Mittwoch, 27. November 2019

Vom Cloud Forest ab in den Dschungel und zum unterirdischen Fluß


Joes Mühle lief irgendwann nicht mehr rund - das Problem haben wir dann am nächsten Tag rausgefunden. Mir gings am Tag davor nicht so toll - leichtes Fieber, Erkältung oder irgendwas. Vielleicht der ganze Dreck welchen ich die letzten Tage eingeatmet hatte. Ich bin nach dem Abendessen ins Bett, habe eine Nacht geschwitzt wie blöd und nach ca. 10 Stunden Schlaf ging es mir besser.



Motorradtechnisch eine der schönsten Strecken bis dato.  Klasse kurvige und "süffige" Streckenabschnitte, kaum Verkehr. Bestes Biken. Immer super Panorama, Sicht ohne Ende. Geilstes Wetter. Wir konnten es richtig laufen lassen, besser geht nicht .....

 

Die "Lieblingsbuden" des Zimmerers. Ein Drittel der Bevölkerung scheint - gefühlt - irgendwo am Straßenrand immer irgendwas zu "bruzzeln". Ein Drittel fährt Bus, das restliche Drittel repariert Motorräder und Autos - keine Ahnung wo der Rest der Bevölkerung herkommt.


Und der wilde Westen - die Toilette - soweit man das Teil als sanitäre Einrichtung bezeichnen darf - war genial. 

 
 Das Innere erspare ich Euch. 




Dazwischen brennende Müllkippen. 
 

Es weihnachtet sehr - überall sind Christbäume aufgebaut und es gibt Weihnachtsdeko.


Aber auch lecker Kuchen.

Cloud Forest und heiße vulkanische Quellen




Jeder hatte seine eigene "Hut".


Wir hatten die komplette Anlage für uns Alleine. Aus den Felsen kommen heiße Wasserquellen, leicht schwefelhaltig. Wir sind im Cloud Forest - es ist kühl und neblig - da kann man sowas gut gebrauchen. Trotz offener Feuerstelle in den "Huts" war es für die meisten von uns eine kühle Nacht. Die Fahrt dahin war ziemlich Scheiße - jede Menge Abgasschleudern. Ich denke mal, jeder dieser Trucks dürfte die Feinstaubmenge einer deutschen Kleinstadt rausknallen - so im Jahresmittel. Da wird - sprichwörtlich - abgeraucht und es kommen teilweise meterlange brutal schwärzeste Dieselabgaswolken aus dem Auspuff. Ansonsten Dreck, Staub und Lärm. Die Panamerikana ist eine Krankheit. Meine Lebenserwartung hat sich aufgrund der eingeatmeten Partikel sicherlich um mindestens ein bis zwei Wochen reduziert.

Man sieht die UNGLAUBLICHSTEN Dinger. Der größte, ziemlich James Bond verdächtige Stunt war folgender: 

wir fahren mit ca. 100 auf einer relativ kurvigen zweispurigen "Autobahn" als links von uns ein Typ auf dem Dach von einem dieser sogenannten "Chicken Bus" rumturnt und das Gepäck neu befestigt. Bei 100 und mit vielen Kurven und teilweise riesigen Löchern in den Straßen. Dann läuft er, als ob nix wäre, über das komplette Dach nach vorne, hält sich an einer Reling fest und schwingt sich mit einer komplett genialen Bewegung vom Dach runter durch die offene rechte Seitentür in den Bus.  Alles bei vollem Tempo. Hammer. Cirque du Soleil ist nichts dagegen. 

Ein anderer Stunt war ein Aufstieg von hinten auf den fahrenden Bus (relativ langsam, da innerorts), dann macht er die Tür von Außen auf, fängt herausfallende Gepäckstücke auf, drückt sie nach Innen steigt bei laufender Fahrt durch die hintere Tür zu. Genial. 

Lac Atitlan

Der Trip sollte ja nicht nur aus Biken bestehen sondern wir wollten auch ein bißchen Kultur (Mayas) erleben und wellness darf nicht fehlen. Man gönnt sich sonst nix .... ab und and gibt es merkwürdige Getränke.












Top Location. Bis ins letzte Detail. Holzbefeuerte Spa (hot tub) mit wahnsinns Blick. Saugeile Küche, super Zimmer - vom Feinsten. Ach ja, man kommt nur mit dem Bootstaxi hin. SUP, Kayak oder einfach nur rumhängen. Geilstes Wetter und immer Blick auf (inaktive) Vulkane.




