Donnerstag, 2. Dezember 2021

Ab zum Pazifik

Normalerweise endet die Tour in Rio Dulce. Danach geht es - theoretisch - ab nach Guatemala, die Bikes werden bei Fred eingestellt und es geht am darauf folgenden Tag nach Hause. 

Mulay und ich hatten aber noch zwei Tage dran gehängt - wir wollten noch zum Pazifik runter - inklusive Pitstop in Guatemala City. Wir brauchten ja noch unsere (negativen) PCR Tests  - ansonsten gäbe es keinen Rückflug nach Quebec. 

Wir sind dann von Rio Dulce aus nach El Rancho gefahren - ca. eine Stunde vor Guatemala City und wir hätten noch locker zwei oder drei Stunden weiter fahren können aber wir fanden das Hotel so geil, dass wir einfach da geblieben sind. 

An dem Abend haben wir uns mit einem Einheimischen unterhalten. Mulay hat den einsam sitzenden und irgendwie verloren wirkenden jungen Mann zum Abendessen eingeladen.  Es stellte sich heraus, dass vier seiner Brüder in Quebec arbeiten - als saisonale Gastarbeiter. Einer davon lebt in Montreal - wie klein ist die Welt. 

Der Verkehr in Guatemala City am nächsten Tag war die Hölle aber die PCR Teststation total clean und genial organisiert. Allerdings kostet das die Kleinigkeit von 100$ CAN - pro Nase. Aber "wat mutt, dat mutt". 

Von da aus sind es nur noch ca. drei Stunden bis runter zum Pazifik. Es wurde heißer und heißer - gnadenlos, und dann kommt das Meer. 

Ich muss sagen: vergesst Kalifornien, vergesst Kroatien, vergesst Mexiko, vergesst alles, die Pazifikküste von Guatemala ist das geilste überhaupt. 






Surfen in der drei Meter hohen Brandung, Wassertemperatur 27 Grad, reiten am Strand oder motocrossen in der Nacht. Einfach nur sensationell - ich erkläre das jetzt zu meinem Büro. Sensationell. I`ll be back - das ist sicher.


 

 

Dienstag, 30. November 2021

Von Tikal nach Rio Dulce

Sowohl das Hotel in Tikal als auch die Bude in Rio Dulce, beides eigentliche Tourihochburgen, waren de facto leer. Keine 'Gringos' in Sicht - außer uns natürlich (5 Leute). 

 
 
Drei "Gringos" auf den Spuren der Mayas in der ehemaligen Maya Stadt Tikal (140000 Bewohner während der absoluten Hochkultur). 

D.h. um 4 Uhr morgens aufstehen, 45 Minuten durch den nächtlichen Dschungel latschen, dann auf die Pyramide hoch klettern und anschließend in totaler Stille auf den Sonnenaufgang und auf das erwachen des Dschungels warten.


 

Ein paar "digitale Nomaden" bei der Arbeit. So sieht die heutige Arbeitswelt aus - teilweise. Laptop und Internet - mehr braucht es eigentlich nicht. 

Ein Teil des öffentlichen Nahverkehrs in Guatemala. Alle Mann und Frau (und sonstiges Getier) hinten drauf auf die Ladefläche und dann ab dafür und über Stock und Stein. 


Rio Dulce ist de facto schon Karibik und es geht auch schon mal ein wenig "höherwertig" zu. Inklusive gigantischer Anwesen mit noch gigantischeren Bootshäusern und der vollen Luxusausstattung - oder auch gerne mal mit Privatzoo.



Auf dem Wasserweg nach Livingston konte ich mir nicht helfen und mußte dieses Bild machen da es fast genau wie an Teilen der süddeutschen Donau aussieht - verblüffend. Der Abschnitt hat mich total an die Donau kurz vor Regensburg erinnert.

 


Eine Maya Sonntagsprozession gab es noch als Zugabe. Wir hatten auch vorher schon mal die Gelegenheit einer Maya Opferzeremonie beizuwohnen und zwar nicht für Touris sondern "the real thing". Die haben alles gegeben und sogar einen Hahn für die Götter geopfert.   

Nach Rio Dulce und unserer karibischen Tagestour trennten sich unsere Wege, die eigentliche (organisierte) Tour war zu Ende und mein Kumpel Mulay und ich wollten solo weitermachen - noch kurz runter zum Pazifik (mit erzwungenen Zwischenstop in Guatemala City "zwengs" PCRTestpflicht). 

 

Montag, 29. November 2021

45 Grad Temperaturgefälle

Gestern Nachmittag hatte ich noch ca. 30 Grad und vorhin, bei der Ankunft in Montreal, waren es dann genau -9 Grad Celsius. 

Ein krasser Temperatursturz. In Newark war es zwar bereits frisch aber bei weiten nicht so kalt wie in Quebec.  Wir sind ja leider über "Amiland" geflogen und das kann - zumal in Covid Zeiten - ziemlich kompliziert sein. 

Überhaupt ist alles extrem kompliziert: wir brauchten u.a.:

a) den Impfnachweis (vollständig geimpft) und zwar nicht den aus Quebec sondern den kanadischen - da gibt es unterschiedliche Versionen

b) einen negativen PCR Test

c) eine ausgefüllte Einreiseerklärung auf der APP des Handys mit allen Nachweisen.

