Samstag, 26. Januar 2013

Whats up?

Nun, in Toronto tobt angeblich ein 'Stroller War', d.h. die Normalbevölkerung fühlt sich von "Kinderwägen mit den Abmessungen eines Nissan Pathfinders" terrorisiert. Kenn ich. Die riesigen Doppelwagen, breit wie ein Hummer, Scheibenbremse vorne dran, vollgefedert. Fehlt noch der Elektroantrieb, Nebelscheinwerfer und die LKW Hupe. Hmm, da wäre vielleicht eine Marktnische.

In Montreal tobt der Mafiakrieg und der Kampf gegen die Korruption. Hängt irgendwie ein wenig zusammen. Jeden Tag kommen neue - erschreckende - Details an Tageslicht. Illegale Spenden, Absprachen von Firmen mit weit überteurten Angeboten, automatische Abgabe von 3 % Schmiergelder an die entsprechende Partei. Bis ins Mark korrumpierte Bürgermeister  usw.!!! Kein Wunder das die Infrastruktur scheiße ist, der öffentliche Nahverkehr einigermaßen überlastet und die Besteuerung der Bürger extrem hoch. Laut Grundsteuerbescheid von gestern, wurde beschlossen, daß unser Haus seit letztem Jahr um knapp 90000 $ an Wert gewonnen hat. Hört sich ja gut an, aber: davon können wir uns leider - sprichwörtlich - nix kaufen sondern es erhöht nur die Last der Grundsteuer. Schlappe 4000 $ übrigens jährlich - dafür, dass man ein Haus besitzen "darf". Toll. Wenn die rausfinden, daß der Zimmerer hinten noch so einen tollen Balkon hingebaut hat, erhöht sich das gleich nochmal (habe ich natürlich ohne Genehmigung gemacht). Die Genehmigungen der Stadt Montreal für Renovierungs- und Umbaumaßnahmen dienen nämlich nicht etwa der städtebaulichen Kontrolle sondern einzig dem Zweck der Werterhöhung, sprich: mehr Steuereinnahmen. Übrigens zusammen mit den Parkgebühren praktisch die einzige Einnahme der Stadtbezirke.

Bezüglich Mafia in Quebec: diese Woche wurde wieder einer ausgeknipst. Das scheint dann in der Tat so wie in "Der Pate" zu funktionieren. Hauptsache man ist nicht zur falschen Zeit am falschen Ort sage ich da.

Emile spielt Hockey, Lili macht Sport und Piano und morgen fahren wir mal ins Chalet von einem Kumpel und übernachten dort. Dann können wir am Montag Skifahren da schulfrei.

Die Temperaturen kriegen sich auch wieder in den Griff und wir passen uns an die deutschen Bedingungen an. Die letzte Woche war schon krass - permanent - 20 bis - 26 was unter anderem auch zu neuen Rekordverbrauchswerten bezüglich Energiekonsum geführt hat. Hydro Quebec, der staatliche Monopolenergieversorger hat Mittwoch und Donnerstag die Gesamtbevölkerung dazu aufgefordert während der Spitzenlastzeiten (morgens von 6 bis 8 und abends von 5 bis 7) die (Elektro) Heizung um ein bis zwei Grad runterzufahren und die großen Verbraucher (Waschmaschine, Trockner, heiß Wasser usw.) auf weniger intensive Zeiten zu verlagern da ansonsten teurer Strom zugekauft werden muß und eventuell Teile des Systems überlastet werden. Trotzdem wurden alle Rekorde geknackt. Kein Wunder bei der meist grottenschlechten und vorsinflutlichen Wärmeisolierung hier. Aber wie gesagt, ab Morgen ist es dann vorbei und dier Werte normalisieren sich wieder auf die saisonüblichen Temperaturen (- 7 bis - 15 etwa).
Bis die Tage also - es ist nicht mehr weit bis Sexten.



Dienstag, 22. Januar 2013

Kanada und der Klimawandel

Die klimatischen Veränderungen - sprich Klimaerwärmung - machen auch vor Kanada nicht halt. Für Vancouver z.B. paßt "Environment Canada" seine zu erwartenden Durchschnittswerte folgendermaßen an: es wird am Pazifik noch milder (4,2 Grad C im mittel anstelle von 3,7) als es eh schon war. Die Northwestterritories kriegen (noch) mehr Schnee (158 anstatt 137 cm). Montreal hingegen hat im Durchschnitt nur noch 73 Tage unter Null zu erwarten  (82 in den vergangenen Jahren). Angaben aus der Globe & Mail von heute. Der Permafrostboden im arktischen Norden taut sowieso und läßt die Häuser der Inuit verrutschen. Die haben nie Fundamente gebraucht - Permafrostboden halt.

Montreal: 82 Tage (im Mittel) unter Null???? Kein Wunder, daß die Leute hier den Winter hassen. Vielleicht sollte man doch nach Mexiko gehen .....

Andererseits ganz klare Belege für einen Klimawandel. Forscher von McGill University haben in Montreal einen Untersuchung gestartet. Sie bitten Nutzer von Hockey Eisflächen um statistische Daten um zu analysieren ob man früher öfter und über längere Perioden hinweg draußen Hockey spielen konnte. Montreal denkt verstärkt über Kunsteisflächen nach um die Nutzungsdauer zu verlängern. Die Skiindustrie (wie ja auch verstärkt in den Alpen) investiert in Schneekanonen. 


Ich habe am Montag, trotz oder gerade wegen  - 17,  einen Langlauf unternommen und meinen Arbeitsplatz hoch auf den Mont Royal verlegt. Ich war übrigens alleine - zumindest bei meiner Suppe in der Maison Smith (Cafe, Restaurant oben auf dem Berg). 


Vermummung war angesagt - meinen Mundschutz konnte ich später in die Ecke stellen. Steifgefroren. Der Schnee war allerdings hervorragend - auch wenn die Loipe nicht sehr gepflegt war.

Ansonsten ist es bei der Temperatur absolut genial in die Sauna zu gehen. Danach raus in den Schnee. So richtig knackig ............geil ....... wer weiß, wielange es sowas noch gibt ........

Morgen Abend werde ich das Ganze nochmal wiederholen, aber Abends nach der Arbeit und zusammen mit Hugo. Der muß für seine geplante Durchquerung der Chic Choc Berge in der Gaspesie trainieren.

Wednesday
January 23





Conditions
6am - 6pm
Sunny




Sunny




P.O.P. 10 %




High -20 °C




Feels Like -34




Low -28 °C




Wind W  20 km/h
















Das "feels like" habe ich mittlerweile gelernt zu beachten - mit Wind wird es oft ein wenig eklig.





  In diesem Sinne - genießt jeden Tag. Carpe Diem.

Sonntag, 20. Januar 2013

Sonntag

Die vergangene Woche ging nicht viel - ausser arbeiten. Donnerstag von 8 Uhr morgens bis 21 Uhr abends - kommt vor. Am Morgen Pappnasentreffen mit Ministerin, gefolgt von Büro und dann noch ein Abendmeeting. Wenn ich da immer, ab und an,  von den Pappnasen erzähle, dann geht es meistens darum, daß ich irgendwo in irgendwelchen Gremien sitze , welche ab und zu mal irgendwo auf eine Konferenz eingeladen werden usw. - alles Hokuspokus. Alle wollen überleben ........

Am WE war hauptsächlich Kinderbetreuung angesagt - Hockeyturnier, Pianokurs, Schwimmkurs - bißchen aufs Eis gehen - das wars. Bundesliga natürlich auch ...

Morgen geht - hoffentlich - ein guter Langlauf. 20 cm Neuschnee. Aber die nächste Woche wird schweinekalt - so richtig. Die Höchsttemperatur liegt bei -15 und Nachts wird es auf -25 runtergehen - gefühlt, d.h. bei Wind, kann es bis -32 gehen. Da macht es dann auch nicht viel Spaß rauszugehen. Ist aber nur eine Woche, dann geht es wieder radikal in die andere Richtung.

Also, God save the Sauna. Alleine dafür müßten wir die Skandinavier hochleben lassen. Wie kann man einen Winter überleben ohne Sauna? Oder Schwitzhaus - die Iroquois waren ja auch nicht blöd.

Montag, 14. Januar 2013

Warm

10 Grad plus im Januar, alle natürlichen Eisflächen und Hockeyrings außer Gefecht. Nach einer Woche mit Plustemperaturen und teilweise ergiebigen Regenfällen ist vom Schnee auch nicht mehr viel übrig.

Für einen Langlauf am Berg hat es noch gereicht aber ich kann mich nicht erinnern jemals im Januar ohne Mütze und ohne Handschuhe unterwegs gewesen zu sein.

Gleichzeitig wird darüber diskutiert, daß man wohl zukünftig verstärkt auf Kunsteis setzen müsse falls die Quebecer tatsächlich zukünftig noch unter freiem Himmel Eislaufen wollen.

