Mittwoch, 28. Februar 2024

Eine Winter Wärme Welle

Das habe ich in mittlerweile 28 Jahren Quebec auch noch nicht erlebt. Im Februar in Shorts und T-Shirt Langlaufen. 

Wir hatten eine "Wärmewelle - kann man so nennen. Mild? Nö, eher warm. Richtig warm. 

Ich war gestern spontan am Chalet um nochmal etwas Backcountry machen zu können. Ab nächster Woche ist es nämlich damit vorbei. Somit kann ich meinen Kommentar von letzter Woche löschen. Von wegen noch 4 bis 6 Wochen Winter. 


Auf dem Selfie habe ich noch den Pulli an - aber ich habe damit geschwitzt wie Sau. Die Luft war irgendwie "mediterranisch" warm. Unglaublich. Gefühlt locker so um die 20 Grad plus. Im Februar? Richtig warme Winde? Alter!!

Alle Temperaturrekorde in Quebec wurden gebrochen. Und obwohl heute Nacht ein kurzer, ziemlich krasser, Temperatursturz kommen wird, d.h. von plus 16 geht es auf minus 18 runter (im Chalet auf minus 21) weil eine Kaltfront die subtropische Luft erstmal wegdrücken wird, so ist es doch bedenklich. Ab Wochenende herrschen dann schon wieder relativ warme Temperaturen, deutlich über dem Gefrierpunkt.  

Ab nächster Woche wird es also mit Langlauf und Backcountry endgültig vorbei sein. Das ist, für Quebecer Verhältnisse, außerst ungewöhnlich und insgesamt sehr bedenklich. 

Das bedeutet nämlich auch, das bald kaum mehr Schnee liegen wird. Somit werden die Wälder im März und April extrem schnell austrocknen und die Waldbrandsaison wird ca. 4 Wochen früher als normal beginnen. Ab Mai "brennt dann die Luft" - sprichwörtlich. 

Das wird nicht lustig. 

 


Der See ist noch bombensicher zu gefroren und war absolut sicher zu begehen Die 40 cm Schnee stellen eine relativ gute Isolierung dar. Aber durch die krasse warme Temperatur gehen schon riesige Risse durch das Eis. Die Eisdicke beträgt sicherlich noch 40 bis 60 cm aber ich konnte die Risse schon an der Oberfläche erkennen.

Am Wochenende sollte noch eine Tour "drin sein". Aber nur weil heute Nacht dieser Temperatursturz kommt. Ab Montag ist dann "Schicht im Schacht". Vier bis sechs Wochen zu früh. Erschreckend. 


p.s. ich sitze gerade Zuhause und schreibe diese Zeilen, es ist ca. 19 Uhr und die zwei Fronten prallen gerade aufeinander. Das wird eine unruhige Nacht und ich möchte mit niemanden tauschen der da heute draußen mit dem Auto oder sonstwie unterwegs ist. Das wird krass. Im Moment regnet es und ich kann zusehen wie die Temperatur fällt (über mein Außenthermometer). In ca. zwei Stunden wird das Ganze in Schnee und Eis übergehen. Mein Notstromaggregat steht bereit!


 Flash Freeze Warning

Issued at Wed 3:40 PM Feb. 28
Issued by: Environment and Climate Change Canada
Description


A vigorous cold front will sweep across Quebec tonight.
Temperatures are expected to suddenly drop by about 10 to 15 degrees in a few hours.

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Surfaces such as highways, roads, walkways and parking lots may become icy and slippery.

Flash freeze warnings are issued when a rapid drop in temperature is expected, that can cause water from rain or melted snow on streets and sidewalks to quickly freeze. 





Sonntag, 18. Februar 2024

Eine Winter Idylle

Nach zwei Monaten bin ich endlich mal wieder dazu gekommen in die Hütte zu fahren. Solo. Die Rasselbande musste arbeiten.


Es hatte minimale Schneelast, d.h. keine Gefahr für mein Vordach. Letztes Jahr um diese Zeit lagen ca. 120 cm Schnee und Eis auf dem Dach (15 Tonnen Gewicht). 

Im Wald lagen dieses WE ca. 50 cm - für die Jahreszeit ist das sehr wenig Schnee.  

Innentemperatur bei Ankunft um die Null Grad Celsius. Außentemperatur: minus 10.

