Canada Day. Die Leute oben am See sind eher prokanadisch und feiern ihr Wochenende mit einem großen Lagerfeuer und einem - eher kleinen - Feuerwerk. Ganz improvisiert am Strand. Für die paar Hansel die da oben wohnen ist das bestimmt das Highlight des Jahres.
Wir haben unser neues Kanu ausgiebig getestet. Am Samstag habe ich abends einen Bieber im See gesehen und später bin ich bei Dunkelheit über den See zurückgepaddelt: eine grandiose Stimmung.




Ansonsten halt Chalet: 30 Grad, kühles Bier und angenehmes Wasser. Das Kanu welches ich vor 4 Wochen dem Nachbarn abgekauft habe wurde, wie gesagt, getestet und als perfekt tauglich eingestuft. Ein sehr stabiles Seekanu, etwas schwer, aber es bleibt ja hauptsächlich stationär am See. Allerdings können wir damit jetzt u.a. auch mal den oberen Teil des Riviere Rouge fahren (der untere Teil geht nur für Hardcore Kayakfreaks - absolutes Wildwasserparadies)oder auch mal einen der größeren Seen im Umfeld erkunden. Als Tagestour vielleicht.


Ansonsten alles entspannt - 32 Grad im Moment und es soll die nächsten Tage so bleiben. Also weiterhin kühles Bier trinken und Arbeit im weitesten Sinne vermeiden wo es geht .....
So sah es heute unten am Fluß aus - riesige Sandbänke. Ich denke immer: wie in Italien aber ohne Menschen.

Am kommenden WE bleiben wir allerdings in der Stadt. Samstag Abend gibts Grillfest hinterm Haus - mit den Nachbarn unserer Straße. Übernächstes WE seile ich mich aber sicher wieder ab und dann gehts erstmal ein bißchen Motorradfahren.

Heute abend noch B-52 ummasonst und draußen - als Abschluß des Jazzfestivals. Das zieh` ich mir noch rein - aus purer Nostalgie.

Freitag, 24. Juni 2011

Ein verregneter Nationalfeiertag

Der 24. Juni ist der St. Jean Baptiste und somit der Québecer Nationalfeiertag. Dieses Jahr ist allerdings alles ins Wasser gefallen - im wahrsten Sinne des Wortes. Regen ohne Ende.

Ich bin zwar ne Stunde joggen gewesen aber da hatte ich Glück, davor und danach hat es ziemlich geregnet. Sowieso Wahnsinn was es dieses Jahr regnet - hier säuft alles ab. Ich kann nur hoffen, daß es im Juli und August besser wird. Normalerweise wären heute Umzüge, Open Air Konzerte und jede Menge andere Aktionen gewesen, aber bei dem Wetter war die Lage insgesamt ruhig.

Nächstes Wochenende ist dann wieder Feiertag, diesmal aber der Canada Day, also der kanadische Nationalfeiertag.

Die grossen Sommerferien haben begonnen und ab heute ist schulfrei - bis Mitte August.

Samstag, 18. Juni 2011

Freitag, 17. Juni 2011

Sommer

Jetzt wird es warm. Gestern 30 Grad, heute 32 und dann immer so weiter. Der Montrealer Sommer mit dessen Hitzewellen beginnt.

Mittwoch war wie gewöhnlich Fußballspiel. 30 Minuten Fahrt zu Emils "Auswärtsspiel". Ein Park voller Menschen, mehrere Fußballplätze, Spielplätze, etc.. 80 % der Menschen waren Immigranten - 70 % der anwesenden Frauen trugen Kopftuch und sprachen arabisch.



Gestern dann mal wieder die Parallelwelt. Downtown, 25. Stock, Business, Glaskonferenzräume mit Blick auf die Stadt.



Nachher noch ein Cocktailabend (sogenanntes 5 à 7, ein Drink nach der Arbeit in Anwesenheit des Bürgermeisters und ein oder zwei Ministern).

Dann gibts noch ne Fete im Schulhof zum (fast) Abschluss des Schuljahres. Dann ist Wochenende. Aber die nächsten Wochen werden eh ruhiger denn ab Freitag den 24. (Quebecer Nationalfeiertag) geht hier alles in Urlaub.