In der USA wurden letzes Jahr nahezu alle Hitzerekorde gebrochen. Hier in Montreal meint man momentan es wäre Frühling. Außergewöhnlich für einen Januar. Nächste Woche geht es zwar nochmal in den Keller mit den Temperaturen aber irgendwie habe ich so das Gefühl, daß es die letzten 15 Jahre ein solches auf- und ab der Temperaturen nicht gegeben hat.

Vielleicht kann ich ja das Fahrrad wieder rausholen. 

Freitag, 11. Januar 2013

Servus Alex

Alex schickt mir immer so Bilder, z.B. mit Beckstein oder dem Papst oder so.

Damit er mal sieht, daß ich das auch kann, hier ein Bild mit dem Bürgermeister von Montreal (Michael Applebaum) - welcher grade einen guten Witz erzählt. Er hat echt einen guten jüdischen Humor. Das war bei der Weihnachtsfeier im übrigen.

Da ist mir oben nochwas ins Bild reingerutscht. Wie kommt das dahin?? Bin grad auf der Arbeit und werkel an Zahlen rum .....

Mittwoch, 9. Januar 2013

"Die Welt" mit einem Bericht über Bayreuth

Meine "Top Insider" Kommentare sind am Ende der Seite .............................

http://www.welt.de/regionales/muenchen/article112400528/200-Jahre-Wagner-Bauen-laestern-streiten.html



05.01.13

Bayreuth

200 Jahre Wagner – Bauen, lästern, streiten

Das Wagner-Jubiläumsjahr 2013 sorgt in Bayreuth für Verwerfungen. Der Mythos des Komponisten Richard Wagner wird auch das überleben. Und die Besucher mit Gummistiefeln und Bauhelm. Von
Bayreuther Festspielhaus eingerüstet
Foto: pa/dpa Baugerüste verhüllen das Königsportal des Festspielhauses am Grünen Hügel in Bayreuth. Im Jubiläumsjahr sollen die Schäden an der Fassade beseitigt werden 

Themen
Einmal im Jahr, sechs Wochen lang, ist Bayreuth der Nabel der Wagner-Welt – während der Festspielzeit. Danach fällt die 73.000-Einwohner-Stadt in Oberfranken wieder in ihren provinziellen Standardmodus zurück. So ist das. Normalerweise. Doch heuer ist alles anders. Alles?
2013 feiern die Wagnerianer den 200. Geburtstag und den 130. Todestag ihres Meisters. Da steht die wichtigste Wirkungsstätte des Komponisten das ganze Jahr über im Fokus.
Aber mit ihm eben auch der Wagner-Zirkus: das Gerangel um Zuständigkeiten, der Streit ums Geld und die selten harmonischen Wortmeldungen der Wagner-Enkel und -Urenkel. Der Zank hat Tradition. Und zum Jubiläum wird erst recht gestritten.

Zu teuer und zu ungeheuer

Es begann schon mit dem ersten Programm-Konzept, das Professor Anno Mungen vom Forschungsinstitut für Musiktheater der Uni Bayreuth präsentieren sollte. Es war den Stadtvätern zu teuer und nicht ganz geheuer: Mungen wollte zeitgenössische Künstler à la Schlingensief für Installationen in der Fußgängerzone gewinnen, ein Filmfestival veranstalten und das Internet via "WagnerWorldWide" einbeziehen.
Das hielten zum Beispiel Vertreter der "Bayreuther Gemeinschaft", die heute die Oberbürgermeisterin stellt, für "völlig unnötig". Sie fanden es "ungeschickt", mit einer weiteren Internetseite an den Start zu gehen, "statt die weltweit eingeführte Seite der Festspiele zu nutzen".
Mungen ist nicht nur aus der Programmgestaltung ausgeschieden, seine universitären Wagner-Veranstaltungen tauchen auch im offiziellen Programm nicht auf. Der Wissenschaftler setzte "WagnerWorldWide" dennoch um: Seit Monaten laufen Ringvorlesungen und Konferenzen zusammen mit schweizerischen, chinesischen und amerikanischen Wagner-Forschern.

Von der Musikschule auf den Grünen Hügel

Weil die Stadt zwischendurch keinen Kulturreferenten hatte – auch das eine Bayreuther Spezialität – wurde die Verantwortung für das Jubiläumsprogramm 2010 Nicolaus Richter übertragen, Direktor der städtischen Musikschule.
Und der hat unter dem Motto "Da steckt Wagner drin!" rund 100, teilweise top besetzte Veranstaltungen rund um Richard Wagner und seinen Kosmos versammelt. Und schon wird wieder gestichelt: "Hochkarätig", sagen die einen, "mainstreamig" mäkeln die anderen.
Eine kleine Auswahl: 2013 startet mit einer Wagner-Comedy, produziert von Regie-Meister Philippe Arlaud. Die Neuköllner Oper präsentiert ein Stück nach Ring-Motiven mit Stockhausen-Musik, Stefan Kaminski bringt den Ring als One-Man-Hörspiel auf die Bühne, die Bamberger Symphoniker kommen, ebenso das Rundfunkorchester des BR unter Andris Nelsons und selbstverständlich die Sächsische Staatskapelle unter dem derzeit angesagtesten Wagner-Dirigenten Christian Thielemann.

Karten sind vergriffen – wie immer

Natürlich leitet er das Geburtstagskonzert im Festspielhaus, das ebenso natürlich längst ausverkauft ist. In Kooperation mit dem Gewandhausorchester werden die Frühwerke Wagners in Bayreuth aufgeführt. Außerdem stehen zahlreiche Ausstellungen, Vorträge, kleinere Konzerte auf dem Programm.
Und natürlich die Festspiele, die den Ring neu herausbringen. Aber dafür bekommt man natürlich auch keine Karten mehr.
Typisch für Bayreuth wird beckmesserisch festgestellt, dass das Programm neben Mungen auch Sissy Thammer nicht berücksichtigt. Sie ist seit einem Vierteljahrhundert Direktorin des Festivals junger Künstler Bayreuth, das seit mehr als 60 Jahren parallel zu den Bayreuther Festspielen im Sommer stattfindet und junge Musiker aus der ganzen Welt zusammenbringt. Mal wird da Wagner gespielt, meistens aber nicht.
"Bei uns steckt halt kein Wagner drin", sagt Sissy Thammer streitlustig. "Wir sind ja keine Archäologen, die alte Dinge ausgraben, und die – nebenbei bemerkt – besser begraben blieben. Unser Programm ist zukunftsgerichtet!".

Gummistiefel und Bauhelm

Nicolaus Richter lässt sich davon nicht die Laune verderben. "Wir haben jeden gefragt, unser Programm stand jedem offen, der zum Jubiläum beitragen will. Herausgekommen ist ein Programm, wie es sonst in Weltstädten aufgeführt wird!"
Apropos Weltstadt: In Bayreuth werden sämtliche Baustellen spätestens in der Nacht vor der Festspiel-Premiere – wenn die Wagnerianer aus aller Welt anrücken – beseitigt, zur Not hinter ein paar Blumenkübeln versteckt. Zumindest war das gefühlte 100 Jahre so. Wer aber 2013 nach Bayreuth pilgert, sollte Gummistiefel und Bauhelm mitbringen.
Auf dem Papier spricht Oberbürgermeisterin Merk-Erbe von der "sehr großen Chance, Bayreuth überregional als die Wagnerstadt schlechthin zu präsentieren". Doch wo Wagners Wähnen Frieden fand, an seinem Wohnhaus Wahnfried, herrscht Baulärm, sein Festspielhaus ist eingerüstet.
Das jüngst zum Weltkulturerbe erhobene Markgräfliche Opernhaus, wo Wagner anlässlich der Grundsteinlegung für sein Festspielhaus 1872 Beethovens Neunte dirigierte, ist ebenfalls wegen Umbauarbeiten geschlossen.

Bauarbeiten unvermeidlich?

Irgendwie war das alles unausweichlich, ist keiner richtig schuld, und schlimm ist es ja eigentlich auch nicht wirklich, finden die Verantwortlichen. Wilhelmines Rokoko-Opernhaus untersteht der staatlichen Schlösser- und Seen-Verwaltung, und die vermittelt den Eindruck, als habe sie mit all dem Wagner-Gedöns nichts zu tun.
Die Sanierung sei ein auf "langfristigen Ertrag ausgerichtetes Großprojekt", von Genehmigungsverfahren, Planungsvorläufen und Finanzierungsentscheidungen abhängig. "Eine Verzögerung der Sanierungsmaßnahmen wäre nicht zu rechtfertigen, zumal es sich bei dem Opernhaus um kein 'Wagner-Denkmal' handelt", erklärt die Schlösserverwaltung trocken.
Besucher können 2013 ein provisorisches Welterbe-Zentrum und ein paar Säle sehen.
Planungs-, Finanzierungs- und Genehmigungsfragen spielen auch beim Umbau des Richard-Wagner-Museums eine große Rolle. Mittlerweile ist das Haus seit September 2010 geschlossen. Absperrband und Bagger also, wo Wagnerianer sonst in stiller Andacht am Grab des Meisters innehalten.