Ich hatte - aus versehen - den falschen (nicht gültigen) Impfstoff angeklickt und musste deswegen vorhin bei der Einreise zur "Sonderkontrolle", konnte dann aber nachweisen, dass ich Biontech bekommen hatte und das wurde dann anerkannt. Ois guat. 

Ansonsten: was für ein Trip. Was für ein Land. 

So langsam könnte ich mich an Guatemala gewöhnen - also so mal einen Monat hier und da. Vorgestern Nacht hat man nichts als die gewaltige Brandung des Pazifiks gehört und gestern Nachmittag sind wir an aktiven Vulkanen vorbeigefahren - bei 35 Grad Hitze. 

Alle 10 Minuten haut es eine Rauchwolke raus und nachts kann man die Lava erkennen. Beeindruckend. 

Die Abendstimmung am Lac Atitlan war sensationell. Rechts ist der San Pedro auf welchen ich hoch gewandert bin. Immerhin über 3000 Meter hoch.


Vom Lac Atitlan sind wir hoch in die recht kühlen Berge gefahren - auch auf über 3000 Metern und ich bin da seit langem mal wieder reiten gegangen. Auch geil, zwei Stunden auf dem Hochplateau herum zu spazieren, auf dem Gaul und sich die Lage mal vom Rücken eines Pferdes ansehen - auf verlorenen Pfaden und an wirklich armen Menschen vorbei. 

Mir wurde bei dem Ausritt wieder gnadenlos klar wie arm doch Teile der Gesellschaft in Guatemala sind. Die Campesinos beharken ihre Felder noch manuell und man sieht Pflüge mit Ochsengespannen - wie in Bayern vor 100 Jahren. Es gibt keinerlei Landmaschinen, kaum Traktoren, moderne Pflüge oder sonstige Technik. Die Kinder scheinen nicht in die Schule zu gehen sondern müssen offensichtlich mit den Eltern auf dem Feld arbeiten um nicht zu verhungern. Für Edukation bleibt da scheinbar nicht viel Platz - eines der Grundprobleme der Menschen dort. 

Der ungebildete Arbeiter verdient in Guatemala im Schnitt 100 Quezales am Tag - das sind 14 $ CAN oder ca. 10 Euro. Da es keine 7 Stunden Tage gibt verdient der Landarbeiter also ca. einen Euro die Stunde. Falls er Glück hat. Somit kostet die Arbeitskraft in Guatemala de facto - nichts bis hin zu sehr wenig. 



 

Ach ja, in unserem 'Reiterdomizil' habe wir die Bekanntschaft von Nigel und seiner Filmcrew machen dürfen - ein ganz witziger Typ. Er macht so promotion für die lokalen Tourismusbehörden.

Am Tag darauf sind wir von der Bergen nach Semuc Champey gefahren, bzw. war das der Plan. Aber am späten Abend hat uns das Wetter (und technische Probleme an einem Bike) einen Strich durch die Rechnung gemacht und wir mussten, angesichts des starken Regens, der einsetzenden Dunkelheit und der brutal aufgeweichten und rutschigen Pisten unserer Kisten stehen lassen. Wir hätten den letzten Teil nicht mehr fahren können - das wäre grob fahrlässig gewesen. Wir hatten ja auch ein bzw. zwei, nicht so erfahrene Kollegen dabei. 

Wir konnten die Bikes in einem Hotel parken und sind dann - sehr abenteuerlich - hinten auf einem Pickup, durch den nächtlichen Dschungel transportiert worden. 

Eben nach Semuc Champay. Das ist einer der sieben oder acht größeren Touri Attraktionen in Guatemala. Ein wirklich toller Ort - der reißende Fluß verschwindet plötzlich in unterirdischen Fels Kanälen und es gibt ganz ruhige Wasser Bassins zum Baden und, zum Teil, auch zum Canyoning. 



Wir haben uns das am Tag von oben angesehen und danach sind wir - bei tropischer Luftfeuchtigkeit - runter zum Baden. 

Es gibt zwei oder drei Hotels (mit Hütten oder Lodges) und es sind einige wenige Rucksacktouristen vor Ort aber wir waren fast die einzigen "Gringos" - der Rest der Besucher waren ausschließlich Einheimische. 

Covid hat weite Teile des guatemaltekischen Tourismus zum Erliegen gebracht. In Tikal, d.h. der weltberühmten Maya Stadt, war fast kein Mensch und insgesamt habe ich wenig ausländische Touristen gesehen. 


p.s. ich konnte nicht widerstehen und musste den Zimmerer imitieren - d.h. ich war im lokalen Barbershop - saugeiler Service, cooler Schnitt und immer fette Reggae Musik. 

Vorher - nachher. 20 Quezales - 3 Euro. Alleine dafür lohnt es sich ja schon fast nach Guatemala zu fahren.










 

 

 

Donnerstag, 25. November 2021

Guatemala update

Der Trip neigt sich schon fast wieder dem Ende zu und es gäbe enorm viel zu erzählen aber das hier ist erstmal ein kurzer Zwischenbericht (auch und vor allem für mich selbst - Tagebuch sozusagen).  

Ich bin im Moment in tropischen Gefilden - Rio Dulce - de facto am Atlantik, nicht weit weg von Belize und Honduras. Wir werden heute aber wieder Richtung Guatemala City fahren denn wir wollen noch kurz zum Pazifik. 

