Donnerstag, 23. Mai 2024

Von Marrakesh nach Ouarzazate







Es gibt schon mal eine Strassensperrung weil gerade irgendwo ein Teil der Felsen weggesprengt wird. Dann hält man halt mal 30 Minuten an, trinkt einen Espresso von einem der "Pop-up Espresso Shops" welche es in ganz Marokko gibt. Es ist sensationell (für Café Enthusiasten wie mich oder Micha H.): überall in Marokko stehen Autos am Strassenrand mit Solar auf dem Dach und mit einer super Espresso Maschine im Heck und verkaufen Espresso und sehr guten, starken Cafe. Genial. Absolut genial. 

In Ouarzazat konnten wir die Kasbah besichtigen (in welcher angeblich auch schon Albert Einstein zu Abend gegessen hat) was ich noch einigermaßen interessant fand, wohingegen das sogenannte Filmmuseum voll für den Arsch war. Logisch wurden viele Filme wie "Lawrence from Arabia" und z.B. Gladiator (in Teilen) hier gedreht aber das Museum war NULL. Emile hat sich noch zum Berber machen lassen und logischerweise mußte ich mir einen Sonnenaufgang von der Dachterrasse aus ansehen. 

Wir mussten auf ein geiles Hotel mit Blick auf die Oase ausweichen und sind dann am nächsten Morgen Richtung M'Hamed aufgebrochen. Micha H. wollte schon lieber Richtung Norden fahren weil er ja die ganze Strecke zurück nach Malaga machen mußte. Wir hingegen wollten weiter in Richtung Sahara vorstoßen - an das Ende der Zivilisation (wie wir sie kennen).

Apropos Klima: in Casa war es meistens kühl weil immer ein Wind vom Atlantik weht, in Marrakesh hingegen war es brutal heiß. Ouarzazat ist dann schon totale Wüste und hat ein trockenes und heißes Klima. Ich empfand dies aber als total angenehm und selbst bei 40 Grad habe ich nie wirklich geschwitzt. Ich liebe dieses Wüstenklima und die trockene Hitze. Die nächtlichen Temperaturen gehen meist auf angenehme 15 bis 20 Grad runter und man schläft in der Regel sehr gut.   

Motorradfahrerisch war die Strecke von Marrakesh nach Ouarzazate fantastisch und extrem beeindruckend. Echt genial. 






Mittwoch, 22. Mai 2024

Sahara

 







Micha H. und Claudi sind am Morgen von Ouarzazat aus bereits wieder nach Norden aufgebrochen (und hatten einen wahnsinns Ritt durch den hohen Atlas). Wir sind alle am Vorabend, aus Marrakesch kommend, bei brütender Hitze in Ouarzazat "eingelaufen" und hatten ein nettes kleines Hotel mit super Dachterrasse. 

Wir waren auch kurz in einem Dorf wo u.a. auch Szenen für "Gladiator" und etliche andere Filme und diverse Großproduktionen gedreht worden sind.

Von Ouarzazat (totale Wüste) wollten wir dann weiter runter, Richtung Sahara und Emile hat sich durchgesetzt und wir haben einen Abend direkt in einem Berbercamp gebucht und ich muss gestehen: ich hatte nicht die geringste Ahnung was da kommen sollte. Wir mussten also bis ans Ende der Strasse fahren, durch unglaublichste Wüstengegenden und über 40 Grad Celsius. Teileweise sieht es aus wie in Utah, dann wieder wie in Nevada, dann wie in New Mexico. Hammermäßige Landschaften. Man befindet sich unweit der algerischen Grenze. 

Bei M'Hamid hört die Strasse auf und es gab zum ersten mal ein wenig Verwirrung: der Typ vom Camp verlangte 100 € für den Transport ins Camp was uns vorher nicht bekannt war. Nach etwas Verhandeln am Telefon haben wir aber einen Konsens gefunden und Gott sei Dank haben wir Emiles Vorschlag in die Tat umgesetzt. Die Saharaübernachtung war - definitiv - das ultimative Highlight dieses Roadtrips. 