Aber insgesamt ist es ein Winter Traum. Der See ist absolut 100% zugefroren und die Bedingungen für Back Country Ski waren einfach perfekt. Besser geht es fast nicht.

Absolute Stille und kein Mensch weit und breit. Ein paar Rehe, das war alles.



Die Schneeschuh Tour hoch zu den "Cliffs" - über Stock und Stein. Da wo ich mich im November bei Dunkelheit im Wald verirrt hatte. Ein genialer Blick über die Wildnis. Allerdings werde ich jetzt zukünftig bei meinen Solo Trips angeben wohin ich gehe und wann ich wieder zurück sein sollte. Passieren sollte einem da nichts. Nachts geht die Temperatur auf minus 15 runter und einige Passagen sind "nicht von schlechten Eltern". 

Ein "hinfaller" oder Absturz könnte gefährlich werden weil mich da niemand finden würde und weil es halt schlicht und ergreifend keine Menschen gibt. Also werde ich mich zukünftig nach der Tour immer wieder zurück melden.

 


Die Winterstimmung am Rouge ist formidabel. 


Jetzt bleiben noch ca. 4 bis 6 Wochen für solche Aktionen und dann ist auch gut so und irgendwann wird es auch hier Frühling. 
 
Apropos Winter: für deutsche Verhältnisse wäre das logischerweise ein harter Winter, für Quebecer Verhältnisse mutet es fast "frühlingshaft" an. Hört sich ein wenig "wirr" an aber die Verhältnisse sind halt stark relativ. 
 
Die Wettervorhersage sagt zwar voraus, dass es nächsten Samstag noch mal einen nächtlichen Temperatursturz auf minus 20 geben soll aber danach dann Plustemperaturen angesagt sind. Das ist, für die Jahreszeit, äußerst ungewöhnlich.
 



Mittwoch, 14. Februar 2024

Die Kraft des Winters ist früh gebrochen und ein paar Gedanken zu der Zukunft des Ski fahrens

Sprichwörtlich: die Kraft des Winters ist gebrochen - und ob das so gut ist, weil so früh, wird sich noch weisen. Wohl eher nicht.

Ich bin gestern Abend von dem Kurztrip nach Dachau, Oberfranken und den Dolomiten, wieder nach Montreal zurückgekommen und da ging mir das mal so kurz durch den Kopf. Selbst bei minus 7 Grad heute in Montreal, war die Sonne schon so stark, dass der Schnee und das Eis schmolzen (nicht scholzen - da würde ja dann einfach nichts passieren). Das ist dann ja eher "normal" und dem normalen Verlauf der Jahreszeiten geschuldet. Die Tage werden länger und der Winkel der Sonneneinstrahlung verändert sich. Die Sonne wird stärker.

Normal ist es aber  sicher nicht wenn ich Anfang Februar bei plus 15 Grad in Dachau ober-körperfrei bei "Schwesterchen" in der "Frühlings Sonne" sitzen kann, meinen Cafe schlürfe und die  Blümchen angucke. 



Oder bei plus 14 Grad in den Alpen Ski fahre - auf 2500 Meter. Ohne Handschuhe und nur mit T-Shirt und Skijacke. Der Wahnsinn. 

Die Temperatur in Sexten war - gefühlt - wie sonst Ostern. D.h. eigentlich wie Ski fahren im April. So waren die Temperaturen früher um Ostern rum - gefühlt.  

Februar ist, scheinbar, der neue April - oder zumindest März. Am WE werde ich mal nachsehen und überprüfen wie die Schneelage oben in der Hütte ist. Ich gehe mal davon aus, das ca. 1 Meter Schnee liegen sollte.

Apropos: ich bin seit ca. mitte Dezember nicht mehr dazu gekommen in die Hütte zu gehen -  hoffentlich steht die Kiste noch. 

Nochmal kurz zu Sexten: (eigentlich Moos)

geiles Wetter (zu warm), guter Schnee und keine Leute. Geniale Bedingungen, sollte oder wollte man wirklich Ski fahren. 


Die Langlauf Bedingungen im Fischleintal waren optimal. Meine Ski waren Müll, weil geliehen und ohne Wachs, aber was solls? Ich bin halt einfach so ein "Wachs Fetischist" beim Langlauf. Ich hasse die Schuppenski. Mit Wachs kann ich besser "steigen und klettern" und fahre auch besser ab. Die Schuppendinger haben keinen "Grip" und bremsen null. Aber, mit dem Panorama trotzdem immer nur geil.