Die Zeit vergeht wie im Flug. Gestern hatten wir einen kompletten Tag Bootsausflug. D.h. wir "kutschen" mit dem Boot durch die Karibik, richtung Livingston. Livingston ist eine ehemalige Sklavenstadt und - ich muß es leider sagen - ist total fertig. Heruntergekommen und fertig. Dazu mache ich mal einen speziellen Beitrag. 

Aber der Bootstrip war insgesamt sehr interessant. Wir konnten in natürlichen Vulkanischen heißen Quellen baden und ich war das erste mal in meinem Leben in einer natürlichen Sauna - in einer Grotte. Vulkanisch. 

Davor waren wir reiten in den Bergen - auf über 3000 Metern und es war wie in Kalifornien - bloß höher gelegen und halt mit Pferden. 

Die landschaftliche  Vielfalt des Landes ist sensationell. Innerhalb eines Tages kann man aus der Hitze, über den Regenwald durch kalte und trockene, wüstenähnliche Hochlandschaften fahren, danach in den tropischen Dschungel zu uralten Maya Ruinen und von da aus in die Karibik. Es ist schier unglaublich. 

Da ich vieles bereits kenne bzw. kannte konnte ich mich besser darauf einstellen und natürlich habe ich auch Neues gemacht - z.B. das Reiten oder auch die Bootstour gestern. 

Insgesamt hatten wir wirklich gutes und ansprechendes Motorradfahren, viel besser als bei der letzen Tour, inklusive abenteuerlicher nächtlicher Fahrten auf Pickups durch den Dschungel. Rafting etc. - es ist der Hammer. 

Die Bikes sind ziemlicher Schrott und brechen ab und an zusammen - aber man gewöhnt sich daran. 







Also, so far so good. Während der Rückreise habe ich sicher mal mehr Zeit um einen Gesamtbericht zu machen. Ein geniales Land - leider verdammt arm und mit vielen, vielen Problemen behaftet, sowohl politisch, sozial als auch gesellschaftlich. Es ist ein Jammer. 




Dienstag, 16. November 2021

Hike auf den Vulkan San Pedro

Ich war der Einzige der Bande welcher von vornherein ausgeschlossen hatte den Vulkan zu besteigen. Ich wollte einfach mal chillen, Zeitung lesen, Baden, mit dem Kayak raus oder auch ein wenig ins Büro gehen - virtuell. 

Aber nix da, alle anderen meldeten sich "Fuß-lahm" und "nicht verwendungsfähig" und somit war ich der Einzig fitte der übrigblieb. Also tat ich Fred - unser Organisator und Führer - den Gefallen und ging mit. Im übrigen war es sein Geburtstag und er geht halt gerne in die Wildnis - wie ich ja auch. 

Man muss hier mit dem sogenannten Wassertaxi rüber zum Dörfchen fahren und von da aus ein Tuk-Tuk nehmen. Die Tuk-Tuks sind dreirädrige Gefährte welche in Teilen Süd- und Mittelamerikas den öffentlichen Nahverkehr darstellen. Lokale Taxis halt. 

Der Einstieg in den Trail befindet sich bei 1500 Höhenmetern. Der Gipfel liegt bei knapp über 3000 Metern. 

Die Länge des Hikes haben wir beim Abstieg per GPS nachgemessen, betrug 4,7 km. D.h. also, 1500 Höhenmeter auf 4700 Metern - kernig. 

Im Prinzip 5 km Daueranstieg. 

Fred ist immer an der Flora und Fauna interessiert und suchte Schlangen und Skorpione und anderes Viechzeugs, ich wollt aber nur Hiken und habe so meinen Grundrhythmus - ich lief also viel schneller als er und bin dann so knapp zwei Stunden solo gegangen. Das sollte man eigentlich nicht machen da es etliche Warnungen gibt niemals alleine los zu ziehen bzw. ein einheimischer Führer Pflicht ist. Es gibt leider gelegentliche Überfälle und selbst ein einheimischer Führer kann das nicht verhindern. Das wird auch auf mehreren Foren so bestätigt. 

Es war aber absolut kein Mensch weit und breit und ich habe nur einen einzigen Typ bei ca. 2600 Metern gesehen - hispano - und dann wird man schon mal ein wenig nervös - vor allem weil er mich gefragt hat , ob ich "solo" unterwegs bin. Ich bin einfach weiter gestiegen und dann habe ich kurz danach zwei junge Amerikaner getroffen, dann war mir schon wieder wohler. Wenigstens waren noch zwei andere Menschen unterwegs. 


Der Blick bei 2000. 


Die umliegenden Täler befinden sich oft im sogenannten "Cloud Forest". 

Ich war ca. 2 Stunden solo unterwegs und kam zu einem kleinen Platz wo ich eine kleine Gruppe vorfand - und zwei bewaffnete Polizisten. Erst habe ich doof geguckt aber die zwei waren tatsächlich nationale Polizei und wir konnten uns sogar etwas auf Englisch unterhalten. 

Fred war immer noch spurlos verschwunden und nach einer halben Stunde forderten mich die zwei Polizisten auf doch lieber mit ihnen zusammen den Rest des Aufstiegs zu bewältigen. 

Ich wollte aber erst auf Fred warten - der kam dann auch irgendwann "angedackelt". 

Oben am Gipfel war es schweinekalt und es gab null Sicht, nur Wolken und Wind. 