Wir konnten die Bikes und Equipment bei einem sehr netten Typen in seinem Cafe stehen lassen und wurden anschließend mit einem Toyota 4x4 ca. 1,5 Stunden über die knallharten Wüstenpisten geschippert. Einmal dachte ich, das wäre das Ende: Bolzengerade nahezu senkrecht eine Düne runter. 6 Leute im Auto. Alter!!!! Angeblich hätte man die Strecke auch selbst fahren könne aber das wage ich stakr zu bezweifeln. Erstens fahren wir nicht gut genug auf Sand und zweitens gab es null Orientierung. 

Das ganze dann noch mit marrokanischer Rockmusik unterlegt und einem Fahrer der nur Berber spricht. Fänomenal. Inshallah. Wir haben aber überlebt und nach der Ankunft im Camp (ein paar Zelte) ging es erstmal rauf auf die gigantischen Sanddünen um den Sonnenuntergang zu bestaunen. Nur geil. 

Soetwas habe ich auch noch nie gesehen im Leben. Eine beeindruckende und wahrlich atemberaubende Landschaft und Atmosphäre. Spirituell. 

Emile meinte zu mir, als wir zusammen den Sonnenuntergang betrachteten: "Papa, das ist das Beste was ich jemals in meinem Leben erleben werde - das absolute Highlight". Ich habe ihn dann erstmal darauf hingewiesen, dass er erst 21 Jahre alt ist und sicher noch viele Dinge im Leben sehen wird. Aber ich habe ihn schon verstanden: die Sahara ist eine der drei großen Wüsten der Erde. Nach der Arktis und der Antarktis. 

Mir hat es - zugegebenermaßen - auch die Sprache verschlagen und wir saßen alle einfach nur still nebeneinander und haben die Atmosphäre "aufgesogen". 

Danach gab es Tee und Abendessen unter dem Sternenhimmel und wir haben die Sternschnuppen gezählt. Ich muss zugeben: das war eine der beeindruckendsten Landschaften aller Zeiten für mich, da muss ich meinem Sohn schon recht geben. Man befindet sich in einer anderen Welt. Bei den Berbern. Das werde ich nie mehr vergessen. 




Dienstag, 21. Mai 2024

In der Kasbah






Wir mussten irgendwann nochmal zurück nach Marrakesh weil wir da a) ein Moped bei BMW abholen wollten und b) weil ich die Papiere für die Bikes bei Moulays Nichte abholen sollte. Seine Nichte befand sich gerade in Marrakesh auf einem Kongress. Das mit BMW hat sich als Fehlschlag herausgestellt denn die Maschine hatte auch nach der Inspektion noch das selbe Problem. 

Aber zunächst lief die Kiste noch und wir sind von Marrakesh aus Richtung hohe Atlas Berge gefahren, nach Demnate. Da fanden wir per Zufalle eine super Kasbah - also sozusagen eine arabische, burg- oder festungsähnliche Unterkunft inklusive Pool, super Essen und wahnsinns Ambiente. Es sah aus wie in "Tausend und einer Nacht" und wir hatten eine super Sicht auf das nächtliche Demnate im Tal. 

Diese Kasbahs gibt es über ganz Marokko verstreut. Im Übrigen waren wir die einzigen Gäste. 

Auch in dieser Gegend wird "aufgerüstet", d.h. die Kasbahs werden zu Luxushotels ausgebaut, die Infrastruktur wird komplett erneuert und ich denke auch hier wartet man auf den Boom der nächsten Jahre. Aber noch hatten wir "die Hütte" für uns. Ich wäre gerne noch eine Nacht geblieben aber unsere Gruppe war zu abenteuerlustig und wollte noch den hohen Atlas erkunden. Also Gut, von mir aus!  