Montag, 13. Juni 2011

Pfingstmontag

Ebendiesen gibt es hier nicht. Pfingsten existiert nicht. Keine Ahnung warum aber es ist eben so.

Ich war trotzdem joggen auf dem Berg und arbeite von zu Hause.

Ansonsten deutsche Sportwoche:

Nowitzki mit Dallas NBA Champion und zum besten Spieler erklärt, Vettel zweiter im Grand Prix von Montreal, Schum vierter und Ehrhoff spielt gegen Seidenberg um den NHL Titel bzw. Stanley Cup.

Germany all over.

Mittwoch, 8. Juni 2011

Banana Republik Teil 3

http://www.cyberpresse.ca/actualites/quebec-canada/les-patrouilleurs/201106/07/01-4406677-un-sans-abri-et-un-passant-tues-lors-dune-intervention-policiere.php?utm_categorieinterne=trafficdrivers&utm_contenuinterne=cyberpresse_B2_les-patrouilleurs_331189_section_POS2



Mehrere Polizisten schießen um 6 h 00 morgens auf einen mit einem Messer bewaffneten Obdachlosen und durchsieben ihn. Zufällig wird noch ein vorbeilaufender Passant welcher auf dem Weg zur morgendlichen Arbeit ist getötet.

Die Aufklärung der Umstände wird einer übergeordneten Polizeieinheit zur Aufklärung übergeben. Weltklasse. Es gibt keine Staatsanwaltschaft die eingeschaltet wird, keine ministerielle Überprüfung. DIe Polizei überprüft sich selbst - da wird bestimmt viel dabei herauskommen und sicherlich sehr kritisch gearbeitet.

Man fragt sich schon wie sowas - rechtlich - möglich ist.

Dienstag, 7. Juni 2011

Dienstag, 31. Mai 2011

Das Leben geht weiter seinen Gang

Die Beerdigung war würdig und der Familienzusammenhalt ist außergewöhnlich.

Wir genießen jetzt also noch unsere Tage am Reisighof und in Franken. Lili arbeitet im Stall, füttert mit Reini, spielt mit Cora, arbeitet mit Marlies und Tante. Sie wird den Reisighof sicher nie mehr vergessen.

Sonntag, 22. Mai 2011

Trauer

Lili hat geweint und will unbedingt mit zur Beerdigung kommen. Allerdings will sie auch auf Moni reiten, mit Cora spielen, mit Reini die Kühe und mit Marlies die Kälbchen füttern.

Wir sind alle sehr traurig - unser Vater wird uns sehr fehlen.

Wir bereiten uns auf die Abschiedsreise vor. Viel Zeit zum Nachdenken über das Leben, den Tod und alles was wir lieben.

Carpe Diem.

Banana Republic Teil 2

Québec (City) will einen Hockeyclub haben. Ebendiesen, nämlich die Nordiques haben sie in den späten 1980ern verloren. Die NHL ist nämlich bekanntlich eine Franchise Struktur und es gibt keinen Auf- oder Abstieg sondern nur zusätzliche Lizenznehmer oder man kauft eben eine bestehende und verlagert dann den "Verein". Man kauft sich also im Prinzip ein Team - sofern es auf dem Markt eines gibt. Die wirtschaftlich stärksten Regionen überbieten dann eben die schwächeren.