Streit um Museum

Planer, Stadt, Museumsleitung, Familie – alle haben unterschiedliche oder gar keine Vorstellungen, was genau das Richard-Wagner-Museum künftig sein soll. Und dann beschweren sich auch noch Anwohner, dass Bäume im Park gefällt werden müssen.
In zwei Jahren schafften es die Beteiligten – Haus und Grundstück gehören der Stadt, die es der Richard-Wagner-Stiftung überlässt – nicht, die Villa für das Jubiläumsjahr vorzeigbar zu machen. "Wir versuchen, die Peinlichkeit zu lindern", sagt Nicolaus Richter freimütig. So werden während der Festspielzeit Teile der alten Landesausstellung zum Wagner-Gönner König Ludwig II. in Wahnfried zu sehen sein.
Und dann ist da noch das Festspielhaus, das seit November eingerüstet ist, weil der Putz bröckelt. Im März wird klar sein, ob es das Gerüst auch während der Festspiele braucht. Ministerialdirigent Toni Schmid, Vorsitzender des Festspiel-Verwaltungsrats und des Stiftungsrats der Richard-Wagner-Stiftung, wird unwirsch, wenn er hört, dass der Freistaat längst hätte etwas tun müssen. "Wir sind doch erst seit ein paar Jahren dabei!"
Seit 2008 genau sind Stadt, Freistaat, Bund und die Gesellschaft der Freunde zu je 25 Prozent Gesellschafter der Festspiel-GmbH, das Haus aber gehört der Stiftung, die es an die GmbH vermietet. Vorher war Wolfgang Wagner alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer. Jetzt müssen quasi zwei Parlamente und ein Stadtrat mitreden bei jeder Ausgabe.
Nur Schmid bleibt ruhig: "Das Wichtigste ist die Sicherheit der Festspielbesucher. Dagegen scheint mir die Frage der Einrüstung sekundär."

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Soweit der Artikel aus der Welt. Sagt man "die Welt"?? Wie dem auch sei - ist eh ein reaktionäres Blatt. Aber ausnahmsweise - wenn es schon mal über die "fränkische Provinz" geht wie sich z.B. "Die Zeit" ausdrückt (ebenfalls Titelseite über Wagner). Welch großartige Gelegenheit sich der Welt zu präsentieren. Nicolaus (Richter) und Sissy (Thammer) sind zwei ehemalige Mitstreiter aus meiner Bayreuther Zeit. Nicolaus hat zu meiner Bayreuther Zentrumszeit ganz hervorragend gegen den damals gerade neu installierten amtierenden Kulturreferenten intrigiert (ein Metier, welches er noch meisterlicher versteht als Violine zu spielen oder zu dirigieren) um dann, aus lauter Not, dessen Job als "Kulturbeauftragter" kurzerhand selbst zu übernehmen. Sissy Thammer, die, auf eine gewisse (fast schon) positive Weise, total durchgeknallte Intendantin (den simplen Titel "Direktorin" würde Frau Dr. hc als extrem abwertend bezeichnen .....) des Festivals steht in Todfeindschaft zu Nicolaus und vice versa. Kein Wunder, daß sie da bei dem Wagnerspektakel komplett ausgeklammert wird. Sind alte Geschichten aber da könnte ich herrliche Anektoden erzählen. Bayreuth wie es leibt und lebt sag ich da nur ........... dann wagnert mal schön ............... paßt auch gut zu dem Gemetzel oben auf dem Hügel.

Dienstag, 8. Januar 2013

Dünnes Eis

Die meisten Quebecer fliegen ja irgendwann mal während des Winters nach Süden. Kuba, die dominikanische Republik oder Mexiko sind die Renner. Die Rentner sitzen eh zu Haufe in Florida und erfreuen sich der momentan dort wohl günstigen Immobilienpreise. Andere gehen tauchen (servus Micha) und sehen sich Haifische aus der Nähe an oder fahren, wie unser Kumpel Henri, mal eben auf der GS nach Uruguay. Auf dem Landweg versteht sich.

Es bleiben also nur die Harten hier - im Land des ewigen Eises und der Schneewüsten (und unglaublich überfüllten morgendlichen U-Bahnen). Oder diejenigen, welche sich einen sonnigen Ausflug nach Süden nicht leisten können ........ oder wollen, wie ich z.B.

Volle Übertreibung natürlich denn ich glaube wir hatten noch nie einen derartig sonnigen und trockenen November gefolgt von einem sonnigen und schneereichen Dezember. Wenn jetzt noch ein sonniger Januar kommt, dann frage ich mich wo die Leute hier die Begründung für die permanent auftauchende Diskussion um die sogenannte Winterdepression hernehmen wollen??  Aber irgendwas läßt sich bestimmt finden - vielleicht eine Gefährdung durch zuviel Schneereflektion. Sonnenallergie?? Schneedepression?

Andererseits wollte ich ja noch über die überall lauernde Gefahr berichten.

Nochmal ganz kurz zusammengefaßt: permanenter wochenlanger Frost (zwischen - 10 und - 25) läßt alle Seen zufrieren. Auch die ganz Großen. Im Norden werden sogar Pisten für Holzlaster und jede Menge Skidoo Trails freigegeben. Die werden natürlich ständig überpruft und die Eisdicke wird gemessen (trotzdem brechen jedes Jahr einige ein - allerdings eher am Anfang und am Ende des Winters und meistens aus Blödheid). Letztes Jahr im März haben Emile und ich z.B. noch satte 80 cm Eislage oben am Forest Lake gemessen.
Haben wir letzte Woche oben bei Hugo im Chalet auch gemacht - nachgemessen. Mindestens 60 cm auf mehrere Lagen verteilt. Heißt aber nicht, daß dies überall so sein muß.

Jedenfalls waren wir letzten Freitag abends nochmal, mit Langlaufausrüstung und Stirnlampen ausgerüstet, auf dem Eis unterwegs. D.h. Hugo, Felix (Tochter), Emile und ich. Hugo voraus, Felix hinterher, gefolgt von Emile und ich hinten als Schlußlicht. Da sind wir dann so ne halbe Stunde schön über das Eis gewandert. Herrliche Nachtstimmung, Sternenhimmel, Schnee und Eis. Und dann hat es plötzlich "kracks" gemacht und Hugo war bis zum Oberkörper im Wasser. Felix, in Panik, wollte sofort ihrem Papa zu Hilfe kommen. Ich habe sie gerade noch davon abhalten können, sich auch ins Wasser zu stürzen. Emile hat Sicherheitsabstand gewahrt. Hugo hat sich dann auch blitzschnell aus dem Eis rausgearbeitet. Wie er das angestellt hat, ist mir schleierhaft - jedenfalls mußte ich nicht eingreifen. Der Adrenalinpegel war aber kurzfristig mal relativ hoch. Ich bin dann - in aller Vorsicht  - am nächsten Tag nochmal mit Emile losgezogen weil wir die genauen Ursachen analysieren wollten. Wir wollen ja was lernen .... für die Zukunft.
Da ist das Loch. An der Stelle fließt wohl Wasser zwischen zwei kleinen Buchten und sorgt genau an dieser Stelle für eine sehr dünne und somit gefährliche Eisschicht. Gottseidank ist nichts passiert .... da wo Emile steht ist übrigens praktisch das Ufer und massiv Eis

Wir haben dann schließlich unsere Tour weitergemacht - allerdings immer die Augen offen gehalten um andere "Schwachstellen" auszumachen. War aber nix. Überall sonst auf dem ganzen See eine Hammereisschicht.



Trotzdem werde ich zukünftig, zumindest Nachts, solche Erkundungen unterlassen. Mariane, Hugos Partnerin meinte nur, sie hätten früher bei solchen Wanderungen (mit ihren Eltern) immer ein Wurfseil dabeigehabt. Keine schlechte Idee.


So siehts übrigens gerade oben in den Laurentides aus. 

In diesem Sinne - immer schön  aufpassen, gell!!!






Samstag, 5. Januar 2013

Chalet und Schnee und Eis

Mei, das tut echt gut - raus in die Pampa. Ins Chalet. Den Quebecern gehts schon saugut - die haben halt was-weiß-ich-wieviele Seen, einer schöner als der andere und außenrum Wald ohne Ende. Viel Wald.

Das Chalet von Mariane und Hugo ist ca. 2 Stunden weit weg. Am See. Was man halt als "richtiger" Eingeborener hier so braucht. Ist halt auch schon klasse! Andererseits frage ich mich immer, wie das eigentlich Alle so finanzieren - ist ja im Prinzip dann doch meistens eher ein komplettes zweites Haus mit Steuern, Unterhalt, laufenden Kosten usw.!

Hugo hatte jedenfalls schon mal eine kleine Eisfläche vorbereitet und am ersten Abend haben wir dann daran gearbeitet. D.h. bei - 24 Grad (Celsius) ein Loch in die Eisfläche gehackt und dann Wasser rausgeholt um eine einigermaßen glatte Fläche zu machen.

Somit wurden schon mal ausgezeichnete Bedingungen für Schlittschuh und Hockey ermöglicht.

Da oben hat es auch satt Schnee. Unglaublich. Ein einziges Wintermärchen.

