Sonntag, 9. April 2023

Frohe Ostern

Liese hat mich vorhin per email gefragt, ob man das unter den gegebenen Umständen überhaupt noch wünschen dürfe? Frohe Ostern? Ich denke schon. 

Es ist doch das Fest der Auferstehung, oder? Wenn ich das als Atheist so betrachten darf?

Also das Fest des Wiederaufbaus. Das Weiterlebens. Ob politisch - militärisch in der Ukraine, ob in der Türkei, ob sonst wo. Ob materiel oder spirituel. 

Das Leben geht weiter. Immer. 

Ostern, mit der traditionellen deutschen Friedensbewegung darf das. Ich denke man darf Frieden "fordern". Muss Frieden fordern. Was denn sonst? 

Aufbruch, Blick nach vorne, Hoffnung. Niemand will Krieg oder den Konflikt. Ausser ein paar krass durchgeknallten Russen - im Moment noch jedenfalls - und auch das wird vorbeigehen, wie so vieles andere Übel davor.

Wir hatten hier ein krasses Wochenende mit einer totalen Energie Apokalypse. Der Eissturm hat in der Nacht auf Donnerstag ein Drittel der Bevölkerung vom Stromnetz getrennt. Rien ne va plus. Herabstürzende Äste und umfallende Bäume haben das Netz zerstört. 

Wenn in Quebec der Strom ausfällt, aus welchen Grund auch immer, dann ist auch die Heizung aus. Bei dem hiesigen Klima kann das dann sehr schnell sehr grenzwertig werden. 80% aller Haushalte heizen mit Strom, u.a. mit Luft-Luft Wärmepumpen. Ich habe davon übrigens etliche im Büro und wir haben letztes Jahr auch eine im Haus eingebaut und das funktioniert prima. Sehr effizient.

Das Büro hatte ich am Donnerstag schon mal prophylaktisch geschlossen. 

Dann war auch tatsächlich Stromausfall bei uns und wir haben improvisiert. Ich habe so ein Notfall "Powerpack", damit können wir z.B. die Handys laden etc. ! 

Dann habe ich einen Ethanol Ofen. Das ist eher für das gelegentliche Ambiente geeignet als denn als wirklicher Heizungs Ersatz. Aber kurzfristig kann man damit ein bißchen Heizen. Es gilt auch vorsichtig zu sein, denn ca. 50 Menschen mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden weil sie z.B. BBQs oder Propan Camping Zeugs als Heizung verwendet haben. Im Innenraum. Kohlenstoffmonoxid. Tödlich. 

Zwei Menschen sind von herabfallenden Ästen getötet worden. Das Ganze ist also nicht gänzlich ungefährlich. Alle Parks waren erstmal gesperrt.

Natürlich war ich ein wenig besorgt um das Chalet. Wenn in Montreal schon Chaos herrscht, was ist dann da oben in der Pampa los?

Steht die Hütte noch? Nachdem wir vor zwei Wochen den "Volltreffer" bekommen haben?

Also, zuerst mal ist am Chalet noch tiefster Winter. Es liegen unfassbare 120 cm Schnee. Kompakt. Nächtliche Tiefsttemperatur: minus 11 Grad!

 

 

Zweitens, ich bin nicht der einzige Idiot am See der geglaubt hat, seine bauliche Struktur würde das aushalten.


Nach zwei Stunden intensiver Arbeit hatte ich sogar ein "Plätzchen" frei zum Sitzen. 

 

Mein Nachbar, Mike, wird noch ein bisschen warten müssen bevor er seinen Pickup bewegt. Wenigstens kann er das Fahrzeug schon wieder sehen. LOL.

 

Montreal sah flächendeckend so aus.

Ich muss das mal statistisch überprüfen, aber das könnte einer der schneereichsten Winter der letzten 20 Jahre gewesen sein.

p.s. Emile ist am Sonntag nach Lissabon geflogen. Von da aus geht es weiter nach Porto, Madrid, Barcelona, Nizza, Montpellier, Paris, Brüssel, Amsterdam, Berlin, Minga (Dachau und Bergen), Cinque Terre, Florenz, Siena, Rom, Bari, und dann weiß ich nicht mehr genau wohin. Jedenfalls will ich ihn dann am Ende seines Europatrips in Zagreb auflesen um noch einen kleinen gemeinsamen Vater-Sohn Roadtrip zu machen. Mit dem Motorradl.







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