Quebec will also wieder eine Eishockeymannschaft haben. Gut. Soweit sind sich hier alle einig.
Dazu gehört aber nicht nur das Team sondern auch die Infrastruktur. Quebec (City), in Form des sowieso leicht autkratischen Bürgermeisters (Stichwort: Leadership), braucht also auch ein neues Stadion. Utopische Kosten. Also wurde ein Sponsor gesucht. Dieser wurde auch gefunden: Quebecor. Milliardenimperium, lokaler quebecer Geldadel (vor allem Print und Medien).
Die steigen also mit ein und finanzieren einen Teil der Kosten, haben aber via Übertragungsrechten, Erstvermarktung, Print- und sonstigen Medien sowie Marketing und Promotion einen Mega Deal. Jetzt sagt der Bürgermeister, wir brauchen aber noch ein Gesetz (tatsächliche ein Gesetz) welches, den mit diesem privaten Investor abgeschlossenen Deal, "nicht anfechtbar" macht. Mit anderen Worten, ich mache einen Geschäftsdeal und verlange dann noch, dass die Konditionen für diesen "Deal" juristisch nicht anfechtbar sind. Niemals. Von keinem Richter oder keiner Instanz dieser schönen demokratischen "Provinz".
Das Parlament sagt ja dazu - wer nein sagt verdirbt es sich mit der Bevölkerung dort welche unbedingt ein Team haben will?
Unglaublich - Notstandsgesetze welche alle juristischen Grundprinzipien aushebeln würden und dies für ein Hockeyteam. Welcome to Banana Republic.
Ach ja, ein Abgeordneter (zufällig MEINEr)verweigert sich. Mal sehen ob er nach Guantanamo ausgeliefert wird. Und: hoch lebe das gute alte deutsche Verfassungsgericht! Was für eine Wohltat.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Da gehts rund in Tennach - deswegen auch Ortsabrundungssatzung

http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/kulmbach/Wohnhausbau-zum-zweiten-Mal-abgelehnt;art312,162797

Da bin ich ja mal gespannt wie es weitergeht. Am Samstag habe ich dann meinen eigenen "Gemeinderat" am Forest Lake (Chalet).

Da gehts dann auch wieder um Nachbarkeitsstreitigkeiten, illegale Zäune, schlechte Strassen usw. - bin schon gespannt. Erinnert mich jedenfalls immer wieder herrlich an Tennach.

Dienstag, 17. Mai 2011

Top BMW Umbauten - als Inspiration


DSK und die Medien

schon ein Wahnsinn. Kann sich noch jemand an Guttenberg erinnern? Ist eigentlich noch Kernschmelze? Westerwelle? Lebt der noch? Und was ist eigentlich auch dieser weltweiten Pandemie H1N dingsbumms geworden? Vogelgrippe? Rinderseuche?

In den 80ern haben sich Themen wie Waldsterben, Saurer Regen, Tschernobyl usw. wenigstens noch so im Jahresturnus abgewechselt. Mittlerweile ist is ja so, daß die Nachrichten welche man morgens in der Zeitung liest bereits mittags nicht nur nicht mehr aktuell sondern total überholt sind. Logisch tragen unsere neuen Kommunikationsmöglichkeiten dazu bei. Das Netz, Twitter, rss feeds, "intelligente Telefone" - welche meiner Meinung nach "strunzdumm" sind was sich auf manchen ihrer Benutzer überträgt - tun das Ihre.

Ich war letzte Woche in einer Besprechung mit ca. 10 Leuten, wovon eine Person ihr iPad vor sich liegen hatte und drei andere "Topmanager" pausenlos ihre Blackberrys betrachteten bzw. entweder alle 5 Minuten rausgegangen sind um ein Gespräch anzunehmen bzw. um auf dem Ding rumzuhacken und ihre Messages nicht nur zu lesen sondern auch noch gleich zu beantworten. Einfach so. Krass. Normalerweise nehme ich unter solchen Bedingungen an derartigen Aktivitäten nicht mehr teil.

Sonntag, 15. Mai 2011

Hektisch

Letzten Montag ein ganztägiges Meeting mit Kollegen, Dienstag Teammeeting gefolgt von einer Arbeitsbesprechung für ein Projekt, Mittwoch zwei Meetings mit anderen Organisationen, Donnerstag zwei Arbeitsbesprechungen, nächste Woche Kongress gefolgt von meiner Jahreshauptversammlung, d.h. alle Jahresberichte müssen vorbereitet und vorgelegt werden. Ich kann mich momentan nicht über Arbeit beklagen.

Trotzdem habe ich es geschafft zusammen mit Emile ein Freundschaftsspiel der Montreal Impact gegen Red Bull New York zu sehen. 12000 Zuschauer, gute Atmosphäre und ein 1:0 Sieg für Montreal. Ordentliche Zweitliga Stimmung. Einzig: Mütter, welche neben ihren Kindern sitzend in der Halbzeitpause ein Buch lesen. Sieht man in deutschen Stadien eher selten ......
Der ehemalige französiche Nationalspieler Thiery Henry hat für die halbe Stunde joggen bestimmt ganz gut Kohle bekommen ........
Es sah so aus als wären alle Spieler auf dem Platz mindestens über 180 cm groß und alle total athletisch.