 

Montag, 20. Mai 2024

Die (zweite) Atlantik Etappe - auf dem Rückweg nach Casa

 






Der Strandabschnitt am Atlantik, südlich von Casa, war unsere "Abschlussetappe". Wir wollten ursprünglich noch in den Hohen Atlas fahren aber zwei der Bikes waren fast nicht mehr fahrbar also haben wir den Plan geändert und sind an die Küste zurückgefahren um uns an die Zieletappe Casa anzunähern. 

Super Location, wie eigentlich immer. Superfreundlicher Empfang, super Service. Klasse Blick, fast am Strand. Einfach nur klasse. Emile konnte auch mal mit dem Motorrad auf Sand üben und hat sich insgesamt prächtig "geschlagen". Er ist super gut gefahren und hat immer mitgehalten und alle Teilnehmer meinten nur, was das für ein toller Bursche sei. 

Leider sind einige der Kisten permanent zusammengebrochen und gott sei Dank (Inshallah) hatten wir mit Peter, Micha H. und Micha D. einige doch relativ "gestählte" Schrauber unter uns. Wir mussten ja ständig total improvisieren da, wie ich schon mal angemerkt hatte, unser Kumpel und Organisator Moulay, schwere gesundheitliche Probleme hatte und leider für die Tour komplett ausgefallen ist. 

Aber: er ist wieder "auf den Beinen" und ich konnte mit ihm noch Rabat und Familie machen, gegen Ende, als alle anderen Teilnehmer bereits wieder auf der Heimreise waren. Es geht ihm, Moulay, somit den Umständen entsprechend, wieder relativ gut aber seine gesundheitliche Situation war wohl teilweise kritisch. Jedenfalls lag er ca. 10 Tage komplett abgeschirmt von Allem, auch seiner Familie, im Krankenhaus. Wir hatten keinerlei Informationen und waren somit, von einem Tag auf den Anderen, auf uns selbst gestellt. Wir hatten Motorräder und unsere Klamotten. Das war es! 

Was das "Schrauben" anbelangt: meine Mühle war eine nietenagelneue GS 1200 und das Teil ist super gelaufen - was auch sonst. Emiles 600er Teneré war noch das beste Bike der Resttruppe. Die 800er BMW hatte permanente Probleme und die BMW von Micha (D.) war - de facto - kaum fahrtüchtig. Micha hatte eine "Höllenzeit". Das Lenkkopflager war schon vor der Abfahrt im Arsch, die Kiste hatte null Leistung und dann hatte er noch das Pech mit einem Platten inklusive abgerissenen Ventil und der Kupplungszug ist gerissen. Weltklasse. Ausserdem musste er immer zu zweit fahren - das hat die Situation nicht gerade verbessert. 

Aber wenn die Marrokaner eines können, dann improvisieren. Wie die Kollegen oben auf dem Bild den komplett zerstörten Schlauch wieder zusammengeflickt haben, im wahrsten Sinne des Wortes, war sensationelle Handwerkskunst. Selbst erfahrene Motorrad World Traveller wie Micha D. und Peter waren verblüfft und konnten es fast nicht glauben. 

Apros pos: man findet in Marokko (außerhalb der Saison) noch unglaublich günstige Unterkünfte. Wir haben teilweise maximal 25 € pro Person für herrschaftliche (Kasbah) Unterkünfte bezahlt, inklusive Frühstück uns jedweden Service (z.B. Bier und Wein Besorgungen - dazu später noch mal ein Spezialbericht).😋 



Am Atlantik geht es übrigens auch schon mal stürmisch zu. 

 





Sonntag, 19. Mai 2024

Ein Land der extremen sozialen Unterschiede, aber im Aufbruch in ein neues Zeitalter

Marokko ist, meiner Beobachtung zufolge, noch sehr gegensätzlich. D.h. die Spanne zwischen Arm und Reich, zwischen gebildet und bildungsfern, zwischen Mann und Frau aber auch zwischen den unterschiedlichen kulturellen Gruppen und Religionen, ist noch extrem. Auffallend ist der nicht zu übersehende stattfindende Boom, d.h. es werden ganze Städte sprichwörtlich aus dem Boden gestampft. Überall wird gebaut und die Infrastruktur wird total aufgemöbelt. Alle Strassen sind wie neu. 