Wir trafen die Gruppe wieder und, welch Überraschung, die sprachen Deutsch. Zwei junge Guatemalteken welche in Bautzen in Ostdeutschland als Assistenzärzte arbeiten und sich nur kurz zum Familienbesuch in Guatemala befanden. Wie klein doch die Welt ist. 


Antonio (rechts), Assistenzarzt in Bautzen, spricht akzentfreies Deutsch, (oben) mit Schwiegervater und unserer privaten "Security" Truppe. 



Knapp zwei Stunden Abstieg um noch vor Dunkelheit wieder unten an zu kommen, gefolgt von einer hammer Wassertaxi Fahrt. Der Typ ist Vollstoff  gefahren und die Kiste hat derartig "getanzt, dass ich dachte ich gehe jede Minute über Bord.

Wir haben den Abend in der holz befeuerten warmen "Tub" ausklingen lassen. 

Zusammengefasst: 1500 Höhenmeter in knapp zwei Stunden (angeblich solle man 4 Stunden einplanen), sind so schlecht nicht für einen "alten Mann" wie mich - noch geht so was.

Soweit ich unterrichtet bin geht es morgen weiter in die Berge - zum Reiten.

 



 




 





 

 

 

 

Sonntag, 14. November 2021

und ein Novembertag am Lac Atitlan ist auch nicht schlecht

Alaska - oder auch: Alles klar. 

Der Flug über Washington nach Guatemala war letztlich problemlos und aus unterschiedlichen Gründen, insgesamt, relativ entspannt. Trotz Covid, trotz Impfpass, trotz PCR Test usw. - alles ganz gut geklappt und es war sehr unterhaltsam. Mein Kumpel Mulay und ich konnten während der Reise immer ein wenig arbeiten und dann geht so was. 

Antigua war klasse und im Moment sitze ich bei ca. 20 Grad draußen und gucke auf den Vulkan auf welchen ich morgen hinauf wandern werde (nicht aktiv). 

Der Lac Atitlan ist tatsächlich wohl einer der eindrucksvollsten Seen auf diesem Planeten. Das geht zurück bis zu Alexander von Humboldt.

 

Morgen früh werde ich wohl - entgegen meinen sonstigen Gepflogenheiten - um 6 Uhr aufstehen müssen um mir ein Seekayak zu schnappen und um dann den Sonnenaufgang erleben zu dürfen. 

Danach schwimmen - ich habe vorhin schon mal kurz die Temperatur getestet, dann Frühstück und dann mit dem Wasser Taxi rüber zum Vulkan und ca. 1000 Höhenmeter hoch zum Gipfel. 



Wie gesagt, meine Sicht aus dem Büro ist im Moment nicht so schlecht. 

Es könnte - in der Tat - schlimmer sein.

 

 

Dienstag, 9. November 2021

Ein Tag in der Pampa ist besser als kein Tag in der Pampa

 Vor genau zwei Jahren konnte ich um die selbe Zeit Langlauf am Berg machen, gestern hätte ich fast baden können. 

Verspäteter Indian Summer irgendwie - unglaublich milde, fast spätsommerliche Tage mit herbstlicher Melancholie. 

Ich habe mir einen Tag am Chalet gegönnt und bin zu den "Cliffs" gewandert - mit fantastischer Sicht auf die spätherbstliche laurentinischen Landschaft.




 

Wildnis soweit das Auge reicht. Am See die totale Ruhe. Bei - gefühlt - 20 Grad. Ein Tag und eine Nacht am See - besser als gar nichts. Ich musste definitiv mal kurz raus aus der Stadt, in den Wald, in die Natur, in die Wildnis.

Mehr ging nicht denn ich muss arbeiten wie bescheuert. Meine Stellvertreterin hat die Wahl gewonnen und wird Stadträtin. Teilweise gab es sensationell knappe Ergebnisse bei den Kommunalwahlen - und ich war diesmal mitten drin. Ganz nah dran. Und "wir" haben gewonnen - coole Sache. Es war allerdings teilweise derartig knapp, dass nochmal ausgezählt werden muss. Teilweise hat die letzte Box mit auszuzählenden Stimmen nochmal alles gekippt. Unglaublich. Spannend.

 

Mittwoch, 3. November 2021

Die Covid Situation in Bayern und Québec - wie schauts aus aktuell?

Die SZ berichtet, dass in Bayern bzw. Deutschland die vierte Welle nicht nur kommt, sondern bereits da ist. 

https://www.sueddeutsche.de/bayern/corona-bayern-soeder-krankenhausampel-hotspots-maskenpflicht-schulen-regeln-1.5455746

 

Die Inzidenzrate - wenn auch nicht mehr wirklich maßgeblich - ist scheinbar extrem hoch und die Intensivstationen sind bereits weitestgehend überlastet. 

Stagnation bei 60% Impfquote und mehr und mehr jüngere Menschen kommen auf die Intensivstationen wenn auch die Todesfälle oder intensiven Verläufe bei weitem geringer sind als im letzten Winter. 

Maskenpflicht und diverse andere Maßnahmen sollen weiter bestehen bzw. wieder verschärft werden. 

In Québec hingegen geht es momentan genau in die andere Richtung. Alle Restaurants und sonstigen öffentlichen Einrichtungen unterliegen keinerlei Einschränkungen mehr. Theater, Kinos, Stadien, etc. haben volle Kapazität. Ab übernächster Woche wird die Maskenpflicht in Schulen aufgehoben. 