 


 



Unser guter alter Kumpel Tom war auch mit dabei, wenigstens für einen Tag und wie man sieht, war auf der "Lärche" nicht viel los. Die Gesamtlage war auch insgesamt eher ruhig. Kaum Leute. 



Zwei Leute am Nachmittag auf der Lärche. Da habe ich auch noch nicht erlebt. Apropos: Head Super Shape - geiler Carving High Speed Ski. 

Inwieweit das "alpine" Skifahren noch Sinn macht, aus ökologischen und auch aus anderen Gründen (wahnsinnig teuer und aufwendig), sei mal dahingestellt aber für meine Generation war das halt so ein "Aufstiegsding". D.h. man konnte sich tatsächlich ein paar Ski leisten (bzw. die Eltern) und die Schule konnte uns eine Woche irgendwo in die Berge verfrachten. 

Das waren die 50er, die 60er und auch noch die 70er Jahre. Das war Jugendherberge für "einen Appel und ein Ei". Die Ausrüstung war damals nebensächlich und rudimentär. Hauptsache wir hatten Spaß. 

Mittlerweile sieht das anders aus: Stöckli Ski für 2000€, Klamotten für 2000€, Liftpass pro Tag 75 €, Anreise, Übernachtung und Verpflegung. 

Und ich spreche hier von Südtirol. Nicht von der Schweiz, Kitzbühel oder Heli Skiing in den Rockies. Die Angelegenheit ist sauteuer und einigermaßen elitär geworden. 

Sexten bzw. die Tre Cime ziehen hier nach und heben die Preise an. Einzig unsere Wirtin und Freundin Emmi "reißt" uns da immer noch raus mit akzeptablen Preisen. 

Wie lange diese Form des Wintersports noch überleben kann weiß ich nicht aber ich denke wir, d.h. ich und meine Kinder, wir sind wohl die letzte Generation. The last generation. Alles hat sein Zeit. 

Backcountry in Quebec wird noch ein wenig länger am Start sein. Oder auch nicht - angesichts der Klimaerwärmung scheint aber auch hier der Winter keine "Kraft" mehr zu haben oder zumindest an solcher zu verlieren.

Schaun mer mal. Vielleicht berichte ich ja dann im April über den ultimativen Wintersturm. 









 

 

 



Dienstag, 23. Januar 2024

Deutschland geht auf die Strasse

Es ist gut zu hören, dass die Deutschen für ihre Grundrechte auf die Strasse gehen. Das wurde auch Zeit - wehret den Anfängen. Unsere freiheitliche demokratische Grundordnung verdient es verteidigt zu werden. 

Die Amis sind gerade dabei sich selbst und ihre Demokratie zu zerstören und die Welt schaute mit Erstaunen zu. Die Russen attackieren die freie Welt und kommentieren das auf eine Art und Weise wie es selbst Dr. Goebbels die Schamröte ins Gesicht zaubern würde und die Israelis begehen gerade einen Genozid.

Unsere Oma würde sagen: die Welt ist verrückt geworden.  

Quebec hat ein paar kleinere Probleme: u.a. 60000 Asylsuchende. Quebec hat ca. 50% des gesamt kanadischen Kontingents abbekommen und da es auch noch ca. 160000 temporäre "Arbeitsmigranten" gab, zusätzlich zu den ca. 56000 regulären Immigranten, gibt es gerade ein hammer Problem auf dem Wohnungsmarkt. Mit anderen Worten: es gibt nicht genug Wohnungen und Unterkünfte für die ganzen Menschen. 

Obwohl eigentlich überall gebaut und entwickelt wird.

Solange allerdings das Wetter (bzw. der Winter) das größte aller Probleme ist, scheint die Welt noch einigermaßen in Ordnung zu sein.



 

Die Konditionen für Wintersport sind ausgezeichnet und ich habe am Sonntag mindestens 20 Kilometer Piste gemacht. Das mache ich jetzt noch "ein Wöchlein" und dann nix wie ab nach Sexten. Die Zeit vergeht wie im Flug und am WE muss ich mal sehen ob die Hütte noch steht und wie viel Schnee da liegt. Ich denke mindestens 100cm. In diesem Sinne: peace.