Ansonsten ein total verregneter Mai. Überschwemmungen allerorten. Landunter.

Samstag Abendessen bei Mathieu mit vielen Diskussionen über die aktuelle kanadisch-quebecer Politik. In Québec sind, durch den politischen Erdrutschsieg der mitte-links und sehr sozialdemokratisch orientierten NDP bei der Wahl ca. 55 politisch extrem unerfahrene und größtenteils sehr junge Abgeordnete gewählt worden. Die meisten der Kandidaten hatten nicht mit einem Wahlsieg gerechnet. Ein solcher schien extrem unwahrscheinlich zu sein. Am Dienstagmorgen nach der Wahl sind sie plötzlich als kanadische Abgordnete aufgewacht.

Eine Kandidatin war z.B. während des halben Wahlkampfes in Las Vegas, eine Andere spricht kein Wort französisch und viele sind Studenten oder junge Berufsanfänger. Genial. Denn: mehrere "Institutionen" und absolute "Leader" welche als unantastbar galten, haben die Wahl verloren. Da es keine Listenplätze gibt, ziehen sie nicht ins Parlament ein. Aus und vorbei. So ist das Leben.

Ansonsten ein entspannter Sonntag, Lili guckt die Sendung mit der Maus und Emile wird später mit mir noch einen Saunagang unternehmen. Bei dem miserablen Wetter kann man nicht viel anderes tun  .......

Montag, 9. Mai 2011

Sonntag

Gutes Teil. Bike wie auch Fahrer.  Kai mit seiner niete-nagel-neuen GS.

Im Übrigen, wie man deutlich sieht, von Grün keine Spur. Immerhin ist es der 8. Mai. Wonnemonat und so ......


Es ist eine alte Tradition, daß wir immer irgendwie und irgendwo liegenbleiben. Micha hat sich deshalb letztes Jahr die GS gekauft damit sowas NIE mehr vorkommt. Wir mußten aber lernen, daß eine - mit Elektronik vollgestopfte GS - ohne Batterie auch nicht mehr läuft. Weltklasse. Micha nimmt aus Sicherhitsgründen noch das geliehene Überbrückungskabel mit und bricht ab. Er hat es noch zurück nach Montreal geschafft.
Kai und ich sind weitergefahren und haben den Riviere Rouge abgefahren. Voll bis fast zur Oberkante. Québec wird momentan von Überschwemmungen ohne Ende heimgesucht. Vor allem südlich von Montreal haben die, selbst für hiesige Verhältnisse, extremen Niederschlagsmengen, eine Flut ausgelöst. 1000 cm Niederschlag als Schnee in Jay Peak. Die Vermonter Skistation wird deshalb zum ersten Mal in ihrer Geschichte am kommenden Wochenende, bei ca. 20 Grad, Anfang Mai geöffnet haben. Die Regenfälle der letzten zwei Wochen haben ihr Übriges getan.
Die Kisten sind wirklich geile Fahrzeuge. Nächste Woche ab nach Amqui und rum um die Gaspesie und im Juli mal runter nach Pennsylvania. Freitag noch kurz ins Chalet. Angeblich steht ein heißer und trockener Sommer bevor. Abwarten.

davon scheints ja eine ganze Menge zu geben

Kulmbacher im Ausland meine ich


http://www.infranken.de/nachrichten/lokales/kulmbach/Bundesliga-gegen-Heimweh;art312,158666

das mit der Bürokratie ist in Québec übrigens noch viel schlimmer (obwohl ich das in Toronto nicht aus erster Hand kenne) - aber vieles muß erst durch die federale und anschließend auch noch durch die québecer Bürokratiemaschine laufen ................. furchtbar

andererseits gibts in Deutschland auch viel Kompetenzstreitigkeiten zwischen Bund und Land 

Mittwoch, 4. Mai 2011

Bin Laden

Der Zweck heiligt - scheinbar - die Mittel

I lose my evening - must see

http://www.youtube.com/watch?v=4hwZyHvenFw
woas für ein arroganter, überheblicher depp