Ich hab mich auch gelich mal auf eine ausgedehnte Soloschneeschuhtour begeben - ganz schön anstrengend allerdings. Ich war froh, als ich wieder am Chalet war. Bin ja auch nicht mehr der Jüngste - das merke ich oft .....

Ansonsten hat sich Emile plötzlich für Langlauf interessiert und da Hugo auch noch Skier rumliegen hatte, konnten wir etliche Touren über die verschneite Seefläche unternehmen. Langlaufen auf den Seen (von Flüssen ganz zu schweigen), ist immer so eine Sache. Ich mache das ja jetzt seit über 15 Jahren und ich habe unzählige Touren unternommen und bilde mir ein, die Lage einschätzen zu können. Ich habe auch gleich mal das Eis an mehreren Stellen gemessen - ca. 60 cm. Mehrere Lagen. Seit Wochen herrscht Nachtfrost. Top. - 24 Grad! Trotzdem - und obwohl auch schon Quads über den See gefahren sind, wie wir aus den Spuren ablesen konnten, ist uns dann am Freitag abend bei einer Nachtwanderung, "der Arsch auf Grundeis" gegangen. Die Story stelle ich aber est morgen ein - Liese wird mich anrufen und mir wieder vorwerfen ich wäre "verantwortungslos" - ich gebe aber zu, daß ich mal wieder etwas dazu gelernt habe: nämlich NICHT im Dunkeln und mit Kindern auf eine mir relativ unbekannte Eisfläche zu gehen.  

Ansonsten ist Langlaufen in der Landschaft aber einfach geil. Das Wetter war genial - kalt aber meistens sonnig. Einfach IDEAL. Der Zimmerer kennt das ja, auch wenn es lange her ist - man kann Stunden (oder auch Tage) lang von einem See zum anderen wandern.

Alles was weiß ist  ist See.



Am meisten hat mich Emile überrascht - stellt sich zum ersten mal auf die Skier und läuft gleich mal ein paar km durch die Pampa. Es hat ihm derartig Spaß gemacht, daß er sich jetzt ein paar Langläufer wünscht. Warum auch nicht, was für ein geiler Sport. Vorausgesetzt, man bricht nicht bei stockdunkler Nacht, - 20 Grad, mit Kindern unterwegs, im Eis ein. Dann geht einem der Hintern - wie gesagt - auf Grundeis. Im wahrsten Sinne des Wortes.  








Dienstag, 1. Januar 2013

Ein gesundes neues Jahr euch allen ....

Wünschen wir jedenfalls euch Allen aus ganzem Herzen.

Ansonsten:

Wenn Québec den ganzen Schnee verkaufen könnte, würde es der Provinz sehr gut gehen. Massenweise Schnee.

Unten auf Mont Royal kommt man teilweise nur noch einzeln durch die aufgetürmte weiße Pracht. Mehr Platz ist nicht ..............

Die Weihnachtsfeiertage sind vergangen wie im Flug und jetzt kommen noch ein paar Tage in Hugos - brandneuen und konfortablen - Chalet. Mit viel, viel Schnee. Jede Menge. Und wir sind je erst am Anfang des Winters.



Wir nehmen also folgendes Equipement mit: Langlaufskier, Schlittschuhe, Schneeschuhe. Mich würde mal interessieren, wie es oben an unserem Chalet aussieht. Hoffentlich steht die Hütte noch - bei der Schneelast.

Sonntag, 30. Dezember 2012

Perfekt

Monday
December 31
Tuesday
January 1
Wednesday
January 2
Thursday
January 3
Friday
January 4
Saturday
January 5
Conditions
6am - 6pm
Scattered flurries Cloudy periods Cloudy periods Sunny Few flurries Few flurries
  Scattered flurries Cloudy periods Cloudy periods Sunny Few flurries Few flurries
P.O.P. 40 % 20 % 30 % 10 % 70 % 40 %
High -3 °C -10 °C -13 °C -16 °C -15 °C -3 °C
Feels Like -13 -21 -21 -23 -23 -12
Low -15 °C -15 °C -17 °C -21 °C -19 °C -13 °C

Freitag, 28. Dezember 2012

Einmal wenn du nicht in der Stadt bist ......

gibt es einen neuen Rekordschneesturm (für einen Dezember wohl gemerkt) - 45 cm!

http://www.montrealgazette.com/news/montreal/Photos/video+Snowstorm+slams+Montreal+area/7747887/story.html

Mist - ich habs verpaßt.  Aber Langlauf werde ich am WE machen können. Hier in Quebec hat es gestern ca. 30 cm geschneit - herrliche Landschaften. Perfekter Schnee. Im Winter 2007-2008 gab es den Rekord mit 558 cm Niederschlag. Da waren wir in Deutschland.

Mal wieder über die Landflucht - aus der SZ

"Dörfer verschwinden"


Während Metropolen wie München boomen, veröden ganze Landstriche. Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung im Gespräch über Tristesse, die Stadt der Zukunft und warum Orte mit 20 Rentnern keine teuren Abwasserkanäle bekommen sollten.

Die Seite können Sie sich unter dieser Adresse anschauen:
http://www.sueddeutsche.de/politik/demografie-in-deutschland-doerfer-werden-verschwinden-1.1555594

Dachau gehts gut. Dem Süden insgesamt. Aber wie gehts im Frankenwald, in der Oberpfalz, im bayrischen Wald, usw.?? Sieht man ja u.a. auch an der Entwicklung der "Haifischbar".

freie Kalaschnikofs für freie Bürger ....



10 interessante Minuten um zu verstehen wie ein Teil der US Waffenfetischisten tickt ..... 

Für Europäer und wohl auch die meisten Kanadier nicht so ganz schlüssig nachzuvollziehen. Ich finde den britischen Moderator geil ......   "stop laughing" .......


Donnerstag, 27. Dezember 2012

Die Haifischbar - Artikel aus inFranken.de

Der Abbruch ist nicht das Röhrleinshof-Aus Ein Bagger hat Nebengebäude des Röhrleinshofs bei Trebgast abgerissen. Für das traditionsreiche, seit Jahren nicht mehr bewirtschaftete Terrassen-Hotel sucht die Kulmbacher Bank aber nach wie vor einen Käufer oder Pächter.
Ganz Arbeit hat der Bagger in Eichholz geleistet. Ein ehemaliges Wohnhaus und eine Scheune des Röhrleinshofs wurden jetzt aufgrund der schlechten Bausubstanz abgerissen. Fotos: Dieter Hübner
 
Wird der Röhrleinshof jetzt abgerissen? Diese Frage stellten sich viele, die dieser Tage auf der Kreisstraße 10 den Trebgaster Ortsteil Eichholz passiert und auf dem Grundstück des traditionsreichen Terrassen-Hotels den Bagger bei der Arbeit gesehen haben. Zwei Nebengebäude, das frühere Wohnhaus der Familie Röhrlein und eine angrenzende Scheune sind innerhalb von nur wenigen Stunden der schweren Baumaschine zum Opfer gefallen.

Das sagt die Bank

Markus Wehrfritz, beim Kredit-Sonderreferat der Kulmbacher Bank Ansprechpartner für das Objekt, gibt Entwarnung. Im Gegensatz zu den Hauptgebäuden sei die Bausubstanz dieser Nebengebäude bereits stark angegriffen gewesen. "Ein Wasserschaden im letzten Winter tat das Übrige. Obwohl das Haus beheizt wurde, ist an der Außenwand ein Rohr geplatzt.  Das Wasser hat sich dadurch in den Holzdecken großflächig über das ganze Gebäude verteilt", sagt Wehrfritz und führt an: Unsere Hoffnung, die Substanz zu erhalten, hat sich nicht erfüllt. Wir haben es über den Sommer nicht mehr trocken bekommen. Die folgenden unangenehmen Nebenerscheinungen führten dazu, dass sich die Bank dazu entschlossen hat, das Gebäude abzureißen, da es in diesem Zustand nicht mehr nutzbar war", spricht er über den jetzt vollzogenen Abbruch.

Fritz Kolb erinnert sich an "Haifisch-Bar"

In dem Wohnhaus, das 1922 erbaut und somit 90 Jahre Bestand hatte, hat in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die gastronomische Entwicklung ihren Anfang genommen. Ein Zimmer im Erdgeschoss war Brotzeitstube und in der Faschingszeit "Haifisch-Bar", in der es bei so manchem "Kappenabend" hoch her ging.
Ausgangspunkt für das heutige Hauptgebäude waren das Waschhaus und eine Werkstatt im Hof gegenüber. Darauf wurde erst ein Raum aufgestockt, wenig später nach hinten noch einer.

Berühmt war zu dieser Zeit der "Erdbeerkuchen mit Sahne", erinnert sich Fritz Kolb, ein langjähriger Röhrleinshof-Gast. "Die Früchte wurden in einer richtigen Plantage dort angebaut, wo sich heute die Pferdekoppel befindet. Hinter dem Haus in Richtung Wald wuchsen massenweise rote und schwarze Johannisbeer- und Stachelbeersträucher sowie Kirschbäume. Die Kinder konnten sich in einem kleinen Schwimmbad vergnügen, und im Winter diente der Hang ins untere Eichholz als Ski- und Rodelpiste", erinnert sich der 68-Jährige an goldene Zeiten. 1963 folgte der Anbau der "Kamin-Bar", "in der man mit Jackett und Krawatte gern gesehen war und Live-Musik geboten wurde".