Der kommende "Coupe d'Afrique' in 2025 und die geplante Fussball WM 2030 lassen unglaublich viel Geld in das Land fliessen. Man kann es förmlich "riechen". Die Petro Dollars fließen in Milliardenströmen. Nach 2030 wird das Land nicht mehr so sein wie vorher. Die Marrokaner wollen offensichtlich auf die "Weltlandkarte". 

Rabat sieht eh schon eher aus wie die Schweiz - d.h. alles ist "wie geleckt". Casa ist kontrolliertes Chaos und der Rest des Landes ist fänomenal und weitesgehend Wüste oder Steppe. Unsere Wüstentouren, die Aufenthalte an der Küste, in der Kasbah, der Hamam, bei Freunden und Bekannten usw. waren fantastisch. Die Menschen sind unheimlich freundlich und man fühlt sich überall willkommen, sicher und sehr wohl. Was für ein gastfreundliches Land, was für tolle und super sympathische Menschen. Überall. 

Inshallah und Shukran!!!


Moulays Familie hat permanent für uns gekocht und uns eingeladen. Ich habe in meinem Leben noch nie soviel Tee getrunken wie die letzten zwei Wochen. Was für eine herzliche "Familien Bande". Seine Neffen Ali und Hussein haben uns auch permanent geholfen bei der organisation unserer Tour und waren unglaublich gastfreundlich. Ich kann mich nur wiederholen - großartige Freunde. 


Rabat und natürlich auch die Medina, d.h. die Altstadt, ist blitzblank und richtig "rausgeputzt". Die Strassen sind alle wie neu und tadellos. 






Logischerweise gibt es jede Menge "Street Food" und mein Kumpel hat es sich nicht nehmen lassen mir eine kleine abendliche Tour von Rabat zu geben. 

Ansonsten werden auch in Rabat Luxus Wohnsiedlungen "ohne Ende" hochgezogen. Durch Investitionen der "Petro Dollars", d.h. die Saudis und Quataris, etc. wird massiv Geld in die marrokanische Wirtschaft gepumpt! Die Größenordnung hat mich schier sprachlos gemacht. 







Freitag, 17. Mai 2024

Marokko - schwer in Worte oder Bilder zu fassen


Was für ein Trip. Was für ein Erlebnis. 

Ich habe keine Ahnung wie ich die letzen zwei Wochen auch nur annähernd beschreiben könnte. 

Einfach nur sensationell. Unglaublich. Neue Dimensionen tun sich auf. 

Wir hatten zwar teilweise wirklich krasse Probleme - gesundheitlich wie technisch - aber im Endeffekt ist alles gut gegangen. Gott sie Dank. Inschallah. 

Gestern war ich noch in Lissabon weil ich den Flieger nach München verpasst hatte und heute bewundere ich das satte unfassbare Grün hier in Passau und ganz allgemein in Bayern. Bäume, Flüsse, Wiesen. Alles ist Grün. 

Welch unfassbarer Kontrast zu zwei Wochen Wüste. 




Emile sprach vom "größten Erlebnis" seines Lebens als wir in der Sahara waren. Das kann ich verstehen - ich hatte so etwas auch noch nie gesehen oder erlebt. Beeindruckend. Gigantisch. 

Ich war vorgestern noch in Casablanca, gestern in Lissabon, heute an der Uni in Passau und ich glaube ich brauche erstmal ein paar Tage um das alles "sacken zu lassen". 

Dann stelle ich meinen - soziologischen und anthropologischen - Reisebericht online. 

Ich bin vorhin durch Passau gelaufen und dachte irgendwann: wann ruft eigentlich der Muhezzin?

Montag, 22. April 2024

April in Quebec



 

Ein paar Wanderungen im Quebecer Dschungel sind drin. Das Wetter ist durchwachsen - sehr kühl eigentlich. D.h. der richtige Vor-Sommer ist noch nicht da. Normalerweise "tut es hier einen Schlag" und dann ist Sommer. 

