Dienstag, 25. November 2025

Jo mei


 

Tag 24 im November 2025. Ich bin für zwei Nächte in die Hütte im Wald "geflohen". 

Tiefster Winter. Absolute Stille. Nichts rührt sich. Der See ist tatsächlich nahezu komplett zu gefroren aber noch nicht gänzlich begehbar. Zu gefährlich im Moment - es gibt unterirdische Quellen. 

Ansonsten: geschlossene Schneedecke. Angenehme Temperatur, d.h. 0 Grad und vor allem: Windstill. 

Optimal. Die Bude ist in ca. 2 Stunden auf Temperatur, die Sauna läuft, ich habe jede Menge Holz für den Winter und der Ofen bullert. Ansonsten: kein Schwein weit und breit. Das Eis auf dem kleinen See war schon begehbar - das ist auch ungewöhnlich. 

Es wird früh dunkel. Die "staade Zeit" beginnt. Markus macht seine ersten Alpentouren wie ich am Samstag gesehen habe.

Keine News, kein Internet, kein Telefon. Nur Stille. Ein Feuer im Ofen. Ein magischer Ort der Ruhe und des Nachdenkens. 

  

 

 

Montag, 17. November 2025

Winter

 



Ich bin  ja eigentlich ein totaler Wintersportfan und es ist mir zehnmal lieber ich habe gute Bedingungen für z.B. Langlauf als so ein naßkaltes und typisches Novemberwetter zu haben, aber so einen frühen Wintereinbruch habe ich selten erlebt. 

Anfang November kamen gleich mal 30 cm runter und ich konnte Langlauf "ab Haustür" machen. Das kommt sonst nur zwei- bis dreimal pro Jahr vor und jetzt schneit das "immer so weiter" und die nächsten Wochen sehen aus wie permanenter Winter. Wow. Hammer. Morgen Abend, nach dem Büro, geht es ab auf den Berg. 


 

 

 

Samstag, 8. November 2025

Die Tempel des Geldes leuchten (noch)





Ich habe diese Bilder am Samstag oder am Sonntag morgen 'geschossen'. Allerdings letzte Woche. Die Sonne geht ja bekanntlich im Osten auf und manchmal ist dann die Montreal Downtown Skyline in einem atemberaubenden, morgendlichen Licht. Irgendwie surreal. Die Woche bin ich - mit dem e-Bike - von der Arbeit aus nach Hause gefahren (die Metro und die Busse sind gerade im Streik). Über den "Berg" - bei Vollmond mit Blick auf die glitzernde Millionenstadt.  

Manchmal denke ich mir dann: "der klaane Bub vom Reisighof schaut grad auf  eine fremde und unverständliche Welt". Was mache ich eigentlich hier? Was soll das Ganze?

Downtown mit all seinem Reichtum, dem Luxus, dem totalen Kapitalismus, dem ultimativen Konsum, das hat sich mir noch nie so richtig erschlossen. Ich erinnere mich an "die Wucht des Kapitals" in Tokyo. Oder an New York City - z.B. oben auf der Aussichtsplattform des ehemaligen World Trade Centers. 

Wie kann es sein, das laut "Club of Rome" Bericht, 8 Menschen soviel Kapital und Vermögen besitzen wie zusammen 50% der restlichen (armen) Bevölkerung dieses Planeten? Da passt was nicht. Eine Billion (wie viel Nullen waren das nochmal?) an Aktienpaketen für einen einzigen Deppen? Absurd. Obszön und Pervers. Anders kann ich diese Gier und diese Inflation nicht mehr ausdrücken. Irgend etwas sehr wichtiges ist, seit der Deregulierung der Finanzmärkte, ziemlich außer Kontrolle geraten. Aus "den Fugen". 

Deswegen mag ich diese Tempel des Kapitals nicht. Auch wenn sie manchmal schön golden glänzen, im morgendlichen Licht.