"Es traut sich keiner"

Mitte 2001 hatte die Kulmbacher Bank den Röhrleinshof nach der Insolvenz des letzten Besitzers, Hermann Hugel, ersteigert und bis Oktober 2009 an die Eheleute Schlemmer verpachtet. Seit deren Ausstieg ist die Bank bemüht, das Objekt wieder an den Mann zu bringen. Es gebe immer mal Gespräche mit Interessenten, aber die haben bisher noch nicht zum Erfolg geführt. "Aktuell unterhalten wir uns zwar wieder über eine Reaktivierung des Betriebs, aber es ist noch nicht abzusehen, ob es was wird. Im gastronomischen Bereich traut es sich momentan keiner so recht zu", spricht Markus Wehrfritz über den Stand der Verhandlungen.

Über 50.000 Quadratmeter

Das Objekt mit einem 50.000 Quadratmeter großen Grundstück ist nach seiner Ansicht schon aufgrund der Lage interessant. Die verbliebenen Gebäude, ein Hotel mit Schwimmbad und Sauna, sowie ein Restaurant mit einem großzügigen Wintergarten könnten kurzfristig wieder in einen funktionsfähigen Zustand versetzt und in Betrieb genommen werden. Wehrfritz: "Das Hauptgebäude ist soweit noch in Schuss. Das Gästehaus ist in einem altersbedingten Zustand, grobe Schäden sind nicht vorhanden." Die Gästezimmer seien in Ordnung. Im Schwimmbad brauche man nur Wasser einzulassen, "dann könne man schwimmen", wirbt der Bankmitarbeiter für das Objekt.

Zwei Pferde waren noch in der Insolvenzmasse enthalten und sind mit in den Besitz der Kulmbacher Bank übergegangen. Ein Privatmann, der auf der angrenzenden Koppel selbst noch ein Pferd hält, versorgt die Tiere täglich, der Stall ist picobello in Ordnung. Ob aber noch einmal Gäste im Röhrleinshof bedient werden, ist weiter offen.

Schneesturm und Wintersport

Weiße Weihnacht. Und wie!!!!

Draußen tobt gerade ein ganz ordentlicher Schneesturm. Gestern konnte ich endlich auch, bei strahlenden Sonnenschein, die Langlaufsaison eröffnen. In Quebec City - direkt in der Altstadt. Auf den "Plaines d`Abraham" sind ca. 30 km Loipen gespurt. Einwandfreie Sache. Hockey geht natürlich auch gut.

Heute ist Auszeit - wegen Schneesturm. Morgen gibts nochmal ne Familienfeier und dann gehts zurück nach Montreal. Die erste Janaurwoche werde ich - hoffentlich - im Chalet verbringen können. Da müssten dann so ca. 100 bis 120 cm liegen - das sollte reichen um sich zu amüsieren.  Der Stromausfall da oben in der Region sollte auch behoben sein. Naßschnee hat jede Menge Leitungen unterbrochen. Aber da oben gehts zur Not auch ohne Elektrizität.

Anbsonsten hoffen wir ihr genießt alle die Feiertage. Einen guten Rutsch schon mal vorab ...


apropos:

ein Bekannter von mir (Hugo) hat letztes Jahr das erste mal an dieser Winterexkursion teilgenommen:

La traversée de la Gaspesie!!! D.h. auf Langlaufskiern geht es mehrere Tage - organisiert - durch die Chic Choc Berge in der Gaspesie. 

 http://www.tdlg.qc.ca/hiver/?page_id=691&lang=en

Sowas sollten wir mal für die Heisinger-Wagner-Loos-Kosak-Pfersdorf usw. Familie organisieren. Wer es survivalmäßig will (Markus und Bernhard z.B.) können ihre Bergführer Kenntnisse ausreizen und an ihr definitives Limit gehen.  Wer lieber in der SPA oder der Sauna abhängen möchte kommt auch nicht zu kurz. Es gibt übrigens in fast allen Parks hier Chalets zum Mieten und da könnt ihr dann mal einfach eine Woche in der Pampa verbringen (oder auch länger .....) - in the wilderness.




Samstag, 22. Dezember 2012

Schnee in Québec

Québec liegt in Kanada und Kanada ist u.a. bekannt für seine schneereichen und saukalten Winter. Trotzalledem wiederholen sich, Jahr für Jahr, bestimmte Rituale. Ende November, anfang Dezember, wenn plötzlich der "erste" Schnee kommt, fällt den meisten Leuten ein, daß man ja auch z.B. Winterreifen montieren könnte anstelle der total abgefahrenen Sommerreifen.

Wir wissen ja normalerweise alle, daß in Montreal im Durchschnitt ca. 280 cm und in Quebec City ca. 400 cm Schnee fallen werden. Trotzalledem erscheint es mir jedes Jahr irgendwie so als würden plötzlich alle nach oben blicken und sich fragen: "was ist denn das weiße Zeugs da??".

Schnee. Wie überraschend. Hab ich jetzt gar nicht dran gedacht - könnte ja auch schneien, ausnahmsweise. Na sowas .....

Der Räumdienst scheint jedes Jahr ähnlich überrascht zu werden.

Und da die Medien mittlerweile selbst die kleinsten Niederschläge zu Jahrhundertschneestürmen hochstilisieren, kommt eins zum anderen.

Am Freitag ist halb Quebec nicht ins Büro oder auf die Arbeit gegangen da in den Medien ein Supersturm ankündigt wurde. Im Endeffekt gabs 5 cm Niederschlag und alles war extrem relaxed. Fast so wie bei Sandy, dem Hurrikane.

Im Norden allerdings (u.a. oben am Chalet, in den Laurentides) - zugegeben - soll es teilweise letzte Nacht bis zu ca. 80 cm rausgehauen haben. Das ist dann schon gewaltig. Das hab ich auch in Montreal schon ca. drei bis viermal erlebt in den letzten 15 Jahren aber es kommt halt doch nicht so oft vor wie es die Medien suggerieren. Wenn es dann tatsächlich mal passiert ist es total cool - vor allem in der Stadt - da das ganze Leben paralysiert ist. Komplett. Ich hab z.B. meine Einkäufe im Supermarkt mal mit Langlaufskiern absolviert. Einmal bin ich durch die ganze Stadt auf Skiern gedüst. Das ist natürlich geil ... aber selten. Wie gesagt, bis dato einmal - in 16 Jahren. Ich bin übrigens der Einzige welche das "cool" findet - alle anderen fluchen was da Zeug hält.

Ich finds tritzdem geil. Den quebecer Winter meine ich und vor allem  wenn es mal so richtig extrem kommt. Im süddeutschen Raum soll es morgen und übermorgen bis zu 18 Grad geben. Krass. Weihnachten. 18 Grad. Glühwein braucht man da ja wohl eher nicht - vielleicht Caipirinha anstatt.
Wir hingegen, bauen morgen unsere Eisfläche hinter dem Haus fertig (konstante Minustemperaturen sind angekündigt) und das neue Jahr werde ich wohl im Chalet begrüssen. Mit soviel Schnee wir nur irgend möglich. Vive l`hiver.
Morgen stelle ich mal ein paar Bilder vom "Eismachen" auf die Seite.


 

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Mont Royal - gefährlich für Kleinkinder

gehts a mol auf Youtube und hackt Montreal und Eagle ein oder Baby.

Dann gibts ein nettes fake Video von ein paar Studis aus Montreal welche ihr Jahresprojekt in Animation realisiert haben.




Dienstag, 18. Dezember 2012

Webseite Reisighof

Tach. Gestern abend hatte ich nichts zu tun und deshalb habe ich mal kurzentschlossen die Baustelle angegriffen und eine adhoc Seite gestaltet. Sehr basic - aber besser als gar nix. Gebt mir mal Kommentare was an der Seite besser gemacht werden könnte oder anders oder erweitert, was fehlt, was man sonst noch so machen könnte. Andere Bilder, Rechtschreibung, links, Infos - etc. pp

www.reisighof.de

Ich kann da jetzt auch z.B. Belegungszeiten online stellen sodaß die Leute sehen wann schon gebucht ist, was noch frei ist usw. - allerdings muß ich das erst mit Marlies abklären.

Oiso ihr Pappnasen. Schauts euch mal an ................


Montag, 17. Dezember 2012

weniger subtil als Sig Sauer - aber immerhin

http://www.bushmaster.com/index.asp

oder doch - bin ja im Grunde bodenständig konservativ wie ihr alle wißt - ne gute alte Ak 47 (AKA Kalashnikow???). Michi (Loos), was sagst du?? Versagt angeblich nie ....... wie so ein Lada. Wobei? Ostware?? Trotzdem hat der Russe gewonnen ................