En route vers Lac Atitlan





Die Armut in Guatemala ist krass. Nicht ganz so hart wie in Peru aber dennoch brutal. Wellblechhütten. Nicht fertig gestellte Bauten, Müll, Dreck, Staub, chaotischer Verkehr. Anarchie auf den Straßen. Zumindest sieht das für Leute wie uns so aus - auf den ersten Blick. Auf den Zweiten sieht man, dass nahezu alles irgendwie funktioniert - nur halt anders als wir Europäer oder Kanadier das so gewohnt sind.




Wir sind ja auch wegen den Mayas und deren Kultur hier. Bei einem Pitstop in Richtung Lac Atitlan haben wir eine erste Maya Ruinenstadt besichtigt. Wir lernen zählen und bekommen einen ersten Eindruck über die Maya Hochkultur. 

Zwischendrinn flickt Micha noch die Motorräder zusammen. Kleinere Sachen wie Reifen wechseln oder mal eben einen Seitenständer wieder ran schweißen. Wir verlieren eigentlich ständig irgendwelche Teile oder irgendwas wackelt.



 Aber es gibt ja alle 30 Meter einen "Shop" mit irgendeinem findigen Mechaniker der alles wieder irgendwie "hindengeln" kann. Für Lau.
 

Dienstag, 26. November 2019

Antigua und dann ab zum Vulkan, plus Motocross

Draußen hört es sich gerade an, als ob vereinzelte Schüsse fallen. Kann ich mir aber nicht vorstellen - irgend jemand spielt womöglich mit Feuerwerkskörpern. Ich bin in einer "gated Community", d.h. hinter "Gittern" und mit Security am Eingang. Dazu später mehr .....

Antigua. Die Stadt ist wirklich sehr schön und es gäbe sicherlich vieles mehr zu besichtigen aber wir wollten ja primär Biken und deshalb haben wir am nächsten Morgen Ebendiese abgeholt und sind Richtung "Volcán de Agua" gefahren. Der Plan war, wir fahren morgens ein wenig rum, fahren mal um einen See und am Nachmittag legen wir einen kleinen, entspannten mini "offroad Trip" Richtung Vulkan hin. Da treffen wir uns mit der Gang welche im Auto mit fährt und machen eine abendlich, nächtliche Wanderung hoch zum Vulkan um die Lava ströme und eventuelle Miniausbrüche aus relativer Nähe beobachten zu dürfen. 

Soweit der Plan. Nu ja, .......

Die Piste welche wir dann fuhren wurde irgendwann ein wenig schwierig. Total steil, total ausgefahren, Rinnen, Felsblöcke und somit ganz schwer zu fahren.

Davon gibt es kaum Bilder da wir alle "zu beschäftigt" waren mit Fahren. Mich hat es als Ersten am Steilstück ausgehebelt und ich bin voll nach hinten abgegangen und mit dem Hinterkopf auf einen Felsen aufgeschlagen. Da war nix zu machen, es ist in einer "Splitsecond" passiert und ich bin mit dem Bike nach hinten abgegangen und hatte totalen Kontrollverlust. Aber ich hatte natürlich den Helm auf und es hat nur kurz "angeklopft" und das war es dann auch schon. Micha (D.) meinte nur: "bleib liegen, ich muß ein Bild machen". Sehr witzig. Ohne Helm wäre ich bei Schumi in der Reha oder tot. Micha (D) blieb dann selbst liegen - er kam einfach nicht mehr vom Fleck. Zu steil, zu schlechter Hinterradreifen. Stuck. Nachdem wir ihn gemeinsam "hoch geschoben" hatten ging es krass runter.

Kurz darauf hat es den Zimmerer zerlegt und das Bike ist ihm in einer Rechtskurve auf den Knöchel gefallen. Von dem Moment an, hat er sogar den Helm getragen. Ansonsten ist Letzteres ja eher nicht so seine Art. Aber dieser Abschnitt war sehr kernig und in einem Teilbereich kaum zu schaffen - nicht mit unseren unter motorisierten Mexikanischen Kisten. Keine Power, Federweg zu kurz, Reifen teilweise nicht adäquat.

Also haben wir abgebrochen und es gab, Gott sei Dank, noch einen anderen Trail welcher uns aus der Piste raus führte. 

Wir trafen den Rest von der Gang, es gab einen Führer und dann konnten wir tatsächlich die Wanderung hoch auf den Vulkan machen. 








Am Anfang habe ich gedacht das wird ein Kinderspiel, aber es war länger und höher als ich es erwartet hatte. Einige unserer "Reisegruppe" haben sofort abgebrochen weil der Anstieg und die Höhenmeter zu hart und zu viel waren.