 




Freitag, 19. Januar 2024

Ein angenehmer Winter bisher

Wir hatten zwei Schneestürme aber nichts richtig Ernstes. Normaler Schneefall halt. Zweimal so ca. 30 cm und das war es dann auch. Es ist bis dato ein eher milder Winter. Ich kann mich aber auch täuschen, ich war ja fast zwei Wochen in Mexiko. Apropos: ein geiles Bild aus dem Flugzeug kurz nach Mexiko City.


Zurück zum Winter.

Jedenfalls "fühlt" sich das für mich jetzt fast so an als müsse ich die "paar Wochen Winter" noch optimal ausnutzen. Sonst komme ich gar nicht richtig zum "Winterfeeling", d.h. Chalet bei minus 20, lange Backcountry Wanderungen oder Langlaufen auf dem See.

Im Moment geht allerdings Langlaufen ab der Haustür und gestern haben wir, d.h. unser "Skiclub" auch unsere abendliche "Bergtour" gemacht. 


 

Morgen mache ich eine Langlauf Tour mit Joanne und am nächsten WE gehe ich mal mit Lili für ein paar Tage in die Hütte. Dann kommt auch schon Sexten. Mal schaun, ob dieses Jahr wenigstens etwas Schnee liegt in den Alpen.

 

 

 

 

 

 

 

Montag, 8. Januar 2024

Im Land des (alten) Volkswagens

Ein paar Sachen haben mich fasziniert hier - vom Tauchen mal abgesehen. Unter anderem die Anzahl an uralten VWs in jedweder Konfiguration oder Verfassung. Ob Käfer oder Bus.

Improvisiert und zum Cabrio umgebaut, höhergelegt, halb verrostet oder wie auch immer. 


Davon fahren hier noch hunderte, wenn nicht tausende von alten Kisten rum. Genial. 




Dann die Scooter: das überwiegende Fortbewegungsmittel. 


Und schließlich die unglaubliche Anzahl an Drogeriemärkten und Apotheken:

gefühlt gibt es davon mehr als Einwohner. Wahrscheinlich kaufen die ganzen Touris der Cruise Boote die "Sachen" welche hier rezeptfrei über den Tresen verkauft werden. 



Apropos: 

teilweise lagen bis zu 6 dieser schwimmenden Städte vor Ort. 



Ride the wild surf - geht natürlich auch. 

Somit ist Cozumel beendet und heute Abend geht es zurück in den Winter: 

 

Issued by: Environment and Climate Change Canada
Description

A major storm will begin Tuesday late in the day over Southern Quebec.

Precipitation will begin as snow before changing over to rain Wednesday morning. A more or less extended period of freezing rain is possible during the transition. Strong winds will also accompany this storm. While the scenario is becoming clearer, there is still some uncertainty regarding the quantities of different types of precipitation to be received. Dangerous driving conditions can be expected. Consider postponing or delaying any non essential travel.

 

Womöglich werde ich am Mittwoch das Büro vorsorglich schließen.  

Am Donnerstag sollte Langlauf machbar sein und am WE eventuell Skifahren.


Sonntag, 7. Januar 2024

Tauchen in Cozumel

Ein paar Tage Süden. Mexiko. Tauchkurs. Micha (D.) war in Cozumel und Joanne und ich wollten die Gelegenheit nutzen um den Quebecer Winter um ein paar Tage zu verkürzen. Gleichzeitig konnten wir einen Tauchkurs machen. 

Wir hatten ein schönes Haus mit Pool, coole Scooter zum "in der Gegend" rumdüsen und die Temperaturen sind natürlich ober geil - so zwischen 25 und 30 Grad. Sonne. 

Somit war es ein Mix aus "Playa", Tauchen und relaxen (und wir haben noch ein paar Maya Ruinen besichtigt). Das Tauchen hat mich ein bißchen gestresst weil ich, außer mal Schnorcheln in Istrien, sowas noch nie gemacht habe. Dazu muss man einen ewigen Theoriekurs machen um die Akkreditierung zu bekommen. Alter. 

Cozumel und noch mehr die Festlandsseite gegenüber, d.h. Playa del Carmen, sind ziemliche Touristen Spots. Jede Menge "Gringos". Aber was solls, es gibt tolle Strände, unglaubliche Sonnenunter- und Aufgänge und das Wasser ist kristallklar und super warm. 