Wir "durften" damals ja, beim "großdeutschen Trachtenverein" immer nur mit G3 schiessen - so ne Art Spielzeug im Vergleich zu dem obigem Zeugs. Wer gute Beziehungen hatte oder UFZ war, hatte ne UZI - deutlich leichter. Siehe ISRAEL. Allerdings löst die bei "Kontakt" angeblich aus - trotz Sicherung. Unangenehm - vor allem wenn man auf der anderen Seite steht. Das Teil fällt z.B. auf den Boden und zeigt nach oben, blöd gelaufen  .....

Dann doch lieber ne Bazooka - Boden - Boden!

Es fahren ja auch viele gepanzerte Hummer rum. Da kann man sowas gut brauchen - when it counts!
!!!

Angenommen, so ein Hummer, mit aufgesetzten MG, etc, .greift meinen Kindergarten an, dann wäre es doch gut sowas hinten im Klassenzimmer an der Wand zu haben, oder??? Das bißchen Schießausbildung läßt sich locker auf der Shooting Range machen.

Freitag, 14. Dezember 2012

Ein guter Mensch - ein guter Präsident

http://www.cnn.com/video/?hpt=hp_c3#/video/us/2012/12/14/obama-weeps-over-massacre.cnn

Solange Waffen einfacher zugänglich sind als Lebensmittel, solange sich jeder - auch z.B. mental kranke - Mensch Maschinengewehre und ähnliches kaufen kann,  solange wird dieses Problem nicht aus der Welt zu schaffen sein.

Mal sehen, wo das nächste Massaker stattfinden wird.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Sesshafte Oberfranken


Als ich jünger war habe ich immer gedacht ich käme aus Bayern in einem europäischen Deutschland. Dann habe ich irgendwann gemerkt, daß Franken mit Bayern absolut nix zu tun hat. Österreich ist zum Teil bayrischer als Oberfranken meiner Meinung nach. 

Wenn ich hier jemanden erzähle wo ich denn eigentlich herkomme, sage ich mittlerweile immer "aus Franken - dem nördlichen Teil Bayerns". Denn Bayern kennt halt jeder und für viele Kanadier ist Bayern gleich Deutschland. Ach ja, Berlin gibts auch noch .... und manchmal muß man noch hinzufügen "aus dem WESTEN"!!!!!
...........................................................................................................................................................
Aus dem Nordbayrischen Kurier

München/Bayreuth
10.12.2012 12:10 Uhr

Oberfranken sind die sesshaftesten Bayern

+
In Oberfranken finden sich laut der Studie die sesshaftesten Bayern: Durchschnittlich leben sie schon 36 Jahre an ihrem derzeitigen Wohnort. Das Wichtigste an ihrer Gegend ist den Oberfranken die Nähe zu Freunden und Familie. Für 71 Prozent ist dies „voll und ganz“ der Grund, warum sie gerne in der Region leben.
Mehr Oberfranke als Bayer
Insgesamt zeigen sich 84 Prozent der befragten Oberfranken stolz auf ihre Region. Wie überall in Franken, ist die Identifikation mit dem Freistaat Bayern etwas schwächer ausgeprägt, wobei immer noch 74 Prozent stolz darauf sind, Bayer zu sein.
Weitaus mehr als andere Bewohner Bayerns rühmen die Oberfranken das kulturelle Angebot der Gegend. Das Nebeneinander von Hochkultur, Kabarettisten und einer lebendigen Kleinkunstszene macht hier den besonderen Reiz aus.
Die kulinarische Besonderheit Bier
Unter den regionaltypischen Bräuchen stechen in Oberfranken vor allem die Kirchweihfeste heraus, also die Kerwa-Kultur. Kulinarische Besonderheiten spielen bei 78 Prozent eine große Rolle für ihre Heimatverbundenheit – mehr als dies bayernweit der Fall ist (68 Prozent). Das oberfränkische Bier wird dabei unangefochten an erster Stelle genannt.
Wie alle Bayern definieren sich auch die Oberfranken vor allem über vier Kerneigenschaften: Heimatverbunden, bodenständig, naturverbunden und traditionsbewusst. Zudem beschreiben sich die Oberfranken selber bayernweit am stärksten als wertkonservativ, zurückhaltend und bescheiden.
Insgesamt hat der Bayerische Rundfunk für die Studie 3501 Menschen aus allen Regierungsbezirken befragt. Ergänzt wurde die Befragung durch Expertengespräche in den Regionen und qualitative Interviews mit der Bevölkerung.
red/Foto: red

Montag, 10. Dezember 2012

Der erste Schnee

Total triste Novemberstimmung im Dezember. Ich bin über den Mont Royal hoch- und über den Cimetière CDN wieder zurück. Es hat zwar ca. 10 cm geschneit über Nacht aber am Morgen ist alles in Regen übergegangen. Kein Mensch unterwegs bei dem nebligen Nieselwetter.



Bisher ist uns Oberfranken, was den Winter anbelangt, etwas voraus. Ansonsten noch zwei Wochen Arbeit, dann ist erstmal Schicht im Schacht. Zwei Wochen bleibt der "Laden" nämlich geschlossen. Die erste "betriebliche"  Weihnachtsfeier habe ich auch schon hinter mir und so wird es jetzt die nächsten zwei Wochen noch weitergehen. 

Sonntag, 9. Dezember 2012

Musik und alte Bekannte aus Würzburg

http://www.mainpost.de/ueberregional/kulturwelt/kultur/Ein-Wuerzburger-erobert-still-und-leise-die-Popwelt;art3809,6761816

Zitat:
Monta-Songs sind oft sehr persönlich. Im Laufe der letzten Jahre musste Kuhn einige Turbulenzen in seinem Privatleben überstehen. Zeitgleich beschäftigt ihn seine alte Band Miles. Über „Grand Hotel van Cleef“, das Label von Thees Uhlmann, sollen alle Songs der Würzburger wiederveröffentlicht werden. „Die Lieder von Miles sind noch nicht digital verfügbar, man kann sie nicht über iTunes kaufen. Jetzt sind alle Rechte an uns zurück gegangen, deshalb kam mir die Idee, dass man die Songs verfügbar macht.“

Ich gönne ihm den Erfog. Es war schon damals abzusehen, ca. 1990 in Würzburger Cafe Cairo im Proberaum, daß er über großes Talent verfügt. Aber bezüglich itunes werde ich mit Tobi wohl nochmal über die beiden ersten Alben (Manana und Baboon) reden müssen - denn die sind auf meinem Label erschienen (2wIbf und Spool). 

Plastikgeld

Damit meine ich keine Kreditkarten.

Der Geldautomat hat gestern die ersten Plastikgeldscheine ausgespuckt und ich bin erstmal ganz schön erschrocken. Absolutes Plastikgefühl. Von wegen Papiergeld - die Zeiten sind hier vorbei. Die Scheine sind sowas von glatt, daß man aufpassen muß, nicht gleich drei davon herzugeben.

Sehr gewöhnungsbedürftig. Irgendeine Polymermischung angeblich.

Die Olle Queen ist aber leider immer noch drauf - was die wohl daran finden? Keine Ahnung. Aber immerhin sieht sie jetzt nicht mehr aus wie 20 oder so (auf den alten Scheinen) sondern immerhin wie 50. Ist sie in Realität nicht schon weit über Hundert???? 

Dienstag, 4. Dezember 2012

Aus der Zeit gefallen - Bilder in der SZ ONline

http://www.sueddeutsche.de/bayern/bilder-aus-dem-bayerischen-wald-aus-der-zeit-gefallen-1.1534591

hoffentlich kann ich mit 86 auch noch in den Wald gehen

p.s. hat eigentlich jemals jemand (außer mir) diesen Film gesehen:

 http://de.wikipedia.org/wiki/Eisenhans_%28Film%29

ist mir grad eingefallen, als ich die Bilder aus der SZ gesehen habe

Oberfranken im November, Nebel in den Tälern, Schnee auf den Höhen, Wälder ohne Ende - pure Wintermelancholie