Viel höher sollte man nicht steigen. 

Es war es aber wert ....




Es fehlten eigentlich nur noch die Dinosaurier.

Reisebericht Guatemala - Teil 1

Bin soeben nach 6 stündiger Bus Überlandfahrt, in Guatemala City eingetroffen. Habe zum ersten mal im Leben ein Uber genommen welches mich für einen Appel und ein Ei durch die halbe Stadt gefahren hat. Danke William. 

Und schon sind die paar Tage wieder rum. 

Aber der Reihe nach. 

Wir sind tatsächlich alle - fast wie geplant - letzten Freitag Abend in Guatemala angekommen. Die Kulmbacher hatten eine "fette" Anreise (und noch "fettere" Rückreise), dagegen ist mein Trip ein Katzensprung. Vier Personen, aus unterschiedlichen Kontinenten anreisend, mit drei unterschiedlichen Fluglinien und alle treffen wie geplant ein - geile Logistik.

Ich bin dann im Endeffekt doch eine Stunde später angekommen als ursprünglich geplant und Micha (Diehl) hat mir kurz vorher getextet, er "sei jetzt zu müde", ich sollte doch ein Uber nehmen. Kein Problem. Letztlich stand er aber dann doch noch am Ausgang (Kaffee in der Hand) und wir haben uns dann, kurzentschlossen, dazu entschieden, entgegen aller einschlägigen Sicherheitsbestimmungen, einfach die paar Meter zu laufen. 

Ein Uhr morgens, dunkel, mit Rollgepäck und Rucksack auf dem Buckel. Mit anderen Worten: Opfer. 

Es waren aber tatsächlich nur maximal 500 Meter bis zum Hotel und es wirkt schon etwas "zwielichtig" aber da macht man sich mehr den "Kopf" als das es der Realität entspräche. 


Beim gemeinsamen Frühstück haben sich die Teilnehmer erstmals ein wenig "beschnuppern" können denn wir waren ja eine gemischte "Truppe". U.a. konnte ich noch kurz einige "Peru Veteranen" begrüßen aber die waren - sozusagen - auf dem Abflug zurück in die Heimat. Wir waren ja die zweite Gruppe da Micha (D) zwei - nahezu identische Touren organisiert hatte. Joe in alter Frische, Pongi aus Kulmbach und der Zimmerer. 
Geiles Wetter - ich kam ja aus der relativen Kälte und hatte zwei Tage vorher noch Langlauf gemacht.  


Die Mexikaner haben übrigens fast Masskrüge. Hammer. 
Nach dem Frühstück wurden die Bikes ausgecheckt, da schreibe ich später mal was - so für die Biker unter uns. Die Kisten (5 250er Mexiko Bikes und die Suzuki 650 DR von Micha (D) standen in einer Werkstatt und sind gewaschen und gewartet worden und standen nach ein wenig Wartezeit zur Verfügung. Dann ging die wilde Hatz los. Wer von Euch schon mal in Süd- oder Zentralamerika war, der weiß was das bedeuted: 

Chaos, Anarchie, unglaublicher Dreck - brutalstes Motorradfahren. Nach ca. 20 Minuten war die Fahrt erstmal beendet da  bei Joe`s Bike das hintere Radlager bereits den Geist aufgegeben hatte und er kaum mehr geradeaus fahren konnte. Pitstop an der mega befahrenen Seitenspur. Dreck.


Lagebesprechung. Whats next? Woas mach mer etzert?


Ganz einfach, erstmal hundert Meter weiterfahren, bis zur ersten "Bude" und dann für 10 Euro Lager wechseln lassen, Kette gleich mal mit schmieren und während dessen "Kaffee und Kuchen". 


 Gesamtwartezeit ca. 30 Minuten. Kann man verkraften.


Internetcafe, Werkstatt, Copyshop und Gamecenter - alles in Einem und direkt am Highway. Geil. Problem gelöst - also nix wie ab zum ersten Etappenziel: Antigua. Mit ganz anderen Perspektiven.







In Antigua war gerade Blumenfest, es war Wochenende und es sind schon an normalen Tagen scheiße viel Touris aus der ganzen Welt da. Aber bitte, wir machen das ja auch ..... keine Beschwerden. 

Es gibt allerdings auch eine Privatbrauerei mit hervorragendsten Bier und einer Weltklasse Dachterrasse. Ich sag nur: IPA trinken mit Vulkanblick (aktiver Vulkan), unten spielt eine Band oder oben auf dem Dach ist ein DJ. Geil. Joe und ich hatten uns abgeseilt und mal richtig gut gequatscht. Nice.