Außerdem ist die Ostküste von Cozumel ein einziger endloser Strand und super zum Baden bzw. um am Strand abzuhängen. 


Der Tauchkurs war nicht "von schlechten Eltern", zumindest nicht für einen Novizen wie mich. Joanne, meine Freundin, ist da "eisenhart" und fürchtet sich vor nichts aber ich hatte mächtig Respekt vor Dingen wie "Druckausgleich", mangel an Atemluft, usw.! Der erste Tag hat mich an mein Limit gebracht: Maske während des Tauchens abmachen und wieder aufsetzen, Atemluft "rausnehmen" und Notsituationen durchspielen, Notauftauchen üben, Orientierung unter Wasser proben, Atemluft abdrehen und wieder aufdrehen, um den Effekt verstehen zu können, usw.! Auch die nonverbale Kommunikation will erstmal geübt werden. Das ganze Programm.  

Nach einer ersten Panikattacke (nach ca 5 Minuten unter Wasser) hatte ich mich unter Kontrolle und musste an unsere Mutter denken: "wenn du was anfängst, ziehst du es auch durch und danach kannst du einschätzen ob das "Taucht" oder eben nicht."

Der zweite Tag des Kurses war sehr intensiv weil wir noch mal alles durchgehen mussten, d.h z.B. Maske in der Tiefe abnehmen und wieder aufsetzen (mit Atemluft "ausspülen"), ein paar Meter ohne Maske tauchen, usw.! Das geht allerdings nach zwei Tagen relativ von Alleine und ohne Probleme. Dazu kam der Vorteil, dass Jose, unser Tauchlehrer, nur Joanne und mich als Schüler hatte, d.h. wir hatten einen Privatkurs und unser "Ausbilder" war ein super sympatischer Kerl mit einer unglaublichen Ruhe und Ausstrahlung. 

Micha meinte, dass normalerweise so ca. 20 Tauchgänge notwendig seien bis man eine relative Routine entwickelt hat. Am Anfang ist man sehr nervös und aufgeregt und deshalb verbraucht man auch z.B. mehr Atemluft als etwa Taucher mit Erfahrung. 

Am zweiten Tag und nach zwei Tauchgängen war ich platt und bin am Nachmittag erstmal ins Bett. 

Am dritten Tag gingen wir dann richtig tauchen und zwar mit zwei vollen Tauchgängen. Eine absolut geile Erfahrung. 








Micha war mit dabei und hat ein paar Bilder mit seiner Divecam gemacht. Genial. Muchas gracias!!

Somit haben wir, d.h. Joanne und ich, unsere offizielle Akkreditierung (Padi) und wir können jetzt tauchen gehen wo wir wollen. Mehr oder weniger jedenfalls. Hammer. Insgesamt betrachtet war es eine sehr coole neue Erfahrung welche mich zwar mal kurz total aus meiner "Komfort Zone" rausgehauen hat aber insgesamt sehr cool war. Das waren sicherlich nicht unsere letzten Tauchgänge. 

Jetzt hänge ich erstmal noch einen Tag in der Sonne und am Pool ab und dann geht es zurück in den quebecer Winter. Angeblich soll es momentan und die nächsten Tage richtig krass winterlich werden und wir müssen somit wohl auf Wintersport umstellen. Da freue ich mich aber auch schon drauf!






 



 



Montag, 25. Dezember 2023

Frohe Weihnachten und 'a gsunds Neues'

Auf das die Kriege bald enden. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ich denke an die ukrainischen Soldaten welche bei Schnee und Eis in den Schützengräben vegetieren (und auch an die armen, verlorenen, russischen Seelen) und and die Menschen in Gaza mit ihrem furchtbaren Leid. 

Der pure Horror. Wir hingegen sitzen hier schön im Warmen, trinken Glühwein, essen Stollen und öffnen Geschenke (oder kommen, wie ich gerade, aus der Sauna nach einem sehr langen Spaziergang). Life is not fair.

Was für ein Jahr. 

Rückblickend war es für mich und auch für meine Kinder ein super Jahr. Lili`s Autoimmunkrankheit ist unter Kontrolle, es läuft super in der Schule und and der Uni. Im Büro ist alles, mehr oder minder, okay. Privat läuft es so gut wie noch nie. Der Road trip mit Emile diesen Sommer war auch nur genial. 

In drei Tagen düse ich für ein paar Tage nach Mexiko. Der Auftakt eines verrückten Jahres - wie es scheint. 