Freitag, 30. November 2012

Immigration Teil 2

Das Bildungsniveau der Einwanderer ist bei weitem höher als das der Durchschnittsbevölkerung. 51 % aller Immigranten haben ein Universitätsdiplom gegenüber lediglich 19 % der kanadischen Population. Trotz dieses Bildungsvorteiles belegen die Statistiken eine große soziale Unausgewogenheit und obwohl das kanadische Auswahlmodell als vorbildlich in der Welt gilt (will sagen: ich nehme nur gutausgebildete und junge Menschen oder Investoren und der Rest der Welt soll sich um Kriegs- und Katastrophenopfer, sowie Flüchtlinge kümmern). Also, trotz dieses Elitenauswahlmodells zeigt sich, daß diese Einwanderer a) ein geringeres Durchschnittseinkommen erzielen, b) eine deutlich höhere Arbeitslosenquote aufweisen (auch nach 10 Jahren), c) viele als sogenannte "working poor" gelten, d.h. in prekären Arbeitsverhältnissen und d) das viele Einwanderer in sogenannten "Armutssektoren" arbeiten (Restauration und Tourismus, Taxi, Hilfsjobs im Pflegebereich, Agriculture).
Die schlechteste Nachricht ist allerdings, daß sich dieser Prozess seit den 80er Jahren verschlimmert hat anstatt sich zu verbessern. Mit anderen Worten, wer jetzt nach Kanada einwandert hat deutlich schlechtere Aussichten als noch Immigranten in den 80er Jahren. Dies trifft allerdings nur auf einen Teilbereich zu, denn eine weitere Beobachtung des Berichts zeigt, daß es ganz klar Diskrimination gibt. Während westeuropäische Einwanderer (uff, nochmal Glück gehabt) relativ schnell und durchaus in der ersten Generation ein vergleichbares Niveau an Durchschnittseinkommen erreichen, ist dies bei afrikanischen, asiatischen, arabischen oder südamerikanischen Immigranten das komplette Gegenteil.
Viele bürokratische "Brandmauern" in Quebec verhindern oft den Zugang zu ganzen Berufszweigen. So werden, wie schon gesagt, zwar nahezu nur Akademiker ausgewählt, gleichzeitig gibt es aber 20 sogenannte "geschützte" Berufszweige in Quebec. Geschützt im Sinne von "zugangsbeschränkt" - u.a. Sozialarbeit, natürlich das komplette Gesundheitswesen (Ärzte, Krankenschwestern), aber auch z.B. Architekten, Ingenieure, Lehrer, usw.
Das bedeutet, wer aufgrund einer Ausbildung ausgewählt wurde und ein Visa erhalten hat, hat noch lange nicht das Recht oder auch nur die Möglichkeit, diesen Beruf dann auch tatsächlich ausüben zu dürfen. Von den ganzen anderen Problemen wie Sprachkompetenz (englisch, französisch), nichtvorhandener kanadischer Berufserfahrung, etc. pp., mal ganz abgesehen.
Viele Immigranten sind deshalb nach etlichen Jahren entweder sehr verbittert oder halten sich von Anfang an (sofern möglich) die Option offen, wieder in ihr Heimatland zurückzugehen. Ich habe unlängst mehrere Fälle im Büro kennengelernt wo die Betroffenen sich erstmal nur freistellen ließen oder de facto noch per Internet in ihrem Heimatland gearbeitet haben (Informatiker) oder sich mit dem Gedanken trugen in die USA oder sonstwohin zu gehen.  

 

Donnerstag, 29. November 2012

Immigranten in Quebec und Kanada - eine Betrachtung, Teil 1

Man stellt sich das immer so leicht vor. Auswandern, Einwandern, ein neues Leben beginnen. Fernweh, Heimweh. Abenteuerlust.

Ab nach Australien, nach Neuseeland, nach Kanada. Und dann???

Dann beginnt für diejenigen, welche nicht über ihren Arbeitgeber dahin geschickt oder eingeladen wurden und somit nur "temporäre Immigranten oder eher Kurzurlauber" sind, der harte Alltag.

Kanada hat im Jahr 2010 280000 (zweihundertachtzigigtausend) Einwanderer aufgenommen oder besser: ausgewählt. Quebec bekommt davon etwas über 53000 ab. Das bedeutet relativ für Kanada ca. 0,8 % der Gesamtbevölkerung und für Quebec respektiv 0,7 % der Gesamtbevölkerung.  Auf Grund der Auswahlbedingungen haben die meisten der Immigranten einen Hochschulabschluß. Ingenieure aus Iran, Architekten aus Rumänien, Juristen aus Kolumbien, Informatiker aus Marokko, Ärzte aus China, usw. - ich treffe die Menschen jeden Tag im Büro.
Alle kommen sie in der Hoffnung, hier ein besseres Leben führen zu dürfen. In Sicherheit. Um in einer aufgeschlossenen, modernen, rechtsstaatlichen und prosperierenden Gesellschaft ihr Glück zu finden.
Sie wurden ja auch "ausgewählt"! Sie sind die "chosen people". Die crème de la crème. Die Elite. Die Besten. Komm nach Kanada - ins Land wo Milch und Honig fließt und du gebraucht wirst, einen Job findest und eine Zukunft hast. Ins gelobte Land der unendlichen, westlichen Freiheit.
Das ist die Theorie. Oder die Aussendarstellung der Kanadier.
Die Kandidaten und Kandidatinnen welche dann, nach Überwindung von oft unendlichen bürokratischen Hürden und unter erheblichen finanziellen Anstrengungen, endlich das ersehnte Visa bekommen, lösen dann oft ihr gesamtes vorheriges Leben quasi auf, kündigen ihren Job im Staatsdienst, verkaufen ihre Firma, geben ihre komplette ehemalige Lebensgrundlage auf und machen sich auf den Weg ins gelobte Land: Kanada. Oder Quebec.
In Quebec gelandet, und das bedeutet zunächst und zumeist (in 80 % aller Fälle) Montreal, werden sie dann, nach einer anfänglichen Phase der Euphorie, von der Realität eingeholt. Mit aller Härte.
Keine Kontakte. Kein Job. Irgendeine Wohnung. Ohne Ahnung wie das alles so läuft hier .... - aber, wird schon werden.

Gestern wurde hier nämlich - mal wieder -  eine ausführliche Analyse zu dem Thema veröffentlicht. Leider nur in französisch. Aber aussagekräftig.

http://www.iris-recherche.qc.ca/wp-content/uploads/2012/11/Note-immigration-web.pdf

Über die Details des Forschungsberichtes werde ich mich morgen mal auslassen. Nicht sehr positiv jedenfalls was Quebec anbelangt .......... Realitycheck!








Montag, 26. November 2012

November

Ich bin mal gespannt ob dieser November 2012 hier alle Sonnenrekorde bricht. Jeden Tag Sonne und strahlend blauer Himmel. Nicht das ich irgend jemanden neidisch machen möchte, weit gefehlt, aber die letzten Wochen waren - wettertechnisch - schon super.

Es wird zwar kalt, Nachtfrost setzt auch in Montreal ein aber es läßt sich gut aushalten.

Ich bin heute, an meinem "heiligen" Montag, mal zu einer kurzen Tour aufgebrochen. Natürlich mit dem Rad. Ich kann mich erinnern, daß ich 1996, als ich hier ankam, erstmal so ziemlich alles was ging mit dem Rad abgefahren habe. So urbane Erkundungsfahrten. Mit dem normalen Fahrrad hatte ich da so bestimmte Reichweiten aber jetzt kann ich den Radius problemlos vergrössern. Heute also mal runter, Richtung so genannte "South Shore", "la rive sud". Über die Jacques Cartier Brücke rüber und dann rein in dieses unsäglich hässliche und zersiedelte Gebiet südlich vom Strom. Alles um den Großraum der Insel herum wurde - im Norden wie auch im Süden - einfach mehr und mehr zugebaut. Urbanistik?? Kommt drauf an, was man darunter versteht .....

Nun ja, ich bin meine Tour gefahren und hatte Spaß.

Sieht so aus, als könnte ich noch eine Woche mit der Fahrrad auf die Arbeit fahren. Dann kommt - unweigerlich und "so sicher wie das Amen in der Kirche" - der erste Schnee. Und dann werde ich wohl erstmal auf Bus und Metro umsteigen. Erstens werden die meisten Radwege nicht geräumt und zweitens bin ich vor Jahren schon mal ziemlich auf die Fresse gefallen - mein Rücken erzählt mir heute noch davon.

Apropos Fahrrad: ich bin jetzt knapp 1500 km mit dem eBike gefahren und abgesehen von einem Plattfuß und einer zu langen Tour mit anfänglich zu viel elektrischer Unterstützung (65 km - Batterie war bei 50 fast tot), hat sich das Bionx System mehr als bewährt. In JEDER Hinsicht. Das war definitiv meine beste Investition der letzten 10 Jahre.

Mittwoch, 21. November 2012

Der morgendliche Blick


Kurzer morgendlicher Abstecher durch Westmount - die "Quadratmeile" Kanadas mit dem höchsten Prokopf Durchschnittseinkommen.  Die reichen Anglos hocken alle auf der Südseite des Berges. Die reiche frankohophone Schicht (Outremont) auf der Westseite.


Südlich davon werden ganze Stadtviertel aus dem Boden gestampft bzw. sind alte Viertel im totalen Umbruch. Würde mich nicht wundern wenn in Montreal in ein bis zwei Jahren der Markt für Appartments zusammenbricht. Es ist der Wahnsinn was da momentan gebaut wird - wer soll denn da alles wohnen??

Montag, 19. November 2012

Go green with Jim Harris



Habe Jim Harris letzte Woche bei einem Vortrag erlebt und muß sagen, sehr eloquenter Speaker.

http://www.jimharris.com/speaking/environmental-speaker/

Demnächst gibt es noch einen Vortrag zum Thema Passivhaus. Werde ich mir auch mal reinziehen.

In der Zeit gab es einen interessanten Artikel über den Ursprung der englischen Redewendung

"The Energiewende". 