Neulich hatten wir ja diesen "nassen" Schneesturm und dieser Sturm hat massenweise Bäume umstürzen lassen bzw. viel Bruch erzeugt. Am Chalet sind zwei Bäume auf das Vordach gefallen aber - Gott sei Dank - ohne nennenswerten Schaden. Die Aufräumarbeiten waren allerdings nicht "von schlechten Eltern". Richtige Arbeit war angesagt. Die elektrische Stiehl läuft rund um die Uhr - apropos: ein geiles Teil deutscher Wertarbeit.

Somit kommt jetzt noch genau eine krasse Woche mit unglaublich viel Arbeit, d.h. 10 Stunden pro Tag inklusive Samstag und dann geht es aber ab nach Minga und von da aus nach Casablanca. 

Nächste Woche um diese Zeit berichte ich aus Tanger, Marokko und werde den Zimmerer und Claudi abholen. 

Am 1. Mai sollten wir dann alle zusammen in Casablanca sein. D.h. der Zimmerer mit Freundin, Emile Sohnemann, Joanne sowie Micha D. mit Freundin Ana-Clara aus Brasilien und unserem Kumpel Peter. 

Mein Kumpel und guter Freund Moulay organisiert für uns die absolut gigantische Marokko Tour. 

Was für ein Trip. Das wird - nach Blue Ridge, New England, Baja California, Peru, Guatemala, Slowenien, Westcoast, etc. - ein weiterer Meilenstein. 

Die Logistik ist einigermaßen komplex denn ich z.B. komme aus Frankfurt an, Micha H. und Claudi aus Malaga (auf dem Moped), Ana-Clara aus Sao Paulo, Peter kommt ebenfalls aus Frankfurt, Emile und Joanne aus Montreal und wie und wann Micha D. kommt ist noch unbekannt. Aber er kommt eigentlich immer "irgendwie" an. Da habe ich die wenigsten Bedenken. 

Morgen werde ich packen und am Samstag geht das nächste Abenteuer los.   هيا بنا

Auf gehts, auf Arabisch! Marokko, wir kommen.





 



 

 

Montag, 8. April 2024

Eclipse total - die totale Sonnenfinsternis

Einfach nur spektakulär, sensationell und unglaublich. 

Ganz Montreal, bzw. halb Nordamerika hat sich auf diesen Moment vorbereitet: die totale Sonnenfinsternis. 

Ich war auf der Ile St. Helene (auch genannt Parc Jean-Drapeau) mit direkter Sicht auf die Sonne und direkt am Sankt Lorenz Strom. 

Wir hatten sensationelles Wetter und noch bessere Sicht - es war wie bestellt und aus dem Bilderbuch. Trotz möglicherweise über Einhunderttausend Menschen auf der Insel kannte ich ein "Plätzchen" mit der perfekten Sicht und direkt am Wasser und siehe da: kaum jemand da. 

Es war echt unglaublich. 



 So sah es meine Kamera - so wie unten sah es tatsächlich aus. 



Es dauerte ca. eine Stunde bis sich der Mond, ganz langsam, von unten rechts kommend, komplett vor die Sonne schob und in Montreal gab es ca. eine Minute der totalen Sonnenfinsternis. In anderen Teilen Nordamerikas dauerte das wohl bis zu 4 Minuten. Die Temperatur ging von ca. 25 Grad in der Sonne auf ca. 5 Grad runter und es wurde irgendwann total dunkel und richtig kalt. Unfassbar. 

Es waren Leute aus Europa und der ganzen Welt vor Ort, die nur für diese eine Minute nach Nordamerika gekommen sind. Der Hammer. 

Das war dann wohl die erste und auch einzige totale Sonnenfinsternis in meinem Leben. Was für ein Erlebnis. Once in a lifetime.


Ich bin später am Abend noch mein Fahrrad abholen gegangen und dabei habe ich dann noch dieses Bild vom ehemaligen amerikanischen Pavillon der Weltausstellung gemacht. Das ist mittlerweile ein Umweltmuseum. 