Mexiko, gefolgt von Skifahren in den Dolomiten (ich konnte einfach nicht widerstehen - was soll man machen😉). Dann (hoffentlich) etwas Wintersport in Québec. Im Frühjahr ist dann der Motorradtrip in Marokko geplant.  Mit Brüderchen, Freunden und Sohnemann und dann geht das immer so weiter. Was für ein Leben. 

Aber wenn nicht jetzt, wann dann? Es kann alles sehr schnell vorbei sein. Deshalb lieber das Leben in vollen Zügen genießen, solange es geht. Party auf dem Boot mit Blick auf die Stadt. Wandern ins Büro über den Berg anstatt U-Bahn.




In diesem Sinne wünsche ich Allen welche das hier lesen, fröhliche Weihnachten und ein gesundes neues (und friedliches) Jahr 2024. 
 
Carpe Diem. 

 

 

 


Montag, 11. Dezember 2023

Der erste Schnee

Der erste Schneefall war zwar nicht ganz so krass wie z.B. in Bayern aber doch "ordentlich". Jedenfalls hat die Stadt Montreal die erste Schneeräumaktion anlaufen lassen. 

Das führt immer zu einigem Durcheinander denn wenn deine Strasse frei gefräst wird und das weiße Zeugs auf Lastwagen abtransportiert wird, dann ist immer eine Zeitlang Parkverbot und deshalb etwas Chaos. 

Ansonsten ist anderweitig die Hölle los in Quebec denn alle Welt streikt. Die Angestellten im öffentlichen Dienst, die Lehrer und die Krankenschwestern. D.h. die Schulen sind geschlossen und ich muss gucken wie ich meine Mitarbeiter, welche jüngere, schulpflichtige Kinder haben ,auf die Arbeit "locken" kann. 

Das Ganze geht jetzt schon ein paar Wochen und falls nicht bald eine Einigung erzielt wird kann sich der Streik noch bis Weihnachten fortsetzen. 

Ich persönlich, außer was die Logistik im Büro anbelangt, werde davon allerdings nicht beeinträchtigt. 

Aufgrund des starken Schneefalls letzte Woche ging natürlich Langlauf optimal und ich war gleich dreimal auf der Piste. Die Loipen waren sogar weitestgehend gespurt und die zwei abendliche Touren auf dem Berg waren super.

Da für das Wochenende Regen und milde Temperaturen vorhergesagt waren, hat unser "Skiklub" die Situation ausgenutzt. 

Am Chalet war leider nur Schneeschuh laufen möglich da die Seen noch nicht begehbar sind. Es hatte zwar schon mal minus 18 Grad über Nacht aber die Seen werden wohl erst so im Januar wirklich begehbar sein. 

Aber "Snowshoing" in der Wildnis macht auch Laune. Außer, man verliert sich im Wald, was uns tatsächlich passiert ist. Aber nach ein paar Minuten "tracken" von Spuren habe ich Joanne wieder aufgegabelt. Da es nur unsere Spuren gab weil bei mir in der Wildnis keine anderen Menschen unterwegs sind, kann man eigentlich nicht wirklich verloren gehen. Außer man liefe im totalen Schneesturm. Trotzdem doof. Neulich bin ich von der Dunkelheit überrascht worden und diesmal habe ich meine Schneeschuh Partnerin im Wald verloren. Sachen gibt`s, unglaublich .......


Insgesamt liegt, bzw. lag auf jeden Fall noch genug "Zeugs" um sich nach der Sauna mit Schnee ab zu kühlen. 

 

Von mir aus kann das jetzt so weiter gehen. Der "Laden" ist noch zwei Wochen auf und dann sind zwei Wochen Pause und da düse ich ja eh erst mal ein paar Tage nach Mexiko. 

Da es am Chalet die Woche wieder leicht schneien sollte, müssten eigentlich am kommenden WE wieder gute Konditionen herrschen. 

In diesem Sinne: alle nach draußen - die Natur ruft!!

 

 

 

 

 



Montag, 20. November 2023

November

Erstmal Gratulation an Luisa und die ganze Family. Micha (Tennach) ist jetzt 'Opa'. Geil. Leo bereichert die Welt. 

Ansonsten ist es einfach ein Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Ich habe heute mal meine Termine durchgecheckt und ich musste feststellen, dass ich bereits bis ca. mitte Januar "gebucht" bin. 