Dienstag, 3. Mai 2011

na dann

Prost Mahlzeit.
Harper und seine Konservativen (oder sollte ich sagen: Reaktionäre?) bilden mit "satten" 38 % der Stimmen eine sehr komfortable Mehrheitsregierung. Soweit zum hiesigen Wahlrecht.
Die Liberalen (hat nichts mit dem Standort der FDP zu tun - eher CDU à la Merkel) sind beinahe ausgelöscht worden. Wenn du keine Direktmandate erringst bist du halt, schlicht und ergreifend, als Partei nicht mehr vertreten. Die Grünen haben eben ein Solches erringen können - in Vancouver. Eine Premiere.
Und Québec? In Québec gab es seit den 80er Jahren das Phänomen einer speziellen Partei (Bloc Québecoise) welche sich zwar als Vertreter Québecs ins federale Parlament wählen ließ, deren eigentliches Ziel aber darin bestand Québec letztlich aus eben diesem federalen Verbund herauszulösen (Unabhängigkeit). Die frankophone Bevölkerung hat diese Partei über Jahrzehnte hin immer wieder bestätigt. Bis gestern. Aus und vorbei. Ich hätte es für unvorstellbar gehalten, daß Gilles Duceppe, der Parteichef des Bloc Québecoise und "mein Abgeordneter", nicht wiedergewählt wird. Aber es ist geschehen. Eine gänzlich unbekannte Person hat einen der bekanntesten kanadischen Politiker vernichtend geschlagen. Im Viertel meiner Arbeitsstätte (NDG) hat eine absolut unbekannte junge Lehramtsstudentin eine der erfahrensten und relativ bekannten Politikerinnen der liberalen Partei geschlagen. Unvorstellbar.  Dies wird u.a. dazu führen, daß eine Menge Quereinsteiger ins kanadische Parlament kommen und ich denke das wird uns allen gut tun. Endlich mal ein paar normale Menschen wie du und ich und keine Politprofis, durch jahrelange Parteierfahrung "gestählt".
Für Kanada beduedet dieses Resultat eine "Spaltung" in ein "linkes" Québec, ein konservativ dominierendes Ontario, ein erzkonservatives Zentrum (Alberta, Saskatchewan, Manitoba) und ein einigermaßen ausgewogenes British Columbia.
Für Québec leitet es eine Zeitenwende ein. Weg vom Status Quo, hin zu einer Neudefinierung. Für Kanada, insgesamt gesehen, bedeuted die Wiederwahl Harpers einen derben Rückschritt mit möglicherweise verheerenden Folgen für u.A. Umweltpolitik, ökologische Technologien und der Fortentwicklung einer modernen und aufgeschlossenen Gesellschaft welche für Nachhaltigkeit und Liberalität steht.

Montag, 2. Mai 2011

Kanada wählt

und zwar einen neuen (alten??) Ministerpräsidenten. Und zwar an einem stinknormalen Montag. Die Wahllokale sind von 9h30 morgens bis 21 Uhr abends geöffnet. Jeder Arbeitnehmer muß allerdings mindestens 4 zusammenhängende  Stunden haben um zu wählen.


Der  Wahlzettel war jedenfalls sehr übersichtlich - etwa 8 Kandidaten und ein mögliches Kreuzchen.
Wie ich die Sache sehe, wird es eine knappe Minderheitsregierung der Konservativen unter Harper geben. Leider. Von meiner Warte aus.

Allerdings könnte sich in Quebec etwas anbahnen was spätestens in ein paar Jahren für einen Wechsel sorgen könnte, nämlich einzelne Siege von NDP (linksmittig sag ich mal) Kandidaten welche die Starre der aktuellen quebecer Politik vielleicht aufbrechen könnten. Bis dato wurde in Quebec mehrheitlich immer der sogenannte Bloc Quebecoise gewählt, welcher für die Quebecer Unabhängigkeit steht aber auch für einen furchtbaren Status Quo. Es könnte also mal was Neues passieren, abwarten.