Insgesamt war das mit das beeindruckendste Erlebnis, bzw. Naturphänomen, das ich je gesehen habe.







Dienstag, 2. April 2024

Wandern, wandern, wandern!



Wir hatten ein fantastisches langes Osterwochenende. Sonne pur und angehnehme, frühlingshafte Temperaturen!!! 

Also nix wie ab und hoch an die Hütte. Es lag null Schnee und lediglich das Eis auf dem See ist noch nicht eingebrochen. Allerdings ist der See definitiv nicht mehr "begehbar". Ein krasser Unterschied zur gleichen Zeit im letzten Jahr. Da lag noch ca. ein Meter Schnee und brachte, u.a. mein Vordach zum Einsturz. 

Bei solchen Bedingungen kann man hervorragend in der Wildnis wandern. Ab zu den Cliffs, dem Bergsee und meinen sonstigen "Standardtouren". 

Am Donnerstag kommt jetzt aber zunächst noch mal ein Wintereinbruch mit ca. 20 cm Schnee. 

Also so ganz hat der Winter sein letztes Wort noch nicht gesprochen. 






Dienstag, 26. März 2024

Eisige Zeiten





Wir hatten nochmal einen Kälteeinbruch mit bis zu minus 10 Grad - auch tagsüber. Schweinekalt kann ich nur sagen. Solange man in der Sonne ist, ist alles ok aber sobald die Sonne weg ist, wird es absolut ungemütlich. 

Gestern Abend war ich bei einer parteipolitischen Aktion der sogenannten "Liberalen" eingeladen und konnte den ehemaligen Premierminister, M. Jean Charest treffen. Er ist immer noch ein sehr guter Redner, durchaus charismatisch usw., aber leider hat er, vor ca. 10 Jahren, seine Partei "an die Wand gefahren". 

Aber wir, d.h. mein Büro, arbeiten gut mit der lokalen Abgeordneten zusammen und sie ist sehr sympathisch und sie wird auch mit Sicherheit ihren Sitz behalten können bei den Wahlen im nächsten Jahr. 


Emile hat "survival Training" gemacht, am Chalet. D.h. er ist in die Hütte gefahren bei ca. minus 2 Grad Innentemperatur und nächtlichen Temperaturen von minus 15 Grad. Nun ja, er hat es, scheinbar, überlebt. 

Am Donnerstag sollte dann der Tag X sein: wir können die Motorräder aus dem "Stall" holen. Das wird auch langsam Zeit - wir sind auf Entzug. 

Aber unser Marokko Motorradtrip ist ja nicht mehr so weit entfernt. Ende April geht es los und wir treffen uns mit einer kompletten Rasselbande in Casablanca. 

Coole Sache. Der Zimmerer und Claudi sind mit am Start sowie etliche Freunde und Bekannte und auch Sohnemann. Auf geht`s nach Afrika. 

p.s. nach Ostern können wir, hoffentlich, eine totale Sonnenfinsternis erleben. Teile Nordamerikas, unter anderem Montreal, werden das Vergnügen haben eine totale Sonnenfinsternis zu sehen. Insofern es nicht zu bewölkt ist - das Spektakel wird am 8. April am Nachmittag stattfinden und ich bin echt gespannt. 

Zwischen 14 und 15 Uhr am Nachmittag (Eastern Timezone) wird sich der Mond vor die Sonne schieben und ca. eine Minute lang wird es eine totale Sonnenfinsternis geben. 





Mittwoch, 13. März 2024

Was gibt es Neues?


Nun ja, es gibt gewisse Blicke auf die Metropole Montreal welche mich selbst nach all den Jahren noch staunen lassen. Wie bei der spontanen, freitäglichen Fahrradtour immer am St. Lorenz Strom entlang. 