Einzige im öffentlichen Nahverkehr sowie in den Supermärkten bleibt die Maskenpflicht noch einige Zeit bestehen. 

Die Inzidenzrate ist minimal, ca. 5 oder so und bewegt sich auch nicht nach oben. Warum? Ich denke mal, weil weit über 80% der Bevölkerung komplett geimpft sind. Das ist die einzige logische Erklärung. 

Wir waren im Kino (ganz schwacher Bond - relativ enttäuschend), im Theater (ganz okay), im Stadion (sau kalt), etc. - alles ist endlich wieder auf und unterliegt kaum mehr Einschränkungen. 

Alle Skistationen können auf Normalbetrieb hochfahren. 

Im Büro ist - de facto - ebenfalls wieder Normalbetrieb. Gelegentlich hat ein Kollege noch eine Maske auf - aber eher wegen den Kunden, bzw. um denen gegenüber Respekt zu zeigen. 

Boostershots sind demnächst für die 60+ Kategorie sowie für Menschen mit Risikofaktoren möglich. 

Also hier scheint Covid irgendwie fast "durch" zu sein und das bisschen symbolische Maskentragen im Supermarkt ist zu verkraften. 

Quebec akzeptiert jetzt die Situation offenbar und geht davon aus dass, wer jetzt noch nicht geimpft ist, sich nie impfen lassen wird. Tatsächlich sind - laut La Presse - 750000 Menschen in Quebec nicht geimpft - davon sind aber die meisten Kleinkinder mit minimalen Risiko. Wer ansonsten das persönliche Risiko tragen will, muss das dann eben auch machen.

Also ab dafür - Freedom Day - was immer das auch genau bedeuten soll.

In zwei Wochen sehe ich mir die Situation in Mittelamerika an. Angeblich ist die Impfquote in Guatemala relativ gering aber so richtig schlau habe ich mich da noch nicht wirklich gemacht.








 

 

Samstag, 30. Oktober 2021

Halloween und Guatemala

Es gab nicht viel zu posten die letzten Tage. Ich arbeite wie bescheuert - aus unterschiedlichen Gründen. 

Meine Stellvertreterin geht in die Politik. Wir haben gerade mal wieder Wahlen, diesmal die Stadtratswahl, welche in Québec extrem wichtig ist, zumindest für Montreal und wegen Montreal. Auf der "Insel" leben immerhin ca. knapp 2 Millionen Menschen und wer da gewählt wird repräsentiert somit ca. 20 % der Quebecer Bevölkerung. 

Deswegen hat es ein relativ wichtiges politisches Gewicht. 

Der oder die Oberbürgermeisterin von Montreal ist - gefühlt - die Nummer zwei im Staat. Was den Einfluss anbelangt und eben das politische Gewicht. 

Und meine Stellvertreterin kann es halt schaffen in den Stadtrat gewählt zu werden. Was dann total blöd für mich und meine Organisation wäre - aber so ist das Leben. Falls Despina tatsächlich gewählt wird und falls ihre Partei auch die Oberbürgermeisterin stellt, dann kann sie eventuell große Karriere machen denn sie könnte da ziemlich weit nach "oben" kommen.

Und genau deshalb muss ich soviel arbeiten denn sie, meine Stellvertreterin, ist momentan für ihr politisches Engagement freigestellt. Ich helfe ihr aber trotzdem so gut ich kann und mache sogar "door to door" für sie, d.h. abends laufe ich von Haustür zu Haustür und "bezirze" die Leute für sie zu stimmen. Lustig - und ich glaube, ich bin sogar ganz gut darin - vielleicht hätte ich doch in die Politik gehen sollen. 

Am 7. November wird sich dann alles weiter entscheiden. 

Schaun mer mal. 

Ansonsten ist hier logischerweise Halloween mit all dem üblichen Wahnsinn - das kennt man ja mittlerweile auch in Deutschland und wohl auf dem Rest der Welt. 

Tja, nächste Woche kann dann der erste Schnee fallen - angeblich soll es nächste Woche am Chalet soweit sein. Vor zwei Jahren war ich am Abend vor der Abreise nach Guatemala noch beim Langlaufen und dann am Morgen danach - sozusagen - im Pool bei 28 Grad. 

In zwei Wochen geht es wieder los. Guatemala, die Zweite.

Nächste Woche wird der Koffer mit den Motorradklamotten gepackt und dann "ab dafür". Leider werden wir über die USA fliegen - ging nicht anders. Mexiko ist eigentlich viel entspannter - das wird bestimmt wieder ein totales Affentheater mit den Amis - vor allem weil zwei Mitglieder meiner "Truppe" Mulay und Mohamed heißen - da bin ich mal gespannt. Ein guter Kumpel von mir mit und sein Sohn - beide mit marokkanischer Abstammung bzw. Wurzeln.

Auf zu den Mayas.

Ich weiß ja jetzt was da so - in etwa - was auf mich zukommt und da ich die Tour zum zweiten Mal mache, lasse ich es etwas lockerer angehen - d.h. auch mal einen Tag "nicht Motorrad fahren" sondern nur abhängen oder "chillen". Logischerweise muss ich auch ein paar Abende arbeiten - aber am Pool oder mit Sicht auf den aktiven Vulkan. Why not?