Sonntag, 1. Mai 2011

1. Mai

Als Feiertag der Arbeiterbewegung hier in Nordamerika bzw. Quebec - subjektiv - weniger wichtig und prägend als in Europa. Immerhin aber auch nicht zum Wandertag degeneriert (oder zum Steinweitwurfwettbewerb wie in Kreuzberg). Eigentlich überraschend wo doch in Quebec die Gewerkschaften einen ganz starken Status besitzen.


Ansonsten gab es den digitalen Sprung vom "letzte-Woche-noch-fast-Winter-Wetter" hin zu offenen Türen und Fenstern und dem Leben draußen. Strahlendes Frühlingswetter also. Randvolle Strassencafés, Bars und Kneipen und alle Nachbarn draussen. Überhaupt, die Nachbarn. Die Kinder waren heute teilweise bei uns, teilweise bei unseren Nachbarn "next door", teilweise ca. 10 Häuser weiter unten in der Ruelle, bzw. Strasse. Ansonsten wurde hinten Hockey und Fußball gespielt, mit Kreide gemalt, oder was ihnen eben sonst so eingefallen ist. Ab und an kommen sie dann mal wieder vorbei, ziehen dann wieder - sprichwörtlich - ein Haus weiter. Genial. Sämtliche Türen sperrangelweit offen - mitten in der Großstadt. Man spricht miteinander, trinkt abends ein Gläschen Weiswein oder ein Bier und lädt sich öfter mal so spontan zum BBQ ein. Das fand  ich schon immer eine bemerkenswerte Eigenschaft hier. Teils englisch, größtenteils französisch. Allerdings scheint sich unsere Ecke hier, das Plateau,  immer mehr linguistisch "aufzulockern" und es gibt mehr und mehr englischsprachige Leute. Vor zehn Jahren war das noch zu 100% frankophon. Aber ich finds gut so. Der "Sprachenkrieg" findet einfach nicht mehr statt und die Montrealer sind diesbezüglich mittlerweile komplett entspannt und betrachten sich wohl schlicht und ergreifend als Weltbürger.

Und deutsch sprechen doch auch Einige. 

Allerdings gibt es auch den Effekt der "gentrification", muß ich mal nachgucken wie das übersetzt wird. Mit anderen Worten, ein einkommenstarkes Klientel von meist jüngeren Berufstätigen verdrängt einen Teil der seit 30 bis 40 Jahren hier lebenden Bevölkerung welche sich die aktuellen Miet- oder Immobilienpreise schlicht und ergreifend nicht mehr leisten kann.

Donnerstag, 28. April 2011

Nochmal Thema Zukunftsrat und Franken - Artikel im Spiegel

http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,759062,00.html#ref=nldt

da fällt mir ein das in z.B. in Heinersreuth jetzt auch schon die Scheunen einfallen weil in etlichen Häusern keiner mehr wohnt und somit natürlich auch nichts mehr unterhalten oder saniert wird. Andere schlagen ihr Erbe aus wenn es ein altes Haus ist weil die Sanierungskosten oft den Wert übersteigen würden und bestimmte Lagen de facto unverkäuflich sind. Aber Jammern hilft nichts - Oberfranken zieht da keiner raus und Franken und seine Bevölkerung muß sich der Lage stellen und - für die Region stimmige - Zukunftskonzepte entwickeln und Schlüsse daraus ziehen. Ein einzelner OB, Landrat oder Abgeordneter ändert da sowieso nichts dran.

Die Stärken stärken und die Schwächen ausgleichen. Wer ins Theater will muß dann halt mal nach Würzburg, Coburg oder Hof. Wer auf Wagner steht geht nach Bayreuth (sofern er an eine Karte rankommt) und Bierfest ist in Kulmbach. Die Brose Baskets in Bamberg und der Club in Nürnberg, etc. pp..

Es ist nicht weit nach Prag oder Leipzig. Franken besteht aus fantastischer Natur und einer herrlichen Landschaft, definiert sich mit Recht als Genuß- und Outdoorregion und hat eines der weltbesten Freeclimbinggebiete.

Wenn dann irgendwann der Münchner "Speckgürtelbewohner" keine Lust mehr auf seine Spaßlandschaft Alpen mehr hat, weiß er wo er noch hin kann. Zu bezahlbaren Preisen.