 


Es war einfach so ein derartig geiles Wetter, dass ich nicht widerstehen konnte und bin einfach vom Büro aus mit dem Fahrrad los gedüst. Und dann geht es einfach mal kreuz und quer durch die Stadt. Dabei kommt man manchmal durch ziemlich "fertige Viertel" - die gibt es scheinbar immer noch, echt "Ghetto mäßig". Teile von Verdun, Saint Henri und auch die sogenannte "South Shore", also südlich vom Strom. So Baracken, direkt an der Autobahn. Der Hammer. Aber trotz allem irgendwie cool.

Und dann das hier: da komme ich jeden Tag - auf dem Weg zur Arbeit - zweimal vorbei. Ich finde es interessant, dass die Quebecer nach wie vor schlichte Holzkonstruktionen zum Bauen verwenden. Erstmal werden Holzständerwände zusammen getackert, dann Pressspanplatten "draufgedengelt", danach kommt die Isolierung und zum Abschluss wird eine Ziegel Außenwand vor gemauert. Geht scheinbar auch und kostet wahrscheinlich halb so viel wie ein vergleichbarer Bau in Deutschland.  Die komplette Basis Konstruktion besteht eigentlich nur aus Spanplatten und Holzlatten. Okay, Fenster und so etwas kommen schon noch rein.


Ansonsten, auf dem politischen Level, bleibt Scholzomat der "Zauderer" welcher er halt ist (nach allem was ich höre und lese) und hält angeblich "Schaden von Deutschland" ab.  Mag sein, vielleicht für den Moment. Langfristig gesehen wird das keine Lösung sein. Die ZEIT hat da unlängst eine sehr gute geopolitische Analyse veröffentlicht. Mal schauen, ob ich das hier posten kann. Ich denke, Scholz ist letztlich (leider) tatsächlich ein entscheidungs- und führungs- schwacher Looser. Also tatsächlich die falsche Person zur falschen Zeit. Ich weiß ja selber dass die alte management Regel, wonach sich nahezu 80 % aller Probleme durch "nichts tun" von selbst lösen. Aber ob das auf den Krieg mit den Russen auch zu trifft, wage ich schwer zu bezweifeln. Und niemand wird mich davon überzeugen können, dass wir nicht im Krieg sind mit "den Russen". Ob da jetzt ein paar "auswärtige Hansel" an den F16 oder den Taurus Dingern herumschrauben ist letztlich vollkommen egal.

Themawechsel: 

Hier, in Kanada, hat die Quebecer Regierung (rechts konservativ) gerade ihr Jahresbudget vorgestellt und so wie ich das sehe, sieht das nicht gut aus. Nicht für Quebec und auch nicht für unsere Einrichtungen. Es gib ein riesiges Schuldenproblem und ein hammer hartes Staatsdefizit. Da kommen wohl schwierige Zeiten auf uns zu. Da muss ich mal sehen, ob ich das "Boot" nochmal auf Kurs halten kann oder ob wirklich harte Einschnitte kommen. Der Wind kommt von vorne.

Ich hätte die wirtschaftliche Situation eigentlich deutlich besser eingeschätzt aber es sieht, zunächst, wirklich nicht gut aus. Aber ich muss das jetzt alles erst mal genau analysieren und dann schaue ich mal weiter. 

In diesem Sinne: "es hätt noch immer jut jejange".

 

 

Montag, 4. März 2024

Es ist tatsächlich Frühling





Das mag, für deutsche Verhältnisse, komisch klingen. Wenn ich hier in QC feststelle, dass tatsächlich Frühling ist. In Dachau haben die Schneeglöckchen schon vor vier Wochen geblüht. Aber ich habe mir gestern mal meinen Blogeintrag von vor einem Jahr angesehen: 

da lagen am Chalet 120 cm Schnee und mein Vordach ist Anfang März von der Schneelast zerstört worden. Ich kann mich auch an diese Nacht mit dem Hammer Sturm erinnern. Dieses Jahr, siehe obiges Bild vom See, ist nur noch etwas Wasser auf dem Eis zu sehen. Auf den Nordseiten ist natürlich noch Eis aber im Wald liegt fast kein Schnee mehr und die endgültige Bestätigung: 

die Wildgänse sind heute in Schwärmen über Montreal geflogen. Sie kommen zurück. Wie die Tiere das wissen ist ein wirkliches Wunder. 