Erschreckend. Und ich muss schon 2025 planen. Mal schauen, ob ich das überhaupt erlebe - aber ich hoffe es schon. LOL. 

Das Wochenende war - Gott sei Dank - stark "entschleunigend" denn ich war in der Wildnis. Kein Internet, kein Handy, kein TV, nichts. 

Manchmal ist es einfach nur geil so alleine in der totalen Pampa zu sein. Nichts regt sich, Wandern im Wald, Feuerholz vorbereiten, Wasser beschaffen. Ultimative Stille. Leichter Schneefall am Samstag Abend.

Nachdem ich am Freitag meine Basis Sachen erledigt hatte, d.h. mein Vordach am Chalet fertig machen, Wasser von der Quelle beschaffen, die Hütte auf Temperatur bringen, usw. - bin ich am Samstag nochmal meine "Wanderung" von neulich (bei Dunkelheit) im Wald nachgegangen. Ich wollte absolut wissen was ich da falsch gemacht habe. Aber diesmal bei Tageslicht. 

Ich wollte einfach mal checken wie ich eigentlich von der richtigen Linie abkommen konnte und mich fast im Wald verirrt hätte.

Letztlich war es die Dunkelheit. Ich kann mich am Tag immer an der Himmelsrichtung oder an der Geographie orientieren. Bei totaler Dunkelheit gehen aber viele Sinne verloren. Das ist total anders wenn man in der totalen Pampa unterwegs ist. Jedes verdammte Tal oder jeder kleine Berg in der Wildnis sieht komplett anders aus - oder genau gleich. 

Ansonsten war es ein geiles Wochenende. Wie immer da oben.




Ich liebe die Novemberstimmung am Chalet und am See. 

Canyon, Rivière Rouge. Wildnis. Ruhe. Stille. Alleine sein auf der Welt.  

Fast jedenfalls.


 

 

 

 

 




 

Montag, 6. November 2023

Diesmal eine zivilisierte Wanderung

Wir hatten großartiges Herbstwetter. Sonne, angenehme Temperaturen und somit ein wunderbares Wochenende um eine Wanderung unweit von Montreal zu unternehmen. 

 

Man kommt mal raus, kann abschalten und vergisst (hoffentlich) für kurze Zeit die Konflikte dieser Welt. Ganz am Horizont, links, kann man Downtown Montreal erkennen. Wir sind immerhin 10 km gewandert mit einigermaßen kernigen Anstiegen auch wenn das ganze keine 400 Höhenmeter übersteigt. Der Vorteil ist, man kann sich de facto nicht im Wald verirren. Ha, ha! 

Themawechsel.

Der Hamas - Israel Konflikt spaltet logischerweise auch die Menschen hier in Quebec. 

Meine jüdische Kollegin im Büro hat geweint. Mein muslimischer Kumpel steht unter Schock. 

Dieser Konflikt geht über jedes normale Verständnis hinaus und ist extrem komplex. 

Da es eine große arabisch-muslimische und eine noch größere jüdische "Community" gibt ist auch die Quebecer Gesellschaft und spezifisch die Montrealer, sehr gespalten. Die Lage ist schwierig. Ich empfand viel Mitleid mit den Israelis welche von den Hamas Terroristen abgeschlachtet wurden aber ich empfinde ebenso viel Mitleid mit den armen Menschen im Gazastreifen (von der Hamas mal abgesehen). Es ist eine traurige Zeit.


 









Dienstag, 24. Oktober 2023

Lost in the wilderness

Am Wochenende waren wir im Chalet und sind zu den sogenannten 'Cliffs' gewandert. Hatte ich schon mal beschrieben - da bin ich schon zichmal hingewandert. Allerdings gibt es keinen "Trail" sondern man muss sich irgendwie an der Himmelsrichtung oder sonstwie orientieren. Im Grunde genommen geht es immer nach Westen und zurück muss man halt nach Osten laufen. Irgendwann kommt man dann wieder zurück in die Zivilisation, d.h. man trifft auf einen Weg. 

Wir wollten eigentlich den Sonnenuntergang im heiligen Tal der Algonquin betrachten. Ich dachte wir könnten dann noch so mit etwas Tageslicht wieder zurück laufen. Ich hatte dafür etwa eine Stunde eingeplant.