 Geology for Global Development | Images of Guatemala (5) – Lake Atitlan 

Aber ich freue mich schon auf den Lac Atitlan, auf die aktiven Vulkane und die Mayas. Mit dem Kayak in dieser grandiosen Urlandschaft rum zu "gondeln" ist kaum zu beschreiben und ansonsten werde ich auch ein bißchen "chillen". 

Die Landschaft ist insgesamt eh grandios. 

Vamonos.  Wie pflegte die Tante zu sagen: "dohoam, sterm die Leit".


p.s. d.h. auch, dass der November durch ist und ich dann nur noch 4 Monate Winter habe - allerdings freue ich mich schon auch auf Langlauf und verschneite Wälder und Landschaften. Alles hat seinen Reiz. 

Und für Kai in BC (ich weiß, dass er den Blog gelegentlich liest): wow Alter, die Preise für Flüge zur Westcoast nach Vancouver Island sind unglaublich günstig - d.h. wir müssen mal ein bisschen planen für nächstes Jahr. Ich sage nur Seekayak und Juan de Fuca Trail. Um den Flug zu kompensieren kann ich ja ein paar Bäume pflanzen - muss ich eh.


 

 

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Rafting - ein youtube Video

Da bin ich vorhin zufällig drauf gestoßen. 

 

 https://www.youtube.com/watch?v=-UBpTc7DWMw

 

Ich habe das  zweimal gemacht, Bernhard hat das damals, bei seinem Besuch mit seinen Schülern gemacht. 

Verdammt gefährlich  - oder auch nicht. 

Den Canyion kann man nur machen wenn der Wasserstand ganz genau passt. In diesem Fall für die Rafting Freaks. Ansonsten ist es bzw. kann es - meiner Meinung nach - nur Suizid sein. 

Eigentlich kann ja nix passieren. Schwimmwesten, Schlauchboot, etc., aber der Canyon, d.h. der Felsdurchbruch am Rouge, hat seine eigenen Gesetze. 

 

 

 

 

 

Montag, 18. Oktober 2021

Noch ein paar Nachträge aus dem Sommer - bevor der erste Schnee kommt.

Beim Sichten meiner Bilder auf meinem Laptop bin ich noch auf ein paar kleine Videos von diesem Sommer gestoßen. 

  https://youtu.be/Vyg3FF8Hng8

 

 https://youtu.be/fGPH--TlRpI

 

 https://youtu.be/gEuu9-ti5jY

 

 https://youtu.be/wT1b8dICwwM

 

Darüber hinaus gibt es nicht viel zu berichten. Der Herbst ist definitiv da, es wird kühl und Kalt. Allerdings hatten wir noch eine Woche mit bis zu 28 Grad letzte Woche - also bei weitem nicht so a.. kalt wie in weiten Teilen Bayerns. 

Der Zimmerer (Brüderchen Micha) hat sich leider die Achilles-sehne gerissen - saublöd und in meinem (erweiterten) beruflichen Umfeld gibt es (mal wieder) einen Skandal- bzw. Betrugsverdacht. Das hatte ich schon mal in Würzburg (mein Vorgänger), dann in Bayreuth (meine Nachfolgerin), dann in Montreal bei einer Einrichtung wo ich im Vorstand war, aber diesmal scheint es alle bisherigen Kategorien zu toppen. Man lernt wohl NIE aus. 

In Würzburg mag es sich wohl, falls überhaupt, so um ca. 10000€ gehandelt haben, in Bayreuth dann schon immerhin ca. 200000€, Montreal dann ca. 50000$, aber diesmal reden wir von knapp einer Million. Ich sags, ja, die Inflation ist da.


 

 

Montag, 11. Oktober 2021

Action de grâce - Thanksgiving - Erntedankfest - also nix wie ab in die Pampa - ein langes Wochenende

Wir hatten, bzw haben ein 'langes Wochenende'. Dazu ein schier unglaubliches Wetter - spät sommerlich, man konnte noch baden - im Oktober immerhin. Also ab dafür - Sohnemann verbringt mittlerweile seine Zeit lieber mit Kumpels in irgendwelchen Chalets und Lili musste für die Schule arbeiten und brauchte wifi - also "muss" Papa halt alleine mit dem Moped in den Wald. Seufz. 😎

Die Farben in den Wäldern im Norden "explodieren" - das herbstliche Licht ist unglaublich - vor allem wenn man es auf dem Motorrad erlebt. Da ist die Perspektive deutlich besser. 

Ich habe schon am Mittwoch am See übernachtet da ich mir einen Tag zum "Biken" genommen habe und bin erst am Donnerstag Nachmittag zurück ins Büro und am Freitag dann wieder ab in die Wildnis. Die relative Wildnis natürlich.

Beim "hochfahren" fahre ich meistens ca. 20 km direkt am Rivière Rouge entlang - und auf Schotter. 

 

Dabei fällt mir jedes mal wieder auf, dass das vielleicht einer der landschaftlich schönsten Abschnitte in ganz Kanada sein könnte. 

 

Jede Tageszeit hat ihren eigenen Charakter. Oben die Stimmung am Morgen, unten am Nachmittag. 


Und dann gibt es ja noch das heilige Tal der Algonquin - landschaftlich auch unglaublich schön.  

Gepaart mit der oft fast totalen Stille am See ist es manchmal wie im Paradies. 