Aber wenn die Wildgänse zurückkommen, dann wird oder ist es Frühling. Die Viecher wissen das. Es ist erstaunlich. 




 

 

 

Mittwoch, 28. Februar 2024

Eine Winter Wärme Welle

Das habe ich in mittlerweile 28 Jahren Quebec auch noch nicht erlebt. Im Februar in Shorts und T-Shirt Langlaufen. 

Wir hatten eine "Wärmewelle - kann man so nennen. Mild? Nö, eher warm. Richtig warm. 

Ich war gestern spontan am Chalet um nochmal etwas Backcountry machen zu können. Ab nächster Woche ist es nämlich damit vorbei. Somit kann ich meinen Kommentar von letzter Woche löschen. Von wegen noch 4 bis 6 Wochen Winter. 


Auf dem Selfie habe ich noch den Pulli an - aber ich habe damit geschwitzt wie Sau. Die Luft war irgendwie "mediterranisch" warm. Unglaublich. Gefühlt locker so um die 20 Grad plus. Im Februar? Richtig warme Winde? Alter!!

Alle Temperaturrekorde in Quebec wurden gebrochen. Und obwohl heute Nacht ein kurzer, ziemlich krasser, Temperatursturz kommen wird, d.h. von plus 16 geht es auf minus 18 runter (im Chalet auf minus 21) weil eine Kaltfront die subtropische Luft erstmal wegdrücken wird, so ist es doch bedenklich. Ab Wochenende herrschen dann schon wieder relativ warme Temperaturen, deutlich über dem Gefrierpunkt.  

Ab nächster Woche wird es also mit Langlauf und Backcountry endgültig vorbei sein. Das ist, für Quebecer Verhältnisse, außerst ungewöhnlich und insgesamt sehr bedenklich. 

Das bedeutet nämlich auch, das bald kaum mehr Schnee liegen wird. Somit werden die Wälder im März und April extrem schnell austrocknen und die Waldbrandsaison wird ca. 4 Wochen früher als normal beginnen. Ab Mai "brennt dann die Luft" - sprichwörtlich. 

Das wird nicht lustig. 

 


Der See ist noch bombensicher zu gefroren und war absolut sicher zu begehen Die 40 cm Schnee stellen eine relativ gute Isolierung dar. Aber durch die krasse warme Temperatur gehen schon riesige Risse durch das Eis. Die Eisdicke beträgt sicherlich noch 40 bis 60 cm aber ich konnte die Risse schon an der Oberfläche erkennen.

Am Wochenende sollte noch eine Tour "drin sein". Aber nur weil heute Nacht dieser Temperatursturz kommt. Ab Montag ist dann "Schicht im Schacht". Vier bis sechs Wochen zu früh. Erschreckend. 


p.s. ich sitze gerade Zuhause und schreibe diese Zeilen, es ist ca. 19 Uhr und die zwei Fronten prallen gerade aufeinander. Das wird eine unruhige Nacht und ich möchte mit niemanden tauschen der da heute draußen mit dem Auto oder sonstwie unterwegs ist. Das wird krass. Im Moment regnet es und ich kann zusehen wie die Temperatur fällt (über mein Außenthermometer). In ca. zwei Stunden wird das Ganze in Schnee und Eis übergehen. Mein Notstromaggregat steht bereit!


 Flash Freeze Warning

Issued at Wed 3:40 PM Feb. 28
Issued by: Environment and Climate Change Canada
Description


A vigorous cold front will sweep across Quebec tonight.
Temperatures are expected to suddenly drop by about 10 to 15 degrees in a few hours.

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Surfaces such as highways, roads, walkways and parking lots may become icy and slippery.

Flash freeze warnings are issued when a rapid drop in temperature is expected, that can cause water from rain or melted snow on streets and sidewalks to quickly freeze.