Montag, 25. April 2011

Ostern

Nun, in Deutschland habt ihr ja wohl schon mal einen Vorgeschmack auf 'Sommer' bekommen. Wir hatten nochmal einen "Rückblick" auf den Winter.

Chalet. Freitag mittag los, Montag Nachmittag zurück.  Lili erfreut sich mittlerweile einer riesigen Zahnlücke. In Quebec kommt übrigens nachts die "Zahnfee" sobald einer derjenigen ausgefallen ist und bringt Geld. Gabs oder gibt es das in Deutschland auch?? Ich kann mich jedenfalls nicht an einen solchen Brauch erinnern .....


Frau Zahnlücke


Im Chalet das Übliche: bisschen holzmachen - der nächste Winter kommt bestimmt, rumbasteln, bretterfestschrauben, aufräumen, etc. - da gibts immer was zu tun. Der Weg ist das Ziel.

Ostereier konnten wir dennoch suchen - es lagen letztlich doch nur noch Schneereste rum. 
Wie man sehen kann, ist der See aber noch weitestgehend eisbedeckt. Erstaunlich. Am 24. April!
Cooles Bild, Lili. Danke.Rechts unten: British Ale. Geht so.


Bei der morgendlichen Waldexkursion spürt man die von schneebedeckten Flächen ausgehende Kälte..

Auf dem Weg runter zum See
Der "Gletscher" hinter den Kids ist sicherlich nicht vor Mitte Mai gänzlich aufgelöst. Nordseite. Und dann schneit es ja auch schon fast wieder ........

Lesestunde mit SO


Nichts desto trotz konnte man die meiste Zeit draußen verbringen. Emile hat sich sogar einen besonders guten Spot ausgesucht.

Totale Camouflage

Jetzt bleiben noch maximal drei, allerdings optimale Frühlingswochenenden im Chalet und dann kommen die Fliegen. Da schreibe ich mal ein Kapitel darüber. 
Blackflies, Horsflies, Mosquitos, etc. - ein Genuß.

Mittwoch, 20. April 2011

Dienstag, 19. April 2011

Arbeitsbedingungen Québec im Vergleich zu Deutschland

An einige Sachen muß man sich anfangs erst gewöhnen:

als ich 1997 hier im Jugendschutz (vergleichbar Öffentlicher Dienst in Deutschland) anfing, wurde ich "Zwangsmitglied" in der Gewerkschaft. Automatisch. Ist per Gesetz hier so festgelegt. In Deutschland mußte ich meine sozialpädagogischen Kollegen und Kolleginnen immer von den Vorteilen einer solchen "Organisation" überzeugen. Aber dann eine vom Gesetzgeber automatisch bestimmte Mitgliedschaft? Verblüffend.

Die sogenannte Payroll, d.h. die Gehaltsabrechnung, findet in der Regel zweiwöchentlich statt. Im Gegensatz zum deutschen Monatslohn. Du bekommst also die Kohle vierzehntägig. Das heißt aber auch, daß es 26 Zahlungen sind (muß man mal im Kalender nachrechnen). Beinhaltet also somit automatisch ein 13. Monatsgehalt. Urlaubs- oder Weihnachtsgeld sind gänzlich unbekannt und wurden ja auch in Deutschland mittlerweile weitestgehend "geschliffen". Zumindest für die "Generation Praktikum", d.h die Berufsanfänger. Die "Besitzstandswahrer" sind davon, no offense, nicht betroffen.

Vor allem aus den USA hört man immer die Horrorberichte, zumindest für uns Europäer, wonach dem gemeinen Nordamerikaner die gewaltige Zahl von ca. 10 Tagen bezahlten Urlaubs pro Jahr zustehen. Zumindest in Quebec entspricht dies absolut nicht den Tatsachen. Die meisten Arbeitnehmer erhalten mindestens 15 Tage zu Beginn eines Arbeitsverhältnisses und dann 20 oder mehr.  Im öffentlichen Dienst (jeder 10. arbeitet hier mehr ode weniger für den öffentlichen Dienst oder "staatseigene Betriebe" - SAQ, SAAQ, CSSS, Hydro Québec, die Schulkommissionen, etc. etc. - die Liste wäre endlos, von der Polizei über die städtischen, provinziellen oder federalen Beamten und Bediensteten bis hin zum Gesundheitswesen, den Unis, etc.) sieht es da schon ganz anders aus. 20 bis 25 bezahlte Urlaubstage sind die Norm und dann gibt es noch die sogenannten "Sick oder Personal Days". Zwichen 5 und 15 Tagen werden dem Arbeitnehmer also nochmal als sogenannte Krankheits- oder Sondertage eingeräumt. Macht dann im Schnitt so etwa 30 Tage. Zuzügliche der Feiertage (12 glaube ich) ergibt sich somit ein ähnliches Bild wie in Frankreich oder Deutschland.