Wir sind dann doch etwas früher aufgebrochen - Gott sei Dank. Ich hatte nämlich die Dauer der Wanderung etwas unterschätzt und plötzlich war es stockdunkel. Aber auch so richtig! Es gab keinerlei Restlicht mehr, kein Mond oder sonstwas zu sehen - es war einfach nur noch Dunkel. Eine rabenschwarze Nacht. 

Und wir befanden uns mitten in der Wildnis im Wald. Da geht es über Stock und Stein, es gibt sumpfartige Passagen und jede Menge Felsspalten und kleinere einfache Klettersteig Abschnitte. Das ganze ohne Licht. Alter, mir ist irgendwann die Düse gegangen weil ich nicht mehr wirklich wußte wo wir uns eigentlich befinden oder ob wir nicht z.B. im Kreis gelaufen sind und somit noch tiefer im Wald sind. 

Ich dachte schon an das "worst case scenario", d.h. wir machen ein Feuer und bleiben die Nacht in der Wildnis (ohne jedes Equipment). Wir hatten noch etwas Wasser und gegessen hatten wir vorher und bei Tageslicht würde ich definitiv wieder zurück finden. So weit konnten wir eigentlich nicht von der normalen Passage "abgedriftet" sein. Aber es war einfach sau gefährlich und bei totaler Dunkelheit dauern 100 Meter unter den Gegebenheiten ca. 30 Minuten. Fuck. 

Im Westen glaubte ich noch ein wenig minimale Helligkeit erkennen zu können und ich hatte immerhin einen Kompass dabei. Also: einfach grob weiter Richtung Osten vortasten. Insofern möglich. 

Wow!!! Nach einer weiteren halben Stunde bin ich dann tatsächlich auf einen Platz gestossen welchen ich erkannte und ich wußte: dahinter kommt tatsächlich der Weg. Uff. Gerettet!

Gott sei Dank. Wir hätten schon überlebt, so dramatisch wäre das auch nicht gewesen aber eine Nacht im nassen Wald, bei 5 Grad Celsius ohne jedes Equipment oder Nahrung wäre sicherlich relativ unangenehm gewesen. Von dem ganzen "Viechzeuchs" was da so rumläuft mal ganz zu schweigen. Da sitze ich schon lieber am warmen Ofen mit einem Glas Rotwein zum Abendessen.

Man lernt halt immer noch dazu. 






 

 

 

 


Donnerstag, 19. Oktober 2023

Kurzer Update

Am Dienstag habe ich, bei einer Veranstaltung (Besuch einer Bayrischen Delegation hier in QC) tatsächlich jemanden aus "Fölschlich" kennengelernt. Witzigerweise war Steffen sogar mit Kaddl in der Grundschule. Wir haben uns tot gelacht .... und jede Menge Frankenwein getrunken. 

Morgen fahre ich erst mal für ein paar Tage in die Hütte. Die letzten Tage waren relativ stressig, Fortbildung (in meinem fortgeschrittenen Alter), dann noch Dachsanierung unseres Flachdaches. 



Eine absolut geniale und umweltfreundliche Lösung für ein Flachdach. Davon gibt es hier Millionen, deshalb wird mein Kumpel Moulay auch jede Menge Kohle verdienen denn er hat das Monopol an diesem Produkt. 

Es wird einfach ein wasserlösliches Polymer auf den bestehenden Membran aufgesprüht und das ganze trocknet dann innerhalb von ca. 48 Stunden zu einer absolut wasserdichten Schicht. 

Eine geile und umweltfreundliche Lösung für die ganzen Flachdächer in Montreal und Quebec. 

Anstelle den kompletten Membran zu erneuern (ca. 15000 $ schätze ich mal, minimum) kann ich die Lebensdauer meines Daches um ca. 10 bis 15 Jahre verlängern. Genial. 

Somit kann der Winter kommen. Im der kanadischen Arktis  hat es bereits -30 Grad. Calgary hat -4 Grad Celsius und wir werden die ersten -10 Grad in ein bis zwei Wochen erleben - allerdings nur im Chalet. Es kann aber auch noch warm bleiben und eine Wärmeperiode geben. 

Das Klima hier ist nicht zu durchschauen. Alles ist möglich. Könnte sein, dass ich in ca. 2 Wochen Langlauf machen kann oder aber ich gehe noch mal baden am See. In extremis.