Freitag, 16. November 2012

Interessante Woche

Ohne Zweifel. Politisch geht es drunter und drüber in Montreal.

Wie bereits gesagt, werden wohl mehrere Bürgermeister, Beamte und diverse Unternehmer Quebecs während der nächsten Wochen und Monate harte Zeiten vor sich haben.

Heute dann die Sensation: die zweitgrößte frankophone Stadt der Welt (nach Paris) wählt einen anglophonen Bürgermeister. Aufgrund des Korruptionsskandals mußte der ehemalige Typ (Gerald Tremblay - totaler Looser) zurücktreten bzw. ist einfach zurückgetreten bzw. zurückgetreten worden und deshalb mußte erstmal jemand als Interim gefunden werden. Dann gabs diese Woche noch den einen oder anderen internen Putsch unter den kommunalen Parteien usw.. Jeder Zweite hat die Seite gewechselt oder ist ausgetreten oder hat alles dementiert was er vorher im Leben getan hat und das Gegenteil behauptet. Alles höchst unterhaltsam.

Insgesamt ist diese Wahl aber, wenn auch nur als kurze Übergangslösung bis zur nächsten - richtigen - Wahl,  auch ein kleines Zeichen dafür, daß der ethnische und epische franco-anglophone Konflikt nicht mehr ganz so unüberwindbar ist. "Mein" lokaler Bürgermeister, namens Michael Applebaum, anglophon und Mitglied der jüdischen Gemeinde, ist jetzt also der Chef der Stadt. Somit fast der zweitwichtigste Mann im Land. Kann ich mir zwar nix für kaufen aber ich halte ihn für integer und vor allem glaube ich, daß er ein ganz ordentlicher Manager ist. Umweltpolitisch würde ich mir mehr und weitergehende Visionen von ihm wünschen aber na ja, ....kann ja noch werden. Vielleicht gibts ja tatsächlich irgendwann mal eine Straßenbahn in Montreal, oder Elektroautos, oder Photovoltaik auf dem Dach, oder Dachbegrünung, oder vernünftige Energiepolitik, Urbanismus, usw.

Darüberhinaus hatte ich gestern noch das Vergnügen den eventuellen nächsten Ministerpräsidenten Kanadas, in einem zweistunden Gespräch, kennenlernen zu dürfen. Justin Trudeau.  Ein sympathischer, freundlicher, aufgeschlossener und intelligenter junger Mann. Der verkörpert hier - angeblich - sowas wie der Kennedy Clan in der USA. Sein Vater war Ministerpräsident usw. - diese ewigen Dynastiegeschichten halt.  Was mich überrascht hat, war mehr die Reaktion in meinem Umfeld. Tatsächlich so kennedymässig. Oder obamalike. Als neutraler und nahezu komplett kanada-emotionsloser Mensch fand ich Justin durchaus akzeptabel und vor allem sympathisch aber ich konnte in ihm jetzt nicht undbedingt die Lichtgestalt mit dem Übercharisma sehen. Wie dem auch sei - falls er seine internen Parteivorwahlen gewinnt hat er wohl gute Chancen. Im Vergleich zu den Politpfeifen um ihn rum, durchaus ein Gewinn.

Dienstag, 13. November 2012

Kannibalismus in vielfacher Form

von diesen ausgeschlachteten Fahrrädern gibts in Montreal hunderte, wenn nicht tausende in jedweder Form. Vor allem NACH dem Winter.
 In der freien Natur bleibt noch weniger übrig.

Kleine Beobachtung vom Chalet (war am Sonntag mal kurz zum Holzmachen dort - Vorbereitung auf den kommenden Winter).

Die Bieber werden das Reh ja wohl nicht gefressen haben - sind ja eher Vegetarier. 

Montag, 12. November 2012

Moin

Liese ist wieder zurück aus Fidel Land und - wie es scheint - Sozialistin geworden. Aber nachdem sie ja auch schon den Grünen beigetreten ist überrascht uns das auch nicht mehr.

Hier hat es satte 18 Grad im November und ich komme gerade aus dem Chalet zurück. Mei, hab ich geschwitzt. Ich wollte noch ein bißchen Holz hacken etc. und mich auf den Winter vorbereiten. Alles was an Wasser im Chalet zurückgelassen wurde, war gefroren, d.h. es hatte sicher permanent Nachtfrost während der letzten Wochen. Aber heute tagsüber war es der Wahnsinn. Nach ein bißchen Arbeit war ich komplett durchgeschwitzt und klatschnass. Jede Menge Motorräder unterwegs. Ein wahnsinns Wetter.

Es ist überhaupt ein extrem sonniger November. Laut Wetterbericht soll sich da auch die nächsten zwei Wochen nicht sehr viel ändern. Ich nehm eswie es kommt.  Aber es sieht so aus, als könnte ich noch ein paar Wochen mit dem Fahrrad auf die Arbeit fahren.


 http://www.theweathernetwork.com/fourteenday/caqc0363

Freitag, 9. November 2012

Mittwoch, 7. November 2012

Obama

hat mir ne mail geschrieben.

Toll. Vor vier Jahren habe ich mich unter einer fiktiven Vermonter Adresse in seinen Newsletter eingetragen und seitdem kriege ich solche mails. Gott sei Dank ist der Kelch Romney an uns vorbeigegangen. Jetzt hat er 4 Jahre in welchen er den "wahren" Obama durchsetzen kann.

How this happened
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Barack Obama info@barackobama.com
00:12 (vor 11 Stunden)

an mich
Bilder werden nicht angezeigt. Bilder unten anzeigen - Bilder von info@barackobama.com immer anzeigen
   
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Elvis --

I'm about to go speak to the crowd here in Chicago, but I wanted to thank you first.

I want you to know that this wasn't fate, and it wasn't an accident. You made this happen.

You organized yourselves block by block. You took ownership of this campaign five and ten dollars at a time. And when it wasn't easy, you pressed forward.

I will spend the rest of my presidency honoring your support, and doing what I can to finish what we started.

But I want you to take real pride, as I do, in how we got the chance in the first place.

Today is the clearest proof yet that, against the odds, ordinary Americans can overcome powerful interests.

There's a lot more work to do.

But for right now: Thank you.

Barack

Montag, 5. November 2012

wer will nach Quebec einwandern???? Hier ist der Test ...

http://www.gouv.qc.ca/portail/quebec/international/allemagne/immigration/immigrer_au_quebec/evaluation/


bin ich grade zufällig draufgestossen - ich werde mal einen Reality Check machen -

Mafia Update

http://www.cbc.ca/news/canada/montreal/story/2012/11/05/gerald-tremblay-montreal-conference.html

Der erste ist weg - gut so. Der erste Bürgermeister. Der Bürgermeister von Montreal ist vielleicht der zweitmächtigste Mann im Land. Die Stadt representiert die Metropole Québecs und verfügt über ein Milliardenbudget.
Tremblay ist heute um 19 Uhr zurückgetreten - nicht etwa, weil der selbst korrupt ist oder der Mafia angehört, sondern wegen Inkompetenz. Mit seinem Bruder Marcel habe ich etliche Jahre gut zusammengearbeitet. Marcel war immer total witzig und irgendwie sehr menschlich - obwohl ich ganz am Anfang starke Bedenken hatte weil er seinen Sohn protegiert hat und ein wenig unkonventienel war.  Marcel hat mir u.a. mal gesagt, daß es seiner Erfahrung zufolge in der Politik nicht wichtig sei "was ich können würde, sondern WEN ich kennen würde". Das entspricht wohl - leider - der Realität.

Gerald hingegen hat jahrelang weggesehen, übersehen und nicht eingegriffen. Die - gefühlte - Hälfte seiner engsten Mitarbeiter waren total korrupte Säcke. Seine ganze Administration war, und ist, total underwandert. Außerdem hatte er keine Vision und Montreal geht es ganz gut, aber nicht wegen, sondern trotz Gerald Tremblay.

Jetzt stehen noch ein paar von den anderen Jungs auf der Liste. U.a. der Bürgermeister der zweitgrößten Stadt - Laval. Er ist momentan "krank geschrieben" - wird aber in absehbarer Zeit seine Genesung hinter Gittern fortsetzen können. Momentan werden seine - angeblich millionenschweren - Auslandskonten durchforstet.

Die Reihe läßt sich - leider - fortsetzen. Es spricht allerdings für die hiesige Justiz, daß dieses "Großreinemachen" überhaupt möglich ist.  Fortsetzung folgt ....

Das Grundproblem ist wohl Gier und Macht. 

... morgen abend dann Daumen drücken für Obama. Ganz gleich wie knapp er gewinnt und sollte es selbst ohne einfache Mehrheit sein - egal. Sonst gehts uns allen Schlecht - soviel ist sicher. Arm gegen Reich. Umweltschutz gegen maximalen Profit. Gesundheitsfürsorge für alle gegen "jeder-hilft-sich-selbst". Waffenkontrolle gegen Waffen für alle. Nachhaltigkeit gegenüber Ausbeutung.Die Götter die Romney anbetet kennen keine Gnade - davon bin ich überzeugt. Gnade uns Gott.