So Schnickschnak wie Faschings-, Pfingst-, Herbst- oder Osterferien gibt es allerdings in der Tat nicht. Dafür sind die Sommerferien länger und es gibt ca. 10 bis 12 sogenannte "pädagogische Ferientage". Kommt also, summa summarum, aufs Gleiche raus.

Ander Länder, andere Sitten. Oder auch nicht.

Das wird mein Sommerprojekt

http://www.craigerator.com/devil.htm

immer kühles Bier. Das taugt ....

Sonntag, 17. April 2011

Get dirty - mach sauber

 wußte ich auch nicht, daß man noch so Werbung macht.

Titelseite des aktuellen Hein Gericke Newsletter:

 'Get dirty - mach sauber!'

 

Sonntag, 10. April 2011

Drei Wochen im Zeitraffer

Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Wieder zurück, rein in den Job, die Family, etc. - unglaublich.






Lilis Fahrrad auf dem Balkon vor zwei Wochen. Letzten Sonntag dann schon folgende Episode:



Die SR ist endlich draußen und Emile drängelt und will einen Ausflug starten. Sieht richtig professionell aus mit seinen Klamotten. Er ist auch ein klasse Beifahrer, muß man sagen. Sonst würde ich ihn auch nicht mitnehmen - ich fahre natürlich auch ultrasoft. Ne kleine Tour rauf auf den Berg wurde uns erlaubt und das Wetter war super.







Am Wochenende sind wir dann nach Quebec City gefahren (Freitag Abend) und ich mache dann immer meine Tour unten am Cap Rouge und am St. Lorenz entlang. Geilstes Wetter. Am Samstag war ich mal in Saint Narcisse, Sophies Geburtsort, und habe bei Dorotheas Grab vorbeigesehen. Ein schöner, beschaulicher Friedhof mitten im Dorf. Genau wie in Trebgast. Schön das wir das machen konnten damals und ich ihr einen Platz zuordnen kann. Es hilft. Mehr möchte ich jetzt und hier nicht dazu schreiben oder darüber nachdenken sonst kommen zuviel Emotionen hoch. Auch noch nach 10 Jahren.

Von Saint Narcisse aus hat man einen Superblick nach Süden, Richtung USA. Die zwei Berge haben mich ein klein wenig an den Blick vom Reisighof ins Fichtelgebirge erinnert. 


In Quebec sieht man noch genügend Reste der ca. 400 cm Schnee welche im Durchschnitt pro Winter runterkommen.  Lili posiert mal kurz vor dem Haus von Cousin und Cousine.

Auf dem Weg zum Dorf liegen dann noch die Chutes/Fälle Chaudieres - Appalaches. Mit dem Auto in ca. 5 Minuten zu erreichen. Aufgrund der Schneeschmelze kommen da wahnsinnige Wassermassen runter. Beindruckend. Welche Urgewalt.

 Irgendwann wollte sogar die Kamera nicht mehr vor lauter Gischt. Wie bei den Niagarafällen.



So vergeht die Zeit. Und die Kinder werden größer und wir werden älter. C`est la vie!

Freitag, 1. April 2011

Cabane à sucre

Das unvermeidliche jährliche Frühlingsritual. Fettes Essen, Musik, eventuell Squaredance und dazu jede Menge Ahornsirup.

Wir sind mit ca. 50 von unseren Usern, die meisten Immigranten, in eine Cabane à sucre gefahren.


Nächstes Wochenende gehen wir vielleicht nochmal nur so mit den Kindern und Freunden.