Ansonsten alles wie immer. Am Samstag morgen war Vorstandschafts Sitzung im Park und es gibt die gleichen Probleme wie immer und wie auch wo immer: einige Leutchen bauen "Schwarzbauten" - das geht, leider, auch in der relativen "Wildnis" nicht mehr. Da müsste man schon noch ca. 1000 km weiter nach Norden ausweichen, dann ist es ja in der Tat menschenleer und da geht sowas noch - aber man muss halt noch 1000 km weiter hoch in die Pampa.

Eine Treppe musste also "rückgebaut" werden, ein Baumhaus wurde von der Gemeinde entfernt - weil illegal natürlich - irgendein Typ haust seit ein paar Monaten im Wald in einem riesigen Zelt. Auch illegal - insofern er das auf Dauer machen will. Ach ja, es gab noch Beschwerden weil auf einem anderen Grundstück ein gigantisches Feuer gemacht wurde - auch illegal - einfach wegen der Größe. Soll wohl so 4 auf 4 Meter gewesen sein und 10 Meter hoch - das ist dann auch grenzwertig und es gab wohl etliche Beschwerden diesbezüglich. 

Das Problem des "Wildcampers" sollte sich in ca. 4 Wochen erledigt haben - dann kann es Nachts ca. -15 Grad haben und einen Meter Schnee - das sollte eine Problemlösung darstellen. Im Frühjahr schauen wir dann mal weiter. 





 

Donnerstag, 30. September 2021

Nach eineinhalb Jahren Covid Pause das erste mal wieder im Stadion

 

Trotz 1:4 Niederlage war es einfach klasse mal wieder zusammen mit Sohnemann im Stadion zu sein. Die Atmosphäre war mäßig, da lediglich ca. 5000 Zuschauer im Stadion waren und die Ultras momentan ausgeschlossen sind wegen vergangener Ausschreitungen. Stadionverbot! 

So als würde Bayern die komplette Südkurve aussperren - schwer nachzuvollziehen - aber Bitte. 

Man braucht zwar den Impfpass und einen Ausweis aber es war einfach mal wieder gut mitten unter ein paar Tausend Menschen sein zu können nach so einer langen Pause. Jetzt können wir dann auch endlich auch wieder gemeinsam ins Kino gehen und uns den neuen Bond ansehen. 

Irgendwie tut das schon gut - vollkommen normal halt. Great!!!!

 

Dienstag, 28. September 2021

Das Land prägt den Menschen

Mir haben heute ein paar Bekannte - liebe Grüße nach Bayreuth - mitgeteilt, sie würden immer gerne meinen Blog lesen und ich möge doch etwas mehr schreiben und berichten, die letzten Wochen gab es wohl nicht viel. Ich frage mich sowie so immer, wen das eigentlich interessiert, außer mich selbst. Es ist ja nur eine Art Tagebuch. Online halt. 

Aber egal, gut, dann schreibe ich halt ein wenig mehr. 

Für den Zimmerer habe ich mal die ganzen Bilder unserer Motorradtrips zusammengestellt und dabei bin ich auf unsere Reise Richtung Kentucky gestoßen. Durch die Blue Ridge Mountains. Die Qualität unserer Bilder von 2013 oder so ist nicht mit den Bildern von meinem Pixel4 zu vergleichen, da hat sich doch was getan im Laufe der Zeit. Aber was mir trotz alledem immer wieder auffällt ist die Tatsache wie sich teilweise die Bayerischen oder Deutschen oder Europäischen Landschaften mit den Nordamerikanischen gleichen, bzw. den Kanadischen.

Der Bayerische Wald z.B. ist deutlich "blauer" als die Blue Ridge Mountains in den Staaten. Echt. Ist so. Oder wie pflegte meine Mutter zu sagen: "wenn die Sonne scheint ist es überall schön". Stimmt.


Diese Vergleiche der Landschaft, die Erinnerung an das bereits erlebte, oder an "die heimatliche Erde", das ist mir schon ganz am Anfang meines "nordamerikanischen Abenteurs" aufgefallen und zwar erstmals so richtig "unten" in New Hampshire - in Franconia. Ich dachte mir schon damals, Franconia? Komisch, hört sich an wie Franken. Und genau so sah es auch aus - genau wie im Fränkischen Jura. Ein aus Bayreuth stammender General in britischen Diensten hatte die Gegend wohl nach seiner Heimat benannt. Weil es halt genau so aussieht wie in der Fränkischen. Ober a scho werklich. 

Aber hier habe ich mal ein paar Bilder von denen man kaum sagen könnte, ob sie jetzt aus Bayern oder aus Quebec stammen. 




Was ist jetzt Riviere Rouge, was ist das Altmühltal und was ist die Donau? Alle Bilder sind von letzter bzw. vorletzter Woche.

Der Rouge ist übrigens auf keinem der drei Bilder zu finden. Sondern ganz oben ist die Donau bei Kelheim, in der Mitte das Altmühltal und dann kommt noch ein Bild vom Forest Lake. Selbst mein Coleman Kanu gibt es an der Altmühl, einzig der Garten davor ist deutlich gepflegter.




Anstelle der Freiheitshalle in Kelheim oder dem Altmühltal erkunde ich aber zunächst erst mal wieder Montreal und Quebec.



