Obiges Bild ist das wohl verrückteste Tiny House in Montreal. Ich habe allerdings nicht die geringste Ahnung ob da wirklich ein paar Verrückte (oder auch nur Einer) tatsächlich leben. Aber, seit ich wieder aus Europa zurück bin, war das Wetter so sensationell gut, dass ich nochmal in den besten Biergarten in Montreal mußte (McAuslan) und daneben steht diese Industrieruine mit der Hütte oben drauf..
Apropos Ruine: wenn man nach zwei (intensiven) Wochen aus Holland, der Slowakei, Bayern oder Tschechien nach Montreal zurückkommt, fallen einem plötzlich viele Dinge auf.
Aber dazu später.
Warum hat mir eigentlich noch nie jemand gesagt, was Cesky Krumlow für eine geile Stadt ist? Unesco World Heritage. Zweitgrößte Festungsanlage der Tschechischen Republik mit einem wunderschönen mittelalterlichen Stadtkern und von der Moldau "umschlungen". Ich bin ja jetzt unlängst schon dreimal oder eigentlich fast viermal in Tschechien gewesen und ich muss sagen, da gibt es wirklich tolle Ecken. Zum Motorradfahren aber eben auch nicht nur. Ich war ja auch schon zu kommunistischen Zeiten in der damaligen Tschechoslowakei (Prag, Karlsbad) aber das Land ist mittlerweile nicht mehr wiederzuerkenne. Es werden Straßen gebaut wie verrückt und die Restaurierung der historischen Altstadt von Cesky Krumlov ist bestimmt auch ein europäisch finanziertes Projekt. Cheb (Eger) und Domazlice haben auch wunderbare zentrale Plätze und eine historische Altstadt. Die Kontraste dieser teilweise barocken Städte mit den umliegenden kommunistisch - stalinistisch Bauwerken und Stadtteilen sind faszinierend.
Das nächste Mal werden wir eher den Osten der Slowakei und Polen erkunden. Die hohe Tatra zum Beispiel.
Jetzt zurück nach Montreal: was einem nach so ein paar Tagen im super sauberen und super organisierten Holland, Tchechien oder der Slowakei auffällt, ist wie "fertig" und heruntergekommen Montreal eigentlich ist. Die Menge an Müll und Dreck in den Straßen ist unfaßbar. Hunderte von obdachlosen Menschen hausen in Zeltsiedlungen bzw. liegen einfach irgendwo in der Gegend herum. Man begegnet permanent Leuten mit schwersten psychischen Problemen, es wird überall gebettelt und wer sich in den öffentlichen Nahverkehr wagt, der kann was "erleben" - für die Sinne. Joanne weigert sich teilweise mit mir in der U-Bahn zu fahren weil es in manchen Bereichen so stark nach Urin riecht. Leider. Siehe Bild ganz oben: am Ausgang der Metro Mont-Royal. Da hausen jetzt ein paar Menschen in einem Zelt oder Plastikplanen. Es ist noch nicht ganz so schlimm wie in San Francisco aber weit weg sind wir hier nicht mehr von derartigen Zuständen.
Oder gestern auf dem Weg in den Biergarten. Da fährt man an ganzen Zeltstädten mit obdachlosen Menschen vorbei. Es ist furchtbar. Die Infrastruktur und vor allem die Straßen sind in einem unfaßbar schlechten Zustand. Das Gesundheitssystem ist scheinbar nicht existierend oder in weiten Teilen dysfunktionell obwohl es (angeblich) mit zu den teuersten innerhalb der G7 gehört. Und ich könnte diese Liste endlos weiterführen. Es gibt viel zu tun. Hoffen wir, dass mit den Wahlen nächste Woche (Quebec) mal wieder ein Ruck durch das Land geht. Es muss dringend was passieren - auch in Deutschland übrigens. Da hätte ich auch ein paar Stories parat. Ich sage nur "Zugfahren mit der deutschen Bahn". Ein Erlebnis.
p.s. Recherche wurde gemacht: es handelt sich um ein Guerilla Art Projekt.
https://en.wikipedia.org/wiki/Pink_House_(Montreal)

















