Der Oktober steht vor der Tür, der Indian Summer hoffentlich auch und dann kommt - falls alles klappt - Guatemala - und da gibt es, laut Erfahrung, ...... Schwarzwälder Kirschtorte!!!




 


 

 

 

Samstag, 25. September 2021

Die kleine Camper Soziologie

Jeder sucht - irgendwie und scheinbar - die Freiheit. Was immer das auch bedeuten mag. Die Covid Pandemie hat wohl einen unglaublichen Run auf Wohnmobile ausgelöst. Jeder will raus, will seine Freiheit haben und das ganze mit dem kompletten Luxusprogramm. Also von wegen keine Toilette oder Küche. 

Soziologisch  betrachtet sind - meiner Meinung nach - die Biker mit Zelt, bzw. die Fahrradfahrer mit Zelt, auf der pavlowschen Camping Skala, ganz weit unten.  Sie übernachten auf Zeltplätzen, zwengs Dusche und Toilette usw. und weil man mit dem Kocher was kochen kann, etc.. Oder sie haben ein Zelt dabei. Haben ja wohl die meisten von uns schon mal gemacht oder erlebt. 

Wer dann einen Van hat ist schon mal privilegiert. Da geht immerhin fast eine Matratze für zwei Personen rein. 

Dann gibt es aber auch die absoluten "Warriors" - d.h. Nissan oder Toyota Pickup oder Jeep mit Zelt auf dem Dach - anstelle der Taliban Maschinengewehre. 

Möglicherweise auf der Flucht, nicht zwingend, aber höchst wahrscheinlich.  


Eine Familie mit - meiner Meinung nach - neu geborenen Baby. Zelt auf dem Dach. Das Fahrzeug bis unter das Dach voll geschlichtet. Sehr merkwürdig.

Die nächste Stufe ist sicherlich der gute alte Kult Bully. In Quebec als VW Westphalia ein absolut gesuchtes und verehrtes Kulturgut. Jeder Quebecer muss einmal im Leben mit dem VW Westphalia von Quebec nach Kalifornien gefahren sein - oder von Kalifornien aus nach Quebec - sonst sind sie keine richtigen Quebecer.

Ob das dann der alte, luftgekühlte 4 Zylinder Motor ist, oder der Turbodiesel oder der T3 und dann der T4, ist egal. VW Westphalia ist Kult. All over the world. Der Bully ist das Maß aller Dinge. Zeitlos. 

 

Jetzt kommen aber die neuen Camper dazu, d.h. Ducato, Citroen, Peugeot, Mercedes Sprinter, Ford in Nordamerika, etc. - je nach Ausbau so zwischen 40 bis 70 Tausend Euro. Eigentlich alle so irgendwie baugleich und auf der selben Plattform basierend. Mal etwas längerer Radstand, mal etwas kürzer. Aber das macht - scheinbar - einen großen Unterschied aus. Mir ist das im Prinzip total wurscht - aber  bei den Bikes kommt es ja auch auf die Kubik an und wie viel PS usw. - also ist es auch wieder vollkommen normal.  Irgendwie. 


Natürlich kommen diese Hightech Camper mit kompletter Innenausstattung und allen "Schikanen" - Lili hat mich neulich gefragt was das bedeuten soll? - "mit allen Schikanen" - keine Ahnung. Die Redewendung habe ich womöglich vom Vater, oder?? Das sage ich eigentlich immer wenn ich meine "mit allem Luxus", mit "allem Drum und Dran". Schikane ist aber eigentlich eher negativ - keine Ahnung wo das herkommt. Wie dem auch sei. Mit "allen Schikanen" also. 

Wer sich dann so was leisten kann muss theoretisch auf der Einkommensnahrungskette schon etwas weiter oben stehen. 

Aber das ist erst der Anfang, der Einstieg in die Szene. Und viel weiter werde ich auch nicht gehen können, denn dann wird es irgendwann absurd, abstrus, monströs und irgendwie auch pervers. 

 

Die Holländer hier auf dem Bild, hatten ihre Kiste vorher minimal schräg gesetzt, keine 5% Steigung. Hat aber dazu geführt, dass sie einen halben Vormittag damit verbracht haben die Mühle wieder raus zu bekommen. Gut, der Typ konnte scheinbar auch wirklich nicht fahren ....

Riesige Motorhomes welche bei der kleinsten Schieflage es nicht mehr schaffen weiter zu fahren. Gigantische Spritverbrennung - gigantische Lastwagen mit unglaublichem Ressourcenverbrauch - in jeder Beziehung. 

Da fängt dann, langsam aber sicher, der Wahnsinn an. 


Mit Schlafanzug. 

Das ist aber alles noch weit entfernt vom nordamerikanischen Wahnsinn. Da hängt dann hinten am Motorhome noch der Pickuptruck dran bzw. man zieht noch ein Boot hinterher. Was zur Folge hat, insofern man so ein Teil z.B. mietet, dass man nie mehr in die Innenstädte fahren kann und somit immer auf gigantischen, vollen und entsetzlich lauten Stellplätzen stehen muss. Wow! Geile Idee von Freiheit. 

Persönlich bleibe ich wohl eher beim Bike mit der Zahnbürste - oder meinem Chalet am See.

Oder man macht das und weicht auf ein anderes Element aus:



Bekannte von uns - bei Kehlheim - wohnen, leben und arbeiten jetzt auf ihrem Boot.